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 Betreff des Beitrags: MAD MAX 2 - GEORGE MILLER
BeitragVerfasst: 19.07.2010 21:26 
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Auch der zweite Auftritt des Maxen regiert. Daher verdient auch dieser Film einen eigenen Thread!

***

Mad Max 2 - Der Vollstrecker (Australien 1981, Originaltitel: Mad Max 2)

Max Rockatansky (Mel Gibson) prescht rastlos mit seinem feisten V8 durch die Wüste. Die Zivilisation liegt als zerstrümmtes Häufchen Elend am Boden, es gilt das Recht des Stärkeren. Allgegenwärtig ist die Jagd nach Treibstoff, dem wertvollsten Gut in dieser rohen Welt aus Mord und Totschlag. Als Max den Hinterhalt eines merkwürdigen Typen (Bruce Spence) auskontert, verrät dieser ihm den Standort eines gesichterten Camps in der weiten Öde, dort sollen grosse Mengen Kraftstoff lagern. Der redselige Bursche ist mit einem Gyrocopter unterwegs, was sich später noch als hilfreich erweisen soll. Tatsächlich finden Max und sein unfreiwilliger Begleiter das besagte Lager vor. Die Bewohner fördern das schwarze Gold aus der Tiefe, sie haben sogar eine kleine Raffinerie in Betrieb. Allerdings wird das Camp von einer Horde irrer Schlächter belagert, die sich das Benzin unter den Nagel reissen wollen. Der abstossende Humungus (Kjell Nilsson) fungiert als Anführer des Gesindels, sein Gegenspieler hinter der Befestigung nennt sich Pappagallo (Michael Preston). Max beobachtet den Ausbruchversuch einiger Fahrzeuge, der aber flugs auf klägliche und blutige Art scheitert. Der Einzelgänger nutzt die Chance, er rettet einen Burschen aus den Fängen der Chaoten. Zwar gewährt man Max Zugang zum Camp, doch Pappagallo und seine Leute zeigen sich von ihrer skeptischen Seite. Schliesslich lassen sie sich doch auf einen Deal mit dem Unbekannten ein, denn der Druck des Humungus und seiner Bande wächst beständig, mehr und mehr Verteidiger fallen den Angreifern zum Opfer. Max will eine kräftige Zugmaschine beschaffen, mit deren Hilfe man die Ölvorräte (und die eigene Haut) in Sicherheit bringen will. Ein Höllenritt nimmt seinen gnadenlosen Lauf...

Nach dem grossen Erfolg von "Mad Max" (1979), brachte man bereits 1981 einen Nachfolger an den Start, erneut übernahm George Miller die Regie. Beim zweiten "Mad Max" ist alles eine Nummer grösser geraten. Es gibt mehr Action, mehr Gewalt, die Figuren sind noch abgedrehter gezeichnet, für Krawall ist an allen Ecken und Enden gesorgt. Besonders die zahlreichen Stunts mit Autos und Motorrädern wissen zu gefallen. Damals selbstverständlich ohne digitale Effekte realisiert, was den Spassfaktor deutlich in die Höhe treibt. Mel Gibson ist nun endgültig in die Rolle des "Mad Max" hineingewachsen. Er wirkt deutlich markanter, von seiner gnadenlosen Umwelt gezeichnet. Im brüllenden Wahnsinn aus Gewalt, findet ein Mann seine Menschlichkeit wieder, zumindest für kurze Zeit. Bruce Spence entwickelt sich im Verlauf des Streifens zum Buddy des Helden. Die Rolle des Gyrocopterpiloten ist eher albern angelegt, glücklicherweise übertreibt man es aber nicht, daher verkommt die Figur nicht zur Nervensäge. Michael Preston kennt man aus diversen Film- und Fernsehproduktionen. Er spielt den entschlossenen Pappagallo mit Hingabe, wird zu einer Art Gewissen und Seelenspiegel für den zermürbten Max. Der perverse Sadist Humungus trägt stets eine Art Eishockeymaske aus Metall, was ihm eine besonders bizarre Note verleiht. Schauspielerisches Talent wird dem Muskelpaket nicht abverlangt, doch dies ist für seinen Auftritt sowieso nicht zwingend notwendig. Diverse schräge Vögel bereichern das wüste Treiben, mordlüsterne Gesichtsruinen mit Irokesenschnitt, ein Balg mit Bumerang, die coole Amazone vom Gefechtsstand nebenan usw.. Maxen hat man noch einen kleinen -aber wehrhaften- Köter als Begleiter verpasst, der sich ab und an als wichtiges Helferlein sein Futter verdient.

"Mad Max 2" ist ein explosiver Endzeit-Cocktail für den grösseren Hunger, hier wurde alles richtig gemacht und auf den Punkt gebracht. Fragt man Filmfreunde nach ihrem persönlichen Liebling der "Mad Max" Trilogie, wird meist der zweite Teil genannt. Ich kann mich seit Ewigkeiten nicht festlegen. Der Erstling bietet ohne Zweifel weitaus weniger Getöse. Doch ich liebe die Optik und Atmosphäre des Films sehr, sie ist noch deutlich in den siebziger Jahren verwurzelt, obschon die Achtziger bereits auf der Fussmatte standen und lautstark an die Pforte pochten. Der erste "Mad Max" bereitet mir dieses unbeschreibliche Wohlgefühl, das mit Worten nicht greifbar gemacht werden kann. Ich suhle mich einfach unglaublich gern darin, in dieser Disziplin kann der Nachfolger nicht ganz mithalten. Letztlich erliege ich dann aber doch den grandiosen Schauwerten des zweiten Teils, daher verteilt sich meine Zuneigung zu gleichen Teilen auf die beiden Perlen. Spätestens "Mad Max 2" sorgte für eine Welle von Endzeit-Reissern, auf deren Kamm die Italiener fleissig ritten. Schon wegen der von mir heiss und innig geliebten Italo-Endzeit-Trasher, ist auch den "Mad Max" Knallern meine ewige Verehrung und tiefe Zuneigung sicher. Denn ohne den herzallerliebsten Maxen von und zu Rockatansky, hätten diese Schätzchen vermutlich nie gleißende Licht der Apocalypse erblickt. Ergo möchte ich aufgeschlossenen Filmliebhabern mit Nachdruck ans Herz legen, sich auch mit den Schätzen aus dem Stiefelland zu beschäftigen. Hier ein zwei feine Tipps:

- Fireflash - Der Tag nach dem Ende (2019: Dopo la caduta di New York, 1983)
- Metropolis 2000 (I nuovi barbari, 1982)

Beide Filme sind auch in Deuschland als ordentliche Veröffentlichungen zu bekommen, der "Trash Collection" aus dem Hause CMV sei es gedankt. Greift zu, greift zu!

"Mad Max 2" habe ich seit einiger Zeit als DVD in der Sammlung. Normalerweise kaufe ich mir Filme nicht erneut auf BD, wenn die DVD zufriedenstellend ausfällt. Es gab keinen vernünftigen "Grund" für den Erwerb der BD, doch beim günstigen Kurs für die UK-Scheibe, konnte ich im Rahmen einer grösseren Bestellung nicht widerstehen. Der Kauf hat sich gelohnt! Man hat "Mad Max 2" sehr sorgfältig aufbereitet, der Film wirkte nie intensiver und staubiger, der Gestank nach Öl, Blut und Schweiss scheint fast im Raum zu stehen! Das Material wurde nicht durch übermäßigen Filtereinsatz versaut, die erdige, rohe Optik kommt bestens zur Geltung. Die Beschränkungen des Datenträgers DVD (sichtbare Kompression etc.) entfallen bei der Blu-ray Variante, man kann den Film ohne "Datenträgereinfluss" geniessen. Wer nun eine platte, aalglatte Hochglanzoptik erwartet -diese Unsitte nennen Verwirrte oft "HD-Feeling"- ist hier an der falschen Adresse. Die Restauration des Werkes erfolgte mit Respekt und Sachverstand, packender wird der Film nur in Form einer gut erhaltenen 35-mm Kopie im Kino sein. Erfreulicherweise liegt der Streifen nun endlich in der Unrated Fassung vor, die DVD beinhaltete noch die R-Rated Fassung. Schwachpunkt der Blu-ray ist das dünn gesäte Bonusmaterial, die DVD präsentierte sich in dieser Disziplin aber völlig nackt.

Fazit: Natürlich wird auch die DVD in der Sammlung bleiben, die Blu-ray stellt jedoch eine sinnvolle Ergänzung dar. Der Film ist und bleibt ein Oberhammer. Wie bereits beim grandiosen Vorgänger geschehen, ziehe ich erneut sehr gern dicke 8,5/10 (sehr gut bis überragend)!

Lieblingszitat:

"Wir gehen rein. Wir bringen sie um. Töten. Tööten! TÖÖÖTEN!!!"

Ein Zitat muss ich noch loswerden:

"Damenunterwäsche. Kannst du dich noch an Damenunterwäsche erinnern?"

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Blap V 3.0 regaining paradise

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Vom Ursprung her verdorben


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 Betreff des Beitrags: Re: MAD MAX 2 - GEORGE MILLER
BeitragVerfasst: 08.04.2016 17:50 
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Hat mir deutlich besser gefallen, als der erste Teil.
Der zweite Teil ist genau das, was ich mir schon vom ersten Teil erwartet hätte.
Atmosphärisch viel besser, meiner Meinung nach, mehr Konzentration auf die Action, d.h. Max ist hier wirklich Mad und das nicht nur zum Schluss und auf Nebenhandlungsstränge hat man gleich ganz verzichtet.
Die Geschichte mit dem Kampf um die letzten Benzin-Reserven ist mit Sicherheit auch die interessanteste der Trilogie.
Kostüme, Masken usw. haben mir diesmal auch besser gefallen; da sieht einfach alles noch kreativer aus.
Außerdem ist der Film weit unterhaltsamer, da war nichts zäh oder gar langweilig, ganz im Gegensatz zum ersten Teil.
So komme ich bei MAD MAX 2 auf 8/10 und zum Schluss, dass dieser Teil auf jeden Fall der beste ist, von den Original-Filmen.


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 Betreff des Beitrags: Re: MAD MAX 2 - GEORGE MILLER
BeitragVerfasst: 08.04.2016 19:04 
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Sbirro Di Ferro hat geschrieben:
Hat mir deutlich besser gefallen, als der erste Teil.
Der zweite Teil ist genau das, was ich mir schon vom ersten Teil erwartet hätte.
Atmosphärisch viel besser, meiner Meinung nach, mehr Konzentration auf die Action, d.h. Max ist hier wirklich Mad und das nicht nur zum Schluss und auf Nebenhandlungsstränge hat man gleich ganz verzichtet.
Die Geschichte mit dem Kampf um die letzten Benzin-Reserven ist mit Sicherheit auch die interessanteste der Trilogie.
Kostüme, Masken usw. haben mir diesmal auch besser gefallen; da sieht einfach alles noch kreativer aus.
Außerdem ist der Film weit unterhaltsamer, da war nichts zäh oder gar langweilig, ganz im Gegensatz zum ersten Teil.
So komme ich bei MAD MAX 2 auf 8/10 und zum Schluss, dass dieser Teil auf jeden Fall der beste ist, von den Original-Filmen.



Und was hältst Du von der unglaublichen 10 Minüigen Verfolgungsjagd am Ende?

Übrigens hat Max im zweiten Teil eine Vergangenheit, bzw. eine Charakterisierung, die durch den ersten Teil entstanden ist. Man weiß warum er so ist, wie er ist. Als Vorgängerfilm macht MAD MAX 1 schon viel Sinn.

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 Betreff des Beitrags: Re: MAD MAX 2 - GEORGE MILLER
BeitragVerfasst: 08.04.2016 22:13 
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MAD MAX 2 – DER VOLLSTRECKER


Originaltitel: Mad Max 2
Land / Jahr: Australien / 1981
Altersfreigabe: FSK 18
Regie: George Miller
Produktion: Byron Kennedy
Drehbuch: George Miller, James McCausland
Kamera: David Eggby
Schnitt: Cliff Hayes, Tony Paterson
Spezialeffekte: Chris Murray
Budget: ca. 2.000.000 $
Musik: Brian May
Länge: ca. 91 Minuten
Darsteller: Mel Gibson, Bruce Spence, Michael Preston, Max Phipps, Vernon Wells, Kjell Nilsson, Emil Minty, Virginia Hey, William Zappa, Arkie Whiteley, Steve J. Spears, Syd Heylen, Moira Claux, David Downer, David Slingsby


Bild Bild


Der Krieg ist beendet, und die Zivilisation vernichtet. Die Erde gleicht einer Wüstenlandschaft. Diese wird von brutalen Plünderern beherrscht, die stets auf der Jagd nach Öl und Benzin sind. Max Rockatansky gerät in diesem erbarmungslosen Krieg zwischen die Fronten.

Nach dem brillanten MAD MAX legte George Miller mit der Fortsetzung, MAD MAX 2 – DER VOLLSTRECKER noch eine Schippe drauf. Die Welt nach dem atomaren Krieg bietet rasante Action und großartige Charaktere. Jede Sichtung des Films ist (für mich) das reinste Vergnügen. Ein jederzeit erfreuliches Wiedersehen mit guten alten Freunden. Die deutsche Bearbeitung bietet einen - von Günther Ungeheuer gesprochenen - Prolog der mir immer und immer wieder die gern zitierte Gänsehaut beschert. Die dabei gebotenen Bilder beherbergen u. a. eine grandiose Einstellung von Max Rockatansky, wie er innerhalb der Abenddämmerung (oder des Morgengrauen) in eine Wüstenlandschaft eintritt. Das Finale zeigt den Antihelden in einer ähnlichen Einstellung. Er bleibt in der „neuen Welt“ ebenso allein zurück, wie er in diese eingetreten ist. Ein Schema das natürlich an John Fords THE SEARCHERS denken lässt. Eroberung des … ich mag nicht näher darauf eingehen, denn in erster Linie soll es krachen und poltern. Eine Aufgabe die MAD MAX 2 zur vollsten Zufriedenheit erfüllt.

„Du bist ein Aasgeier, Max. Ein Schakal. Ein Leichenfledderer der alten Welt.“

Parallel zur minimalen Story, bietet Miller eine Schar von beeindruckenden Charakteren. Leder und Nieten. Gefärbte Iros und Mohikanerschnitte. Humungus und seine Hunde des Krieges. Einen – den Mohikanerfrisurtragenden Wez – nimmt er gar an die Kette. Wez ist nämlich ziemlich geladen da Rockatansky ihm mehrfach in die Suppe gerotzt hat. Bereits die erste Begegnung der beiden Typen steht unter keinem guten Stern. Wez ist eine tickende Zeitbombe. Erst recht ab dem Zeitpunkt an dem sein Sohn (oder ist es sein Lustsklave?) von einem Bumerang erlegt wird.

DER VOLLSTRECKER verschwendet nicht eine Sekunde seiner Laufzeit, und ich will auch keine der ca. 5520 Sekunden missen. Denn diese sind bestens angelegt. Es gibt keine Zeit zum Verschnaufen. Max lässt den Ford XB Falcon röhren und den Wüstesand durch die Lüfte fliegen. Kommt die Action zur Ruhe, so regieren der Dialog und die Spannung.

Fazit: Er ist und bleibt unerreicht. Was Odin für die nordische Mythologie bedeutet - ist MAD MAX 2 für den Endzeitfilm. Ein grandioses und saugeiles Actionkino.

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 Betreff des Beitrags: Re: MAD MAX 2 - GEORGE MILLER
BeitragVerfasst: 08.04.2016 22:50 
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italo hat geschrieben:
Und was hältst Du von der unglaublichen 10 Minütigen Verfolgungsjagd am Ende?

Was soll ich da jetzt groß dazu sagen?
Auf jeden Fall ein grandioses Finale und gut gemacht, weil das Ganze wirklich noch "handgemacht" ausschaut.
Was man so im Trailer von FURY ROAD sieht, ist diese Sequenz aber auch ein bisschen als Vorgeschmack darauf zu verstehen, was man dann in FURY ROAD auf einen ganzen Film ausgeweitet sieht.
In diesem Sinne: Ich freue mich auf FURY ROAD.


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