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 Betreff des Beitrags: CHAMP CHEROKEE - Franco Prosperi
BeitragVerfasst: 23.04.2013 19:31 
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Italien 1972

Darsteller: Robert Blake, Tomas Milian, Ernest Borgnine, Gabriele Ferzetti, Catherine Spaak, Orazio Orlando, Emilio Messina
Score: Carlos Pes

Teddy,(Robert Blake) ein kleiner Boxer wird von seinem Manager ausgenommen und sucht deshalb das weite.
An einer Tanke trifft er einen Seltsamen Hippie Typen (T.Milian), der gerne mit fahren Würde. Aber nicht darf und so wütend daher schreit "Wir werden uns wieder sehen und dann wirst du es bereuen".
In einem Fastfoodladen trifft er einen alten Freund, der ihn bei dem besten Trainer der Gegend (G.Ferzetti) unterbringen kann.
Dieser Trainiert noch nach der alten Schule und bald wird "Champ Cherokee" so sein Boxer Spitzname zum besten Boxer der ganzen Gegend.
Plötzlich hat er Geld und ein schönes leben...
Eines Tages bekommt sein Trainer einen Anruf, es wird befohlen das der Champ verlieren soll. Dennoch gewinnt er und so bringt man seinen Trainer um die Ecke und schiebt dem Champ das ganze in die Schuhe...
Der Champ flieht und wird nun von der Polizei auf der einen seite und der Box Mafia auf der anderen gejagt...
Kann er seine Unschuld beweisen, alle ihm hilfreichen Personen werden umgebracht...
Der Komissar (Ernest Borgine) will den Champ unbedingt schnappen, da dieser nicht von hier ist, ist er sowieso schuldig...
Die Tochter (Catherine Spaak) von Teddy´s Trainer ist ihm behilflich, auch sie will die Mörder ihres Vaters schnappen...
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Guter kleiner 70iger Jahre B- Actionthriller der sich an die US Filme der Damaligen zeit orientiert und keinesfalls schlechter als diese ist.
Die Zeit als Filme alla "Der Tiger hetzt die Meute" über die Leinwände Flimmerten. So in der art ist der Film auch.
Milian als undurchsichtiger Hippie gefällt sehr gut. Auch der Rest des Castes macht seine sache ordentlich. Nur Ernest Borgine wollte mir als unerbittlicher Komissar nicht unbedingt gefallen...
Wie vielen anderen Filmen dieser zeit wird ein unschuldiger gejagt, vorallem auch weil er nicht von hier ist und deshalb der Polizei eh nicht gefällt...
Der Score groovte Teilweise so vor sich hin, gefiel streckenweise sehr gut!
Die Wenigen Boxkämpfe waren ordentlich, die Schiessereien und Schlägereien sehr blutig.
Eine stelle war auf jedenfall sehr offensichtlich geschnitten, insgesamt sind es aber nur wenige Minuten welche die deutsche Fassung cut ist im gegensatz zum Original.
6,5/10

Von Herrn Prosperi würde ich noch die beiden "John Harris" Filme empfehlen ;)

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Trailer:
www.youtube.com Video From : www.youtube.com

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 Betreff des Beitrags: Re: CHAMP CHEROKEE - Franco Prosperi
BeitragVerfasst: 18.04.2015 06:35 
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Registriert: 07.2013
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Wohnort: Das finstere Tal
Geschlecht: männlich
Champ Cherokee
Un uomo dalla pelle dura
Italien 1972
Regie: Franco Prosperi
Robert Blake, Gabriele Ferzetti, Ernest Borgnine, Tomas Milian, Catherine Spaak, Joe Pollini, Orazio Orlando, Emilio Messina, Felicita Fanny


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Der sehr durchschnittliche Boxer Teddy “Cherokee” Wilcox (Robert Blake) wird von seinem Manager betrogen. Er haut dem Schurken eine rein und fährt quer durchs Land in eine andere Stadt, wo er seinen alten Freund Mike (Orazio Orlando) besucht. Dieser wiederum macht ihn mit dem Box-Manager Nick (Gabriele Ferzetti) bekannt, und unter Nicks Fittichen wird Teddy ein ziemlich guter Boxer mit einer gewissen Aussicht auf eine Karriere.. An diesem einen Abend allerdings soll er den Kampf verlieren. Er boxt sich (gewissermaßen) durch, gewinnt den Kampf, und schwört dass er Nick beim nächsten Treffen töten wird. Nick wird tatsächlich erschlagen, und Teddy ist folglich der Hauptverdächtige.
Nun hat er also die Polizei in Gestalt des Eisenfressers Captain Perkins (Ernest Borgnine) auf den Fersen, und muss gleichzeitig den wahren Mörder Nicks finden. Was sich nicht so einfach gestaltet, immerhin sucht dieser Mörder anscheinend auch ihn …

Ich bin kein Freund von Boxfilmen. Dass sich Männer gegenseitig zu Krüppeln schlagen (und sei es auch „nur“ psychisch), nur um zu sehen wer der Stärkere ist, das halte ich für extrem schwachsinnig (übrigens auch außerhalb der Filmwelt). Die gute Nachricht ist hier, dass a) der Boxanteil bei CHAMP CHEROKEE recht gering ist und b) durch Einsatz einer extrem nahen Handkamera sehr dynamisch und spannend rüberkommt. Die schlechte Nachricht? Schauen wir mal …

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Der einstige Kinderstar Robert Blake wird erstmal als ziemlich aufbrausendes und unsympathisches Arschloch eingeführt. Gut, im Laufe des Films hat er Möglichkeiten einige Sympathiepunkte einzufahren, aber so ein richtiger Everybody’s Darling à la Rocky wird er einfach nicht. Gerade im Vergleich zu Rocky stinkt er mit seinen überflüssigen Pfunden und der Kleiner-Gauner-Visage einfach ab. Aber gut, bis zu Rocky ist es noch ein paar Jahre hin, und Franco Prosperi ging es auch nicht wirklich um einen Boxer-Film, sondern eher um einen Krimi im Box-Milieu.

Zum Stichwort Krimi, im italienischen Sprachgebrauch also Giallo, fallen dann die merkwürdig anbiedernden Mordszenen mit schwarzem (Einzahl!) Handschuh auf. Gialli waren 1972 mega-in, also musste hier der Handschuh einfach sein, wenngleich keine anderen Standardzutaten wie Nuditäten oder sadistische Schlitzereien zu sehen sind. Hätte aber auch nicht gepasst, genauso wenig wie aber der eine Handschuh wirklich zum Film passt.
Was ebenfalls auffällt ist, dass der tatsächliche Strippenzieher im Hintergrund sehr schnell erraten werden kann. Schade eigentlich, dass nimmt der Sache doch einiges an Tempo und Spannung, denn Robert Blake alleine kann den Film nicht tragen, seine Sidekicks Orazio Orlando (eine farblose Kreuzung aus Richard Harrison und Claudio Casinelli) und Catherine Spaak (völlig unauffällig und verschenkt) genauso wenig, und die etwas wirre Handlung wird nicht mit dem notwendigen Elan vorangetrieben. Zwar gibt es hier und da ein paar Schlägereien oder Morde, aber so richtige Knallbonbons sind das irgendwie nicht. Einzig die Schlussprügelei zwischen dem Boxer Teddy und dem Wrestler Ching (Emilio Messina) macht ziemlich Laune, aber da ist es auch schon zu spät.

Ja, der Schluss. Was soll man dazu sagen? Bei der Erwähnung von gleich 4 Drehbuchautoren (Lucio Battistrada, Adriano Bolzoni, Armando Crispino, Don Carlos Dunaway) zeigt sich mal wieder, dass viele Köche doch den Brei verderben (können). Irgendeiner von denen hat den Schluss geschrieben, ohne allerdings den Rest der Geschichte zu kennen. Schade eigentlich, denn wenn der Film damit geendet hätte dass der Killer den Raum verlässt, wäre der Schluss ziemlich gut gewesen und hätte den Film auch gehörig aufgewertet. Aber allein das Drehen der Schlusseinstellung sollte mit Ansehen von Sportfilmen unter verschärften Bedingungen nicht unter 4 Stück geahndet werden. Und der Einsatz von 4 Autoren erklärt dann auch, warum die Geschichte immer wieder hin- und herhüpft und die Charaktere auch nicht stringent angelegt sind - Gabriele Ferzetti zum Beispiel wird als knallharter Boxmanager eingeführt und mutiert innerhalb kürzester Zeit zur überaus sympathischen Vaterfigur.

Und dann rennt ja auch noch Tomas Milian durch den Film, immerhin der Grund warum ich mir das Teil zugelegt habe. Milian hat leider erheblich zu wenig Screentime, denn seine Gegenwart wertet den Film schon ziemlich auf. Er wirkt hier mit seinem Hippie-Outfit ein klein wenig wie Toni Maroni, aber nicht als Clown sondern cool, leise und sehr gefährlich. Seine Ausstrahlung ist stahlhart und sorgt für sehr intensive Momente, aber leider leider sind dieser Momente zu wenig. Trotzdem ein starker Auftritt, der Milian-Fans glücklich machen dürfte.

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"Sie sind jetzt eine Waise. Und ich muss entscheiden ob eine lebendige Waise, oder eine tote ..."

Was bleibt schlussendlich in Erinnerung? Ein etwas dahinplätschernder Krimi im Box-Milieu, der schwache Figuren und eine recht sprunghafte Handlung hat. Aber wenn man die Ansprüche niedrig genug hängt wird man auf jeden Fall ganz gut unterhalten. Kein Film der auf DVD erscheinen muss, aber ganz nett …

5/10

Es ist manchmal schon seltsam, wie der Verleih versucht das Geschäft mit dem Film zu torpedieren. Die Bikes aus dem folgenden Bild sind im Film etwa 2 Sekunden zu sehen, aber es wird natürlich ganz klar ein Rocker-Film assoziiert ...
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.. während der Trailer mehr in die Giallo-Richtung geht. Beide Male müssen die Erwartungen der Zuschauer enttäuscht werden.
www.youtube.com Video From : www.youtube.com


Was mir auch auffällt ist, dass der Trailer wesentlich kräftigere Farben hat als meine VHS, und damit um einiges besser rüberkommt. Vielleicht wäre eine DVD ja doch eine Option. Aber bitte nicht mit diesem Plakatmotiv ...!

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Die Umschreibung Neuentdeckung [...] ist natürlich nur eine äußerst persönliche Färbung, denn es handelt sich um ein Spektakel innerhalb der ganz eigenen Filmwelt. Die Suche nach Input, nach Neuem, und die Offenherzigkeit gegenüber Genres und Filmen jeder Art, führen mich immer wieder zu solchen Etappen, und auch wenn sich dieser Kreis niemals schließen wird, er erfährt mitunter durchaus erfreuliche Erweiterungen. (Prisma)


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