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 Betreff des Beitrags: DEATH HUNT - Tano Cimarosa
BeitragVerfasst: 10.07.2016 19:04 
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No alla violenza (IT)
Death Hunt (INT.)


IT 1977

R: Tano Cimarosa
D: Al Cliver, Ninetto Davoli, Martine Carell, Tano Cimarosa, Federico Boido, Zaira Zoccheddu, Tony Raccosta, Nico Del Gabbiani, Guia Lauri Filzi, Nino Lotta, Gianni Cimarosa, Massimo Mollica u.a.


Italo-Cinema.de

Score: Alberto Baldan Bembo

OFDb




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In der sizilianischen Küstenstadt Messina regiert Angst und Schrecken, da eine unaufhaltsam wirkende Welle der Gewalt über die gesamte Region am "Tor Siziliens" schwappte und seitdem die Polizei pausenlos in Atem hält. Nachdem ein paar jugendliche Provinzrowdies einen Polizisten grundlos dahinrafften, nimmt sich der als "Kommissar Gnadenlos" bekannte Ordnungshüter Ettore Ferrari (Al Cliver) der Sache an und räumt auf! Als nächstes bekommt es der rastlose Kommissar dann mit drei ganz üblen Gestalten zu tun, da diese nach einem erfolgreichen Gefängnisausbruch zunächst einmal eine Bank überfallen, bevor sie sich dann endgültig in der lukrativen Entführungsbranche häuslich niederlassen und als erste Amtshandlung die einzige Zeugin des vorausgegangenen Überfalls verschwinden lassen.


Was folgt, sind weitere abgebrühte Entführunsaktionen, bei denen es aber eines schönen Tages zum Tode eines unschuldigen Kindes kommt und infolge dessen den Vater Tano (Tano Cimarosa) als unbarmherzigen Rächer auf den Plan ruft, der daraufhin voller Verbitterung einen unaufhaltsamen Feldzug im Namen der Selbstgerechtigkeit vollzieht.


Gott sei den schuldbeladenen Ausbrecherseelen gnädig.



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Al Clivers kläglicher Versuch einen adäquaten Merli Nachfolger abzugeben



"NO ALLA VIOLENZA" stellt nach "REFLECTIONS IN BLACK" die zweite Regiearbeit des aus Messina stammenden Tano Cimarosas dar, die er genau wie seine anderen beiden Regiearbeiten in seiner Heimatstadt abdrehte. Dabei scheint das Ganze fast völlig budgetlos über die Bühne gegangen zu sein, da das Ergebnis letztendlich in der unteren Schubladenklasse anzusiedeln ist. Neben einer ausbaufähigen Handkameraführung wird der Betrachter während des episodenhaften Filmverlaufs auch noch andauernd von heftigen Zoomgewittern heimgesucht, so dass man fast schon meinen mag, dass das vorliegende Werk hauptsächlich im Rausch spontaner Willkür geschaffen wurde. Aber gerade wegen dieser low-budget-reißer-typischen Mankos bietet dieses unbeschreibliche Gewaltspektakel auch den entsprechend im Voraus erwarteten Unterhaltungswert, denn Tanos Beitrag zum italienischen Polizeifilm steht ganz klar im Zeichen des sleazelastigen Exploitationfilms und Tötungen, Folterungen und Vergewaltigungen somit auf der Tagesordnung. "NO ALLA VIOLENZA" würde ich auch ganz klar zu den Vertretern der ab Mitte 70er vorherrschenden Ultra-Violence-Phase zählen, da er sich vor solch gewaltfröhlichen Bodensatzsausen wie z.B. Violence for kicks / I VIOLENTI DI ROMA BENE, Don't shoot on children / NON SPARATE SUI BAMBINI oder CANNE MOZZE in keinster Weise verstecken muss.


Und genau wie bei seinen beiden anderen Regiearbeiten mischt Tano Cimarosa auch bei diesem Exponat als Schauspieler munter vor der Kamera mit, indem er den verbitterten Tankwart und Vater "Tano" verkörpert, der im weiteren Filmverlauf mit voller Hingabe den sinnlosen Tod an seiner unschuldigen Tochter rächt. Egal ob mit der Schrotflinte im Anschlag oder mit dem Messer in der Dusche, zur Erlangung seines Ziels sind Tano alle Mittel recht.


Kommen wir zu Al Cliver, der sich dieses mal in der Rolle des Kommissars Ettore Moretti als würdiger Merli-Nachfolger präsentieren möchte, dabei aber kläglich versagt, da weder die Heftigkeit seines Wutausdrucks im Gesicht, noch die Pumpwut seiner bluthochdruckgeschwängerten Halsschlagadern auch nur ansatzweise die zugegebenermaßen sehr hochgesteckten Mindestvoraussetzungen des Meisterkommissars aus Eisen erfüllen. Zu alledem bekommt er dann auch noch in einem Boxclub ordentlich den Frack verboxt, so dass er sich bereits nach der halben Spielzeit für einen würdigen Nachfolger Merlis endgültig disqualifiziert. Der einzig würdige Merli-Nachfolger ist sowieso ganz klar Tano! Dafür legt Al Cliver eine astreine „car roof action“ aufs Parkett und sein unbändiger Übereifer führt letztendlich zu einem unheilvollen Ende, wie es in dieser Form wohl niemand erwartet hätte.


Eine etwas ausführlichere Filmvorstellung steht übrigens wie gewohnt auf Italo-Cinema.de zur Verfügung.



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Score:

www.youtube.com Video From : www.youtube.com




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 Betreff des Beitrags: Re: DEATH HUNT - Tano Cimarosa
BeitragVerfasst: 25.07.2016 23:42 
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Fein, endlich eine Kritik zu "Death Hunt" aka "Tankwart Tano sieht rot" . :jc_doubleup:
Ja, dass der Film nach low (oder no) budget aussieht, stimmt wohl. Aber auch ich muss gestehen, dass ich ein Faible für diese "gewaltfrohen Bodensatzsausen" (eine passende Umschreibung!) habe und den Streifen dementsprechend sehr mag. Ich müsste ihn mal wieder ansehen. Mir ist kein weiteres Werk bekannt, in dem Tano Cimarosa dermaßen am Rad dreht. :shock:

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 Betreff des Beitrags: Re: DEATH HUNT - Tano Cimarosa
BeitragVerfasst: 26.07.2016 07:42 
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Canisius hat geschrieben:
Fein, endlich eine Kritik zu "Death Hunt" aka "Tankwart Tano sieht rot" . :jc_doubleup:
Ja, dass der Film nach low (oder no) budget aussieht, stimmt wohl. Aber auch ich muss gestehen, dass ich ein Faible für diese "gewaltfrohen Bodensatzsausen" (eine passende Umschreibung!) habe und den Streifen dementsprechend sehr mag. Ich müsste ihn mal wieder ansehen. Mir ist kein weiteres Werk bekannt, in dem Tano Cimarosa dermaßen am Rad dreht. :shock:


Ich habe ebenfalls dieses Faible für die unterste Schublade. :D
Wieder ein Streifen der mir völlig unbekannt war.
Und mal wieder die Bitte an einschlägige Labels auch diesen "Perlen" mal eine Chance zu geben. 8-)


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 Betreff des Beitrags: Re: DEATH HUNT - Tano Cimarosa
BeitragVerfasst: 27.08.2016 22:37 
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Diese, die zweite, Regiearbeit von Tano Cimarosa ist ein ordentlicher Sprung nach vorne, im Vergleich zur ersten.
Ein Vorteil ist sicher, dass Cimarosa diesmal das Drehbuch ganz alleine geschrieben hat, nachdem er bei seinem ersten Film gar nicht am Drehbuch beteiligt war.
Hier legt einen harten Rachethriller vor, garniert mit einer Entführungsgeschichte.
Von Bodensatz, wie manch einer meint, kann ich bei dem Film ganz bestimmt nicht sprechen.
Zwar wirkt der Film episodisch und manchmal unausgewogen, aber das muss ja nicht heißen, dass es dem Film extrem schadet.
So ist es nämlich in dem Fall, meiner Meinung nach, gar nicht.
Man müsste den Film, glaube ich, einfach nur einmal in einer anständigen Fassung sehen, denn das ist tatsächlich ein wirklich guter Film.
Auch was die Inszenierung betrifft, ist ein deutlicher Fortschritt zu erkennen.
Das Ganze ist wesentlich besser inszeniert, als der vorhergehende Film von Cimarosa.
Da ist zwischen schauspielerischer und inszenatorischer Qualität nicht mehr so viel Unterschied.
Als Schauspieler gibt Tano Cimarosa natürlich wieder alles und alle anderen sind auch ganz OK.
Herausragend fand ich nur noch Federico Boido in seiner kleinen Rolle, den man hier offensichtlich als Ersatz für Luciano Rossi besetzt hat.
Besser als in der ersten Regiearbeit ist auch die Musik, die effektiver eingesetzt wird.
Und apropos effektiv: Das Ende - ach du Sch.... - das würde man sich so sicher nicht erwarten.
Eigentlich ein sehr trauriges Ende, ein Missverständnis der Polizei führt dazu...
Also mir hat der im Großen und Ganzen schon Spaß gemacht, obwohl die Bildqualität meiner Kopie (anscheinend griechische VHS - englischer Ton + griechische Zwangs-UT) so schlecht war, dass man stellenweise kaum noch etwas erkennen konnte.
Für die Fassung gibt's auf jeden Fall 7,5/10, wobei das Potenzial für mehr bei Sichtung einer besseren Fassung durchaus vorhanden ist.


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