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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Betreff des Beitrags: DER KILLER - DAS AS DER UNTERWELT - Siro Marcellini
BeitragVerfasst: 04.01.2011 13:54 
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DER KILLER-DAS AS DER UNTERWELT


Originaltitel: Legge dei gangsters, La
Herstellungsland: Italien
Erscheinungsjahr: 1969
Regie: Siro Marcellini

Darsteller:Klaus Kinski,Franco Citti,Hélène Chanel,Maurice Poli,Nello Pazzafini und Max Delys

Inhalt:
Der Killer Quintero (Kinski),ein Einzelgänger,gilt als der härteste und gefürchtetste Gangster in der Unterwelt von Genua.Mit kaum vorstellbarer Brutalität hat er Mitstreiter und Widersacher aus dem Weg geräumt.Durch Zufall lernt er Bruno kennen,den er nach einer Schlägerei vor der Polizei schützen kann.Quintero will ihn für seine Sache einspannen und nimmt ihn unter seine Fittiche.Eine Art Freundschaft entwickelt sich für beide Männer.Gemeinsam planen sie einen Juwelenraub,der ihnen auch gelingt-aber die Beute ist spurlos verschwunden.Sie verdächtigen sich gegenseitig.Sie machen Fehler,die sie früher nie begangen hätten.Kann so noch der nächste große Coup gelingen?Wird aus der Freundschaft eine Feindschaft auf Leben und Tod?Wer killt letztlich wen?
(orig. Covertext PolyGram Video)

Da ich gerade immer noch krank bin,hab ich etwas Zeit um mir mal wieder ein paar Filme anzuschauen,die ich schon länger bei mir rumliegen hab."Das Gesetz der Gangster" ist ein hervorragender ital. Gangsterfilm mit Top-Besetzung.Der immer wieder gern gesehene Nello Pazzaffini darf hier mal "ausnahmsweise" gleich zu Beginn den Fluchtwagenfahrer spielen.Kinski spielt den abgewichsten Killer Quintero,der nicht lange fakelt.Ähnlich wie in "Die gnadenlose Hand des Gesetzes" bekommt auch hier eine hübsche Lady einen tödlichen Einschuss in ihr seitliches Fahrgestell,mit dem Unterschied,dass sie zuvor von Kinski gevögelt wurde und nicht von Rossi vergewaltigt,denn der spielt hier leider nicht mit.Gewaltausbrüche wie in "Die gnadenlose Hand.." gibt es kaum.In einer Szene rotzt Citti seinem Gegner mitten in die Fresse während er ihn ohrfeigt.Auch nicht schlecht.Bei einem Dialog konnte ich mir das Lachen auch nicht verkneifen (aufgrund der in meinen Augen Zwei-bis Dreideutigkeit:Ein Gangster sagt zu seiner Alten:"Du bekommst im Bett nie den Hals voll".Wie er das wohl genau gemeint hat...Die deutsche Synchro ist erste Sahne,echt gut gemacht,was den Film zusätzlich aufwertet.Franco Citti wird gesprochen von Christian Brückner (De Niro ) und Pazzaffini von Edgar Ott (Benjamin Blümchen!).Die Bildqualität der knapp 30 Jahre alten deutschen VHS von PolyGram Video ist der absolute Hammer,fast schon unglaublich und noch dazu die einzige mir bekannte Widescreen-Fassung (1:2,35!).Alle anderen Fassungen sind scheisse (Vollbild).
Stellt euch mal vor,es würde diesen wunderbaren Gangsterfilm nirgends auf der Welt in einer gescheiten Fassung auf DVD geben im original Format.Das wäre echt eine Schande....
Etwas Sarkasmus kann ich mir leider nicht immer verkneifen.
PolyGram VHS (1:2,35):
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Bootleg GB (Vollbild):
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Soundtrack:
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 Betreff des Beitrags: Re: Der Killer-Das As der Unterwelt - Siro Marcellini
BeitragVerfasst: 04.01.2011 17:47 
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Wird echt mal Zeit das du deine ganzen Perlen auch mal schaust !!!! Super Eurocrime Klassiker ....

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Blu Ray und DVD Holzkistenverpackungen sind Sondermüll....
und echte Filmfans brauchen sowas nicht !!!


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 Betreff des Beitrags: DER KILLER - Siro Marcellini
BeitragVerfasst: 13.10.2011 15:50 
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Italien 1968

Darsteller: Klaus Kinski, Maurice Poli, Franco Citti, Helene Chanel, Nello Pazzafini u.a.
Score: Piero Umiliani

In der Story geht es um einen Bankraub den Einer (Maurice Poli) plant, dazu ein Paar junge Typen die nicht auffallen anheuert und sich von einem reichen Kerl (Klaus Kinski) das Startkapital leiht. Dieser bekommt dafür 30% .....

Also es beginnt mit diesem Bankraub, dabei gibts ne Ballerei mit der Polizei wobei einige Polizisten getötet werden und ein Gangster angeschossen wird. Nun Fahren sie mit ihrem Transporter davon die Polizei im nacken. Auf dieser Fahrt hat jeder soviel zeit um in gedanken zu schwelgen. So bekommt man in Rückblenden die geschichte von jedem gezeigt, wie er zu diesem unternehmen gekommen ist ect. Bis man eben da ankommt wo der Film begonnen hat...
Er eine junge Kerl ist vom Süden und wurde deswegen in nem Beatschuppen zusammengeschlagen, weil er mit der Falschen Frau getanzt hat und eben vom Süden ist. Später rächt er sich...
Der andere hat ne Frau die früher mal die Freundin vom Poli war, bevor dieser in den Knast musste, diese hatt immer noch gefühle für Poli und er auch, aber sein Freund wurde ja angeschossen, wenn er nicht überlebt würde sich das von alleine regeln.
Dann Kinski ein reicher Protz der eine Wucht von Frau hat, der er die schönsten und teuersten Ringe kauft, dafür aber auch an ihren Brüsten nuckeln darf ;)

Jaja so schreitet der Film vorran und man fragt sich weshalb "Der Killer"? Wird die Polizei sie schnappen?, das ist eigentlich die Hauptfrage, diese wird dann aber etwas in den Hintergrund gerückt und der titel wird dann doch noch Passend! Mehr wird aber nicht verraten!
Der Film spielt viel in Discotheken also "Beatschuppen" in den auch solcher Beat zu wilden Tanzeinlagen gespielt wird...
Kinski wie immer ein Schwein aller erster güte...
Der Score ist gefällig, es werden auch zwei gute italienische Songs geträllert, naja von Schallplatte abgespielt...
Einige von Kinskis handlungen waren mehr als Fragwürdig und das wort Warum wird nicht beantwortet, um näher darauf einzugehen müsste ich Spoilern, deshalb lassen wir es..
Der Film unterhält, die Darsteller sind gut. Nellone mit der grossen Melone hat auch eine grössere rolle....
Eigentlich gibt es keinen richtigen Hauptdarsteller in diesem Gangsterdrama, alle haben die Gleiche Screentime und von allen wird die Geschichte hinter der Person erklärt...
Billig Produziert, die Polizei Guilias haben nichtmal ne aufschrift und bei der Auftaktszene hat man gar vergessen das Blaulicht auf das Autodach zu kleben :lol:
In der Mitte fehlt mal etwas der Pepp, dafür gehts am ende rund.
Im Abspann kommt der Titel "Quintero - Das As der Unterwellt" .
6,5/10

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Gelungener Score:

www.youtube.com Video From : www.youtube.com


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 Betreff des Beitrags: Re: DER KILLER - DAS AS DER UNTERWELT - Siro Marcellini
BeitragVerfasst: 13.10.2011 17:21 
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Oha vorhin gar nicht gefunden! Hättest ruhig gleich verschieben können! ;)

Übrigens der Covertext ist ja echt der Brüller, hat null mit dem Film zu tun ;)

Ach hast ihn ja gepostet seh ich grad! Bildqualli ist bei mir auch Top! Ist man von man von einer alten VHS gar nicht gewoht!!!!

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 Betreff des Beitrags: Re: DER KILLER - DAS AS DER UNTERWELT - Siro Marcellini
BeitragVerfasst: 13.10.2011 17:26 
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reggie hat geschrieben:
Bildqualli ist bei mir auch Top! Ist man von man von einer alten VHS gar nicht gewoht!!!!

Ja, die ist echt klasse, allerdings find ich, dass grad bei den ganz alten Tapes die Bildqualität besser ist als man vermutet, also vom Alter nicht abschrecken lassen!

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 Betreff des Beitrags: Re: DER KILLER - DAS AS DER UNTERWELT - Siro Marcellini
BeitragVerfasst: 13.10.2011 19:05 
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Es kommt dabei auch immer auf die Labels an. Bei einigen billiglabels kannste ja davon ausgehen das die Qualli nachgelassen hat. ;) Oder gar anfänglich schon so war :shock:

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 Betreff des Beitrags: Re: DER KILLER - DAS AS DER UNTERWELT - Siro Marcellini
BeitragVerfasst: 15.06.2014 14:10 
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Quintero - Das As der Unterwelt (D - Kino)
Der Killer (D - VHS)
La legge dei gangsters (IT)
La loi des gangsters (F)
Gangster's Law (US)

IT 1969

R: Siro Marcellini
D: Klaus Kinski, Maurice Poli, Nello Pazzafini (as Giovanni Pazzafini), Franco Citti u.a.

OFDb

Score: Piero Umiliani



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"... handelt es sich um einen gut organisierten und äußerst brutalen Raubüberfall. Als die Polizei den Fluchtwagen der Gangster auf der Piazza De Ferrari stoppte, machten die Verbrecher rücksichtslos von ihren Schusswaffen gebrauch. Dies ist innerhalb von kurzer Zeit bereits der 2. Raubüberfall bei dem die Täter nach einem minuziösen Plan vorgingen und auch dieses mal schossen sie sich skrupellos den Fluchtweg frei. Dabei wurde ein Polizist erschossen und ein weiterer schwer verletzt. Wie das Polizeipräsidium mitteilt, soll auch einer der Gangster beim Schusswechsel verletzt worden sein. Die Polizei fahndet nach einem hell-grauen Kastenwagen, indem die Verbrecher entkommen sind".



Mit Filmbeginn befindet man sich direkt inmitten dieses geschilderten Szenarios in der Innenstadt Genuas, wo gerade 5 Gangster verzweifelt versuchen, in besagten Kastenwagen der Polizei zu entkommen. Aber schon im nächsten Moment kommt es zu einem Szenenwechsel und die folgenden 45 min bestehen zunächst aus verschiedenen Rückblenden aus der Zeit vor dem durchgeführten Raubüberfall. Hier wird dann u.a. das Zustandekommen der rekrutierten Einsatztruppe und die entsprechenden Vorbereitungen zum anstehenden Coup aufgezeigt und desweiteren Hintergründe einzelner Filmcharaktere etwas näher gebracht.

Z.B. ist da der junge Sizilianer Bruno Esposito (Franco Citti) der in Genua sein Glück versuchen möchte. Aber zunächst wird er in einem Beatschuppen von den Handlangern eines Platzhirsches mit 'ner reichlichen Menge an Fausthieben begrüßt, da Bruno zuvor ungefragt mit dessen Mädchen eine flotte Sohle auf dem Tanzparkett hinlegte. Kurz darauf schließt er sich einer Gangsterbande unter der Führung eines gewissen Rino's (Maurice Poli) an, der Bruno unter seine Fittiche nimmt. Im Weiteren erhält man noch ein wenig Hintergrundwissen über die beiden weiteren Rollen der gleichfalls speziell für diesen geplanten Coup rekrutierten Kleinkriminellen Franco (Samy Pavel) und Renato (Max Delys) und es kommt zum ersten Kurzauftritt des Berüchtigten Gangsters Quintero (Klaus Kinski), der sich im Rahmen der Zusammenarbeit zunächst für die Finanzierung des Raubüberfalls zuständig zeigt. Anfangs verlangt er 50% der Beute, lässt sich dann aber nach Darlegung handfester Argumente auf eine Gewinnbeteiligung von 30% drücken.

Nach ca. 45 min schließt sich dann die Filmschleife der bisherigen Rückblenden und der Film fährt jetzt mit dem Anfangsszenario fort, der Flucht der Gangster vor der Polizei. Und nur einen Augenblick später entfaltet sich die Filmrolle Kinskis zu voller Pracht und dieser mutiert zu einer eiskalten und skrupellosen "Drecksau" ;) , die ab diesem Zeitpunkt eine tödliche und blutige Spur für den restlichen Verlauf des Films hinterlässt.

Lediglich eine im Film statt findente Hasch-Party wirkt hier etwas strange, aber gegen Ende gibt es dann noch eine (zwar action-arme, aber dafür) sehr schön in Szene gesetzte Verfolgungsjagd durch Genua.

Kein Meisterwerk, aber solide Genrekost die man sich bei entsprechender Gelegenheit schon einmal anschauen sollte ;)


7,0 Pkt / 10,00 Pkt.



dt. Synchronsprecher

dt. Erstaufführung: 22.01.1971


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reggie hat geschrieben:
AL NORTHON hat geschrieben:

Inhalt:
Der Killer Quintero (Kinski),ein Einzelgänger,gilt als der härteste und gefürchtetste Gangster in der Unterwelt von Genua.Mit kaum vorstellbarer Brutalität hat er Mitstreiter und Widersacher aus dem Weg geräumt.Durch Zufall lernt er Bruno kennen,den er nach einer Schlägerei vor der Polizei schützen kann.Quintero will ihn für seine Sache einspannen und nimmt ihn unter seine Fittiche.Eine Art Freundschaft entwickelt sich für beide Männer.Gemeinsam planen sie einen Juwelenraub,der ihnen auch gelingt-aber die Beute ist spurlos verschwunden.Sie verdächtigen sich gegenseitig.Sie machen Fehler,die sie früher nie begangen hätten.Kann so noch der nächste große Coup gelingen?Wird aus der Freundschaft eine Feindschaft auf Leben und Tod?Wer killt letztlich wen?
(orig. Covertext PolyGram Video)


Übrigens der Covertext ist ja echt der Brüller, hat null mit dem Film zu tun ;)



:shock: einfach nur unglaublich... :rofl2a: :jc_doubleup:


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 Betreff des Beitrags: Re: DER KILLER - DAS AS DER UNTERWELT - Siro Marcellini
BeitragVerfasst: 20.06.2015 06:50 
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Nach der kürzlichen Sichtung im Kino, auf 35 mm!!!!!, möchte ich natürlich auch ...

Quintero – Das As der Unterwelt
La legge dei gangsters
Italien 1969
Regie: Siro Marcellini
Klaus Kinski, Franco Citti, Hélène Chanel, Maurice Poli, Nello Pazzafini, Max Delys, Susy Andersen, Aurora Bautista, Samy Pavel, Micaela Pignatelli, Donatella Turri


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*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***

Der Gangster Rino plant mit Hilfe des Hehlers Rigani einen ganz großen Coup, es geht um mehrere Hundert Millionen Lire. Dazu benötigen sie die Hilfe zweier junger Kleinkrimineller, des arbeitssuchenden Bruno sowie des Gangsters Quintero. Der Job klappt, das Geld kann kassiert werden, allerdings bekommt Rigani dabei einiges Blei ab. Quintero zeigt sich als miese Ratte, tötet einen der Gruppe vor versammelter Mannschaft, und verdrückt sich mit der Hälfte der Beute (anstatt mit den ursprünglich ausgemachten 30%). Die anderen schwören dass sie Quintero für diese Schweinerei umlegen wollen, aber es fragt sich halt wer da schneller ist …

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Eine gute und eine schlechte Nachricht – die Gute zuerst: Bei QUINTERO handelt es sich um einen flotten und recht kalten Gangsterthriller, der sich stellenweise ein wenig an US-amerikanische Vorbilder der Zeit anlehnt und diese Stimmung mit einigen vielen Ruppigkeiten würzt. Die schlechte Nachricht: Dabei steht sich der Film des Öfteren leider selber etwas im Weg …

Dabei könnte eigentlich alles so schön sein: Wenn QUINTERO straightforward erzählt werden würde hätte er das Zeug zu einem großen und harten Gangsterflick. Die Geschichte passt soweit: Ein Gangster linkt die anderen und es kommt zur reichlich bleihaltigen Abrechnung. Die Nebenhandlungen wie etwa die Geschichte um die sexgeile und steinreiche Contessa (Hélène Chanel) sind nicht weiter störend, machen die Figuren aber ein wenig plastischer, ohne dass dabei zu viel Zeit für anderes verschwendet wird. Lokal- und Zeitkolorit sind gut eingefangen, angefangen von der Hafenszenerie Genuas bis hin zur Hippie-Orgie mit bemalten Körpern und ekstatisch (oder gar epileptisch?) zuckenden Tänzern. Die Schauspieler sind erstklassig gecastet und arbeiten (wie gewohnt) ebenfalls erstklassig:
Maurice Poli als Ex-Sträfling Rino der an das große Geld kommen will. Er versteht seinen Job und zieht ihn professionell durch, den kaltblütigen Mann kann so schnell nichts mehr überraschen. Fast nichts …
Pasolini-Veteran Franco Citti ist Bruno, der kleine Mann aus dem Süden, der im Norden Arbeit sucht und nur Scheiße findet. Ab einem bestimmten Punkt ist er bereit für Geld alles zu tun, Hauptsache nicht wieder zurück ins Elend.
Samy Pavel und Max Delys sind junge Kleinkriminelle, die in Sachen reingezogen werden die ihnen einige Nummern zu groß sind, aber der schnelle Reichtum lockt.
Nello Pazzafini wie immer als Mann fürs Grobe, verlässlich und kaltblütig, wo er hinschlägt wächst so schnell kein Bart mehr.
Und natürlich Klaus Kinski als Quintero – der Sinn seiner Rolle ist mir zwar nicht so recht klar, aber dafür macht er einen hervorragenden Job als eiskaltes Schwein das die anderen über den Löffel barbieren will. Kinski ist in einigen Einstellungen zu sehen wenn er den anderen mit der Waffe im Anschlag auflauert und dabei etwa durch eine halboffene Tür linst, diese Bilder würde ich mir jederzeit über das Wohnzimmersofa hängen. Was für eine Ausstrahlung, was für eine Präsenz.

Es könnte so schön sein. Der Film beginnt mit einer tollen Sequenz in der die Hauptpersonen nervös und bis zum äußersten gespannt auf etwas warten, und aufgelöst wird die Szene mit einer wüsten Schießerei mitten auf einer belebten Piazza in Genua - und *plop*, weg ist der aufgebaute Druck. Bei der anschließenden Flucht werden die Hauptdarsteller in Rückblenden vorgestellt, was als Stilmittel ja völlig in Ordnung ist, aber das geschieht dermaßen holprig und mühselig, dass das Interesse an den Personen halt einfach verschwindet. Es kommt schon wieder, das Interesse, und die Spannung wird auch wieder aufgebaut, aber das ist halt leider Zeit die vergeht. Oder auch nicht, je nachdem wie man es sieht … Fakt ist, dass wenn die Story linear erzählt worden wäre, sie um einiges stärker gewirkt hätte (Hatten wir das nicht schon mal? Egal, dann wird es nur umso wahrer.). Vielleicht wären Drehbuchautor und Regisseur dann auch aufgefallen, dass ausgerechnet der Titelfigur Quintero irgendwo die Daseinsberechtigung fehlt. Warum zur Hölle brauchen die Gangster für ihren Plan ausgerechnet diesen Typen? Zum schnelleren Sterben? Irgendwann wird mal kurz erwähnt dass er den Plan finanzieren soll, aber wenn die Ganoven für eine Schrottkarre, 2 Uniformen und ein paar Bleispritzen einen Financier benötigen, dann sind sie selber schuld wenn sie schlussendlich in den harten Genueser Asphalt beißen müssen …
Die Figur Quintero hat aber auch noch ein weiteres Manko, nämlich ein ihm zugeordnetes musikalisches Thema, das definitiv NICHT passt. Musikalisch besteht der Film im Wesentlichen aus 3 Themen, einer groovigen Bassline die ordentlich Spannung aufbaut und viel zu selten zu hören ist, aus einem Piero Umiliani-typischen Beat der halt gut in das Jahr 1969 passt, den ich allerdings nicht unbedingt zu einer Gangsterstory im Hafenmilieu verorten würde, und schließlich dem Quintero-Thema, das aus einer Duane Eddy-artigen gedehnten Gitarrensaite besteht – Twäng! Kinski steht also in Killerstimmung im Nadelstreifen da mit einer MP, schaut aus wie ein klassischer Chikago-Gangster, und dazu ertönt eine Variation von Peter Gunn … NEIN!!!!!!!

Dabei könnte eigentlich alles so schön sein. Die Darstellung der Polizeiarbeit orientiert sich ein wenig an zeitgenössischen US-Cop-Flicks à la NUR NOCH 72 STUNDEN, dazu die erwähnten europäischen Ruppigkeiten (die Schlägereien gehen schon einigermaßen unter die Gürtellinie und sind manchmal recht hart), gestorben wird teilweise recht schnell, und die Grundstory passt auch. Vielleicht hätte man da jemanden ranlassen sollen der sich mit sowas auskennt. Theater-Regisseur Siro Marcelli war vorher größtenteils im Peplum-Bereich unterwegs und drehte 2 Jahre vorher die Gurke LOLA COLT. Drehbuchautor Piero Regnoli hatte bis dato zwar unter anderem bereits den Klassiker NAVAJO JOE in seinem Werksverzeichnis stehen, allerdings auch eine Zusammenarbeit mit Gianni Crea - Insgesamt ein eher durchwachsenes Oeuvre. Na ja, und wenn der Regieassi Mario Bianchi heißt wird das Resultat schon erklärlicher …

Ein interessanter Aspekt, auf den mich Kollege Mater Videorum aufmerksam gemacht hat (Danke an dieser Stelle!!), ist das Fehlen einer Identifikationsfigur. Zwar beginnt der Film mit Bruno, dem armen Schwein aus dem noch ärmeren Süden, aber wer dann eine Underdog-Ballade erwartet liegt ziemlich daneben. Stattdessen wechselt irgendwann die Perspektive auf den Gangster Rino und Bruno verschwindet ein wenig im Hintergrund. Das letzte Drittel der Geschichte wird dann mehr oder weniger abwechselnd erzählt, was es dem Zuschauer sicher nicht einfacher macht, aber filmisch natürlich nicht uninteressant ist. Trotzdem, Mitfiebern mit einem Charakter ist nicht, was ich persönlich immer ein wenig unschön finde.

Zu guter Letzt also noch mal: QUINTERO lohnt sich, ist gute Gangster-Unterhaltung, macht dank der deutschen Synchro stellenweise auch richtig dolle Spaß, und wer die VHS günstig schießen kann macht damit garantiert keinen Fehler. Er sollte nur nicht zu viel erwarten …

Gesehen wurde die Kinoversion, die in wenigstens drei oder vier Stellen geschnitten ist (mutmaßlich um 10 Minuten). Sollten die Angaben der OFDB stimmen, wäre die deutsche VHS noch mal um weitere 4 Minuten gekürzt. Meiner unmaßgeblichen Meinung nach dürften sowohl Handlung (Renatos Freundin überredet ihn zur Polizei zu gehen) wie auch Gewalt (Bruno ist lädiert als er bei seiner Freundin unterkommen will. Laternenpfahl? Straßenbahn?) geschnitten sein. Deswegen fassen wir uns jetzt alle bei den Händen und wünschen uns zu Weihnachten, dass ein Label sich erbarmt und den endlich mal digital und komplett veröffentlicht …

7/10

_________________
Die Umschreibung Neuentdeckung [...] ist natürlich nur eine äußerst persönliche Färbung, denn es handelt sich um ein Spektakel innerhalb der ganz eigenen Filmwelt. Die Suche nach Input, nach Neuem, und die Offenherzigkeit gegenüber Genres und Filmen jeder Art, führen mich immer wieder zu solchen Etappen, und auch wenn sich dieser Kreis niemals schließen wird, er erfährt mitunter durchaus erfreuliche Erweiterungen. (Prisma)


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 Betreff des Beitrags: Re: DER KILLER - DAS AS DER UNTERWELT - Siro Marcellini
BeitragVerfasst: 31.01.2017 19:36 
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Großartiger Soundtrack von Piero Ulimiliani :88n:


A group of men who pulled off a bank robbery has to deal with their bosses (Klaus Kinski) greed...
Clearly influenced by BANDITI A MILANO this movie also carefully establishes its supporting characters by using flash backs. It also uses the realism approach in its depiction of events providing some visceral on-location action set pieces.
The cast is outstanding giving us Klaus Kinski, Maurice Poli and Franco Citti plus plenty of gorgeous ladies. Even more impressive is Piero Umiliani's score which ranks among the best the genre has to offer.
Passages of joy (mainly night club dancing) alternate with ones of brutality creating an eerie tone.
The biggest flaw of GANGSTER'S LAW is that neither Kinski nor Poli's characters are fleshed out well enough to justify their roles in the third act. With 89 minutes the movie feels a bit too short.

Make or Break Scene: The opening title sequence giving us an outstanding Ulimiliani tune.

MVT: The score.

Score: 6/ 10

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