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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Betreff des Beitrags: Re: IM DUTZEND ZUR HÖLLE - Alberto De Martino
BeitragVerfasst: 06.08.2015 17:02 
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Camorra - reden heißt sterben
Der Aufstieg des Paten
Das Gesetz des schweigens
Der lange arm des Paten
Hölle vor dem Tod (mehr gangster)

haben mir zb sehr gut gefallen. Da gibt's aber noch einige, wie die nicht so Action reichen von damiani

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 Betreff des Beitrags: Re: IM DUTZEND ZUR HÖLLE - Alberto De Martino
BeitragVerfasst: 06.08.2015 17:39 
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Hier mal auf die Schnelle eine kleine (unvollständige) Auflistung an Verfilmungen, bei denen die Mafia oder andere Vertreter des organisierten Verbrechens ihre Finger mit im Spiel haben

(wobei ich jetzt keine Ahnung habe, wo genau die Definitionsgrenze verlaufen soll: Mal geht es um reine Machtspiele innerhalb einer Organisation oder zwischen den Führungsebenen mehrerer Organisationen, mal um reine Bandenkriege untereinander, beim nächsten Mal zieht die Mafia lediglich im Hintergrund der Geschichte die Fäden oder buhlt fest-verzahnt mit staatlichen Behörden um die absolute Macht im Land des Stiefels. Das breitgefächerte Sortiment reicht dabei von anspruchsvoller Genre-Kost bis hin zum exploitativen Reißer.... also typisches Italo-Cinema halt) :)

Allein gegen die Mafia
Der Tag der Eule
Die tödliche Warnung
Der Clan, der seine Feinde lebendig einmauert
Warum musste Staatsanwalt Traini sterben? (Der Terror führt Regie)
Ein Mann auf den Knien
Der Denunziant
Die Rache der Camorra
Die Rache bin ich (Der eiserne Präfekt)
Camorra
Omertà - Reden heißt Sterben
Gewalt - Die 5. Macht im Staat
Das Syndikat des Grauens
Eine ehrenwerte Familie
Der Teufel führt Regie
Die Rache des Paten
Der Aufstieg des Paten
Der lange Arm des Paten
Der Todeskuss des Paten
Der Kampf des Syndikats
Der Mafiaboss
Der Mafia-Boss
Die Mafia Story
Schach der Mafia
Romanzo Criminale
The Opium Connection
Das Gesetz des Schweigens



..... und unzählige weitere ;)


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 Betreff des Beitrags: Re: IM DUTZEND ZUR HÖLLE - Alberto De Martino
BeitragVerfasst: 06.08.2015 18:02 
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Der eiserne Präfekt mit Gemma ist ebenfalls ein starker Vertreter


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 Betreff des Beitrags: Re: IM DUTZEND ZUR HÖLLE - Alberto De Martino
BeitragVerfasst: 06.08.2015 19:23 
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Richie Pistilli hat geschrieben:
Der Teufel führt Regie
Der Mafiaboss

Wenn schon die zwei, dann sollte man auch gleich MILANO KALIBER 9 nennen.
Ist ja auch ein Mafiafilm, Polizei gibt's da überhaupt keine, soweit ich mich erinnere.

Und vielleicht würde auch noch DIAMANTI SPORCHI DI SANGUE passen.


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 Betreff des Beitrags: Re: IM DUTZEND ZUR HÖLLE - Alberto De Martino
BeitragVerfasst: 09.08.2015 13:33 
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Vielen Dank für die Titel!

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DER NAME DER ROSE (ARD-HDTV-Fassung), FASSBINDER COLLECTION (Limited Edition/Arrow),

EIN LEBEN FÜR DEN TOD, DIE SUPERSCHNÜFFLER, HOOVER-ICH BIN DER BOSS, EIN DRECKIGER HAUFEN,

BATTLES WITHOUT HONOR AND HUMANITY (The Complete Collection/Arrow), DEEP SPACE (F. O. Ray),

DIE HÖLLENHUNDE (1970) , UNTERNEHMEN STAATSGEWALT, QUEIMADA (TV-Fassung),

IN DIE ENGE GETRIEBEN, OUT OF THE BLUE, JOHNNY MNEMONIC (Turbine).


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 Betreff des Beitrags: Re: IM DUTZEND ZUR HÖLLE - Alberto De Martino
BeitragVerfasst: 21.10.2015 20:38 
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Bei mir ist es ein zwiespältiger Eindruck geblieben.
Größtenteils fand ich ihn eher mäßig spannend, die Dialoge recht platt, allerdings waren die Actionszenen Martino-typisch sehr gut inszeniert. Das gute sizilianische Ende hat den Film dann für mich gerettet.

7/10 erstmal, denke das ist allerdings einer, der immer eher besser wird, wenn man ihn mehrfach sieht.

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 Betreff des Beitrags: Re: IM DUTZEND ZUR HÖLLE - Alberto De Martino
BeitragVerfasst: 09.12.2015 13:06 
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IM DUTZEND ZUR HÖLLE

Produktionsland: Italien, Spanien
Produktion: Maurizio Amati
Erscheinungsjahr: 1973
Regie: Alberto De Martino
Drehbuch: Adriano Bolzoni, Alberto De Martino, Vincenzo Flamini, Leonardo Martin
Kamera: Aristide Massaccesi, Raphael Pacheco
Schnitt: Otello Colangeli
Musik: Riz Ortolani
Länge: ca. 98 Min.
Freigabe: Ungeprüft
Darsteller: Martin Balsam (Don Antonio), Tomas Milian [Rodriguez] (Thomas Accardo), Francisco Rabal (Don Vincent Garafalo), Dagmar Lassander (Laura), Eduardo Fajardo (Calogero Vezza), Giovanni Pazzafini (Schläger auf Sizilien), Perla Cristal (Dorothy), Carlo Tamberlani (Don Michele Villabate), Manuel Zarzo, John Anderson (Don Vito), Franco Angrisano (Torrillo), Fortunato Arena (Schläger auf Sizilien), Carlo Gaddi, Giovanni Pallavicino, Giovanni Carbone, Carla Mancini, Lorenzo Piani, Sacheen Littlefeather (Callgirl), Ray K. Gorman (Sergeant Dieterle), Les Waggoner (Torrese)


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Don Antonio Maggadino ist die Nummer Eins unter den „Paten“ in San Francisco. Als sein Ziehsohn Thomas Accardo aus dem Gefängnis entlassen wird, will dieser der „Familie“ den Rücken zudrehen und ein bürgerliches Leben führen. Dieses führt zu Missmut innerhalb der anderen Familien. Es kommt zum…

IM DUTZEND ZUR HÖLLE legt seinen Schauplatz nach San Francisco. Außerhalb von Rom, Genua und Mailand lässt Alberto De Martino einen ordentlichen – teils melancholischen - Film ablaufen. Dem Freund von italienischen Kulissen sei gesagt: dass das Finale hingegen auf Sizilien stattfindet.

Mit einer schönen und eingängigen Musik von Riz Ortolani wird das Unternehmen IM DUTZEND ZUR HÖLLE eröffnet. Tomas Milian versagt als ein „zahmer“ Thomas Accardo der Familien seine weitere Unterstützung und zettelt damit einen Mafia-Krieg an. Trotz seiner eher zurückhaltenden Darbietung kann Milian durchaus mit seiner Rollenpräsentation punkten. Dieses untermauert erneut seine schauspielerische Vielseitigkeit.

Der Auftakt auf einer Kegelbahn zeigt einen ganz feinen Charakter: Lucchese. Eine Hackfresse wie sie im Buch über cineastische Kernassis als Paradeexemplar bejubelt werden könnte. Lucchese teilt auch gleich mächtig aus, als ein Besucher auf seiner Kegelbahn nicht bezahlen mag. Dieser gute Start führt zu einer guten Einbindung, so dass man über gesamte Spielzeit am Geschehen teilnehmen kann. Dabei begegnen dem Rezipienten – neben Milian – einige weitere bekannte Gesichter wie Dagmar Lassander, Nello Pazzafini und Eduardo (Major Jackson) Fajardo.

Die Actionmomente halten sich relativ zurück. Es gibt ein paar brutale Schießereien und ein Autojagd. Überwiegend konzentriert man sich auf die Schicksale der Charaktere Thomas Accardo und Don Antonio Maggadino. Die Fans von schießwütigen Bullen in Polizeifilmen werden demnach etwas enttäuscht sein. Der Film versteht sich auch eher als ein Actiondrama mit Mafiahintergrund.

Fazit: Ein gelungener Streifen mit einem hervorragenden Martin Balsam und einem guten Tomas Milian.

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 Betreff des Beitrags: Re: IM DUTZEND ZUR HÖLLE - Alberto De Martino
BeitragVerfasst: 10.12.2015 21:24 
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Danke für die Review. Die VÖ ging irgendwie an mir vorbei...


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 Betreff des Beitrags: Re: IM DUTZEND ZUR HÖLLE - Alberto De Martino
BeitragVerfasst: 04.01.2016 10:44 
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Eine wirklich schöne VÖ von Filmjuwelen. Der Streifen bietet einen soliden Mafia-Thriller mit dezenz inszenierten Gewaltmomenten. Die Action ist ordentlich in Szene gesetzt. Dabei vernachlässigt Martino allerdings nicht, seine Charaktere ordentlich herauszuarbeiten, wofür er mit Balsam und Milian auf zwei erstklassige Darsteller zurückgreifen kann. Insbesondere Milian liefert hier eine herausragende Lesitung ab, frei von seinem Hang zum Overacting. Ortolanis Musik ist dezent und eingängig, sie passt ideal zu diesem früh-siebziger Ambiente. Obwohl die Story dem Genre wenig neues abgewinnt, kann der Film durchaus als einer der wirklich guten Vertreter des Genres gelten.


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 Betreff des Beitrags: Re: IM DUTZEND ZUR HÖLLE - Alberto De Martino
BeitragVerfasst: 04.01.2016 13:44 
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Nobody hat geschrieben:
Eine wirklich schöne VÖ von Filmjuwelen. Der Streifen bietet einen soliden Mafia-Thriller mit dezenz inszenierten Gewaltmomenten. Die Action ist ordentlich in Szene gesetzt. Dabei vernachlässigt Martino allerdings nicht, seine Charaktere ordentlich herauszuarbeiten, wofür er mit Balsam und Milian auf zwei erstklassige Darsteller zurückgreifen kann. Insbesondere Milian liefert hier eine herausragende Lesitung ab, frei von seinem Hang zum Overacting. Ortolanis Musik ist dezent und eingängig, sie passt ideal zu diesem früh-siebziger Ambiente. Obwohl die Story dem Genre wenig neues abgewinnt, kann der Film durchaus als einer der wirklich guten Vertreter des Genres gelten.


FilmArt mein Lieber, FilmArt! ;)


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 Betreff des Beitrags: Re: IM DUTZEND ZUR HÖLLE - Alberto De Martino
BeitragVerfasst: 04.01.2016 18:57 
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Entschuldigt vielmals. Filmjuwelen hätte nie ein so gutes Booklet geliefert. Meinen dank an FilmArt.


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 Betreff des Beitrags: Re: IM DUTZEND ZUR HÖLLE - Alberto De Martino
BeitragVerfasst: 16.07.2016 17:31 
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Hm, so richtig konnte sich Alberto de Martino hier nicht entscheiden, ob er sich an "Der Pate" oder an di Leos "Der Teufel führt Regie" anlehnen wollte. So wirken die Gewalttätigkeiten hier etwas fremd in diesem Familiendrama aus der Familia (oder ist es umgekehrt?) . Milian und Balsam sind freilich grandios, Dagmar Lassander leider etwas verschenkt. Auf alle Fälle schön, dass es der Film in das digitale Zeitalter geschafft hat.


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 Betreff des Beitrags: Re: IM DUTZEND ZUR HÖLLE - Alberto De Martino
BeitragVerfasst: 02.11.2017 21:06 
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IM DUTZEND ZUR HÖLLE
[IL CONSIGLIORI][ITA][1973]

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Regie: Alberto De Martino
Darsteller: Tomas Milian, Martin Balsam, Francisco Rabal, Dagmar Lassander, Nello Pazzafini, Perla Cristal, Carlo Tamberlani, Manuel Zarzo, John Anderson, Franco Agricano, Fortunato Arena


„Wo du auch bist, es geht überall um das Gleiche, Thomas! Um das Überleben. Dafür kämpfen wir gemeinsam. Sind wir zusammen, können wir uns helfen. Wir sind wie Fischschuppen, die sich gegenseitig decken.“

Inhalt:
Mehrere Jahre saß Thomas Accardo [Tomas Milian] im Gefängnis. Grund: Der findige Anwalt verdingte sich für die Mafia und ist der Patensohn des einflussreichen Don Antonio [Martin Balsam]. Nach seiner Entlassung hat Thomas eine erschreckende Nachricht für seinen Ziehvater: Er will die Organisation verlassen, um mit der hübschen Laura Murchison [Dagmar Lassander] samt Haus und Hof zur Ruhe zu kommen. Don Antonio, der große Stücke auf ihn hält, gestattet ihm seinen Wunsch schließlich, wohl wissend, dass er sich damit in eine prekäre Lage bringt: Ein Ausstieg aus der Mafia, so das ungeschriebene Gesetz, ist eigentlich ausgeschlossen. Sein Konkurrent, der machthungrige Don Vincent Garafalo [Francisco Rabal], nutzt die Gelegenheit, um den mächtigen Paten zu diskreditieren, säht Zwietracht und zettelt einen brutalen Bandenkrieg an, der die Verhältnisse neu ordnen soll. Als auch Thomas klar wird, dass er ohne weiteres keinen Frieden finden wird, verbündet er sich erneut mit Don Antonio – dieses Mal allerdings, um gemeinsam mit den letzten treuen Gefolgsleuten und blank geputztem Waffenarsenal gegen den intriganten Garafalo ins Feld zu ziehen.

Kritik:
Der Kino-Welterfolg DER PATE machte die Mafia 1972 quasi über Nacht zum Popstar und wurde zu einer Art Startschuss für einen ganzen Strauss ähnlicher Gangsterfilme, welche die „ehrenwerte Gesellschaft“ als Basis für ihr oft nicht besonders zimperliches Unterhaltungprogramm nutzten. Mit der Realität dürfte die oft stark romantisierte Darstellung nie allzuviel am Hut gehabt haben, aber das von Regisseur Francis Ford Coppola auf den Weg geschickte Bild war dermaßen prägend, dass es nachfolgend meist schlicht übernommen wurde. Eine Vielzahl der Epigonen kam - wenig überraschend - aus italienischen Gefilden - zum einen, weil die dortige Filmindustrie zu der Zeit ohnehin auf jeden erfolgversprechenden Zug aufsprang, zum anderen natürlich auch deswegen, weil die Organisation im Stiefelland ihre Wurzeln hat und der Publikumsbezug zur Thematik somit automatisch größer war. Alberto De Martinos IM DUTZEND ZUR HÖLLE, ein Jahr nach Coppolas stilbildendem Epos entstanden, erreicht zwar in keiner Minute dessen erzählerische und inhaltliche Dichte, allerdings ist die Intention dahinter auch eine ganz andere. Drehbuchautor Adriano Bolzoni [→ DIE TODESMINEN VON CANYON CITY] ersann keine auf ausladende Präsentation bedachte Geschichte, sondern konzentrierte sich hauptsächlich, oftmals fast schon kammerspielartig, auf die gegenseitige Beziehung zweier Personen: die des Aussteiger Thomas Accardo und seines Paten Don Antonio.

Dabei dient trotz der italienischen Herkunft der Produktion hier die amerikanische Metropole San Francisco als Hintergrund für einen gewiss nicht sonderlich originell erdachten, doch packend in Szene gesetzten Konflikt, der sich zwar absehbar, aber logisch und folgerichtig nach dem Aktions-Reaktions-Prinzip ablaufend zuspitzt bis zum unausweichlichen Finale, in dem dann reichlich Blei und Blut verspritzt wird. Trotz bisweilen pathetischer Reden wird dabei auf redundante Heldenverklärung verzichtet. Und obwohl man natürlich dazu neigt, sich am ehesten mit den beiden Hauptprotagonisten zu identifizieren, lässt das Drehbuch von Anfang an keinen Zweifel daran, dass auch diese nicht im Kirchenchor singen. Dass die Sympathien dennoch bei Thomas und Don liegen, obwohl sie eigentlich Mitglieder einer grausamen Verbrecherorganisation sind, liegt in erster Linie daran, dass sie wie unschuldige Lämmer wirken, denen die Situation über den Kopf wächst, und dass rund um sie herum noch ein ganzer Bau voller Charaktere existiert, die noch verworfener agieren. Die „Familie“ wird portraitiert als ein von der Außenwelt hermetisch abgeriegelter Kosmos, in dem zwar stets Nettigkeiten ausgetauscht und formelle Höflichkeitsregeln eingehalten werden, in dem jedoch Neid, Missgunst und Machtstreben für den anderen das Todesurteil bedeuten können. Zwar blitzt hin und wieder mal auf, dass auch hinter den Mafia-Mitgliedern menschliche Wesen mit menschlichen Befangenheiten stecken (wie z. B. die Sorge eines Paten um dessen Tochter), aber insgesamt regiert die Skrupellosigkeit. Die Polizei spielt dabei so irgendwie gar keine Rolle. Falls hier mal jemand vorbeiläuft, der eine Dienstuniform spazierenträgt, steht er entweder ebenfalls auf der Gehaltsliste des Syndikats oder er ist ein Rassist, der über „Schlitzaugen“ und „Itaker“ schimpft, aber feige den Schwanz einzieht, wenn man ihm Aug in Aug gegenübertritt.

Das alles folgt vertrauten Mustern und ist weder inhaltlich, noch formal originell, fesselt jedoch über die gesamte Laufzeit hinweg. Martino und Bolzoni erschufen mit IM DUTZEND ZUR HÖLLE eine grobschlächtige Großstadt-Fabel, die einen quasi von Beginn an gefangen nimmt. Bereits der atmosphärische Auftakt mit der traumhaften Titelmelodie von Riz Ortolani [→ DAS GEHEIMNIS DER DREI DSCHUNKEN] atmet so viel Flair, dass man den Alltag ganz schnell Alltag sein lässt, um in dieser wildfremden Welt bald vollständig zu versinken. Action macht sich dabei rar. Wenn sie stattfindet, ist sie jedoch effektiv und sorgfältig in Szene gesetzt. Dazu gehören ein paar Schießereien, eine Autojagd und eine radikale Aufräumaktion in einer Fabrikhalle, bei welcher so Einiges zersiebt wird. Ein paar sehr unschöne Todesfälle gibt es gratis dazu; der Mafia grausame Schergen verschonen weder Kind noch Pizzabäcker. Und mittendrin agieren mit Tomas Milian [→ LAUF UM DEIN LEBEN] und Martin Balsam [→ ZWIEBEL-JACK RÄUMT AUF] zwei echte schauspielerische Schwergewichte des italienischen Kinos, so dass auch die darstellerischen Qualitäten stets gewahrt bleiben. Milian, der auch gern mal ein wenig übertrieb, spielt hier ungewohnt reserviert und betreibt sympathisches Understatement, was hervorragend zur Figur des desillusionierten Gangster-Anwaltes passt, während Balsam patriarchalisch und weise ums Eck kommt.

Den Gegenspieler figuriert Francisco Rabal [→ DAS GEHEIMNIS DER VIER KRONJUWELEN] als verschlagenen Neidhammel, der aus purer Eifersucht eine Welle aus Mord und Totschlag ins Rollen bringt. Das weibliche Geschlecht scheint hier indes schlichtweg irrelevant zu sein. Zwar setzt die Liebe zu einer Frau die gewalttätigen Ereignisse erst in Gang, tatsächlich jedoch besitzt diese Rolle Dagmar Lassanders [→ FRAUEN BIS ZUM WAHNSINN GEQUÄLT] eher Symbolwert. Thomas sehnt sich weniger nach ihr als Person, sondern sieht in ihr vielmehr ein Sinnbild für die zu erlangende Freiheit. Sein knapper, herzloser Abschied von ihr, kurz bevor er in die letzte Schlacht zieht, legt das zumindest nahe. Fans der Darstellerin werden daher auch eher enttäuscht sein; die Gute darf gerade mal ein paar Sätze sagen. IM DUTZEND ZUR HÖLLE macht seinem deutschen Titel dann im Finale alle Ehre und endet mit melancholischem Nachklang, der das Publikum bis über das Ende des abermals wunderschön orchestrierten Abspanns hinaus noch begleitet. Martinos Mafia-Mär reißt ganz gewiss keine Bäume aus, gefällt aber als gediegener und überdurchschnittlicher Genre-Beitrag zur Gangsterfilm-Welle der 70er-Jahre.

s. auch: IM DUTZEND ZUR HÖLLE

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