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 Betreff des Beitrags: DER NACKTE KUSS - Samuel Fuller
BeitragVerfasst: 16.02.2015 16:32 
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DER NACKTE KUSS

● THE NAKED KISS / DER NACKTE KUSS (US|1964)
mit Constance Towers, Anthony Eisley, Michael Dante, Virginia Grey, Patsy Kelly, Marie Devereux, Karen Conrad, u. a.
eine Produktion der Leon Fromkess-Sam Firks Productions
ein Film von Samuel Fuller


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»Ich bin betrunken. Bitte schlag mich nicht!«


Die Prostituierte Kelly (Constance Towers) hat ihr bisheriges Leben satt und will aussteigen. Sie flieht vor ihrem Zuhälter und landet in der idyllischen Kleinstadt Grantville, wo sie sich auf Anhieb mit den örtlichen Sherriff, Captain Griff (Anthony Eisley) einlässt. Dieser ist jedoch nur daran interessiert, sie schnell wieder loszuwerden und rät ihr, weiterhin anschaffen zu gehen. Kelly will jedoch in der Stadt bleiben und nimmt eine Arbeit als Krankenschwester an. Wenig später lernt sie Griffs guten Freund J.L. Grant (Michael Dante) kennen, der ein sehr angesehenes Mitglied der Gemeinde ist. Er verliebt sich in die ehemalige Prostituierte, die im Bezug auf ihre Vergangenheit schließlich mit offenen Karten spielt. Trotz allem macht Grant ihr einen Heiratsantrag, doch Griff setzt zunächst alles daran, Kelly aus der Stadt zu vertreiben. Allerdings ist sie nicht die einzige, die ein Geheimnis hat...



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»Der Alptraum jeder Frau in meinem Gewerbe ist, am Ende allein dazustehen« So lautet nur eines der bitteren Zitate der Frau, die aussteigen, und den harten Alltag mit all dem Dreck hinter sich lassen wollte. Nachdem sie ihren letzten betrunkenen Freier verprügelt hatte, ist es soweit. Sie hat es endgültig satt. Gezeichnet wird hierbei allerdings keine ordinäre Hure der dunkelsten Ecken, sondern der Verlauf ist daran interessiert, positive Attribute und Tugenden zu durchleuchten. Kelly hat Prinzipien und sie ist überaus direkt. Sie eckt an. Ihren Weg kann sie nur so resolut zurücklegen, da es Schönheit und Intellekt zulassen. Regisseur Samuel Fuller zeigt in "Der nackte Kuss" von der ersten Minute an, dass er hohen Wert auf die Psychogramme der beteiligten Charaktere legen wird, vor allem ist die in Tragik umhüllte Geschichte absolut auf seine überragend agierende Protagonistin zugeschnitten. Permanent hat man allerdings den Titel des Films im Sinn und fragt sich daher, wie ein nackter Kuss wohl aussehen mag. Dieses Geheimnis wird mit einem äußerst unangenehmen Paukenschlag gelüftet, da er plötzlich und ziemlich unerwartet zur Konfrontation wird. Allerdings verhalten sich Regie und Drehbuch für lange Zeit sehr ruhig und nahezu behutsam, denn es wird eine Art unechte Idylle transportiert, alles verläuft relativ glatt und geradlinig. Insbesondere im Rahmen der Dialoge wird ein konstant hohes Niveau geboten und auch aufrecht erhalten, es gibt Peitschenhiebe und massive Kritik an Gesellschafts-Schablonen, die immer wieder gerne mit einem Spiegel vorgehalten werden, der allerdings längst unzählige Sprünge hat. Fullers Beitrag wird dem Neo-Noir zugerechnet und es handelt sich in der Tat um einen sehr charakteristischen Beitrag, der die Tradition des Film Noir fortsetzt und der unterm Strich nachdenkliche Tendenzen transportieren wird. Klassische narrative Elemente kommen zum Tragen, auch die Bildgestaltung wirkt überaus typisch und lässt diesen Beitrag im visuellen Bereich in sehr hochwertigen Schwarz/Weiß-Bildern erstrahlen.



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»Du wirst Männer kennenlernen, von denen du lebst, und Männer die von dir leben. Und das sind die einzigen Männer die dir bleiben!« Der Verlauf ist immer wieder mir derartigen Aussagen von Kelly durchzogen, die ihre Desillusionierung unterstreichen. Eines hat sie jedoch nicht, nämlich resigniert. Um es direkt auf den Punkt zu bringen: Die Leistung der US-Amerikanerin Constance Towers ist nicht nur essentiell für das glaubhafte Gelingen dieses Dramas, sondern als absolut überragend zu bezeichnen. Ihr bisheriges Leben hat sie hart gemacht, Emotionen werden vor allem in Form von Impulsivität und Angriffslust frei gelassen. Kelly kommt in der neuen Stadt an und bedient sofort einen Freier, der ihr noch zu schaffen machen wird. In ihrer Arbeit als Kinderkrankenschwester wird sie noch aufgehen und besonders hier sieht man, dass eine gewisse Härte einfach Teil ihres Wesens geworden ist. Sie geht überaus liebevoll mit den Kindern um, die hauptsächlich körperliche Beeinträchtigungen haben, aber gleichzeitig treibt sie ihre Schützlinge auch an und wirkt hin und wieder sogar unerbittlich. Jedoch entstehen keine falschen Sentimentalitäten oder gar mitleidige Blicke. Als sie auf einer Party Grant kennen lernt, scheint sich alles zum Guten zu wenden. Doch es gibt innere und äußere Widerstände, tragische Launen des Schicksals und Intrigen, mit denen Kelly aber offensichtlich naturgemäß rechnet. Der trügerische Verlauf nimmt den Zuschauer an die Hand, man lässt sich führen um plötzlich von einer schockierenden Gewissheit heimgesucht zu werden. Der Verlauf richtet sich in kürzester Zeit in die komplett entgegen gesetzte Richtung aus, und der bis dahin möglicherweise ahnungslose Zuschauer erinnert sich an die vielen mahnenden Warnungen der Protagonistin, die plötzlich hässliche Gestalten annehmen. Am Ende wird zwar scheinbar alles gut, aber es steht nicht gerade eine erbauliche Prognose zu Buche, da sich der Kreis im Zweifelsfall immer wieder schließen wird. Samuel Fullers Drama zeigt Konturen und überzeugt durch die Sterilität in der Handhabe. In allen Bereichen wirkt die Dosierung nahezu perfekt und im Endeffekt beweist "Der nackte Kuss" viel Fingerspitzengefühl beim Umgang mit einem brisanten Thema, das zu jeder Zeit einen widerlichen Geschmack haben wird, den auch die Protagonistin zu beschreiben versuchte.


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 Betreff des Beitrags: Re: DER NACKTE KUSS - Samuel Fuller
BeitragVerfasst: 17.02.2015 00:02 
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Danke für die schöne Kritik und vor allem für die Erinnerung an einen tollen Film, den ich vor Urzeiten mal im Fernsehen gesehen habe. Die DVD muss ich mir wirklich zulegen...

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 Betreff des Beitrags: Re: DER NACKTE KUSS - Samuel Fuller
BeitragVerfasst: 17.02.2015 15:56 
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Lesotho hat geschrieben:
Die DVD muss ich mir wirklich zulegen...

Unbedingt, der ist schon sehenswert. Außerdem bekommt man die DVD zum fairen Preis.
"Der nackte Kuss" hat mich schon ziemlich beeindruckt, ist aber sicher kein Film fürs immer und immer wieder anschauen.


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 Betreff des Beitrags: Re: DER NACKTE KUSS - Samuel Fuller
BeitragVerfasst: 17.02.2015 21:32 
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Prisma hat geschrieben:
"Der nackte Kuss" hat mich schon ziemlich beeindruckt, ist aber sicher kein Film fürs immer und immer wieder anschauen.


Och, warum denn nicht. Ist doch ein sehr intensiver Film der auch ungewöhnlich gefilmt ist. Einer von Fullers besten. 8-9 /10


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 Betreff des Beitrags: Re: DER NACKTE KUSS - Samuel Fuller
BeitragVerfasst: 17.02.2015 22:50 
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Das sehe ich ja ganz genau so. Ich meinte das auch eher im Sinne von leichter Unterhaltung oder Berieselung.
Wie gesagt, der Film hat mich nachhaltig beeindruckt, aber ich weiß jetzt schon, dass es dauern wird, bis ich ihn erneut sehe.
Da gibt es viele Filme die ich mir einfach seltener anschaue, obwohl sie hervorragend sind.
Oftmals ist eine schwierige Thematik nur etwas für bestimmte Momente und nichts für den Lust-und-Laune Griff ins Regal.


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 Betreff des Beitrags: Re: DER NACKTE KUSS - Samuel Fuller
BeitragVerfasst: 19.02.2015 21:19 
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Lieber Prisma, da ich Ihnen die DVD schenkte, kann man doch wirklich nicht von einem stolzen Preis sprechen...


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 Betreff des Beitrags: Re: DER NACKTE KUSS - Samuel Fuller
BeitragVerfasst: 20.02.2015 01:47 
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Feuerblume hat geschrieben:
kann man doch wirklich nicht von einem stolzen Preis sprechen...

Hab ich ja auch nicht, Euer Ehren. Der Hinweis war für mögliche für Interessenten des Films gedacht, gell?
Die Anbieter, bei denen ich nachgesehen habe, verschenken nämlich keine DVDs.


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 Betreff des Beitrags: Re: DER NACKTE KUSS - Samuel Fuller
BeitragVerfasst: 05.06.2015 20:43 
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Für einen Hollywoodfilm aus der ersten Hälfte der 60er Jahre handelte es sich schon um starken Tobak, geradezu selbstmörderisch von Samuel Fuller, ein solch tabubrechendes Werk zu inszenieren (8/10).

Bevor die große Auferstehung des Meisters Anfang der 80er Jahre mit "The Big Red One" erfolgte, gab es nur noch eine
"Tatort"-Folge (1972) innerhalb dieser Zeitspanne von ca. 16 Jahren.

Im Vorjahr der Uraufführung von "Der nackte Kuss" jedoch inszenierte Fuller einen nicht minder beeindruckenden Film zum Thema Wahnsinn: "Shock Corridor". Hier läßt sich ein Journalist in eine Nervenheilanstalt einweisen, um einen Mord aufzuklären und bekommt bedingt durch sein Umfeld ernsthafte seelische Probleme...(9/10).

Der Film wird hier von mir erwähnt, weil er sehr gut zu "Der nackte Kuss" passt; beide Filme hintereinander betrachtet geben ein herausragendes Double-Feature ab.

Die DVD von Kinowelt enthält nur den englischen Ton mit deutschen Untertiteln.


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 Betreff des Beitrags: Re: DER NACKTE KUSS - Samuel Fuller
BeitragVerfasst: 05.06.2015 22:55 
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Frank hat geschrieben:
Für einen Hollywoodfilm aus der ersten Hälfte der 60er Jahre handelte es sich schon um starken Tobak, geradezu selbstmörderisch von Samuel Fuller, ein solch tabubrechendes Werk zu inszenieren

Finde ich auch. Wobei man aus heutiger Sicht sagen kann, dass es sich um einen wirklich mutigen Beitrag handelt.
Zur Entstehungszeit dürfte das vermutlich anders aufgefasst worden sein.
Ist ja oft so, wenn Beiträge ihrer Zeit deutlich voraus sind.

Frank hat geschrieben:
Der Film wird hier von mir erwähnt, weil er sehr gut zu "Der nackte Kuss" passt; beide Filme hintereinander betrachtet geben ein herausragendes Double-Feature ab.

Den "Shock Corridor" habe ich mal direkt vorgemerkt, klingt ebenfalls sehr interessant. Danke für den Tipp! ;)

Wie wirkt denn Fullers Tatort-Folge? Ich glaube das war ein Kressin-Fall, oder?


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 Betreff des Beitrags: Re: DER NACKTE KUSS - Samuel Fuller
BeitragVerfasst: 06.06.2015 16:16 
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Samuel Fullers "Tote Taube in der Beethovenstraße" ist mein liebster "Tatort".
Gedreht im Februar/März 1972 in Köln, Bonn, Essen und Duisburg, erfolgte die Uraufführung im August 1972 auf dem Filmfestival in Edinburgh. Die deutsche Erstausstrahlung in der Tatortreihe erfolgte am 7.1.1973.
Neben Sieghardt Rupp als Zollfahnder Kressin sind auch Glenn Corbett, Christa Lang, Anton Diffring, Stephane Audran und Samuel Fuller als amerikanischer Senator mit von der Partie.
Den Kult perfekt machen Filmausschnitte aus "Rio Bravo" und "Alphaville" und der Soundtrack von "The Can" !

Der Film ist hierzulande als deutschsprachige DVD erschienen und enthält sehr viel Bonusmaterial (u.a. ein Bericht über Fuller bei den Dreharbeiten, ein Fuller-Interview und ein Einblick in das Leben von Fuller).


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 Betreff des Beitrags: Re: DER NACKTE KUSS - Samuel Fuller
BeitragVerfasst: 18.06.2015 12:45 
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... und kommt hoffentlich ENDLICH bald als 123-minütiger Director's Cut (US-Kinofassung) und Neuabstastung auf Blu-Ray/DVD ...

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 Betreff des Beitrags: Re: DER NACKTE KUSS - Samuel Fuller
BeitragVerfasst: 19.06.2015 15:16 
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Nach dem Lesen des Dominik-Graf-Artikels bekommt man doch lust, sich den fullerschen Tatort umgehend wieder einmal ansehen zu wollen, oder ?

Am befriedigsten wäre es, wenn die Langfassung zusätzliche Szenen mit Zollfahnder Kressin bieten könnte.

Leute, denen der Film zu "unordentlich" war, bemängelten die zugegebenermaßen kurze Screentime von Sieghardt Rupp und das es sich deshalb um keinen "echten" Tatort handeln würde.


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 Betreff des Beitrags: Re: DER NACKTE KUSS - Samuel Fuller
BeitragVerfasst: 01.03.2016 09:44 
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YES! YES!! YEEEES!!

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 Betreff des Beitrags: Re: DER NACKTE KUSS - Samuel Fuller
BeitragVerfasst: 08.05.2018 19:07 
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Liebe Leute, klärt mich mal kurz auf.
Laut Synchrondatenbank wurde der Film 1982 im Auftrag des WDR synchronisiert.
Brauchbar, unbrauchbar?
Lohnt es sich, weiter nach der deutschen DVD Ausschau zu halten?
Wollte mir den nämlich demnächst zulegen und normalerweise bevorzuge ich ja immer deutschen Ton.
Aber was ich da in der Synchrondatenbank gelesen habe, macht mich skeptisch.
Also lohnt sich ein weiteres Suchen nach der deutschen DVD oder würde die Criterion auch reichen, weil die deutsche Synchro sowieso nicht besonders gut ist?


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 Betreff des Beitrags: Re: DER NACKTE KUSS - Samuel Fuller
BeitragVerfasst: 26.05.2018 18:56 
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Eigentlich ein nicht uninteressanter Film, bleibt aber ziemlich deutlich hinter meinen (zugegebenermaßen sehr hoch gesteckten) Erwartungen zurück.
Nach einem hervorragenden Beginn (man ist von der ersten Sekunde an mittendrin statt nur dabei) baut der Film relativ schnell ab und es wird zunehmend anstregender, der ganzen Geschichte noch zu folgen.
Über weite Strecken ist dann nur mehr Constance Towers, die es irgendwie schafft, den Unterhaltungswert trotz allem hoch zu halten.
Langweilig wird's also gewiss nicht, aber als wirklich spannend oder mitreißend (mit einem Wort: intensiv) habe ich das alles nicht empfunden.
Die Grundidee "Ehemalige Prostituierte kommt in eine Stadt, um ein neues Leben anzufangen und das alte hinter sich zu lassen, dabei wendet sich aber alles ins Gegenteil des Gewollten" wäre eigentlich sehr gut.
Aber so überragend, wie der Film von manchen dargestellt wird, fand ich ihn auch wieder nicht.
Für mich ist das wieder so ein Fall von "Großes, an sich löbliches Vorhaben mehr oder weniger mäßig umgesetzt".
Vom Gefühl her für mich nicht viel anders, als der Vorgänger-Film SHOCK CORRIDOR.
Lediglich Constance Towers sorgt mit ihrer Darstellung der desillusionisierten, im Grunde verzweifelten, Frau für eine kleine Besserung, im Vergleich zu SCHOCK CORRIDOR, in den Bereichen Unterhaltungswert und Wirkung.
Ansonsten war DER NACKTE KUSS genauso eine zumindest kleine Enttäuschung.
Aber es ist ja noch nicht aller Tage Abend, es werden weitere Sichtungen folgen und dann wird man ja sehen, ob DER NACKTE KUSS vielleicht doch noch steigt in meiner Gunst (im Gegensatz zu SHOCK CORRIDOR, den ich davor auch noch einmal gesehen habe, der mir aber wieder nicht sehr gefallen hat).
Fürs erste gibt's für den NACKTEN KUSS "nur" knappe 7/10.


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