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 Betreff des Beitrags: BLUT AN DEN LIPPEN - Harry Kümel
BeitragVerfasst: 06.08.2011 11:31 
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Produktionsland: Belgien, Deutschland, Frankreich
Produktion: Luggi Waldleitner
Erscheinungsjahr: 1971
Regie: Harry Kümel
Drehbuch: Harry Kümel, Pierre Drouot, Jean Ferry, Manfred Köhler, J.J. Amiel
Kamera: Eduard van der Enden
Spezialeffekte: Eugene Hendrickx
Musik: François de Roubaix
Länge: ca. 85 Minuten (Deutsche Kinoversion) 96 Minuten (Uncut Version)
Freigabe: FSK 18

Darsteller:
Delphine Seyrig: Elizabeth Bathory
Danielle Ouimet: Valerie
John Karlen: Stefan
Andrea Rau: Ilona
Paul Esser: der Portier



Stefan und Valerie haben geheiratet und machen auf ihrer Reise zu Stefans Eltern, Halt in einem Hotel. Da momentan die Saison für Urlauber vorbei ist, ist das Hotel einzig vom Portier Pierre bewohnt. Am späten Abend treffen Elizabeth Bathory und ihre Begleiterin Ilona im Hotel ein. Der Portier Pierre ist der Überzeugung, dass er die Gräfin vor 40 Jahren bereits als Gast begrüßen konnte und sie sich in keiner Weise verändert hat, sprich um keine Sekunde gealtert ist…

Blut an den Lippen ist eine deutsch, belgisch, französische Co-Produktion aus den frühen 70er Jahren. Was sehr schade ist, den Film tristet eher ein unbekanntes Dasein. Schade aus dem Grund, da es sich um einen exzellenten Film des Vampir-Genres handelt.

Kameratechnisch werden hier alle Register gezogen. Die Räumlichkeiten im Hotel werden leer dargestellt und vermitteln ein Gefühl der absoluten Kälte. Die Bilder die der Film aufweist, sind von depressiven Zügen durchtränkt und verbreiten ein starkes Nichtvorhandensein an Perspektiven, für die Hauptdarsteller. Dieses entspricht auch dem Schicksal, welches Ilona erwartet. Sie will die Gräfin verlassen und findet auf Grund unglücklicher Zufälle den Tod. Den Tod, den sie eventuell in ihrem Inneren herbeisehnte um ihren Dasein als Vampir zu entfliehen.

Bleiben uns drei weitere Charaktere. Stefan ist anfangs beeindruckt von der Gräfin und sein Wesen verändert sich in Brutalität gegenüber Valerie. Valerie, die anfangs die Gräfin hasst, wird von ihr, in ihrer Seele eingenommen. Valerie ist fortan der Gräfin verfallen. Sie spürt wahre Empfindungen und Verlangen und hilft zum Ende der Gräfin, Stefan zu töten.

Wie in einigen anderen Filmen, stellt sich auch bei Blut an den Lippen die Frage, was das eigentlich Böse ist. Stefans Wesensveränderung, macht ihn für Valerie zu einem abartigen Scheusal. Die Liebe der Gräfin gibt ihr ein Gefühl von Geborgenheit und Glück. Die Frage ist: ist Stefans Wesen wirklich von Bösartigkeit durchtränkt oder hat die Gräfin für diesen Zustand gesorgt? Eine Frage die ich persönlich definitiv nicht beantworten werde, da dieses Jeder für sich selbst tun sollte.

Fazit:
Blut an den Lippen ist ein brillanter europäischer Film mit überzeugenden Darstellern. Regisseur Harry Kümel bietet eine Mischung aus Liebe, Hass, Macht, Unterwerfung, Einsamkeit und Angst.

Gemütliches und intelligentes Kino für Genrefreaks und Intellektuelle, Mainstream-Konsumenten werden hier absolut nicht auf ihre Kosten kommen.

9/10

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 Betreff des Beitrags: Re: BLUT AN DEN LIPPEN - Harry Kümel
BeitragVerfasst: 06.08.2011 12:14 
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Ich finde den Film GROßARTIG und wer mal ´reinschnuppern will, der kann ihn am Samstag, 13. August im Fernsehen begutachten:

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 Betreff des Beitrags: Re: BLUT AN DEN LIPPEN - Harry Kümel
BeitragVerfasst: 06.08.2011 18:38 
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Paul Naschy hat geschrieben:
Ich finde den Film GROßARTIG und wer mal ´reinschnuppern will, der kann ihn am Samstag, 13. August im Fernsehen begutachten:

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Oh fein, danke, hoffentlich denk ich dran...

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 Betreff des Beitrags: Re: BLUT AN DEN LIPPEN - Harry Kümel
BeitragVerfasst: 08.08.2011 12:47 
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Du MUSST dran denken - nein, im Ernst: es ist ein faszinierender, großartiger Film von geradezu surrealer Schönheit. Arthouse meets Trash.

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 Betreff des Beitrags: Re: BLUT AN DEN LIPPEN - Harry Kümel
BeitragVerfasst: 09.08.2011 17:07 
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Ja :mrgreen: Sehr gut dass du mich nochmal dran erinnerst. 8-)

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 Betreff des Beitrags: Re: BLUT AN DEN LIPPEN - Harry Kümel
BeitragVerfasst: 31.10.2011 19:49 
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Hab ihn gestern dann auf 3sat erwischt... und wow, ich bin begeistert! Wirklich sehr atmosphärischer Vampirfilm aus den frühen 70ern. Eine Art Mischung aus SPUREN AUF DEM MOND & SHINING, vermengt mit der Vampir-Mythologie. Unterlegt mit einem schönen Score und eine Portion nackte Haut gibt's auch, besonders Ilona (Andrea Rau) fand ich sehr sexy.
Das Ende war abrupt und hart, hat aber voll gepasst.

10 / 12

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 Betreff des Beitrags: Re: BLUT AN DEN LIPPEN - Harry Kümel
BeitragVerfasst: 31.10.2011 19:52 
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Hmm, die Blu-ray von BU steht schon seit Ewigkeiten im Regal... gestern hatte ich ihn wieder in der Hand. Vielleicht sollte ich ihn gleich mal einlegen. 8-)

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 Betreff des Beitrags: Re: BLUT AN DEN LIPPEN - Harry Kümel
BeitragVerfasst: 31.10.2011 19:56 
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Da gibt's ne BD von? :o

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 Betreff des Beitrags: Re: BLUT AN DEN LIPPEN - Harry Kümel
BeitragVerfasst: 31.10.2011 20:00 
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Boa bewertet ihr den alle hoch! Ich hatte mir einiges von dem film erwartet, so besonders ist der gar nicht fand ich...

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 Betreff des Beitrags: Re: BLUT AN DEN LIPPEN - Harry Kümel
BeitragVerfasst: 31.10.2011 20:18 
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TRAXX hat geschrieben:
Da gibt's ne BD von? :o


Jupp, wie gesagt, von Blue Underground. Auch als schöne 2er-Disc-Edition mit dem Bonusfilm THE BLOOD-SPATTERED BRIDE.

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 Betreff des Beitrags: Re: BLUT AN DEN LIPPEN - Harry Kümel
BeitragVerfasst: 31.10.2011 20:31 
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Diabolik! hat geschrieben:
TRAXX hat geschrieben:
Da gibt's ne BD von? :o


Jupp, wie gesagt, von Blue Underground. Auch als schöne 2er-Disc-Edition mit dem Bonusfilm THE BLOOD-SPATTERED BRIDE.

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Yau, det is abba ne DVD un kene BD!! 8-)

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 Betreff des Beitrags: Re: BLUT AN DEN LIPPEN - Harry Kümel
BeitragVerfasst: 31.10.2011 20:46 
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Jau, stimmt, ich meinte aber auch die hier: *** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***

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 Betreff des Beitrags: Re: BLUT AN DEN LIPPEN - Harry Kümel
BeitragVerfasst: 01.11.2011 12:55 
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TRAXX hat geschrieben:
Das Ende war abrupt und hart, hat aber voll gepasst.


Die dt. Fassung ist ja inhaltlich leicht umgearbeitet und gekürzt. In der Originalfassung ist das Ende nicht so abrupt. Finde allerdings beide Fassungen recht gelungen.


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 Betreff des Beitrags: Re: BLUT AN DEN LIPPEN - Harry Kümel
BeitragVerfasst: 17.06.2012 12:59 
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Wurde jüngst von Bildstörung angekündigt, als DVD & Blu-ray und wird damit die erste lizensierte VÖ in Deutschland sein - als Silberscheibe wohlgemerkt.

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 Betreff des Beitrags: Re: BLUT AN DEN LIPPEN - Harry Kümel
BeitragVerfasst: 17.06.2012 14:25 
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jau da muss ich wohl auf bd updaten :)

finde übrigens das kürzere deutsche ende auch supi


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 Betreff des Beitrags: Re: BLUT AN DEN LIPPEN - Harry Kümel
BeitragVerfasst: 18.06.2012 19:39 
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Hingebungsvoll wird meine BU-BD ein jüngeres Schwesterlein bekommen, klasse. Eine DER Top-News 2012 für mich. Wer manche VÖ's von Bildstörung kennt..., ich gehe davon aus, dass dies eine definitive Veröffentlichung wird. Bin gespannt, was an neuem Bonusmaterial eventuell zusätzlich enthalten sein wird.

Gruß, G.


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 Betreff des Beitrags: Re: BLUT AN DEN LIPPEN - Harry Kümel
BeitragVerfasst: 02.05.2013 14:55 
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Hab anlässlich der hoffentlich bald eintreffenden Bildstörung schonmal rumsinniert. >> guckstu <<

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 Betreff des Beitrags: Re: BLUT AN DEN LIPPEN - Harry Kümel
BeitragVerfasst: 13.10.2013 00:48 
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BLUT AN DEN LIPPEN / LES LÈVRES ROUGES / DAUGHTERS OF DARKNESS (1971)

Delphine Seyrig als Baronin Báthory
mit Andrea Rau, Danielle Ouimet, John Karlen, Paul Esser, Fons Rademakers, u.a
eine Produktion der Showking Films | Maya Films | Ciné Vog Films | Roxy Film
ein Film von Harry Kümel


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»Herrin, bestrafen Sie mich!«


Valérie (Danielle Ouimet) und Stefan (John Karlen) befinden sich auf ihrer Hochzeitsreise und machen einen Zwischenstopp in einem Hotel in Ostende. Da man außerhalb der Saison dort abgestiegen ist, befinden sich die beiden alleine mit dem Portier (Paul Esser) in dem luxuriösen Haus. Wenig später taucht eine geheimnisvolle Dame namens Baronin Elisabeth von Báthory (Delphine Seyrig) im Foyer, mit ihrer Begleiterin Ilona (Andrea Rau) auf. Dem Portier verschlägt es beim Anblick der Baronin die Sprache, da er sie kennt. Als er nämlich vor über vierzig Jahren als Piccolo in jenem Hotel begann, lernte er die schöne Frau bereits kennen, doch sie hat sich in all den Jahren nicht im Geringsten verändert. Die beiden rätselhaften Frauen bringen das junge Ehepaar, welches ursprünglich nur eine Nacht in Ostende bleiben wollte, derweil dazu, ihren Aufenthalt zu verlängern. Ein abscheulicher Mord in Brügge hält unterdessen die Bevölkerung in Atem, bei dem die Tote mit einer seltsamen Wunde am Hals und ohne einen Tropfen Blut aufgefunden wurde. Die Jungvermählten beginnen sich sichtlich zu verändern, denn sie stehen unter dem Einfluss der Baronin, die nur eine Absicht hat. Sie will Valérie auf die Nachfolge Ilonas vorbereiten...

Bei "Blut an den Lippen" handelt es sich um das Erstlingswerk des belgischen Regisseurs Harry Kümel, der sich vieler Genre typischer Elemente bediente, allerdings einen komplett unkonventionellen Weg einschlug. Handwerklich mit dem höchsten künstlerischen Anspruch versehen, erscheint sein Film auf inhaltlicher Basis sicherlich ausbaufähig zu sein, aber mir persönlich gefällt diese radikale Unterordnung hinsichtlich Hauptdarstellerin Delphine Seyrig und der Kunstform an sich. So kann man von einem Beitrag sprechen, der in vielerlei Hinsicht beispiellos geblieben ist. Viele Wendungen und Lobeshymnen eilen diesem Film voraus, doch die richtige Umschreibung ist schwierig zu finden, da man den Eindruck nicht los bekommt, maßlos zu untertreiben. Sexy, phantasievoll oder überdurchschnittlich, das klingt für meinen Geschmack alles entweder zu untertrieben oder zu unpassend, was sich aber nur so bedingungslos einschätzen lässt, wenn man sich auf den Film als Einheit einlassen, und sich von diesen betörenden Bildern und Personen hypnotisieren lassen kann. Zu seiner Entstehung wurde dieses Vampir-Märchen hauptsächlich kritisch begutachtet. »Undeutlicher Vampir-Horror, Sex und Sadismus in einem billigen, unzulänglichen, vor Unglaubwürdigkeiten strotzenden Schundfilmchen. Wir raten ab.«, urteilte beispielsweise eine Filmkommission, doch die Produktion hielt sich recht erfolgreich in den Kinos. Die Besetzung ist übersichtlich, aber originell und vor allem überzeugend, doch bei der Leistung einer bestimmten Actrice müsste eigentlich eine neue Wendung erfunden werden.

Die Washington Post urteilte: »Man sollte schon in den Film gehen, nur um Delphine Seyrig zu sehen.« Dem ist wirklich nichts mehr hinzuzufügen, denn bei der Beurteilung der Leistung der französischen Schauspielerin ringt man tatsächlich nach Superlativen. Selten habe ich eine derartig betörende Dominanz auf der Leinwand gesehen. Die stets so geheimnisvoll wirkende Delphine Seyrig, Pionierin der Nouvelle Vague, wirkt unglaublich anziehend und sinnlich, andererseits erfährt der Zuschauer aber auch eine nicht zu überwindende Distanz und Abscheu, gekoppelt mit unumgänglicher, gefährlicher Faszination. Ihre Erscheinung ist eine einzige Choreografie, die bis ins kleinste Detail perfekt abgestimmt zu sein scheint, man merkt wie Seyrig diese Frauenrolle in sich übergehen lässt und sichtlich Freude daran, aber vor allem die Kompetenzen hat, mit Akteuren und Zuschauern zu spielen. So wirkt der Todeskuss der Baronin Báthory wie ein erstrebenswertes Privileg, und quasi wie der Höhepunkt der möglichen Erotik. Delphine Seyrig stellt wirkungsvoll einen Kontrast in sich selbst dar. Die elegante Hülle der Baronin zieht Blicke an wie ein Magnet, ihre Ruhe und Selbstsicherheit offenbart Forderungen an die Objekte ihrer Begierde, ihre abgrundtiefe Perversion, die nur selten direkt zum Ausdruck kommt, ist zwar latent vorhanden, wirkt aber dennoch wie ein Phantom. Die personifizierte Gefahr in Form von Delphine Seyrig führt zu manischen Eindrücken bei Beteiligten und Zuschauern, es ist kaum besser zu lösen und darzustellen!

Für weitere Glaubwürdigkeit der Konstellation und der Geschichte sieht man als Ilona Erotik-Expertin Andrea Rau agieren. Mysteriös in ihrer Erscheinung, mit streng angelegtem Bubikopf, halboffenem Mund, forcierenden Blicken und sparsamer Emotion, wirkt diese Dame nicht minder interessant und anziehend wie ihre Gebieterin, der sie vermutlich in jeder Hinsicht zu dienen hat. Andrea Rau wurde äußerst stark in Szene gesetzt, und zeigt sich nicht nur für diverse erotische Einlagen verantwortlich, sondern sie transportiert in besonderer Art und Weise schwarzen Sarkasmus und letztlich das Vampir-Motiv. Danielle Ouimet schildert eine Art charakterliche Metamorphose und fungiert als Schlüsselfigur in dieser Geschichte. Ihr maskenhaftes Gesicht, in Verbindung mit ihrer attraktiven Erscheinung, das Absterben von Emotionen und eine immer massiver werdende gefügige Haltung, lassen sie als Objekt der Begierde glaubhaft wirken. John Karlen spielt nach Kräften, geht bei der erdrückend starken weiblichen Konkurrenz zwar keineswegs unter, aber er muss für gute Momente stärker kämpfen und wirkt schließlich stark untergeordnet. Paul Esser macht in seiner kleineren Rolle einen soliden Eindruck. Als er die Baronin nach über vierzig Jahren wieder erkennt, aber seinen Augen nicht trauen kann, kann man die soliden Möglichkeiten des Darstellers erkennen. Er weiß, dass er sich irren muss, doch als er von ihr spontan mit seinem Vornamen genannt wird, entstehen Gänsehaut-Momente. Man kann sich denken, dass er diese Frau schon als junger Mann bewundert hatte, und sie nie wieder vergessen konnte. Ein ungleiches, wenn auch sehr starkes Ensemble bereichert "Blut an den Lippen" also sehr flexibel und angenehm.

Der Film stellt mit seinem isoliert wirkenden, abgewandelten Vampir-Thema für damalige Verhältnisse ein Schmuckstück in neuen Dimensionen dar. Alles wirkt abgestimmt, alles wirkt erfrischend, alles wirkt beinahe neu, obwohl hier keineswegs das Rad neu erfunden wurde. Das Leitmotiv ist die Farbe Rot, die man in jedem noch so kleinen Detail wiederfinden kann. Angefangen mit dem blutroten Lippenstift Delphine Seyrigs, oder ihren feuerroten Fingernägeln, ein rotes Kleid, ihr roter Wagen, Farben sind es hier, die Stimmungen eindrucksvoll untermalen und die Aufmerksamkeit forcieren. Viele Szenen wurden mit roten Überblendungen ausgestattet, des Weiteren ist der Schnitt hervorragend, genau wie die bemerkenswerte Musik von François de Roubaix. Das Morbide der Geschichte ist hauptsächlich in den Dialogen zu erkennen, und weniger in den eindringlichen Bildern, der Aspekt Erotik wird durch sinnliche Sex-Szenen unterstrichen, bekommt aber ebenfalls eine vielschichtigere und intensivere Bedeutung in der Dialog-Arbeit. Dass der Film einen gleichen Anfang und ein gleiches Ende präsentiert, symbolisiert die Unsterblichkeit des Bösen sehr geschickt, und nimmt kein Fünkchen Spannung. Es braucht hier schon eine gewisse Wachheit, eine Gewisse Aufmerksamkeit, da der Film primär keine passive Berieselungsstrategie verfolgt. Herkömmliche Elemente sind daher sicherlich auf den Zeitgeist und die Publikumsorientierung zurückzuführen. Mit "Blut an den Lippen" sieht man einem Film voller Symbolik und Metaphorik, voller sinnlicher Momente und Reflexionsansprüchen, und Personen mit einer unmissverständlichen, aber kaum zu deutenden Verwirrungstaktik. Es könnte also nach diesem Film-Erlebnis durchaus passieren dass man bemerkt, auch Blut an den Lippen zu haben, weil man sie sich selbst aufgebissen hat. Ein großartiger, weil mutiger und vollendet erscheinender Beitrag, der mit Hilfe einer übermächtig wirkenden Frau möglicherweise indirekt das eigentlich schwache Geschlecht zu entlarven versucht.





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 Betreff des Beitrags: Re: BLUT AN DEN LIPPEN - Harry Kümel
BeitragVerfasst: 20.12.2013 12:32 
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Gestern endlich die BD von Bildstörung in den Player geschoben. Für mich steht vor allem die Einsamkeit der Charaktere im Mittelpunkt, hervorgerufen durch gegenseitiges Unverständnis und Überdruss. Gefangen im tristen Ostende, auch die Leere des mondänen Hotels birgt keinerlei Trost oder Hoffnung in sich.

Gern bin ich dem Hinweis von Bildstörung gefolgt, habe den Film in englischer Sprache geschaut. Eine sehr gute Entscheidung, denn in der deutschsprachigen Fassung verliert das Werk deutlich an Qualität! Nicht ganz glücklich bin ich mit der gebotenen Bildqualität, so tritt z. B. die Kompression immer wieder in den Vordergrund, sowas hat auf einer BD nichts zu suchen!

Großes Kino für Genießer!

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Vom Ursprung her verdorben


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 Betreff des Beitrags: Re: BLUT AN DEN LIPPEN - Harry Kümel
BeitragVerfasst: 10.01.2014 23:11 
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So, nun mal die Bildstörung-DVD gesehen, nachdem ich den Film bis dato nur von meiner alten VHS "Solo für einen Vampir" kannte. Der Film ist natürlich ein sehr schönes poetisches Werk, das in der jetzt vorliegenden Fassung aufklärt, was es eigentlich mit Stefans "Mutter" auf sich hat. Und das Ende ist nun auch anders... (und zwar erheblich stimmiger als das bisherige, das ja ziemlich unbefriedigend war)

Manches hätte man sicher noch besser machen können, aber ein shining-mäßig verlassenes Grand Hotel, die Tristesse der Nordsee, lesbische Vampire und der Bathory-Mythos? Hach, man MUSS diesen Film einfach lieben!


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 Betreff des Beitrags: Re: BLUT AN DEN LIPPEN - Harry Kümel
BeitragVerfasst: 15.01.2014 17:09 
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Ich. Will. Malpertuis.
Warum hat sich diesem Meisterwerk - egal ob DVD oder Blu - NIE ein deutsches Label angenommen???


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 Betreff des Beitrags: Re: BLUT AN DEN LIPPEN - Harry Kümel
BeitragVerfasst: 15.01.2014 18:21 
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Den Film gibt es als DVD und BluRay von Bildstoerung.


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 Betreff des Beitrags: Re: BLUT AN DEN LIPPEN - Harry Kümel
BeitragVerfasst: 15.01.2014 18:27 
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dark eyes hat geschrieben:
Den Film gibt es als DVD und BluRay von Bildstoerung.


... Malpertuis ?! .... das wäre zu schön... in blau :P .... den meinte er nämlich ;)

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Psychotronikfilmfreak


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 Betreff des Beitrags: Re: BLUT AN DEN LIPPEN - Harry Kümel
BeitragVerfasst: 15.01.2014 18:32 
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ok mein Fehler :oops:


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 Betreff des Beitrags: Re: BLUT AN DEN LIPPEN - Harry Kümel
BeitragVerfasst: 15.01.2014 18:46 
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Mit Malpertuis verbindet mich eine ganz persönliche Leidenschaft. Ich habe den Film Mitte der 80er im 3. Programm in einer Phantasik-Film-Reihe gesehen ("das Gruselkabinett", das waren noch Zeiten!) - & war hin und weg. Der Streifen hat mein Verständnis für obskure Filme ganz entscheidend geprägt. Ich habe den Film JAHRZEHNTE nachgejagt, bis endlich die US-DVD von Barrel erschienen ist, ein Fest! Aber: die dt. Synchro existiert definitiv & ich habe sie nie wieder zu Gehör bekommen... Eine dt. Blu-ray wäre für mich DAS Ding schlechthin, würde mich aber auch mit einer DVD zufrieden geben, bin da auch für weniger dankbar...


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 Betreff des Beitrags: Re: BLUT AN DEN LIPPEN - Harry Kümel
BeitragVerfasst: 29.01.2016 12:08 
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Brügge sehen... und sterben

Blut an den Lippen ("Les Lèvres rouges" Belgien/BRD/F 1970)[/color]

Bild Bild Bild

Auf der Rückreise von ihren Flitterwochen in der Schweiz stranden Stefan (John Karlen) und Valerie (Danielle Ouimet) in einem abgelegenen Hotelpalast an der belgischen Küste. Dort machen sie die Bekanntschaft der Gräfin Bathory (Delphine Seyrig) und ihrer Bediensteten Ilona (Andrea Rau), die laut Aussage des Portiers (Paul Esser) vor gut 40 Jahren schon einmal dort war und sich seitdem kaum verändert hat. Tatsächlich ist die Gräfin eine Art Vampir und die Zofe steht unter ihrem Einfluß. Doch in Valerie sieht sie eine mögliche Nachfolgerin für Ilona. Tatsächlich gewinnt die Gräfin mit einigen Berichten aus der schrecklichen Geschichte ihrer Familie langsam Einfluß auf das Mädchen, während Stefan die sadistische Beichte anmacht. Es entsteht eine bizarre Beziehung zwischen den beiden Paaren, die schon bald ihren ersten blutigen Tribut fordert. (OFDb, gändert)

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Mit "Blut an den Lippen" liefert Harry Kümel den erotischen Vampirfilm schlechthin ab. Er benutzt das Vampirthema für ein vielschichtiges Drama um Begierde und sexuelle Macht, um verborgene Obsessionen und Entfremdung, um Sehnsucht (-auch nach dem Tod-) und Transformation. Quasi ein Swingerclub der besonderen Art, in einem prachtvollen Hotel am Strand, mitten in der Einsamkeit. Hier ist die Zeit stehengeblieben, so scheint es. Und deshalb ist dieser Ort geradzu perfekt für die uralte Gräfin, die ihr wahres Alter hinter der Fassade ewiger Jugend verbirgt. Ewige Jugend bedeutet auch ewige Schönheit. Doch selbstverständlich hat dieses Privileg auch seinen Preis -ein hohen Preis! Nun streift sie als eine Art böse Marlene Dietrich umher, verdammt dazu neue Opfer zu suchen, die sie aussaugen kann - zunächst psychisch, bis zum physischen Höhepunkt.

Wer hat Angst vor Elizabeth Bathory?

Harry Kümel vermischt geschickt und schlüssig Motive des Vampirfilms mit der Geschichte der "Blutgräfin" Elisabeth Bathory. Delphine Seyrig ist schier umwerfend in ihrer Rolle als Femme Fatale! Wenn sie auf der Bildfläche erscheint, nimmt sie die gesamte Szenerie für sich ein. Sie manipuliert das unglücklich verheiratete Pärchen und fördert deren dunklen Abgründe zutage. Langsam kristallisiert sich heraus, wer in diesem Quartett Meister oder Diener ist - let's play Master and Servant! "Blut an den Lippen" ist Kopfkino für die Sinne. Ein erotischer Seelenstriptease in traumartigen Bildern. Das Hotel in Ostende wirkt beinahe, als wäre es gar nicht real, sondern nur ein Traumgespinst - einschließlich des Portiers, der in einer anderen Zeit zu leben scheint. Doch eine kurze (wortlose) Begegnung zwischem ihm und dem Inspektor lässt erahnen, dass dieser Ort ein dunkles Geheimnis bewahrt.

Durch spezielle Filter und sorgsame Farbdekorierung lässt Harry Kümel ein bewegtes Gemälde entstehen. Kamermann Eduard van der Enden gelingt es vortrefflich eine unwirkliche, traumartige Stimmung heraufzubeschwören. Dazu die markante Musik von François de Roubaix, die das Geschehen perfekt untermalt: *** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***

Wenn Stefan und Valerie in den Grachten von Brügge Zeugen werden, wie die Polizei gerade eine Leiche aus dem Wasser fischt und erfahren, dass dies das Werk eines unheimlichen Killers ist, erinnert das schon verblüffend an Nicholas Roegs "Wenn die Gondeln Trauer tragen", der 3 Jahre später entstand. Auch die Bildästhetik von Jean Rollin kam mir desöfteren in den Sinn. Die Montage erinnert mich wiederum teilweise an Argento. Wie Schnitte mit einem Messer wirken sie in gewissen Momenten. Wenn die Gräfin mit ihrem roten Sportwagen vor dem Hotel eintrifft, wird in drei Einstellungen immer näher an selbiges herangeschnitten. Und in jeder Einstellung kommt der Wagen der Gräfin erneut ins Bild gefahren. Die schnelle Montage suggeriert Bedrohung - das Unheil naht!

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Eine Szene fällt mir bei jedem Ansehen etwas negativ auf:
Wenn Elizabeth den Inspektor mit ihrem Wagen von der Straße abdrängt und dieser mit seinem Fahrrad stürzt. Ohne zu überprüfen, ob er auch wirklich tot ist, fährt Elizabeth einfach weiter. Die Wahrscheinlichkeit, dass er diesen Sturz überlebt haben könnte, ist allerdings reichlich hoch, so dass ich ihr Verhalten als ziemlich nachlässig bezeichnen würde. Denn der Inspektor wusste über Elizabeth Bescheid und stellte deshalb eine ernste Gefahr für sie dar. Daher fand ich diese Szene wenig überzeugend.

Dass ist aber auch der einzige Kritikpunkt, den ich ausmachen konnte. Ansonsten ein fantastischer Film - und das gilt mMn für beide Fassungen!


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Zu den Unterschieden zwischen der deutschen Kinofassung und der Originalfassung [Achtung: SPOILER!]:
Die deutsche Fassung beginnt mit der Szene, in der Elizabeth mit dem Auto verunglückt - und macht die komplette Geschichte damit quasi zum Rückblick. Der Umstand, dass Valerie sich mit im Wagen befunden hat, wurde geschickt ausgespart. Wenn Elizabeth dann am Ende mit Valerie im Wagen verunglückt, sieht man die komplette Szene, wodurch ein Aha-Effekt entsteht, den es in der Originalversion nicht gibt. Es verleiht dieser Szene Suspense, was mit sehr gefällt. In der Originalfassung hingegen wissen wir nicht, wie die Szene ausgehen wird.

Ein Aspekt, der in der deutschen Fassung fast komplett unter den Tisch fällt, ist die Tatsache, dass Stefan bisexuell ist. So wurde das Telefongespräch mit seinem Ex-Lover komplett weggelassen. Dadurch bekommt auch seine Begierde nach Illona, mit ihrem burschikosen Haarschnitt und ihrer z. T. etwas jungenhaften Erscheinung, eine ganz andere Bedeutung, die man in der deutschen Fassung höchstens milde erahnen kann.

Auch der Epilog wurde in der deutschen Fassung entfernt. Hier hat man allerdings sehr unsauber gearbeitet. Die letzte Einstellung ist nämlich noch drin geblieben und wirkt nun völlig deplatziert. So dürfte sich manch einer gefragt haben, was diese Einstellung am Ende bedeuten soll.


Wählt man die deutsche Kinofassung, wird durch eine Texttafel auf die Kürzungen und Änderungen gegenüber der Originalversion hingewiesen. Wählt man die Originalversion des Films, so wird (ebenfalls durch eine Texttafel) darauf hingewiesen, dass man lieber den O-Ton mit UT wählen sollte. Dies ist auch unbedingt sinnvoll, da für die deutsche Fassung manche Dialoge nicht nur gekürzt, sondern auch erheblich verändert wurden. Was in der kürzeren deutschen Fassung jedoch Sinn ergibt, wirkt in der längeren Originalfassung wiederum unverständlich - vom unschönen Wechsel zwischen dt. Ton und OmU mal ganz zu schweigen. Wenn man "Blut an den Lippen" also auf deutsch gucken will, sollte man auch die deutsche Kinofassung wählen!

Das Bild ist bei beiden Fassungen gemattet und zudem recht dunkel. Im direkten Bildvergleich fällt auf, dass die TV-Ausstrahlung (3sat, ZDF Kultur) an manchen Stellen wesentlich heller ist. Ähnlich verhält es sich mit der Videofassung von VCL (-welche in zwei Auflagen erschienen ist, die jedoch beide identisch sind). Außerdem sind sowohl die TV-Ausstrahlung (3sat, ZDF Kultur), als auch die Videofassungen Open Matte. Die Ausstrahlung von Arte dürfte wiederum auf demselben Master basieren, wie die DVD/BD von Bildstörung. Arte zeigte nämlich die Originalfassung mit UT. Zur besseren Übersicht habe ich mal diverse DVDs miteinander verglichen. Die Bilder geben zwar nicht die Qualität der jeweiligen VÖ wieder, dürften aber immerhin einen brauchbaren Überblick über die unterschiedliche Farbgebung und Helligkeit der verschiedenen VÖ geben:

Bildvergleich - Kinofassung:
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Bildvergleich - Originalfassung:
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In den Audiokommentar von Harry Kümel habe ich mal kurz reingeschnuppert und was muss ich da hören? Er findet Tim Burtons "Dark Shadows" wundervoll und zu Unrecht gefloppt. Der Mann hat mMn wirklich Geschmack! :-)

9,5/10 (Tendenz nach oben)

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PHOBOS (Trailer - deutsch)


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Zuletzt geändert von Guilala am 30.01.2016 00:52, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: BLUT AN DEN LIPPEN - Harry Kümel
BeitragVerfasst: 29.01.2016 17:14 
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Sehr schöne und treffende Beschreibung zu einem wirklich außergewöhnlichen Film, absolute Zustimmung.
Auch ohne es vorher gelesen zu haben, dachte ich mir schon, welche Szene du meinst, die negativ aufgefallen ist.
Die fand ich auch immer etwas unbeholfen und daher störend.


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 Betreff des Beitrags: Re: BLUT AN DEN LIPPEN - Harry Kümel
BeitragVerfasst: 29.01.2016 17:31 
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Der Film sollte im November in Hamburg in der deutschen Kinofassung als 35mm-Kopie in Kooperation von Bizarre Cinema und dem Cinefest gezeigt werden, allerdings ist die Rechtelage wohl so, dass dafür die Zustimmung Kümels himself erforderlich ist (so wurde es in der Einführung dargestellt), die von ihm aber angesichts der Verstümmelungen verweigert wurde. Daher gab es dann ein BluRay-Screening der vollständigen Fassung in OmU.


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 Betreff des Beitrags: Re: BLUT AN DEN LIPPEN - Harry Kümel
BeitragVerfasst: 30.01.2016 00:56 
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Prisma hat geschrieben:
Sehr schöne und treffende Beschreibung zu einem wirklich außergewöhnlichen Film, absolute Zustimmung.


Danke! :)

Habe eben noch einen Satz abgeändert:

Die deutsche Fassung beginnt mit der Szene, in der Elizabeth mit dem Auto verunglückt - und macht die komplette Geschichte damit quasi zum Rückblick.


Vorher stand da:

Die deutsche Fassung beginnt mit der Szene, in der Elizabeth mit dem Auto verunglückt - quasi als Rückblende.

Das ist natürlich so nicht richtig, ich wollte es daher nicht so stehen lassen. ;)

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 Betreff des Beitrags: Re: BLUT AN DEN LIPPEN - Harry Kümel
BeitragVerfasst: 30.01.2016 01:00 
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Guilala hat geschrieben:
Habe eben noch einen Satz abgeändert:

War aber trotzdem zu verstehen! ;)


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