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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Betreff des Beitrags: EIN KURZER URLAUB - Vittorio De Sica
BeitragVerfasst: 14.07.2014 22:28 
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Italien 1973

Darsteller: Florinda Bolkan, Renato Salvatori, Daniel Quenaud, José Maria Prada, Adriana Asti
Score: Manuel De Sica

Eine Italienerin die in der Fabrik schuften muss und zuhause eine sehr unselbständige Familie bewirtschaften muss fühlt sich in letzter zeit sehr Elend und Müde will aber nicht krank machen.
Sie hat Schwiegermutter, Schwager, Ehemann und zwei Kinder denen sie alles machen muss. Die können echt nichts alleine.
Ihre Arbeitskolleginen ermutigen sie aber doch mal zum Arzt zu gehen, was sie dann tut und es werden Schatten auf ihrer Lunge festgestellt und sie muss zur Kur die ihr Ärztlich verordnet wird.
Natürlich wurde sie gesehen das sie nicht auf Arbeit war, ihr Ehemann macht ihr ne Eifersuchtsszene, was juckt es ihm schon das seine Frau krank ist.
Auch als er es dann endlich glaubt, juckt es ihm auch nicht, sie solle nicht auf Kur das wäre besser für sie. Vorallem was sollen sie ohne sie anstellen..
Aber sie fährt, lernt dort das richtige Ausspannen, findet viele neue Freundinnen, die aber auch ihre Problemchen mit ihr teilen. Sie kommt in einen Kreis gut betuchter Damen, die die einfache Arbeiter Frau Sympatisch finden.
Sie trifft auch einen netten jungen Mann der ihr schonmal beim Arzt begegnete.
Sie genießt diesen unfreiwilligen Urlaub total und möchte am liebsten nie wieder zurück zu ihrer Familie. Die im übrigen anreist um sie Abzuholen, sie solle ihre Kur abbrechen...
Sie macht es aber nicht, aber irgendwann kommt der Tag, sie wird als geheilt entlassen. Für sie ein Schock zurück zu ihrer so unselbständigen und ihr so gleichgültig gegenüber seiende Familie zu müssen.
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Wieder ein super toller Neorealistischer Film von Vittorio de Sica, auch wenn er erst 73 entstand! Die damaligen verhältnisse werden gut beleuchtet. In der Fabrik schuften für einen Kleinen Lohn, grad so das man eine Familie durchbringen kann. Sie entbehrt sehr viel für ihre Familie, zwackt von ihrem Essen das sie von der Firma bekommt, etwas für ihre Familie ab, das die am abend Fleisch zum essen haben. Und gedankt wird ihr gar nichts.
Selbst als sie offenbart das sie schwer krank ist, wird ihr eingeredet das es nicht so schlimm sei, ihr Mann nimmt überhaupt keine rücksicht auf sie! Und auch die Schwiegermama kann nur klagen sie sie ohne sie nicht zurecht kommen würde...
Also ich nehme ihr die Romanze, also ihren Kurschatten überhaupt nicht übel, bei so einer Familie ist es kein wunder !
Etwas übertrieben könnte diese Sängerin, die im übrigen sehr toll von "Adriana Asti" gespielt wird, sein. Die ist immer sowas von aufgedreht und ein richtiger Pardiesvogel. Überspielt aber nur das sie Schwer Krank ist und innerlich tot Traurig.
Eine andere hat total Angst das ihr Mann sie nimmer mögen würde wenn er erfahren würde das sie krank ist und hat sich einfach ohne was zu sagen auf zur Kur gemacht. Unnötig wie sich rausstellt...
Frauenfreundschaften werden geschlossen, die vielleicht ein Leben halten????
Der eher ruhig und dennoch schön und auch realistisch erzählte Streifen mit offenen Ende und Aussicht auf ein besseres Leben ist jedenfalls sehr gelungen und Florinda Bolkan verkörpert die Wandlung von der verbitterten und doch fürsorglichen Arbeiterin zur selbstbewussten Frau auch perfekt und strahlt am Ende wieder ihre unnachahmliche Eleganz und Würde aus, die sie besonders Attraktiv macht. Wie die Frauen die sie dort kennen lernte!! Wobei es bei den meisten nur oberflächlich war...
8/10
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Im übrigen kann ich da ein bisschen mit reden. Damals in den Siebzigern war die Krankheit TBC(Lunge) weit verbreitet, auch meine Mutter hatte diese. Musste damals für ein Dreiviertel Jahr weg auf Kur. Heutzutage gibt es ja die Krankheit fast gar nimmer.
Jedenfalls kenne ich da auch die Bilder von ihren Freundinnen und die auch bisserl den Alltag dort zeigen. Die hatte dann auch Lange noch kontakt mit einer von da. Natürlich war mein Vater nicht so ein Saukerl wie der hier von " Renato Salvatori" gegeben :lol: Und es waren auch keine reichen Damen dort mit ihren koffern voller Pelzmäntel :lol:

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 Betreff des Beitrags: Re: EIN KURZER URLAUB - Vittorio De Sica
BeitragVerfasst: 23.08.2015 20:00 
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Der interessante Film wurde übrigens 2014 in Deutschland auf DVD veröffentlicht, und zwar in der ARTHUR COHN EDITION 2 (Concorde Home Entertainment).


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 Betreff des Beitrags: Re: EIN KURZER URLAUB - Vittorio De Sica
BeitragVerfasst: 11.10.2016 23:08 
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Auch bei diesem, seinem vorletzten, Film hat De Sica wieder gute Arbeit geleistet.
Allerdings kann EIN KURZER URLAUB nicht ganz mit dem Großteil früherer Filme mithalten.
Es mag schon stimmen, dass der Film gewisse neorealistische Merkmale aufweist, aber den ganzen Film als Neorealismus-Film zu bezeichnen, wäre meiner Meinung nach nicht richtig.
Die Intensität seiner echten Neorealisten erreicht De Sica in dem Film nie.
Rodolfo Sonego hat eine interessante Geschichte verfasst, Cesare Zavattini ein gutes Drehbuch geschrieben, aber bei De Sica merkt man in der Inszenierung stellenweise doch schon, wo es dann mit seinem letzten Film hingeht.
Bei emotionalen Szenen neigt er zur Übertreibung.
Vielleicht liegt es auch eher am Schauspielerischen, das kann natürlich auch sein, aber wenn ich an die Szene denke, wo Clara ihre Freundin im Spital besucht, nachdem diese versucht hat, sich umzubringen...
Zu Beginn ist es noch ein relativ normales ruhiges Gespräch, aber als es dann heißt, die Besuchszeit wäre zu Ende, bricht Signorina Scanziani (die Freundin) in Tränen aus und da sieht man, wie verzweifelt sie ist.
Das geht dann aber schon ins theatralisch übertriebene, also für die Glaubhaftigkeit innerhalb eines Films eigentlich in meinen Augen schon zu weit.
Ganz anders schaut's dagegen bei Streitgesprächen, etwa mit ihrem Mann Franco (Renato Salvatori), aus.
Sehr zahlreich sind solche Szenen auch nicht, also es ist ein überwiegend ruhiger Film, aber das ist deutlich besser gemacht und wirkt auch vom Schauspielerischen her einfach glaubwürdiger.
Aber insgesamt kann ich die Schauspieler auch nicht groß für schwache Leistungen kritisieren.
Der Film als ganzes betrachtet hat wohl seine Schwächen, aber das ist nie wirklich schwerwiegend.
Auf jeden Fall reicht es mir noch für 8/10.


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