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 Betreff des Beitrags: HEXEN VON HEUTE - Visconti, Bolognini, Pasolini u.a.
BeitragVerfasst: 04.09.2010 02:14 
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5 Episoden von 5 Meisterregisseuren und alle mit Silvana Mangano in der Hauptrolle!

In dieser Reihenfolge:

HEXEN VERBRENNT MAN LEBENDIG von Luchino Visconti

Ein illustre Gesellschaft trifft sich einer Berghütte in Kitzbühel, plötzlich taucht in der Runde eine berühmte Filmdiva auf und sorgt bei den Frauen und vor allem auch bei den Männern für viel Aufregung...

Zwar ein nicht uninteressanter Einstieg, aber letztendlich die Geschichte, mit der ich am wenigsten anfangen konnte.


PRAKTISCHE HILFSBEREITSCHAFT von Mauro Bolognini

Nach einem Unfall nimmt eine Frau eine verletzten Mann mit, doch statt, wie er hofft, ihn ins Krankenhaus zu bringen, fährt sie mit ihm erstmal durch die halbe Stadt...

Ein sehr kurzer Einspieler, mit skurillem (dieses Wort dürfte noch öfter fallen) Humor und einer bitterbösen Pointe.


DIE ERDE VOM MOND AUS BETRACHTET von Pier Paolo Pasolini

Ein Witwer sucht für sich eine neue Frau und für seinen Sohn eine neue Mutter, dabei geraten die beiden an eine Taubstumme...

Wer hier von Pasolini schwermütige Kost erwartet, liegt falsch! Schon das Erscheinungsbild der beiden wirkt sehr bizarr: Toto mit Halbglatze und riesigen Locken an den Seiten und Ninetto Davoli mit rot gefärbten Haaren. Dazu strotzt die Geschichte nur so vor abstrusen Einfällen und surrealen Eindrücken. Definitiv die überraschendste und stimmigste Episode!


DIE SIZILIANERIN von Franco Rossi

Ein Vater zettelt einen blutigen Krieg mit einer anderen Familie an, um die Ehre seiner Tochter zu verteidigen...

Die düsterste Episode, wieder sehr kurz und ebenfalls in recht skuriller Weise umgesetzt. Schwer zu sagen, was man davon halten soll.


EIN ABEND WIE JEDER ANDERE von Vittorio De Sica

Eine von ihrem Ehemann gelangweilte Frau flüchtet sich in diverse Fantasie-Welten...

Recht amüsant, wie Clint Eastwood als braver Ehemann gegen sein damaliges Westernhelden-Image anspielt. Eine gerade im Gegensatz zur vorherigen Episode wieder deutlich leichtere Geschichte, mit viel ausschweifendem 60s-Chic in den Traumsequenzen. Ein guter Abschluss.


Fazit:

Gar nicht so leicht, diesen Film angemessen zu beschreiben. Die skurillen Elemente, die mal mehr und mal weniger im Vordergrund stehen, geben dem Ganzen auf jeden Fall einen interessanten Touch und der wuchtige, jazzig groovende Score von Piccioni und Morricone tut das Übrige. Insgesamt eine deutlich zugänglichere und kurzweiligere Angelegenheit, als ich bei den Regisseuren befürchtet hätte. Kann man sich ruhig mal ansehen, wenn er vielleicht mal wieder im TV läuft. Besonders die Pasolini-Episode, die man als das Herzstück des Films bezeichnen könnte, lohnt wirklich!

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 Betreff des Beitrags: Re: HEXEN VON HEUTE - Visconti, Bolognini, Pasolini u.a.
BeitragVerfasst: 30.10.2016 18:12 
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HEXEN VON HEUTE ist wieder so ein Film, bei dem von der ersten Sekunde an offensichtlich ist, dass er aus den 60ern sein muss.
Schon der gezeichnete Vorspann (den wir einem gewissen Pino Zac zu verdanken haben) ist ein kleines Meisterstück für sich.

Der Beginn der 1. Episode ist noch recht vielversprechend.
Silvana Mangano kommt als berühmte Schauspielerin nach Kitzbühel, um dort mit Freunden ein paar Tage zu verbringen.
So weit, so gut.
Am Ziel angekommen, tritt sogleich Helmut Berger als eine Art Page auf - auch das lässt noch auf eine gute Episode hoffen.
Er und sein Kollege reden natürlich im Dialekt und das in einer deutschen Synchro eines italienischen Films.
Hört man nicht allzu oft, passt aber bestens.
Aber mit der Zeit wird's zunehmend zäher und uninteressanter.
Insofern muss ich Chet zustimmen, letztendlich ist es die schwächste, leider aber mit ca. 40 Minuten auch die längste Episode.

Die 2. Episode ist im Vergleich zur ersten von der Handlung her schon deutlich reduzierter und dürfte gefühlt auch die zweitkürzeste sein.
Lebt eindeutig vom skurrilen Humor und von einem grandiosen Alberto Sordi.
Hat mir weit besser gefallen, ist als nettes kleines Zwischenspiel auf jeden Fall sehr gut gelungen.

Die 3. Episode ist wiederum ganz anders.
Völlig ungewöhnlich für Pasolini, weit weg von schwerer Kost mit großer Symbolik.
Wieder sehr skurril, mit für Pasolini-Verhältnisse einfach verständlichem Humor, aber auch einer gewissen Tragik stellenweise.
Silvana Mangano ist hier als Taubstumme zu sehen, hat also nur Mimik und Gestik zur Verfügung, macht das aber sehr gut und überzeugt auch so.
Es ist sicher die bunteste Episode, aber die beste ist das, meiner Meinung nach, nicht.
Dazu ist sie mir doch zu überdreht und abgehoben, einfach zu viel des Guten.

Die vorletzte Episode, eine Persiflage auf die Blutrache, ist keinesfalls schwach, aber sicher die am schwierigsten bewertbare.
Und zwar schlicht und einfach aus dem Grund, weil die Geschichte quasi im Ultraschnellverlauf gezeigt wird.
Tochter aus armem Hause wird entehrt, daraufhin muss derjenige, der sie entehrt, aber dann ohne irgendetwas, einfach so, zurückgelassen hat und sich nicht mehr gemeldet hat, schnellstens beseitigt werden.
Die Familie des Opfers kann das natürlich nicht einfach hinnehmen und erledigen jemanden aus ihrer Familie.
Und so geht es 2, 3 Mal hin und her.
Das ist die ganze Geschichte, die Rossi in (vielleicht) 5 Minuten erzählt.
Eine Überraschung haben aber auch diese 5 Minuten zu bieten: Einen Gastauftritt von Tano Cimarosa.

Die letzte Episode ist nun die, auf die ich am meisten gespannt war.
Silvana Mangano und Clint Eastwood unter der Regie des großen Vittorio De Sica - das lässt die Erwartungen natürlich in die Höhe schnellen.
Und hier bewahrheitet sich auch das Sprichwort: "Das Beste kommt zum Schluss".
Diese Episode erstrahlt in schönstem 60er-Look, vor allem in den Traumsequenzen - nur weiß, das Set komplett in weiß gehalten.
Von der Geschichte her jedenfalls die interessanteste.
Aber nicht nur das, auch den surrealen Touch finde ich hervorragend.
In der Hinsicht, möchte ich meinen, stellenweise sogar eines Fellini würdig.
Als Komödie für mich auf jeden Fall auch die gelungenste Episode.
Noch dazu mit Clint Eastwood, der hier nicht nur gegen sein Westernhelden-Image anspielt, sondern auch einmal glänzend persifliert.
In ihrer Gesamtheit ist diese Episode für mich einfach die lustigste, stimmigste, beste des ganzen Films.

Einzelbewertungen:

1. Episode: 5/10
2. Episode: 8/10
3. Episode: 7/10
4. Episode: Punktebewertung unmöglich
5. Episode: 10/10

Gesamt: 7,5/10


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