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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Betreff des Beitrags: DIE BRONX-KATZEN - Jack Hill
BeitragVerfasst: 16.07.2013 11:14 
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DIE BRONX-KATZEN / SWITCHBLADE SISTERS (Anm.: Der Film heißt im Original THE JEZEBELS und nicht SWITCHBLADE SISTERS!)

USA 1975

Regie: Jack Hill

Darsteller: Robbie Lee, Joanne Nail, Monica Gayle, ...


INHALT

Die Bronx ist in den 70er Jahren ein ziemlich heruntergekommenens Viertel, Jugendgangs bestimmen das Leben auf den Straßen. So kann es durchaus schon einmal vorkommen, dass Eltern eines Mädchens dem Anführer einer Straßengang das Recht einräumen, ihre Tochter zu vergewaltigen (was ja weiland vor einigen hundert Jahren hierzulande auch das Recht der Könige war!). So gehört auch Lace (Robbie Lee) einer Gang an, den Dagger Debs, die sich aber stark an die Jungs der Silver Daggers anklammern und sich von diesen auch flach legen lassen. Die Jungs geben den Ton an, die Mädels schaffen Kohle durch Prostitution an.

Als wegen finanzieller Probleme die Nachbarschule geschlossen wird und die Jungen der dort herrschende Bande nun ebenfalls die Schule der Daggers besuchen, kommt es zu einem Bandenkrieg, in dessen Verlauf sich Maggie (Joanne Nail) zunächst quasi zur Anführerin der Dagger Debs macht und sich nach dem Tod des Obermotzes Dominik von den Jungs trennt und einen Rachefeldzug gegen das männliche Geschlecht beginnt. Patch, die rechte Hand Laces, spinnt ihrerseits Intrigen, um selbst wieder mehr Einfluss bei den Mädels und Lace zu bekommen. Als Lace dann schwanger wird und von dem Obermufti der Daggers wegen dessen Vorliebe für die knackige Maggie sitzen gelassen wird, verkomplizieren sich die Ereignisse, zumal Maggie zur Unterstützung ihres Krieges gegen Crabs Bande auch noch eine afroamerikanische Mädelbande, gegen die Alice Schwarzer wie eine Barbiepuppe aussieht, mit ins Boot holt.


BEWERTUNG

Der Film funzt. Selten so einen Spaß gehabt wie bei diesem Schinken! Der Brüller auf jeder Kumpelpartie, garantiert!

Die Sprüche sind oberste Sahne, und das auch schon im Original - hier wurde nicht wie bei vielen italienischen Filmen eine deutsche Blödelfassung erstellt, viele Szenen sind im O-Ton und wurden untertitelt, so erkennt man recht schnell, dass der deutsche Ton sich sehr an dem Slang des Originals hält.

Jack Hill ist ein brillianter Regisseur, der Kultfilme wie FOXY BROWN oder COFFY - DIE RAUBKATZE gedreht hat. Für diesen Film hatte er immerhin über dreihunderttausend Dollar zur Verfügung, die er sehr gut einsetzte - man erkennt keinen nennenswerten Unterschied zu Majorproduktionen. Die Kameraführung ist gut, der Schnitt rasant und lässt nie Langeweile aufkommen. Das Drehbuch gibt den Figuren eine glaubhafte Tiefe, die Handlungen sind nachvollziehbar und ansatzweise zeigt der Film gesellschaftskritische Züge, die er allerdings sehr überspitzt darbietet.

Die Darstellerinnen und Darsteller sind keineswegs "von der Straße gecastet", wie oft geschrieben wurde - meist spielten sie zuvor in Serien wie den STRAßEN VON SAN FRANZISCO oder DETEKTIV ROCKFORD kleinere Nebenrollen und fielen dadurch auf. Zu erwähnen seien die drei Hauptdarstellerinnen: Robbie Lee sieht nicht nur aus, sie hat im Deutschen auch die gleiche Synchronsprecherin wie Inger Nielssen alia Pipi Langstrumpf. Vielleicht hat Hill sie deshalb besetzt, weil ihre Rolle durchaus Langstrumpf'sche Züge hat. Joanne Nail als Maggie ist sicher die Augenweide des Films. Wenn sie in Hotpants Jungs vermöbelt, dann geht man schon mal nicht an den Kühlschrank, um sich ein neues Bier zu holen, die Lady ist 'ne Wucht. Da sie zudem gut spielt frage ich mich, warum man sie so selten auf der Leinwand zu bewundern sah! Monica Gayle schaut ein wenig aus wie der Racheengel aus Bo Widerbergs THRILLER - EN GRYM FILM (aha, wieder Schweden!). Ihre filmische Karriere begann mit solchen Tit(t)eln wie IM FUMMELSCHUPPEN VON BUFFY COUNTY oder THE EROTIC ADVENTURES OF PINOCCHIO. Aber süß ist die Maus mit dem Augenkläppchen :)

9/10 Punkten


Zuletzt geändert von Sergio Paydes am 16.07.2013 19:12, insgesamt 2-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: DIE RONX-KATZEN - Jack Hill
BeitragVerfasst: 16.07.2013 12:09 
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So, ich konnte nun auch nicht länger widerstehen und hab die DVD geordert. :oops:

Die kommende Blu-ray gesellt sich dann ebenfalls dazu *support your locals!*


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 Betreff des Beitrags: Re: DIE RONX-KATZEN - Jack Hill
BeitragVerfasst: 16.07.2013 12:29 
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Hast du die DVD schon ? Wie ist die Qualität ? ich liebäugle noch mit der großen Hartbox, die würde sich gut nebem meinem alten Eurovideo-Tape machen !

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 Betreff des Beitrags: Re: DIE RONX-KATZEN - Jack Hill
BeitragVerfasst: 16.07.2013 12:39 
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Ne, noch nicht da. Rechne heute oder morgen damit.


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 Betreff des Beitrags: Re: DIE RONX-KATZEN - Jack Hill
BeitragVerfasst: 16.07.2013 12:43 
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Okay, kannst ja kurz Bescheid sagen, wenn du die Disc erhalten hast...

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 Betreff des Beitrags: Re: DIE RONX-KATZEN - Jack Hill
BeitragVerfasst: 16.07.2013 13:07 
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Heißt der Film wie im Thread steht RONX? :lol:


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 Betreff des Beitrags: Re: DIE RONX-KATZEN - Jack Hill
BeitragVerfasst: 16.07.2013 14:17 
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Santorro hat geschrieben:
Hast du die DVD schon ? Wie ist die Qualität ? ich liebäugle noch mit der großen Hartbox, die würde sich gut nebem meinem alten Eurovideo-Tape machen !


Hier ein paar Screenshots:
Bild Bild Bild Bild
Bild Bild Bild Bild

Sprich denke ich für sich... da kann das Euro-Video Tape einpacken... was gibt es da noch groß zu sagen? Im Gegensatz zum Tape ist der Film jetzt im richtigen Bildformat, ungekürzt und auch die (nicht anamorphe) US DVD hat das nachsehen.

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 Betreff des Beitrags: Re: DIE RONX-KATZEN - Jack Hill
BeitragVerfasst: 16.07.2013 14:34 
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Die Ronx-Katzen? Geil! :lol:

Sergio Paydes hat geschrieben:
(Anm.: Der Film heißt im Original THE JEZEBELS und nicht SWITCHBLADE SISTERS!)


Das ist aber auch nur die halbe Wahrheit. Der Film wurde aus kommerziellen Gründen von The Jezebels in Switchblade Sisters umbenannt und floppte damit leider in den Kinos.

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 Betreff des Beitrags: Re: DIE RONX-KATZEN - Jack Hill
BeitragVerfasst: 16.07.2013 17:44 
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Da steht ja echt RONX-Katzen! :o :oops:

Wie ändert man das ab??? Da liest man den Text 3x Korrektur und achtet nicht auf den Titel!!! So, jetzt dürfte das dicke B wieder da sein :)

Zur DVD von MP kann ich das gute Bild nur loben, der Ton ist immer verständlich, die Untertitel stammen von SUBKULTUR! Ich nehme an. die haben da auch die Hände im Spiel und das ganze mit MP co-finanziert.


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 Betreff des Beitrags: Re: DIE RONX-KATZEN - Jack Hill
BeitragVerfasst: 16.07.2013 17:58 
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Sergio Paydes hat geschrieben:
Zur DVD von MP kann ich das gute Bild nur loben, der Ton ist immer verständlich, die Untertitel stammen von SUBKULTUR! Ich nehme an. die haben da auch die Hände im Spiel und das ganze mit MP co-finanziert.


Nachdem SK schon vor langer Zeit eine Blu-Ray des Films angekündigt hat und aktuell noch daran werkelt, verwundert mich das nun nicht, überraschen erst recht nicht.

Die Screenshots sehen heiß aus!


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 Betreff des Beitrags: Re: DIE BRONX-KATZEN - Jack Hill
BeitragVerfasst: 16.07.2013 18:17 
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Ein absoluter Überkracher und einfach nur göttliches Exploitationkino.

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 Betreff des Beitrags: Re: DIE BRONX-KATZEN - Jack Hill
BeitragVerfasst: 16.07.2013 18:31 
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RONX KATZEN finde ich geiler.


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 Betreff des Beitrags: Re: DIE BRONX-KATZEN - Jack Hill
BeitragVerfasst: 17.07.2013 22:56 
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Soeben angesehen und noch immer total rattig auf Joanne Nail. :oops:

Der Film rockt richtig in dieser superben Qualität. Ich bereu den Kauf nicht und kann die Wartezeit auf die Blu-Ray nun nett überbrücken.

Keine Over-The-Top Orgie wie Coffy, aber verdammt dicht dran. Die dt. Synchro hatte ich gar nicht mehr so im Kopf, da nur die US Scheiblette im Player dann und wann rotierte, daher war ich sehr überrascht, wie "sleazy" der damalige Verleih ans Werk ging, wobei ich dem Sergio voll und ganz Recht geben muss, denn der O-Ton ist und bleibt eine Ode an die Derbheit. Die angeblich achso laienhaften Darsteller hauchen dem Film das authentische Leben ein, was er braucht, um so zu funktionieren, wie er funktioniert. Wären da professionelle und namhafte Akteure engagiert wurden, wäre er sicherlich nicht mehr, als ein Showreel für die Prominenz der Grindhouse-Ära. Ok, Pam Grier als Klofrau in der Schule hätte sicherlich durchaus eine Berechtigung gehabt, aber sie wollte offenbar nicht "degradiert" werden. :mrgreen:

Die Qualität der DVD tut dem Film extrem gut, denn die Bonbon-farbigen Bilder (besonders die Klamotten, Geeez) betonen herrlich den Anarcho-Grundton eines Films, der überhaupt keinen Hehl draus macht, auf Konventionen zu scheissen und nur zum Spaß haben gedacht ist. Aus dieser Perspektive funktioniert er einfach brillant und wird zu keiner Zeit langweilig. Auch erhebt er keinen moralischen Anspruch und selbst beim "Familien"-tauglichen Ende bricht er kurz vorm Abspann nochmal aus seiner Hülle und verabreicht nochmal eine Runde Spaßdrops, zeitgleich mit einer späten Ernüchterung, denn das offenkundig auf eine mögliche Fortsetzung ausgelegte Ende blieb leider von eben jener "verschont". Gerne hätte ich ein zweites Abenteuer der verbliebenen Jezebels gesehen.



Zum Schluss ein kleines Kompliment an Mr. Subkultur, der sichtlich viel Liebe in die Übersetzung der Dialoge steckte und dabei eine grandiose Mischung des O-Tons und der Synchro für die fehlenden Stellen gefunden hat. Ich musste an einer gewissen Stelle im Büro von Craps tatsächlich einmal zurückspulen, weil ich kaum glauben konnte, was da stand und bei der Vorstellung, dass der Satz so von Tommy Piper gesprochen würde, musste ich doch echt laut loslachen. :mrgreen:
Auch an anderen Stellen sind feine kleine Gemeinheiten eingebaut wurden, die den Slang des Originals optimal unterstreichen (siehe die Szene mit "Käsekuchen" und der Polizei :lol27: ) und bei mir als Zuschauer ein Dauergrinsen verursacht haben. Schon bei den Entfesselten ließ man die Sau raus und die Bronx-Katzen sind ebenfalls voller Energie. Gerne mehr davon, ich werd noch OmU-Glotzer, obwohl ich Synchrofan bin :mrgreen:


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 Betreff des Beitrags: Re: DIE BRONX-KATZEN - Jack Hill
BeitragVerfasst: 17.07.2013 23:24 
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...weiß man, warum man im Endkampf einen Mann als Stunt-Double genommen hat?


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 Betreff des Beitrags: Re: DIE BRONX-KATZEN - Jack Hill
BeitragVerfasst: 19.07.2013 21:54 
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Alternativer Titel: Switchblade Sisters
Produktionsland: USA
Produktion: John Prizer
Erscheinungsjahr: 1975
Regie: Jack Hill
Drehbuch: Jack Hill
Kamera: Stephen M. Katz
Schnitt: Morton Tubor
Spezialeffekte: Greg Auer
Budget: ca. $320.000
Musik: Les Baxter , Medusa
Länge: 87 Min.
Freigabe: ungeprüft
Darsteller: Robbie Lee, Joanne Nail, Monica Gayle, Asher Brauner, Chase Newhart, Marlene Clark, Kitty Bruce, Janice Karman, Don Stark u.a.


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Die „Dagger Debs“ eine Straßengang die nur aus jungen Frauen besteht bekommt mit Maggie ein neues Mitglied. Dieses passt Patch überhaupt nicht, da sie ihre Position als Vertrauensperson der Leaderin Lace in Gefahr sieht.

Einige schwarz/ weiß Photos zeigen die Gangmitglieder und präsentieren den Hintergrund für die Credits. Dazu klingt Melanie Clarks „Black Hearted Woman“ aus den Lautsprechern. Wir sind im sozialen Brennpunkt der USA angelangt ob es nun die Bronx ist oder nicht ist uninteressant. Jedenfalls werden die Raten für den Fernseher nicht pünktlich gezahlt und die Geldeintreiber sind auf Tour. Doch wenn die selbstherrliche verfettete Geldeintreibermaschine im Siegergefühl den Fahrstuhl betritt sollte sich die Fettbacke vorher vergewissern, dass Lace nicht in der Nähe ist. Besprühte Wände und Fahrstühle lassen die Klischees aufleben und die „Dagger Debs“ geben sofort Vollgas.

Viele sympathische Charaktere machen sich unter den „Switchblade Sisters“ breit. Robbie Lee als Lace, Joanne Nail als Maggie, Janice Karman als Bunny und eine extrem coole Monica Gayle als Augenkappenträgerin Patch. Eine Garde von Katzen die stets die Krallen geschärft im Anschlag haben. Gegen dieses Quartett wirkt die männliche Garde um Dominic und Hook wie eine Ansammlung von Schießbudenfiguren auf dem Jahrmarkt. Eine Stimmungskanone hat jedoch auch die männliche Fraktion zu bieten und zwar Chase Newhart als Crabs. Ein Typ der ein wenig an Slade Gitarrist Dave Hill erinnert.

Neben der zentralen Story über Eifersucht und Hass lässt es sich Jack Hill nicht nehmen: Themen wie Emanzipation, Kommunismus und Loyalität einzubringen.

„Sie ist in der Sonntagsschule und bedient dort den Schwengel des Vikar.“ (Maggie)

Die deutsche Synchronisation hat natürlich einige von diesen exquisiten Gassenhauern parat und der Zuschauer bekommt viel Gelegenheit sich über diese zu amüsieren.

Fazit: Wenn Lace, Bunny, Patch und Maggie die Schnappmesser zücken dann ist für Bambule und allerbeste Unterhaltung gesorgt, denn die „Jezebels“ sind einfach Kult.

9/10

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 Betreff des Beitrags: Re: DIE BRONX-KATZEN - Jack Hill
BeitragVerfasst: 03.10.2013 18:41 
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DIE BRONX-KATZEN
[THE JEZEBELS][USA][1975]

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Regie: Jack Hill
Darsteller: Joanne Nail , Robbie Lee, Monica Gayle, Asher Brauner, Chase Newhart, Marlene Clark, Kitty Bruce, Janice Karman, Don Stark, Don Marino, Helene Nelson, Bill Adler


„Mütter, versteckt eure Söhne – die Bronx-Katzen sind los!“

Die 'Dagger Debs' sind eine brutale New Yorker Mädchengang, vor welcher das ganze Viertel zittern muss. Doch eines Tages kommt Maggie [Joanne Nail] in die Stadt, welche sich nicht so ohne Weiteres einschüchtern lässt und den 'Debs' ordentlich Paroli bietet. Nach einer zünftigen Rauferei landet die Gang gemeinsam mit Maggie im Kittchen. Bandenchefin Lace [Robbie Lee] ist von den Nehmerqualitäten des Neuankömmlings überaus beeindruckt, und als sie ihr auch noch dabei behilflich ist, die Übergriffe der lesbischen Wärterin Mom Smackley [Kate Murtaugh] abzuwehren, entsteht eine Freundschaft zwischen den beiden Mädchen. Maggie wird in die Bande aufgenommen. Dieses missfällt wiederum der einäugigen Patch [Monica Gayle], welche nach Haftentlassung der 'Dagger Debs' unverzüglich anfängt, gegen die neue Konkurrentin zu intrigieren. Dass sich Laces Freund Dom [Asher Brauner] in Maggie zu verlieben scheint, kommt ihr dabei gerade recht. Doch damit nicht genug der Anfeindungen: Als die konkurrierende Gang des schrägen Drogendealers Crabs [Chase Newhart] auf ihre Schule versetzt wird, bricht auch noch ein blutiger Bandenkrieg los.

Nachdem Jack Hill mit COFFY und FOXY BROWN Pam Grier zur ungekrönten Königin des Blaxploitation-Kinos erhoben hatte, widmete sich der Meister des kostengünstigen Leinwandspektakels den Schicksalen deutlich bleichgesichtigerer Slumbewohner und lies die BRONX-KATZEN los. Gewohnt realitätsfern und spekulativ ausschlachtend kredenzte er eine von obszönen Dialogen beherrschte, angenehm räudige Räuberpistole über eine frevelhafte Mädchenbande, die, zwischen internen Intrigen und kriegerischen Anfeindungen, im verruchtesten Viertel der Stadt ihren Mann stehen muss. Und obwohl der gefeierte B-Film-Regisseur zur Vorbereitung seiner Sause mehrere tatsächliche Bandenmitglieder interviewte und lange Zeit einen ernsthaften Themenbeitrag plante, entschied er sich letztendlich doch wieder für das, was er am besten konnte und servierte einmal mehr zwar anspruchsloses, aber überaus charmantes Bahnhofskino voll feinsten Rambazambas. Und während die seriöse Kritik erneut unbrünstig abwinkte, über Dilettantismus und Gewaltverharmlosung klagte, bot sich dem etwas weniger wählerischen Publikum abermals eine willkommene Abwechslung zu Schlöndorff und Shakespeare.

Alles Echauffieren über Mangel an Intellekt und Anstand wäre tatsächlich auch reinste Zeitverschwendung, denn SWITCHBLADE SISTERS (so der wohl bekannteste Titel) ist eigentlich purer Unfug und in keiner Weise ernstzunehmen. Das beginnt bereits bei Joanne Nail als Quasi-Hauptfigur Maggie, die, selbst im Frauenknast noch in Overknees und Hot Pants unterwegs, zwar einen optischen Leckerbissen erster Kajüte darstellt, doch niemals auch nur im Ansatz wie eine Person wirkt, die es mit einer ganzen Straßengang aufnehmen könnte. Andererseits wirkt auch Lace, die von Robbie Lee verkörperte Anführerin der rabiaten Truppe, alles andere als ehrfurchtsgebietend, sondern eher wie jemand, dem bereits die Tränen in die Augen steigen, wenn ihm die Plätzchen im Ofen anbrennen. So erwecken die angeblich so beinharten 'Dagger Debs' eher den Eindruck einer ungezogenen Sandkastenkombo, der man nur mal ein bisschen Wangenapplaus spendieren müsste, um sie wieder zur Besinnung zu bringen. Dass diese pseudocoole Püppchenparade eine der gefürchtetsten Gangs im ganzen Ghetto darstellen soll, glaubt man nicht eine einzige Sekunde.

Natürlich könnte man, sofern man gewillt ist, den Umstand, dass die taffen Mädels und Jungs, die tagtäglich fett einen auf dicke Hose machen, innerlich eigentlich verletzlich und voller Zweifel sind, auch als beabsichtigte Sozialkritik auffassen, und tatsächlich klingt etwas Ähnliches zumindest zeitweise durchaus an, wenn Dom, Freund von Lace und natürlich ebenfalls Anführer eines mehr oder minder knallharten Straßenmobs, ihr in einem haltlosen Emotionsausbruch entgegenschleudert: „Diese ganze verfluchte Gang kotzt mich an!“. Allzu weit aus dem Fenster lehnen sollte man sich aufgrunddessen allerdings trotzdem nicht: THE JEZEBELS (und noch ein Alternativtitel) ist und bleibt ein oberflächliches Bandendrama, das in Inhalt und Dialog über das Niveau einer gewöhnlichen Seifenoper zu keiner Zeit herauskommt und auch niemals einen reellen Versuch unternimmt, eine Erklärung für gesellschaftliche Probleme zu liefern. Als Dokumentation taugt das wahrlich nichts - als schicke Schmierenkomödie hingegen umso mehr.

Einmal mehr erhob Jack Hill Trivialität zur Tugend, indem er sie geradezu mustergültig zelebrierte: Ungelenke Schlägereien wechseln sich ab mit kitschigen Beziehungskisten, pubertäre Sex- und Gewaltphantasien mischen sich mit arglosem Geblödel. Ernste Themen verkommen dabei zu belanglosen Banalitäten, während Tötungen und Misshandlungen nahestehender Menschen lapidar, nach kurzem pflichterfüllendem Trauermoment fast schon schulterzuckend zur Kenntnis genommen werden. Auch Prostitution (denn natürlich schicken die Mitglieder der männlichen Gang ihre Freundinnen auf den Strich) wird hier zum feucht-fröhlichen Vergnügen, wenn die Dame (die zwar genervt ist vom langen 'Arbeitstag', aber ansonsten eigentlich keine nennenswerten Probleme hat) auf der Schultoilette dem nächstbesten Kunden zum Sonderpreis von nur fünf Dollar angeboten wird – selbst, wenn dieser eigentlich gar kein Interesse hegt: So kommt der Klassenstreber um die Ecke und wird vom zuständigen Zuhälter mit inbrünstig werbenden Worten in die Toilettenräume gestoßen, während der arme Junge lauthals protestiert, da er eigentlich dringend in den Chemieunterricht müsse. Die Geldbörse des unfreiwilligen Freiers behält der Kuppler dabei selbstverständlich gleich ein, um sich seine fünf Dollar höchstpersönlich einzuverleiben.

Momente wie dieser, die heiße Eisen zu harmlosem Entertainment degradieren, sind keine Seltenheit und machen DIE BRONX-KATZEN zu einem politisch höchst unkorrekten Vergnügen, das unverbesserlichen Moralaposteln zwar tüchtig die Pumpe hochtreiben dürfte, tatsächlich jedoch in seiner unverblümt naiven Weltsicht und kuscheligen Wohlfühlattitüde vorzügliche 70er-Jahre-Unterhaltung bietet, zumal auch die Gewaltdarstellung, bei Hill ohnehin immer eher gemäßigt, hier noch mal zusätzlich gezügelt wurde und explizite Brutalitäten nahezu völlig ausbleiben. Und um den ruchlosen Ereignissen auch noch den Rest an Schrecken zu nehmen, bevölkerte Hill sein Drehbuch zusätzlich mit einer erquickenden Vielzahl schreiend schriller Figuren, die das grausame Ghetto endgültig in ein quietschbuntes Kabarett verwandeln. Das gilt vor allem für den von Chase Newhart verkörperten Drogendealer Crabs, der mit kariertem Beinkleid, sternverzierten Hosenträgern und glitzerndem Herrenhemd aussieht wie ein lauwarmer Kanarienvogel und optisch vielleicht auf den Christopher Street Day passen würde, aber ganz bestimmt nicht als Gangsterboss in die Bronx.

Doch auch abseits von Modemerkwürdigkeiten und Charakterkuriositäten sind DIE BRONX-KATZEN ein Sammelbecken herrlich abstruser Albernheiten: Im Frauengefängnis herrscht natürlich eine dicke Matrone, die auch gern mal Hand an ihre Schäfchen legt („Besser, du kommst ihr nicht in die Quere - die ist scharf wie Affenscheiße!“), Drogenhändler jubeln ihren Stoff armen Kindern bei der Essensausgabe unter („Er macht sogar Kinder süchtig - mit präparierten Vitaminpillen!“), und der einzige Ort, an dem die harten Ghettogangster ihre Waffen ablegen, ist die örtliche Rollschuhbahn („Die Bahn ist neutrales Territorium“), an welcher sich die harten Jungs selbstverständlich einmal in der Woche treffen, um unbeschwert Rollschuh zu laufen. Und da es Hill auch nicht so ganz gelang, seine Blaxploitation-Affinität zu zügeln, mischt aus heiterem Himmel auch noch eine Horde afro-amerikanischer, militanter Frauenrechtlerinnen mit („Politische Power erwächst aus dem Lauf einer Knarre!“), weswegen am Ende dann auch wieder eine Black Mama die letzten Kohlen aus dem Feuer holen darf (wofür sie natürlich mit einem privaten Panzerfahrzeug anrollt – Erklärungen sind überflüssig!).

Kurzum: SWITCHBLADE SISTERS ist eine wirklichkeitsfremde, doch äußerst burleske Angelegenheit, deren Grundtenor, trotz einiger Entgleisungen (wie der Umstand, dass aus einer Vergewaltigung heraus romantische Gefühle resultieren) zudem unerwartetet feministisch geriet. Natürlich wäre es maßlos übertrieben, zu behaupten, Hills Werk sei ein ernstzunehmendes emanzipatorisches Manifest, doch erweisen sich die weiblichen Figuren ihren männlichen Pendants gegenüber sowohl charakterlich als auch emotional als deutlich überlegen. So gibt es hier tatsächlich nicht eine einzige männliche Identifikationsfigur, so dass die Sympathien sich klar auf die Mitglieder der Mädchengang verteilen, welche dann auch schließlich erkennen, dass sie auf die Unterstützung des vermeintlich starken Geschlechts gar nicht angewiesen sind. „Hol dir einen Mann, wenn du was brauchst für's Bett - dann wirf ihn weg!“, lautet die finale Quintessenz, ausgesprochen von der schwarzen Revoluzzerin Muff [Marlene Clark].

Das humorlose 'Lexikon des internationalen Films' gab sich mal wieder stocksteif und unterstellte den BRONX-KATZEN „ein Zeugnis menschenverachtender Gesinnung". Das ist nun freilich heillos übertrieben. Selbstverständlich ist und bleibt SWITCHBLADE SISTERS eine Billigproduktion (das Budget betrug lachhafte 320.000 Dollar und die Drehzeit gerade mal zwölf Tage), die mit spekulativen Elementen versucht, möglichst viel Umsatz zu machen und an der es auch formal Einiges zu bekritteln gäbe: So ist der Schnitt in den Actionszenen eine Katastrophe und auch die Choreographie kommt reichlich hüftsteif daher (man beachte vor allem die Gefängnisschlägerei, bei welcher sich die Personen bereitwillig in Positur stellen, um sich treffen zu lassen). Zudem schlagen manche Darsteller zeitweilen vollkommen über die Stränge und betreiben ein Overacting, dass die Bronx bebt (das gilt vor allem für die männlichen Darsteller, doch auch Joanne Nail übertreibt es in der Schlussszene maßlos).

Doch obwohl eine charismatische Hauptdarstellerin vom Schlage einer Pam Grier fehlt (Joanne Nail bleibt insgesamt deutlich zu brav), und manch ein Scherz in seiner Harmlosigkeit eher an bieder-deutschen Lustspielklamauk erinnert (so versteckt ein Bandenmitglied ein Unterhöschen in der Jacke ihres Lehrers – hach, wie rebellisch!), geriet Hills Ganovenstück zu einer runden Sache, die durchaus auch einige gelungene Regieeinfälle zu bieten hat (so erscheint der Schlusskampf zweier Mädchen lediglich als Schattenspiel an der Wand). Allen Defiziten zum Trotze geriet THE JEZEBELS somit geradezu unverschämt liebenswert und bietet trotz seiner ernsthaften Thematik jede Menge an Putzigkeiten. Dass die rabiate Schlägerbraut Patch einen Schmetterling auf ihrer Augenklappe durch die Gegend trägt, darf dabei ohne Weiteres als Metapher verstanden werden: Gewalt und Brutalität werden zum kindlich-unbekümmerten Ulk, der niemandem mehr wehtut. Somit versprühen DIE BRONX-KATZEN auf angenehme Art und Weise den unbeschwerten Zeitgeist ihrer Entstehung.

Die JEZEBELS laden ein zur großen Ghetto-Gaudi, und alle machen mit! Eine Handvoll schnuckeliger Schnecken schimpft, schlägt und ränkeschmiedet sich leidenschaftlich durch ein himmelschreiend absurdes Bandenkriegsszenario, und der bluesige Soundtrack groovt einem dazu die Hütte voll und schämt sich nicht mal. DIE BRONX-KATZEN sind nicht nur für Tierfreunde eine Empfehlung.

s. auch: DIE BRONX-KATZEN

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 Betreff des Beitrags: Re: DIE BRONX-KATZEN --- SWITCHBLADE SISTERS --- Coming soon
BeitragVerfasst: 15.02.2016 17:42 
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// argh falscher Thread, ich dachte das wäre ein reiner Filmthread, zur Veröffentlichung von Subkultur habe ich noch nicht viel zu sagen außer dass der Film (mal wieder) eine tolle Qualität hat und die Trailershow viel Spaß macht.

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Switchblade Sisters
USA | 1975 | Jack Hill

Die Dagger Debs sind eine Mädchengang, angeführt von der jungen Lace. Mit der charismatischen Maggie erhalten sie einen Neuzugang der mehr Veränderungen mit sich bringt als so manchen Mitglied der Dagger Debs und den Silver Daggers (das männliche Pendant zu den Dagger Debs, quasi die Brudergang) lieb ist.
Besonders hitzig wird die Situation nachdem eine rivalisierende Gang rund um Anführer Crabs sich breit machen möchte.

Ein feiner Film und sogleich meine erste Sichtung eines Werkes von Jack Hill, ich bin mir sicher, dass mich Mr. Hill in Zukunft erneut begegnen wird. Die Darstellerinen sind gut gecastet worden, insbesondere Lace kann sich mit ihrer tollen Stimme hervorheben, Patch ist wohl die einzige die auf mich nicht unscheinbar/unschuldig wirkt, als eifersüchtige rechte Hand von Lace toll platziert.
Abgesehen von Crabs wirkten die männlichen Pendants zu den Dagger Debs, nämlich die Mitglieder der Silver Daggers auf mich gerade zu farblos. Keineswegs schlecht, einfach nicht mit der Ausstrahlung der Mädchenbande gesegnet obwohl auch hier ein paar kauzige Charaktere genannt werden können. Vermutlich so gewollt von Jack Hill? Ich sollte mir mal seinen Audiokommentar anhören.
Der Film ist einfach Frauen-Power schlechthin, Feminismus zum Jubeln, Emanzipation zum Spaß haben.


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 Betreff des Beitrags: Re: DIE BRONX-KATZEN - Jack Hill
BeitragVerfasst: 15.02.2016 19:39 
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BeitragVerfasst: 16.05.2016 20:42 
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Noch nie habe ich den Film in einer solchen Bildqualität wie jetzt von Subkultur gesehen. Der Film selbst ist klassischer 70er-Exploitationer, den man keinessfalls zu ernst nehmen sollte mit zeitgenössischer Schmiersynchro. Die Untertitel für die früher fehlenden Szenen passen sich dem an ("Lass mal Luft an deine Euter").

Immer wieder ein Vergnügen.


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 Betreff des Beitrags: Re: DIE BRONX-KATZEN - Jack Hill
BeitragVerfasst: 19.10.2016 23:54 
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Nachdem Jack Hill uns mit COFFY und FOXY BROWN zwei Blaxploitation-Perlen geschenkt hat, versucht er es mit einem Mädchengang-Film.
Erneut enttäuscht er mich nicht, macht seine Arbeit wieder sehr gut.
Aber auch hier ist viel den Schauspielern zu verdanken, zumal die Besetzung an sich ja auch schon großartig ist.
Und was wäre eine gute Besetzung, wenn nicht die Figuren auch hervorragend ausgearbeitet wären?
Hill hat ja, eigenen Angaben zufolge, das Drehbuch selbst noch einmal überarbeitet, um den Figuren mehr Tiefe zu verleihen und ich glaube, genau das ist es, was dem Film letztendlich den letzten Schliff gibt.
Denn alles andere drumherum ist zwar feinste Exploitation zum Jubilieren, aber die ausgeprägte Charakterzeichnung ist dann das, was den Film auszeichnet.
Weil es für den Zuschauer unter den vielen Figuren zumindest eine eindeutige Protagonistin/einen Protagonisten gibt.
Damit aber genug zu den Figuren - zurück zum Allgemeinen.
Die Inszenierung ist einwandfrei, Sets/Locations sowie Musik und die deutsche Synchro lassen ordentlich Stimmung aufkommen.
Und die Krönung: (Spuren-)Elemente der Blaxploitation sind auch vorhanden!
Nicht nur die Mädels, die als Unterstützung für die finale Schlacht dazukommen, auch die Musik hätte einem Blaxploitation-Film bestens gepasst.
Alles passt wunderbar zusammen und so ist es nicht einfach nur ein Film, von dem man sich 1 1/2 Stunden unterhalten lässt, sondern einer der auch richtig Spaß macht.

DIE BRONX-KATZEN oder auch THE JEZEBELS oder SWITCHBLADE SISTERS genannt, sind ganz gewiss nicht zum letzten Mal im Player gelandet!
9/10


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 Betreff des Beitrags: Re: DIE BRONX-KATZEN - Jack Hill
BeitragVerfasst: 06.12.2016 00:58 
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Am frühen Abend wanderte die BD in den Schacht ,,,



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BD/DVD-Combo: Subkultur Entertainment, Grindhouse Collection Vol.2 Nr. 5


Switchblade Sisters (USA 1975)

Intrigen und eine Prise Schmuddel ...


Lace (Robbie Lee) führt eine kleine Gang junger "Damen" an, unterhält überdies eine Liebesbeziehung zu Dominic (Asher Brauner), seines Zeichens Boss der lokalen Burschentruppe. Eines Tages treffen Lace und ihre Mädel auf die freche und wehrhafte Maggie (Joanne Nail), die vor allem Lace ordentlich beeindruckt. Doch die neue Freundschaft steht bald vor einer Zer­reiß­pro­be, denn Wüstling Dom hat offenbar ein Auge auf Maggie geworfen. Nicht zu vergessen der zunehmend aus dem Ruder laufende Konflkt mit Crabs (Chase Newhart), immerhin Chef einer konkurrierenden und gut bewaffneten Bande ...

Jack Hill inszenierte ein paar kleine Lieblinge, darunter "Coffy" (1973) und "Foxy Brown" (1974). So kommen auch die Klappmesser Schwestern durchaus unterhaltsam daher, mir fehlt jedoch ein wenig der letzte Kick, um den Film nachhaltig aus der breiten Masse zu heben. Tatsächlich ist der Streifen immer dann am stärksten, wenn auf den Putz geklopft wird, siehe die Momente im Gefägnis während der frühen Phase, siehe die kleine Straßenschlacht im späteren Verlauf des Treibens. Überwiegend gelingt es leider nicht, diese wohlig-schmierige Atmosphäre der Siebziger überzeugend anzubieten, zu brav muten Darsteller und Inszenierung an, zumindest setzt die deutsche Synchronisation hin und wieder kleine Glanzlichter.

Nein, es liegt nicht am überwiegend hölzernen Spiel der Akteure, vielmehr sah ich immer wieder die berühmt-berüchtigte Handbremse vor meinem (wirren) geistigen Auge. Ansätze weisen in Richtung wüster Exploitationfilm, leider wird diese Richtung nicht konsequent beschritten. Ja, ich finde es durchaus spannend, wenn sich Filme gegen -eventuell- vorgefertigte Erwartungshaltungen stemmen, hier liegt der Fall etwas anders, hatten die Verantwortlichen -vermutlich- schlicht Luft im Sack (Verzeihung).

Letztlich sympathisch und sehenswert, gleichwohl kein Überflieger. Sehr gut ist es um die Veröffentlichung aus dem Hause Subkultur bestellt, die Sause liegt in ansprechender Qualität vor, auf Wunsch bekommen wir vorab eine herrliche Trailershow aufs entzündete Auge, Audiokommentare, diverse Boni und ein Booklet runden das Paket ansprechend ab.

Fazit: Netter Stoff in prächtiger Aufmachung.

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 Betreff des Beitrags: Re: DIE BRONX-KATZEN - Jack Hill
BeitragVerfasst: 06.12.2016 12:38 
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Blap hat geschrieben:
Nein, es liegt nicht am überwiegend hölzernen Spiel der Akteure, vielmehr sah ich immer wieder die berühmt-berüchtigte Handbremse vor meinem (wirren) geistigen Auge. Ansätze weisen in Richtung wüster Exploitationfilm, leider wird diese Richtung nicht konsequent beschritten. Ja, ich finde es durchaus spannend, wenn sich Filme gegen -eventuell- vorgefertigte Erwartungshaltungen stemmen, hier liegt der Fall etwas anders, hatten die Verantwortlichen -vermutlich- schlicht Luft im Sack (Verzeihung).


Im Bonusmaterial erklärt Jack Hill, wieso der Film so zahm ist.
Man wollte ihn als PG-13 durchboxen, also wurde auf die grafischen Sachen verzichtet, aber dann meint Hill, das damals jedes noch so kleines Drogenthema bei der MPAA als r-rated eingestuft wurde. Sein großer Fehler wie er sagt, denn er hat während dem Dreh nicht daran gedacht.
Er wurde also mit r-rated in die Kinos gebracht und gesehen haben die Leute einen als PG-13 inszenierten Gangfilm.
Man kann also schlussfolgern, das er die Exploitationnummer gnadenlos durchgezogen hätte, wäre da nicht seine Vergesslichkeit gewesen.

Dennoch ist auch das Ergebnis jetzt ein feiner Partyfilm, der ordentlich Gas gibt. 8-)


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 Betreff des Beitrags: Re: DIE BRONX-KATZEN - Jack Hill
BeitragVerfasst: 06.12.2016 13:26 
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Steven Ogg hat geschrieben:
Im Bonusmaterial erklärt Jack Hill, wieso der Film so zahm ist.
Man wollte ihn als PG-13 durchboxen, also wurde auf die grafischen Sachen verzichtet, aber dann meint Hill, das damals jedes noch so kleines Drogenthema bei der MPAA als r-rated eingestuft wurde. Sein großer Fehler wie er sagt, denn er hat während dem Dreh nicht daran gedacht.
Er wurde also mit r-rated in die Kinos gebracht und gesehen haben die Leute einen als PG-13 inszenierten Gangfilm.
Man kann also schlussfolgern, das er die Exploitationnummer gnadenlos durchgezogen hätte, wäre da nicht seine Vergesslichkeit gewesen.


Danke für die Ergänzung. Ja, irgendwie schade. Vergesslich und/oder Luft im Sack, identisches Resultat. ;)

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 Betreff des Beitrags: Re: DIE BRONX-KATZEN - Jack Hill
BeitragVerfasst: 06.12.2016 17:19 
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Steven Ogg hat geschrieben:
Blap hat geschrieben:
Nein, es liegt nicht am überwiegend hölzernen Spiel der Akteure, vielmehr sah ich immer wieder die berühmt-berüchtigte Handbremse vor meinem (wirren) geistigen Auge. Ansätze weisen in Richtung wüster Exploitationfilm, leider wird diese Richtung nicht konsequent beschritten. Ja, ich finde es durchaus spannend, wenn sich Filme gegen -eventuell- vorgefertigte Erwartungshaltungen stemmen, hier liegt der Fall etwas anders, hatten die Verantwortlichen -vermutlich- schlicht Luft im Sack (Verzeihung).


Im Bonusmaterial erklärt Jack Hill, wieso der Film so zahm ist.
Man wollte ihn als PG-13 durchboxen, also wurde auf die grafischen Sachen verzichtet, aber dann meint Hill, das damals jedes noch so kleines Drogenthema bei der MPAA als r-rated eingestuft wurde. Sein großer Fehler wie er sagt, denn er hat während dem Dreh nicht daran gedacht.
Er wurde also mit r-rated in die Kinos gebracht und gesehen haben die Leute einen als PG-13 inszenierten Gangfilm.
Man kann also schlussfolgern, das er die Exploitationnummer gnadenlos durchgezogen hätte, wäre da nicht seine Vergesslichkeit gewesen.

Dennoch ist auch das Ergebnis jetzt ein feiner Partyfilm, der ordentlich Gas gibt. 8-)


Seine Erninnerung muss ihm da einen Streich spielen. das PG-13-Rating gibt es erst seit 1984 wegen Indiana Jones.;)


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 Betreff des Beitrags: Re: DIE BRONX-KATZEN - Jack Hill
BeitragVerfasst: 06.12.2016 18:21 
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eldondo hat geschrieben:

Seine Erninnerung muss ihm da einen Streich spielen. das PG-13-Rating gibt es erst seit 1984 wegen Indiana Jones.;)

Wollte ich auch gerade schreiben. ;)
Der erste PG-13-Film war RED DAWN - DIE ROTE FLUT (1984).

Hill meinte wahrscheinlich das einfache PG.

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 Betreff des Beitrags: Re: DIE BRONX-KATZEN - Jack Hill
BeitragVerfasst: 06.12.2016 19:15 
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TRAXX hat geschrieben:
eldondo hat geschrieben:

Seine Erninnerung muss ihm da einen Streich spielen. das PG-13-Rating gibt es erst seit 1984 wegen Indiana Jones.;)

Wollte ich auch gerade schreiben. ;)
Der erste PG-13-Film war RED DAWN - DIE ROTE FLUT (1984).

Hill meinte wahrscheinlich das einfache PG.


Sowas kann passieren - Tobe Hooper hat "The Texas chainsaw massacre" AUCH für PG gedreht - und bekam trotz permanenter telefonischer Rücksprache mit der MPAA dann für ihn vollkommen überraschend das R aufgebrummt!


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