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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Betreff des Beitrags: FILMARCHIV - Grafs Filmchronik
BeitragVerfasst: 02.01.2017 14:19 
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Guten Tag
FILMARCHIV - Eine Chronik aus meiner Filmwelt

Dieser Thread soll eine Art Filmtagebuch meinerseits sein. Hier kommt zukünftig alles rein, was ich gesehen, gekauft habe und auch sonst alles, was mit Filmen zu tun hat. Dabei wird es zu Filmen, die ich gesehen habe, keine langen Filmvorstellungen geben. Will diese hier mit einem Kurzinhalt und meinen persönlichen Eindrücken/Einschätzungen eintragen. Längere Filmvorstellungen werde ich, je nach Zeit eh nur noch in den entsprechenden Film-Rubriken dieses Forums machen und gegebenenfalls von hier nach dort verweisen.

Die Bewertungen der Filme sind natürlich meinem persönlichen individuellen Geschmack geschuldet und müßen von niemanden geteilt werden, können aber auch als Filmtips und Hinweise auf sonstige mögliche unbekannte kleine Filmperlen wahrgenommen werden. Dafür soll diese Tagebuch-Chronik u.a. auch da sein, denn hier im Filmarchiv ist so einiges an älteren nostalgischen und auch neueren Filmen, die einer zumindest kleinen Erwähnung bedürfen.

In diesem Sinne fange ich gleich mal mit einem Film des neuen Filmjahrtausends an, den ich gestern Abend sah:





OPEN RANGE - WEITES LAND
(USA 2003)

Genre: Western
Medium: Bluray (139 min)

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Der wilde Westen im Jahre 1882
Zwei ältere Cowboys, Charley Waite (Kevin Costner) und Boss Spearmann (Robert Duvall), ziehen mit ihren Rindern über freies Weideland. Begleitet werden sie von Mose, einem eher sanftmütigen Riesen und einem jungendlichen Mexikaner namens Button. Sie leben von dem, was ihnen das Land, die Natur und die Rinder einbringen. Als sie in der weiten ländlichen Umgebung der Kleinstadt Harmonville ankommen, gibt es Ärger mit dem Rancher Baxter und seinen prügel- und schiesswütigen Handlangern. Das beginnt mit Mose, der allein nach Harmonville ging und dort brutal zusammengeschlagen wurde. Vom korrupten Sheriff Poole (James Russo), der von Baxter bezahlt wird, ist keine Hilfe zu erwarten, als Charley und Spearman wegen dieses Vorfalls bei dem vorstellig werden. Obwohl das Land laut Gesetz für jeden zugänglich und frei ist, duldet Baxter keine freien umherziehenden Viehtreiber, die seiner Ansicht nach angeblich "seine Weiden" leerfressen und hat keine Skrupel Gewalt anzuwenden. So spitzt sich das ganze extrem dramatisch zu, das in drastischen Schiessereien gipfelt.

Für mich ein durch und durch sehr guter Western, der mit seiner ruhigen Erzählweise und großartigen Landschaftsaufnahmen toll gestaltet ist. Auch die Darsteller überzeugen allesamt, wobei Costner, Duvall und Annette Bening mir am besten gefallen. Sie ist die Schwester des Doktors, der u.a. Mose behandelte. Die ganze Geschichte wird ruhig und langsam erzählt, dabei niemals langweilig präsentiert, denn dafür ist das ganze viel zu interessant schön gemacht. Man nahm sich auch Zeit für die Charaktere, die hier eine gewisse Tiefe bekommen, inkl. den vielen guten Dialogen. Auch die Schiessereien können sich echt sehen lassen. Diese bleihaltige Konfrontation ist so unverklärt inszeniert, das man annehmen kann, das sich solche Schiessereien in der Art und Weise im damaligen wilden Westen u.a. so zugetragen haben können. Ist realistisch in Szene gesetzt worden. Obwohl man hier eher weniger mit sogenannten extremen blutigen Shotouts gearbeitet hat, so ist es dennoch erstaunlich, das man dem Film eine FSK 12er Freigabe verpasste, weil das ganze ziemlich rauh inszeniert wurde.

Bild und Ton präsentieren sich auf der Bluray vom Label Universum ganz hervorragend und lassen keine Wünsche offen. Ein Western, der wegen seiner ruhigen und hervorragenden Kameraführung mit seinen fast schon epischen Landschaftsbildern auf Bluray am besten zu geniessen ist.


Film: 10/10 :jc_doubleup:
Bluray: 10/10 :good:

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Zuletzt geändert von Graf von Karnstein am 04.01.2017 19:33, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: FILMARCHIV - Grafs Filmchronik
BeitragVerfasst: 03.01.2017 20:42 
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AUGEN DER ANGST
GB 1959

Genre: Psychothriller
Medium: DVD Aufnahme (ca. 97 min)

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Mein altes Filmprogramm

Schauplatz London
Mark Lewis (Karlheinz Böhm) ist ein ruhiger und eher schüchterner junger Mann, der im oberen Bereich seines geerbten Hauses zurück gezogen lebt, während er die Zimmer im unteren Bereich an Leute vermietet hat. Mark arbeitet als Kameramann in einem Londoner Filmstudio und gelegentlich macht er erotische Fotoaufnahmen von Frauen, für bestimmte Kundschaften. Aber hinter der Fassade dieses netten Mannes, verbirgt sich eine kranke Seele, die ohne Kamera nicht sein kann. Wenn Mark hinaus geht, dann hat er immer seine kleine Filmkamera dabei, mit der er meistens alles filmt. Er filmt dabei auch seine Morde an Frauen, denn er ist besessen davon, die Todesangst in den Augen seiner Opfer filmisch auf Zelluloid zu archivieren. Das schaut er sich dann alles hinterher in seinem stillen Kämmerchen an.

Immer noch ein guter Film von Michael Powell, der mit dieser Thematik damals seinerzeit um mindestens 10 Jahre voraus war. Hier geben sich Voyeurismus, Erotik und teils krankhafte sexuelle Begierden die Klinke in die Hand. Auch das Thema Snuff wird im Grunde hier schon thematisiert, obwohl dieser Begriff erst später aufkam. Mark filmt seine Tötungen, die er mit der scharfen Spitze seines Kamerastativs vollzieht und da man dies alles auch noch jeweils aus subjektiver Sicht miterlebt, wird der Zuschauer zusätzlich unweigerlich zum Mittäter und Voyeur. Man kann auch teilweise von einem Film im Film sprechen, wobei die Kameraführung im allgemeinen niemals hektisch ist. Auch diverse Inneneinrichtungen und die Locations tragen u.a. atmosphärisch zum Gelingen dieses Thrillers bei.

Als Powells Film damals in den Kinos anlief, wurde er regelrecht von den Kritiken in der Luft zerrissen und auch das Publikum war wohl für so etwas noch nicht bereit. Für Mr. Powell und Mr. Böhm bedeutete es erstmal das Ende ihrer Filmkarriere. Dabei lieferte Karheinz Böhm seine beste darstellerische Leistung ab. Auf der einen Seite ist Mark aufgrund seiner Hemmungen eher unfähig sich mit anderen zu unterhalten, während er auf der anderen Seite sehr leidenschaftlich zu Werke geht, wenn es um seine Lust des Voyeurismus und Tötens geht. Böhm ist nahezu genial in dieser Rolle. Gefallen hat mir auch Anna Massey als Helen, die sich in Mark verliebt. Die alte Synchro ist sehr gut, zumal es auch die eigene Stimme von Karlheinz Böhm ist. Die Neusynchro hab ich mir nie angetan.

Erst 20 Jahre später wurde der Film 1979 wieder entdeckt und hat seitdem den Status, der ihm gebührt.


Film: 8/10 :dh:

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 Betreff des Beitrags: Re: FILMARCHIV - Grafs Filmchronik
BeitragVerfasst: 07.01.2017 17:19 
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DER SCHWARZE KREIS
(Dead Ringer)
USA 1963

Genre: Thriller
Medium: DVD Aufnahme (ca. 111 min)

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Mein altes Filmprogramm


Kurzinhalt:
Edith sieht nach ca. 20 Jahren ihre reiche Schwester Margaret bei einer Beerdigung wieder, deren Mann Frank verstorben ist. Die beiden sind Zwillinge, aber die Begegnung endet nicht gerade freundlich. Edith hatte damals Frank geliebt, mit dem nun Margaret all die Jahre verheiratet war, da diese u.a. eine Schwangerschaft vortäuschte. Edith betreibt eine kleine Bar und versucht sich durchs Leben zu schlagen. Mit dem ehrbaren Polizist Jim verbindet sie eine enge Freundschaft, der mehr für sie empfindet und sie heiraten will. Aber sie ist bei ihrem Vermieter mit der Miete im Rückstand und der will ihr keinen weiteren Aufschub geben. Da ihr der Rausschmiß droht, wäre ihre Existenz dahin und so reift in ihr ein Plan. Unter einem Vorwand lockt sie Margaret zusich, um sich für die geraubten Jahre zu rächen. Edith erschießt ihre Schwester, täuscht dies aber als ihren eigenen Selbstmord vor und nimmt somit den Platz ihrer reichen Schwester ein. Edith ist jetzt Margaret und gehört nun zur reichen Gesellschaft und bewohnt nun ein luxuriöses Anwesen. Da Edith nun mal so wie ihre Schwester aussieht, fällt dies niemanden auf. Fast niemanden, denn der Hausdiener scheint etwas zu ahnen, schweigt aber. Als später bei einer Gesellschaftsparty Margarets Geliebter Tom auftaucht, sieht sich Edith mit einer Sache konfrontiert, die sie vorher nicht erahnen konnte.

Unter der Regie von Paul Henreid, entstand ein kleiner, feiner und vorzüglicher Schwarzweiß-Thriller, der zwischen den Filmen WAS GESCHAH WIRKLICH MIT BABY JANE (1961) und WIEGENLIED FÜR EINE LEICHE (1964) ebenfalls mit Betty Davis, in Szene gesetzt wurde. Die beiden Filme haben einen gewissen Bekanntheitsgrad, aber Der schwarze Kreis hingegen scheint in Vergessenheit geraten zu sein. Dabei läuft diese Schauspielerin hier in einer Doppelrolle geradezu zur Höchstform auf. Das ist immer wieder sehenswert und die Zeit vergeht wie im Fluge. Sah diesen Film gestern spät Abends mal wieder. Das ganze ist recht spannend anzusehen, auch in den längeren Szenen wo kein Wort zu hören ist. Beispielsweise, wo Edith ihre ermordete Schwester im Zimmer so postiert und zurecht macht, so das diese Edith ist und sie selbst Margaret. Oder auch später im Luxushaus, wo Edith versucht die Kombination für den Safe heraus zu bekommen, da sie die nicht kennt etc. Mrs. Davis ist nahezu brillant in ihrer Rolle, das muß man ihr echt lassen. Aber auch die anderen Darsteller punkten hier, wie z.B. Karl Malden als Polizist Jim, der ab einen gewissen Zeitpunkt versucht, einer Sache nachzugehen. Peter Lawford als Liebhaber Tom gibt hier einen raffgierigen Miesling ab, der vom Luxus nicht genug bekommen kann. Der Hausdiener Henry wird von Cyril Delevanti und die Hausdienerin von Monika Henreid dargeboten. Auch diese beiden sind echt gut. Die Musik von Andre Previn klingt ebenfalls gut. Passend auch der graphisch inszenierte Vorspann, der allein schon Lust auf mehr macht. Ein alter Thriller, der zu unrecht in Vergessenheit geraten ist!


Film: 8/10 :dh:

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 Betreff des Beitrags: Re: FILMARCHIV - Grafs Filmchronik
BeitragVerfasst: 19.01.2017 19:37 
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INSEMINATION
(Misbegotten)
Canada 1997

Genre: Thriller
Medium: DVD Aufnahme / Original VHS (ca. 93 min)

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Inhalt:
Der gefährliche psychopathische Massenmörder Billy Crapshoot überfällt immer wieder Leute, bringt diese um, nimmt ihr Geld und verkauft deren Autos an einen Hehler. Sein letztes Opfer war Conan Cornelius, ein Musikkomponist und er findet heraus, das dieser als Samenspender in einer renommierten Klinik registriert ist. Er nimmt nun seine Indentität an.

Das Ehepaar, Paul und Caitlin Bourke möchten ein Kind, aber da Paul zeugungsunfähig ist, entscheiden sie sich für eine künstliche Befruchtung. Unter den vielen möglichen Samenspenderkandidaten sucht sich Caitlin den Mann Conan Cornelius aus. Weder der Spender, noch die Empfängerin wissen voneinander, denn das ist gesetzliche Vorschrift. Währenddessen sucht die Polizei fieberhaft nach dem Serientäter und Massenmörder, weil sie wissen, das es sich um ein und denselben Täter handelt, da auch immer wieder Tote gefunden werden. Unterdessen bekommt Billy durch seine mörderischen Aktivitäten heraus, wer die werdende Mutter "seines Kindes" ist und von da ab verfolgt, überwacht und kontaktiert er Caitlin sogar. Nun beginnt Terror der obersten Stufe, denn der Wahnsinnige will eine Familie für sich und dafür geht er über weitere Leichen.

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Der Zusatztitel "Wiege des Grauens" ließ damals bei erscheinen der VHS Kasette mal wieder auf einen üblichen Babyhorrorfilm schließen, was aber definitiv diesmal nicht der Fall war. Zwar schrieb Larry Cohen hier das Drehbuch, aber zum Glück kommt die Geschichte eher untypisch für das Genre daher, da ganz anders aufbereitet. Von Anfang an herrscht hier dramaturgische Spannung, was man schon zu Beginn des Films sehr schnell merkt inkl. der spannenden Musikuntermalung. Regisseur Mark L. Lester verstand es einen schnörkellosen Thriller zu inszenieren, der mehr und mehr an Dramatik und Hochspannung zunimmt. Hinzu kommt noch, das der Film alles andere als zimperlich daher kommt, denn die Gewalt- und Actionszenen inkl. blutiger Einschüsse etc. lassen das ganze ziemlich rauh aussehen. Auch mit so einigen Zynismen wird nicht gespart, was sich in den Dialogen wiederfindet, die den Streifen zusätzlich erhärten.

Kein Wunder, das der nur bei der 18er Fassung auf VHS von VPS ungeschnitten ist. Alles andere ist zensiert worden. Im TV-Sender ARD, eine spätere VHS-Veröffentlichung und selbst die VPS-DVD, sind alle geschnitten! Selbst einige Dialoge entfernte man. Der Film hatte seine Premiere im Dezember 1997 auf Video. Für mich immer noch einer der besten B-Film Thriller der ausgehenden 90er Jahre.



Film: 8/10 :dh:

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 Betreff des Beitrags: Re: FILMARCHIV - Grafs Filmchronik
BeitragVerfasst: 29.01.2017 14:53 
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TÖDLICHES VERSTECK
(Hider in the House)
USA 1990

Genre: Psychothriller / Drama
Medium: DVD Aufnahme / Original VHS (ca. 104 min)

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Inhalt:
Als Kind ist Tom Sykes von seinen Eltern immer wieder geschlagen und misshandelt worden, was einem gleich am Anfang dieser Geschichte durch Stimmen aus dem Off und darauf folgenden aktenkundigen Bildern des misshandelten Kindes klar gemacht wird. Tom schlug zurück, indem er Feuer legte und seine Eltern verbrannten. Nach Jahren in einer psychiatrischen Klinik, wohnt Tom jetzt in einem Hotel. Ferner muß er immer noch regelmäßig seinen Psychiater und Therapeuten aufsuchen, denn Tom neigt weiterhin zur Gewalt, weil er immer noch die Beherrschung verliert. Er ist aber sehr bemüht, sich im Zaum zu halten. Tom macht ein Haus für sich ausfindig, für das auch die Familie Dryer Interesse hat. Bevor Phil und Julie Dryer mit ihren zwei Kindern dort einziehen, hat sich Tom schon längstens oben im Dachboden hinter einem Bretterverschlag unbemerkt ein neues Zuhause geschaffen. Als "unsichtbarer" Mitbewohner nimmt Tom am Familienleben der Dryers teil, ohne von ihnen bemerkt zu werden und Tom ist glücklich endlich eine gute intakte Familie gefunden zu haben. Als Tom aber mitbekommt, das der Ehemann Phil heimlich eine andere Liebschaft hat, informiert er Julie darüber, die er per Telefon verständigt. Als Julie ihren Ehemann mit der anderen Frau im Hotelzimmer erwischt, schmeißt sie Phil aus dem Haus. Tom nimmt sich nun fest vor, an Phils Stelle zu treten. Aufgrund seines immer noch vorhandenen psychischen Problems ist es schwer für ihn, denn er darf keine Gewaltanwandlungen haben und muß sich beherrschen können.

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Psychothriller, in denen ein Psychopath oder eine Psychopathin in eine Familie eindrang und für Terror und Schrecken sorgte gab es ab ca. Mitte der 80er Jahre bis Ende der 90er immer wieder. In Filmen wie z.B. KILL, DADDY KILL (1986), EINE VERHÄNGNISVOLLE AFFÄRE (1986), DIE HAND AN DER WIEGE (1991), WEIBLICH, LEDIG, JUNG SUCHT... (1992), THE AXE (1995) ging es auch um die Brüchigkeiten diverser Lebensgemeinschaften, die ziemlich empfindlich getroffen wurden. Die Filme haben nach wievor ihre guten Qualitäten, aber während viele von ihnen einen eher böse veranlagten Menschen zeigten, so machte es Regisseur Matthew Patrick hier anders. Tödliches Versteck zeigt hier diesmal keinen unsympathischen Psychopathen in Gestalt des Darstellers Gary Busey. Tom ist fast schon krankhaft sehr harmoniebedürftig, denn er tut der Familie Dryer nichts, sondern will einfach nur an einem schönen Familienleben teilhaben. Wegen seiner psychischen Erkrankung ist es ihm gar nicht bewußt, das man sich nicht einfach in ein Haus mit einnistet inkl. seiner Gewaltanwendungen, die immer dann zum Vorschein kommen, wenn alles aufzufliegen droht. So bringt er als erstes den Hund der Familie um, als dieser aufgrund seiner Instinkte bemerkt, das da noch jemand im Haus ist. Auch später tötet er jemanden eher unbeabsichtigt. Nur im Finale wird es rabiater. Der Film legt aber dennoch weniger wert auf die üblichen vordergründigen Slasher-Effekte, als vielmehr darauf den Charakter von Tom zu portraitieren, wobei man den Film als eine Mischung aus Drama und Psychothriller betrachten kann. Durch das sehr versierte Spiel von Gary Busey erlebt man als Zuschauer einen Tom Sykes, der ebenso teils unruhig, verkrampft und nervös ist, aber dabei nicht unsympathisch wirkt. Dadurch wird der Film niemals langweilig und die Zeit vergeht, wie im Fluge. Aber Tom ist und bleibt gefährlich und ferner eine Bedrohung. So schleicht sich der Schrecken langsam aber sicher immer mehr in diese Familie ein und die Spannung steigt. Auch die anderen Schauspieler machten einen guten Eindruck. Ferner trug auch die gute Kameraführung inkl. diverser Perspektiven und auch die symphonische Musik mit teilweiser Choruntermalung von Christopher Young zum Gelingen dieses Films bei. Der Film hatte damals seine Premiere auf Video beim Label Concorde. Seit seinem Erscheinen fristet dieser eher ein Schattendasein und dürfte weniger bekannt sein, als andere Filme in diesem Genresektor. Ich sehe ihn immer noch als guten kleinen Geheimtip an.


Film: 8/10 :dh:

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 Betreff des Beitrags: Re: FILMARCHIV - Grafs Filmchronik
BeitragVerfasst: 30.01.2017 19:31 
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THE AXE
(The Ex)
Canada 1995/96

Genre: Psychothriller
Medium: DVD Aufnahme / Original VHS (81 min)

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Inhalt:
David Kenyon arbeitet bei einem Bauunternehmen und hat sich in den vergangenen 5 Jahren eine neue Existenz aufgebaut. Mit seiner Frau Molly hat er einen Sohn, Michael. Plötzlich taucht seine Exfrau Deidre auf und teilt ihm mit, das sie nun auch in der Stadt lebt. David ist wenig erfreut darüber, denn er kenn sie nur zu gut. Deidre war damals nach der Scheidung jahrelang in psychiatrischer Behandlung in einer Nervenheilanstalt gewesen. Aber nun will sie David wieder zurück haben und macht David und seiner Familie das Leben zur Hölle. David, der seiner Frau seine erste Ehe verschwiegen hatte, versucht nun seinerseits seine Ex von Molly und seinem Sohn fernzuhalten. Deidre widerum, geht äußerst intrigenhaft und mörderisch über Leichen, um ihr Ziel zu erreichen.

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Der Film folgt zwar einerseits vorgegebenen Handlungselementen aus anderen ähnlich gelagerten Filmen (z.B. EINE VERHÄNGNISVOLLE AFFÄRE 1986 oder DIE HAND AN DER WIEGE 1991), aber durch die sehr versierte Regie von Mark L. Lester besitzt der Film dennoch gewisse Eigenständigkeiten und geht als guter passabler Thriller durch. Was den Film in gewisser Weise von eben jenen anderen Thrillern unterscheidet, ist die extreme zynische Kaltschnäuzigkeit, mit der Deidre hier zu Werke geht und das ist besonders auffällig. Diese Frau ist brandgefährlich und die Darstellerin Yancy Butler geht hier ganz in ihrer Rolle auf. Nick Mancuso zeigt als David ebenso gute solide Leistungen und ebenso die übrigen Schauspieler. Kamera und Musik sind ebenfalls gut. Leider ist der Film zumindest im Finale beim Videolabel VPS leicht gekürzt worden. Was allerdings dieser eher dämliche verdeutschte englische Titel soll, wissen wohl nur deren Erfinder :dr: Eine Axt kommt hier nicht vor, aber wahrscheinlich klang/klingt das alles reisserischer.


Film: 7/10 :dh:

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 Betreff des Beitrags: Re: FILMARCHIV - Grafs Filmchronik
BeitragVerfasst: 12.02.2017 21:23 
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MOVING IN
(Firstborn)
USA 1984

Genre: Drama
Medium: DVD Aufnahme von Original VHS (96 min)

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Kurzinhalt:
Wendy, eine alleinerziehende und geschiedene Mutter wohnt mit ihren zwei heran wachsenden Söhnen, Jake & Brain in einem Haus. Sie läßt sich auf eine neue Beziehung mit einem Mann namens Sam ein. Sind die Söhne derzeit nicht einfach für sie, so gibt es späteren Ärger und Konflikte, die dann in Gewalt ausarten, weil Jake entdeckt, das Sam unsaubere Geschäfte macht und zudem auch mit Drogen handelt.

Ist bis heute nicht auf DVD erschienen. In USA erschien merkwürdigerweise eine Bluray, die für viel Geld bei Amazon angeboten wird. Also mir reicht meine Aufnahme. Handelt sich um ein gut inszeniertes und gespieltes Drama mit ein wenig Krimieinschlag. Mit Terri Garr, Peter Weller, Corey Haim, Sarah Jessica Parker ect. ist der Film gut besetzt. Ich seh den in Abständen zwischendurch mal ganz gerne, da u.a. der Film nie langweilig ist. Wie man anhand der Besetzungsliste sieht, tummeln sich hier einige, die später noch Furore machen sollten.


Film: 6/10 :dh:

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