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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Betreff des Beitrags: DIE BLUTORGIE DER SATANSTÖCHTER - Ted V. Mikels
BeitragVerfasst: 18.02.2017 09:26 
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Die Blutorgie der Satanstöchter
Blood orgy of the she-devils
USA 1972
Regie: Ted V. Mikels
Lila Zaborin, Victor Izay, Tom Pace, Leslie McRay, William Bagdad, Annik Borel, Ray Myles, Kebrina Kincaide, Paul Wilmoth, Curt Matson


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Die Hexe Mara ist ziemlich geschäftstüchtig, weswegen sie mehrere Geschäftszweige gleichzeitig unterhält: Sie zeigt Menschen das Ende ihres letzten Lebens, sie hält Seancen ab, und sie agiert als Auftragskillerin. Per schwarzer Magie kann sie über große Entfernungen hinweg ihre Opfer töten ohne Spuren zu hinterlassen. Ihre aktuellen Auftraggeber allerdings halten sie nach dem durchgeführten Hit (nennt man das dann noch so?) für eine Gefahr und erschießen sie ganz banal. Mmh, schon mal eine praktizierende Hexe erschossen? Denn manchmal kommen sie wieder … Parallel interessieren sich das Penthouse-Pet des Jahres 1849 Lorraine und Aushilfs-Zoowärter Mark für schwarze Magie, gehen bei Mara auf Seancen, und holen sich bei der parapsychologischen Koryphäe Dr. Helsingford Rat für das zukünftige theologisch-korrekte Vorgehen …

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Kaum beginnt der Film, wähnt man sich freudestrahlend bei Joe Sarnos SEXORGIEN DER SCHWARZEN HEXEN: Ein dunkler Partykeller voller leichtbekleideter Damen und ein schwarzer Trommler lassen hoffen. Aber Achtung, Europa war in dieser Zeit bezüglich dem Zeigen weiblicher Schauwerte schon erheblich weiter, und wo Nadia Henkowa ihren aufregenden Körper minutenlang zum hypnotischen Trommelbeat schwingt, da bleiben die US-amerikanischen Damen mal hübsch angezogen. Auch später, wenn die Aufforderung zum Enthüllen erfolgt damit die Schwingungen empfangen werden können, zieht nur der einzige anwesende Mann(!) sein Hemd(!!) aus. Aber sei’s drum, darum geht es ja nicht. Obwohl, worum geht es hier eigentlich sonst?

Es geht um die Rache einer toten Hexe, und da hat es durchaus ein paar nette Einfälle. Etwa eine tote Hexe wiederauferstehen zu lassen, damit sie später noch einmal getötet werden kann. Oder Dr. van Helsford, der aus seinen Fingern bläuliche Strahlen schießen kann, um damit das grünliche Nordlicht rund um das Haus Maras zu bekämpfen. Oder die tolle Seance zu Beginn, bei der ein Geist eines Häuptlings einer Anwesenden Frau in Indianerdeutsch erklärt, dass sie ihr noch nicht einmal gezeugtes Kind verlieren wird: „Du nicht traurig sein.“ Die Angesprochene trägt’s mit Fassung … Gigantisch auch die Mordszene mit der großbusigen Dunkelhaarigen, die in der originalen Sprachfassung mit einer mitten im Mord beginnenden Kuckucksuhr zu kämpfen hat. Oder die Bibermütze des Hausfaktotums. Oder die „Musik“, die in ihren wenigen erträglichen Momenten an die Beschwörungsexperimente von Psychonaut erinnert und ansonsten eher an Oskar Sala, und den kann ich nun ehrlich gesagt nicht so ab. Ich Kulturbanause ich …

Wahrscheinlich muss man sowas halt einfach mögen. Wer Spaß daran hat, dass vier vertrocknete Gelehrte sich in eine Tür drängeln, der Vorderste meint „Beten wir zu Gott dass wir nicht zu spät kommen.“, und dann alle noch mindestens 5 Sekunden einfach nur dastehen und dumm glotzen, wer an so etwas Spaß hat wird diesen Film durchaus goutieren können. Auch die Szenen, in denen Stricknadeln in Puppen gesteckt werden und irgendjemand daraufhin anfängt zu tanzen wie Joe Cocker, diese Szenen haben ihren ganz eigenen Charme. Mir persönlich war allerdings ganz erheblich zu wenig Nacktheit dabei und einigermaßen zu wenig Blut und Gewalt. Der Film ist brav und bieder in seinen Schauwerten und erzeugt bei solcher Erwartungshaltung dummerweise einiges an Leerlauf. Auch die Stimmung ließ im Gegensatz zu den erwähnten SEXORGIEN zu wünschen übrig, weswegen wahrscheinlich dann das Bild der DVD so dunkel ist, dass man sich darum in einem düsteren Film wähnen kann.
Leslie MacRay hätte zwar mit ihrem Schlafzimmerblick und der Modelfigur keine Mühe für Erotik zu sorgen, hat aber tatsächlich die Ausstrahlung einer Hausfrau beim Großreinemachen und bringt außer einer sexy Figur nicht wirklich viel mit. Tom Pace als männliche Hauptrolle hat den Charme und die Intelligenz eines amerikanischen B-Serienhelden und wirkt auch genauso nichtsnutzig. Victor Izay als Dr. van Dingens raucht Pfeife, Zigarillo und Zigarre und kann sowohl toll sinister als auch prima nachdenklich schauen und steckt die beiden erwähnten Darsteller locker in die Tasche, und Lila Zaborin als Mara macht zwar am meisten her, darf aber gleichzeitig auch am wenigsten agieren. Eigentlich schaut sie nur eindringlich auf ihren Mys-Tisch und redet dummes Zeug. Schade, denn ihr eigenwilliges Gesicht hätte bei geschickter Inszenierung einiges retten können.

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Ich denke mal ich bin einfach nicht die richtige Zielgruppe. Unterhalten habe ich mich durchaus, aber das geht auch besser. Weswegen ich mir jetzt den Sarno-Film reinziehe und heute Nacht freudig erregt von Nadia Henkowa träumen werde …

5/10 (aber sehr wohlwollend)

Drauf gekommen bin ich übrigens durch ein Video der amerikanischen Band Uncle Acid, in dem Ausschnitte aus dem Film verwurstet werden. Das möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten. Damit es euch aber nicht so geht wie mir weise ich darauf hin, dass der Clip ein Sammelsurium aus verschiedensten Filmen ist, nicht nur aus den SATANSTÖCHTERN.

www.youtube.com Video From : www.youtube.com


Im Übrigen hätte ich mir DIE Mukke zu dem Film gewünscht, anstatt des üblen Gepiepses, das auch im eigentlichen Trailer zu hören ist:

www.youtube.com Video From : www.youtube.com

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Die Umschreibung Neuentdeckung [...] ist natürlich nur eine äußerst persönliche Färbung, denn es handelt sich um ein Spektakel innerhalb der ganz eigenen Filmwelt. Die Suche nach Input, nach Neuem, und die Offenherzigkeit gegenüber Genres und Filmen jeder Art, führen mich immer wieder zu solchen Etappen, und auch wenn sich dieser Kreis niemals schließen wird, er erfährt mitunter durchaus erfreuliche Erweiterungen. (Prisma)


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 Betreff des Beitrags: Re: DIE BLUTORGIE DER SATANSTÖCHTER - Ted V. Mikels
BeitragVerfasst: 18.02.2017 12:03 
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Der Song vom Acid-Onkel ist klasse, passt bestens zu den Bildern.

Die Filmauschnitte wirken sehr unterhaltsam auf mich. Wenn ich die CMV für 6 Euro auf einer Börse finde, dann nehme ich sie mit.

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 Betreff des Beitrags: Re: DIE BLUTORGIE DER SATANSTÖCHTER - Ted V. Mikels
BeitragVerfasst: 18.02.2017 13:23 
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Schmutziger_Maulwurf hat geschrieben:
Ich denke mal ich bin einfach nicht die richtige Zielgruppe. Unterhalten habe ich mich durchaus, aber das geht auch besser.


Ja, mit Mikels geht es mir ähnlich wie mit Al Adamson. Geile Titel, geile Ideen, kultige Schauspieler, kultige Stories, lausige Umsetzung. In der richtigen Stimmung genossen kann es schon gut unterhalten, aber ständig kreist mir da der Gedanke durchs Hirn, daß da so viel mehr drinnen gewesen wäre.

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 Betreff des Beitrags: Re: DIE BLUTORGIE DER SATANSTÖCHTER - Ted V. Mikels
BeitragVerfasst: 18.02.2017 16:25 
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Erstaunlich, dass du ausgerechnet Al Adamson mit an Bord nimmst, denn so interessant Mikels und er als Z-Movie-Entrepreneure gewesen sein mögen, habe ich auch so meine Probleme mit dem Werk der beiden: Ich finde ihre Filme nämlich allesamt einfach nur schlecht-schlecht. Und ich habe seeehr viel von den beiden gesehen, Gott ja, das habe ich... :o

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 Betreff des Beitrags: Re: DIE BLUTORGIE DER SATANSTÖCHTER - Ted V. Mikels
BeitragVerfasst: 18.02.2017 16:45 
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Randolph Carter hat geschrieben:
Schmutziger_Maulwurf hat geschrieben:
Ich denke mal ich bin einfach nicht die richtige Zielgruppe. Unterhalten habe ich mich durchaus, aber das geht auch besser.


Ja, mit Mikels geht es mir ähnlich wie mit Al Adamson. Geile Titel, geile Ideen, kultige Schauspieler, kultige Stories, lausige Umsetzung. In der richtigen Stimmung genossen kann es schon gut unterhalten, aber ständig kreist mir da der Gedanke durchs Hirn, daß da so viel mehr drinnen gewesen wäre.


Die kann man beide in einen Topp werfen. Selbst eine Gewürzmischung aus Enthusiasmus für Abseitiges, Herz für Underdogs und noch so vielen Beigaben, machen daraus nichts wirklich Schmackhaftes. :dfbboymuede:


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 Betreff des Beitrags: Re: DIE BLUTORGIE DER SATANSTÖCHTER - Ted V. Mikels
BeitragVerfasst: 19.02.2017 09:47 
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Jimmy Stewart hat geschrieben:
Selbst eine Gewürzmischung aus Enthusiasmus für Abseitiges, Herz für Underdogs und noch so vielen Beigaben, machen daraus nichts wirklich Schmackhaftes. :dfbboymuede:


So blumig wie treffend formuliert. :jagenauso:

Papayo hat geschrieben:
Erstaunlich, dass du ausgerechnet Al Adamson mit an Bord nimmst, denn so interessant Mikels und er als Z-Movie-Entrepreneure gewesen sein mögen, habe ich auch so meine Probleme mit dem Werk der beiden: Ich finde ihre Filme nämlich allesamt einfach nur schlecht-schlecht. Und ich habe seeehr viel von den beiden gesehen, Gott ja, das habe ich... :o


Laß uns schütteln die Hände. Ich kenne auch (zu) vieles von den beiden. Selbst als ich es längst besser wußte wollte ich es irgendwie nicht wahr haben, daß die einfach keinen Treffer landen konnten. :sd6:

Von Mikels finde ich The Corpse Grinders und The Astro-Zombies noch am besten, von Adamson seine Rockerstreifen Satan's Sadists und Angels' Wild Women. Und Nurse Sherri mag ich auch, obwohl der ganz besonders unter der schlechten Regie leidet.

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 Betreff des Beitrags: Re: DIE BLUTORGIE DER SATANSTÖCHTER - Ted V. Mikels
BeitragVerfasst: 19.02.2017 10:31 
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Hab den von astro.. sehr mies der Film . 1/10

Aber der adamson ist doch viel besser als der ted ;)

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 Betreff des Beitrags: Re: DIE BLUTORGIE DER SATANSTÖCHTER - Ted V. Mikels
BeitragVerfasst: 19.02.2017 17:17 
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Bei so einem Titel wie DIE BLUTORGIE DER SATANSTÖCHTER erwartet man dann natürlich mehr, vielleicht hatten die damaligen Zuschauer ja gedacht, sie bekommen ein neues I DRINK YOUR BLOOD o. ä. So einen Titel zu wählen, ist natürlich eine gänige, da lohnende Strategie gewesen, die Leute erst einmal ins Drive-In zu locken...

Ich finde, dass Ted V. Mikels gerade in den 60er Jahren einige recht gute Filme gemacht hat. Mit ONE SHOCKING MOMENT von 1964 hat er stilistisch einen recht guten "Exploitation-Noir" abgeliefert, der - wie Sarnos Filme aus der Zeit - die sexuellen Begierden der US-amerikanischen Mittelschicht beschreibt, oder besser illustriert, da der Film ja für das Grindhouse-Kino gedacht war - DR. SEX wäre so ein früher "nudie", wie er in seiner Episodenhaftigkeit auch von Russ Meyer gedreht worden sein könnte (also "glamour"-Sexplotation wie Meyers THE IMMORAL MR. TEAS); sehr unterhaltsam von Mikels finde ich gerade THE CORPSE GRINDER - der schon genannt wurde - sowie, und wohl sein bester Film: THE DOLL SQUAD, der ja, wiederum wie bei Russ Meyer, die Frauen die Handlung antreiben lässt - und das in einem Aktionfilm...


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 Betreff des Beitrags: Re: DIE BLUTORGIE DER SATANSTÖCHTER - Ted V. Mikels
BeitragVerfasst: 19.02.2017 22:24 
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Randolph Carter hat geschrieben:
Selbst als ich es längst besser wußte wollte ich es irgendwie nicht wahr haben, daß die einfach keinen Treffer landen konnten. :sd6: .

Ganz genau so ist es mir mit ihnen ergangen. All die vergeudete Liebesmüh, denn ich wollte die Filme gernhaben. Aber wenn man so 15-16 von Mikels hinter sich hat und niemals mehr als 3/10 zücken kann, dann muss man sich das Scheitern eingestehen. Ich finde z. B. diese Doku über Onkel Teddy unterhaltsamer als alles, was seine Filme jemals aufgetischt haben. Allein schon der erste Schwenk... ein Knaller:



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