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 Betreff des Beitrags: KNALLT DAS MONSTRUM AUF DIE TITELSEITE - Marco Bellocchio
BeitragVerfasst: 29.09.2011 18:52 
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Italien/Frankreich 1973

Darsteller: Gian Maria Volonté, Laura Betti, Fabio Garriba, John Steiner, Corrado Solari, Jacques Herlin, Carla Tatò
Score: Ennio Morricone / Nicola Piovani


Es herscht unruhe in Italien, es sind ne menge Demonstrationen im gange und Randalierer unterwegs... In allen Zeitungen füllt dies die Titelseite, auch das der rechten Zeitung Il Giornale! Ein umschwung wird im Lande erwartet. Der Eigentümer der Zeitung ein Fabrikant (John Steiner) steht arg in der Kritik, füllt die anderen Zeitungen.
Da wird ein Mädchen ermordet aufgefunden, wie sich herrausstellt die Tochter eines bekannten Arztes. Bald hat die Polizei einen verdächtigen, doch der Chefredakteur der Giornale (Volonte) hat längst mit der Polizei einen Deal als ersters zu einem Passenden Zeitpunkt den Mörder in ihrer Zeitung bekannt zu geben. Man puscht die Sache bis zum gehtnichtmehr auf um von anderen Themen abzulenken. Und Prässentiert dann schlussendlich einen Täter aus der Linken szene! Einen Demonstranten.. Tja so versucht man im grossen Stile die Wahl zu Manipulieren, indem man die Meinung der Wähler also der einfachen Bevölkerung Mainpuliert...
Einem Redakteur bekommt aber von einem Freud die Augen geöffnet was da im gange ist und er ermittelt selbst, dabei findet er Bald den richtigen Mörder. Aber diesen kann man nun so gar nicht gebrauchen...

Toller Politthriller mit einem genialen Volonte, als kühl berechnenden Redakteur der auch über leichen gehen könnte. Vorne herrum tut er Sympatisch , für was ihn viele dann auch halten. Dabei ist er eine echt fiese sau!
Dabei immer formell Redent, lachen kann er glaub ich gar nicht! Das bekommt sogar seine Frau zu spüren die sich darüber Freut das er im TV ist und von ihm als Dumm beschimpft wird und das sie auch das Kind verdummen würde...
Sollte der mal wieder im TV laufen unbedingt anschauen lohnt echt! Da bekommt man mal echt einen Tollen einblick wie so Zeitungen eigentlich arbeiten ;)
Achja nur in den dritten Programmen läuft er Uncut!

8,5/10

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 Betreff des Beitrags: Re: KNALLT DAS MONSTRUM AUF DIE TITELSEITE - Marco Bellocchi
BeitragVerfasst: 30.09.2011 13:14 
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Huch, da gab's noch gar keinen Thread dazu? :o

In aller Kürze: Film toll, Volonté toll, VHS bei Toppic ("Tödliche Schlagzeilen"), alle kaufen und glücklich, noch Fragen? ;)


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 Betreff des Beitrags: Re: KNALLT DAS MONSTRUM AUF DIE TITELSEITE - Marco Bellocchi
BeitragVerfasst: 30.09.2011 16:31 
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Der kommt übrigens am 23. November von Raro raus. Hoffentlich mit engl. UTs, ich konnte dazu noch keine Infos finden...

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 Betreff des Beitrags: Re: KNALLT DAS MONSTRUM AUF DIE TITELSEITE - Marco Bellocchio
BeitragVerfasst: 01.06.2014 15:43 
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Knallt das Monstrum auf die Titelseite (D)
Tödliche Schlagzeilen (D - Video)
Sbatti il mostro in prima pagina (IT)
Viol en première page (F)
Slap the Monster on Page One (Int.)

IT / F 1973

R: Marco Bellocchio
D: Gian Maria Volonté, Laura Betti, John Steiner, Fabio Garriba u.a.

Score: Nicola Piovani

OFDb


"Selbst die Horden Mussolinis und Farinaccis zögerten, so brutal und so aggressiv, extrem aggressiv gerade zu, gegenüber einem der tapferen Repräsentanten und Verteidiger der aller höchsten Werte vorzugehen... Nein, streichen Sie das bitte alles Signora... der höchsten Werte der westlichen Zivilisation vorzugehen, ich meine die Pressefreiheit"

Mailand 1972: Inmitten des hochexplosiven, politischen Wahlkampfs kommt es zum Terror durch Vertreter der beiden extremen Lager und die öffentliche Presse mischt hier munter mit, indem sie den bereits entfachten und unkontrollierbaren Flächenbrand mit zielgerichteten Schlagzeilen weiterhin "bewusst" verschärft.

Im Mittelpunkt steht hier der Chefredakteur Bizanti (Gian Maria Volonté), ein eiskalter, abgebrühter und korrupter Volksverführer, angestellt unter dem Dach einer der auflagenstärksten und "abhängigsten" Boulevardzeitungen, dem "Il Giornale". Mit diesem Machtinstrument wird unter bedachter Formulierung der hetzerischen Titelblattschlagzeilen munter Einflussnahme auf die Meinung des einfachen Volkes und somit auch auf den politischen Wahlverlauf genommen.

Parallel zu den politischen Ereignissen dieser Tage, kommt auch noch ein Gewaltverbrechen an der Schülerin Maria Grazia Martini (Silvia Kramar) auf die Tagesordnung. Die junge und unschuldige Tochter eines renommierten Arztes wurde Opfer einer Vergewaltigung und die Polizei tappt bei ihren Ermittlungen nach dem Täter im absoluten dunkeln.

"Es ist ein Krieg... und der Klassenkampf wird auch von uns geführt"

Bizanti treibt hinter den Kulissen gemeinsam mit dem Inhaber des Zeitungshauses Montelli (John Steiner) ein eigenmächtiges Spiel, denn sie unterhalten Kontakte zu verschiedenen politischen Lagern und entsprechend der möglichen Schlagzeilen in Verbindung mit der jeweils zu erwartenden Auflagenzahl, positionieren sie letztendlich ihr Schmierblatt. In der aktuellen Situation würde ihnen der Wahlgewinn einer rechts-konservativen Partei zu einem größeren Vorteil (politisch und auflagentechnisch) verhelfen und daher wird in diesem Fall mit taktisch-gewissenloser Pressearbeit zielgerichtet versucht, die Schuld den (ungeliebten) linksgerichteten politischen Gegnern in die Schuhe zu schieben, indem durch perfide Verhörmethoden ein entsprechender Täter aus dem linken Lager sozusagen "künstlich erschaffen" wird.

"Nun, ich wollte Sie um Ihre Entscheidung bitten, wie wir in diesem Fall weiter verfahren sollen: Sollen wir nur objektiv informieren bis die Polizei den Schuldigen findet, oder sollen wir die Sache selbst in die Hand nehmen und uns aktiv daran beteiligen?.... Mann kann einen Fall zum Glück auch aufbauen, wenn der Mörder,... das Monstrum nicht gerade perfekt sein sollte, aber vielleicht ist er es, wer weiß das schon?"

Dieser italienische Polit- Gesellschafts- und Medienthriller hat mich soeben vollends begeistert. In einer sehr spannenden Inszenierung werden unter Einsatz sehr gut agierender Schauspieler, die Abläufe hinter den Kulissen der öffentliche Presse und deren Machtausübung zur Einflussnahme auf die Meinung der Gesellschaft und die daraus resultierenden Folgen für den entsprechenden politischen Entscheidungsprozess und die unkontrollierbare Dynamik des Massenphänomens aufgezeigt. Die dt. Synchro ist recht gut gelungen und die Dialoge sind einfach großartig.

Gian Maria Volontés Rolle als Chefredakteur Bizanti gibt ihm hier einen etwas ruhigeren Rahmen vor, den er aber in aller Routine bis an die Grenzen mit einer großartigen Leistung ausfüllt. Eine zwar etwas zurückhaltendere Rolle, aber in ihrer grandiosen Darstellung unterschwellig intensiv, unberechenbar und absolut bedrohlich..... :good:

Dieser Film zeigt ungeschönt das Ausmaß der Meinungsbeeinflussung durch die öffentliche und von Sensationen abhängige Boulevardpresse und ich musste den kompletten Film unweigerlich an weiterhin bestehende Parallelen in unserer Presselandschaft denken, vorne Weg unser einschlägiger "Springer"-Vorzeigekonzern, der seit seinem Bestehen mit zu teils menschenverachtenden Methoden auch schon immer alles ins "rechte Bild" zu rücken versuchte... ;) :evil: ... von der politischen Meinungsmache ganz zu schweigen.....

Fazit: Ein großartiger Polit-Thriller der einen nachhaltigen Eindruck hinterlässt :231:

9,0 Pkt. / 10,00 Pkt.



Starttermine:

19.10.1972 -Italien - Kinopremiere - Sbatti il mostro in prima pagina
26.04.1973 - Frankreich - Kinopremiere - Viol en première page (Paris)
28.06.1974 - Deutschland - TV-Premiere - Knallt das Monstrum auf die Titelseite! (BRD - ARD)
24.02.1978 -Deutschland - TV-Premiere -Knallt das Monstrum auf die Titelseite! (DDR - DFF 1)
VÖ-Datum: unbekannt - dt. VHS - Tödliche Schlagzeilen

Ungeschnittene (83:51 min) / geschnittene (80:49 min) TV Ausstrahlung

dt. Synchronsprecher


"Jeder macht seine Arbeit und trägt seinen Teil an der Verantwortung, natürlich steht ihm auch sein Verdienst zu.... nicht jeder der sich Direktor nennt, dirigiert auch wirklich etwas. Jeder muss auf seinem Platz bleiben, die Polizei um zu unterdrücken, die Justizbehörde um zu verurteilen, die Presse um die Leute dahin zu bringen so zu denken, wie wir es wünschen und im Grunde tun sie alle ihre Pflicht.... nur die Arbeiter, die spielen da nicht mit. Sie arbeiten nicht genug, sie pfeifen darauf, sie wollen immer nur Geld und so gelingt es uns nicht, die Produktion zu steigern, dass ist das wahre Problem. Was zählt da schon an all dem gemessen die Unschuld oder Schuld des ******* " (Name des Bauernopfers aus dem linken Lager)


TV-Trailer:

vimeo.com Video From : vimeo.com


It. Vorspann:

www.youtube.com Video From : www.youtube.com

www.youtube.com Video From : www.youtube.com


Bild

ps.: Hatte den Film zuvor nur unter dem VHS-Alternativtitel "Tödliche Schlagzeilen" wahr genommen und dachte schon vor ca einem Jahr den Film endlich aufgespührt zu haben, dabei handelte es sich aber um den gleichnamigen Film Tödliche Schlagzeilen von 1971 und den ich gar nicht mal als "So gut" in Erinnerung habe. Also... ACHTUNG: Verwechslungsgefahr! ;)

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Zuletzt geändert von Richie Pistilli am 03.06.2014 18:39, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: KNALLT DAS MONSTRUM AUF DIE TITELSEITE - Marco Bellocchio
BeitragVerfasst: 01.06.2014 18:25 
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Richie Pistilli hat geschrieben:

Dieser Film zeigt ungeschönt das Ausmaß der Meinungsbeeinflussung durch die öffentliche und von Sensationen abhängige Boulevardpresse


Man sollte das keinesfalls nur auf die Boulevardpresse beschränken, wie auch "Il Giornale" ja durchaus nicht als Boulevardblatt beschrieben wird. Die Beeinflussung ist bei der "seriösen" Presse freilich subtiler, vermutlich aber dadurch auch wirkungsvoller...


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 Betreff des Beitrags: Re: KNALLT DAS MONSTRUM AUF DIE TITELSEITE - Marco Bellocchio
BeitragVerfasst: 01.06.2014 18:44 
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Diese Feinheit mit der Abgrenzung bei Il Giornale ist mir bei der ersten Betrachtung wohl etwas durchgegangen.... Zum Thema "seriösen Medien" siehe z.B. auch aktuell im letzten Monat: Einseitige Berichterstattung bei der Krim-Krise aller Medienanstalten mit verheerenden Folgen in der öffentlichen Wahrnehmung ;) Es ist schon beängstigend, angesichts der Macht die Medienkonzerne heute besitzen und mit welchen (wie so schön von Dir formuliert) subtilen (und meist aber gleichzeitig auch perfiden) Manipulationsversuche diese ständig agieren. Schöne neue (alte) Welt ;)


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 Betreff des Beitrags: Re: KNALLT DAS MONSTRUM AUF DIE TITELSEITE - Marco Bellocchio
BeitragVerfasst: 04.10.2014 15:34 
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Es erstaunt mich immer wieder, welch wunderbare Perlen, das italienische (Polit)-Kino zu bieten hat.
So wurde ich auch von dem Film weggeblasen.
Marco Bellocchio zeigt hier schonungslos, wie die Medien (in dem Fall die Zeitung), die Bevölkerung manipulieren und das vor dem Hintergrund von Studentenunruhen und einem Mord.
Noch dazu ist gerade Wahlkampf, was das ganze zusätzlich anheizt, denn die Politik mischt ja auch kräftig mit in den Medien und man will ja schließlich am Ende als der Beste da stehen, als der, der den richtigen Mörder zuerst in seiner Zeitung bringt.
Eine heikle Mischung das ganze, aber großartig umgesetzt.
Bellocchio ist kein Damiani, aber er zeigt, dass er wenn es mal etwas lauter wird, trotzdem zu den besseren zu zählen ist.
Denn wenn es mal Streitereien gibt oder auch am Anfang, bei den Unruhen, ist es sehr gut inszeniert und wirkt nicht wie gewollt und nicht gekonnt. (Szene als die Frau mit den Studenten sprechen sollte, das Gespräch dann aber in Handgreiflichkeiten ausartet)
Weiters wären die schauspielerischen Leistungen zu erwähnen, die im Allgemeinen sehr überzeugend ausfallen.
Gian Maria Volonte spielt hier eher zurückhaltend, was auf den ersten Blick vielleicht ungewöhnlich erscheinen mag, aber unterschwellig merkt man schon, dass er sich mit seinem ganzen Können reinhängt in die Rolle und wenn man das berücksichtigt, wirkt es schon gar nicht mehr so zurückhaltend.
Die Musik von Nicola Piovani ist allgemein passend und gefällt, jedoch sticht die Titelmelodie insofern hervor, weil sie sehr an die Titelmelodie von DER WEG DER ARBEITERKLASSE INS PARADIES erinnert.

Fazit: Wunderbarer Politthriller, der unbedingt einem breiteren Publikum zugänglich gemacht werden sollte, d.h. das Ding schreit nach einer DVD.
9/10


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 Betreff des Beitrags: Re: KNALLT DAS MONSTRUM AUF DIE TITELSEITE - Marco Bellocchio
BeitragVerfasst: 21.02.2015 21:48 
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Jetzt konnte ich auch diesen Film zum ersten Mal auf Deutsch sehen.
In dem Fall ist aber die Verständlichkeit der Dialoge nicht ganz so wichtig, wie bei Damiani.
Folglich hat sich der Film, auch wenn ich jetzt alles verstanden habe, nicht mehr gebessert.
Es ist soundso ein grandioses Stück italienischen Politkinos, wobei aber ausnahmsweise nicht direkt die Polizei gegen die Mafia vorgeht, sondern eher die Zeitungen als Mafia hingestellt werden.
Primär geht es hier also um die Medien und wie diese die politischen Meinungen der Bürger beeinflussen.
Mittendrin ein Mord und das ganze vor dem Hintergrund des Wahlkampfes.
Die Mischung ist durchaus gelungen umgesetzt, kann aber nicht eine solche Intensität aufweisen, als wenn Damiani auf dem Regiestuhl gesessen wäre.
Dafür haben wir eine erstklassige Schauspieler-Riege, wobei Volonte natürlich wiedermal die beste Leistung abliefert.
Desweiteren wäre die Musik von Nicola Piovani zu erwähnen, die mit einer sehr an Ennio Morricone erinnernden Titelmelodie bestens gefällt.
Nach wie vor vergebe ich 9/10.


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 Betreff des Beitrags: Re: KNALLT DAS MONSTRUM AUF DIE TITELSEITE - Marco Bellocchio
BeitragVerfasst: 25.01.2017 21:29 
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Uff... der war ja mal richtig trostlos... selbst pessimistischer als die Diaminis die ich bisher gesehen habe... Volonté ist der italienische Toshiro Mifune... schade nur, dass er nie einen richtigen Poliziottesco gedreht hat
Ein gut gemachter Film, der mir in seiner Tonart aber zu düster war...



The murder of a big shot's daughter is used by the press to blame it on a left wing student to help a politician connected with the paper to get elected...
A very bleak film that even surpasses Damiani's work in that regard. Police, politicians and press are all doing as they please: playing God. Whereas many movies of the 70s have celebrated courageous journalism this movie portrays the press as a tool led by unscrupulous men who compare their tactics of manipulation of the public with mechanisms used during the Third Reich.
Gian Maria Volonté gives an energetic performance as the despicable newspaper's editor while John Steiner plays a slimy politician.
There are elements of a procedural leading to some suspenseful moments but it's mostly Italian-70s-political-misery-porn which aims for depression as it denies any hope and simply capitulates. Personally I don't find much use in those movies. They may be important to call some attention to abuses surrounding us but in the end it's just telling the audience that there isn't anything one can do about it anyway.
Therefore this movie fails in being an ambitious project. Film is a powerful and manipulative medium but loses its purpose when simply slapping you in the face.
Still I cannot regard it as a bad film either as it's well-made, well-acted and of value as a document of its time. I just cannot give it any love. At all.

Make or Break Scene: Volonté's "conversation" with his wife.

MVT: Volontés who proves once again to be Italy's Toshiro Mifune.

Score: 5.5/ 10

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 Betreff des Beitrags: Re: KNALLT DAS MONSTRUM AUF DIE TITELSEITE - Marco Bellocchio
BeitragVerfasst: 26.01.2017 07:50 
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Bildvergleich zwischen der TV Fassung und der VHS Fassung;

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Ein ganz hervorragender Film, für den ich übrigens auch noch eine weitere Vorstellung verbrochen habe:

*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***


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BeitragVerfasst: 26.01.2017 11:54 
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Ich mag es wenn die Italiener die rechts- oder linksextreme (Studenten)Szene in einen Film einbringen. Zitate wie: "Es ist ein Krieg... und der Klassenkampf wird auch von uns geführt", hauen (bei mir zumindest) voll rein.

Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich diesen Film niemals gesichtet habe. Die deutsche VHS "lief" mir irgendwie nie über den Weg.

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Das Bild kommt mir sehr bekannt vor. Kann sein, dass ich es in einer der Splatting Image-Ausgaben (habe die Hefte nicht mehr und kann nicht nachschlagen) gesehen habe?

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 Betreff des Beitrags: Re: KNALLT DAS MONSTRUM AUF DIE TITELSEITE - Marco Bellocchio
BeitragVerfasst: 26.01.2017 18:14 
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Die TV-Fassung ist eindeutig die bessere, von der Bildqualität her.
Aber welche Ausstrahlung ist das denn, Richie?
Die ungekürzte West 3 von 1994 oder die gekürzte Kinowelt TV von 2005?


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BeitragVerfasst: 26.01.2017 20:23 
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Die Bilder entstammen leider aus der gekürzten TV Fassung :(
Weiß zufällig jemand, was genau bei dieser Fassung der Schere zum Opfer gefallen ist? :unknown:


Werde übrigens auch am Wochenende mal die Laufzeiten zwischen der VHS- und der gekürzten TV Fassung vergleichen und eine entsprechende Rückmeldung hier hinterlassen.
Bleibt nur zu hoffen, dass dieser meisterhafte Politthriller auch im Rahmen der kommenden Filmreihe von Koch Media erscheinen wird :pray:


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 Betreff des Beitrags: Re: KNALLT DAS MONSTRUM AUF DIE TITELSEITE - Marco Bellocchio
BeitragVerfasst: 27.01.2017 00:01 
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Muss zu meiner Schande gestehen, dass mir die in den letzten Jahren mehrmals gezeigte TV - Fassung immer irgendwie durch 'die Lappen' gegangen ist. :o Die VHS habe ich auch noch nie in Händen gehalten.

In vielen Italofilmen der 70er sieht man (im Hintergrund) an Häuserwände 'geschmierte' Parolen - meist 'linksextremer Natur', soweit ich das in Erinnerung habe. Die Auseinandersetzungen zwischen, auch jungen, Linken und Rechten scheinen zu der Zeit ziemlich heftig gewesen zu sein.

Gibt es denn Filme, aus dieser Zeit, die das thematisieren? Ich meine nicht Filme von den 'Großen', die das gesamte Ganze (P2 Loge etc.) ausleuchten, sondern es mehr "streetisch" behandeln?


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 Betreff des Beitrags: Re: KNALLT DAS MONSTRUM AUF DIE TITELSEITE - Marco Bellocchio
BeitragVerfasst: 27.01.2017 14:02 
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Jimmy Stewart hat geschrieben:
Muss zu meiner Schande gestehen, dass mir die in den letzten Jahren mehrmals gezeigte TV - Fassung immer irgendwie durch 'die Lappen' gegangen ist. :o Die VHS habe ich auch noch nie in Händen gehalten.

In vielen Italofilmen der 70er sieht man (im Hintergrund) an Häuserwände 'geschmierte' Parolen - meist 'linksextremer Natur', soweit ich das in Erinnerung habe. Die Auseinandersetzungen zwischen, auch jungen, Linken und Rechten scheinen zu der Zeit ziemlich heftig gewesen zu sein.

Gibt es denn Filme, aus dieser Zeit, die das thematisieren? Ich meine nicht Filme von den 'Großen', die das gesamte Ganze (P2 Loge etc.) ausleuchten, sondern es mehr "streetisch" behandeln?


Ich fand Mauro Bolognini's MORDANKLAGE (IMPUTAZIONE DI OMICIDIO PER UNO STUDENTE) sehr gut. Ansonsten fällt mir noch Guirdana's ROMANZO DI UNA STRAGE ein - allerdings eine Produktion jüngeren Datums (2012).

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 Betreff des Beitrags: Re: KNALLT DAS MONSTRUM AUF DIE TITELSEITE - Marco Bellocchio
BeitragVerfasst: 27.01.2017 14:15 
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Jimmy Stewart hat geschrieben:

In vielen Italofilmen der 70er sieht man (im Hintergrund) an Häuserwände 'geschmierte' Parolen - meist 'linksextremer Natur', soweit ich das in Erinnerung habe. Die Auseinandersetzungen zwischen, auch jungen, Linken und Rechten scheinen zu der Zeit ziemlich heftig gewesen zu sein.



Ein ganz spannendes Thema. Aber Links und Rechts schenken sich nicht viel.

Der Schauspieler Valerio Fioravanti wurde in den späten 1970ern zu einem führenden Kopf der neofaschistischen Terrororganisation „Nuclei Armati Rivoluzionari“ kurz „NAR“.

Auch viele Ultras, wie die von Lazio, Hellas, Inter (rechts), Atalanta, Fiorentina (links), sind seit den 1970er Jahren in die politischen Auseinandersetzungen der rechts- und linksextremen Szene in Italien verwickelt.

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 Betreff des Beitrags: Re: KNALLT DAS MONSTRUM AUF DIE TITELSEITE - Marco Bellocchio
BeitragVerfasst: 02.02.2017 22:36 
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@Rolf

Den MORDANKLAGE GEGEN EINEN STUDENTEN habe ich guter Erinnerung - aber schon lange nicht mehr gesehen. Ich dachte, dass ich ihn noch als VHS-Mitschnitt habe . . . leider aber nicht mehr gefunden. :(

sid.vicious hat geschrieben:
Ein ganz spannendes Thema. Aber Links und Rechts schenken sich nicht viel.

Der Schauspieler Valerio Fioravanti wurde in den späten 1970ern zu einem führenden Kopf der neofaschistischen Terrororganisation „Nuclei Armati Rivoluzionari“ kurz „NAR“.


Ich habe kürzlich mal in die Vita von Fioravanti reingelesen . . . sehr interessant das Ganze. Zum (letzendlich) Rechtsterrorismus kam er wohl initial, weil er seinen Bruder beschützen wollte, der sich in sehr jungen Jahren Rechtsextremen angeschlossen, und bei Prügeleien mit Linksextremen ordentlich kassiert hat. Auch diese "Bonny & Clyde"-artige Verbindung mit Francesca Mambro ist recht aussergewöhnlich. Allerdings muss der Grundstein, für diese Gesinnung, schon sehr früh in den Familien der beiden gelegt worden sein. Die stammen ja aus eher 'höhergestellten Gesellschaftskreisen', die damals Angst vor einer 'kommunistischen Übernahme' hatten.

Bis heute ist wohl nicht geklärt, ob Fioravanti und Mambro etwas mit dem verherenden Bombenanschlag auf den Bologneser Hauptbahnhof zu tun haben. Er hat damals behauptet, dass der Lybische Geheimdienst dafür verantwortlich war - was natürlich absoluter Quatsch ist und recht schnell rechtsextremen Verschwörern, bis in höchste Kreise, zugeordnet werden konnte.

Wenn ich hier von "interessant" schreibe, meine ich das nicht im Sinne von "irgendwie faszinierend", sondern soll mein Unverständnis gegenüber jungen Menschen, die, aus für mich unnachvollziehbaren Gründen, zum Mörder werden ausdrücken. Das sollte klar sein.


Zitat:
Auch viele Ultras, wie die von Lazio, Hellas, Inter (rechts), Atalanta, Fiorentina (links), sind seit den 1970er Jahren in die politischen Auseinandersetzungen der rechts- und linksextremen Szene in Italien verwickelt.


Lazio z. B. ist mir bekannt, was Ekelhaftigkeit betrifft - aber bei Inter hätte ich nicht damit gerechnet, eher beim AC . . . :roll:


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 Betreff des Beitrags: Re: KNALLT DAS MONSTRUM AUF DIE TITELSEITE - Marco Bellocchio
BeitragVerfasst: 09.03.2017 22:04 
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KNALLT DAS MONSTRUM AUF DIE TITELSEITE

Produktionsland: Frankreich, Italien
Produktion: Ugo Tucci, Claudio Mancini
Erscheinungsjahr: 1973
Regie: Marco Bellocchio
Drehbuch: Goffredo Fofi, Sergio Donati
Kamera: Luigi Kuveiller, Erico Menczer
Schnitt: Ruggero Mastroianni
Musik: Nicola Piovani
Länge: ca. 84 Min.
Darsteller: Gian Maria Volonté, Laura Betti, Fabio Garriba, John Steiner, Corrado Solari, Jacques Herlin, Carla Tatò, Marco Bellocchio, Michael Bardinet, Jean Rougeul, Gianni Solaro, Enrico DiMarco


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Mailand 1972: In Anbetracht des anstehenden Wahlkampfs will die rechtsorientierte Zeitung "II Giornale" den Mord an einem jungen Mädchen einem linken Aktivisten anhängen. Als einer seiner Journalisten den wahren Mörder aufspürt…

Filme, die den Rezipienten auf besondere Weise berühren, erfüllen auch gleichzeitig den Zweck in die subjektive Unvergesslichkeit eingegliedert zu werden. Dazu zählen zweifelsohne „Betrachten wir die Angelegenheit als abgeschlossen“, „San Babila, 20 Uhr: Ein sinnloses Verbrechen“ und „Knallt das Monstrum auf die Titelseite“.

Marco Bellocchios Meisterwerk aus dem Jahre 1973 zeigt sich als eine bitterböse Parabel auf das Pressewesen. Die Macht des Wortes, die Manipulation der öffentlichen Meinung. Dieses wird in einer nahezu fanatischen Weise vorgetragen, so dass sich unter den Zuschauern ein extrem mulmiges und beängstigendes Gefühl breit macht. Geleitet von einem wunderbaren Gian Maria Volonté als skrupelloser Chefredakteur Bizanti, dessen Spiel nur mit den Bestnoten gewürdigt werden kann.

Es gibt nicht viele Filme, die mich nach der Sichtung hilflos und betroffen zurücklassen, „Knallt das Monstrum auf die Titelseite“ gelingt dieses allerdings immer und immer wieder. Ein durchweg böser Streifen, der wahrscheinlich näher an der Realität liegt als Otto Normalverbraucher es jemals für möglich halten könnte.



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