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 Betreff des Beitrags: EIN MANN ZUVIEL - Costa-Gavras
BeitragVerfasst: 14.03.2017 00:30 
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Produktionsland/Jahr: Frankreich, Italien 1967
Darsteller: Jean-Claude Brialy, Bruno Cremer, Jacques Perrin, Gérard Blain, Claude Brasseur, Michel Piccoli, François Périer, Charles Vanel
Drehbuch: Costa-Gavras, Jean-Pierre Chabrol, Daniel Boulanger
Produziert von: Costa-Gavras & Louis Daquin
Musik: Michel Magne

Eine Gruppe französischer Widerstandskämpfer erhält 1943 den Auftrag, zwölf zum Tode Verurteilte aus den Händen der deutschen Besatzer in der Auvergne zu befreien. Doch ein 13. Mann kommt versehentlich gemeinsam mit den Häftlingen frei. Die Widerstandsgruppe kennt den fremden Mann und seine Absichten nicht und muss eine schwere und folgenreiche Entscheidung treffen. Die Rebellen vermuten einen Verräter unter den Befreiten. Da alle 13 Männer nun die sichere Stellung der Résistance kennen, könnte jeder von ihnen sie verraten. Doch wie sollen die Widerstandskämpfer nun vorgehen?
(Moviepilot)

Die zweite Regiearbeit von Costa-Gavras; nach dem gleichnamigen Roman von Jean-Pierre Chabrol.
Gavras nimmt sich gar keine Zeit für eine Einführungsphase, der Beginn des Films ist der Beginn der Befreiungsaktion.
Somit hat man gleich zur Eröffnung ein bisschen Action.
Das ist nicht schlecht gemacht und so wird gleich nebenbei auch noch ein bisschen Spannung aufgebaut.
Nachdem das erledigt, die Befreiung geglückt, ist, kehrt erst einmal Ruhe ein - Ruhe und leider auch Spannungslosigkeit.
Denn der 13. Mann ist schnell ausgeforscht und jetzt blieben noch die Fragen, wer er ist, warum er gemeinsam mit den zum Tode Verurteilten in einer Zelle war, was er vorhat und warum er deutsche Stiefel trägt.
Es ist also nicht klar, was von ihm zu halten ist.
Das führt zu Spannungen unter den Partisanen, die sich allerdings nicht auf den Zuschauer übertragen, ein ordentlicher Spannungsaufbau bleibt daher weiterhin aus.
Soll nicht heißen, dass der Film ins Langweilige abrutschen würde, aber er plätschert einfach nur gemächlich vor sich hin.
Und dieses vor-sich-hin-plätschern wird nur durch gelegentliche komische Einschübe unterbrochen, die zumindest ein bisschen Auflockerung und Abwechslung bieten.
So bleibt es leider bis es dann zum Ende hin zu Kämpfen mit den Deutschen kommt.
Mit der Action kehrt dann auch die Spannung wieder zurück.
Also Ende gut - alles gut?
Leider nicht, denn Anfang und Ende sind zwar gut und auch der Mittelteil wäre eigentlich nicht schlecht, weil er ja immer noch unterhaltsam ist.
Aber im gesamten Mittelteil fehlt die Spannung komplett und das wirkt sich schon negativ auf den Gesamteindruck aus.
Auch wenn die Besetzung zahlreiche großartige Schauspieler aufweist und die Synchro mit gern gehörten Sprechern wie Lothar Blumhagen, Klaus W. Krause, Rainer Brandt und Arnold Marquis aufwartet.
Trotz alldem bleibt letztendlich der Eindruck, dass hier Entscheidendes fehlt.
Deshalb gibt's von mir (mit Wohlwollen) gerade noch 7/10.

Trailer:
www.youtube.com Video From : www.youtube.com


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 Betreff des Beitrags: Re: EIN MANN ZUVIEL - Costa-Gavras
BeitragVerfasst: 15.03.2017 13:09 
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Mir hat "Ein Mann zuviel" sehr gut gefallen und ich fand ihn konstant spannend. Der Mittelteil hatte mit dem Überfall auf das Finanzamt eine der spannendsten Szenen zu bieten: die Flucht vor dem deutschen Konvoi mit der Luftaufnahme mit den parallel laufenden Straßenführung. Klasse gefilmt!
Die typischen Zutaten eines Costa-Gavras Films sind auch hier schon zu finden, vor allem in der "Reibepunktfigur" des namenlosen "einen Mann zuviel" (Michel Piccoli).

Jetzt bin ich sehr gespannt auf heute Abend, wenn bei ARTE "Mord im Fahrpreis inbegriffen" läuft :)
______________

Der Film ist noch bis 20. März in der ARTE-Mediathek verfügbar!
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 Betreff des Beitrags: Re: EIN MANN ZUVIEL - Costa-Gavras
BeitragVerfasst: 15.03.2017 15:45 
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Mac Gyver hat geschrieben:
Der Mittelteil hatte mit dem Überfall auf das Finanzamt eine der spannendsten Szenen zu bieten

Spannend fand ich das nicht wirklich, ich würde das eher unter "komische Einschübe" verbuchen, denn ein gewisser Humor ist dieser Szene auch nicht abzusprechen.


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 Betreff des Beitrags: Re: EIN MANN ZUVIEL - Costa-Gavras
BeitragVerfasst: 15.03.2017 17:19 
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Mac Gyver hat geschrieben:
Mir hat "Ein Mann zuviel" sehr gut gefallen und ich fand ihn konstant spannend. Der Mittelteil hatte mit dem Überfall auf das Finanzamt eine der spannendsten Szenen zu bieten: die Flucht vor dem deutschen Konvoi mit der Luftaufnahme mit den parallel laufenden Straßenführung. Klasse gefilmt!

Ja,.. das war klasse inszeniert und gefilmt. Ist mir auch sofort positiv aufgefallen.

Sbirro Di Ferro hat geschrieben:
Mac Gyver hat geschrieben:
Der Mittelteil hatte mit dem Überfall auf das Finanzamt eine der spannendsten Szenen zu bieten

Spannend fand ich das nicht wirklich, ich würde das eher unter "komische Einschübe" verbuchen, denn ein gewisser Humor ist dieser Szene auch nicht abzusprechen.

Humoristisch fand ich dabei nichts, eher hatte das ganze was von übertriebener Zerstörungswut ansich. Auffällig war auch, das häufig gefüllte Tintengläser immer wieder in den Zimmern gegen die oberen Wandbereiche geschmissen wurden.

Der Film war für mich nicht eine Sekunde langweilig. Ständig war was los, nicht nur bei den Actionszenen, sondern auch wenn die Rebellen unter sich waren. Und dann immer wieder fragten sich alle, was es mit dem 13. Mann auf sich hat, den sie ja mit befreit hatten. Auch gab es rückblickend so einige bekannte Gesichter zu sehen, wie z.B. Pierre Clementi (später genial im Film DER TODESENGEL) in einer Nebenrolle und dem man hier ein ziemlich radikales Ende bereitete. Hatte sowas nicht im Film vermutet. Claude Brasseur, der hier ständig aufs andere Geschlecht fixiert war und den anderen damit fast ständig auf die Nerven ging. Bruno Cremer, als Anführer hat mir auch gefallen, ebenso Michel Piccoli, als 13. Mann. Auch das Ende hatte es insich.

Ein guter Film, den ich vorher bisher nicht kannte.

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 Betreff des Beitrags: Re: EIN MANN ZUVIEL - Costa-Gavras
BeitragVerfasst: 15.03.2017 17:30 
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Graf von Karnstein hat geschrieben:
Humoristisch fand ich dabei nichts

Du vergisst eines: Die "Steuererklärungs-Stempel-Farce!"

"Ihre Steuern brauchen wir nicht" - und weiter fleißig Stempel draufgehauen.
"Was schon vorbei? - Ach, verdammt, jetzt war ich so schön in Fahrt."


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 Betreff des Beitrags: Re: EIN MANN ZUVIEL - Costa-Gavras
BeitragVerfasst: 15.03.2017 17:47 
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Als Humor würde ich den Costa-Gavras Touch schon bezeichnen. Man erkennt einige seiner Filme schon oft sofort alleine daran. "Z" ist einer der besten Filme aller Zeiten, aber wer seinen speziellen Humor nicht mag, wird auch Z nicht ganz und wirklich verstehen. Hab zufällig MAD CITY gerade wieder mal gesehen, auch da findet man diese kleinen Humorspitzen und Einlagen zuhauf - Satire, Billy Wilder-Style.

Fantastische Kamera, nicht? 50 Jahre her. Und wie Piccoli da in der Brücke hängt...

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 Betreff des Beitrags: Re: EIN MANN ZUVIEL - Costa-Gavras
BeitragVerfasst: 15.03.2017 19:10 
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mike siegel hat geschrieben:
[...]Fantastische Kamera, nicht? 50 Jahre her. Und wie Piccoli da in der Brücke hängt...


Ja, sehe ich auch so.
Abgesehen davon, dass der Film generell gut gedreht ist, gab es immer mal wieder herausragende Aufnahmen.

Hat mir insgesamt wirklich gut gefallen.


Ich bin jetzt auf "Mord im Fahrpreis inbegriffen" gespannt. Rein vom Ensemble her dürfte schon mal nix schiefgehen und Jean Tournier war auch hier für die Fotografie zuständig. Marcel Bozzuffi ist in einer Nebenrolle wohl auch dabei.

MediathekView hat schon seinen Dienst verrichtet. :)


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 Betreff des Beitrags: Re: EIN MANN ZUVIEL - Costa-Gavras
BeitragVerfasst: 15.03.2017 20:53 
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Sbirro Di Ferro hat geschrieben:
Graf von Karnstein hat geschrieben:
Humoristisch fand ich dabei nichts

Du vergisst eines: Die "Steuererklärungs-Stempel-Farce!"

"Ihre Steuern brauchen wir nicht" - und weiter fleißig Stempel draufgehauen.
"Was schon vorbei? - Ach, verdammt, jetzt war ich so schön in Fahrt."

Stimmt, an diese eine Szenerie hab ich vorhin nicht gedacht.

Ansonsten gab es mal hier und da, so einige Sprüche zu hören, wie z.B. wo einer meinte, das es Ärger mit seiner Frau geben könnte, wenn er die ganze Truppe bei sich zuhause beherbergt. Ein anderer meinte daraufhin sinngemäß: wenn man Streit mit einer Frau hat, dann solle sie sich ausziehen und dann kann man weiter reden :mrgreen:

Ab und zu, war hier ein wenig grober Humor vorhanden. Der störte mich aber nicht, da es passte.

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 Betreff des Beitrags: Re: EIN MANN ZUVIEL - Costa-Gavras
BeitragVerfasst: 15.03.2017 23:18 
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mike siegel hat geschrieben:
"Z" ist einer der besten Filme aller Zeiten, aber wer seinen speziellen Humor nicht mag, wird auch Z nicht ganz und wirklich verstehen.

Bei Z konnte ich aber nun beim besten Willen keinen Humor erkennen.
Gut, ich habe ihn erst einmal gesehen und ich kann mich nicht mehr so genau daran erinnern, aber lustig fand ich den damals nie.


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