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 Betreff des Beitrags: DAS LABOR DES GRAUENS - THE FREAKMAKER - Jack Cardiff
BeitragVerfasst: 10.03.2012 12:42 
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The Freakmaker
(The Mutations / Das Labor des Grauens - The Freakmaker)
Großbritannien 1974 - Directed by Jack Cardiff
Starring: Donald Pleasence, Tom Baker, Brad Harris, Julie Ege, Michael Dunn, Jill Haworth...

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Mutationen haben es dem genialen Professor Nolter (Donald Pleasence) angetan. Seine These, mit der er Studenten im Rahmen eines Vortrages konfrontiert, ist verwegen: "You may think you are normal. But you are all the product of mutations. Your ancestors, our ancestors, were freaks who only survived because they were stronger than the other forms of lives around them." Wie die Natur diese Mutationen bewerkstelligt hat, spielt für den Professor keine Rolle; was zählt ist, daß man gewisse Mutationen gezielt auslösen kann, und damit experimentiert der irre Wissenschaftler auch schon seit geraumer Zeit. Die Kreuzung von Mensch und Pflanze soll die nächste Sprosse der Evolutionsleiter sein, doch kein bahnbrechender Fortschritt ohne gravierende Fehlschläge, und ebendiese müssen ihr unseliges Dasein im Hinterzimmer einer Freakshow fristen. Der Co-Manager der Show, Lynch (Tom "Doctor Who" Baker), gilt als häßlichster Mensch der Welt, doch da ihm Nolter Heilung in Aussicht stellt, kooperiert er mit dem Professor und besorgt ihm sogar passendes Versuchsmaterial. Als die "Freaks", allen voran Lynchs Partner Burns (der kurz nach Drehende verstorbene Michael Dunn, Dr. Frankenstein's Castle of Freaks), das schändliche Treiben durchschauen, schreiten sie energisch ein.

Jack Cardiffs The Freakmaker ist ein etwas zwiespältiges Vergnügen, und zwar aufgrund der sensationsheischenden Zurschaustellung echter mißgestalteter Menschen zum Zwecke der Unterhaltung. Mitten im Film marschieren sie auf, die Unglücklichen, vom Schicksal so grausam Gebeutelten, um vom zahlenden Publikum begafft zu werden. Bearded Lady, Monkey Woman, Frog Boy, Human Pincushion, Alligator Skin Girl, Human Skeleton, Pretzel Boy, Popeye… für jede Abnormität scheint es den passenden Namen zu geben, der das Leiden verniedlichend umschreibt. Nehmen wir den unglaublichen Popeye (Willie Ingram), bei dessen Anblick sich die Menschen entsetzt abwenden (und auch schon mal ihn Ohnmacht fallen), nur um Sekunden später wieder voller Faszination auf das schräge Spektakel zu starren. Popeye kann seine Augen ein gutes Stück aus den Höhlen treten lassen, sodaß man regelrecht Angst davor haben muß, daß sie ihm tatsächlich aus dem Kopf purzeln. Doch so schrecklich kann das Andersartige der "Freaks" gar nicht sein, daß man nicht zumindest einen Blick riskiert, schließlich hat man dafür bezahlt, da will man auch was geboten bekommen. Here we are now, entertain us. Exploitation pur.

Daß die "Freaks" auch in der fiktiven Filmhandlung eine Rolle spielen, und zwar eine sehr sympathische, tritt in den Hintergrund. Ebenso in den Hintergrund treten angesichts der echten "Freaks" die phantasievollen Make-Up-Kreationen von Charles E. Parker, die von trashig-bizarr bis schaurig-gut reichen. Das "Elefantenmensch"-Make-Up bei Schauspieler Tom Baker ist gelungen, wohingegen die fleischfressenden Pflanzen (die sich auch schon mal ein Karnickel einverleiben) und der Venus-Fliegenfalle-Mensch-Mutant manchmal für unfreiwillige Komik sorgen (das bizarre "Ding", das einst die rothaarige Schönheit (Olga Anthony) war, ist hingegen zu gleichen Teilen genial, abstoßend und mitleiderregend). Neben den Stars (= den "Freaks") und dem ruhig und besonnen aber völlig teilnahmslos agierenden Donald Pleasence spielen Brad "I've never called myself an actor" Harris (Captain Tom Rowland in den Kommissar X Filmen), die Norwegerin Julie Ege (The Legend of the 7 Golden Vampires), Scott Antony, und Jill Haworth (Tower of Evil). Gedreht wurde The Freakmaker großteils on location in London, und zwar für knapp vierhunderttausend US-Dollars. Regisseur Jack Cardiff - ein großartiger Director of Photography, z. B. bei The African Queen oder Rambo: First Blood Part II - inszenierte den Streifen stimmungsvoll und routiniert, wobei ihm das eine oder andere tolle Set-Piece gelang, wie z. B. die nächtliche Verfolgungsjagd durch einen leeren, unheimlichen Vergnügungspark. Die zum Teil sensationellen Naturaufnahmen in Superzeitlupe bzw. Zeitraffer (Pilze schießen in wenigen Sekunden aus dem Boden, Blüten entfalten sich), die satten Technicolorfarben in einigen Szenen sowie der ungewöhnliche aber starke Score werten den Film trotz so mancher Plotlöcher weiter auf.

Die Parallelen zu Tod Brownings Meisterwerk Freaks (1932) sind offensichtlich, allerdings werden dessen einzigartige Power und frösteln machende Effektivität zu keiner Zeit erreicht. Ungewöhnlich, faszinierend und beeindruckend ist The Freakmaker trotzdem, nicht zuletzt aufgrund der unvergeßlichen Mitwirkung von Hugh Baily, Esther Blackmon, Bob Bura, Fay Bura, Félix Duarte, Michael Dunn, Fran Fullenwider, Madge Garnett, Willie Ingram, Kathy Kitchen, Tony Mayne, O.T., Lesley Roose und Molly Tweedlie.

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Zuletzt geändert von Randolph Carter am 20.03.2017 18:05, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: DAS LABOR DES GRAUENS - THE FREAKMAKER - Jack Cardiff
BeitragVerfasst: 12.07.2013 15:32 
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Heimlich, still und leise wurde dieser kultige Film vor wenigen Tagen von Maritim Pictures/Alive auf DVD veröffentlicht, wie ich beim Stöbern zu meiner großen Überraschung feststellen durfte. Während bei manchen Releases ein Bohei veranstaltet wird, dem man nicht entkommen kann (außer, man erschießt das Internet oder meuchelt den Computer), gehen andere leider völlig unter. :roll:

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 Betreff des Beitrags: Re: DAS LABOR DES GRAUENS - THE FREAKMAKER - Jack Cardiff
BeitragVerfasst: 12.07.2013 16:51 
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Randolph Carter hat geschrieben:
Heimlich, still und leise wurde dieser kultige Film vor wenigen Tagen von Maritim Pictures/Alive auf DVD veröffentlicht, wie ich beim Stöbern zu meiner großen Überraschung feststellen durfte.


Ja steht auch schon auf meiner Liste. Maritim haut im Moment sowieso recht interessante Sachen zum schmalen Preis raus. Sollte man im Auge behalten.


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 Betreff des Beitrags: Re: DAS LABOR DES GRAUENS - THE FREAKMAKER - Jack Cardiff
BeitragVerfasst: 12.07.2013 21:24 
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Unterhaltsamer Film, schön gefilmt und streckenweise recht atmosphärisch inszeniert.
Im Labor von Donald Pleasence gibt es ein paar hübsche Pflanzen-Monster zu bestaunen. Toll!
Auch der Score gefällt mir gut (besonders in Verbindung mit der schönen Titelsequenz).

Als Extrs gibt es noch einen Audiokommentar, eine Doku und eine Bildergalerie.
Schön, daß man die Sachen hierzulande auch mit auf die Scheibe gepackt hat.
Bei VÖ's in dieser Preisklasse keine selbstverständlichkeit!

(Film: 6/10)


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 Betreff des Beitrags: Re: DAS LABOR DES GRAUENS - THE FREAKMAKER - Jack Cardiff
BeitragVerfasst: 13.07.2013 14:05 
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 Betreff des Beitrags: Re: DAS LABOR DES GRAUENS - THE FREAKMAKER - Jack Cardiff
BeitragVerfasst: 20.03.2017 17:09 
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Ich bin ja ganz überrascht gewesen, welch tolle Atmosphäre "Das Labor des Grauens" mit seinem übergeschnappten Professor, den sich verselbstständigenden Mutationen und den üblichen kruden Personen entfalten konnte. Donald Pleasence ist tatsächlich immer gut für eine derartige Sause, die weiteren Darsteller stellen eine tatkräftige Unterstützung dar, und unterm Strich bleibt ein abwechslungsreicher Monster-Horror der unterhaltsameren Sorte, mit zahlreichen beunruhigenden Momenten. Unbedingt erwähnenswert ist der traumhafte Titelvorspann, der sehr an jenen von Say it with flowers erinnert. Etwas so Schönes und Ästhetisches habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Toll!


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 Betreff des Beitrags: Re: DAS LABOR DES GRAUENS - THE FREAKMAKER - Jack Cardiff
BeitragVerfasst: 20.03.2017 17:35 
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Oh, habe diesen Film als absolut langweilig in Erinnerung und daher auch noch nie zu Ende geschaut.
Vielleicht sollte ich mal meine DVD heraussuchen und sowohl dem Film als auch mir eine zweite Chance einräumen... :jc_hmmm: :)


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 Betreff des Beitrags: Re: DAS LABOR DES GRAUENS - THE FREAKMAKER - Jack Cardiff
BeitragVerfasst: 20.03.2017 17:44 
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Die erste Phase des Films hatte jetzt auch nicht unbedingt mein uneingeschränktes Interesse geweckt, aber er konnte mich dann doch überzeugen.
Mir hat er insgesamt richtig gut gefallen und bei

Richie Pistilli hat geschrieben:
absolut langweilig

kann es doch eigentlich nur Steigerungen nach oben geben! :D


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 Betreff des Beitrags: Re: DAS LABOR DES GRAUENS - THE FREAKMAKER - Jack Cardiff
BeitragVerfasst: 20.03.2017 17:58 
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Prisma hat geschrieben:
Richie Pistilli hat geschrieben:
absolut langweilig

kann es doch eigentlich nur Steigerungen nach oben geben! :D

Genau das habe ich mir dann während des Lesens Deiner Zeilen auch gedacht :)


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 Betreff des Beitrags: Re: DAS LABOR DES GRAUENS - THE FREAKMAKER - Jack Cardiff
BeitragVerfasst: 20.03.2017 18:01 
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Dann bin ich mal gespannt, ob sich das Grauen ins Positive oder Negative entwickelt. :mrgreen:


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 Betreff des Beitrags: Re: DAS LABOR DES GRAUENS - THE FREAKMAKER - Jack Cardiff
BeitragVerfasst: 23.03.2017 10:26 
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Sicher kein Höhepunkt, dennoch recht liebenswert!

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 Betreff des Beitrags: Re: DAS LABOR DES GRAUENS - THE FREAKMAKER - Jack Cardiff
BeitragVerfasst: 24.03.2017 19:23 
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Blap hat geschrieben:
Sicher kein Höhepunkt, dennoch recht liebenswert!


Hallo Sie wo waren Sie ? :mrgreen:

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 Betreff des Beitrags: Re: DAS LABOR DES GRAUENS - THE FREAKMAKER - Jack Cardiff
BeitragVerfasst: 27.03.2017 08:31 
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 Betreff des Beitrags: Re: DAS LABOR DES GRAUENS - THE FREAKMAKER - Jack Cardiff
BeitragVerfasst: 27.03.2017 14:30 
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Gute low budget- Monstermischung aus „FREAKS“ & den typischen Mad Scientist- Vertretern (& ein wenig „BLUMEN DES SCHRECKENS“)

In Relation zu anderen Vertretern aus seiner Zeit ist der FREAKMAKER glücklicherweise relativ ernsthaft und ohne jegliche (freiwillige) Komik inszeniert:
„We are interested in cloning, … not in clowning.“ ;)

Die „Zurschaustellung“ der Freax ist aus heutiger Sicht zwar nicht besonders „pc“ (z. B. die magersüchtige Dame), aus exploitativer Sicht jedoch ein klarer Schauwert des Filmes. Gubel, gabel!


Randolph Carter hat geschrieben:
Die ... sensationellen Naturaufnahmen in Superzeitlupe bzw. Zeitraffer

Die Bebilderung der opening credits mag ich am „FREAKMAKER“ ebenfalls ganz besonders .
Biologisch wunderschön und zeitgleich organisch fies.


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