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 Betreff des Beitrags: BLUMEN DER NACHT - Jeffrey Bloom
BeitragVerfasst: 13.04.2017 20:23 
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Blumen der Nacht – Jeffrey Bloom

(USA 1987)

26.8.1995; TV (RTL II, DF, 1,33:1 beschnitten)
2000; VHS (Highlight, DF, 1,33:1 beschnitten)
12.3.2017; DVD (Inked Pictures, DF, 1,85:1)
Buch: Mitte bis Ende März 2017 (Andrews, V. C., Blumen der Nacht, Weltbild Verlag 1999)



Inhalt des Buches:

Die 50erjahre: Der Vater der Familie Dollanganger stirbt bei einem Autounfall, den er nicht verursacht hatte und hinterlässt seine Witwe Corinne, 33 Jahre und die vier Kinder Christopher, 14 Jahre, Cathy, 12 Jahre und die Zwillinge Cory und Carrie, 5 Jahre. Corinne, die zwar sehr hübsch ist, hat es nie gelernt, auf eigenen Beinen zu stehen und bald fehlt es ihrer Familie an Geld, so dass sie beschließt, zurück zu ihren Eltern zu ziehen, die sie verstoßen hatten, und „die Liebe ihres Vaters zurückzugewinnen“. Die Kinder erfahren, dass sie bisher unter einer falschen Identität gelebt haben und eigentlich Foxworth heißen, ihre Großeltern steinreich sind und dass die Sache einen Haken hat: Ihr verstorbener Vater war der Halbonkel ihrer Mutter; damit sind sie inzestuös gezeugt worden und deswegen ziehen sie den Hass der Großmutter auf sich, der Großvater darf erst gar nicht von ihnen erfahren, sonst würde es Corinne nie gelingen, seine Liebe zurückzugewinnen und zu erben. Daher werden die Kinder im Nordflügel des großen Foxworthanwesens versteckt und haben nur Zugang zum Dachboden, aber nicht ins übrige Haus oder gar nach draußen…

Versteckt warten die Kinder nun, dass ihr Großvater stirbt, ihre Mutter erbt und sie in die Freiheit entlassen werden, müssen sich aber dem strengen Regelwerk ihrer Großmutter beugen, die es z. B. den 5jährigen Zwillingen verbietet, in einem Bett zu schlafen und erwartet, dass jedes Kind täglich einen Bibelvers auswendig lernt. Corinne besucht die Kinder allabendlich und muss auf Geheiß der Großmutter vor ihren Kindern den Rücken entblößen, auf dem sich die Wunden von 48 Stockschlägen befinden, die sie für ihre Anzahl der Lebensjahre und für die Anzahl der Ehejahre von ihrer Mutter auf Befehl des Großvaters erhalten hat. Corinne versichert ihren Kindern, dass sie sie aufrichtig liebt und sie sich für sie opfert, warnt sie jedoch, dass es sein könnte, dass sie sich verändert. Nach einiger Zeit werden ihre Besuche seltener; sie vertröstet die Vier jedoch stets, dass der Großvater im sterben läge, es sich nur noch im wenige Wochen handele und bringt ihnen oft kostbare Geschenke mit, die den Kindern allerdings im Vergleich dazu, frei zu leben und Freunde zu haben, wertlos erscheinen.

Die Kinder arrangieren sich in den nächsten Monaten mit ihrer Situation soweit es ihnen möglich ist, und zu Weihnachten gelingt es Corinne, Christopher und Cathy heimlich nach unten zu bringen, wo sie hinter dem Kamin die Weihnachtsfeier, eine große Party beobachten können. Christopher beschließt, im Alleingang das Haus zu erkunden und erwischt seine Mutter in flagranti mit ihrem neuen Liebhaber, Bart Winslow, Corinne wiederum entdeckt später, dass Christopher nicht mehr bei Cathy ist und droht Christopher nach dessen Eintreffen, ihn und auch Cathy mit der Rute auszupeitschen und schlägt ihn ins Gesicht. Unregelmäßig besucht sie weiterhin die Kinder.

Nach zwei Jahren erwischt die Großmutter Cathy und Christoper erstmals dabei, wie sie eine „Sünde“ begehen: Christopher betrachtet seine nackte Schwester. Bestraft werden alle vier Kinder damit, dass sie über eine Woche kein Essen mehr bekommen, alle Spiegel zerschlagen werden und sich die Großmutter nachts ins Zimmer schleicht, Cathy eine Betäubungsspritze verabreicht und ihr Haar teert. An dem Tag, an dem die Kinder soweit sind, aus Hunger die Mäuse auf dem Dachboden zu essen, bringt die Großmutter ihnen wieder Essen und erstmals gepuderte Krapfen, obwohl Süßes bisher streng verboten war. Wenige Wochen später beschließen Christopher und Cathy einmalig, sich von einem Fenster am Dachboden mit zusammengeknoteten Bettlaken abzulassen, um in einem nahegelegenen See nachts schwimmen zu gehen. Christopher beginnt, seine halbnackt badende Schwester sexuell zu begehren.

Kurz vor seinem 17. Geburtstag reagiert Christopher rebellisch auf die Befehle der Großmutter, daraufhin flüchtet sie vor seiner Wut, um aber kurz darauf mit einer Rute zurückzukehren und prügelt ihn damit durch. Die vor Entsetzen schreiende Cathy erhält wegen ihres Vergehens zu Schreien ebenfalls Schläge auf ihren komplett nackten Körper bis die Weidenrute durchbricht. Nachdem die Großmutter sich aus dem Raum entfernt, nehmen sich Christopher und Cathy nackt in die Arme um sich zu trösten, Christopher küsst sie und Cathy merkt, wie unter den Reibungen ihrer beiden Körper „sein Geschlecht hart und groß“ wird.

Corinne kehrt nun von ihrer Hochzeitsreise in Europa zurück, verwundert nimmt sie zur Kenntnis, dass die Kinder nicht sehr erfreut sind, sie zu sehen, ihr Vorwürfe ob ihres langen Fortbleibens machen und offenlegen, dass ihnen das Geld aus der Erbschaft mittlerweile vollkommen egal ist und sie nur noch in Freiheit leben wollen. Mit einem Gefühlsausbruch lullt sie die Kinder ein, beschenkt sie und verabschiedet sich mit einem „Wenn ihr darüber nachgedacht habt, wie sehr ihr mich heute verletzt habt, und wenn ihr mich wieder mit Liebe und Respekt behandelt, dann komme ich zurück. Nicht früher.“ 10 Tage bleibt sie weg, dann erklärt sie den Kindern, dass sie Bart geheiratet hat. Von nun an besucht sie die Kinder 2-3mal im Monat und bringt jedes mal Geschenke mit; Christopher und Cathy schmieden unterdessen einen Plan und entwenden den Schlüssel, machen in Seife einen Abdruck und fertigen einen hölzernen Schlüssel an, um die Tür zu öffnen und ausbrechen zu können. Sobald sie ihr Gefängnis verlassen können, machen sich Christopher und Cathy nachts auf Beutezug, um das Geld, das seine Mutter achtlos in ihren Räumlichkeiten herumliegen lässt, zu stehlen und entdecken dabei in ihrem Schlafzimmer ein pornographisches Buch, das sie fasziniert durchblättern. Einige Nächte später findet Cathy überrascht Bart in Corinnes Zimmer schlafend in einem Stuhl vor und fühlt sich von ihm angezogen, nähert sich ihm vorsichtig und küsst ihn. Und wieder einige Nächte später muss sich Cathy im Kleiderschrank verstecken, da Bart und Corinne überraschend auftauchen, dabei erfährt sie, dass sie bemerkt haben, dass Geld fehlt, aber die Dienstmädchen dafür verantwortlich machen, und dass Bart von einem jungen Mädchen „mit langen, goldenen Haaren“ geträumt hat, das sich „in dieses Zimmer schleicht und mich im Schlaf küßt“. Christopher ist wütend darüber, dass Cathy so unvorsichtig war und vor Eifersucht „zwang (er) sein angeschwollenes, hartes männliches Glied in (sie) hinein, das von (ihr) befriedigt werden musste. Er stieß in (ihr) enges, Widerstand leistendes Fleisch, das riß und blutete“. Später erklärt Cathy Christopher, der sich Vorwürfe macht, dass er sie vergewaltigt hat, dass sie es auch wollte.

Cory erkrankt nun schwer und alles deutet auf eine Lebensmittelvergiftung hin, obwohl das Essen von allen Kindern gegessen wurde und diese keine Beschwerden haben. Cathy spricht daraufhin gegen die Regeln die Großmutter an, als sie Essen bringt, diese holt Corinne, die einfach nur dasteht. Als Cathy ihr ein weiteres Mal Vorwürfe macht und sie drängt, Cory in ein Krankenhaus zu bringen, spuckt Corinne: „Du! Immer du!“ Und schlägt sie hart ins Gesicht. Daraufhin beschwichtigt die Großmutter Corinne und erklärt ihr, dass das Kind ins Krankenhaus muss. Nachts kommen sie zurück und erklären den Kindern, dass Cory an einer Lungenentzündung gestorben sei und unter falschem Namen schon beerdigt ist.

Am 10. November, nach 3 ½ Jahren, beschließen die Kinder endgültig zu fliehen und finden Corinnes Zimmer verlassen vor, nur in einer Schatulle finden sie die Verlobungsringe, die Corinne früher von ihrem verstorbenen Mann erhalten hatte. Zudem offenbart sich ihnen auch, dass der Großvater schon längst verstorben ist und Corinne bereits ihr Millionenerbe bekommen hat. Christopher, der Arzt werden will, schließt außerdem aufgrund des Todes Corys, dass die Krapfen mit Arsen zusätzlich zum Zucker gepudert waren, und dass dafür nicht die Großmutter, die dazu viel zu Bibelfest ist, verantwortlich sein kann, sondern ihre Mutter. Falls in den Giftmord die Großmutter eingeweiht gewesen wäre, dann hätte sie ihre Hände trotzdem in Unschuld waschen können, da sie den Kindern ja von Beginn an Süßigkeiten verboten hatte und der Tod nur wegen einer Regelübertretung / Sünde eintreten würde. Als die Kinder im Morgengrauen sicher das Haus verlassen und in den Zug einsteigen, bemerkt Cathy, dass die Großmutter viel früher als gewöhnlich in ihrem ehemaligen Gefängnis die Gardinen am Fenster aufzieht und in ihre Richtung blickt. Cathy schwört, sich an ihrer Mutter zu rächen, blickt aber auch hoffnungsvoll in die Zukunft.



Inhalt des Films:

Die 80erjahre: Der Vater der Familie Dollanganger stirbt bei einem Unfall und hinterlässt seine Witwe Corinne, die beiden etwa 17jährigen Geschwister Christopher und Cathy und die etwa 6jährigen Zwillinge Cory und Carrie. Da Corinne bald das Geld ausgeht und sie ihr Haus verkaufen muss, um zu überleben, beschließt sie, zurück zu ihren Eltern zu ziehen und „die Liebe ihres Vaters“ zurückzugewinnen. Die Kinder erfahren, dass die Großeltern steinreich sind und dass Corinne hofft, ihren im Sterben liegenden Vater bald zu beerben, doch die Sache hat einen Haken: Ihr verstobener Vater war der Onkel ihrer Mutter, damit sind sie inzestuös gezeugt worden und deswegen ziehen sie den Hass der Großmutter auf sich, der Großvater darf erst gar nicht von ihnen erfahren, sonst würde es Corinne nie gelingen, seine Liebe zurückzugewinnen und zu erben. Daher werden die Kinder in einem Zimmer im Obergeschoss des großen Anwesens vor dem Großvater versteckt, während der unheimliche Butler John und der bedrohliche Hausmeister ihr Kommen bemerken, und haben nur Zugang zum Dachboden, aber nicht ins übrige Haus oder gar nach draußen…

Versteckt warten die Kinder nun, dass ihr Großvater stirbt, ihre Mutter erbt und sie in die Freiheit entlassen werden, müssen sich aber dem strengen Regelwerk ihrer Großmutter beugen, die es z. B. den Zwillingen verbietet, in einem Bett zu schlafen. Corinne besucht die Kinder am nächsten Abend und muss auf Geheiß der Großmutter vor ihren Kindern den Rücken entblößen, auf dem sich die Wunden von 17 Peitschenhieben befinden, die sie für die Anzahl der Ehejahre von ihrer Mutter in Anwesenheit des Großvaters erhalten hat. Nach einiger Zeit werden ihre Besuche seltener; sie vertröstet die Vier jedoch, dass der Großvater im Sterben läge, es sich nur noch im wenige Wochen handele und bringt ihnen Geschenke mit, um ihnen eine Freude zu bereiten. Bald erwischt die Großmutter die Kinder, wie sie eine erste „Sünde“ begehen, indem sie nicht nach Geschlechtern getrennt in den beiden Betten schlafen und zerbricht Cathys Porzellanstatue, die ihr ihr Vater geschenkt hat und die ihr viel bedeutet.

Als Corinne die Vier wochenlang nicht mehr besucht, beschließen sie auszubrechen, um sie zu suchen, doch sobald sich Christopher und Cathy im Garten des Anwesens befinden, werden Flutlichtscheinwerfer eingeschaltet, scharfe Hunde auf sie gehetzt und der mit einem Gewehr bewaffnete Hausmeister macht im plötzlich einsetzenden Gewitter Jagd auf die Beiden, die so schnell wie möglich wieder zurück in ihr Gefängnis fliehen. Am nächsten Tag ermahnt die Mutter heftig ihre Kinder wegen des Fluchtversuchs, der unnötig gewesen sei, da der Großvater schließlich bald stürbe.

Wenig später erwischt die Großmutter die Cathy und Christoper erneut dabei, wie sie eine „Sünde“ begehen: Christopher betrachtet seine badende Schwester. Die Großmutter gibt ihnen zu erkennen, dass sie sie dabei gesehen hat und überfällt kurz darauf Cathy, schlägt sie und schleudert sie zu Boden und schneidet ihr die Haare ab. Derweil erhält die Mutter vom Großvater, dem sie regelmäßig aus der Bibel vorliest, kostbare Geschenke, sie hat seine Liebe nun zurückgewonnen und beide umarmen sich.

Die Großmutter hört nun auf, den Kindern Essen zu bringen, was Christopher dazu zwingt, dem kränkelnden Cory via Aderlass mit seinem Blut zu ernähren. Um das Haus zu erkunden, hebelt Christopher die Tür aus den Angeln, er und Cathy finden auf ihrer gefährlichen Reise ihren Großvater schlafend vor, als sich aber Cathy zu nah an ihn heranwagt, packt er sie, Cathy schreit erschrocken auf, was Johns Aufmerksamkeit erregt, und die Beiden fliehen zurück in ihr Zimmer.

Corinne kehrt nun nach längerer Zeit zurück, verwundert nimmt sie zur Kenntnis, dass die Kinder nicht sehr erfreut sind, sie zu sehen, ihr Vorwürfe ob ihres langen Fortbleibens machen und offenlegen, dass ihnen das Geld aus der Erbschaft mittlerweile vollkommen egal ist und sie nur noch in Freiheit leben wollen. Mit einem Gefühlsausbruch lullt sie die Kinder ein, beschenkt sie und verabschiedet sich mit einem „Ihr seid herzlos! Wenn ihr bereit seid, mich wieder zu lieben, werde ich zurückkommen, aber nicht vorher!.“ Trotzdem sehen Christopher und Cathy ihre Mutter bald wieder, als sie sich erneut heimlich aus dem Zimmer schleichen und hinter dem Kamin versteckt eine Party beobachten, wo Corinne verliebt mit einem Mann tanzt.

Cory erkrankt nun schwer, Cathy bittet daraufhin die Großmutter, ihn in ein Krankenhaus zu bringen. Diese holt Corinne, die einfach nur dasteht. Als Cathy ihr Vorwürfe über ihre Untätigkeit und Gier macht und sie drängt, Cory in ein Krankenhaus zu bringen, erwidert Corinne verbissen: „Immer bist du es!“ und schlägt Cathy ins Gesicht, die sofort zurückschlägt. Daraufhin wirkt die Großmutter mäßigend auf Corinne ein und bestimmt, dass ihre Tochter das Kind nun in ein Krankenhaus bringen werde. Nachts kommen sie zurück und erklären den Kindern, dass Cory an einer Lungenentzündung gestorben sei, während draußen der Hausmeister das erste von vier im Wald ausgehobenen Gräbern zuschüttet.

Als auch Corys Maus erkrankt, entdeckt Christopher, der später einmal Arzt werden will, dass die Kekse, die den Kindern von Anfang an von John und der Großmutter gebracht wurden, mit Arsen gepudert sind. Auf einer weiteren nächtlichen Erkundungstour durchs Haus organisiert Christopher Geld und plant auch, Diamantringe zu erbeuten, die sie brauchen, um nach ihrer Flucht nicht völlig mittellos dazustehen. Er plant, die Flucht nicht heimlich auszuführen, sondern durch die Vordertür, da bald wieder eine Party stattfinden soll und sie dann nicht an ihrer Flucht gehindert werden könnten vor all den Leuten; Cathy aber will nicht nur fliehen, sondern sich auch rächen und ihre Mutter bloßstellen. Er schlägt die Großmutter nieder, als sie ihnen wieder Essen bringt, darunter die zuvor von Corinne bestäubten Kekse; auf dem Weg durchs Haus und der Suche nach Beute entdecken sie, dass der Großvater längst tot ist und dass im in einer Schublade verwahrten Testament steht, dass Corinne auch nachträglich enterbt wird, wenn sich herausstellen sollte, dass sie Kinder aus erster Ehe hat – „Sie hat nie gewollt, dass wir diesen Dachboden verlassen!“

Die Party stellt sich nun nicht nur als eine Party heraus – es ist die Hochzeitsfeier Corinnes. Die vier Kinder nähern sich dem Altar, vor dem ihre Mutter mit ihrem Bräutigam steht, und als Cathy die Zeremonie laut unterbricht („Mutter!“) und schwere Vorwürfe erhebt, weicht er angewidert zurück. Als sich Corinne wenig glaubwürdig verteidigt, drängt Cathy sie nach draußen, wo sie über eine schlecht gesicherte Mauer fällt und sich an ihrem Hochzeitskleid stranguliert. Beobachtet von ihrer Großmutter verlassen sie nach einem Jahr ihr Gefängnis.



Review:

„Blumen der Nacht“ ist ein flüssig geschriebener Roman von V. C. Andrews, der 1979 geschrieben und 1987 von Jeffrey Bloom („Blood Beach“, 1980, „Das Girl vom anderen Stern“, 1985) verfilmt wurde. Obwohl der Roman sich an eine vorwiegend weibliche Leserschaft richtet und er ab und zu Sadomasochismus thematisiert, ist er nicht nur aufgrund seines Tabuthemas „Inzest“ (siehe Anmerkung) weit von einem Mommy-Porn wie „50 Shades of Grey“ entfernt, eines Romans, der so konstruiert wurde, dass er thematisch nicht vor den Kopf stößt. Die Verfilmung jedoch bewies, dass es in der Literatur zwar funktioniert, den Leser mit bestimmten Themen vor den Kopf zu stoßen und ihn trotzdem zu begeistern, sich im Film die gleiche Zielgruppe (Frauen zwischen 20 und 30 Jahren) jedoch schockiert abwendet. Bei Testvorführungen Ende 1986 lehnten die Zuschauerinnen die Szenen, die den Inzest zwischen Christopher und Cathy thematisieren – im Vergleich zum Buch bereits entschärft, indem es sich nur um Küsse gehandelt haben soll – sowie das nicht werkgetreue Ende, in dem die Großmutter mit einem Fleischermesser die Kinder attackiert, ab. So folgten Nachdrehs und den Filmproduzenten wurden zusätzliche 2-3 Enden vorgelegt, das einzige Ende, das Jeffrey Bloom nicht gedreht hatte, wurde schließlich in den fertigen Film eingefügt; er wurde ein Jahr nach den Testvorführungen uraufgeführt und mit dem anvisierten PG freigegeben.

Der Film profitiert immens von der Darstellung Louise Fletchers als Großmutter, Fletcher hat sich während der Dreharbeiten stark in ihren Charakter eingefühlt und konnte auch in ihrer Freizeit zwischen den Drehtagen nicht „abschalten“. Einen ähnlichen Charakter spielte sie ab 1993 mit dem von Minderwertigkeitskomplexen geplagten religiösen Oberhaupt „Kai Winn“ in „Star Trek: Deep Space Nine“ sieben Jahre lang, doch auch in zahlreichen anderen Rollen wie als reiche Südstaateneminenz in „Two Moon Junction“ (1988) findet man einen ähnlichen Rollentypus wieder. Und natürlich ist ihre Rolle als hartherzige Krankenschwester in „Einer flog über das Kuckucksnest“ (1975) aus den gleichen Gründen besonders erwähnenswert. Kristy Swanson, die Cathy spielt, hatte in „Blumen der Nacht“ nach „Der tödliche Freund“ (1986) ihre zweite Hauptrolle und entsprach laut Andrews genau ihrer Vorstellung von Cathys Charakter. Mit „Der tödliche Freund“ sind wir wiederum bei Wes Craven, der 1985 ein Drehbuch für „Blumen der Nacht“ vorlegte, das allerdings genauso abgelehnt wurde wie er als Regisseur. Immerhin bekam er Swanson für eine Hauptrolle und konnte sein Drehbuch unter Modifikationen als „Haus der Vergessenen“ (1991) noch verwenden. Die stilvollen Bilder des Films stammen überwiegend von Frank Byers, der allerdings einen Co-Kameramann hatte. Byers ist der Kameramann aller Twin-Peaks-Folgen (ab 1990) mit Ausnahme des Pilotfilms; und „Blumen der Nacht“ ist tatsächlich ähnlich schön aufgenommen wie die beliebte Serie – es lohnt sich sogar, „Blumen der Nacht“ wie als eine Twin-Peaks-Folge zu sehen, und dabei zu überlegen, wie der Film noch gewinnen würde, wenn David Lynch diesen ganz gut zu seinem Werk passenden Stoff inszeniert hätte.

Passend untermalt ist der Film auch von einem Score von Christopher Young, der ab 1982 Musik besonders für Horrorfilme schrieb und ein halbes Jahr vor dem Start von „Blumen der Nacht“ „Hellraiser“ komponierte. Young schafft zwar bis heute meist sehr stimmungsvolle Musik, bewegt sich aber oft am Rande des Plagiats: Bei „Hellraiser“ klingt das Main Theme wie „Carlotta´s Portrait“ aus Bernard Hermanns Komposition zu „Vertigo“ (1958), in „Blumen der Nacht schrieb er immerhin nur bei sich selbst ab, so klingt „Goodbye Daddy“, das Thema zur Porzellanstatue, die später von der Großmutter zerbrochen wird, wie der Beginn von „Seduction und Pursuit“ aus „Hellraiser“. Sowohl „Goodbye Daddy“ als auch das Main Theme, besonders im Titel „The Attic“ sind jedoch Glanzpunkte des Filmsoundtracks, unglaublich stimmungsvoll und zum Thema des Films passend, wenn eine vereinzelte Jungensopranstimme textlosen Gesang anstimmt und der Einsamkeit einen Klang und eine musikalische Entsprechung gibt.

Aufgrund des Filmendes waren Fortsetzungen zu „Blumen der Nacht“ weitgehend unmöglich, V. C. Andrews schrieb während der Dreharbeiten jedoch bereits an ihrem 5. Band, den Film sah sie jedoch nicht mehr, da sie vor dem offiziellen Start starb. Ab 2014 gab es aber eine Neuverfilmung mit 3 Fortsetzungen, unverfilmt blieb bisher nur der 5. Band, das Prequel. Bei der Neuauflage handelt es sich zwar um eine in Sachen Inzest und Sadismus werkgetreuere Version, dafür ist sie aber inszenatorisch weit von Kinoqualität entfernt und wirkt sehr künstlich.

Der Film „Blumen der Nacht“ ist der dritte von vier Filmen, die ich im Laufe meiner Kindheit und Jugend als besonders und nachhaltig spannend empfand – die anderen Filme sind „Schneeweißchen und Rosenrot“ (1955), den ich mit etwa 6 Jahren sah, „Die Vögel“ (1963) mit 12 Jahren, und „Das Experiment“ (2001) mit 20 Jahren. Im Nachhinein betrachtet verdient „Blumen der Nacht“ vielleicht nicht unbedingt eine so ausführliche Filmbesprechung und lässt sich an künstlerischer Finesse und filmischer Qualität keinesfalls mit „Die Vögel“ vergleichen, jedoch kann ich auch heute noch gut nachvollziehen, warum der Film vor 22 Jahren so intensiv auf mich gewirkt hat und bekommt deswegen einen ordentlichen Nostalgiebonus bei der abschließenden Punktebewertung.


Hexen

V. C. Andrews führt in ihrem Roman den Leser langsam in das unheimliche Anwesen und das Schicksal der Kinder ein und lässt ihn erst selbst assoziieren, welcher Art das eigentliche Thema der Geschichte ist, wenn aber Cathy etwa zur Mitte des Buches, als sie gerade von einem ihr heimlich gespritzten Schlafmittel betäubt ist, von einem Lebkuchenhaus träumt mit einer Hexe darin, die der Großmutter ähnlich sieht und die sich dann in ihre Mutter verwandelt, die sie und die übrigen Kinder ihrerseits versucht umzubringen, um ihr Erbe nicht zu gefährden, zeigt sich dem Leser, dass die Geschichte eine Abwandlung des Hänsel-und-Gretel-Motivs ist. Der Film geht hier subtiler und deswegen an sich sogar geschickter vor: Nur zu Beginn, als die Dollanganger-Familie auf das unheimliche Haus zuläuft, noch bevor die Kinder dort eingesperrt werden, ruft Carrie: „Da sind Hexen drin, Mama, Hexen und Monster“. Dabei wird die unheimliche Stimmung bereits schon verstärkt, indem das Anwesen teils aus Ruinen besteht – nicht so im Buch – der Hausmeister und die anschlagenden Hunde ihr Eintreffen finster bemerken und der Butler John, der im Buch nur zum Ende hin vorkommt und dort nie etwas von den Kindern erfährt, die Kinder im Film unheimlich-wortlos in Empfang nimmt. Die Großmutter, die nun auftaucht und den Kindern von Anfang an kaltherzig und hart gegenübertritt, trägt stets eine Bibel mit sich und scheint eine Heilige zu sein, wo sie Teufel (Hexe) ist. Während im Buch ihre ungeheuerliche Größe, ihre Adlernase und ihr straff zusammengebundenes graues Haar immer wieder betont wird, ist es im Film die schwarze Robe, der aggressive Blick und der oft vor Ekel verzerrte Mund Louise Fletchers, was ebenfalls Assoziationen zu Hexen weckt. Andrews und Bloom bedienen hier ein klassisches mittelalterliches Klischee, dass die äußere Hässlichkeit von Hexen mit ihrer inneren Hässlichkeit identisch ist. „Blumen der Nacht“ stellt sich trotz des moderne Tabus brechenden Inzestmotivs somit in die antimoderne Tradition des Gothic Horrors und erklärt die Grausamkeit seiner Antagonisten religiös-satanisch, anstatt psychologisch und rein menschlich.


Gothic Horror (Schauerliteratur) oder Gothic Romance?

Das Wesen der Schauerliteratur – das gilt auch für Filme – liegt im Austausch des Gegensatzpaares “Schön und Hässlich” mit “Schön und Erhaben”. Das Erhabene ist in der Kunstwissenschaft so definiert, dass der Leser / Zuschauer es mit einem gewissen Desinteresse betrachten oder auf sich wirken lassen kann ohne dass es ihm gefährlich werden könnte – der Schrecken trägt sich schließlich nur innerhalb eines Kunstwerks oder weit weg zu. Das Gleiche gilt auch für das Schöne, das man mit einer gewissen Interesselosigkeit betrachtet und nicht an sich reißen und allein besitzen möchte. Die Gothic Romance dagegen sieht sich mehr als Befreierin der Hässlichkeit, indem sie zeigt, dass in allem Hässlichen Schönheit – z. B. im Charakter des Glöckners von Notre Dame – innewohnt, und ist somit psychologischer und weniger einseitig; sie hebt die Distanz der Schauerliteratur auf. Man darf nicht den Fehler begehen, „Blumen der Nacht“ als Gothic Romance zu sehen, weil etwa das Inzestmotiv romantisch, die physische Gewalt nicht drastisch und das Leiden der Charaktere für den Zuschauer psychologisch nachvollziehbar geschildert werden. „Blumen der Nacht“ folgt mit der Bösartigkeit der Großmutter-Hexe, der psychologisch gerade eben nicht erzählten Umwandlung der Mutter in die böse Hexen-Tochter und den geschilderten Konsequenzen ihrer bösen Taten (die Striemen des ausgepeitschten Rückens der Mutter, die geteerten Haare Cathys im Buch, bzw. die abgeschnittenen Haare im Film, der versuchte Giftmord in 3 Fällen und der vollzogene Giftmord in einem Fall) ganz dem Narrativ des Gothic Horrors; der Film verstärkt dies im Vergleich zum Buch sogar, auch wenn er weniger Gewalt und Inzest zeigt, als es das Buch erzählt. Während das Buch das Foxworth-Anwesen lediglich als großes altes Anwesen in den 50erjahren schildert, betont der Film bereits in der Titelsequenz teils friedhofsartige Statuen, Gemäuer und Ruinen, die das Anwesen umgeben. Die verwitterte Schönheit alter Architektur wirkt erhaben. Wenn die Kinder – nur im Film – sich über das Dach des Anwesens in den Park an Seilen ablassen, setzt plötzlich ein Gewitter und starker Regen ein – vielleicht Kitsch, sicher ist aber die Gewitternacht ein typisches Stilmittel der erhabenen Schauerliteratur. Nach Immanuel Kant unterstützt die Natur hier mit Sturm und Gewitter die Demütigung, die Mutter und Großmutter die Kindern erleiden lassen in einem dynamisch-erhabenen Sinne. Und auch die so wortlosen wie unheimlichen Charaktere des Butlers John und des Gräber schaufelnden, mit Hunden auf Kinder Jagd machenden bewaffneten Hausmeisters unterstützen den unfassbaren Schrecken.



Fazit:

Enorm spannendes Gothic-Psychodrama, das etwas unter den Kürzungen leidet, die die Produzenten vornahmen, um eine PG-Freigabe zu bekommen.


Wertung:

9,5 / 10 (inklusive 1,5 Nostalgiepunkte)



Anhang:

Inzest:

Heirat und Sex zwischen (Halb-)Onkel und Nichte ist nach US-Recht Inzest, nach deutschem Recht nicht. Nach deutschem Recht ist nur Heirat und Sex zwischen Bruder und Schwester und Eltern und ihren Kindern Inzest, nicht aber Heirat und Sex zwischen z. B. Cousin und Cousine, Großeltern und Enkel, Onkel und Nichte.


Musikvergleich:

Vertigo: Carlotta´s Theme:
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Hellraiser: Main Theme:
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Hellraiser: Seduction and Pursuit:
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Flowers in the Attic: Goodbye Daddy:
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