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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Betreff des Beitrags: Re: Chet's gesammelte Filmeindrücke - 60er, 70er, 80er und mehr
BeitragVerfasst: 07.12.2016 18:56 
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Die Wirtin von der Lahn (OT: Suzanne - Die Wirtin von der Lahn; Frankreich/Italien/Ungarn/Österreich; 1967; Franz Antel)

In den politischen Wirren zwischen Deutschland und Frankreich um 1800 herum eröffnet Suzanne (Teri Tordai), die eigentlich Anführerin einer herumreisenden Schauspieltruppe ist, ein Wirtshaus. In diesem "Wirtshaus an der Lahn" herrscht, so sagt man, ein gar sündiges Treiben, was einerseits Besucher anlockt, andererseits aber auch Sittenwächter auf den Plan ruft...

Diese europäische Koproduktion vereint nicht nur verschiedene Entstehungsländer, sondern lässt sich auch genremäßig nicht so leicht festlegen. Manchmal wird der Film als Erotik klassifiziert. Das sollte jedoch keine falschen Erwartungen wecken. Denn viele dralle Dekolletees und zwei oder drei mal ein aufblitzender blanker Busen sind in Sachen Erotik hier schon das höchste der Gefühle. Streckenweise kommt auch etwas Italowestern-Feeling auf, wenn die Protagonisten zu Pferd durch grüne Wald- und Wiesenlandschaften unterwegs sind. Und schlussendlich ist da auch noch ein Komödienanteil, für den vor allem Jacques Herlin sorgt - ein interessanter Charakterkopf, in dessen Filmographie sich alles, von Lederhosenklamauk bis Arthouse findet.
Was die vorgegaukelte Erotik betrifft, ist der Film, wie schon gesagt, arg zahm. Und auch sonst befriedigt er kein Genre so richtig, so dass ein etwas halbgarer Beigeschmack übrig bleibt. Gleichzeitig ist jedoch das historische Setting wirklich sorgfältig und liebevoll umgesetzt und überaus hübsch anzusehen. Und auch der Score von Gianni Ferrio bleibt mit Streichern und Cembalo recht nett im Gehörgang hängen, wenn er auch nicht herausragend ist. Bleibt noch Teri Tordai zu erwähnen, die ein echter Hingucker ist und die Wirtin mit viel Charme verkörpert.

Insgesamt ein Filmerlebnis, das zwischen charmant und belanglos pendelt, und von daher nicht mit zu hohen Erwartungen genossen werden sollte.

Die DVD von MCP bietet eine recht ansprechende Bildqualität, präsentiert den Film aber leider im falschen Bildformat. Wer den Film aber einfach mal sehen will, der kann angesichts des geringen Kaufpreises guten Gewissens zuschlagen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Chet's gesammelte Filmeindrücke - 60er, 70er, 80er und mehr
BeitragVerfasst: 09.12.2016 18:36 
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Frau Wirtin bläst auch gern Trompete (OT: Frau Wirtin bläst auch gern Trompete; Deutschland/Italien/Österreich; 1970; Franz Antel)

Suzanne (Terry Tordai) verschlägt es diesmal nach Ungarn, wo sie kurzerhand ein brachliegendes Wirtshaus aufkauft. Dieses ist Pleite gegangen, da die Regierenden auf alles mögliche Steuern erheben - nicht nur auf Alkohol und Tabak, sondern sogar aufs Lachen, Singen und Lieben. Das neue Wirtshaus ist dem äußeren Anschein nach eine Art Klosterschule. Doch hinter den Mauern, im Verborgenen, geschehen gar unkeusche Dinge...

Drei Jahre nach dem kürzlich von mir gesehenen ersten Teil enstand nun also dieser Nachfolger - viel geändert hat sich nicht. Gemäß den zeitlichen Umständen wurde der Nudity-Anteil minimal angehoben, weiter der Rede wert ist das jedoch nicht. Die Production Values sind wieder top und bestechen durch schöne Landschaftsaufnahmen und historische Kulissen. Als männlicher Held der Geschichte ist, neben Harald Leipnitz, Glenn Saxon zu sehen, dessen Rolle hier an seine Italowestern-Auftritte erinnert. Zudem kann der italo-affine Zuschauer Rosalba Neri entdecken, die jedoch in einer kleinen Nebenrolle ziemlich verschenkt wirkt.

Letztendlich keine Zeitverschwendung, aber - wie auch die anderen Teil der Reihe - wieder ein unentschlossener Genre-Mischmasch, den man nicht mit den Erwartungen an einen Erotikfilm konsumieren sollte.

Die MCP-Scheibe geht soweit in Ordnung, wobei ich mir nicht sicher bin, ob das Bildformat das korrekte ist.

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 Betreff des Beitrags: Re: Chet's gesammelte Filmeindrücke - 60er, 70er, 80er und mehr
BeitragVerfasst: 04.04.2017 18:41 
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Innocence And Desire (OT: Innocenza e turbamento; Italien; 1974; Massimo Dallamano)

Nach einigen Ausschweifungen sexueller Natur wird der junge Tonino (Roberto Cenci) vom Priesterseminar nach Hause geschickt, wo er sich über seinen Glauben im Klaren werden soll. Zu Hause angekommen, gerät sein Gefühlsleben jedoch noch stärker durcheinander, was vor allem an Carmela (Edwige Fenech), der höchst attraktiven neuen Frau seines Vaters (Vittorio Caprioli), liegt. Und der Großvater (Lionel Stander) hat auch fast nichts außer Sex im Kopf. Wird Tonino den Weg der Tugend gehen oder wird er den fleischlichen Versuchungen erliegen?

INNOCENZA E TURBAMENTO (so der klangvolle Originaltitel) ist ein typisches Coming-Of-Age/Pseudo-Inzest-Vehikel. Also die Sorte von Film, in der eine heiße Stiefmutter den Hormonhaushalt eines Teenagers gehörig durcheinander bringt. Die Stiefmutter wird in diesem Fall verkörpert von Edwige Fenech. Verführerisch mit und ohne Klamotten, hat sie hier quasi die Hauptrolle inne, wobei ihre Auftritte trotzdem seltsam blass wirken. Und Nudity findet nur im fast komplett Dunkeln statt (wobei da die Fassung, die ich gesehen habe, mit dran Schuld sein könnte).
Aber auch von Frau Fenech abgesehen, ist die Besetzung erwähnenswert - speziell Vittorio Caprioli als Vater, dessen Manneskraft angesichts seiner neuen jungen Frau nicht ganz mithalten kann, und Lionel Stander als lüsterner Opa dreht auch ziemlich auf. Nicht zu vergessen, die obskure Anna Maria Pescatori als schwergewichtige und immer willige Prostituierte Lola.
Soweit zu den Hauptfiguren. Beachtet man nun, dass hier Massimo Dallamano, auf dessen Konto so viele Meisterwerke in verschiedenen Genres gehen, auf dem Regiestuhl saß, könnte man auch hier mehr erwarten, als der Film tatsächlich bieten kann. Denn in diesem Film gibt es irgendwie von allem ein bisschen und nichts so richtig. Zwischen Komödie, Drama und Erotik bewegt sich hier das Pendel und sorgt - wenn schon sonst nichts - wenigstens einigermaßen für Kurzweil.

Von den Figuren und den Themen her hat das hier alles etwas ur-typisch Italienisches und für Unterhaltung ist halbwegs gesorgt. Dennoch bleibt das Endresultat hinter den Erwartungen zurück.

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 Betreff des Beitrags: Re: Chet's gesammelte Filmeindrücke - 60er, 70er, 80er und mehr
BeitragVerfasst: 21.04.2017 19:06 
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Il sofa (OT: Il sofa; Italien; 1990; Lorenzo Onorati)

Bei IL SOFA handelt es sich um ein extrem obskures Stück Film, zu dem man in OFDB und IMDB keinerlei Infos findet (sofern es nicht noch einen Alternativtitel gibt, der mir nicht bekannt ist). Auf eine Inhaltsangabe muss ich diesmal auch verzichten, da ich den Film nur in einer spanischsprachigen Fassung sehen konnte und daher den Dialogen nicht wirklich folgen konnte. Wobei ich vermute, dass sich hier egal in welcher Sprache nicht sonderlich viel Handlung offenbart.

Zum Einstieg gibts es gleich mal einen richtigen Hammer von einer tristen und unerotischen Sexszene: Valentine Demy verkörpert da eine Prostituierte, die von einem Fettsack engagiert wird, der sich dann an ihr abreagiert während sie regungslos daliegt. Zum Abschluss der Szene will Valentine Demy einen Aschenbecher nach ihrem Freier werfen und schneidet sich dabei aus Versehen selbst in die Pulsader. Autsch! Was für ein Auftakt!
Weiter geht's dann mit Modeschauen-Szenen, die wahrlich gräßlich anzusehen sind - man möchte kaum glauben, dass sowas jemals Mode war - aber die späten 80er/frühen 90er waren halt schon eine spezielle Zeit. Mit Szenen dieser Art wird im weiteren Verlauf immer wieder Zeit totgeschlagen. Wenn sich nicht gerade Valentine Demy oder Virna Anderson (die zweite leading female role) durch die Laken wälzen - meist begleitet von penetrantem Klaviergeklimper. Und um auf das Thema Handlung zurückzukommen: irgendwie ist da noch ein Fotograf unterwegs, der es auf die beiden eben erwähnten Damen abgesehen hat. Ganz zum Schluss gibt es noch eine Szene in einer Art Folterkeller, die auf einmal atmosphärische Kniffe offenbart, die man im vorherigen Verlauf so schmerzlich vermisst hat - viel retten kann das allerdings auch nicht mehr.

Nur für ganz hartgesottene Allesglotzer.

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 Betreff des Beitrags: Re: Chet's gesammelte Filmeindrücke - 60er, 70er, 80er und mehr
BeitragVerfasst: 08.05.2017 17:01 
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Tales Of Canterbury (OT: Canterbury No. 2 - nuove storie d'amore del '300; Italien; 1973; Joe D'Amato)

In einer regnerischen Nacht finden sich einige Personen in einem Gasthof ein und erzählen, um sich die Zeit zu vertreiben, gegenseitig Geschichten...

Der Film eröffnet mit einem Zitat von Chaucer, das jedoch auf italienisch gehalten ist und mir daher nicht viel sagt. Was man jedoch sagen kann: bei diesem Werk handelt es sich um einen Vetreter des immer noch sehr obskuren Decamerotica-Genres. Gemeint sind damit Sex-Komödien, die im Mittelalter spielen, und sich dabei einerseits auf die Werke von Autoren wie Bocaccio berufen, und andererseits an den DECAMERON-Film von Pasolini anknüpfen.
Im Falle von TALES OF CANTERBURY muss jedoch gesagt werden, dass es dabei weitaus weniger komödien- oder erotiklastig zugeht als man vielleicht erwarten könnte. Teilweise geht es sogar recht düster zu - wenn zum Beispiel in einer Episode die Gier nach Gold dazu führt, dass sich die drei Protagonisten schlussendlich gegenseitig umbringen.
Generell sind außerdem auf der Habenseite zu verbuchen: die liebevoll gestalteten mittelalterlichen Kulissen und Kostüme sowie die stimmungsvollen wäldlichen Gegenden. An bekannten Gesichtern tauchen beispielsweise Federico Boido und Claudio Ruffini auf. Nichts besonderes ist leider der Score von Guido und Maurizio De Angelis - da bieten andere Filme des Genres in dieser Hinsicht weitaus mehr.

Es bleibt letztendlich verwunderlich, warum sich Joe D'Amato für den Film hinter dem Pseudonym John Shadow versteckt hat, denn so schlecht ist er wirklich nicht. Aller Kritikpunkte zum Trotz bleibt ein relativ kurzweiliges und unterhaltsames Filmerlebnis.

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 Betreff des Beitrags: Re: Chet's gesammelte Filmeindrücke - 60er, 70er, 80er und mehr
BeitragVerfasst: 02.06.2017 19:32 
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Valentino - Durch die Betten Hollywoods (OT: Rudy; Italien/USA; 1997; Joe D'Amato)

Rudolph Valentino (Hakan Serbes) schlägt sich mit einigen Gelegenheitsjobs durchs Leben - mal als Gärtner, mal als Tänzer oder auch als Schauspieler. Seine enorme Anziehungskraft, die er auf Frauen hat, sowie die damit verbundenen Liebschaften, bringen ihn jedoch in so manche brenzlige Lage...

Der Film existiert sowohl als Softcore- als auch als Hardcore-Version. Ich habe die softe Fassung gesehen, die in den goldenen Zeiten, als noch Schmuddel-Filme im TV liefen, mehrfach im deutschen Fernsehen gesendet wurde. Nun gut, hier handelt es sich also um einen der unzähligen Pornos, die der große Joe D'Amato in den 90ern gedreht hat. Das Period-Setting und die Kulissen machen dabei einen einigermaßen hochwertigen und stimmungsvollen Eindruck. So dass man das Gefühl hat, hier sollte etwas mehr als nur ein weiterer Porno von der Stange produziert werden. Viel mehr ist es allerdings auch nicht geworden. Die Sex-Szenen sind in der deutschen SC-Fassung entweder fragmentarisch und abgehackt oder wirken wie künstlich in die Länge gezogen und sie sind - was nach einiger Zeit wirklich nervt - immer mit dem selben Musikstück unterlegt. Da es sich um eine italienisch/amerikanische Koproduktion handelt, findet man im Cast auch einige aus dem US-Pornogeschäft bekannte Namen wie J.R. Carrington, Guy DiSilva - am meisten in Erinnerung bleiben jedoch die gigantischen Brüste von Heather Lee, die in der deutschen Fassung allerdings nur einen kurzen Auftritt haben.

Einen gewissen Charme kann man dem Film nicht absprechen, speziell wenn man ihn mit anderen HC-Produktionen aus dieser Zeit vergleicht. Viel verpasst man allerdings auch nicht, wenn man ihn nicht gesehen hat.

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 Betreff des Beitrags: Re: Chet's gesammelte Filmeindrücke - 60er, 70er, 80er und mehr
BeitragVerfasst: 28.06.2017 18:41 
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Daddy's Cadillac (OT: License to drive; USA; 1988; Greg Beeman)

Les (Corey Haim) steht kurz vor der Führerscheinprüfung. Doch schon bei der theoretischen Prüfung versagt er kläglich. Gegenüber seinen Freunden verschweigt er das und ehe seine Eltern davon Wind bekommen, schnappt er sich auch schon den Cadillac seines Großvaters, um damit das Mädchen seiner Träume, Mercedes (Heather Graham), zu einem Rendezvous auszuführen. Es folgt eine turbulente Nacht...

LICENSE TO DRIVE steht in der Tradition der Nacht-Abenteuer-Filme, von denen es in den 80ern eine Reihe gab und von denen Scorseses AFTER HOURS aka. DIE ZEIT NACH MITTERNACHT vielleicht der herausragendste ist. In diesem Fall überwiegen jedoch die Komödienelemente, die eher durchwachsen und nicht immer so gelungen sind. Dafür kann der Cast einige Sympathie-Punkte sammeln und das 80er-Flair ist ebenfalls nicht zu verachten. Wirklich stimmungsvoll wird die ganze Chose allerdings erst, wenn die Nacht hereinbricht, in der natürlich nichts so reibungslos verläuft, wie geplant.

Es bleibt ein recht charmantes Produkt der 80er, dem ein bisschen das gewisse Etwas fehlt und das doch in recht vorhersehbaren Bahnen verläuft. Wer jedoch diese Art von Nacht-Filmen mag, kann auch hier mal einen Blick riskieren.

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