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 Betreff des Beitrags: ICED - DER TOD AUF SKIERN - Jeff Kwitny
BeitragVerfasst: 15.07.2017 11:39 
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Iced
(Iced - Der Tod auf Skiern / Blizzard of Blood)
USA 1988 - Directed by Jeff Kwitny
Starring: Debra De Liso, Doug Stevenson, Ron Kologie, Joseph Alan Johnson, Elizabeth Gorcey, Lisa Loring...


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Streiten sich zwei heiße, mit Testosteron vollgepumpte Hengste um ein süßes Mädel, kann das Problem nur ein Schwanzvergleich aus der Welt schaffen. Sowohl Cory (Doug Stevenson) als auch Jeff (Dan Smith) fahren voll auf Trina (Debra De Liso) ab, deren eigene Meinung zu diesem Thema komplett ignoriert wird, mag sie doch den ollen Jeff eigentlich gar nicht. Ein Wettkampf soll es richten, ein Nightrace. Also stürzen sich die beiden Kontrahenten todesverachtend auf ihren Skiern den Berg hinunter, und wenig überraschend zieht der mit schmutzigen Tricks kämpfende Jeff den Kürzeren. Nun ist er verständlicherweise zu Tode betrübt, kann die Schmach nicht verkraften, zuckt völlig aus. Als Trina und Cory zur Feier des Tages auch noch eine Nummer schieben, schlüpft der angepißte Jeff in seine Schiausrüstung, schnallt sich die Bretter an und rast voller Elan die Piste hinab. Prompt übersieht er in stockdunkler Nacht einen Abhang und zerschellt Bauch voraus auf einem Felsstück. Tja, dumm gelaufen. Vier Jahre später. Cory und Trina sind nun verheiratet (sie heißen Mr. und Mrs. MacGuyver) und unterwegs zu einem Gratis-Schiwochenende, zusammen mit ihren alten Freunden Carl (Ron Kologie), Jeanette (Lisa Loring), John (John C. Cooke), Diane (Elizabeth Gorcey) sowie Eddie (Michael Picardi), welcher nachzukommen versprochen hat. Die Einladung zum neuen Schiresort Snow Peak in den Alpen erfolgte durch den geschäftstüchtigen Manager Alex Bourne (Joseph Alan Johnson) und ist mit einer Verkaufsveranstaltung gekoppelt. Während die Gäste die Tage genießen, plant ein Unbekannter ihrer aller Ermordung.

Auch wenn es über Jeff Kwitnys in Utah entstandenen Schneeslasher Iced leider nicht viel Positives zu berichten gibt, als Genrefan kann man dem Streifen dennoch einiges abgewinnen. Zwar spricht es nicht gerade für den Film, wenn eine Nacktszene (bzw. die Schauspielerin, welche diese absolviert) zu einem der (wenigen) Höhepunkte von Iced hochstilisiert wird, aber hey... andere Slasher können nicht einmal das bieten. Zumal es sich bei besagter Aktrice um Lisa Loring handelt. Ja, die Lisa Loring, welche von 1964 bis 1966 die kleine Wednesday Addams in der Kult-TV-Serie The Addams Family verkörpert hat. Anno 1988 war sie zu einem richtig heißen Feger herangewachsen, mit wallender Haarpracht und üppigen Rundungen. Ich kann ihre Entscheidung, sich in einem billig produzierten und ambitionslos heruntergekurbelten Horrorfilm vor der Kamera zu entblößen, sogar irgendwie nachvollziehen. Wenn man solch atemberaubende Kurven hat, möchte man sie gewiß auch herzeigen. Und schließlich gab es damals noch kein Internet! Loring ist der Star des Films, keine Frage. Ihre bloße Präsenz reicht aus, um alle anderen zu Statisten zu degradieren. Das gilt auch für die nominelle Heldin Debra De Liso, die ziemlich blaß bleibt. Iced ist übrigens nicht der erste Film, in dem sich De Liso mit einem irren Killer herumschlagen muß. Bereits einige Jahre zuvor kämpfte sie in The Slumber Party Massacre ums Überleben; ob es ihr gelungen ist, nicht angebohrt zu werden, sei hier natürlich nicht verraten. Und sie ist nicht die einzige mit Genrefilmerfahrung. Elizabeth Gorcey kennt man (vielleicht) aus Teen Wolf, und Joseph Alan Johnson war bei Berserker mit von der Partie.

Ebenfalls recht nett ist das Winter-Setting des Streifens, obwohl man aus der eisigen Schneelandschaft wesentlich mehr herausholen hätte können, befindet sich die Gruppe doch meist in einer Hütte. Der starke Kontrast rotes Blut vs. weißen Schnee wird z. B. viel zu wenig genutzt. Immerhin werden Winterutensilien wie Schistöcke als Mordwaffen mißbraucht, und auch ein handlicher Eiszapfen wird gerne genutzt, um jemanden um die Ecke zu bringen. Womit wir bei den Murder-Set-Pieces sind, die Würze der Slashersuppe. Leider läßt Iced in dieser Hinsicht einige Wünsche offen. Die Kills sind nett, keine Frage, sie wurden aber nicht sonderlich gekonnt oder gar denkwürdig umgesetzt. Lediglich der Eiszapfenmord sowie die Jacuzzi-Szene bleiben etwas hängen, der Rest ist Metzelware von der Stange. Hinzu kommt, daß es sehr lange dauert, bis der Mörder endlich Nägel mit Köpfen macht. Erst im letzten Drittel des Filmes dreht er auf, dann geht es aber auch Schlag auf Schlag. Stellt Kwitny in der ersten Stunde das Publikum noch auf eine harte Geduldsprobe, so zündet er dann doch noch den Turbo und belohnt die Zuschauer, die drangeblieben sind, mit einem sehr ordentlichen Showdown. Originell ist das strikt nach Schema F konzipierte Direct-to-Video-Movie (abgeschiedene Location, heiße Babes, kreative Morde, Killer-POV, stereotype Figuren, fake Schocks, das Final Girl, das über die Leichen der anderen stolpert, etc.) ebenso wenig wie es spannend oder gar packend ist. Wer von den Pappnasen wann das Zeitliche segnet, ist einem völlig egal. Eine emotionale Bindung an die Figuren findet nicht statt.

Iced ist somit nur für beinharte Slasher-Movie-Fans von Interesse, die auch lachhaft schlecht inszeniertem Seifenoper-Melodrama was abgewinnen können, wird man in der ersten Stunde des Filmes doch ausgiebig mit den Problemchen unserer Protagonisten gequält. Den Vogel in dieser Beziehung schießt Carl ab, der keine Gelegenheit ausläßt, allen um sich herum auf die Nerven zu fallen. Außerdem zieht er sich gerne - nackt wie Gott ihn schuf - Koks rein, und wenn er geil ist, macht er sich über das Ziel seiner Begierde her, und ist sie nicht willig, so nimmt er sie mit Gewalt. Ein echtes Arschloch, dem man sein schmerzhaftes Ableben von Herzen gönnt. Aber es sind Momente wie diese, welche das ansonsten öde Geschehen entscheidend versüßen. Jeanette im Jacuzzi, ihre Brüste liebkosend. Die Sequenzen aus der Sicht des Mörders, durch seine zerbrochene, getönte Schibrille. Oder Trina, die panisch durch die verschneite Gegend läuft, mit Shirt, Jacke, Stiefel und Unterhöschen (!) etwas unangemessen bekleidet. Zum Drüberstreuen servieren uns Regisseur Kwitny (Beyond the Door III aka Amok Train - Fahrt ins Nichts) und Drehbuchautor Johnson (der im Film auch als Alex Bourne zu sehen ist und mit überschätzten Dingen wie Logik oder Plausibilität nichts am Hut hat) noch das vielleicht bescheuertste und aberwitzigste "Schock-Ende" seit der Juan Piquer Simón-Granate Mil gritos tiene la noche (Pieces), bei welchem selbst die hartgesottensten Genrefans gackernd über den Boden rollen dürften. Für Freunde obskurer Baddies ist Iced somit ein gefundenes Fressen. Allen anderen wird dieses "coole" Slasher-Häppchen wohl eher nicht munden.

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 Betreff des Beitrags: Re: ICED - DER TOD AUF SKIERN - Jeff Kwitny
BeitragVerfasst: 15.07.2017 17:04 
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Ja, den fand ich so ohlala. Leider shot-on-video, was für mich n totaler Abtörn ist.
Hat aber dennoch seine Momente... hier noch n paar caps meiner VHS:

Bild Bild Bild Bild Bild Bild Bild Bild

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"Ein Tittchen hier, ein Fötzchen da, und die Welt sähe wieder rosiger aus." anti
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 Betreff des Beitrags: Re: ICED - DER TOD AUF SKIERN - Jeff Kwitny
BeitragVerfasst: 17.07.2017 08:35 
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Der Film ist bestimmt nichts Besonderes auf dem billigen 80er-Jahre Slasherwühltisch, aber er hat bei mir mehr Eindruck hinterlassen als andere seelenlose Fließbandmachwerke jener Zeit. Lag's vielleicht am Schneesetting, den etwas älteren Schauspielern (endlich einmal keine 17-jährigen Teenies) oder dem Staunen über die Lisa-Loring-Connection (der Cory-Darsteller war übrigens ihr damaliger Ehemann)?

Jedenfalls sollte allen Defiziten zum Trotz auch noch Dan Milners Synthie-Soundtrack lobend erwähnt werden. Zum Showdown, wenn der Endkampf voll im Gange ist, schwingt sich die Musik überhaupt zu ziemlicher Größe auf, indem sie die unnachahmlichen 80er-Synthieplastiksounds gekonnt mit wuchtigen Orchesterelementen - wohl aus einer Musikbibliothek - vermengt. Ich würde das OST-Album kaufen, ganz ehrlich.

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 Betreff des Beitrags: Re: ICED - DER TOD AUF SKIERN - Jeff Kwitny
BeitragVerfasst: 24.07.2017 20:43 
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Das Ski rennen erinnert an das "Kitzbühel Rennen"

Verkaufsveranstaltung?
Erinenrt an diese eine SOUTH PARK Episode

Kurz:

Kitz Race+ SOUTH PARK+ Slasher= ICED

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Denn ein Weg entsteht erst wenn man ihn geht.
Ich bin kein Herdentier, nur weil ich kein Hengst bin.
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