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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Betreff des Beitrags: BOCCACCIO 70 - F. Fellini, Luchino Visconti, Vittorio de Sica, Mario Monicelli
BeitragVerfasst: 25.06.2013 18:02 
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Episode 1, Regie: Roberto Rosselini
Darsteller: Anita Ekberg, Peppino De Filippo, Antonio Acqua
Score: Nino Rota

Ein totaler Moralist bekommt ein überdimensionales Milchwerbeplakat vor die Tür geknallt, mit einer Aufreizenden Dame darauf, die sich auf einem Sofa räkelt, die großen Brüste raushängt und ein Glas Milch in der Hand hält.
Dies ist für ihm zuviel des guten so, versucht er mit allen Mitteln das dieses Plakat entfernt oder abgehängt wird.
Am ende gewinnt er, wird vortan aber von Albträumen geplagt, bis sogar die Holde von ihrem Plakat absteigt um ihn nun mal so richtig heiß zu machen.

Super kultig die riesige "Anita Ekberg" wie sie durch die Stadt stapft, oder den Armen Prof zwischen ihre Hupen klemmt! :lol:
Hat man super hinbekommen die Ekberg so riesig wirken zu lassen. Auch die Modelgebäude sehen sowas von echt aus, ich vermute es ja nur, keinen plan wie die das getrixt haben.
Die Ekberg hat zudem sowas von riesigen Dingern das ist ja nicht normal :!:
Selbst in klein!
De Filippo gelingt es auch seine Figur Sympatisch zu halten, seinen eifer und seine ehrlich Abneigung gegen jedwegliche Unmoral nimmt man ihm voll ab.
Diese Episode macht sowas von Spass das glaubt ihr gar nicht. Was Fellini hier für einen Zauber versprüt ist nicht normal! Schade das nach einer halben Stunde der Zauber schon wieder vorbei ist :|
Ganz Kultig auch der "Vollmilch Song", gesungen von kleinen Kindern :lol:
9/10
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Episode 2, Regie: Luchino Visconti
Darsteller: Romy Schneider, Tomas Milian, Romolo Valli
Score: Nino Rota

Der Graf ging in den Puff und hat dort eine Menge Geld gelassen, dies ist an die öffentlichkeit gedrungen und wird nun in der Klatschpresse preisgegeben.
Nun befinden wir uns in der Villa des Grafen, unten warten seine Anwälte um mit ihm eine passende Stellungnahme abzufassen , während er oben mit seiner Frau darüber redet. Ihm scheint dies ziemlich egal zu sein, seine Frau denkt daran zu Arbeiten und nicht mehr nur zuhause zu sitzen. Sie will ihr eigenes Geld verdienen...
Aber zu sehr ist sie Adlige, sind sie es beide, gewohnt bedient zu werden und keine Hadgriff zu viel zu tun. Für alles haben sie Angestellte...
Der Graf lässt sich bereitwillig das Geld von seinen Anwälten aus der Tasche ziehen.

Jaja Visconit witmet sich wieder mal dem Adel. Milian und Romy spielen Super, macht spaß ihnen zuzusehen.
Vorallem Romy ist hier wieder mal ne wucht, wie sie diese Gleichgültigkeit, dann wieder naiv nicht wissend was sie eigenlich will, dann wieder doch... Als sie mal mit ihrem Papi telefoniert erinnerte es sogar etwas an Sissi.
Aber der Episode fehlt etwas der Esprit, Sympatien für etwaige Personen gibt es hier nicht unbedingt.
Solche reichen Snops, wer sieht die schon gerne :mrgreen:
7/10
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Episode 3, Regie: Vittorio de Sica
Darsteller: Sophia Loren, Luigi Giuliani, Alfio Vita
Score: Armando Trovajoli

Wir befinden uns auf dem Viehmarkt, neben dem Rummel. Während Vieh an den Mann gebracht wird, ist auch ein Losverkäufer zugegen, für 2000 Lire gibt es ein solches Los. Der Hauptpreis hat es in sich!
Es ist die Dame hinter der Schießbude! Wer das richtige Los zieht darf mit ihr eine Nacht verleben.
Bevor die abendliche Auslosung Stattfindet werfen die Loskäufer schonmal einen Blick auf die Schöne, der dies nun gar nicht zusagt..
Als dann auch noch ein überaus Hässlicher gewinnt ist es aus...

Sophia Loren, mehr gibts hier nicht zu sagen. Ihr Temprament ihre Ausstrahlung ist es die diese Episode sowas von gut funktionieren lassen.
Aber auch diese einfachen Bauern, Viehverkäufer und urigen Typen sind ne wucht.
Sophia verzaubert nicht nur die Viehöcken, nein auch die Zuseher!!! 9/10
Bild :lol: Bild
...................

Eigentlich sind es vier Episoden, aber dem Deutschen Kinoverleih waren über drei Stunden zu lange und deshalb entschied man sich die Episode vom unbekannteren "Mario Monicelli" zu streichen.
Schade da bestimmt nicht minder unterhaltsam.
Auf der DVD von Pest ist also die Deutsche Kinoversion enthalten, eine Kinorolle wurde Abgetastet ohne viel zu Restaurieren. Viele Verschmutzungen, aber ok.
Was aber gar nicht geht sind Lila Kompresionsartefakte die ab und an mal aufblitzen. Schade das die es einfach nicht lernen, wie machen die das ???
Sowas kennt man doch nur von einer VCD ausm Netz, aber von einer DVD????
Schade das sich so ein Schundlabel um diesen Tollen Film gekümmert hat...

Trailer:
www.youtube.com Video From : www.youtube.com

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 Betreff des Beitrags: Re: BOCCACCIO 70 - Roberto Rosselini, Luchino Visconti, Vittorio de Sica
BeitragVerfasst: 25.06.2013 18:06 
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Der Film ist super, aber leider ist die DVD von Best Entertainment nur eine Notlösung. Ich hoffe, dass in näherer Zukunft mal was Brauchbares erscheint.

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Zensor, der - Beamter gewisser Regierungen, dessen Aufgabe es ist, geniale Werke zu unterdrücken. In Rom war der Zensor
ein Inspektor der öffentlichen Moral; die öffentliche Moral moderner Nationen verträgt jedoch keinerlei Inspektion.
(Ambrose Bierce - Des Teufels Wörterbuch, 1911)


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 Betreff des Beitrags: Re: BOCCACCIO 70 - Roberto Rosselini, Luchino Visconti, Vittorio de Sica
BeitragVerfasst: 26.06.2013 19:53 
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Das klingt ja recht lustig!

Da muss ich mir demnächst mal die 3-Stunden-Fassung von der britischen DVD-Ausgabe vornehmen. Da gibt's dann auch die Monicelli-Episode, aber dafür halt nur OmU. ;)

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 Betreff des Beitrags: Re: BOCCACCIO 70 - Roberto Rossellini, Luchino Visconti, Vittorio de Sica
BeitragVerfasst: 15.02.2015 18:27 
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Eigentlich wegen der Fellini Episode mal angesehen,nachdem ich mir an Anita Ekbergs Todestag zum erstenmal La dolce vita zu Gemüte führte.
Es fehlt nicht nur die Monicelli Episode,auch Fellini wurde um fast die Hälfte gekürzt.
Während im Netz ein Video zu finden ist,welches rund 52 Min. läuft,beträgt die Laufzeit auf der Best knapp 29 Min.

www.youtube.com Video From : www.youtube.com


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 Betreff des Beitrags: Re: BOCCACCIO 70 - Roberto Rossellini, Luchino Visconti, Vittorio de Sica
BeitragVerfasst: 05.04.2015 11:07 
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Für die deutsche Kinoauswertung wurde der Film nochmals stark gekürzt.
Die deutsche DVD war bereits auf nem kleinen Röhren-TV nicht schön anzusehen...
Eine ungeschnittene Präsentation von BOCACCIO 70 auf DVD und Blu-ray ist schon lange fällig.
Nach all den Jahren ist dieser Film immer noch sehr amüsant und äußerst sehenswert!


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 Betreff des Beitrags: Re: BOCCACCIO 70 - Roberto Rossellini, Luchino Visconti, Vittorio de Sica
BeitragVerfasst: 05.04.2015 11:15 
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jomei2810 hat geschrieben:
Eine ungeschnittene Präsentation von BOCACCIO 70 auf DVD und Blu-ray ist schon lange fällig.

Mich wundert auch dass da nichts kommt. An Romy Schneiders Todestag wird doch immer für eine Schwemme an Veröffentlichungen rausgehauen, aber dummerweise meistens auch noch die selben in der x-ten Auflage. Für diesen Film ist es sehr schade, denn ich schaue ihn mir aufgrund der Verstümmelung nicht gerne an.


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 Betreff des Beitrags: Re: BOCCACCIO 70 - Roberto Rossellini, Luchino Visconti, Vittorio de Sica
BeitragVerfasst: 31.07.2017 15:24 
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Könnte vielleicht jemand den Threadtitel korrigieren?
Rossellini hatte mit dem Film überhaupt nichts zu tun.
Die Episode, die hier Rossellini zugeschrieben wird, ist übrigens die von Federico Fellini.
Richtigerweise müsste der Threadtitel folgendermaßen ausschauen: BOCCACCIO 70 - Monicelli, Fellini, Visconti, De Sica.


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 Betreff des Beitrags: Re: BOCCACCIO 70 - F. Fellini, Luchino Visconti, Vittorio de Sica, Mario Monicelli
BeitragVerfasst: 31.07.2017 17:08 
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Danke, hab's geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: BOCCACCIO 70 - Roberto Rossellini, Luchino Visconti, Vittorio de Sica
BeitragVerfasst: 31.07.2017 17:39 
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Alle vier Episoden des Films beschäftigen sich mit einem Aspekt von Moral bzw. Liebe.
Mario Monicelli eröffnet den Film mit seiner Episode RENZO UND LUCIANA (jene Episode fehlt in der deutschen Fassung).
Das titelgebende junge Paar Renzo und Luciana (Germano Gilioli und Marisa Solinas) muss mit allen Mitteln versuchen, ihrem Chef die Beziehung zueinander zu verheimlichen.
Der hat nämlich seinen Angestellten Beziehungen untereinander verboten.
Als Luciana Renzo eröffnet, dass sie schwanger ist, macht das die Sache nur noch schwieriger, denn nun ist auch Renzos Familie (vor allem der Vater) alarmiert, der die beiden von da an unermüdlich zur Hochzeit drängt...

Monicelli widmet sich der Frage: Ist es unbedingt notwendig und richtig jemanden wegen einer Beziehung zu irgendetwas zu zwingen?
Bei Renzo pocht der Vater auf eine Heirat und Luciana wird quasi zwangsversetzt an eine andere Arbeitsstelle.
Aber die eine Frage bleibt: Muss das alles sein, nur wegen einer Beziehung?

Diese Episode ist vergleichsweise trocken geraten, hat kaum Humor, "glänzt" kaum durch irgendetwas, unterscheidet sich daher sehr deutlich von den folgenden Episoden.
Auf den ersten Blick ist sie scheinbar unwichtig, ist auch (mit eher unbekannten Schauspielern besetzt) die schwächste des Films, aber in der dritten Episode wird man merken, dass der Film ohne diese Episode gar nicht richtig funktionieren würde.

Die zweite Episode des Films (von Federico Fellini) erzählt vom einem verklemmten Sittenwächter (Peppino De Filippo), der besessen ist, von einer Werbewand auf der Anita Ekberg für Milch wirbt, die vor seiner Wohnung aufgestellt wird.
Für ihn ein Skandal, dass überhaupt so geworben werden darf und langsam, aber sicher, scheint er seinen Verstand zu verlieren.
Nachts erscheint sie ihm als Riesin und verfolgt ihn durch Rom...

Von der ersten Sekunde, von der Einstellung an, ist zu erkennen, dass das die Fellini-Episode sein muss.
Auch die Musik von Nino Rota, der wieder auf zirkusartig-verspielte Melodien setzt, ist unmissverständlich ein Hinweis auf Fellini.
Und nicht zuletzt Anita Ekberg als Riesin, die sich in einer "King-Kong-Umkehrung" Peppino De Filippo zwischen die Brüste klemmt.
Es gibt natürlich noch mehrere Gründe, warum ich diese für die beste Episode des Films halte, aber ich möchte mich nicht mit einer Aufzählung aufhalten, das würde außerdem zuviel verraten.

In der dritten Episode wird eine aus gutbürgerlichen Verhältnissen stammende Frau, die mit einem Graf verheiratet ist und nie einen richtigen Beruf gelernt hat, damit konfrontiert, dass ihr Mann regelmäßig Callgirls aufsucht.
Gekränkt beschließt sie, sich eine Arbeit zu suchen, um ihrem, wie sie meint, nutzlosen Leben zu entkommen.
Doch ist die Arbeitssuche, da sie nie etwas gelernt hat, so gut wie aussichtslos.
Das einzige, was ihr bleibt, ist, sich ihm gegen Bezahlung hinzugeben...

Luchino Visconti greift in seiner Episode die Frage der ersten Episode (in abgewandelter Form) wieder auf.
In der ersten Episode, ist, wie gesagt, die Frage nach dem MUSS und hier stellt sich die Frage nach dem DARF.
Nämlich, darf es sein, ist es moralisch vertretbar, dass eine Frau von ihrem eigenen Mann Geld für Schäferstündchen nimmt.
Visconti verarbeitet das wieder in einem gehobenen Ambiente, lässt seine aristokratische Herkunft durchblicken.
Stilistisch pendelt er sich ebenfalls in etwa bei der ersten Episode ein, bleibt zwischen Komik und Dramatik eher neutral.
Einen Vorteil hat er aber gegenüber Monicelli: Er hat zwei dem Eurocult-Fan vertraute Gesichter, er hat zwei Namen, er hat zwei Schauspieler, die alleine schon mit ihrer Präsenz die ganze Episode tragen.
Das macht auch sehr viel aus und ist wohl der entscheidende Unterschied, der die Visconti-Episode, vom Unterhaltungsgrad her, über jene von Monicelli hebt.

Zum Abschluss hat sich Vittorio De Sica mit seiner Episode, wie schon zuvor Fellini, ganz der Komik verschrieben.
Bei ihm verlost sich Sophia Loren als Schießbuden-Besitzerin aus Geldnot selbst.
Wer gewinnt, darf eine Nacht mit ihr verbringen.
Für mich ist das die zweitbeste Episode des Films, was beim Duo De Sica/Loren keine Überraschung sein dürfte.
De Sica führt als Komödien-erprobter Regisseur seine Schauspieler mit sicherer Hand, beweist einmal mehr sein Gespür für irgendwo zwischen subtil und brachial angesiedelte Komik.
Sophia Loren darf aber ihrem Temperament freien Lauf lassen, zur Freude der (ich nehme an) meisten Zuschauer.
Davon lebt diese Episode auch hauptsächlich und das reicht mir in dem Fall auch schon für genug Spaß, gute Unterhaltung und eine weit überdurchschnittliche Wertung.

Punktewertung der einzelnen Episoden:
1. Episode: 6/10
2. Episode: 9/10
3. Episode: 7/10
4. Episode: 8/10

= Gesamt: 7,5/10


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