Dirty Pictures

Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Betreff des Beitrags: Re: Was vom Monat übrig blieb ...
BeitragVerfasst: 03.06.2017 13:49 
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Schmutziger_Maulwurf hat geschrieben:
. . . (ich weiß nach wie vor nicht, wie ich sie mit Poliziotteschi bekannt machen soll - irgendwelche Vorschläge irgendjemand?). Und mein Schatz mag Psycho-Thriller und Actionfilme.


Also wenn sie bei/mit DER TOD TRÄGT SCHWÄRZES LEDER nicht 'warm' wird, kannst du es wohl aufgeben . . . :D


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 Betreff des Beitrags: Re: Was vom Monat übrig blieb ...
BeitragVerfasst: 03.06.2017 14:25 
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Graf von Karnstein hat geschrieben:
Beginne doch bei ihr einfach mit Das Syndikat, der damals in Italien sozusagen voll angeschlagen hatte.
Vielleicht funktioniert das zufällig auch bei ihr :)
Da ist doch alles drin, Spannung pur, tolle Dialoge, und starke Darsteller, allen voran Enrico Maria Salerno.
Der müßte doch bei Deiner Herzensdame zünden, denn sowas hat sie doch bestimmt noch nicht gesehen :dh:
Und später Verdammte heilige Stadt, damit sie auch mal einen Maurizio Merli in Reinkultur kennen lernt.
Denn DER darf/sollte nicht fehlen, sonst hat sie definitiv eine filmische Bildungslücke :D

DAS SYNDIKAT ist eine gute Idee. Den nehme ich mal mit für das lange Wochenende. Und den Merli hab ich gar nicht :oops: . Muss ich mich jetzt in die Ecke stellen und schämen? :o


Jimmy Stewart hat geschrieben:
Aber wenn man heute auf die teilweise von Angst, Hass und Agression gespeiste Stimmung blickt, die zuhnemend um sich zu greifen scheint, könnte man dem Film schon eine gewisse 'prophetische Vorausschau' unterstellen.
Davon abgesehen, ist der Film auch wunderbar emotional sowie "körperlich" ergreifend gefilmt und mit tollen Schauspielern besetzt. Und bei dieser Szene, während des Raids der Spezialkräfte, als die Mutter mit dem Baby auf dem Arm durch die zurückweichenden Soldaten geht, hatte ich mehr als einen Klos im Hals - mir wurden die 'Augen dick' . . .

Der Film ist von 2006, seither ist viel passiert. Und was damals noch als Prophetie abgetan wurde ist mittlerweile teilweise Alltag geworden. Und es ist meines Erachtens nur eine Frage der Zeit, wann in Italien möglicherweise eine Stadt geräumt und zum Lager umfunktioniert wird. Die dicken Augen hatte ich übrigens auch bei der Szene, die ist sehr ergreifend. Ohne dabei aber sentimental zu sein, die Spannung steigert sich von Sekunde zu Sekunde, und das Sentiment gleich mit. Gigantisch!

Jimmy Stewart hat geschrieben:
PS: Die kleinen Anekdoten zum Filmegucken mit deiner Verlobten - Gratulation ;) - sind sweet. :D

Vielen Dank!! :hutheben: Vielen Dank!! :hutheben:


ugo-piazza hat geschrieben:
Die Dame mag Actionfilme, dann würde ich gleich mit Kommissar Eisen loslegen - oder Deodatos "Eiskalten Typen"... :mrgreen:

Leider bin ich in dem Bereich nicht wirklich gut sortiert. Und Kracher wie DAS GRAUEN KAM AUS DEM NEBEL oder AUGE UM AUGE hab ich nur von Raro, und so gut ist ihr englisch nicht dass sie bei den Untertiteln flüssig mitkäme. RACKET hatte ich schon oft dabei, aber irgendwie hat es nie geklappt. Und an die MÄDCHEN IN DEN KRALLEN ... hab ich mich noch nicht rangetraut. Ausserdem käme danach nicht mehr viel, den muss ich mir schon noch ein wenig aufheben.

_________________
Die Umschreibung Neuentdeckung [...] ist natürlich nur eine äußerst persönliche Färbung, denn es handelt sich um ein Spektakel innerhalb der ganz eigenen Filmwelt. Die Suche nach Input, nach Neuem, und die Offenherzigkeit gegenüber Genres und Filmen jeder Art, führen mich immer wieder zu solchen Etappen, und auch wenn sich dieser Kreis niemals schließen wird, er erfährt mitunter durchaus erfreuliche Erweiterungen. (Prisma)


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 Betreff des Beitrags: Re: Was vom Monat übrig blieb ...
BeitragVerfasst: 03.06.2017 14:28 
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Jimmy Stewart hat geschrieben:
Schmutziger_Maulwurf hat geschrieben:
. . . (ich weiß nach wie vor nicht, wie ich sie mit Poliziotteschi bekannt machen soll - irgendwelche Vorschläge irgendjemand?). Und mein Schatz mag Psycho-Thriller und Actionfilme.


Also wenn sie bei/mit DER TOD TRÄGT SCHWÄRZES LEDER nicht 'warm' wird, kannst du es wohl aufgeben . . . :D

Der ist mir auch eingefallen. Und Deine Argumentation ist ausgesprochen schlüssig. Ich werde berichten!

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Die Umschreibung Neuentdeckung [...] ist natürlich nur eine äußerst persönliche Färbung, denn es handelt sich um ein Spektakel innerhalb der ganz eigenen Filmwelt. Die Suche nach Input, nach Neuem, und die Offenherzigkeit gegenüber Genres und Filmen jeder Art, führen mich immer wieder zu solchen Etappen, und auch wenn sich dieser Kreis niemals schließen wird, er erfährt mitunter durchaus erfreuliche Erweiterungen. (Prisma)


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 Betreff des Beitrags: Re: Was vom Monat übrig blieb ...
BeitragVerfasst: 03.06.2017 15:18 
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Gute Idee! Schulmädchen-Nutten und Hackebeil :burns:


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 Betreff des Beitrags: Re: Was vom Monat übrig blieb ...
BeitragVerfasst: 03.06.2017 17:17 
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Die beiden Dallamanos "Der Tod trägt schwarzes Leder" und "Kaliber 38" müssen sein.

"Das Syndikat" habe ich in SEHR guter Erinnerung.
Wo bleibt die BD?

"Milano Kaliber 9" ist toll.

"Camorra- Ein Bulle räumt auf" ebenso.
Wo bleibt die BD?

Was hat mit "Racket" nicht geklappt? Der ist auch gut.
Nur mal so...Wo bleibt die BD? :mrgreen:


P.S. Gefällt mir, was es hier zu lesen gibt.


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 Betreff des Beitrags: Re: Was vom Monat übrig blieb ...
BeitragVerfasst: 03.06.2017 19:40 
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Als Einführung in den Poliziottesco würde ich es mit einer Lenzi/Merli-Kollaboration (DIE VIPER würde sich anbieten) versuchen.
CAMORRA wurde ja auch schon genannt, ist sicher auch ein guter Anfang.
Ansonsten auf jeden Fall DAS SYNDIKAT und die gesamte Milieu-Trilogie von Di Leo.

Wenn all das dem holden Weibe nicht gefallen mag, kannst du es wahrscheinlich abhaken.


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 Betreff des Beitrags: Re: Was vom Monat übrig blieb ...
BeitragVerfasst: 10.06.2017 06:12 
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Vielen Dank für die ganzen Vorschläge! Im Laufe dieses noch jungen Monats kam jetzt erstmal ein anderer Klassiker in den Player, der bei mir tatsächlich eine Bildungslücke schloss. Prossimamente qui :mrgreen: Und es lief ein Film, wo von ihrer Seite hinterher spontan der Kommentar "Das war wahrscheinlich der beste Film, den ich jemals gesehen habe." zu hören war. Lasst euch überraschen ... :D Zwar ein US-amerikanischer Film, aber auch da gibt es wirklich guten Stoff ...

Was mit RACKET nicht geklappt hat? Nun ja, man hat halt einen Film da seit Monaten liegen, oftmals sogar seit Jahren, und irgendwie war man nie in der Stimmung. Ist bekannt, oder? Eben ... ;)

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 Betreff des Beitrags: Re: Was vom Monat übrig blieb ...
BeitragVerfasst: 10.06.2017 18:49 
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Ach so...dachte schon, "Racket" hätte nicht gezündet. :shock: ;)


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 Betreff des Beitrags: Re: Was vom Monat übrig blieb ...
BeitragVerfasst: 10.06.2017 19:16 
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Pa_Nik hat geschrieben:
Ach so...dachte schon, "Racket" hätte nicht gezündet. :shock: ;)


Maulwurf scheut nur den Vergleich, den seine Herzensdame mit Fabio und dem neben ihr auf der Couch 'Sitzendes' anstellen könnte . . . :D


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 Betreff des Beitrags: Re: Was vom Monat übrig blieb ...
BeitragVerfasst: 10.06.2017 19:33 
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Verständlich :D


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 Betreff des Beitrags: Re: Was vom Monat übrig blieb ...
BeitragVerfasst: 11.06.2017 14:12 
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Verdammt! Erwischt ... :oops:

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 Betreff des Beitrags: Re: Was vom Monat übrig blieb ...
BeitragVerfasst: 03.07.2017 17:46 
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Die eine schlechte Nachricht vorweg: Eigentlich wollte ich mir den Monat DAS GRAUEN KOMMT NACHTS mal wieder anschauen, weil mir das dazugehörige Lied von Eisregen so gut gefällt. Aber durch die Temperaturen habe ich in den letzten Wochen abends viel Zeit im Garten verbracht statt vor der Glotze, und auch die Wochenenden waren eher mit Bergen gefüllt als mit Gangstern. Somit entfällt das Lied Nachts kommt das Delirium, denn erstens habe ich den Film nicht gesehen, und zweitens finde ich das Video nicht mehr! Letzten Monat gab es den Track noch auf Youtube, jetzt nimmer mehr, selbst hier in der Schweiz ist das Video gesperrt. Nun gut, dann halt nicht, dann gibt es stattdessen halt das hier:

www.youtube.com Video From : www.youtube.com


Die andere schlechte Nachricht: Der Monat war ausgesprochen Non-Italo-lastig, und ich habe mit meinem Schatz leider keine (für sie) neuen Welten entdecken können. Na ja, zumindest fast. Fast bedeutet, dass wir uns Hitchcocks PSYCHO angeschaut haben, und es war, jetzt kommt’s, für uns beide das erste Mal! Ich meine, natürlich sind Handlung und Bilder bekannt, aber so am Stück gesehen war ich doch ziemlich mitgerissen ob der unterkühlten Atmosphäre, den erstklassigen Schauspielern und dem Erzählstil. Der mehrfache Wechsel der Bezugsperson hat mich sehr begeistert. So etwas im Jahre 1960, die halbnackte Janet Leigh und die teilweise brutalen Morde – ich wäre gar zu gerne mal Mäuschen in einer damaligen Aufführung, und möchte wissen wie Otto Normalverbraucher damals reagiert hat. Ein Jahr vorher wurde DER UNSICHTBARE DRITTE gedreht, der ja noch wesentlich herkömmlichere Thrillerkost war. Nein, PSYCHO ist entschieden etwas Besonderes!

Ebenfalls etwas Besonderes ist L.A. CRASH, während dessen Abspann mein Schatz spontan meinte „Ich glaube, ich habe noch nie einen so guten Film gesehen.“. Tja, was soll man dazu noch sagen? L.A. CRASH ist ein Short Cuts-Film von Paul Haggis, der Rassenkonflikte in Los Angeles thematisiert. Ein iranischer Ladeninhaber kauft sich eine Waffe um sich sicherer zu fühlen und sein Hab und Gut verteidigen zu können. Ein puertoricanischer Schlüsseldienstmann arbeitet Tag und Nacht um seiner kleinen Tochter ein Leben ohne Gewalt bieten zu können. Ein bekannter schwarzer TV-Regisseur gerät mit seiner Frau an einen weißen Polizisten, der beim Überprüfen des Führerscheins die Kontrolle verliert. Dieser Polizist, der auf den ersten Blick ein übler Rassist scheint, ist der Grund warum sein junger Partner den Streifenwagen wechselt – er denkt er selber stehe über so etwas wie rassistischen Gedanken. Meint er … Und noch so einiges mehr. Short Cuts-Filme sind immer so eine Sache, zu mühsam konstruiert scheinen oft die Verbindungen unter den Charakteren. Aber hier fließt alles sehr natürlich ineinander, die Querverbindungen sind an keiner Stelle bemüht, und diese permanente Schwarz-Weiß-Problematik, die anscheinend alles und jeden beschäftigt, kommt sehr unangestrengt rüber. Und wirkt dadurch entsetzlich realistisch. Szenen wie der Autounfall und die Sache mit dem kleinen Kind hauen dadurch übelst rein und hinterlassen viele rastlose Gedanken. Ein Film zum hinterher drüber diskutieren. Und absolut empfehlenswert!

Einen anderen sogenannten Klassiker habe ich diesen Monat erstmals gesehen, und der hat mich sprachlos gemacht. 10 von 10 Anklageschriften, und ich vergebe 10 Punkte nicht leichtfertig: Z von Costa-Gavras. In einer Stadt in einem offensichtlich autokratisch geführten Land wird ein Politiker der demokratischen Opposition während einer Wahlkampfveranstaltung brutal ermordet. Die dabei zusehende Polizei redet sofort von einem Unfall, der Staatsanwalt unterstützt das, und die beiden Bauernopfer sind schnell gefunden. Ein junger Untersuchungsrichter soll das ganze als hirnloser Trottel legitimieren, aber so ganz geht der Plan nicht auf. Gerade dieser Untersuchungsrichter lässt sich nicht beirren, jeglicher Druck perlt an ihm spurlos ab. Und er gräbt immer tiefer und kommt der Wahrheit immer näher.
Gigantisch! Geschrieben nach tatsächlichen Ereignissen in Griechenland im Jahre 1963 und gedreht während der Militärdiktatur im Jahre 1969, werden hier Wahrheiten aufgezeigt, die jeder Verschwörungstheoretiker schon lange als wahr erkannt hat: Dass Staatsanwälte ihr Gehalt und ihre Anweisungen von vorgesetzten Politikern bekommen und damit auch deren Interessen auszuführen haben. Und dass nicht jeder Tote im Umfeld der Politik an Herzversagen verunfallt ist. Zugleich ist der Film hochgradig spannend und atmosphärisch dicht, die außerordentliche Reihe großer Schauspieler (Jean-Louis Trintignant, Yves Montand, Irene Papas, Bernard Fresson, Marcel Bozzuffi, und ganz viele mehr) spielt auf als ob es ums Leben gehe, und das I-Tüpfelchen ist dann die starke Musik von Mikis Theodorakis. Definitiv einer der absolut besten Polit-Thriller den ich jemals gesehen habe. An diesem Film stimmt einfach alles. Und jetzt gehen mir so langsam die Superlative aus …
Mein Dank geht an Richie Pistilli, ohne den ich dieses Juwel wahrscheinlich noch Jahrzehnte vor mir her geschoben hätte. :hutheben:

Bild Bild Bild

Ebenfalls sehr gut gefallen haben:
  • ROAD TO PERDITION von Sam Mendes, mit u.a. Tom Hanks, Jude Law und Paul Newman. Der 11-jährige Sohn des irischen Mobsters wollte schon immer wissen was sein Papi eigentlich arbeitet. Scheiß Idee, denn an diesem Abend, an dem er sich im Auto versteckt um heimlich mitzukommen, beobachtet er einen Mord, begangen vom Sohn des Mafiabosses. Dieser duldet aber keine Zeugen und bringt die Frau und den anderen Sohn des Mobsters um. Ebenfalls eine Scheiß Idee, den der nimmt darauf hin halb Illinois auseinander um seine Rache zu bekommen, und geht sogar den großen Al Capone an.
    Ich glaube, Lucio Fulci hätte dieser Film gefallen. Bilder wie Gemälde, einige ausgesprochene Metzeleien, Szenenabfolgen die zwischen grandioser Kunst und heftiger Brutalität schwanken, und dabei ein Räderwerk abspulen das gnadenlos weiterrollt, und aus dem sich niemand befreien kann. Zu Beginn dachte ich mir noch Was für ein Kitsch – Viel zu sauber, viel zu hell, viel zu bieder-familiär, aber dieser Eindruck hat sich dann sehr schnell gelegt. Ein Gangsterfilm wie man ihn nicht so oft sieht, der bei aller Spannung und Action trotzdem sein Hauptaugenmerk auf die leisen Töne legt. Großes Kino, im wahrsten Sinne des Wortes!
     
  • AQUARIUS von Michele Soavi fand ich auch ganz ausgezeichnet. Slasher haben mir noch nie etwas gesagt, und die ganze Freddy-Jason-Hackschnitzel-Welle der 80er ist spurlos an mir vorübergegangen. Aber diese Geschichte hier, um einen psychopathischen Mörder der sich durch ein Theater voller Schauspieler metzelt, die hat mir gefallen. Die Stimmung war es, die hier so Eindruck macht. Diese über allem liegende Künstlichkeit: künstliche Kulissen, künstliche Kostüme, künstliches Licht – da verschwimmen auch mal Schein und Realität, und die ganze Szenerie wird auf eine Metaebene gehoben, ohne dabei die Geschichte aus den Augen zu verlieren. Klingt jetzt abgehoben, aber da gibt es zum Beispiel gegen Ende diese Szene, wenn der Killer auf der Bühne sitzt, umgeben von all seinen Opfern, und ein Ventilator Federn durch die Luft bläst. Da weht ein Hauch von LADY SNOWBLOOD durch die Luft, und (nicht nur) dieser Moment ist bei aller Blutsuppe tatsächlich unglaublich poetisch. Schöner Film!

    Bild Bild

  • Frank ist ein kleiner und erfolgreicher Dealer, der im Londoner Clubland ein gutes Auskommen hat, und sich eigentlich nicht beschweren kann dass es ihm schlecht geht. Doch eines Tages könnte er ein gutes Geschäft mit einem Ex-Knacki machen, für das er sich aber 48.000 Pfund leihen muss – von Milo, dem Serben. Es kommt was kommen muss, das Geschäft platzt, der Stoff landet im Round Pond, Frank wird mangels Beweisen wieder freigelassen, und Milo will seine 55.000 Pfund wiederhaben (den Aufpreis gibt es wegen der Scheiß-Geschichte die Frank ihm erzählt, dabei ist das doch unglaublicherweise die Wahrheit). Also versucht Frank die Kohle so schnell wie möglich aufzutreiben, aber irgendwie ist in dieser Woche der Wurm drin, und es geht aber auch wirklich alles schief …

    Klingt bekannt? Klingt bekannt, das hier ist aber nicht PUSHER das dänische Original, sondern PUSHER das britische Remake aus dem Jahr 2012, gedreht von Luis Prieto und produziert von Nicolas Winding Refn. Ich denke mir halt, dass das der Film ist, den Nicolas Winding Refn nach DRIVE nicht drehen wollte. Die Ähnlichkeiten zu DRIVE sind ganz klar da, und Refn wäre nicht Refn, wenn er nicht tierisch Angst hätte Erwartungen zu erfüllen. Also hat er das Remake seines eigenen Erfolgsfilms bloß produziert – und hat damit nicht nur das Original übertroffen, sondern seine eigenen beiden Follow-Ups ONLY GOD FORGIVES und THE NEON DEMON meilenweit abgehängt.

    Im Ernst, PUSHER zieht am Zuschauer vorbei wie ein testosterongeschwängerter Intercity. London ist halt nun mal ein klein wenig schnelllebiger als Kopenhagen, und wo der dänische Frank in Bierkneipen geht und gemütlich schaut, treibt sich sein britisches Pendant in Discos und Nachtclubs rum und prügelt sich auch mal nur zum Spaß auf der Tanzfläche. Die Musik heißt Techno und Trance, die Stimmung ist erdig und schmutzig, und die Drogen-Afficionados sind um einige Ecken abgedrehter als in der Provinzmetropole Kopenhagen.
    Weitere Vergleiche fällig? OK, Kim Bodnia. Ich meine, es macht Spaß Kim Bodnia zuzuschauen, aber sein ewig gleiches Gesicht und sein Phlegma haben mich dann irgendwann mal fast ein wenig genervt. Richard Coyle hingegen lebt. Er atmet, er hat Gefühle, er kann diese Gefühle auch vermitteln, und macht als Pusher einfach erheblich mehr her als Kim Bodnia. Genauso wie die gefühlvolle Agyness Deyn als Freundin Flo eine erstklassige Besetzung! Mem Ferda hingegen als Milos rechte Hand ist oft ein wenig zu gemütlich, während Slavko Labovic in Kopenhagen eher dieses gewisse Unbehagen verursacht. Das Gefühl halt das man bekommt, wenn man die serbische Mafia beschissen hat …
    Und so könnte man einige Zeit weitermachen und käme doch auf keinen grünen Zweig. Witzig ist zum Beispiel die Idee, Zlatko Buric in beiden Filmen die gleiche Rolle mit dem gleichen Namen spielen zu lassen, und er macht das mit seinem reptilienhaften Charme auch beide Male einfach großartig. Und auch wenn viele Szenen 1:1 aus dem Original übernommen wurden, so hat das UK-Teil in einem Bereich ganz klar die Nase vorn: Der Film wirkt authentischer, er hat gewissermaßen Street Credibility. Wie der Unterschied zwischen einem Bruce Springsteen-Album und einem von den Clash. Und noch etwas rockt beim britischen Film mehr: Er ist voller Adrenalin. Er ist wie ein 48-Stunden-Rave auf Speed, und genauso wenig kann man davon Abstand nehmen und sich zurücklehnen. Der PUSHER zieht Dich mit und haut Dir die rauhe Lauft des Londoner Nachtlebens um die Ohren, dass Du Dich nach den guten alten Tagen von 51st STATE oder LAYER CAKE sehnst. Dabei ist er nicht übermäßig brutal oder stylisch, ganz im Gegenteil: Er ist einfach ausgesprochen realistisch und bodenständig. Und damit stellt er DRIVE in den Schatten, zieht mit dem Original mindestens gleich, und lässt die beiden Nachfolgefilme von Refn wie erwähnt ganz ganz alt aussehen. Highly recommended!

Gar nicht behagt hat mir JOHNNY YUMA von Romolo Guerrieri. Dabei ist es nicht die 08/15-Story um den Gunman der die Ranch seines Onkels übernehmen soll und dabei an die schöne, habgierige und skrupellose Tante gerät. Nein, Stories sind im Western eh nicht die Hauptsache. Vielmehr stört mich die uneinheitliche Inszenierung, mit einem unsäglichen Fidel Gonzáles als unsäglichem Sidekick (warum hat man nicht gleich Ralf Wolter genommen?), mit Humor an Stellen wo er nicht passt und einigen heftigen Brutalitäten die an Stellen kommen wo man sie nicht erwartet. Mark Damon hat die gleiche Ausstrahlung wie Tony Curtis in DIE ZWEI, bloß: Ernstnehmen kann ich den Mann so nicht. Mit Anthony Steffen und ohne Fidel Gonzáles wäre der Film ein Meilenstein des IW geworden, aber so suppt die erste Hälfte leicht humorig durch die Gegend, wird abrupt von einer blutigen Corrida unterbrochen, bevor es dann in der zweiten Hälfte relativ ernst weitergeht. Das Showdown ist dann seltsamerweise wieder etwas angeheitert aufgepeppt, und irgendwie sehe ich da keinen Zusammenhang zwischen den einzelnen Bausteinen. Komischer Film, der mich weitgehend kaltgelassen hat …

Genauso wie LAST DANCE von Bruce Beresford. Ein junger Irgendwas (Anwalt?) soll sich um die Insassin einer Todeszelle kümmern. Diese ist eine ganz abgebrühte Mehrfachmörderin mit Kodderschnauze, die den Jungspund ein paar Mal deftig auflaufen lässt. Aber ach, hinter der harten Knasttusse verbirgt sich eine sensible Frau mit Herz, der Jungdingens verknallt sich ganz furchtbar und versucht alles um seine Angebetete in trockene Tücher zu bringen (Sprich: Lebenslang statt Todesstrafe), und überhaupt haben sich außer dem Gouverneur alle ganz furchtbar lieb, der aber ist ein ganz ein Böser …
Man merkt schon, reichlich klischeebeladen das Ganze, und dabei auch sehr uninspiriert in Szene gesetzt. Die Handlung dümpelt 98 Minuten vor sich hin, ohne ernsthafte Höhepunkte vermelden zu können. Sharon Stone als Häftling macht ihre Sache ziemlich gut, Rob Morrow als Hampelmann ziemlich schlecht, und man ist froh wenn alles vorbei ist. Wer sich mit dem Thema Todesstrafe beschäftigen möchte sollte sich DAS LEBEN DES DAVID GALE von Alan Parker reinziehen, der Film hat wirklich was zu sagen. Alan Parker halt. Aber LAST DANCE kann man getrost vergessen.

Bild Bild Bild


Lesen tu ich aktuell ATEMSCHAUKEL von Hertha Müller, aber irgendwie komme ich da auch nicht so recht weiter, und neue und frische Musik gab es auch schon lange nicht mehr. Ich bin sehr gespannt auf das Terza Visione-Festival, bis auf PHENOMENA für mich nur und ausschließlich Premieren! Und da sind einige Sachen dabei, auf die ich mich richtig freue, nicht nur der Matarazzo …

See you in Frankfurt! :D

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 Betreff des Beitrags: Re: Was vom Monat übrig blieb ...
BeitragVerfasst: 03.07.2017 19:02 
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Schmutziger_Maulwurf hat geschrieben:

Einen anderen sogenannten Klassiker habe ich diesen Monat erstmals gesehen, und der hat mich sprachlos gemacht. 10 von 10 Anklageschriften, und ich vergebe 10 Punkte nicht leichtfertig: Z von Costa-Gavras. In einer Stadt in einem offensichtlich autokratisch geführten Land wird ein Politiker der demokratischen Opposition während einer Wahlkampfveranstaltung brutal ermordet. Die dabei zusehende Polizei redet sofort von einem Unfall, der Staatsanwalt unterstützt das, und die beiden Bauernopfer sind schnell gefunden. Ein junger Untersuchungsrichter soll das ganze als hirnloser Trottel legitimieren, aber so ganz geht der Plan nicht auf. Gerade dieser Untersuchungsrichter lässt sich nicht beirren, jeglicher Druck perlt an ihm spurlos ab. Und er gräbt immer tiefer und kommt der Wahrheit immer näher.
Gigantisch! Geschrieben nach tatsächlichen Ereignissen in Griechenland im Jahre 1963 und gedreht während der Militärdiktatur im Jahre 1969, werden hier Wahrheiten aufgezeigt, die jeder Verschwörungstheoretiker schon lange als wahr erkannt hat: Dass Staatsanwälte ihr Gehalt und ihre Anweisungen von vorgesetzten Politikern bekommen und damit auch deren Interessen auszuführen haben. Und dass nicht jeder Tote im Umfeld der Politik an Herzversagen verunfallt ist. Zugleich ist der Film hochgradig spannend und atmosphärisch dicht, die außerordentliche Reihe großer Schauspieler (Jean-Louis Trintignant, Yves Montand, Irene Papas, Bernard Fresson, Marcel Bozzuffi, und ganz viele mehr) spielt auf als ob es ums Leben gehe, und das I-Tüpfelchen ist dann die starke Musik von Mikis Theodorakis. Definitiv einer der absolut besten Polit-Thriller den ich jemals gesehen habe. An diesem Film stimmt einfach alles. Und jetzt gehen mir so langsam die Superlative aus …
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Und das absolut berechtigt, eigentlich ist 10/10 noch zu wenig.

Und falls du zufällig am 18.7. in Hamburg sein solltest: Da läuft Z im Metropolis-Kino, als 16mm-Kopie.


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 Betreff des Beitrags: Re: Was vom Monat übrig blieb ...
BeitragVerfasst: 03.07.2017 20:50 
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ugo-piazza hat geschrieben:
Und das absolut berechtigt, eigentlich ist 10/10 noch zu wenig.

Und falls du zufällig am 18.7. in Hamburg sein solltest: Da läuft Z im Metropolis-Kino, als 16mm-Kopie.

Ok, einigen wir uns auf 12/10? Denn diese Wertung hält der Film locker aus. Manchmal gibt es Filme, nach deren Genuss ich ein paar Tage nichts mehr schaue. Weil ich satt bin, weil mir die Bilder und die Stimmungen im Kopf rumspuken und die Lust auf andere Sachen komplett nehmen. Z ist so ein Film. Der Bauch und Kopf füllt.

Allerdings, Hamburg? Mann, Ugo, ich weiß schon nicht wie ich Frankfurt anstellen soll, so weit weg ist das. Und ich versteh die Leute dort ja wahrscheinlich gar nicht. Müsste ich mir dann vorher ROCKER anschauen, quasi als Sprachkurs?
Aber danke für den Tipp, es könnte ja tatsächlich mal sein dass ...

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 Betreff des Beitrags: Re: Was vom Monat übrig blieb ...
BeitragVerfasst: 04.08.2017 09:47 
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Das Experiment Giallo ist gescheitert! Nach dem Ansehen von THE CHILD - DIE STADT WIRD ZUM ALPTRAUM entfuhr meinem Schatz der spontane Ausruf „Das ist ja wohl der größte Scheiß den ich je gesehen habe!" Nun gut, Ehrlichkeit ist mir lieber als Stunden durchgestandener Gialli, aber schade ist es trotzdem …

Als extrem gelungen hingegen wurde DAS LEBEN DES DAVID GALE von Alan Parker empfunden. Besagter David Gale ist ein Hochschulprofessor mit der Lizenz zum glücklichen Leben. Meint man, doch sein Leben wird in Nullkommanix demontiert und vollkommen vernichtet durch die Vergewaltigungsanzeige einer Studentin, die sich nicht wie gewünscht zur bestandenen Klausur schlafen konnte. Nach und nach passiert dann noch sehr viel, und der Film hält einige Wendungen bereit inklusive eines gemeinen Schlusstwists. Was DAVID GALE aber in erster Linie auszeichnet ist seine Ruhe. Wo andere Plädoyers gegen die Todesstrafe auf Wut setzen, auf Entsetzen und auf Lärm, da setzt DAVID GALE auf ein psychologisch ausgefeiltes und spannendes Drama um den Komplettabsturz eines erfolgreichen Menschen. Ich mag Kevin Spacey nicht sonderlich, aber hier ist er erstklassig, und auch Kate Winslet ist sehenswert. Kein einfacher Film, sondern einer der Aufmerksamkeit und ein wenig Mitdenken erfordert. Dafür aber auch sehr belohnt

Ebenfalls als gelungen wurde DER GROSSE BLONDE MIT DEM SCHWARZEN SCHUH von Yves Robert angesehen. Das war glaube ich das erste Mal, dass die 14-jährige Tochter einen älteren Film (aus ihrer Sicht alten Film, also etwa zur Zeit der Renaissance gedreht) als cool empfand. Muss man zu Francois Perrin, dem Geiger der zwischen die Mühlen zweier verfeindeter Geheimdienstler gerät, noch was zu sagen? Satire, Komödie, leichte Ansätze von Tragik, Erotik, wiehernde Hengste, moderne Musik, Mireille Darc im kleinen und vor allem rückenfreien Schwarzen sowie ein renitenter Dudelsack … Ein Höhepunkt europäischer Filmkunst, oder liege ich da falsch?

Ein Höhepunkt asiatischer Filmkunst ist John Woos HARD BOILED, den ich diesen Monat das erste Mal sehen durfte :8 Die Story um den toughen Cop Tequila, der Hongkong zusammen mit Tony Leung von einer Gang von fiesen Waffenschiebern rund um einen ziemlich jungen Anthony Wong befreit ist entschieden ein Klassiker – und bisher immer an mir vorbei gegangen. Aber seit diesem Monat kann ich nun auch endlich RC-1 DVDs anschauen, und das war der erste Film. OK, die 80er-Jahre-Optik war jetzt vielleicht nicht hundertprozentig meines, und teilweise ist mir das ganze wie ein Super Mario-Spiel vorgekommen: Held läuft, Schurke springt aus Versteck, Held schießt, Schurke fällt um, Held läuft weiter, Schurke springt aus Versteck … Und wie die Stuntmen alle draufgehen, fast wie bei Fidani. Da stirbt aber auch kein einziger normal, alle müssen sich drehen und springen und hüpfen wie zu seligen Italo-Western-Zeiten. Wurscht, das Teil macht gehörig Spaß, und hat einen Ehrenplatz in meiner Sammlung.
Und jetzt freue ich mich auf die Criterion-VÖ von VAMYPR!!!!

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Keinen Ehrenplatz, war ja gottseidank auch nur geliehen, hat TORRENTE – DER DUMME ARM DES GESETZES bekommen. Torrente ist ein Cop in den Straßen Madrids. Er ist fett, faul, korrupt, rassistisch, setzt seinen teilweise gelähmten Vater im Rollstuhl auf die Straße zum Betteln, bricht unschuldigen Arabern die Finger nur weil sie Araber sind, und ist kurz gesagt ein rechtes Arschloch. Als er in einem chinesischen Restaurant Waffenschmuggler entdeckt will er zusammen mit dem jungen Waffennarren Rafi und seinen Kumpels (einem 007-Freak, einem Computer“experten“ und einem Kampfsport“genie“) die Bande ausheben.
Nun ja, wir reden hier von einer Komödie mit starkem Hang zum Slapstick, das kann ja nicht gut gehen. Schlecht ist Torrente sicher nicht, in Spanien war der Flick so erfolgreich, das es bislang 4 Fortsetzungen gab. Mein Humor allerdings war es nicht. Ich fand den Film über lange Strecken unerträglich und peinlich, und habe die Zeit während des Showdowns dazu genutzt, neue Schnürsenkel einzuziehen. Schuhdown, gewissermaßen. Aber das ist sehr subjektiv, ich habe einfach eine andere Art Humor. Andere schmeissen sich da vor Lachen wohlmöglich vom Sofa (wie zum Beispiel der Kollege der mir den Film empfohlen hat). Aber der hier ist tatsächlich gut, gebe ich ja zu: „Ich war in der Fremdenlegion! Und im Afrikakorps, da waren wir über Monate in der Wüste! Und da ist es so heiß, dass wir uns Spiegeleier auf der Motorhaube gebrutzelt haben! Und da gab es Skorpione, die uns immer gestochen haben! Wir bekamen Fieber, Typhus, Cholera und selbst Mumps! Und die Araber, die waren wie die Franzosen, bloß in schmutzig. Sie haben meinen besten Freund samt seinem Hund gefressen! Haben wir uns beschwert?! Nein, wir haben gewartet, bis sie ihn ausscheißen und dann haben wir ihn würdig beerdigt! Wir haben nie aufgegeben, wir haben nie den Mut verloren - Wir waren Helden!“

A propos Fremdenlegion: Einer der absoluten Höhepunkte (vor dem Terza Visione!) war INTIMATE ENEMIES – DER FEIND IN DEN EIGENEN REIHEN von Florent-Emilio Siri. Algerien 1959. Seit 4 Jahren kämpfen französische Soldaten darum, den Wunsch nach der Unabhängigkeit der Kolonie zu unterdrücken. Offiziell handelt es sich nicht um einen Krieg, aber was der junge und unerfahrene Lieutenant Terrien erlebt ist definitiv ein Krieg: Angriffe mit Napalm, Folterungen, Massenexekutionen, … Wer denkt Vietnam war der erste moderne Krieg gegen Zivilisten, der hat das hier noch nicht gesehen. Terrien zur Seite stehen unter anderem alte Frontschweine, die schon in Monte Cassino gekämpft haben, Einheimische die auf Seiten der Franzosen kämpfen, und frühere Resistance-Mitglieder welche die Zeit in der Haft der Gestapo nie so ganz verarbeitet haben. Was Terrien hier erlebt geht ihm an die Nieren, und sein Idealismus geht fast genauso schnell den Bach runter wie um ihn herum gestorben wird.
In absolut jedem Frame steckt mehr Dreck, Blut und Schweiß als in allen Italo-Western zusammen, die monochrome Farbgebung betont die Fragwürdigkeit des gewaltsamen Sterbens umso mehr, und all das Blut und das Grauen findet statt in einer umwerfend in Szene gesetzten Landschaft, die fast wie ein Paradies anmuten möchte. Wenn da nicht dieser Krieg wäre - der offiziell gar keiner ist. Die Musik ist düster-pathetisch und untermalt das schreckliche Geschehen erstklassig, und die Schauspieler gehen in ihren Rollen auf als wären sie damals dabei gewesen. Vor allem die Grausamkeiten die nicht explizit gezeigt werden bleiben im Kopf hängen: Die immer wiederkehrenden Folterungen auf beiden Seiten, die Überreste eines Napalmangriffs, das brennende Dorf in dem französische Soldaten die komplette Bevölkerung hinrichten. Und all diese Widerlichkeiten, das Grauen, die Gewaltexzesse sind von dieser unbeschreiblich schönen Landschaft eingerahmt – fast könnte man meinen dass es schön wäre, wenn die Menschen miteinander leben könnten anstatt gegeneinander.
Die Charaktere sind oft sehr vielschichtig und lebensnah. Eine bemerkenswerte Figur ist zum Beispiel der Capitaine des Geheimdienstes, Berthaut, der in der Resistance war und dabei von der Gestapo gefoltert wurde. Dass er damals für sein Land das gleiche gemacht hat wie die Algerier jetzt, und dass er nun den Algeriern die Gestapo ist, das bemerkt er gar nicht. Gleichzeitig setzt er sein Leben aufs Spiel um einen Verwundeten Soldaten aus der Einheit seines Freundes zu holen, weil die Helikopter nicht fliegen. Lebensnah eben – Die wenigsten Menschen sind nur schlecht oder nur gut, und das ist einer der ganz großen Stärken dieses herausragenden Films: Dass Menschen in extremen Situationen gezeigt werden, die nicht zu Superhelden mutieren, sondern in Panik geraten, die Zähne zusammen beißen oder sterben.
Ein Film in der Tradition von etwa MARSCHIER ODER STIRB oder WEGE ZUM RUHM. Aber bestimmt nicht in der Tradition von PLATOON, mit dem er verglichen wird. INTIMATE ENEMIES ist schmutzig, brutal, grausam, poetisch, aber eines ist er bestimmt nicht: Schön …

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Und sonst?
  • FANTASIA von Walt Disney hab mir nach langer Zeit mal wieder angeschaut. Immer wieder schön, immer wieder ergreifend, ein Film für die Seele. Einige der Bilder haben sich seit dem ersten Ansehen Mitte der 80er-Jahre im Kino unauslöschlich eingebrannt: Der Dämon auf dem Kahlen Berge, das Ballet der Nilpferde, Elefanten, Strauße und Krokodile, die Zentauren die auf dem Olymp ihren Spaß haben, Zeus der mit Blitzen wirft … Und natürlich der Lichterzug zu Schuberts Ave Maria, der nach der düsteren und aggressiven Nacht auf dem Kahlen Berge erst so richtig zur Geltung kommt, und trotz seiner Neigung zum Kitsch ein wundervoller Abschluss ist. Ja, ich mag FANTASIA. Er berührt mich …
     
  • DIE VORAHNUNG von MENNAN YAPO mit Sandra Bullock hat bei der Zweitsichtung zwar ein ganz klein wenig verloren, aber andere Filme haben da auch schon mehr Pech gehabt. Linda Hansen wacht morgens auf, lebt ihren Tag zwischen Kinderbetreuung und Haushalt, und als am Vormittag der örtliche Sheriff klingt und ihr mitteilt dass ihr Mann tödlich verunglückt ist, bricht für sie eine Welt zusammen. Am nächsten Morgen wacht sie auf – und ihr Mann steht in der Küche und frühstückt. Jeder Tag ist anders, mal lebt ihr Menne und mal lebt er nicht. Bis zum Schluss der Woche ein Tag übrig bleibt – sein Todestag.
    Ich weiß nicht, ich steh auf den Film. Er ist sehr traurig und tragisch, aber auch (da haben wir es wieder) berührend. Die vielen kleinen Details, die am beispielsweise Donnerstag entdeckt werden und wesentlich später dann am Mittwoch entstehen, machen den Film vor allem spannend. Klar ist der Flick von vorn bis hinten ein einziges Logikloch, und klar passt da kaum etwas wirklich zusammen. Aber scheiß drauf, DIE VORAHNUNG erzeugt mit ganz einfachen Mitteln eine sehr eigene, traumhafte, Stimmung. Sandra Bullock macht ihren Job erstklassig, und das alternative Ende halte ich für das Bessere. Das hat mir auch beim zweiten Mal eine Gänsehaut über den Rücken gejagt.
     
  • EINE FLUT VON DOLLARS vom guten alten Carlo Lizzani hat mir ebenfalls außerordentlich Spaß bereitet. Vor allem Thomas Hunter, der mir beim letztjährigen Terza Visione bei DREI PISTOLEN GEGEN CESARE schon so gut gefallen hat, rockt hier ordentlich die Hütte. Sein von Hass zerfressener Charakter Jerry Brewster dreht ordentlich am Rad und steht seinem psychopathischen Gegenüber Henry Silva in Nichts zurück. Was passiert? Jerry hat zusammen mit seinem Kumpel Seagall am Ende des Bürgerkriegs einen Haufen Geld geraubt. Jerry wird gekascht, Seagall entkommt und verspricht sich um Jerrys Familie zu kümmern. Nach 5 Jahren Zwangsarbeit kommt Jerry zurück: Seine Frau ist tot, das Kind ist fort, sein Haus eine Ruine. Und zu allem Überdruss hetzt Seagall Killer auf ihn. Jerry hat nur noch einen Gedanken im Kopf: Blutwurst, mit allen Mitteln. Er schleicht sich in die Bande Seagulls ein und räumt gewaltig auf.
    Wie schon erwähnt, ein Duell zweier Psychopathen. Henry Silva im schwarzen Lederdress mit einem Lachen wie Gordon Mitchell, und der an einen jungen Clint Eastwood erinnernde Thomas Hunter der einfach nur mit dem Kopf durch die Wand rennt, egal wie viel Prügel oder Blei er abbekommt. RACHE!!! Ein Feuerwerk aus Gewalt und nochmals Gewalt, angenehm unlustig und düster. Hach, Italo-Western können so schön sein …

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Und dann war da ja noch dieses Festival in Frankfurt, Terza Visione. Da gab es auch ordentlich was auf die Augen. Einen genauen Bericht kann man bei italo-cinema.de nachlesen, aber meine persönlichen Highlights möchte ich doch kurz anreißen:

  • DIABOLIK von Mario Bava hat mich umgehauen, Einfach plattgemacht. Peng. Platter Maulwurf. Was da an Idee und Witz drin steckte, an Spielfreude und Spannung, an überdrehten Einfällen und an Nebensächlichkeiten wie Erotik und Action, da machen andere Regisseure 10 Filme draus. Ein riesengroßer Comicspaß, der auf der großen Leinwand und in dieser Qualität ein herausragendes Erlebnis war!
     
  • ARCANA von Giulio Questi war … anders. Ganz anders. ARCANA ist groß. Dunkel. Wild. Leidenschaftlich. Böse. Intensiv. Komisch. Anders eben. Eine Einordnung ist nicht so weiteres möglich, aber ich würde mal sagen so etwa wie wenn MULHOLLAND DRIVE nicht von David Lynch, sondern von einem italienischen Regisseur verfilmt worden wäre. Worum geht es? Ein junger Mann lebt mit seiner Mutter in einer Hochhaussiedung in Mailand. Sie betätigt sich als Hellseherin, während der Sohn seine tatsächlich vorhandenen übersinnlichen Fähigkeiten einsetzt um … andere Dinge zu tun. Und das ganze nicht stringent erzählt, sondern geradezu assoziativ, non-linear, mit der Verwendung alternativer Handlungsabläufe. Ein großartiges Werk voller Deutungsmöglichkeiten und sehr sehr komplex codiert. Aber auch sehr sehr beeindruckend.
     
  • Je mehr Filme ich von Michele Lupo sehe, desto klarer wird mir, dass der Mann einfach vollkommen unterschätzt wird, und ihn nur an seinen Komödien zu messen ist, wie wenn man Maurizio Merli nur an der Stärke seiner Brustbehaarung misst. EIN ACHTBARER MANN mit Kirk Douglas, Giuliano Gemma und Florinda Bolkan ist ein feiner und ruhiger Krimi mit perfekt dosiertem Actionanteil und einer gut durchdachten und bösen Story. Die Verfolgungsjagd durch Hamburg mit Gemma und Romano Puppo gehört auf jeden Fall in die Filmgeschichte. Auch wenn mir Kirk Douglas vielleicht ein wenig zu oft gedauergrinst hat, der Film gehört in die allererste Reihe der starken Hamburgstreifen, gleich neben ZINKSÄRGE FÜR DIE GOLDJUNGS. Erstklassig!
     
  • Auch Brunello Rondi hat mich bisher noch nicht enttäuscht. INGRID SULLA STRADA macht da keine Ausnahme. Ingrid ist ein Mädchen vom finnischen Land, die sich irgendwann in einen Zug setzt und nach Rom fährt um Hure zu werden. Sie freundet sich mit Claudia an, und gemeinsam versuchen sie den merkwürdigen Sexgelüsten reicher Kunden, dem ständigen Problem der Schlafmöglichkeit und dem Fascho-Zuhälter Renato ihre Freundschaft entgegenzusetzen.
    Was hier jetzt soweit erstmal ganz nett klingt, und auch problemlos als Sexy Komödie hätte inszeniert werden können, entpuppte sich als düsteres Drama mit einem Einwegticket in Richtung Abgrund. Rom im November ist weder besonders schön noch besonders warm, und nur die Freundschaft zwischen den beiden Mädchen sorgt für warme und angenehme Momente. Die sehr sture Ingrid lebt nach dem Motto “Lieber im Stehen sterben als auf den Knien leben“, und ich frage mich inwieweit die politischen Ansichten Brunello Rondis hier möglicherweise ihre Entsprechung finden. So oder so ein unglaublich reichhaltiger Film, der, Christoph Draxtra erwähnte es in seiner hervorragenden Einführung zu INGRID, mehrfach gesehen werden muss um in seiner Gänze erfasst werden zu können. Hier steckt so unglaublich viel drin: Sozialdrama, politisches Kino, Melodram, exploitative Elemente, … Ich habe den 10 Jahre später entstandenen VOGELFREI von Agnes Varda wiedergefunden, genauso wie Tonino Cervis DIE HEISSEN ENGEL und Rondis eigenen IL DEMONIO. Ein beeindruckender und beklemmender Film, eine absolute Entdeckung dieses Festivals!
     
  • MIT FAUST UND DEGEN von Riccardo Freda last but not least ist schlichtweg furios. Brett Halsey hechtet über Tische, hat die härteste Faust westlich des Tiber, schafft Kunstwerke auf die selbst Michelangelo neidisch ist, fechtet mit mehreren Gegnern gleichzeitig, fälscht Goldmünzen, baggert alles an was bei drei nicht auf den Bäumen ist, und schafft es auch noch die persönliche Freundschaft des Papstes zu ergattern. Und das alles in 90 Minuten! Hier kommt keine einzige Sekunde Langeweile auf, und selbst in den Liebesszenen steckt genügend Ironie dass die Partystimmung der vielen Kampfszenen nicht vergeht. Ein riesengroßes Vergnügen!
     
  • Und PHENOMENA natürlich, in einer erstklassigen Kopie auf der großen Leinwand und auf 35mm, was für ein Erlebnis! Ein würdiger Abschluss dieses Festivals, bei dem mich zwar das ein oder andere etwas gestört hatte, aber dieser letzte Tag, und vor allem der Abschlussfilm, hat mich dann wieder restlos mit der Welt versöhnt.

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Außerdem habe ich mir in der Dauerausstellung des Filmmuseums Frankfurt einige der dort gezeigten Filme angeschaut. Dort kann man Filme sehen die Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts gedreht worden sind. Besonders gut gefallen haben mir:

  • DIE KIRIKI – JAPANISCHE AKROBATEN von Segundo de Comón aus dem Jahr 1908, wo die Maxime, dass Film eine perfekte Kunst der Täuschung ist, auf sehr witzige Art vorgeführt wird. Eine Gruppe auf japanische geschminkter Personen, die scheinbar der Schwerkraft trotzt und tolle Kunststücke vorführt. Sehr witzig das, ich musste viel lachen.
    www.youtube.com Video From : www.youtube.com

  • L’HOMME À LA TÊTE EN CAOUTCHOUC von Georges Méliès von 1901, wo ein Mann einen Kautschukkopf aufbläst und sich mit diesem unterhält. Sehr komisch gemacht, wie der Kopf immer kleiner und größer wird.
www.youtube.com Video From : www.youtube.com


Aber es ist einfach was anderes, wenn man sich diese Filme in einem dunklen Raum und auf einer großen Leinwand anschaut. Filme werden einfach fürs Kino gemacht! FANTASIA habe ich das erste Mal im Kino gesehen etwa Mitte der 80er-Jahre. Und scheiße war ich beeindruckt, unter anderem von dem hier:
www.youtube.com Video From : www.youtube.com


Edit: Link zu Italo-cinema.de eingebaut

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Die Umschreibung Neuentdeckung [...] ist natürlich nur eine äußerst persönliche Färbung, denn es handelt sich um ein Spektakel innerhalb der ganz eigenen Filmwelt. Die Suche nach Input, nach Neuem, und die Offenherzigkeit gegenüber Genres und Filmen jeder Art, führen mich immer wieder zu solchen Etappen, und auch wenn sich dieser Kreis niemals schließen wird, er erfährt mitunter durchaus erfreuliche Erweiterungen. (Prisma)


Zuletzt geändert von Schmutziger_Maulwurf am 21.08.2017 16:42, insgesamt 6-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Was vom Monat übrig blieb ...
BeitragVerfasst: 05.08.2017 05:46 
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Sehr ihr auch keine Bilder mehr? Also die Plakate? :shock: Oder ist das nur bei mir so mit den roten X-en?

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 Betreff des Beitrags: Re: Was vom Monat übrig blieb ...
BeitragVerfasst: 05.08.2017 08:23 
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Schmutziger_Maulwurf hat geschrieben:
Sehr ihr auch keine Bilder mehr? Also die Plakate? :shock: Oder ist das nur bei mir so mit den roten X-en?


Nein, ich sehe auch nur das rote X :?

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Schätze mal, dass es an Deinem neuen Bildserver liegt, denn die Bilder aus Deinen vorausgegangenen Beiträgen werden auch weiterhin allesamt einwandfrei angezeigt...
(Arcor vs. Vodafone - oder hast Du die aktuellen Bilder vielleicht über den Server vom DRK hochgeladen?) :unknown:



Schmutziger_Maulwurf hat geschrieben:

Edit: Link zu Italo-cinema.de eingebaut


Vielen Dank für Deine außerordentlichen Bemühungen - der Text ist toll geworden :dh:
Jetzt fehlt nur noch die Verlinkung im eigentlichen 'Terza Visione' Thread ;)


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 Betreff des Beitrags: Re: Was vom Monat übrig blieb ...
BeitragVerfasst: 05.08.2017 08:55 
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Richie Pistilli hat geschrieben:
Schmutziger_Maulwurf hat geschrieben:
Sehr ihr auch keine Bilder mehr? Also die Plakate? :shock: Oder ist das nur bei mir so mit den roten X-en?


Nein, ich sehe auch nur das rote X :?

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Schätze mal, dass es an Deinem neuen Bildserver liegt, denn die Bilder aus Deinen vorausgegangenen Beiträgen werden auch weiterhin allesamt einwandfrei angezeigt...
(Arcor vs. Vodafone - oder hast Du die aktuellen Bilder vielleicht über den Server vom DRK hochgeladen?) :unknown:

SCHEISSE!! Arcor ist anscheinend zu Vodafone umgezogen. Die alten Bilder wurden mitgenommen, aber die Verbindung zu neuen Bildern scheint nicht zu wollen. Mist, verdammter. Aber das Wochenende bin ich verplant, ich kann mich erst nächste Woche drum kümmern. Danke für die Rückmeldung!


Richie Pistilli hat geschrieben:
Schmutziger_Maulwurf hat geschrieben:

Edit: Link zu Italo-cinema.de eingebaut


Vielen Dank für Deine außerordentlichen Bemühungen - der Text ist toll geworden :dh:
Jetzt fehlt nur noch die Verlinkung im eigentlichen 'Terza Visione' Thread ;)

Done ;)

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 Betreff des Beitrags: Re: Was vom Monat übrig blieb ...
BeitragVerfasst: 21.08.2017 16:44 
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... jetzt endlich auch in Farbe und mit Bildern: Der Post des letzten Monats :D

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 Betreff des Beitrags: Re: Was vom Monat übrig blieb ...
BeitragVerfasst: 02.10.2017 16:03 
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Aus gesundheitlichen Gründen und nachfolgender akuter Fauleritis ist der August ausgefallen, was aber hiermit nachgeholt wird. Waren ja doch ein paar Perlen dabei, die ich euch nicht vorenthalten möchte.

Terza Visione war vorbei, und es war gut, aber danach habe ich einfach mal wieder was anderes gebraucht. Der erste Film nach dem Festival war HARSH TIMES – LEBEN AM LIMIT, von David Ayer, mit Christian Bale und Freddy Rodríguez, und der war schon verdammt gut. L.A. in den 90ern: Jim ist in Afghanistan gewesen, jetzt versucht er einen Job als Polizist zu bekommen. Aber mit Blick auf seinen labilen Geisteszustand wird er überall abgelehnt, außer bei der CIA: Die wollen ihn in Kolumbien einsetzen, um Drogenlabore auszuheben. Natürlich ist er happy, und zusammen mit seinem Buddy muss gefeiert werden. Am Besten gleich drunten in Mexiko, bei seinem Schatz, dem einzigen Menschen bei dem er noch normal funktioniert. Dummerweise besteht die CIA aber darauf, dass eine mexikanische Verlobte ein Sicherheitsrisiko ist …
Da passiert noch so einiges mehr, und der Film ist randvoll mit merkwürdigen und schrecklichen Ereignissen. Letzten Endes werden 2 Bilder gemalt: Im Großen die USA nach dem Abflauen des großen Wirtschaftsbooms der 80er, und im Kleinen wie ein einzelner Mann sich versucht in dieser entstandenen Misere zurechtzufinden. Ein traurig machender und auch ein wütend machender Film, vor allem aber ein beängstigender Film, was aber neben dem vernünftigen Drehbuch vor allem den Darstellern geschuldet ist. Christian Bale spielt unglaublich stark. Kein Mensch den man auch nur im Auto neben sich an der Ampel haben möchte, und definitiv eine seiner besten Performances bisher. Ja, um Längen besser als etwa AMERICAN PSYCHO, weil das psychotische hier unterschwelliger ist. Weil es spürbar unter der Oberfläche lauert und nur darauf wartet herausgelassen zu werden. Das aus der Bahn gelaufene Leben eines Veteranen in den USA von (fast) heute.
Ich könnte noch so einiges schreiben, aber stattdessen bleibt es bei einem Film, den ich euch wirklich wärmstens ans Herz legen möchte. Wer Filme mag wie RAMPAGE mit Woody Harrelson oder den britischen THE VETERAN, der ist hier goldrichtig. Ganz heißer Tipp!!

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Was mich auch ziemlich umgehauen hat war DIE GEZEICHNETEN von Fred Zinnemann. Mein “Kurz“kommentar sieht wie folgt aus:

Deutschland 1946: Waisen aus den KZs werden registriert, und es wird versucht, ihnen wieder ein Leben unter Menschen nahezubringen. Der kleine Karol traut dem Braten nicht und flüchtet, dabei läuft er dem GI Steve in die Arme. Dieser nimmt Karol unter seine Fittiche, bringt ihm nach und nach Englisch bei, und würde ihn am Liebsten mit zurücknehmen in die USA. Parallel dazu sucht Karols Mutter Hannah in ganz Deutschland nach ihrem Sohn. In der Stadt erfährt sie, dass der Zehnjährige bei der Flucht vor der vermeintlichen Vergasung wahrscheinlich ertrunken ist. Am Leben verzweifelt kümmert sie sich um nach Palästina auszuschiffende jüdische Kinder, ohne zu ahnen, dass der Junge ganz in ihrer Nähe lebt und wohlauf ist.

Bei Robert Ludlum habe ich mal den Ausdruck von den “verlorenen Kindern Europas“ gelesen, der mich immer ganz extrem beeindruckt hat. Ludlum meinte damit die Kinder, die ihre Eltern in den KZs verloren haben, und selber nur mit knapper Not davonkamen. Die keine Kindheit hatten, sondern stattdessen jeden Tag ihres Lebens vom Tode bedroht waren und mit Gewalt, Hunger, Verelendung und Einsamkeit umgehen mussten. Entsetzliche Schicksale, die wir Wohlstandsgören uns überhaupt nicht vorstellen können. Mit DIE GEZEICHNETEN hat Fred Zinnemann diesen entwurzelten Menschen ein grandioses Denkmal gesetzt. Beim Anschauen habe ich mich ein paar Mal gefragt, woher Zinnemann wohl diese Menge an heruntergekommenen und verzweifelt wirkenden Kindern bekommen hat, Kinder die eben “gezeichnet“ waren für den Rest ihres Lebens. Aber damals war Europa wahrscheinlich voll damit, und genau diesen Kindern wird mit DIE GEZEICHNETEN gedacht. Auch wenn die Suche wahrscheinlich selten so erfolgreich war wie im Film. (Zinnemann selber musste nach dem Krieg erfahren, dass die Eltern im Holocaust ermordet wurden.)

Insofern kann man dem Film sicher so einiges vorwerfen, zum Beispiel das heute oft etwas aufgesetzt wirkende Pathos, was aber im Jahre der Dreharbeiten 1947 durchaus gängige Filmsprache war. Und auch das Ende ist sehr schnell abzusehen, aber in dieser Zeit nicht ungewöhnlich gewesen. Der einzige Punkt, den man vielleicht wirklich kritisieren könnte, ist das komplette Ausblenden deutscher Befindlichkeiten und Umstände: Die Mitläufer, die Alt-Nazis (gab es 1946 überhaupt welche?? [/Ironie]), der Werwolf, das Leben in den Ruinen (wird nur einmal kurz und leicht romantisiert angerissen), der Schwarzmarkt, das Elend und den Hunger …

Aber das ist alles nicht Thema des Films, und wer das sehen möchte sollte auf Rossellinis DEUTSCHLAND IM JAHRE NULL ausweichen, oder auf … UND ÜBER UNS DER HIMMEL von Josef von Báky. Nein, hier lautet das Thema “Kindheit in und nach dem Kriege“ und das ist nach den Kriegen auf dem Balkan und während des laufenden Stellvertreterkriegs in Syrien auch heute noch so aktuell wie eh und je. Es sind immer die Kinder die am meisten zu leiden haben, und Montgomery Clifts gibt es auf dieser Welt sowieso viel zu wenige. Es geht darum, dass nach den grauenhaften Kriegsjahren, in denen nichts als Vernichtung in Europa herrschte, (junge) Menschen, die nichts anderes kannten als den Tod, plötzlich wieder lernen mussten Vertrauen zu haben, und etwas für sie völlig Fremdes wie Freundschaft und Fürsorge anzunehmen. Sehr intensiv sind etwa die Filmszenen, wenn die Kinder mit Rotkreuz-Transportern fortgebracht werden sollen in ein anderes Lager, und alle der Meinung sind dass sie jetzt vergast werden. Oder die Frage Karols nach der Bedeutung des Begriffs “Mutter“ …

Außerhalb des Studios wurde in den Ruinen von Nürnberg und Würzburg gedreht, was den Bildern eine erschreckende Wucht gibt (vor allem wenn man, wie ich, 20 Jahre in Nürnberg gelebt hat und vieles erkennt) und der Geschichte viel Authentizität verleiht. Somit ist der Film eine Lehr- und Geschichtsstunde wie sie in der Schule leider nicht vermittelt wird, und heute, über 70 Jahre nach dem Krieg, größtenteils vergessen oder sogar in ihr Gegenteil verkehrt wird. Auch was Heimatlosigkeit und Entwurzelung bedeuten kann man hier aus erster Hand miterleben. Und verdammt nochmal, gerade Anfang und Schluss von DIE GEZEICHNETEN drücken gehörig auf die Tränendrüse. Was aber nicht schadet, denn so kann der Film seine Botschaft nur umso besser verbreiten und in Erinnerung bleiben. DIE GEZEICHNETEN mag vielleicht kein Meisterwerk sein, aber er hat etwas zu sagen, und das tut er sehr sehr nachdrücklich und voller Engagement. Was ihn ausgesprochen sehenswert macht, auch und gerade im neuen Jahrtausend.

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Tatsächlich waren das bei den Neuentdeckungen des Monats die Höhepunkte. Trotz Lenzis BERSERKER, und trotz Hawks’ TOTE SCHLAFEN FEST, von dem ich mir neulich die Blu-ray gegönnt habe. Aber das sind ja auch beides keine Neuentdeckungen. Obwohl: Ersteren kannte ich noch gar nicht, und letzterer war nach 30 oder so Jahren und in der vorliegenden Qualität fast wie neu. Beim Lenzi hab ich was Nettes erlebt: Ich habe angefangen zu schauen, musste aber etwas nach der Hälfte abbrechen (auf jeden Fall deutlich nach der Szene mit dem Kind). 3 Wochen später hab ich es nochmal versucht, und habe wieder von vorne angefangen. Bei ersten Mal fand ich den Film gut, aber beim zweiten Mal hat er so richtig reingehauen und mich nur noch mitgerissen. Und etwas verstört zurückgelassen. Und auch wenn, oder gerade weil, Henry Silva sich hier ziemlich zurückhält, ist der gesamten Wucht des Milian’schen Könnens freie Bahn gegeben. Ein Meisterwerk des Poliziottesco!
Na ja, und der Noir ist halt ein Klassiker: Bogart und Bacall stöbern im Dreck der amerikanischen Nacht und funkeln sich gegenseitig an dass es nur so eine Pracht ist. Verworrene Handlung, ein ungeklärter Mord, Bogey so cool dass er zur Ikone wird und immer einen lässigen Spruch auf Lager … Zu Recht ein Klassiker!

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Nach vielen vielen Jahren gab es dann auch mal wieder KNOCKIN’ ON HEAVENS DOOR. Jan Josef Liefers und Till Schweiger. Nun, man glaubt es kaum, ab der der Streifen funktioniert immer noch. Coole Typen, coole Sprüche, total abgedrehte Ideen, und irgendwie alles so richtig herrlich over the Top. Mein Schatz kannte ihn noch nicht und war sehr begeistert, und der Satz „Ey, hast Du gelernt diese Scheiße?“ gehört mittlerweile zum festen Repertoire unserer Unterhaltung.
Und 1000 DOLLAR KOPFGELD hat mir ebenfalls gefallen. Gianni Garko und Klaus Kinski in einem Giallo-Western: Kinski sitzt im Gefängnis wegen Mordes und beteuert seine Unschuld. Garko als Privatdetektiv soll ihn da rausholen. Also reitet dieser nach Kleinmiesnestdorf, die Umstände des Mordes aufrollen. Und sei es auch gegen den entschlossenen Widerstand der Bevölkerung. OK, ein STADT IN ANGST ist das hier nicht. Muss es aber auch nicht, weil 1000 DOLLAR KOPFGELD mehrere Vorteile hat: Klaus Kinski in Spiellaune, Gianni Garko in einer recht ernsthaften Hauptrolle, eine weitgehend spannende Mörderhatz, sowie das beliebte Sujet des besorgten Bürgers, der lieber weiter morden lässt als seine Rassepferde zu gefährden. Und überhaupt, Giallo-Western gibt es nicht wirklich viele, da darf es dann auch mal ein klein wenig holpern bei der Umsetzung, es geht ums Prinzip. Und da der Film sowohl als Krimi wie auch als Western wirklich gut funktioniert, kann es nur eine Empfehlung geben …

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Bei den Filmen die ich nur eingeschränkt empfehlen möchte gab es im August den Umstand, dass gleich drei Filme eine 5 von 10 bekommen haben (was immer noch weitaus besser ist als so manche Knallschote in den Tiefen meines Giftschranks).
  • JUNG, SCHÖN UND LASTERHAFT von Silvio Amadio: Die verwöhnte und das Geld ihres Papis verprassende Angela hat Angst, dass die neue Flamme ihres Vaters, Irene, ihre eigene Freiheit beschneidet. Darum fasst sie einen abgründigen Plan Irene zu beseitigen. Irene hat eine, wie man so sagt, Vergangenheit, und Angela mit den Engelsaugen wendet das Wissen um diese Vergangenheit gnadenlos gegen Irene an.
    Trotz einer freizügigen Gloria Guida und einer Dagmar Lassander mit viel Dekolleté alles andere als die Sexkomödie die im Titel versprochen wird (der originale deutsche Verleihtitel war SONNE, SAND UND HEISSE SCHENKEL – Was für ein ausgemachter Schwachsinn!). Stattdessen ist der Film ein reines Drama mit leicht gialloesken Anflügen. Der Plan von Angela ist wirklich finster, und erschließt sich dem Zuschauer erst nach und nach. Ein klein wenig dynamischer erzählt, und der Streifen hätte wirklich ein starkes Stückchen Zelluloid werden können. Aber die langsame und vor allem im ersten Drittel oft sehr zähe Erzählweise schadet leider wirklich, obwohl ich zugeben muss, dass der Film nach dem Sehen noch wächst, und ich auf die Zweitsichtung durchaus gespannt bin. Aber bis dahin bleibt die Tatsache, dass hier einfach zu wenig passiert um wirklich zu fesseln.
     
  • YOU KILL ME von John Dahl: Eigentlich ist Frank ein ziemlich guter Killer, er hat nur ein Problem: Er säuft. Weswegen er nicht zum ersten Mal einen Job versaut. Sein Boss schickt ihn also vom winterlichen Buffalo nach San Francisco, zum Trockenwerden und zum Lebenaufdiereihebringen. In Frisco geht Frank also einem geregelten Job als Leichenwäscher nach, er besucht Treffen der Anonymen Alkoholiker, und er verliebt sich sogar. Ok, der ein oder andere Rückfall sowohl bezüglich des Alkohols wie auch des Jobs machen das Leben ein wenig turbulenter, aber eigentlich scheint alles ganz gut zu laufen. Bis die neuen Bosse in Buffalo seine Familie fast komplett ausradieren, und nur Frank noch den Karren aus Dreck ziehen kann.
    Wann lerne ich es endlich, dass Krimikomödien aus den USA seit ungefähr Keineahnungzwanzigjahren oder so größtenteils nur schwach und überflüssig sind. Coole Möchtegerngangster, lustige Looser, lakonische Killer, pragmatische Frauen, und das alles in einem ewig gleichen Setting von hässlichen Städten, hässlichen Straßen und ewig gleicher Musikuntermalung. CHAIN OF FOOLS, TRIGGERMEN, BIG NOTHING, alles mehr oder weniger Luschen. Und nun halt YOU KILL ME, der genauso abläuft wie die genannten Filme: Eine interessante Ausgangssituation (saufender Killer verpatzt Job und wird trockengelegt, während seine Familie dem Abgrund entgegensteuert) wird gegen die Wand gefahren, weil sie weder als Komödie richtig taugt noch als Krimi. Für eine Komödie ist das ganze halt einfach zu wenig lustig, oder vielleicht verstehe ich den Humor des neuen Jahrtausends auch nicht mehr. Krimikomödie, das ist für mich DAS SUPERHIRN, oder, wenn es mehr in Richtung Krimi gehen soll, Guy Ritchies SNATCH. Was zum Lachen, abstruse Situationen, vielleicht skurrile Gewaltanwendung. So was wie Donald Trump, so ungefähr jedenfalls. Und als Krimi taugt das gleich noch viel weniger, weil das Krimielement fehlt: Spannung, Thrill, möglicherweise versetzt mit Gewaltanwendung, davon ist hier weit und breit nichts zu sehen. Und nein, eine kurze Schlägerei in einer Kneipe hat damit genauso wenig zu tun wie ein fünfsekündiger Shoot-Out.
    YOU KILL ME mag vielleicht feinen Humor haben, aber den verdankt er nicht dem Drehbuch sondern den Darstellern! Ohne Ben Kingsley wäre der Film eine Obergurke vor dem Herrn. Was der Mann hier abliefert ist Schauspielkunst wie man sie nur selten sieht, und er rettet den Film wirklich fast im Alleingang. Fast, denn Téa Leoni schaut zum Anbeißen aus und spielt zwar unterkühlt-sarkastisch, dafür aber mit Leib und Seele. Die beiden bekommen hier die Pünktchen und fahren die Aussage ein, dass die 92 Minuten nicht völlig vergeudete Lebenszeit sind. Alles andere kann man sich getrost sparen.
     
  • HEIMATLOS von Herbert B. Fredersdorf: Barbara vom Lande verknallt sich in den jungen Conny aus München und macht damit ihren Dauerverlobten Franz eifersüchtig. Als sie nach München fährt um auf die Schule zu gehen macht Conny ihr unentwegt den Hof und bringt sie bereits bis kurz vor die Heirat. Aber Barbara weiß nicht, dass Conny sein Geld mit Autoschmuggel verdient. Und der einzige, der sie wirklich aufrichtig und uneigennützig liebt, nämlich der Sänger Freddy, in dem sieht sie nichts als einen guten Freund.
    So richtig zünden konnte der bei mir nicht, zu idiotisch war der Verlauf. Schon die Figur des Franz (Rudolf Lenz) lässt wundern, was eine freiheitsliebende und lebensbejahende Frau wie Barbara (Marianne Hold) an ihm findet. Dass der Conny (Peter Weck) da Begehrlichkeiten in Richtung große Stadt und gutes Leben weckt ist klar, und dass sie sich dem gutaussehenden und eloquenten Schmuggler an den Hals wirft ebenfalls. Aber warum sie, unverheiratet und mit einem Kind am Hals, nicht den Freddy (Quinn) nimmt nach all den Querelen, das habe ich nicht partout nicht verstanden. Der Mann schaut gut aus, ist zärtlich, ist fürsorglich, steht am Anfang einer großen Karriere, und steht zu dem Kind, obwohl es nicht von ihm ist. Nein, die Heimat ruft, und damit der hinterwäldlerische Franz mit seinem Transportunternehmen und den dazugehörigen Fernfahrermanieren. Und da auch die Bilder nicht so dolle waren (zu viel München, viel zu viel Studio, erheblich zu wenig Bergwelt), blieb ich da ein wenig enttäuscht zurück. Was hätte Raffaello Matarazzo wohl aus diesem Stoff gemacht …? *schwelg*

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Der September bot dann nach sehr langer Zeit mal wieder einen 10 von 10-Film, den ich bisher noch nicht gekannt hatte: MILANO KALIBER 9. Was für ein Brett!! Ugo Piazza (schöne Grüsse an dieser Stelle in den hohen Norden Deutschlands!) kommt aus dem Knast, und schon warten die Geier auf ihn. Vor 3 Jahren sind 300.000 Dollar verschwunden, und Ugo soll es gewesen sein. Seine Unschuldbeteuerungen sind natürlich alle für die Katz, und nun soll das Geld wieder her. Die Bande des Amerikaners, dem das Geld eigentlich gehört, lässt da nicht mit sich spaßen, und der Kommissar, der es am liebsten hätte wenn Ugo den Amerikaner abservieren würde, macht auch ziemlichen Druck. Und Ugo? Zündet sich eine Zigarette an, schaut stoisch und hält die andere Wange hin. Vorerst …
Verdammt harte Männer in einer verdammt harten Geschichte, und Ugos Leidensweg durch die Abgründe der Gangsterseele ist bitterer Stoff. Die Schauspieler (Gastone Moschin, Bärbel Bouchet, Frank Wolff, Mario Adorf) sind erste Sahne, die Musik extrem stimmig, und überhaupt passt hier einfach alles. Selten, dass ich bei einem Film so gar nicht auf die Uhr schaue, aber der hier war sogar zu schnell zu Ende. Sollte es jemanden hier geben der MILANO KALIBER 9 noch nicht kennt? Nachholen!!!!

Endlich von VHS auf DVD geupgradet und gleich wieder geschaut: Robert Rodriguez’ DESPERADO. Antonio Banderas kommt mit einer zerschossenen Hand, einem Gitarrenkoffer voller Männerspielzeug und einem Herzen voller Hass in die Stadt, den großen Boss zu töten. Keine neue Geschichte, aber immer wieder eine gute Geschichte. Vor allem wenn sie so erzählt wird wie hier. Ich behaupte jetzt mal, dass Rodriguez selbst in FROM DUSK TILL DAWN nicht so gut war wie hier, und das er mit DESPERADO ein Meisterstück abgeliefert hat (ja, SIN CITY, ich weiß, aber SIN CITY hat erheblich mehr Effekte als DESPERADO. Damit meine ich Effekte die auch wie Effekte aussehen. DESPERADO erzählt eine spannende Geschichte und stellt die Effekte in den Dienst dieser Geschichte.). Stilistisch angelehnt an den damals schwer angesagten Quentin Tarantino, übertrifft er diesen locker, weil er sich nicht auf dauerquasselnde, pseudo-coole Kleingangster verlässt, sondern weil seine Figuren RICHTIG cool sind (Banderas, der auf der Theke läuft um einem Arschloch die Gitarre auf den Schädel zu hauen. Salma Hayek, die mit Hilfe eines Lehrbuchs Banderas auf der Theke ihres Geschäftes verarztet: “Oh, Sie rauchen?“ “Nein …“ Zischhhhhhhhhh), und weil hier Gerede und Geballer in der absolut perfekten Mischung verteilt sind. Und warum, bitte schön, habe ich meine Cowboystiefel schon vor Jahren entsorgt? Die wären dieses Wochenende mal wieder angesagt …

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Zwei solcher Höhenflüge kurz hintereinander, dagegen müssen die anderen Filme ja quasi abstinken. Was aber nicht bedeutet dass sie schlecht sind:

  • MALASTRANA von Aldo Lado – Jean Sorel findet sich in Prag in einem Park wieder. Tot. Allerdings nicht so richtig tot, nur ohne jegliche Körperfunktion. Zwar wird er für tot gehalten, das Gehirn allerdings funktioniert noch. Seine einzige Möglichkeit ist die Erinnerung an die letzten Tage, wie er in diese Situation kam …
    Ein genialer Streich, den Erzähler aus dem Off mit der “toten“ Hauptfigur zu verbinden. So ähnlich wie bei Rudolph Maté’s OPFER DER UNTERWELT, aber halt … kniffiger, italienischer, trick- und wendungsreicher. Der Hauptdarsteller, nämlich die Altstadt von Prag, und hier vor allem das Viertel Malà Strana, hat eine unglaubliche Atmosphäre, und davon lebt der Film in sehr hohem Maße. Alles ist irgendwie mystisch und wie nicht von dieser Welt - Fast möchte man meinen, dass man gleich dem Golem begegnet. Inhaltlich vielleicht nicht der ganz große Burner, ist es hier in erster Linie die Stimmung die so sehr gefangen nimmt, und den Film zu etwas ganz besonderem macht. Wundervoll …
     
  • David Cronenbergs A HISTORY OF VIOLENCE hat mich bei der Zweitsichtung sogar mehr gefesselt als beim ersten Mal: Tom Stall ist ein friedliebender Mensch, der seine Familie unendlich liebt, einen kleinen Coffeeshop in einer Kleinstadt in Indiana betreibt, und nichts so sehr hasst wie Gewalt. Selbst sein Sohn hält lieber die andere Wange hin als sich jemals provozieren zu lassen. Bis zu dem Tag, an dem sein Café überfallen wird, und er den beiden Räubern innerhalb von Sekunden das Lebenslicht ausbläst. Damit schafft er es mühelos auf die Seite eins der Zeitungen und ins Fernsehen. Was dazu führt, dass plötzlich Mobster aus Philadelphia auftauchen, ihn Joey nennen, und seine Familie bedrohen. Denn Tom Stall war nicht immer der pazifistische Familienvater. Früher war er ein halbwahnsinniger Killer im Auftrag seines Bruders, eines ziemlich hohen Gangsters in Philly. Und der dieser hat mit Joey noch eine ganz alte und blutige Rechnung offen.
     
    Eine einfache Geschichte, einfach erzählt. Und doch bleibt man wie gebannt vor dem Bildschirm sitzen, ergibt sich der Dunkelheit und Verzweiflung die da über die Idylle hereinbricht, und kann seinen Blick nicht abwenden von der seelischen und körperlichen Grausamkeit. Was Viggo Mortensen und Maria Bello hier abliefern ist das perfekte Psychogramm von Menschen, die mit Wahrheiten konfrontiert werden die nie gesagt werden sollten. Die nie ans Tageslicht kommen sollten. Und fast zerbrechen sie daran. Diese Darstellung ist so dermaßen intensiv, so brachial, dass sie fast wehtut (ich sage nur die “Liebes“szene im Treppenhaus). Wie sich die Gewalt allmählich Bahn bricht und das Leben dieser Menschen nach und nach infiltriert und zerstört, das geht wirklich unter die Haut. Ein gigantisch guter Thriller mit viel Anspruch und harter Action.
     
  • Mit Tony Scott ist vor ein paar Jahren der, wie ich finde, definitiv Talentiertere der beiden Brüder gestorben. Kennt jemand den Bounty Hunter-Knaller DOMINO mit Kiera Knightley und Mickey Rourke? Und als alter Schwarzkittel muss ich natürlich BEGIERDE nennen: Catherine Deneuve, David Bowie, Susan Sarandon und Bauhaus … Schmacht … Diesen Monat gab es die dritte Sichtung von SPY GAMES – DER FINALE COUNTDOWN, mit Robert Redford und Brad Pitt. Letzterer sitzt als Ex-CIA-Agent in einem chinesischen Knast und wird in 24 Stunden exekutiert. Sein früherer Führungsoffizier Redford, der heute seinen letzten Tag vor der Pensionierung hat, versucht ihn da raus zu hauen, ohne die offiziellen Stellen zu bemühen. Erzählt wird das ganze in Form von Rückblenden: Wie die beiden sich kennenlernten, wie Pitt rekrutiert und ausgebildet wurde, durchgeführte Aufträge, und wie die entstandene Freundschaft zerbrach. Na ja, und eben was Redford so anstellt, um seinen früheren Schützling und Freund zu retten. Erstklassig inszeniert, top Schauspieler, Scott-typische Farbspielereien die viel Stimmung erzeugen, mit einem Anflug von Humor, und sehr sehr spannend.
     
  • Antonio Margheritis LA DANZA MACABRA durfte ich nach dem letztjährigen Terza Visione nun auch auf dem kleinen Bildschirm erleben. Und der Film verliert nichts, aber auch rein gar nichts, von seiner Wirkung. Ein gotisches Meisterwerk, und definitiv einer der Höhepunkte des Genres! Die Geschichte des jungen Mannes, der in einem Spukhaus übernachtet, dort sehr lebendig wirkenden Geistern begegnet und sich in eine schöne Gespenstin verliebt, ist zeitlos, romantisch und unheimlich zugleich. Barbara Steele ist so ätherisch schön wie selten, Georges Rivière gibt einen perfekten romantischen Liebhaber ab, Ambiente und Musik umrahmen diese Zärtelei mit den perfekten Grand Guignol- Eindrücken, und überhaupt ist das ein Film zum Hineinfallen und sich treiben lassen. Durch die stimmigen Schwarzweiß-Bilder hat der Film auch seinem (durchaus gelungenen) Remake das gewisse Etwas voraus und erzeugt eine gruselige und romantische Stimmung zugleich. Was zum Kuscheln mit der Liebsten auf dem Sofa, wenn draußen der Regen fällt und der Herbstwind die Äste an die Rolladen haut …

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Ihr kennt das alle, man muss, um zu solchen raren Perlen zu kommen, sich erst durch eine große Mauer aus Grießbrei futtern. Ein Stein dieser Mauer und einer der miesesten Filme meines Lebens war ATAME – FESSLE MICH! von Pedro Almodóvar. Nicht weil er schlecht war, nein, der Streifen ist super inszeniert und hat alles was es braucht um Vergnügen zu bereiten: Antonio Banderas verliebt sich in die Ex-Porno-Darstellerin Victoria Abril, überfällt sie zuhause, fesselt sie ans Bett, kümmert sich um ihre Zahnschmerzen, und wartet darauf, dass sie sich in ihn verliebt …
Gigantische schöne Bilder, eine Musik zum Dahinschmelzen, Schauspieler wie ich dachte dass es sie heute gar nicht mehr gibt (Stichwort Sexszene), Schnitte und Kameraeinstellungen wie sie perfekter nicht sein könnten, Farben zum Süchtigmachen – und eine Ausgangssituation, die ich grundlegend ablehne! Wer einen Film darüber dreht, das man sich die Frau nur mit Gewalt nehmen muss, und sie sich dann schon irgendwann in einen verliebt, der ist entweder Macho durch und durch, oder ein beknacktes Schwein das in die Psychiatrie gehört. Und das Ganze wird dann nicht mal ironisch gebrochen (oder ich bin zu dumm das zu erkennen? Kann ja auch sein), weswegen ich mich auch so aufführe. Leider, denn der Film hat wirklich einige verdammt gute Momente, und gerade das Zusammenspiel Musik/Kamera hat Qualitäten, wie man sie nur aus den ganz großen US-amerikanischen Produktionen der 40-er Jahre und den europäischen Produktionen der 60-er Jahre kennt. Aber die Scheiß-Geschichte sorgt bei mir für extremes Unbehagen und grundlegende Ablehnung. Schade drum …

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Antonio Banderas kann so cool sein, viel cooler als in dem doofen FESSLE MICH! Mein Gott, ich liebe diese Szene:

www.youtube.com Video From : www.youtube.com

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Die Umschreibung Neuentdeckung [...] ist natürlich nur eine äußerst persönliche Färbung, denn es handelt sich um ein Spektakel innerhalb der ganz eigenen Filmwelt. Die Suche nach Input, nach Neuem, und die Offenherzigkeit gegenüber Genres und Filmen jeder Art, führen mich immer wieder zu solchen Etappen, und auch wenn sich dieser Kreis niemals schließen wird, er erfährt mitunter durchaus erfreuliche Erweiterungen. (Prisma)


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 Betreff des Beitrags: Re: Was vom Monat übrig blieb ...
BeitragVerfasst: 02.10.2017 17:45 
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Schmutziger_Maulwurf hat geschrieben:

Der September bot dann nach sehr langer Zeit mal wieder einen 10 von 10-Film, den ich bisher noch nicht gekannt hatte: MILANO KALIBER 9. Was für ein Brett!! Ugo Piazza (schöne Grüsse an dieser Stelle in den hohen Norden Deutschlands!) kommt aus dem Knast, und schon warten die Geier auf ihn. Vor 3 Jahren sind 300.000 Dollar verschwunden, und Ugo soll es gewesen sein. Seine Unschuldbeteuerungen sind natürlich alle für die Katz, und nun soll das Geld wieder her. Die Bande des Amerikaners, dem das Geld eigentlich gehört, lässt da nicht mit sich spaßen, und der Kommissar, der es am liebsten hätte wenn Ugo den Amerikaner abservieren würde, macht auch ziemlichen Druck. Und Ugo? Zündet sich eine Zigarette an, schaut stoisch und hält die andere Wange hin. Vorerst …
Verdammt harte Männer in einer verdammt harten Geschichte, und Ugos Leidensweg durch die Abgründe der Gangsterseele ist bitterer Stoff. Die Schauspieler (Gastone Moschin, Bärbel Bouchet, Frank Wolff, Mario Adorf) sind erste Sahne, die Musik extrem stimmig, und überhaupt passt hier einfach alles. Selten, dass ich bei einem Film so gar nicht auf die Uhr schaue, aber der hier war sogar zu schnell zu Ende. Sollte es jemanden hier geben der MILANO KALIBER 9 noch nicht kennt? Nachholen!!!!



:jc_you_rock: :held:


Wobei ich mir "Die Gezeichneten", von dem ich in der Tat noch nie gehört habe, mal notiert habe. Klingt nach einem sehr eindrücklichen Film über ein kaum erträgliches Thema.


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 Betreff des Beitrags: Re: Was vom Monat übrig blieb ...
BeitragVerfasst: 04.10.2017 19:44 
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ugo-piazza hat geschrieben:
:jc_you_rock: :held:
Du alter Schmeichler du ... :oops:


ugo-piazza hat geschrieben:
Wobei ich mir "Die Gezeichneten", von dem ich in der Tat noch nie gehört habe, mal notiert habe. Klingt nach einem sehr eindrücklichen Film über ein kaum erträgliches Thema.
Sehr gut auf den Punkt gebracht. Wie bereits erwähnt des öfteren leider etwas melodramatisch, aber trotzdem absolut sehenswert! Ich bin gespannt auf Deine Meinung.

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 Betreff des Beitrags: Re: Was vom Monat übrig blieb ...
BeitragVerfasst: 31.10.2017 21:32 
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Also so einen Monat wie den Oktober habe ich schon lange nicht mehr erlebt. Filmisch gesehen. Die ersten 5 Filme im Monat, und da ist einige Zeit für vergangen, waren alles herausragende Filme, die mich begeistert haben. Ausserdem gab es im Oktober 2 (zwei!) Filme die ich mit 10 von 10 bewertet habe: Bitte habe ich vor vielen Jahren das letzte Mal gesehen, beide im Kino, und beide haben im Heimkino die gleiche umwerfende Wirkung. OK, zumindest auf mich …

Da war zum einen Woody Allens PURPLE ROSE OF CAIRO den ich ja sehr liebe. New Jersey 1935: Mitten in der tiefsten Depression träumt die Aushilfskellnerin Cecilia nur vom Kino. Ihr Job ist ein Alptraum, ihr Ehemann Monk noch viel mehr, und die einzige Abwechslung ist das Kino mit seinen damals so angesagten romantischen und rührseligen Melodramen. Cecilias Alltag ist grau, bis eines Tages der Held der aktuellen Schnulze, Tom Baxter (Entdecker, Poet, Abenteurer, von der Chikagoer Familie der Baxters), von der Leinwand steigt und mit Cecilia flüchtet. Der Film auf der Leinwand kann nicht weitergehen ohne Tom, und alle fangen an zu spinnen: Monk dreht am Rad wegen seiner untreuen Frau, Tom dreht am Rad wegen seiner Freiheit in der wirklichen Welt, die Schauspieler auf der Leinwand drehen am Rad und diskutieren mit dem eingeflogenen Produzenten, dieser dreht am Rad wegen möglicher (krimineller) Folgen, und der Darsteller Toms, Gil Sheperd, dreht am Rad wegen seiner Karriere. Gil fährt also nach New Jersey und trifft sich mit Tom …

Man könnte hier vieles schreiben was klug klingt. Über Metaebenen, über Hommagen, über Eskapismus, über Film-im-Film-Filme, … Fakt ist, dass PURPLE ROSE OF CAIRO einer der schönsten und liebevollsten Filme ist, der jemals über das Thema Film gedreht wurde. Jeder, der Filme liebt, kann sich hier wieder erkennen, kann sich in Cecilia hineinversetzen wenn sie aus dem Alltag in eine Traumwelt flüchtet, und wenn sie sich einen Film zum fünften Mal in Folge anschaut, um bloß nicht wieder da raus zu müssen. Hat nicht jeder schon einmal davon geträumt, was wohl wäre, wenn der Held (oder gar der Unhold - RINGU lässt grüßen) von der Leinwand bzw. der Mattscheibe steigt? Oder, noch besser und bestimmt noch häufiger geträumt, wenn man selber in den Film hineinsteigt? LAST ACTION HERO hat dieses Sujet ebenfalls überzeugend gezeigt, aber PURPLE ROSE hat einen gewaltigen Vorteil gegenüber dem John McTiernan-Blockbuster: Er hat Seele. Und er berührt …
PURPLE ROSE OF CAIRO ist der einzige Film, den ich jemals innert einer Woche zweimal im Kino gesehen habe. Und mehr als 30 Jahre nach seiner Erstsichtung wäre ich immer noch dazu bereit, ihn in kurzer Zeit mehrmals hintereinander zu sehen. Und das schafft kein einziger meiner anderen Lieblingsfilme. Es bleibt bei dem, was ich bei der Vorstellung in einem Filmforum im Internet vor vielen Jahren schrieb: Ich bin Mia Farrow …

Der andere war ABBITTE von Joe Wright. In den 30er-Jahren in Großbritannien ist Robbie der Sohn der Putzfrau, der jetzt in erster Linie gärtnert, und Cecilia ist die erwachsene und attraktive Tochter seines Arbeitgebers. Getrennt werden die beiden in erster Linie von den unüberwindbaren Grenzen unterschiedlicher Stände, aber Robbie ist sehr verliebt und gesteht das Cecilia auch irgendwann. Der kleinen Schwester Cecilias, Briony, die selber in Robbie verliebt ist, geht das gewaltig gegen den Strich, und sie sorgt dafür dass er ins Gefängnis kommt. Als der Krieg ausbricht wird Robbie vor die Wahl gestellt: Knast oder Armee.

Auch wenn der Film sehr arthousig anfängt, und mich zu Beginn diesmal schwer an die bedeutungsschwangeren Machwerke von Paul Thomas Anderson erinnert hat, geht er doch sehr schnell in eine andere Richtung. Das beginnt schon damit, dass manche Ereignisse passieren, und dann aus einer anderen Sicht nochmals gezeigt werden. Als Briony aus dem Fenster schaut taucht Cecilia nass und fast nackt aus dem Brunnen auf und giftet Robbie wütend an. Briony ist entsetzt ob dieses Benehmens, aber der Zuschauer (und nur der Zuschauer) erfährt anschließend in einer zweiten Szene was zu diesem Geschehen geführt hat. Toll und spannend gemacht! Dazu wird erzählerisch ein gutes Tempo vorgelegt, und die Charaktere sind, bei aller Schrägheit, ausgesprochen interessant. Die Story selber schlägt ein paar kleinere Haken, um dann in einer Szene zu gipfeln die im Kino fast an die Club-Schießerei in COLLATERAL rankommt: Der gefühlt 5-minütige Kameraschwenk über den Strand von Dünkirchen, über die auf die Rettungsboote wartende Britische Armee, und über das absolute Ende jeglicher Zivilisation. Eine Plansequenz wie ich sie noch nie in meinem Leben gesehen habe! Unbeschreiblich …
Schuld, Sühne, pubertäre Liebesgefühle und was sie anrichten können, vor allem aber das tiefe Leid eines Menschen, der diejenigen, die ihm nahestehen, in den Untergang schickt. Gefühle, die von erstklassigen Schauspielern glaubhaft vermittelt werden können, mit Bildern die so perfekt komponiert sind, dass man meint einen Film von David Lean oder Sergio Leone zu sehen. Das ist der Film, den der Langweiler Iñárritu immer machen wollte, aber mangels Talent nie machen konnte. 10 von 10 Theatermanuskripte für eine richtige Geschichte, richtige Schauspieler, eine hocherotische Frau, und Bilder die sich ganz tief in den Kopf setzen und nie wieder verschwinden. Der Roman von Ian McEwan ist übrigens ebenfalls lohnenswert. Buch und Film stehen sich in nichts nach!

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Uff, das waren große Emotionen, jetzt backe ich mal etwas kleinere Brötchen:

  • Den BLADE RUNNER gab es mal wieder, als Vorbereitung auf den zweiten Teil. Eurer Lob hat mich schon sehr neugierig gemacht, und ich dacht ich nehme meinen Schatz mit, aber mein Schatz fand den Film nur nett. OK, keinen BLADE RUNNER 2049 für sie, gehe ich halt alleine. Aber mir gefällt der erste Teil immer noch genauso gut wie damals im Kino …
     
  • GESETZ DER RACHE von F. Gary Gray gab es auch ein zweites Mal: 2 kriminelle Sackgesichter überfallen die Familie von Clyde Shelton (Gerard Butler), und ermorden seine Frau und sei Kind vor seinen Augen. Der Staatsanwalt Rice (Jamie Foxx) handelt mit Sackgesicht 1 einen Deal aus, weswegen dieser davon kommt und Sackgesicht 2 hingerichtet wird. Allerdings verläuft die Hinrichtung für Sackgesicht 2 extrem schmerzvoll, und es zeigt sich, dass Shelton Rache nimmt. Und das nicht nur an den Kriminellen, sondern an allen die an der Gerichtsverhandlung beteiligt waren. Shelton landet im Knast, aber da legt er mit seiner Rache erst richtig los …

    Spannendes und über lange Strecken hinweg recht düsteres Rachedrama, das von dem Zwiespalt zwischen Selbstjustiz und korrumpierter Staatsjustiz lebt. Gerard Butler spielt gewohnt sicher und ist ein smarter und harter Bursche, der keine Grenzen kennt (im wahrsten Sinne). Jamie Foxx kann da nicht so recht mithalten und bleibt recht blass, was zu einer recht wuchtigen und schnörkellosen Darstellung des Rachefeldzugs führt, schließlich kann der Staatsanwalt der Aktion nicht wirklich etwas entgegen setzen. Der Zuschauer wiederum ist klar auf der Seite Sheltons, was aber nicht mit der Botschaft moderner US-amerikanischer Filme vereinbar ist – und in den letzten 10 Minuten des Films zu einer Volte führt, die leider alles verwässert. Schade, weil mit dem bösen und harten und dreckigen Ende, welches besser gepasst hätte, hätte ich (und wenn ich mir andere Kritiken anschaue auch die meisten anderen Zuschauer) dem Film anstatt 7/10 glatt eine 9/10 gegeben. So bleiben zumindest 95% des Filmes dank Gerard Butler, der guten Musik und dem erstklassigen Schnitt auf verdammt hohem Niveau, und 5% stinken gnadenlos ab.

    Das war soweit der Text nach der Erstsichtung, mittlerweile allerdings kann ich mit dem Ende plötzlich was anfangen. Zu einen ist da Jamie Foxx, der endlich einsieht wie er seinen Job besser machen kann (wenngleich auch viel zu spät), und so ganz nebenbei auch noch den Wert der Familie kennenlernt. Und auf der anderen Seite Gerard Butler, der erkennt, dass er das gleiche Leid über andere Menschen bringt, das er abbekommen hatte. Und allerdings den falschen Schluss zieht.
    Da allerdings die Schockeffekte bei der Zweitsichtung nicht mehr ganz so ziehen wie beim ersten Mal, gibt es dieses Mal eine glatte 8/10! Weil ich den Wert des Schlusses halt nun endlich beginne zu begreifen. Und weil der Film immer noch gewaltig die Hütte rockt und einen in den Sitz presst was nur geht.
     
  • WAS FRAUEN WOLLEN – Ja, genau die Komödie, wo Obermacho Mel Gibson hören kann was Frauen denken, und zum Frauenversteher wird – nur weil er seine verhasste Chefin Holly Hunter loswerden möchte, und sich dabei so ganz aus Versehen verliebt. Ich steh auf diesen Film! Er ist lustig, er ist megalustig, er ist oberschweinelustig, und auch wenn die letzten 20 Minuten ein wenig zu lang sind, sind die ersten 100 Minuten ein unglaubliches Gag-Feuerwerk mit gigantischen Schauspielern und absolut treffsicheren Dialogen. Es gibt sichere bessere Komödien, aber WAS FRAUEN WOLLEN gehört auf jeden Fall zu den verdammt guten. Nur das Plakat finde ich gruselig …

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  • Kann man das von PROVIDENZA – MAUSEFALLE FÜR ZWEI SCHRÄGE VÖGEL auch behaupten? Ich glaube nicht. Aber ich hab mich trotzdem weggeschmissen vor Lachen. Die Story um den Kopfgeldjäger Providenza, der den dicken und etwas tumben Gauner Hurricane Smith ins Gefängnis bringt, nur um ihn wieder zu befreien, und dabei Probleme bekommt mit habgierigen Frauen, Falschspielern und, viel schlimmer, Falschgeld, die Story (hat mich glatterdings umgehauen. Falsch, nicht die Story – die Umsetzung! Wenn Milian an seiner Pfeife nuckelt und mit englischem Akzent (im Original) den Sherlock Holmes mimt, wenn er seinen Planwagen zum James Bond-Gefährt umfunktioniert, und wenn er Billard mit Schurken spielt, dann kommen mir tatsächlich fast die Tränen vor Lachen. Der Film ist so herrlich abstrus und verrückt und schräg und idiotisch und durch den Wind, da konnte ich nicht anders als ihn zu mögen. Schade, dass es so schwierig ist die Untertitel für den zweiten zu bekommen …
     
  • Und noch ein toller Abenteuerfilm: DUELL IN DEN BERGEN, von und mit Luis Trenker, sowie Amedeo Nazzari (Stammschauspieler bei Mattarazzo), Marianne Hold (in ihrer ersten Rolle), Gabriele Ferzetti, Saro Urzì und noch ein paar mehr. Was passiert? Bei einem Kampf zwischen Schmugglern und Zollfahndern werden zwei Zollfahnder erschossen und eine Maschinenpistole gestohlen. Daraufhin ermitteln Major Mauri und sein Freund Leutnant Berti von der Guardia Financia undercover in den Sextener Dolomiten. Sie stoßen schnell auf die Spur des Schmugglers Stefan Hasler und seiner Leute, können denen aber nichts beweisen. Der sizilianische Dorfpolizist möchte Mauri und Berti als Schmuggler überführen, Berti verliebt sich in Stefans Nichte Sandra, Mauri kommt der Drogenschmugglerin Margaret sehr nahe (oder sie ihm, je nachdem), und dann ist die Gelegenheit da: Einer von Stefans Leuten will nicht mehr mitmachen und Stefan bittet Mauri um seine Begleitung auf einer Tour. Jetzt kann Mauri endlich an die Drahtzieher des Schmuggels rankommen. Doch Stefan ist argwöhnischer als er tut …

    Ein Abenteuerfilm eben. Gute Polizisten gegen böse Schmuggler, ein paar wenige sehr spannende Actionszenen, ein hartes und bleilastiges Showdown, und tolle Schauspieler. Amedeo Nazzari wirkt zwar so hölzern wie meist, aber Trenker wiegt das mit seiner sympathischen Art locker wieder auf. Die Naturaufnahmen sind schön, vor allem sind aber die Szenen in den Bergen sauspannend inszeniert und ausgesprochen dynamisch. Was ich meine ist das: Vor ein paar Tagen habe ich den aufregenden und länger nachwirkenden NORDWAND von Philipp Stölzl gesehen, und der hat sich 2008 in den Kletterszenen immer noch an den Filmen Trenkers orientiert. Was ja nun nicht wirklich gegen diese alten Filme spricht, oder? Klar, wer mit der Person Trenker nicht anfangen kann, der sollte eh um dessen Filme einen Bogen machen, aber das gilt für alle Schauspieler. Aber wer alter Actionfilme mag, der sollte hier unbedingt mal ein Auge riskieren!

Merkwürdigerweise kam der schwächste Film des Monats wieder mal *Tusch* von Jess Franco: EINE JUNGFRAU IN DEN KRALLEN VON VAMPIREN. Just vor ihrem Tod kann die Mutter der jungen Louisa noch ein schreckliches Geheimnis verraten: Sie ist die Erbin des alten Schlosses, und im Eckturm, im Keller, dort liegt ihr Ahnherr: Graf Dracula. Sie natürlich sofort hin, Keller anschauen, und in Ohnmacht fallen, öffnet sich doch bei ihrem ausgesprochen schnuckeligen Anblick sofort der Sarg und es richtet sich auf …: Dracula. Forthin werden also allenthalben Leichen gefunden. Der Kommissar sucht den Mörder und lacht alle aus, die sagen dass ein übernatürlicher Schrecken umgeht. Wird er die Wahrheit rechtzeitig erkennen? Wird der Zuschauer verstehen wer hier gialloesk mordet? Wird Louisa sich nicht wünschen dass sie die Rolle in dem Film lieber abgesagt hätte?

Bei Jess Franco ist das mit dem Begutachten immer eine Sache der Stimmung. ENTFESSELTE BEGIERDE zum Beispiel ist ein Schnarcher vor dem Herrn, aber ich hatte das Glück in der richtigen Stimmung zu sein, et voilà, einer meiner liebsten Francos (zumindest bis zur noch ausstehenden Zweitsichtung). Bei EINE JUNGFRAU IN DEN KRALLEN VON VAMPIREN war ich wohl nicht in Stimmung. Irgendwie hatte ich das Gefühl, mehrere gleichzeitig laufende Filme zu sehen, die wild miteinander vermengt wurden, ohne dass ernsthafte Berührungspunkte bestanden. Die Bourroughs’sche Cut-up-Methode als Film, gewissermaßen. Da haben wir einen Softporno mit Britt Nichols in der Hauptrolle, die die Freuden der lesbischen Liebe entdeckt. Dann haben wir einen Krimi mit einem begriffsstutzigen Kommissar und einem investigativen Journalisten, ein Drama mit einem alternden Schlossherrn, sowie eine poetische Betrachtung der Schönheiten Spaniens. Aber wie gesagt, es fehlen die Zusammenhänge. Das geht soweit, dass man nicht einmal ansatzweise erfährt wer in dem zweiten Sarg liegen könnte. Wer der Giallo-artige Mörder ist wird auch nicht geklärt, und die Geschichte mit dem Spazierstock ist als roter Hering so faul wie die Fische von Verleihnix. Auch die Reihenfolge der einzelnen Szenen konnte ich nicht nachvollziehen. Als ob der Cutter seine Zigarrenkiste mit den noch nicht montierten Filmschnipseln auf den Boden geworfen und anschließend das Chaos irgendwie zusammengeschustert hat. Ganz offensichtlich haben Franco und ich sehr schnell das Interesse an dem Film verloren, sonst hätte zumindest er sich doch wahrscheinlich wenigstens etwas mehr Mühe gegeben. Denke ich …
Ein paar Mal sorgt die schöne Musik für die zu Beginn erwähnte Stimmung (gesehen wurde die französische Fassung mit dem Original-Soundtrack), und Britt Nichols und Anne Libert sind auch wunderbar anzusehen. Aber sonst? Thema verfehlt, setzen, vier …

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Am kommenden Wochenende geht es zu Norimberga Violenta nach Nürnberg, und dann schauen wir mal weiter. Ich bin privat gerade ziemlich überlastet, und habe nicht wirklich Lust mich mit Filmen zu beschäftigen. Hinsetzen und berieseln lassen ist mir derzeit erheblich lieber. Heute Abend gab es DER LETZTE ZUG NACH DURANGO, wenn ihr versteht was ich meine. Stimmung? Diese:

www.youtube.com Video From : www.youtube.com

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Die Umschreibung Neuentdeckung [...] ist natürlich nur eine äußerst persönliche Färbung, denn es handelt sich um ein Spektakel innerhalb der ganz eigenen Filmwelt. Die Suche nach Input, nach Neuem, und die Offenherzigkeit gegenüber Genres und Filmen jeder Art, führen mich immer wieder zu solchen Etappen, und auch wenn sich dieser Kreis niemals schließen wird, er erfährt mitunter durchaus erfreuliche Erweiterungen. (Prisma)


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