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 Betreff des Beitrags: BLACK ANGEL - SENSO´45 - Tinto Brass
BeitragVerfasst: 21.06.2011 21:15 
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Senso' 45 (ITA 2002)
R: Tinto Brass

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Am Ende des Zweiten Weltkriegs beginnt Livia, die gefrustete Frau eines reichen Filmproduzenten, ein Verhältnis mit dem deutschen Wehrmachtsoffizier Helmut Schultz. Für sie ist diese Affäre eine Art sexuelle Befreiung.

Tinto Brass verfilmte hier seine Version des Romans Senso von Camillo Boito den auch Luchino Visconti 1954 schon einmal verfilmt hatte. Ich kenne weder den Roman noch den Film von Visconti, aber der Streifen von Brass stellt eine Art Remake dar, das mit sehr vielen Zitaten gespickt ist.
Gabriel Garko spielt einen deutschen Wehrmachtsoffizier, den der Krieg und die Nazis nicht im Geringsten interessieren. Er ist nur an seinen Vorteil bedacht. Seine geliebte Livia ist eine vom Leben gelangweilte Frau, die von ihrem reichen älteren Ehemann angeekelt ist. Während Schultz sie nur benutzt glaubt sie an die große Liebe und sowas kann ja wohl kaum gut ausgehen.

Was ich jetzt von dem Film halten soll weiß ich nicht wirklich, aber immerhin hat er mich zwei Stunden an den Fernseher gefesselt ohne mich zu langweilen. Neben den guten Darstellern gibt es noch jede Menge nackter Haut und Sex zu bestaunen und als Sahnehäubchen eine schöne Orgie als Draufgabe.
Livias Ehemann wird gespielt von Antonio Salinas, der u.a. auch in Cesare Canevaris großartigem Matalo! und in Giulio Questis Vampirismus mit von der Partie war. Hauptdarsteller Gabriel Garko, Ex-Mister Italy, ist übrigens nicht verwandt mit Gianni Garko. Zudem ist er meines Wissens mit Eva Grimaldi liiert, was ja auch nicht schlecht ist.

Zu überzeugen weiß zumindest die Kameraführung und die für Brass typische Farbgestaltung, die mir bei seinem Western Yankee schon sehr gut gefallen hat. Zudem liefert er uns hier ein paar wirklich ausgezeichnete Bilder. Brass hat übrigens auch einen kleinen Gastauftritt, und zwar als Regisseur. Die schöne Musik schrieb ebenfalls kein geringerer als Ennio Morricone.

Senso`45 ist nun wahrlich kein Meilenstein vom guten Tinto Brass, aber allemal sehenswert. Es gibt doch einige gelungene Einstellungen zu sehen und dazu, was bei einem Erotikfilm ja nicht unwesentlich ist, jede Menge nackte Haut und schwülstige Szenen.


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 Betreff des Beitrags: Re: BLACK ANGEL - SENSO´45 - Tinto Brass
BeitragVerfasst: 22.06.2011 17:20 
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Das liest sich gut und ne deutsche DVD gibt's auch. 8-)

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 Betreff des Beitrags: Re: BLACK ANGEL - SENSO´45 - Tinto Brass
BeitragVerfasst: 22.06.2011 17:55 
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Erwarte dir aber nicht zuviel. Ich fand den ziemlich langweilig und zahm... liest sich besser, als er letztendlich ist.

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Zensor, der - Beamter gewisser Regierungen, dessen Aufgabe es ist, geniale Werke zu unterdrücken. In Rom war der Zensor
ein Inspektor der öffentlichen Moral; die öffentliche Moral moderner Nationen verträgt jedoch keinerlei Inspektion.
(Ambrose Bierce - Des Teufels Wörterbuch, 1911)


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 Betreff des Beitrags: Re: BLACK ANGEL - SENSO´45 - Tinto Brass
BeitragVerfasst: 22.06.2011 18:10 
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Würde den eh nur zum Ramschpreis einpacken, denn 2002 + Italien = Filmschrottgefahr, dessen bin ich mir bewusst.
Doch Onkel Tintos Werke fand ich meistens recht gelungen.

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 Betreff des Beitrags: Re: BLACK ANGEL - SENSO´45 - Tinto Brass
BeitragVerfasst: 22.06.2011 19:06 
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Von Filmschrott ist der Streifen weit entfernt, vor allem optisch ist Senso wirklich äußerst sehenswert. Die Farbgestaltung und Bildkompositionen sind teilweise richtig gut. Nur ist das Ganze leider ein wenig langatmig geworden.


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 Betreff des Beitrags: Re: BLACK ANGEL - SENSO´45 - Tinto Brass
BeitragVerfasst: 04.10.2017 15:13 
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Nach SNACKBAR BUDAPEST der zweite Film von Brass, der so ziemlich aus allen bisher für ihn bekannten Rahmen fällt.
In gewisser Hinsicht ähnelt er am ehesten noch LA CHIAVE, weil er ja zumindest in der gleichen Periode spielt, aber ansonsten ist das ein ziemlich eigenständiger Film.
Sowohl inhaltlich als auch stilistisch.
BLACK ANGEL ist eine Verfilmung des Romans "Senso" von Camillo Boito, der bereits 1954 von Luchino Visconti verfilmt wurde.
Nun versteht sich dieser Film einerseits als Remake des Visconti-Films, kann aber andererseits gewissermaßen auch (und das hat nichts mehr mit dem Roman oder dem Film von Visconti zu tun) als Hommage an den Neorealismus (speziell an den von Rossellini) gesehen werden.
Denn Brass sagt selbst darüber, der Film stünde dem rossellinischen Neorealismus näher, als dem Film von Visconti.
Das wird auch in zumindest einer Szene sehr deutlich gemacht, in der jene berühmte Szene aus ROM, OFFENE STADT zitiert wird, in der Anna Magnani erschossen wird.
Somit sind zwar neorealistische Einflüsse eindeutig vorhanden und die Geschichte wird für Brass-Verhältnisse ungewöhnlich humorlos erzählt (wo er doch sogar bei eigentlich ernsten Themen seinen Humor einfließen ließ).
Hier verzichtet er weitestgehend darauf, konzentriert sich stattdessen darauf die Liebesgeschichte, vom Verlauf her, möglichst getreu der Vorlage zu erzählen.
Sie, die sehr wohlsituierte, aber vom Eheleben gelangweilte Frau mittleren Alters, lässt sich auf eine Affäre mit einem wesentlich jüngeren Mann, einem Mitglied der SS, ein.
Er nutzt die Situation aus, sie wird ihm mit der Zeit hörig und merkt zu spät, welche Absichten er tatsächlich verfolgt...
Es ist die ewige Geschichte von der fatalen Begierde, also schon lange nichts neues mehr, aber auf die Art, wie Brass sie erzählt, finde ich es sehr gelungen.
Er lässt es sich ja auch wieder durch nichts nehmen, dem Film seinen Stempel aufzudrücken.
Und spätestens in der Endphase, in den letzten 20 Minuten, wird man auch für manch zähe Passage entschädigt, wenn Brass fast schon genüsslich, die Spannung zuspitzt und das Drama seinem unumgänglichen Ende entgegentreiben lässt.
Letztlich ist es nur die logische Konsequenz, was hier passiert, aber die pechschwarze Pointe in den letzten Sekunden des Films, setzt dem Ganzen die Krone auf.
Mit dem Schlussteil holt sich der schwarze Engel dann auch noch den 8. Punkt.
8/10


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