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 Betreff des Beitrags: DIE BRAUT DES SATANS - Peter Sykes
BeitragVerfasst: 15.05.2012 21:48 
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Die Braut des Satans ("To The Devil A Daughter" GB/BRD 1976, Regie: Peter Sykes)

Der in okkulten Phänomenen sehr bewanderte Autor John Verney (Richard Widmark) wird eines Tages von einem gewissen Beddoes (Denholm Elliot) aufgesucht, der ihn um Hilfe bittet.
Seine Tochter Catherine (Nastasja Kinski) ist nämlich durch seine Schuld einer Satanssekte verpflichtet, deren Anführer der schwarze Pater Michael (Christopher Lee) ist.
Nun soll sie als Braut des Satans, für die Wiedergeburt des Urbösen sorgen.
Verney bringt das Mädchen vorerst in Sicherheit, doch seine Schutzmaßnahmen sind unzureichend und die Sekte gewinnt telepathisch Einfluß auf Catherine.
Verney nimmt die Spur auf, zu allem entschlossen... (OFDb)

Bei den HAMMER-Produktionen sind es wohl gerade die etwas "exotischeren" Titel, die mich begeistern. So auch hier. Die "Dracula"-Reihe fand ich dagegen schon als Kind(!) ziemlich angestaubt.

Obwohl die Story ansich ganz schöner Okkult-Schmarrn ist, gelingt es Peter Sykes (wieder einmal) für wohliges Gruseln zu sorgen.
Unterstützt wird er dabei von einer hervorragenden Besetzung, die durch die Bank überzeugen kann.
"Die Braut des Satans" punktet mit einer schön-schaurigen Atmosphäre, beunruhigenden Kamerawinkeln und einer herrlich kruden Inszenierung.

Hervorzuheben sind hier Christopher Lee, der ähnlich bedrohlich rüberkommt, wie in "The Wicker Man" (Hammer-Film, wenn auch nicht von HAMMER)
und Denholm Elliott, der hier stets am Rande des totalen Nervenzusammenbruchs agiert. Der Charakter den er hier verkörpert hat auch allen Grund dazu. In dem seiner Haut möchte ich wahrlich nicht stecken. :shock:
Am Ende läßt (die wirklich schön anzusehende) Nastasja Kinski auch mal kurz die Hüllen fallen -denn Satan ist ein Genießer. :mrgreen:
(Übrigens läßt auch Mr. Lee in einer Szene kurz die Hose runter. :o -Allerdings sieht man ihn dabei nur von hinten, schräg von oben gefilmt.)

Peter Sykes inszenierte auch den großartigen "Dämonen der Seele", dem ich (mindestens) 9/10 Punkten gebe. Ein echter Leckerbissen, mMn.

Der "Braut" gebe ich 8/10

Wie bei "Dämonen der Seele" gibt es offenbar hierzulande noch nix offizielles -sehr schade!
Die mir vorliegende Fassung (mit dt. Tonspur) hat eine Laufzeit von 92:39 Min. (91:32 Min. o. A.). Die dubiose DVD enthält außerdem noch die Doku "To The Devil... The Death Of Hammer" (-ohne dt. UT!).
Wo das Teil herkommt? Keine Ahnung. :roll: -Wie gesagt, eine offizielle VÖ wäre schön -und längst überfällig!

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PHOBOS (Trailer - deutsch)


THC statt TTIP!


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 Betreff des Beitrags: Re: DIE BRAUT DES SATANS - Peter Sykes
BeitragVerfasst: 16.05.2012 10:39 
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Den gibts günstig bei play in England... ich glaub, ich leg mir den mal zu, hört sich ganz lecker an ;)

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 Betreff des Beitrags: Re: DIE BRAUT DES SATANS - Peter Sykes
BeitragVerfasst: 16.05.2012 11:41 
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Sooo toll ist der Film nicht, jedenfalls aus meiner Sicht. Trotz des Mitwirkens sehr guter Darsteller/innen wie Christopher Lee, Richard Widmark und Nastasja Kinski absolut keine Offenbarung.

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 Betreff des Beitrags: Re: DIE BRAUT DES SATANS - Peter Sykes
BeitragVerfasst: 16.05.2012 16:15 
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Viel erwarten tu ich nicht, ich mag Christopher Lee und Richard Widmark und er kostet 6€.

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 Betreff des Beitrags: Re: DIE BRAUT DES SATANS - Peter Sykes
BeitragVerfasst: 16.05.2012 16:47 
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Mir hat der Streifen sehr gemundet ! Gute Atmosphäre , schön morbide und auch recht explizit für englische Verhältnisse !


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 Betreff des Beitrags: Re: DIE BRAUT DES SATANS - Peter Sykes
BeitragVerfasst: 16.05.2012 17:54 
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Operazione Bianchi hat geschrieben:
Mir hat der Streifen sehr gemundet ! Gute Atmosphäre , schön morbide und auch recht explizit für englische Verhältnisse !


Geht mir genauso! Der Film hat was :)

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 Betreff des Beitrags: Re: DIE BRAUT DES SATANS - Peter Sykes
BeitragVerfasst: 16.05.2012 20:28 
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Markiert einen Eckpfeiler des langsam siechenden Niedergangs der Hammer-Studios, ist recht spannend, dann und wann schön atmosphärisch, hat (zumeist) gute Darsteller aufzuweisen. Kein Oberknüller, aber allemal wert, in jede gut sortierte Hammer-Sammlung aufgenommen zu werden.
Schon bei Erststart des Filmes waren damals die heruntergelassenen Hosen des perfekten Gentleman Lee für viele Kinogänger der Hauptgrund, sich den Film anzuschauen - kurios - manchmal wird der Film auch heutzutage lediglich darauf reduziert. Etwas zu Unrecht, wie ich meine.
Wo bleibt also eine dt. Veröffentlichung?
Die Optimum/Studio Canal UK ist OK.

Gruß, G.


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 Betreff des Beitrags: Re: DIE BRAUT DES SATANS - Peter Sykes
BeitragVerfasst: 13.12.2012 01:07 
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Das Geld hät ich mir sparen können - ich fand ihn komplett spannungsfrei, das Ende (mit dem Steinwurf) grotesk und es hat all meine Vorurteile gegen Hammer bestätigt. Im Vergleich dazu finde ich DIE WIEGE DES TEUFELS mit Rena Niehaus zigmal spannender - obwohl vermutlich das Budget viel kleiner war...

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 Betreff des Beitrags: Re: DIE BRAUT DES SATANS - Peter Sykes
BeitragVerfasst: 27.03.2014 00:28 
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Könnt ihr mir sagen wie die Bild-und Tonqualität dieses Bootlegs ist?
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Und ist der Film eher harmlos oder hat er einige Härten zu bieten?


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 Betreff des Beitrags: Re: DIE BRAUT DES SATANS - Peter Sykes
BeitragVerfasst: 27.03.2014 11:38 
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Älteres Fazit:


... entstanden unter teils chaotischen Bedingungen, so wurde das Drehbuch kurzfristig für unbrauchbar erklärt, ein neuer Autor lieferte während der Dreharbeiten täglich frisches Material ab. Man merkt dem Werk diese Probleme an, phasenweise läuft alles rund, andere Passagen kommen holprig bis vergurkt daher. Das Finale bietet ein paar stimmungsvolle Einstellungen, die allerletzten Momente hat man in den Sand gesetzt, offensichtlich wurde nachträglich mühsam ein Ende zusammengeschustert. So bleibt der letzte Hammer-Grusel -der die Kinos erreichte- ein recht zwiespältiges Filmerlebnis. Man versuchte zwar neue Wege zu gehen, scheiterte jedoch an extrem ungünstigen Rahmenbedingungen.

Die englische DVD kommt mit einer sehr schönen Bildqualität daher, Verzicht auf deutschen Ton schmerzt nicht. Im Bonusmaterial bekommen wir interessante Einblicke geboten, einige der damals Beteiligten kommen zu Wort, darunter auch Christopher Lee. Interessant ist "To the Devil a Daughter" nur für Hammer Komplettisten, Christopher Lee Maniacs und 70er Jahre Horror Süchtige. Da ich zu allen drei Gruppen zähle, gehört dieser Film für mich zum Pflichtprogramm. ...

---

Nachtrag: Zwischen solide und schräg, manchmal völlig neben der Spur. Seltsames und reizvolles Spätwerk aus der knuffigsten Filmschmiede aller Zeiten.

_________________
Blap V 3.0 regaining paradise

***
Vom Ursprung her verdorben


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 Betreff des Beitrags: Re: DIE BRAUT DES SATANS - Peter Sykes
BeitragVerfasst: 16.05.2016 14:51 
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Ist der Film von der harmlosen Sorte oder hat er eine ordentliche Portion an Goreszenen zu bieten?


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 Betreff des Beitrags: Re: DIE BRAUT DES SATANS - Peter Sykes
BeitragVerfasst: 16.05.2016 15:19 
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Klassikerfan hat geschrieben:
Ist der Film von der harmlosen Sorte oder hat er eine ordentliche Portion an Goreszenen zu bieten?



Für einen HAMMER-Film mutet das Werk recht hart und gelegentlich sogar niederträchtig an.
Auf einer Härtegrad-Skala von 1-10 würde ich dem Film 4/10 hinsichtlich der gezeigten Gewalt bescheinigen - der Autor Frank Trebbin hat in seinem Standardwerk DIE ANGST SITZT NEBEN DIR z. B. 5/10 vergeben.
Für mich unvergesslich eine Stelle des Films in welcher Mr. Lee zu einer zuvor missbrauchten Person süffisant meint: "Du solltest jetzt sterben, Margaret!"

Die filmische Qualität des üblicherweise weniger beliebten Streifens sagt mir zu und eine Gesamtbewertung von 6/10 erscheint mir angemessen.


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 Betreff des Beitrags: Re: DIE BRAUT DES SATANS - Peter Sykes
BeitragVerfasst: 16.05.2016 16:40 
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Frank hat geschrieben:
Klassikerfan hat geschrieben:
Ist der Film von der harmlosen Sorte oder hat er eine ordentliche Portion an Goreszenen zu bieten?



Für einen HAMMER-Film mutet das Werk recht hart und gelegentlich sogar niederträchtig an.
Auf einer Härtegrad-Skala von 1-10 würde ich dem Film 4/10 hinsichtlich der gezeigten Gewalt bescheinigen - der Autor Frank Trebbin hat in seinem Standardwerk DIE ANGST SITZT NEBEN DIR z. B. 5/10 vergeben.
Für mich unvergesslich eine Stelle des Films in welcher Mr. Lee zu einer zuvor missbrauchten Person süffisant meint: "Du solltest jetzt sterben, Margaret!"

Die filmische Qualität des üblicherweise weniger beliebten Streifens sagt mir zu und eine Gesamtbewertung von 6/10 erscheint mir angemessen.


Ist der Härtegrad in etwa auf dem Niveau von "Draculas Hexenjagd"?


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 Betreff des Beitrags: Re: DIE BRAUT DES SATANS - Peter Sykes
BeitragVerfasst: 16.05.2016 18:42 
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Keine Ahnung warum der Streifen bei vielen so schlecht wegkommt. Ich hab ihn letztes Jahr in der französischen Kinemathek gesehen und ihn sofort in mein Herz geschlossen. Für mich ist das einer der besten Hammer-Filme!

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 Betreff des Beitrags: Re: DIE BRAUT DES SATANS - Peter Sykes
BeitragVerfasst: 18.05.2016 17:47 
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Klassikerfan hat geschrieben:

Ist der Härtegrad in etwa auf dem Niveau von "Draculas Hexenjagd"?


Meiner Erinnerung nach enthält TWINS mehr körperliche Gewalt.


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 Betreff des Beitrags: Re: DIE BRAUT DES SATANS - Peter Sykes
BeitragVerfasst: 08.10.2017 17:31 
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Richard Widmark   Christopher Lee   Nastassja Kinski   in

DIE BRAUT DES SATANS

● TO THE DEVIL A DAUGHTER / DIE BRAUT DES SATANS (GB|D|1976)
mit Honor Blackman, Eva Maria Meineke, Denholm Elliott, Michael Goodliffe, Anthony Valentine, Izabella Telezynska, u.a.
eine Produktion der Hammer Films | Terra Filmkunst | im Constantin Filmverleih
ein Film von Peter Sykes


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»Ich fürchte, dein Leben ist nicht mehr so viel wert!«

Pater Michael Rayner (Christopher Lee) ist vor etwa zwanzig Jahren von der Kirche exkommuniziert worden. Seit dieser Zeit leitet er einen satanistischen Orden und wartet fortan auf den Zeitpunkt, seinem Herrn und Gebieter die erhoffte Wiedergeburt zu bescheren. Die junge Catherine Beddows (Nastassja Kinski), die von ihm und seinen Jüngern seit ihrer Geburt aufgezogen wurde, soll mit Vollendung ihres 18. Lebensjahrs die Braut des Teufels werden. Henry Beddows (Denholm Elliott), der seinerzeit diesem teuflischen Pakt zugestimmt hatte, bittet nun den in London lebenden US-Autor John Verney (Richard Widmark) um Hilfe, damit Schlimmeres noch verhindert werden kann. Wird er die Pläne des Exkommunizierten durchkreuzen können..?

Bei "Die Braut des Satans" handelt es sich um einen der zahlreichen Vertreter, die irgendwo unter dem üblichen Sahnehäubchen auf dem Kuchen, sprich William Friedkins "Der Exorzist", zu finden sind, denn das Thema war äußerst ergiebig und prädestiniert dafür, ordentlich ausgeschlachtet zu werden. So wurden eben die guten und die schlechten Vertreter fabriziert, und man darf gespannt sein, für welche der Seiten sich dieser Beitrag entscheiden wird, beziehungsweise ob sich ein eigenständiger Charakter entfalten kann. Der feierliche Einstieg führt den Zuschauer gleich in eine Kirche, doch es handelt sich eher um ein Trugbild, da man einer Exkommunikation beiwohnen darf, bei der Hauptdarsteller Christopher Lee den Kürzeren zieht. Diese schnell abgehandelten Szenen führen gleich in die Gegenwart, also das Produktionsjahr des Films, und man kommt mit zeitgenössischen, sowie modern wirkenden Sets in Berührung, deren vornehmste Aufgabe es sein wird, einen - wenn man so will - mutmaßlichen Realitätstransfer zu bahnen. Anscheinend wahllos aneinandergereihte Szenen sorgen für eine frühe Verwirrung, ohnehin hat es sich stets als angemessenes Stilmittel in derartigen Beiträgen herausgestellt, so viele Optionen, Irrungen und Wirrungen wie möglich offenzulassen. Der verheißungsvolle Titel birgt Zündstoff und Konfrontation, Stab und Besetzung überzeugen bereits im Vorfeld und es ist durchaus eine erfreuliche Tatsache, dass die Berliner Terra Filmkunst ihre solventen Produktionshände mit im Spiel hatte, da sie sich im Laufe der Jahre als Initiator und Co-Financier bei vielen mehr oder weniger besonderen bis unorthodoxen Produktionen profilieren konnte. Doch noch ist nicht aller Tage Abend und man darf sich interessiert auf das britisch-deutsche Treiben einlassen, das empfundenermaßen einige persönliche Vorschusslorbeeren bekommt.

Auffällig dichte Außenaufnahmen, wie beispielsweise aus London, deuten ein hochwertiges Produkt an, das anfangs zugegebenermaßen etwas spröde wirkt, da man sich den Luxus von Zeit nimmt. Doch spätestens wenn beunruhigende Klänge ertönen, eine schwangere, am Bett fixierte Frau zu sehen ist, eine Schießerei ihr erstes Opfer fordert und die Montage deutliche schneller wird, ist es soweit: man bekommt das geboten, was zu erwarten war. Lange Dialogstrecken drosseln das Tempo immer wieder künstlich, um ein interessantes Wechselspiel mit Szenen einzugehen, die zeitlich und örtlich desorientieren, quasi hin- und herspringen. Eigenartig ist, dass der Zuschauer nur schleppend mit den nötigsten Informationen über die beteiligten Charaktere versorgt wird, sodass man sich dazu animiert fühlt, an einer Art Puzzle-Spiel teilzunehmen. Bei dem gut inszenierten Verwirrspiel sorgen Parallelmontagen für Abhilfe und fortan stellt sich die Frage, ob sich "Die Braut des Satans" bedeutend von Artgenossen abheben kann. Eine durchaus berechtigte Frage, schließlich nimmt man Szenen zur Kenntnis, die schon dutzendfach in anderen Filmen zu sehen waren. Es ist erstaunlich, dass es wieder einmal Christopher Lee selbst sein wird, der durch seine bloße Präsenz für eine unbehagliche Spannung sorgen kann und Nastassja Kinski erneut Projektionsfläche für Beschützerinstinkte und Magnet für das Böse wird. Tatkräftige - um nicht zu sagen - hochkarätige Interpreten unterstützen das Szenario nach Leibeskräften, was sich vor allem auf eine meistens spürbare Aura bezieht. Die Regie erweist sich als klug, indem sie etliche Wechselbäder von Ruhe und Hysterie, sowie Nähe und Distanz anbietet, damit die Geschichte keine allzu greifbaren Konturen bekommt, folglich ihre Spannung aufrecht erhalten kann, auch wenn dem Empfinden nach kaum etwas geschieht.

Es dauert seine Zeit, bis okkulte Inhalte an die Tagesordnung kommen und diese werden genüsslich von niemand anderem als Christopher Lee himself delegiert, wie sollte es auch anders sein? Nach einer Stunde Spielzeit manifestiert sich leider der Eindruck, dass die Geschichte aber kaum Neues zu bieten hat und etwas zu einfallslos aufgezogen wurde, was angesichts des bestimmt vorhandenen Potentials sehr schade ist. Sex-Szenen, in denen sich selbst Christopher Lee für kaum etwas zu schade ist, von Fräulein Kinski ganz zu schweigen, versuchen die Aufmerksamkeit zu fördern und zu fordern, die jedoch mit dem zu ungelenken Verlauf eingeschlafen ist. Die Stars der Produktion bemühen sich zusehends, für wichtiges Austarieren zu sorgen, allen voran Nastassja Kinski und Christopher Lee, die damit gleichzeitig die Leistungen von beispielsweise Richard Widmark oder Honor Blackman deutlich in den Schatten stellen. Erwähnenswert hingegen ist vielleicht noch Eva Maria Meineke. Bekannt aus diversen internationalen Produktionen, zeigt die seinerzeit gut beschäftigte Deutsche ihre Routine und liefert erneut die ihr eigene Körpersprache als wichtiges Element für die Geschichte. Peter Sykes Beitrag orientiert sich letztlich überhaupt nicht an einer Exorzismus-Thematik, als dass er das Augenmerk auf die Macht des diffusen Bösen legt. Die permanente Präsenz der Kirche, respektive des christlichen Glaubens, gibt vor, eine fundamentale Rolle zu spielen, allerdings hat man es nur mit unpräzise ausgearbeiteter, wenn auch zweckdienlicher Staffage zu tun. Insgesamt gesehen ist "Die Braut des Satans" aufgrund solider Strecken alles andere als uninteressant, jedoch lässt sich keinesfalls etwas Neues, geschweige denn Bahnbrechendes herausfiltern. Wirre Tendenzen machen der Geschichte zusätzlich schwer zu schaffen und es bleibt leider kein Beitrag zurück, in dem auch nur das kleinste Rädchen neu erfunden wurde.


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