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 Betreff des Beitrags: TEENAGE SEX KITTEN - S.B. (= Ann Perry?)
BeitragVerfasst: 14.10.2017 11:37 
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Teenage Sex Kitten
(Sex Kitten)
USA 1975 - Directed by S.B. (= Ann Perry?)
Starring: Rene Bond, Sunny Boyd, Gary Schneider, Max Init, Walt Davis, Robert E. Pearson...


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"It's a story that could appear on the front page of your newspaper, and it's a shocker, but it's skillfully told."
The X-Rated Videotape Guide Vol. 1 (1993), Robert H. Rimmer, Prometheus Books, Seite 433

Heute möchte ich zur Abwechslung mal das Pferd von hinten aufzäumen, sprich: Ich eröffne den Text mit dem denkwürdigen Ende dieses dreckigen kleinen Ferkelfilmes. Wer Teenage Sex Kitten also noch nicht kennt und vorhat, ihn sich ohne große Vorkenntnisse mal anzusehen, der sollte den folgenden Absatz einfach überspringen. Und wer sich richtig überraschen lassen will, der sollte am besten jetzt gleich zu lesen aufhören.

Die beiden Männer halten den schon etwas älteren, glatzköpfigen Hinterwäldler fest. Ein dritter schnappt sich erst ein langes Seil, das neben der alten Hütte in der kargen Wüstengegend herumliegt, und bringt anschließend den Wagen des Gefangenen in Position. Die Männer fesseln den Glatzkopf in Kreuzstellung vor die Motorhaube (mit dem Rücken zum Wagen), ziehen ihm die Hosen runter und schnüren ein Ende des Seils fest um sein Gemächt. Das verzweifelte Betteln des Mannes kümmert sie kein bißchen. Nachdem sie ihre tote Freundin in der Wüste begraben haben, kommen sie wieder zurück. Sie binden das andere Ende des Seils an die hintere Stoßstange ihres eigenen Schlittens und steigen ein. Einer meint noch, daß der Glatzkopf nie wieder jemanden ficken wird, und mit einem entschlossenen "Alright, let's go!" tritt der Fahrer aufs Gaspedal. Der Wagen saust davon, mit Schwanz und Hoden des Rednecks im Schlepptau. Währenddessen spielt die Freundin der vergrabenen Toten, die von alldem nicht die leiseste Ahnung hat, in einem Hotelzimmer vergnügt mit ihrer Muschi und lacht glücklich.

Teenage Sex Kitten beginnt völlig harmlos und unbeschwert; daß sich die Handlung in eine derart unangenehme Richtung entwickeln würde, ist die ersten zwei Drittel des Filmes lang nicht absehbar. Wahrscheinlich war das auch die Intention der Macherin (vorausgesetzt, Ann Perry (Sweet Savage, Undercovers) verbirgt sich tatsächlich hinter dem Pseudonym S.B.), das Publikum erstmal mit einer flotten Nummer nach der anderen bei Laune zu halten, bis sie dann hinterrücks und ohne Vorwarnung den Knüppel aus dem Sack holt, um den aufgegeilten Zusehern damit eines überzuziehen. Falls das Blut in den ersten fünfundvierzig Minuten also voller Vorfreude in den Genitalbereich geflossen ist (ich muß anmerken, daß ich die Sexszenen mit den zahlreichen Close-Ups trotz Frühsiebziger-Los-Angeles-Pornoqueen Rene Bond (The Adult Version of Jekyll & Hide) nicht besonders antörnend fand), so wird es sich, nachdem der Film und damit auch der Ton und die Stimmung brutal gekippt sind, von dort in Rekordgeschwindigkeit wieder zurückziehen. Ein deftiger, gut platzierter Tritt in die Weichteile hätte wohl in etwa dieselbe Wirkung.

Tja, sowas kommt also raus, wenn man einen harmlosen kalifornischen Pornostreifen (Schauplatz ist überwiegend Palm Springs) mit einem Schocker à la Wes Cravens The Last House on the Left (Das letzte Haus links, 1972) kreuzt: Ein kleiner, fieser, grimmiger Grindhouse-Reißer, der einen äußerst bitteren Nachgeschmack hinterläßt. Da spielt es auch keine Rolle, daß die Blutrünstigkeiten bloß angedeutet bzw. sehr zurückhaltend umgesetzt wurden; durch die rohe Kraft der Gewaltszenen entsteht eine höchst verstörende Wirkung, die es durchaus mit den niederträchtigsten Exploitation-Movies der 1970er-Jahre aufnehmen kann. So unbekümmert der Film beginnt (als erstes schnappt sich unsere Heldin einen asiatischen Gärtner und vernascht ihn hinter den Büschen), so bitter und trostlos klingt er aus. Pornolegende Rene Bond liefert in der Hauptrolle eine überzeugende Performance ab, wodurch gesichert ist, daß ihr tragisches Schicksal den Zuschauer nicht (völlig) kalt läßt. Einige der Sexszenen sind echt, andere wurden offensichtlich soft gedreht und mit nachträglich eingefügten Nahaufnahmen der Penetration aufgepeppt.

Wie bereits erwähnt: Als Hardcorestreifen, der beim Publikum die Lust auf Sex wecken soll, ist Teenage Sex Kitten eine ziemliche Niete. Seine Qualitäten liegen woanders, und die kommen nicht nur höchst überraschend, sondern auch überaus effektiv um die Ecke gebraust. Die grausame Schlußviertelstunde ist nicht nur ein echter Downer, sie verleiht der sozialkritischen Note des Filmes auch deutlich mehr Gewicht. Denn an einer Stelle zeichnet Rene Bond im Gespräch mit ihrem Freund ein unschönes Bild der vereinigten Staaten von Amerika, indem sie sagt:

"Isn't it strange that... in movies, you can show killing and people getting tortured and maimed, you can even show a baby getting murdered and that's not a crime. But if you show something beautiful like making love, it's against the law. If we were in the movie and you showed what we did just now, some people would think it was disgusting."

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 Betreff des Beitrags: Re: TEENAGE SEX KITTEN - S.B. (= Ann Perry?)
BeitragVerfasst: 14.10.2017 13:40 
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Danke für die Vorstellung, Mr. Carter, müsste meinen Grindhouse-Geschmack bestens treffen; der Umstand, dass die Regie möglicherweise von einer Frau stammen könnte und das Bizarre der tödlichen Folterszenerien hat mich dann doch beim Lesen an die FLESH-Triologie der Findlays erinnert - gerade im letzten Teil, THE KISS OF HER FLESH, gibt es ja eine ähnlich absurde Penis-Szene wie Du sie einführend beschreibst - ich denke schon, dass Roberta Findlay bei der Inszenierung gehörigen Einfluss hatte, wie man dann auch an ihren eigenen Filmen nach der Michael-Phase erkennen kann - von Ann Perry kenne ich allerdings noch nichts...


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 Betreff des Beitrags: Re: TEENAGE SEX KITTEN - S.B. (= Ann Perry?)
BeitragVerfasst: 14.10.2017 18:27 
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Ich danke ebenfalls für die Vorstellung des mir unbekannten HC-Films.

S.B. steht wohl für Superbitch, von daher gut möglich, dass es tatsächlich Ann Perry war. ;)

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