Dirty Pictures

Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Betreff des Beitrags: Re: Chet's gesammelte Filmeindrücke - 60er, 70er, 80er und mehr
BeitragVerfasst: 07.12.2016 17:56 
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Die Wirtin von der Lahn (OT: Suzanne - Die Wirtin von der Lahn; Frankreich/Italien/Ungarn/Österreich; 1967; Franz Antel)

In den politischen Wirren zwischen Deutschland und Frankreich um 1800 herum eröffnet Suzanne (Teri Tordai), die eigentlich Anführerin einer herumreisenden Schauspieltruppe ist, ein Wirtshaus. In diesem "Wirtshaus an der Lahn" herrscht, so sagt man, ein gar sündiges Treiben, was einerseits Besucher anlockt, andererseits aber auch Sittenwächter auf den Plan ruft...

Diese europäische Koproduktion vereint nicht nur verschiedene Entstehungsländer, sondern lässt sich auch genremäßig nicht so leicht festlegen. Manchmal wird der Film als Erotik klassifiziert. Das sollte jedoch keine falschen Erwartungen wecken. Denn viele dralle Dekolletees und zwei oder drei mal ein aufblitzender blanker Busen sind in Sachen Erotik hier schon das höchste der Gefühle. Streckenweise kommt auch etwas Italowestern-Feeling auf, wenn die Protagonisten zu Pferd durch grüne Wald- und Wiesenlandschaften unterwegs sind. Und schlussendlich ist da auch noch ein Komödienanteil, für den vor allem Jacques Herlin sorgt - ein interessanter Charakterkopf, in dessen Filmographie sich alles, von Lederhosenklamauk bis Arthouse findet.
Was die vorgegaukelte Erotik betrifft, ist der Film, wie schon gesagt, arg zahm. Und auch sonst befriedigt er kein Genre so richtig, so dass ein etwas halbgarer Beigeschmack übrig bleibt. Gleichzeitig ist jedoch das historische Setting wirklich sorgfältig und liebevoll umgesetzt und überaus hübsch anzusehen. Und auch der Score von Gianni Ferrio bleibt mit Streichern und Cembalo recht nett im Gehörgang hängen, wenn er auch nicht herausragend ist. Bleibt noch Teri Tordai zu erwähnen, die ein echter Hingucker ist und die Wirtin mit viel Charme verkörpert.

Insgesamt ein Filmerlebnis, das zwischen charmant und belanglos pendelt, und von daher nicht mit zu hohen Erwartungen genossen werden sollte.

Die DVD von MCP bietet eine recht ansprechende Bildqualität, präsentiert den Film aber leider im falschen Bildformat. Wer den Film aber einfach mal sehen will, der kann angesichts des geringen Kaufpreises guten Gewissens zuschlagen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Chet's gesammelte Filmeindrücke - 60er, 70er, 80er und mehr
BeitragVerfasst: 09.12.2016 17:36 
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Frau Wirtin bläst auch gern Trompete (OT: Frau Wirtin bläst auch gern Trompete; Deutschland/Italien/Österreich; 1970; Franz Antel)

Suzanne (Terry Tordai) verschlägt es diesmal nach Ungarn, wo sie kurzerhand ein brachliegendes Wirtshaus aufkauft. Dieses ist Pleite gegangen, da die Regierenden auf alles mögliche Steuern erheben - nicht nur auf Alkohol und Tabak, sondern sogar aufs Lachen, Singen und Lieben. Das neue Wirtshaus ist dem äußeren Anschein nach eine Art Klosterschule. Doch hinter den Mauern, im Verborgenen, geschehen gar unkeusche Dinge...

Drei Jahre nach dem kürzlich von mir gesehenen ersten Teil enstand nun also dieser Nachfolger - viel geändert hat sich nicht. Gemäß den zeitlichen Umständen wurde der Nudity-Anteil minimal angehoben, weiter der Rede wert ist das jedoch nicht. Die Production Values sind wieder top und bestechen durch schöne Landschaftsaufnahmen und historische Kulissen. Als männlicher Held der Geschichte ist, neben Harald Leipnitz, Glenn Saxon zu sehen, dessen Rolle hier an seine Italowestern-Auftritte erinnert. Zudem kann der italo-affine Zuschauer Rosalba Neri entdecken, die jedoch in einer kleinen Nebenrolle ziemlich verschenkt wirkt.

Letztendlich keine Zeitverschwendung, aber - wie auch die anderen Teil der Reihe - wieder ein unentschlossener Genre-Mischmasch, den man nicht mit den Erwartungen an einen Erotikfilm konsumieren sollte.

Die MCP-Scheibe geht soweit in Ordnung, wobei ich mir nicht sicher bin, ob das Bildformat das korrekte ist.

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 Betreff des Beitrags: Re: Chet's gesammelte Filmeindrücke - 60er, 70er, 80er und mehr
BeitragVerfasst: 04.04.2017 17:41 
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Innocence And Desire (OT: Innocenza e turbamento; Italien; 1974; Massimo Dallamano)

Nach einigen Ausschweifungen sexueller Natur wird der junge Tonino (Roberto Cenci) vom Priesterseminar nach Hause geschickt, wo er sich über seinen Glauben im Klaren werden soll. Zu Hause angekommen, gerät sein Gefühlsleben jedoch noch stärker durcheinander, was vor allem an Carmela (Edwige Fenech), der höchst attraktiven neuen Frau seines Vaters (Vittorio Caprioli), liegt. Und der Großvater (Lionel Stander) hat auch fast nichts außer Sex im Kopf. Wird Tonino den Weg der Tugend gehen oder wird er den fleischlichen Versuchungen erliegen?

INNOCENZA E TURBAMENTO (so der klangvolle Originaltitel) ist ein typisches Coming-Of-Age/Pseudo-Inzest-Vehikel. Also die Sorte von Film, in der eine heiße Stiefmutter den Hormonhaushalt eines Teenagers gehörig durcheinander bringt. Die Stiefmutter wird in diesem Fall verkörpert von Edwige Fenech. Verführerisch mit und ohne Klamotten, hat sie hier quasi die Hauptrolle inne, wobei ihre Auftritte trotzdem seltsam blass wirken. Und Nudity findet nur im fast komplett Dunkeln statt (wobei da die Fassung, die ich gesehen habe, mit dran Schuld sein könnte).
Aber auch von Frau Fenech abgesehen, ist die Besetzung erwähnenswert - speziell Vittorio Caprioli als Vater, dessen Manneskraft angesichts seiner neuen jungen Frau nicht ganz mithalten kann, und Lionel Stander als lüsterner Opa dreht auch ziemlich auf. Nicht zu vergessen, die obskure Anna Maria Pescatori als schwergewichtige und immer willige Prostituierte Lola.
Soweit zu den Hauptfiguren. Beachtet man nun, dass hier Massimo Dallamano, auf dessen Konto so viele Meisterwerke in verschiedenen Genres gehen, auf dem Regiestuhl saß, könnte man auch hier mehr erwarten, als der Film tatsächlich bieten kann. Denn in diesem Film gibt es irgendwie von allem ein bisschen und nichts so richtig. Zwischen Komödie, Drama und Erotik bewegt sich hier das Pendel und sorgt - wenn schon sonst nichts - wenigstens einigermaßen für Kurzweil.

Von den Figuren und den Themen her hat das hier alles etwas ur-typisch Italienisches und für Unterhaltung ist halbwegs gesorgt. Dennoch bleibt das Endresultat hinter den Erwartungen zurück.

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 Betreff des Beitrags: Re: Chet's gesammelte Filmeindrücke - 60er, 70er, 80er und mehr
BeitragVerfasst: 21.04.2017 18:06 
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Il sofa (OT: Il sofa; Italien; 1990; Lorenzo Onorati)

Bei IL SOFA handelt es sich um ein extrem obskures Stück Film, zu dem man in OFDB und IMDB keinerlei Infos findet (sofern es nicht noch einen Alternativtitel gibt, der mir nicht bekannt ist). Auf eine Inhaltsangabe muss ich diesmal auch verzichten, da ich den Film nur in einer spanischsprachigen Fassung sehen konnte und daher den Dialogen nicht wirklich folgen konnte. Wobei ich vermute, dass sich hier egal in welcher Sprache nicht sonderlich viel Handlung offenbart.

Zum Einstieg gibts es gleich mal einen richtigen Hammer von einer tristen und unerotischen Sexszene: Valentine Demy verkörpert da eine Prostituierte, die von einem Fettsack engagiert wird, der sich dann an ihr abreagiert während sie regungslos daliegt. Zum Abschluss der Szene will Valentine Demy einen Aschenbecher nach ihrem Freier werfen und schneidet sich dabei aus Versehen selbst in die Pulsader. Autsch! Was für ein Auftakt!
Weiter geht's dann mit Modeschauen-Szenen, die wahrlich gräßlich anzusehen sind - man möchte kaum glauben, dass sowas jemals Mode war - aber die späten 80er/frühen 90er waren halt schon eine spezielle Zeit. Mit Szenen dieser Art wird im weiteren Verlauf immer wieder Zeit totgeschlagen. Wenn sich nicht gerade Valentine Demy oder Virna Anderson (die zweite leading female role) durch die Laken wälzen - meist begleitet von penetrantem Klaviergeklimper. Und um auf das Thema Handlung zurückzukommen: irgendwie ist da noch ein Fotograf unterwegs, der es auf die beiden eben erwähnten Damen abgesehen hat. Ganz zum Schluss gibt es noch eine Szene in einer Art Folterkeller, die auf einmal atmosphärische Kniffe offenbart, die man im vorherigen Verlauf so schmerzlich vermisst hat - viel retten kann das allerdings auch nicht mehr.

Nur für ganz hartgesottene Allesglotzer.

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 Betreff des Beitrags: Re: Chet's gesammelte Filmeindrücke - 60er, 70er, 80er und mehr
BeitragVerfasst: 08.05.2017 16:01 
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Tales Of Canterbury (OT: Canterbury No. 2 - nuove storie d'amore del '300; Italien; 1973; Joe D'Amato)

In einer regnerischen Nacht finden sich einige Personen in einem Gasthof ein und erzählen, um sich die Zeit zu vertreiben, gegenseitig Geschichten...

Der Film eröffnet mit einem Zitat von Chaucer, das jedoch auf italienisch gehalten ist und mir daher nicht viel sagt. Was man jedoch sagen kann: bei diesem Werk handelt es sich um einen Vetreter des immer noch sehr obskuren Decamerotica-Genres. Gemeint sind damit Sex-Komödien, die im Mittelalter spielen, und sich dabei einerseits auf die Werke von Autoren wie Bocaccio berufen, und andererseits an den DECAMERON-Film von Pasolini anknüpfen.
Im Falle von TALES OF CANTERBURY muss jedoch gesagt werden, dass es dabei weitaus weniger komödien- oder erotiklastig zugeht als man vielleicht erwarten könnte. Teilweise geht es sogar recht düster zu - wenn zum Beispiel in einer Episode die Gier nach Gold dazu führt, dass sich die drei Protagonisten schlussendlich gegenseitig umbringen.
Generell sind außerdem auf der Habenseite zu verbuchen: die liebevoll gestalteten mittelalterlichen Kulissen und Kostüme sowie die stimmungsvollen wäldlichen Gegenden. An bekannten Gesichtern tauchen beispielsweise Federico Boido und Claudio Ruffini auf. Nichts besonderes ist leider der Score von Guido und Maurizio De Angelis - da bieten andere Filme des Genres in dieser Hinsicht weitaus mehr.

Es bleibt letztendlich verwunderlich, warum sich Joe D'Amato für den Film hinter dem Pseudonym John Shadow versteckt hat, denn so schlecht ist er wirklich nicht. Aller Kritikpunkte zum Trotz bleibt ein relativ kurzweiliges und unterhaltsames Filmerlebnis.

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 Betreff des Beitrags: Re: Chet's gesammelte Filmeindrücke - 60er, 70er, 80er und mehr
BeitragVerfasst: 02.06.2017 18:32 
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Valentino - Durch die Betten Hollywoods (OT: Rudy; Italien/USA; 1997; Joe D'Amato)

Rudolph Valentino (Hakan Serbes) schlägt sich mit einigen Gelegenheitsjobs durchs Leben - mal als Gärtner, mal als Tänzer oder auch als Schauspieler. Seine enorme Anziehungskraft, die er auf Frauen hat, sowie die damit verbundenen Liebschaften, bringen ihn jedoch in so manche brenzlige Lage...

Der Film existiert sowohl als Softcore- als auch als Hardcore-Version. Ich habe die softe Fassung gesehen, die in den goldenen Zeiten, als noch Schmuddel-Filme im TV liefen, mehrfach im deutschen Fernsehen gesendet wurde. Nun gut, hier handelt es sich also um einen der unzähligen Pornos, die der große Joe D'Amato in den 90ern gedreht hat. Das Period-Setting und die Kulissen machen dabei einen einigermaßen hochwertigen und stimmungsvollen Eindruck. So dass man das Gefühl hat, hier sollte etwas mehr als nur ein weiterer Porno von der Stange produziert werden. Viel mehr ist es allerdings auch nicht geworden. Die Sex-Szenen sind in der deutschen SC-Fassung entweder fragmentarisch und abgehackt oder wirken wie künstlich in die Länge gezogen und sie sind - was nach einiger Zeit wirklich nervt - immer mit dem selben Musikstück unterlegt. Da es sich um eine italienisch/amerikanische Koproduktion handelt, findet man im Cast auch einige aus dem US-Pornogeschäft bekannte Namen wie J.R. Carrington, Guy DiSilva - am meisten in Erinnerung bleiben jedoch die gigantischen Brüste von Heather Lee, die in der deutschen Fassung allerdings nur einen kurzen Auftritt haben.

Einen gewissen Charme kann man dem Film nicht absprechen, speziell wenn man ihn mit anderen HC-Produktionen aus dieser Zeit vergleicht. Viel verpasst man allerdings auch nicht, wenn man ihn nicht gesehen hat.

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 Betreff des Beitrags: Re: Chet's gesammelte Filmeindrücke - 60er, 70er, 80er und mehr
BeitragVerfasst: 28.06.2017 17:41 
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Daddy's Cadillac (OT: License to drive; USA; 1988; Greg Beeman)

Les (Corey Haim) steht kurz vor der Führerscheinprüfung. Doch schon bei der theoretischen Prüfung versagt er kläglich. Gegenüber seinen Freunden verschweigt er das und ehe seine Eltern davon Wind bekommen, schnappt er sich auch schon den Cadillac seines Großvaters, um damit das Mädchen seiner Träume, Mercedes (Heather Graham), zu einem Rendezvous auszuführen. Es folgt eine turbulente Nacht...

LICENSE TO DRIVE steht in der Tradition der Nacht-Abenteuer-Filme, von denen es in den 80ern eine Reihe gab und von denen Scorseses AFTER HOURS aka. DIE ZEIT NACH MITTERNACHT vielleicht der herausragendste ist. In diesem Fall überwiegen jedoch die Komödienelemente, die eher durchwachsen und nicht immer so gelungen sind. Dafür kann der Cast einige Sympathie-Punkte sammeln und das 80er-Flair ist ebenfalls nicht zu verachten. Wirklich stimmungsvoll wird die ganze Chose allerdings erst, wenn die Nacht hereinbricht, in der natürlich nichts so reibungslos verläuft, wie geplant.

Es bleibt ein recht charmantes Produkt der 80er, dem ein bisschen das gewisse Etwas fehlt und das doch in recht vorhersehbaren Bahnen verläuft. Wer jedoch diese Art von Nacht-Filmen mag, kann auch hier mal einen Blick riskieren.

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 Betreff des Beitrags: Re: Chet's gesammelte Filmeindrücke - 60er, 70er, 80er und mehr
BeitragVerfasst: 27.10.2017 18:48 
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Die Mausefalle im Stundenhotel (OT: La cameriera seduce i villeggianti; Italien; 1980; Aldo Grimaldi)

Orazio (Carlo Giuffre) und Marina (Anna Maria Rizzoli) betreiben ein kleines Hotel, das kurz vor dem Ruin steht, da ein Wechsel fällig ist, den sie voraussichtlich nicht begleichen können. Doch beide schmieden einen Plan, wie sie an das Geld kommen können. Dieser Plan schließt ein, dass sich jeweils beide zu einer außerehelichen Affäre in dem Hotel treffen, wobei der jeweils andere zu dem Zeitpunkt nicht anwesend sein soll - es kommt jedoch alles etwas anders als beabsichtigt...

Hier haben wir eine typische Sexy-Comedy all' italiana, wobei der Humor doch sehr bemüht ist und der Erotik-Anteil sich auch in Grenzen hält. Recht reizvoll ist das Hotel-Setting, allerdings handelt es sich um eine ziemlich miese kleine Absteige, die ein recht miefiges Flair versprüht, dem in den besten Momenten etwas leicht Surreales anhaftet. Surreal sind mitunter auch die schrägen Humor-Versuche. Was das angeht, dreht vor allem Giorgio Bracardi als Modeschöpfer auf, und Carlo Giuffre macht seine Sache ebenfalls nicht schlecht. Nicht zu vergessen, Frau Rizzoli, die in der weiblichen Hauptrolle einiges an Erotik versprüht und natürlich auch mal blankziehen darf. Inszenatorisch wird hier ebenfalls nicht viel geboten und der Score von Piero Umiliani düdelt ziemlich vergessenswert vor sich hin.

Bleiben also kaum Argumente, weshalb man sich den Film ansehen sollte. Allerdings ging es, vor allem im weiteren Verlauf der 80er, was Italo-Komödien angeht, oft auch noch schlechter. Von daher, wer die Chance hat, den Streifen zu sehen, kann es ja mal auf einen Versuch ankommen lassen - aber sagt nicht, ich hätte euch nicht gewarnt.

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 Betreff des Beitrags: Re: Chet's gesammelte Filmeindrücke - 60er, 70er, 80er und mehr
BeitragVerfasst: 27.10.2017 19:08 
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Die Söhne der Dreieinigkeit (OT: I due figli di Trinità; Italien; 1972; Osvaldo Civirani)

Franco (Francho Franchi) und Ciccio (Ciccio Ingrassia) leiten eine Art Wildwest-Tankstelle. Dort werden Pferde wieder aufgepeppelt und einsame Revolverhelden erhalten Speis und Trank. Eines Tages erfahren die beiden, dass ihnen ihr Vater den Plan zu einem Indianerschatz vermacht hat. Doch sie sind nicht die Einzigen, die an dem Schatz interessiert sind - und so heften sich bald Banditen an ihre Fersen...

Hier handelt es sich um eine Italowestern-Komödien mit dem berühmt-berüchtigten Duo Franco und Ciccio - dem Komiker-Paar, das wohl nur die Italiener wirklich verstehen. Denn in Italien scheinen die beiden ja einen gewissen Kultstatus inne zu haben - während sie in Deutschland meist vernichtende Kritiken ernten. Vor allem Franco Franchi grimassiert sich wieder um Kopf und Kragen, so dass man gar nicht mehr weiß, was man dazu sagen soll. Wirklich lustig ist das jedenfalls nur in den seltensten Fällen. Wobei man mit der Zeit gewissermaßen weichgekocht wird und sich an das Humor-Niveau gewöhnt. So stellt sich doch einigermaßen Kurzweil ein und es könnte ja auch alles noch viel schlimmer sein.
Die Inszenierung von Osvaldo Civirani ist auch auf solidem Niveau. Die Musik von Sante Maria Romitelli ist oft komödienhaft überdreht, aber stellenweise auch recht nett. Und in Nebenrollen sind so markante Gesichter wie Franco Ressel, Salvatore Baccaro und Claudio Ruffini zu sehen, sowie auf Seiten der Damen Lucretia Love.

Die rund 80 Minuten der deutschen Fassung sind dann doch recht zügig vergangen - das ist allerdings auch schon alles, was man sagen kann.

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 Betreff des Beitrags: Re: Chet's gesammelte Filmeindrücke - 60er, 70er, 80er und mehr
BeitragVerfasst: 02.11.2017 20:08 
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Politess im Sittenstress (OT:La poliziotta fa carriera; Italien; 1975; Michele Massimo Tarantini)

Gianna Amicucci (Edwige Fenech) hat einen großen Traum: sie möchte Polizistin werden! Bisher sind jedoch alle Bemühungen fehlgeschlagen und auch ihr Vater hält von der ganzen Sache nicht so viel. Doch eines Tages kommt der langersehnte Brief, dass sie ihre Karriere bei der Polizei beginnen darf. Mit großen Ambitionen, aber auch etwas tollpatschig tritt sie den Dienst an...

Wer mit Fenech-Komödien oder Flotte-Teens-Filmen (wie der Film für die deutsche DVD-VÖ umbenannt wurde) nur Anzüglichkeiten und Klamauk-Orgien verbindet, wird mit diesem Film eines Besseren belehrt. Klar ist der Humor eher albern, aber gleichzeitig ist das Endergebnis doch erstaunlich tempo- und actionreich. Selbst die beiden kurzen Topless-Szenen von Edwige wirken eher wie unnötige Zugeständnisse, um den Streifen als "Sexy Comedy" zu verkaufen können - wirklich nötig wären diese Szenen eigentlich nicht (aber beschweren tue ich mich natürlich auch nicht darüber).
Besonders im Gedächtnis geblieben sind eine Schlägerei in einer Höhle, bei der die toughe Polizistin einige fiese Gestalten in die Flucht schlägt, sowie eine dekadente Drogen-Party und eine ausufernde Verfolgungsjagd gegen Ende.
Vor allem wird hier auch ein Hammer-Cast geboten, mit Nello Pazzafini als Zuhälter, Riccardo Garrone als Drogen-Boss, Jimmy il Fenomeno als Sänger einer total irren Band, weiterhin Gianfranco D'Angelo, Gigi Ballista (der mit der Reibeisen-Stimme), Mario Carotenuto und last but not least Alvaro Vitali, der für seine Verhältnisse erstaunlich zurückhaltend agiert. Spaß macht auch der beschwingte Soundtrack. Und Giancarlo Ferrandos Kamera fängt die ganze Chose äußerst schick ein.

Für mich definitiv eine der stärksten Fenech-Komödien und ein freudiges Wiedersehen, denn so gut hatte ich den Film gar nicht in Erinnnerung.

Bei der deutschen DVD, die unter dem Titel FLOTTE TEENS UND DAS VERRÜCKTE POLIZEIREVIER erhältlich ist, kann man bedenkenlos zugreifen.

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BeitragVerfasst: 02.11.2017 20:24 
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Liebe und Abenteuer des Don Juan (OT: Le calde notti di Don Giovanni; Italien/Spanien; 1971; Alfonso Brescia)

Wie der deutsche Titel schon sagt, dreht sich hier alles um die amorösen Eskapaden von Don Juan (Robert Hoffmann)...

Hier haben wir einen Historienfilm, der sich genremäßig genau zwischen die Stühle setzt. Damit ist gemeint: über weite Strecken mutet das Geschehen wie harmlose, familienfreundliche Abenteuerunterhaltung an, andererseits gibt es da jedoch drei recht ausufernde Sexszenen, die eher wie aus einem Exploitation-Film und hier wie Fremdkörper (wenn auch erfreuliche) wirken, da der Film, wie gesagt, sonst eine andere Richtung einschlägt. Robert Hoffmann heißt jedenfalls der Glückliche, der sich nicht nur mit Barbara Bouchet, sondern auch mit Edwige Fenech und Lucretia Love im Bett wälzen darf. In diesen Erotikszenen trumpft dann auch der Soundtrack von Carlo Savina mit dem typischen wortlosen Frauengesang, wie ihn Morricone auch immer gerne verwendet hat, auf.

Eigentlich schade, dass Regisseur Alfonso Brescia nicht noch mehr auf Erotik gesetzt hat, wenn er schon eine Film über einen großen Frauenverführer dreht. So bleibt ein zwar exzellent besetzter, aber im Endergebnis doch etwas dröger Abenteuer-Film mit einem leichten Touch Exploitation.

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BeitragVerfasst: 02.11.2017 20:39 
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Whisky and Ghosts (OT: Fantasma en el Oeste; Italien/Spanien; 1974; Antonio Margheriti)

Napoleon (Alberto Terracina) will sich durch einen vermeintlichen Wundertrank etwas dazu verdienen. Doch das Zeug bekommt den Käufern gar nicht und so wird er aus der Stadt gejagt. Auf seiner Flucht landet er auf einem alten Indianerfriedhof, wo zu seiner Überraschung ein gewisser Davy (Fernando Bilbao) noch ziemlich lebendig herumspukt. Fortan begleitet Davy Napoleon und hilft ihm immer wieder aus der Klemme, aber sorgt auch für so manches Chaos...

Eine Italowestern-Komödien, bei der dem Protagonisten gewissermaßen als Buddy ein Geist beigesellt ist, dürfte es nicht so häufig geben. Ob man diese Idee nun genial oder eher albern findet, muss jeder selbst entscheiden. Zumindest kann der Film mit seiner bizarren Grundidee schon einmal ein paar Punkte sammeln, auch wenn letztlich nicht so viel daraus gemacht wird. Insgesamt ist der Humor nämlich eher lau und der Running-Gag, der im Auftauchen des Gespenstes besteht, nutzt sich dann doch recht schnell ab.
Bleibt eine solide Inszenierung, ein recht schicker Look und ein gefälliger Score - sowie ein paar bekannte Gesichter in Nebenrollen.

Ein bemerkenswert skuriller und sonderbarer Italowestern, der aber letztendlich doch nicht über Durchschnitt hinauskommt.

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BeitragVerfasst: 01.12.2017 18:59 
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Der Filou (OT: Peccato veniale; Italien; 1973; Salvatore Samperi)

Sandro (Alessandro Momo) soll die Ferien über auf Laura (Laura Antonelli), die Frau seines Bruders Renzo (Orazio Orlando) aufpassen. Doch es kommt wie es kommen muss: der Teenager verliebt sich in Laura und befindet sich damit schon bald in einer äußerst verzwickten Lage...

Von Salvatore Samperi kenne ich bisher noch nicht so viele Filme, aber die, die ich gesehen habe, hatten irgendwie immer etwas Besonderes. Damit meine ich, dass sie oft nicht nur einem Genre zuzuordnen sind, sondern, was den Handlungsverlauf betrifft, oft mit unerwarteten Twists aufwarten. Dieser Film hier beginnt wie eine lockerleichte Erotik-Komödie, die mit viel sommerlichem Flair auftrumpfen kann und die wieder einmal absolut bezaubernde Laura Antonelli in einer Paraderolle zu bieten hat. Kameramann Tonino Delli Colli rückt dabei nicht nur die Kurven von Frau Antonelli ins rechte Licht, sondern generell ist der Film sehr hübsch fotografiert und mit einem herrlich beschwingten Score von Fred Bongusto unterlegt. Wie eingangs schon erwähnt, verschiebt sich auch hier gegen Ende der Fokus von unbeschwerter Komödie in Richtung Drama-Elemente (mehr möchte ich nicht verraten) und man kann gespannt sein, welches Ende die Geschichte nehmen wird.

Man könnte das Ganze wohl als Erotik-Komödie mit Tiefgang bezeichnen, die sowohl mit Schauwerten als auch erzählerischer Rafinesse punkten kann. Für Fans von Laura Antonelli sowieso unverzichtbar.

Die deutsche DVD präsentiert den Film in sehr ansprechender Qualität und kann daher nur emmpfohlen werden.

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BeitragVerfasst: Gestern 19:47 
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Eine verrückte Reise durch die Nacht (OT: The Night Before; USA; 1988; Thom Eberhardt)

Winston (Keanu Reeves) wacht in den frühen Morgenstunden in einem düsteren Stadtviertel auf und kann sich an nichts mehr erinneren. Sein Auto wird ihm geklaut, das Mädchen (Lori Loughlin), mit dem er den Abend verbracht hat, ist verschwunden, und ein Zuhälter namens Tito (Trinidad Silva) hat wohl noch eine Rechnung mit ihm offen...

EINE VERRÜCKTE REISE DURCH DIE NACHT fügt sich in die Reihe von Nachtabenteuer-Filmen der 80er Jahre, wie DIE ZEIT NACH MITTERNACHT, KOPFLOS DURCH DIE NACHT, KOPFÜBER IN DIE NACHT, DIE NACHT DER ABENTEUER oder auch DADDY'S CADILLAC ein.
Etwas speziell und gewöhnungsbedürftig ist in diesem Fall die Erzählstruktur, die sich vor allem aus Rückblenden zusammensetzt. Wenn man sich daran gewöhnt hat, offenbart sich hier jedoch eine recht unterhaltsame und charmante Komödie. Die Hauptrollen sind gut besetzt und 80er-Flair gibt es ebenfalls en masse. In dieser Hinsicht besonders erwähnenswert ist ein Besuch in einem Nachtclub, in dem die Funk-Legenden Bootsy Collins und George Clinton aufspielen.

DIE ZEIT NACHT MITTERNACHT bleibt weiterhin die Referenz für dieses Art von Film. Wem danach jedoch der Sinn nach Ähnlichem steht, der kann auch THE NIGHT BEFORE (so der Originaltitel) mal antesten.

Die deutsche DVD gibt es von e-m-s.

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BeitragVerfasst: Gestern 20:01 
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Die wilden Töchter von Glücksburg (OT: Rat' mal, wer heut bei uns schläft; Deutschland; 1969; Alexis Neve)

Da die Schlossherrin gerade nicht anwesend ist, nutzen ihre Töchter die Gelegenheit, sich in allerlei lustvolle Abenteuer zu stürzen und damit die Tradition des Hauses hochzuhalten...

Ohje! Der erste Eindruck ist sehr ernüchternd - macht hier doch alles einen sehr biederen und tristen Anschein. Gut, an Nudity mangelt es nicht, aber diese ist auch nie sonderlich erotisch umgesetzt. Das titelgebende Schloss entpuppt sich eher als normales Haus. Daran merkt man schon: das Budget muss hier verschwindend gering gewesen sein. An namhaften Darstellern ist auch höchstens Ingrid Steeger zu nennen. Somit ist hier generell alles, sowohl was das Inhaltliche als auch was das Inszenatorische betrifft, auf unterstem Niveau angesiedelt. Es bleibt ein Film, der - fast schon überraschend - doch noch gerade so brauchbar unterhält, aber mehr auch nicht.

Wer sich alles an teutonischer Sexploitation reinzieht, kann auch diese auf VHS-Qualität angesiedelte DVD mal mitnehmen, wenn sich eine günstige Gelegenheit bietet. Alle anderen können getrost verzichten.

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