Dirty Pictures

Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Betreff des Beitrags: Re: Bizarre Cinema im Metropolis Hamburg
BeitragVerfasst: 13.10.2017 12:18 
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Liebe Türspalt-Lauscher und Schlüsselloch-Glotzer,

sperrt Ohren und Augen auf! Schwarze Lederhandschuhe, aus denen die Klinge eines Messers hervorblitzt. Eine junge Frau, die durch einen dunklen Park irrt. Eine Glasscheibe, die zerbirst und den Blick auf eine blutende Leiche freigibt. Die Bilder sind keine neutralen Dokumente eines Verbrechens, es sind Fragmente eines immer wiederkehrenden Alptraums. Erinnerungen an andere, ersehnte, verdrängte Impressionen, die nicht nur das Unterbewusstsein der Filmfiguren, sondern auch das der Zuschauer heimsuchen. Anders als in konventionellen Thrillern wird der Fall nicht nur durch Ermittlung in der äußeren Welt, sondern durch die Erforschung des (eigenen) Unbewussten gelöst. Wiederholung. Fetischisierung. Regression. Die Frage ist nicht: Wer war es? Sondern: War ich es? Have-I-Dunit statt Whodunit. "Es ist die schiere Überdosis der ungefilterten, hoch potenzierten filmischen Ausdrucksmittel, welche die Figuren und auch uns Zuschauer verstören und in Panik versetzen.“ (Johannes Binotto).

Es ist Zeit für GIALLO FEVER!

Am Samstag, den 18. November, präsentiert Bizarre Cinema im B-Movie ein italienisches Murder-Mystery-Triple:

20 Uhr: THE GIRL WHO KNEW TOO MUCH
I 1963, Regie: Mario Bava, 92 Min., englische Fassung, 16 mm, mit Leticia Román, John Saxon
In "The Evil Eye" (US-Titel) verbringt die Amerikanerin Nora Davis ihre Ferien in Rom. In der Nacht ihrer Ankunft stirbt ihre Gastgeberin, sie wird ausgeraubt und Zeugin eines grausamen Mordes. Niemand will ihr glauben. Bevor Mario Bava mit "Blutige Seide" den eigentlichen Startschuss für das Genre gab, verwendete er bereits viele der später bekannten Elemente in diesem Krimi, der somit als Ur-Giallo gilt. Bava begeistert mit beeindruckender Schwarz-Weiß-Fotografie, in der Hauptrolle bezaubert Letícia Román das Publikum.

22 Uhr: VIER FLIEGEN AUF GRAUEM SAMT
I 1971, Regie: Dario Argento, 103 Min., DF, 35 mm, mit Michael Brandon, Mimsy Farmer
Roberto tötet versehentlich einen Mann, von dem er sich verfolgt fühlte. Ein Unbekannter macht ihm dann das Leben zur Hölle, weitere Morde geschehen. Roberto gerät immer tiefer ins Fadenkreuz der Ermittler. Wer steckt hinter den mysteriösen Vorgängen?
Giallo-Meister Dario Argento ("Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe", "Profondo Rosso") erzeugt in seinem dritten Film eine unheimlich-düstere Atmosphäre, die in experimentellen Mordsequenzen kulminiert.

23:59 Uhr, MIDNIGHTMOVIE in Kooperation mit Bizarre Cinema: DAS SCHLOSS DER BLAUEN VÖGEL
l 1971, Regie: Fernando Di Leo, 94 Min., DF, 35 mm, mit Klaus Kinski, Margaret Lee
Das Schloss auf dem Land ist eine Privatklinik für problembeladene, wohlhabende Frauen. Dr. Keller kümmert sich um Nymphomanie, lesbische Liebe und Selbstmordgefahren. Dann beginnt ein Unbekannter, die Patientinnen der Reihe nach zu massakrieren. Fernando Di Leo, eigentlich Experte für ruppige Mafia-Thriller wie "Milano Kaliber 9" oder "Der Teufel führt Regie", legt ein überraschend schmieriges Machwerk vor – angereichert mit viel Schock, Blut und nacktem Fleisch. "Ein frivoles Giallo-Feuerwerk aus der bumsfidelen Ballerburg von Hohenschwand." (italo-cinema.de)

Alle Vorführungen mit Einführung. Kartenreservierung unter *** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***


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 Betreff des Beitrags: Re: Bizarre Cinema im Metropolis Hamburg
BeitragVerfasst: 10.11.2017 22:17 
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Liebe Ink-, Sukk- und Azubis,

für die besinnliche Zeit hat Bizarre Cinema mal wieder keine Mühen gescheut und einen kinematografischen Adventskalender zusammengestellt, der auch die verhornteste Seele emotional bewegen wird. Gefünfteilte (Fünfgeteilte?) Cowboys! Inzestuöse Zombies! Der Führer in Love! Weihnachtslieder singende Shoggoths! Das ist pervers, seltsam, abartig, unerträglich, krank, infantil, kaputt, widerwärtig und natürlich bizarr. Aber ist es auch subversiv? Wir haben in Amos Vogels "Film as a Subversive Art“, der Bibel des Underground-Kinos, nachgeschlagen und nachgezählt: Bisher haben wir erst drei Werke aus diesem unchristlichen Kanon gezeigt ("Barbarella", "Viva La Muerte“, "Die Frau in den Dünen“). Wir bleiben dran.

Sonntag, 3.12.2017, 14.30 Uhr: FÜNF BLUTIGE STRICKE
I/BRD 1968, R: Antonio Margheriti, 98 Min., 35mm, DF, mit Richard Harrison, Claudio Camaso, Spela Rozin, Werner Pochath
Rocco beteiligt sich an einem Goldraub, der von seinem Komplizen Mendoza, auch „Professor" genannt, geplant wurde. Man holt weitere Männer ins Boot, und das scheint sich als Fehler zu erweisen. Fünf von ihnen betrügen Rocco und den jungen Richie und fünfteilen ihn, weil er Roccos Aufenthaltsort nicht preisgeben will, dem nach dem Raub die Flucht gelang. Mit den fünf blutigen Stricken aus dieser Schandtat macht sich Rocco auf die Suche nach den Mördern, um Rache für den Tod von Richie zu nehmen. Einer der härtesten und kompromisslosesten Rache-Western aus Italien von Gothic-Horror Regisseur Antonio Margheriti.
Text und Einführung: Torsten Cornils

Sonntag, 10.12.2017, 14.30 UHR: LE NOTTI DEL TERRORE
Italien 1981, R: Andrea Bianchi, 85 Min., 35mm, DF, mit Karin Well, Gianluigi Chirizzi
Nachdem ein Professor geheime Schriften der alten Etrusker enträtselt hat und daraufhin auf einem Landsitz eine antike Gruft öffnet, entsteigen die Toten ihrer letzten Ruhestätte. Fortan belagert die immer größer werdende Zombieschar die Villa, in der sich drei Pärchen für ein paar sorgenfreie Tage einquartiert haben. Der Name Andrea Bianchi steht für reinstes Exploitation-Kino von oftmals primitiver Machart, das aber über weite Strecken eben auch kurzweilig und unterhaltsam sein kann. "Ein fragwürdiger Horrorfilm, der voll auf Zynismus, Sadismus und Blutrünstigkeit setzt", urteilte der "Katholische Filmdienst“.
Text und Einführung: Mike Schimana

Achtung, geänderte Anfangszeit!
Sonntag, 17.12.2017, 13.30 Uhr: ADOLF UND MARLENE
BRD 1977, R: Ulli Lommel, 88 Min., 35mm, mit Kurt Raab, Margit Carstensen, Ila von Hasperg, Ulli Lommel, Harry Baer
Ulli Lommel, der mit Fassbinder 20 Filme drehte, wurde 1973 mit "Die Zärtlichkeit der Wölfe" über den Serienmörder Fritz Haarmann zum Regiestar. Bevor er 1977 in die USA ging und zum Beispiel mit Andy Warhol arbeitete, drehte er "Adolf und Marlene". Natürlich ist die Affäre zwischen dem Diktator und der Kinodiva frei erfunden (Marlene, die echte, war empört und schaltete ihre Anwälte ein), und mit den Stars des Fassbinder-Universums wird sie zu purem Gold: Kamera? Michael Ballhaus! "Der Führer"? Kurt Raab! Marlene Dietrich? Margit Carstensen! Joseph Goebbels? Ulli Lommel! Außerdem Fassbinder himself, Volker Spengler, Brigitte Mira und Hark Bohm. Trash oder Satire? Urteilen Sie selbst! 1977 gefloppt (im Jahr des Deutschen Herbstes hatte man andere Sorgen), wurde der Film vergessen, lief nie im TV und ist regulär nicht mehr verfügbar. Bizarre Cinema zeigt eine 35mm-Archivkopie – heute schon um 13.30 Uhr!
Text und Einführung: Peter Clasen

Freitag, 22.12.2017, 20 Uhr, Metropolis-Kino: Bizarre Cinema XXXmas Special – THE HOLY NIGHT OF THE TENTACLE
Ein bunter Teller voll Glibber! Polymorph-perverse Präsente aus der 4. Dimension! Besinnliche Shantys aus dem Necronomicon!
Mehr Infos in Kürze ...


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 Betreff des Beitrags: Re: Bizarre Cinema im Metropolis Hamburg
BeitragVerfasst: 22.11.2017 21:21 
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Freitag, 22.12.2018, 20 Uhr: Bizarre Cinema XXXmas Special – THE HOLY NIGHT OF THE TENTACLE

Die erste Lovecraft-Verfilmung kam 26 Jahre nach dessen Tod in die Kinos. Sein Name war 1963 in Vergessenheit geraten, seine Erzählungen galten als Schund. Der Film wurde als "Edgar Allan Poe’s Haunted Palace" vermarktet, obwohl dieser sechste Titel aus Roger Cormans Poe-Zyklus zu großen Teilen auf "The Case of Charles Dexter Ward" basiert. Vielleicht waren die bizarren Visionen des Autoren aus Providence, Rhode Island, nur schwer zu visualisieren, vielleicht waren seine Ideen eines Kosmos, der von uralten Gottheiten und Monstren beherrscht wird, zu radikal und unmenschlich, vielleicht war der Mann seiner Zeit zu weit voraus: Die Filmindustrie wurde jedenfalls nur langsam auf Howard Phillips Lovecraft aufmerksam. Bis 1979 verzeichnet die IMDb lediglich fünf weitere Verfilmungen, bis dann jene Dekade anbrach, die dank ihrer Lust an exzessiv transformierbaren Körpern und der voll erblühten Maskenbildnerkunst kongeniale Bilder für Lovecrafts Fantasien fand. Ihre Apotheose fand diese kinematografische Lovecraft-Renaissance in zwei Werken des Regisseur/Produzenten-Teams Stuart Gordon und Brian Yuzna: "Re-Animator" (1985) und "From Beyond" (1986). Heute ist Lovecraft so populär wie nie zuvor und gilt als einer der wichtigsten Vertreter der gehobenen Horrorliteratur. Ohne ihn wären moderne Klassiker wie "Pan’s Labyrinth" und "Stranger Things" nicht vorstellbar. Seine antihumanistische Kosmologie inspiriert philosophische Schulen wie den "spekulativen Realismus", alle Fasern der Popkultur sind von lovecraftianischen Motiven durchzogen, und im letzten Jahr konnte man in den USA T-Shirts mit der Aufschrift: "Cthulhu for President!" kaufen. Bizarre Cinema möchte dem Meister der Tentakeln und Urvater des modernen Horrors Ehre erweisen und zeigt zwei der schönsten Verfilmungen seiner Stoffe. Iä! Iä!
Text und Einführungen: Volker Hummer und Jan Minck

Film 1: DIE FOLTERKAMMER DES HEXENJÄGERS (The Haunted Palace)
USA 1963, Regie: Roger Corman, DF, 86 Min., 35mm, mit Vincent Price, Debra Paget, Lon Chaney Jr.

Film 2: FROM BEYOND
USA 1986, Regie: Stuart Gordon, OF, 81 Min., 35mm, mit Jeffrey Combs, Barbara Crampton, Ken Foree


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 Betreff des Beitrags: Re: Bizarre Cinema im Metropolis Hamburg
BeitragVerfasst: 13.12.2017 23:40 
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Liebe Ghostbusters, Trollhunters und Fearless Vampire Killers,

ja ja, schon klar, den Weihnachtsmann gibt’s gar nicht wirklich, der Bart war angeklebt, die sonore Stimme kam vom Tonband, und früher war sowieso mehr Lametta. Aber wie das immer so ist mit der unerbittlichen Dialektik der Aufklärung, hat die Vernunft auch diesmal zwar mit dem einem Mythos restlos aufgeräumt, die darunter liegende noch viel grausigere Wahrheit jedoch unangetastet gelassen. Hinter dem dicken Mann mit Rauschebart und Rute, der am 24.12. Geschenke verteilt, verbirgt sich nämlich ein ganzes Geschlecht ihre äußere Form permanent wandelnder Kreaturen, die nicht durch Schornstein oder Wohnzimmerfenster ins traute Heim gelangen, sondern durch spontan in den Stuben sich auftuende Wurmlöcher. Deshalb haben über Jahrhunderte Eltern in allen Kulturkreisen ihren Nachwuchs am unheiligen Abend in die Nebenzimmer verdammt, damit ihre Sprösslinge nicht zu den exakt 100 Auserwählten gehören, die von eklen Tentakelarmen hinabgerissen werden in die Schlünde ewiger Finsternis. Denkt mal drüber nach.

Sonntag, 7.1.2018, 14.30 Uhr: PARTY DES GRAUENS
CA 1976, R: William Fruet, 87 Min., 35mm, DF, mit Brenda Vaccaro, Don Stroud, Chuck Shamata, Richard Ayres
Silvester überlebt? – Zu früh gefreut: Die wahre Party des Grauens steigt im Metropolis Kino. Die hübsche Diane (Brenda Vaccaro) wurde unter dem Versprechen einer Wahnsinnsparty vom wohlbetuchten Harry in dessen Landhaus eingeladen. Schon auf der Fahrt kommt es zu einem Zwischenfall: Vier Hinterwäldler, angeführt von Lep ("Bad guy" Don Stroud), fordern zum Rennen heraus. Diane hat die Corvette gut im Griff, die Bande allerdings versenkt ihr Gefährt im Bach und dürstet fortan nach Rache. Harrys Luxusvilla wird schließlich belagert und Angst und Terror verbreitet. "Death Weekend" (OT), von Ivan Reitman ("Ghostbusters") produziert, ist ein Terrorfilm von grimmiger Atmosphäre, den man nicht so schnell vergisst. Deutlich inspiriert von "Straw Dogs" und "The Last House on the Left", garniert jedoch mit einer starken Frauenfigur.
Text und Einführung: Jochen Oppermann

Sonntag, 14.1.2018, 14.30 Uhr: WEN DIE MEUTE HETZT
USA 1971, R: Richard Fleischer, 95 Min., DF, 35mm, mit George C. Scott, Tony Musante, Trish Van Devere
Drehbuch: vom Schotten Alan Sharp, einem Meister der Lakonie, Melancholie, existenzialistischen Tiefe ("Keine Gnade für Ulzana", "Night Moves"). Werbespruch: "In the tradition of Hemingway and Bogart." Musik: Jerry Goldsmith ("Papillon", "Chinatown", "Alien"). Story: Alternder Fluchtwagenfahrer, der sich an der portugiesischen Algarveküste zur Ruhe gesetzt hat, will wissen, ob er es noch draufhat, und macht sich mit einem jungen Gangster und dessen Freundin auf den Weg in die Freiheit. Kamera: Sven Nykvist (Bildgestalter von Ingmar Bergman, u.a. "Das Schweigen", "Persona"). Autos: BMW 503, Dodge Barreiros Dart, Citroen DS 19 Dallas, Jaguar XJ6, Fiat 124, Simca 1200. Hauptrolle: George C. (= coole Sau) Scott. Regie: Bizarre-Cinema-Geheimwaffe Richard Fleischer ("Stiefel, die den Tod bedeuten", "Das Gesetz bin ich", "Mandingo"). Solche Filme werden heute nicht mehr gemacht.
Text und Einführung: Volker Hummel

Stummfilm mit Musikbegleitung:
Sonntag, 21.1.2018, 14.30 Uhr: THE UNKNOWN
USA 1927, R: Tod Browning, 63 Min., 16mm, OF, mit Lon Chaney, Joan Crawford
Der Regisseur Tod Browning schloss sich mit 16 Jahren dem Zirkus an und blieb der Zirkus- und Varieté-Welt über 15 Jahre treu, bis er durch D.W. Griffith den Weg zum Film fand. Brownings Erfahrungen im Zirkusmilieu und seine Vorliebe für düstere Stoffe verbinden sich genial im Stummfilm "The Unknown". Lon Chaney, mit dem Browning zehn Filme drehte, verkörpert den zwielichtigen Alonzo, dessen Zuneigung zu Nanon zu einer Monstrosität wird, als sie die Grenze zur Besessenheit überschreitet.
Text und Einführung: Lillian Robinson
Am Piano: Werner Loll

Sonntag, 28.1.2018: ZARDOZ
Irland/USA 1974, R: John Boorman, 105 Min., 35 mm, DF, mit Sean Connery, Charlotte Rampling, Sara Kestelman
Ende des 23. Jahrhunderts hat sich die Erdbevölkerung endgültig aufgespalten: Die große Mehrheit — die "Brutalen" — muss in einer von Umweltverschmutzung verwüsteten Ödnis dahinvegetieren, während die privilegierte Minderheit der "Ewigen" paradiesische Zustände und Unsterblichkeit genießt, geschützt durch eine undurchdringliche Energiekuppel — bis einer der Brutalen die Barriere überwindet und die versteinerten Verhältnisse zum Tanzen bringt … Der katholische "Filmdienst" zählte den Science-Fiction-Film zunächst zu den "plumpsten und armseligsten Exemplaren der Gattung". Im ebenfalls katholischen "Lexikon des Internationalen Films" hieß es dagegen 20 Jahre später: "Prätentiöse, aber unterhaltsame Science-Fiction-Fantasie, die auf zahlreiche mythische und religiöse Motive zurückgreift, um den Triumph der vitalen Irrationalität über den Intellekt zu feiern." Mit anderen Worten: John Boormans irritierende Endzeitvision sollte man sich mindestens zweimal ansehen!
Text und Einführung: Hans-Arthur Marsiske


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 Betreff des Beitrags: Re: Bizarre Cinema im Metropolis Hamburg
BeitragVerfasst: 14.12.2017 10:28 
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Schönes Programm, ich freue mich besonders auf "Wen die Meute Hetzt", den gibt es ja hierzulande immer noch nicht auf DVD.

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 Betreff des Beitrags: Re: Bizarre Cinema im Metropolis Hamburg
BeitragVerfasst: 15.12.2017 16:17 
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Käpt'n Krautsalat hat geschrieben:
Schönes Programm, ich freue mich besonders auf "Wen die Meute Hetzt", den gibt es ja hierzulande immer noch nicht auf DVD.


Die Autoauswahl klingt zumindest vielversprechend. 8-)


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 Betreff des Beitrags: Re: Bizarre Cinema im Metropolis Hamburg
BeitragVerfasst: 31.12.2017 15:18 
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Jenseits von "Bizarre Cinema" gibt es im Januar im Metropolis u.a. noch

Robert Altmans "McCabe & Mrs. Miller"

Eine Filmreihe mit Liselotte Pulver (Klettermaxe, Männer im gefährlichen Alter, Hanussen, Ich denke oft an Piroschka)

US-Screwball-Comedies im Original (It happened one night, My man Godfrey, Mr. Deeds goes to town, The awful truth, Mr. & Mrs. Smith)

und als deutsche 35mm-Kopien (Napoleon vom Broadway, Topper, Mr. & Mrs. Smith, Leoparden küsst man nicht, Blaubarts achte Frau)


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 Betreff des Beitrags: Re: Bizarre Cinema im Metropolis Hamburg
BeitragVerfasst: 03.01.2018 21:16 
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Liebe Händchenhalter, Muttersöhnchen und Katholen,

damit euch 2018 kein wichtiger Feiertag durch die Lappen geht, hat das Team von Bizarre Cinema alle freudigen Anlässe des kommenden Jahres zusammengetragen, mit denen ihr eure noch jungfräulichen Kalender besudeln könnt:

Sonntag, 4.2., 14.30 Uhr: DIE ENTFESSELTEN (OT: L'Agression)
F/I 1975, R: Gérard Pirès, 101 Min., DF, 35mm, mit Jean-Louis Trintingnant, Catherine Deneuve, Claude Brasseur, Philippe Brigaud, Milena Vukotic, Franco Fabrizi
Der Geschäftsmann Paul Varlin will mit seiner Frau Hélène und seiner zehnjährigen Tochter Patty in den Urlaub fahren. Unterwegs machen sie Halt an einer Autobahnraststätte. Als sie wieder in ihren Wagen steigen, wird eine Motorradgang auf die attraktive Hélène aufmerksam. Bei der Weiterfahrt nehmen drei Biker die Verfolgung auf. Sie fahren dicht auf und machen obszöne Gesten. Bedrängt von den Rowdys, verliert Paul die Kontrolle über seinen Wagen und fährt eine Böschung hinab. Er steigt sofort aus und beginnt, sich mit den Bikern zu schlagen. Hélène versucht dazwischenzugehen, während Paul von den anderen niedergeschlagen wird. Nachdem er sein Bewusstsein wiedererlangt hat, muss Paul entsetzt feststellen, dass Hélène und Patty vergewaltigt und ermordet wurden. Hartes Selbstjustizdrama mit Starbesetzung und einem exzellenten Soundtrack von Robert Charlebois.
Text und Einführung: Torsten Cornils

Sonntag, 11.2., 14.30 Uhr: DIE MEUTE (OT: The Pack)
USA 1977, R: Robert Clouse, 95 Min, DF, 35mm, mit Joe Don Baker, Hope Alexander-Willis
Auf der idyllischen Ferieninsel Seal Island neigt sich der Sommer dem Ende zu, und die Touristen treten per Fähre die Heimreise an. Idiotischerweise lassen sie ihre Hunde zurück, die sich rasch zusammenrotten, um nach Nahrung zu suchen: zuerst Hoftiere, dann andere Hunde und schließlich … Genau! Die Inselbewohner und deren Wochenendgäste! "Die Meute" gehört zur Oberliga klassischer 70er-Tierhorrorfilme und bietet wahrhaft atemberaubende "Hunde vs. Menschen"-Momente. Kein Wunder, hatten die Vierbeiner doch mit Karl Lewis Miller trainiert. Miller war schon zu Lebzeiten eine Legende unter Hollywoods Tiertrainern. "Cujo" und "White Dog" haben uns seinetwegen solche Angst eingejagt. Auch seine "Meute" lehrt uns das Fürchten. Pfui, Hasso! Aus!
Text und Einführung: Jan Minck

Montag, 12.2.: CARNIVAL OF SOULS

Mittwoch, 14.2.: MY BLOODY VALENTINE (dieses Jahr verschoben auf den 18.2.)

Sonntag, 18.2., 14.30 Uhr: MY BLOODY VALENTINE
CA 1981, R: George Mihalka, 90 Min., OF, 35mm, mit Paul Kelman, Lori Hallier, Neil Affleck, Keith Knight
Valentinstag – verliebte Pärchen, rote Rosen, Herzchen-Luftballons überall. Scheiße nur, wenn der Valentinstag auf den Samstag nach Freitag dem 13. fällt, dann wird’s nämlich blutig! 20 Jahre lang durfte in einer Kleinstadt kein Valentinstag gefeiert werden, da nach einem Grubenunglück ein Verrückter in Bergarbeiterkluft die Einwohner dezimierte. Nun halten es die Teenager der Stadt jedoch nicht mehr länger aus und feiern den Tag der Verliebten, und das auch noch in der lokalen Mine. Na, ob das so eine gute Idee ist? Klar im Fahrwasser von "Freitag der 13." konzipierter Slasher-Streifen, der jedoch mit eigener düsterer Atmosphäre (es wurde in einer echten Mine gedreht), kreativen Kills und einer ohrwurmverdächtigen Titelmelodie punktet. Ein nettes Date-Movie – "There's more than one way to lose your heart."
Text und Einführung: Los Bizarros

Sonntag, 25.2., 14.30 Uhr: EIN FREMDER OHNE NAMEN (OT: High Plains Drifter)
USA 1973, R: Clint Eastwood, 105 Min., DF, 35mm, DF, mit Clint Eastwood, Verna Bloom, Marianna Hill
Ein Fremder kommt in die Stadt – nachdem Clint Eastwood mit diesem Plot neun Jahre zuvor unter der Regie von Sergio Leone ("Für eine Handvoll Dollar") zum Leinwandstar geworden war, inszenierte er sich jetzt erstmals selbst in der Rolle des wortkargen, namenlosen Einzelgängers, der lieber seinen Colt für sich sprechen lässt, als den Mund aufzumachen. Dabei trieb er Leones Kunst des Filmemachens auf die Spitze, präsentierte sich als erbarmungsloser Rachegott und schuf, Westernkenner Phil Hardy zufolge, einen der "aufregendsten und mysteriösesten Western der 1970er".
Text und Einführung: Hans-Arthur Marsiske

Dienstag, 20.3.: SPRING BREAKERS

Freitag, 30.3.: DEAD AND BURIED

Sonntag, 1.4.: RE-ANIMATOR

Sonntag, 13.5.: MUTTERTAG

Donnerstag, 21.6.: Beginn des BLUTIGEN SOMMERS

Freitag, 13.7.: FRIDAY THE 13TH

Mittwoch, 3.10.: DAS DEUTSCHE KETTENSÄGENMASSAKER

Sonntag, 14.10.: Beginn der 13. (!) BIZARRE CINEMA-Saison

Mittwoch, 31.10.: HALLOWEEN

Nacht auf Donnerstag, 1.11.: HALLOWEEN 2

Freitag, 2.11.: DAY OF THE DEAD

Sonntag, 11.11.: MARTINS Tag

Montag, 24.12.: SILENT NIGHT, DEADLY NIGHT

Dienstag, 1.1.2019: NEW YEAR'S EVIL


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 Betreff des Beitrags: Re: Bizarre Cinema im Metropolis Hamburg
BeitragVerfasst: 04.01.2018 13:07 
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wow! steiles programm.
wie kann ich mich eigentlich wieder in den newsletter-verteiler eintragen lassen?
meine emailadresse hat sich zwischenzeitlich geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Bizarre Cinema im Metropolis Hamburg
BeitragVerfasst: 01.02.2018 19:52 
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Liebe Platonsche Höhlenbewohner, die ihr den Weg nach draußen noch nicht gefunden habt,

träumt ihr nicht auch manchmal davon, den Filmpalast eurer Jugend aus Popcorn und Eis-Konfekt-Schachteln nachzubauen? Das Vorortkino mit den riesigen Schaukästen, deren Fotos sich auf dem Weg zur Schule mit den eigenen Tagträumen verbanden. Das labyrinthische Schachtelkino mit seinen langen, von Uringeruch durchwaberten Korridoren, an deren Enden schwach leuchtende Ziffern den Besucher in vielleicht noch aufregendere Gefilde lockten als die, für die man gerade ein Ticket gelöst hatte. Das mit den mysteriösesten Teppich-Mustern und dunkelsten Tapeten-Farben verzauberte Bahnhofskino, das in Endlosschleife Pornos und Pasolini zeigte. Das Alabama-Kino in Hamburg-Eidelstedt, Kieler Straße 622, an dem die Gore-Nights und das Fantasy Filmfest erfunden wurden, ein Ort des visuellen und oralen Exzesses, an dem Zigaretten, Bier und billige Frikadellen mit derselben unstillbaren Gier konsumiert worden wie die Bilder auf der Leinwand. Das Keller-Kommunalkino mit dem herrlich antiquierten Saal, an dem jeden Sonntagnachmittag die schönsten Trashperlen…

Moment mal! Das gibt’s ja wirklich noch:

Sonntag, 4.3.2018, 14.30 Uhr: BRANNIGAN – EIN MANN AUS STAHL
GB 1975, R: Douglas Hickox, 111 Min., 35mm, DF, mit John Wayne, Richard Attenborough, Judy Geeson, Mel Ferrer, John Vernon
Der Duke gibt sich selbstironisch: In seinem drittletzten Film spielt Wildwest-Ikone John Wayne den raubeinigen Chicago-Cop Jim Brannigan, der im Swinging London von 1975 einen US-Gangster jagt, den korrekten Polizeichef (Richard Attenborough) nervt und sich spätestens bei seiner hübschen Aufpasserin (Judy Geeson) feinere Manieren zulegen sollte… Besondere Erwähnung verdienen eine fulminante Autojagd und der Crime-Jazz-Soundtrack von Dominic Frontière.
Text und Einleitung: Peter Clasen

Sonntag, 11.3.2018, 14.30 Uhr: DEAD ZONE
USA 1983, R: David Cronenberg, 103 Min., 35mm, DF, mit Christopher Walken, Brooke Adams, Martin Sheen
In einer der schönsten Stephen-King-Verfilmungen erzählt David Cronenberg die Geschichte des Englischlehrers Johnny, der nach einem fünfjährigen Koma in einer veränderten Welt erwacht. Neben dem fremden Blick auf seine Umgebung entdeckt er bald eine weitere zweischneidige Gabe an sich: Bei körperlicher Berührung kann er Ereignisse vorhersehen, die seinem Gegenüber in der Zukunft widerfahren werden. Aber kann er diese Ereignisse auch beeinflussen? "Nach all den Jahren erscheint er mir wie einer jener seltenen Momente in der Filmgeschichte, wo Genrekino, Mainstream-Wille, eine grandiose Besetzung und experimentelles Erzählen in ein glückliches Eins zusammenfallen." (Dominik Graf)
Text und Einführung: Volker Hummel

Sonntag, 18.3.2018, 14.30 Uhr: GANGSTER STERBEN ZWEIMAL (OT: Gangsters '70)
Italien 1968, R: Mino Guerrini, 95 Min., 35mm, DF, mit Joseph Cotten, Franca Polesello
Zehn Jahre saß Fabio Destil hinter Gittern. Viel Zeit, die er zu nutzen wusste: Er feilte an einem Plan für den Coup seines Lebens. Eine handverlesene Crew steht ihm dabei gekonnt zur Seite. Doch nicht die Polizei ist der härteste Gegner der Truppe … Damals als sehr brutal und nicht immer logisch geltend, ist er für heutige Sehgewohnheiten in dieser Hinsicht leichter zu verkraften.
Text und Einführung: Lillian Robinson

Sonntag, 25.3.2018, 14.30 Uhr: DER VIERTE MANN
NL 1983, R: Paul Verhoeven, 102 Min., DF, 35mm, mit Jeroen Krabbé, Renée Soutendijk, Thom Hoffman, Dolf de Vries
Nach einer Lesung stürzt sich der alkoholabhängige und bisexuelle Schriftsteller Gerard Reve in ein erotisches Abenteuer mit der verführerischen Christine. Er findet heraus, dass die drei Ehemänner der kühlen Blondine unter höchst mysteriösen Umständen aus dem Leben geschieden sind. Alles nur schreckliche Zufälle oder kaltblütige Morde einer schwarzen Witwe? In seinem letzten niederländischen Film vor seiner internationalen Karriere machte Paul Verhoeven wie immer keine Gefangenen. Von der heimischen Kritik gescholten für seine schnörkellosen und kommerziellen Filme, verfilmte er einen als unverfilmbar geltenden Roman und trieb dabei den Symbolismus auf die Spitze. "Der Vierte Mann" ist ein meisterhaftes Vexierspiel voller Reminiszenzen an Hitchcock, de Palma und Bergman, festgehalten in rauschhaften Bildern von Kamera-Ass Jan de Bont.
Text und Einführung: Jeroen van Kempen


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 Betreff des Beitrags: Re: Bizarre Cinema im Metropolis Hamburg
BeitragVerfasst: 25.04.2018 11:38 
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Weiß jemand (ugo?) was da los ist? Kein Programm im April und Mai? Bisschen früh für die Sommerpause.

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 Betreff des Beitrags: Re: Bizarre Cinema im Metropolis Hamburg
BeitragVerfasst: 26.04.2018 09:52 
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Es ist Sommerpause, ich glaube die war schon immer von April bis September.

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 Betreff des Beitrags: Re: Bizarre Cinema im Metropolis Hamburg
BeitragVerfasst: 26.04.2018 10:15 
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danke, dachte, die hätte sonst später begonnen, aber dann muss man sich ja keine sorgen machen.

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