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 Betreff des Beitrags: EINE FRAU SUCHT LIEBE - Robert Azderball
BeitragVerfasst: 31.01.2018 21:16 
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Eva Renzi

EINE FRAU SUCHT LIEBE

● EINE FRAU SUCHT LIEBE / A WOMAN NEEDS LOVING (D|GB|1969)
mit Horst Janson, Hans Schweikart, Katrin Schaake, Hans Clarin, Frithjof Vierock, Erna Sellmer, Bob Cunningham,
Eva Ingeborg Scholz, Paul Vasil, Michael Münzer, Hugo Lindinger, Axel Scholtz, Jerry Mobutu und Barbara Rütting
eine Produktion der United Film Service GmbH | im Verleih der Rank-Cinerama
ein Film von Robert Azderball


Bild



Ein Liebespaar wird in einem Park von einem heftigen Sommerregen überrascht. George, der junge Mann, wird plötzlich von einem Blindenhund angefallen. Der Überfall löst bei Jane, seiner Freundin, einen Schock aus; sie kann sich nicht beruhigen. Jane glaubt, dass zu jener Zeit im Park etwas geschehen ist, was George verschuldet hat. Sie sieht Einzelheiten dieses Geschehens vor sich. Aber George will sich an nichts erinnern und tut Janes Vorwürfe als Einbildung ab. Nach einer durchwachten Nacht erscheint Jane am nächsten Morgen an ihrem Arbeitsplatz, einer antiquarischen Buchhandlung. Der Eigentümer des Ladens, Mr. Terkins, scheint eine eigenartige Kraft auf sie auszuüben. Als Jane sich aus Terkins' Bann zu befreien sucht, spielt dieser seinen ganzen Einfluss gegen Jane aus. Das steigert ihre Ratlosigkeit zur Hysterie. Hin- und hergesissen zwischen ihrer Zuneigung zu George, die durch das Erlebnis im Park stark belastet ist, und ihrem Bemühen, sich von Terkins zu lösen, geht mit Jane eine Veränderung vor, die George nicht verborgen bleibt. Jane, die in ihrem Freund den Mörder einer blinden Person und des Hundes sieht, scheint langsam in eine Welt zu versinken, in der sich Wirklichkeit und Vorstellung verbinden. Bei ihrer nächsten Verabredung bemüht sich George erneut ergebnislos um Jane. Als sie anschließend eine Party besuchen, beobachtet Jane unangenehm berührt, wie George ihre Arbeitskollegin Helen bei lesbischen Spielen überrascht. Eine Auseinandersetzung zwischen George und Helen beendet Jane, indem sie zum Aufbruch drängt. Auch ein Besuch des Oktoberfestes bringt Jane keine Zerstreuung. Im Gegenteil: die beiden geraten an eine Wahrsagerin, deren düstere Prophezeiungen Jane erneut in Angst und Schrecken versetzen. Sie flüchtet in ein Spiegelkabinett. Als George ihr dorthin folgt, wird er in eine Schlägerei verwickelt. Während sich Jane in Georges Wohnung um dessen Gesichtsverletzungen bemüht, scheinen die Depressionen mehr und mehr von ihr zu weichen. George hofft, dass sich Jane ihm in einer zärtlichen Situation offenbaren wird. Doch das Mädchen wird wieder von der quälenden Vision an das Geschehen im Park überwältigt. Sie setzt sich gegen George zur Wehr. Der missversteht ihr Verhalten und verliert jegliche Beherrschung.

Am anderen Morgen spricht Jane mit Helen. Die gibt ihr den Rat, Terkins umzubringen. Danach will Jane auf Georges Wunsch einen Psychiater aufsuchen. Eine Verwechslung stürzt Jane in neue Verwirrung. An ihrem Verstand zweifelnd, zwischen ihrer Zuneigung zu George und ihrer Abhängigkeit gegenüber Terkins schwankend, wandert sie ziellos durch sie Straßen und alarmiert schließlich in ihrer Verzweiflung die Polizei. Die Vernehmung und das anzügliche Verhalten des Polizisten verschlimmern ihren Zustand nur. Der Polizeibeamte bezweifelt Janes Aussagen. Ergeben lässt sie sich von ihm in einem Streifenwagen in die Buchhandlung fahren. Ihr Auftauchen in Polizeibegleitung führt zu neuen Verwicklungen. Der verdächtig nervöse Terkins hat eine handgreifliche Auseinandersetzung mit Jane und lässt seine angestaute Wut und sein schlechtes Gewissen auch an Helen aus, die er zwischen den Bücherregalen mit einer Freundin antrifft. Als dann auch noch George auftaucht, in dem Terkins sofort den Rivalen erkennt, zwingt er diesen, Jane in einer zweideutigen Situation zu sehen. George und Jane treffen sich nach diesem Vorfall zu einer - wie es scheint - letzten Aussprache. Jane spricht zum ersten Mal offen über ihre Konflikte, auch über ihre Beziehungen zu Terkins. Dann versucht sie, George eindringlich an ihr gemeinsames Erlebnis im Park zu erinnern. George will ihr diese, wie er meint, Halluzination ein für allemal überzeugend austreiben. Er führt sie deshalb an den Ort des vermeintlichen Geschehens. Doch in dem Park wiederholen sich die Ereignisse bis in alle Einzelheiten wieder - wie zu Anfang des Films - und sie setzen sich noch fort. Am Ende scheint Jane von ihren Traumvorstellungen befreit... Oder kann es doch Wirklichkeit gewesen sein?


Mit dieser Zusammenfassung beschreibt die "Illustrierte Film-Bühne" Robert Azderballs Erstlingswerk "Eine Frau sucht Liebe", das am 31. Januar 1969 (also auf den Tag genau vor 49 Jahren) in den bundesdeutschen Kinos mit einer Altersfreigabe ab 18 Jahren anlief. Hierbei handelt es sich um den ersten und einzigen Film des polnischen Autors und Regisseurs, über den sich nur wenige Informationen finden lassen. Über Robert Azderball lässt sich ebenso wenig sagen, außer, dass er beispielsweise Regie-Assistent bei Ugo Liberatores "Das Geschlecht der Engel", oder laut Mario Adorf zunächst als Drehbuchautor bei dem Film "Mensch und Bestie" beteiligt war. Der von Charlie Steinberger fotografierte Farbfilm in Eastman Color ist leider vollkommen in der Versenkung verschwunden, was sehr schade ist, denn dem Kinoaushang und Bildmaterial zufolge bietet er immerhin recht eigenwillige Schauwerte. Die Geschichte klingt alles andere als uninteressant und wirkt wie ein Konglomerat aus etlichen Populärthemen dieser Zeit, außerdem liest sich die Besetzungsliste für Freunde des deutschen Films sehr vielversprechend.

Wenn Azderball Eva Renzi (und sie sich darüber hinaus selbst) hier nur annähernd so bestimmend inszeniert hat, wie es in vorhergegangenen Filmen dieser Zeit mit ihr in der Hauptrolle der Fall war, darf man sich sicher auf ein besonderes Spektakel gefasst machen. Das Abarbeiten von Eva Renzis Filmografie hat sich über all die Jahre als eine Art Entdeckungsreise erwiesen, die ganz besondere Überraschungen und schöne Filmmomente hervorbringen konnte. Aufgrund ihrer wenigen Spielfilme und der spärlich vorhandenen Einsätze generell, handelt es sich bei "Eine Frau sucht Liebe" um das letzte fehlende Puzzlestück einer Karriere, das mir persönlich noch unbekannt ist, von wenigen Arbeiten fürs TV mal abgesehen. Auf die Frage, warum der Film in Vergessenheit geraten und vollkommen unbekannt ist, kann es naturgemäß viele Antworten geben. Alles in allem bleibt "Eine Frau sucht Liebe" jedenfalls einer der begehrtesten Beiträge der eigenen Filmwelt und die letzte mir noch unbekannte Hauptrolle von Eva Renzi in einem Kinofilm, der quasi das fehlende Element darstellt, um ihre Karriere ganzheitlich betrachteten zu können. Falls es so ist, dass jemand irgend welche Informationen zu Robert Azderballs Beitrag haben sollte, wäre es sehr erfreulich, etwas mehr darüber zu erfahren...


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