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 Betreff des Beitrags: KARUSSELL - Alwin Elling
BeitragVerfasst: 12.02.2018 16:08 
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Karusell – Alwin Elling

(Deutschland 1937)

5.1.2018, Kino (Kommkino Nürnberg, 35mm, DF, 1,37:1)



Inhalt:

Erika ist eine arbeitslose Tänzerin, die in der Tankstelle ihres Bruders aushilft, um über die Runden zu kommen. Sie verliebt sich in Fritz, womit das Lied, das sie immer singt, inhaltlich in greifbare Nähe rückt: „Zum Glücklichsein gehört nicht ne Million / Doch 6-7 Mark, die braucht man schon“. Schwierigkeiten gibt es mit Fritz´ Onkel Theodor Huhn, der sie, ohne sie zu kennen, für eine schleckte Partie hält. Um Theodor von sich zu überzeugen gaukelt Erika ihm vor, an ihm interessiert zu sein, flirtet mit ihm, der ihr seine Sammlung nackter Statuen zeigt; schließlich fasst er Heiratspläne. „Doch immer langsam mit den scharfen Sachen“ – als Theodor Erika bei einem Dinner den Heiratsantrag machen will, gelingt es dieser in letzter Sekunde Zeit zu schinden, doch Fritz, inzwischen an der Treue seiner Geliebten zweifelnd, sieht sein Misstrauen bestätigt und glaubt nun, dass Erika ihn nur zum Narren gehalten hat, um seinen Onkel zu heiraten. Erika kann ihn schließlich von ihrer Liebe zu ihm überzeugen, und auch der enttäuschte Onkel Theodor verzeiht ihr und lehnt sie nicht mehr ab.


Review:

„Karussell“ ist eine Liebeskomödie mit frivolen Untertönen des auf heitere Stoffe abonnierten Regisseurs und Toneditors Alwin Elling („Eine Seefahrt, die ist lustig“, 1935, „Ehe man Ehemann wird“, 1941). Als Erika ist Marika Rökk in einer frühen Rolle zu sehen und Onkel Theodor wird von Paul Henckels gespielt, der aus „Die Feuerzangenbowle“ (1944) als Professor Bömmel bekannt ist und auch in „Das Bad auf der Tenne“ (1943) mitspielte.

Der Film überrascht entgegen dem Zeitgeist des Dritten Reiches mit einer starken, unabhängigen Frau im Mittelpunkt des Geschehens und ähnelt in diesem Punkt dem Film „Der Blaufuchs“ (1938) von Viktor Tourjansky. Obwohl „Karussell“ einige flotte Tanznummern und Schlager zu bieten hat, die die meisten aus Filmen der 50er- bis 70er-Jahre an Schwung und Charme weit übertreffen und der Film einige bizarre Einfälle auf die Leinwand bannt, wie z. B. eine elektrische Kitzeltherapie mit Blitzen im Schritt des zu Therapierenden und der Film auch mit unerwartetem Sleaze überrascht, wenn ein Arzt von Erika lieber mit „Onkel Doktor“ angesprochen werden möchte, ein Fotograph Erika, die sich gerade umzieht, durch einen durchsichtigen Vorhang fotographiert und Erika sich später einen Eiswürfel in den Ausschnitt wirft, sich daraufhin deutlich ermuntert fühlt und zu tanzen beginnt, wirkt der Film aufgrund seiner auch damals schon viel zu oft erzählten Grundhandlung und der oft biederen Pointen verstaubt.

Der Film wurde auf dem 17. außerordentlichen Filmkongress des Hofbauer-Kommandos gezeigt und wurde vom Publikum überwiegend als erträglich, aber verzichtbar betrachtet.


Fazit:

„So ist das im Leben: Man gibt den Frauen die besten Bissen und dann schnappt sie ein Anderer einen vor der Nase weg“.


Wertung:

7 / 10


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