Dirty Pictures

Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Betreff des Beitrags: B-Western-Stars
BeitragVerfasst: 09.02.2018 16:19 
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In einem neueren Thread schreibt sid.vicious, dass er sich ganz gern einmal einen B-Western ansieht. Dutzendweise erscheinen sie derzeit auf verschiedenen Labels. Bald z.B. ein Film auf den ich schon lange warte: "Der schwarze Mustang" mit Macdonald Carey.

Aber welche B-Stars sind unter den Forums-Usern die beliebtesten? Oft werden die Namen Murphy, Scott und McCrea genannt. Fast all ihre Filme gibt es nun schon auf DVD. In welches Lager tendierst du?

Ich beginne einmal mit einer Reihung. Vielleicht tun es mir andere Westernfreunde nach.

1. Murphy
2. Scott
3. McCrea


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 Betreff des Beitrags: Re: B-Western-Stars
BeitragVerfasst: 09.02.2018 17:20 
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 Betreff des Beitrags: Re: B-Western-Stars
BeitragVerfasst: 09.02.2018 18:36 
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 Betreff des Beitrags: Re: B-Western-Stars
BeitragVerfasst: 09.02.2018 20:25 
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Besonders gerne sehe ich Randolph Scott und

durch die Koch-Western bin ich jetzt auch von Audie Murphy recht angetan...

hin und wieder tritt in einem B-Western ja auch Brian Donlevy auf, den ich sehr gerne in schmierigen Schurkenrollen sehe...

einer meiner liebsten Pulp-Western ist "Am Tode vorbei" von 1953 mit vielen Noir-Stars wie Donlevy oder auch Audrey Totter...


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 Betreff des Beitrags: Re: B-Western-Stars
BeitragVerfasst: 09.02.2018 21:36 
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Theoretisch würde bei mir wohl auch Randolph Scott an erster Stelle stehen. Streng genommen allerdings nur aufgrund von 7 zwischen 1956 und 1961 gedrehten Western. Alles was er vor "Seven Men From Now" gemacht hat, ist doch eher durchschnittlich geraten und lässt mich eher kalt. Western wie "Der Schweigsame Fremde", "Unsichtbare Gegner" und "Mann Im Sattel" (oder war es der "Teufel im Sattel"?) hat man sofort nach Ansicht irgendwie gleich wieder vergessen.

Um mal 3 neue Namen ins Spiel zu bringen:

1. Clint Walker - Hat in den 50igern leider nur 3 Western drehen können, da er sich das Recht dazu erst mal erstreiten musste (aufgrund des langjährigen Knebelvertrags der ihn an die TV-Serie "Cheyenne" band). Die 3 (Fort Dobbs, Yellowstone Kelly, Gold Of The Seven Saints) gehören für mich allerdings zum besten was der 50er-Jahre-B-Western hervorgebracht hat. Nicht ganz zufällig kommen die Drehbücher zu den ersten beiden von einem gewissen Burt Kennedy.

2. Fred MacMurray - An ihn denkt man wohl auch nicht gleich, wenn es um Westernhelden geht. Aber ich muss zugeben, bisher haben mir alle seine B-Western, die ich bisher sah, ausgesprochen gut gefallen. Egal ob "In Acht Und Bann", "Auf heisser Fährte", "Schieß Oder Stirb" oder "Der Henker Wartet Schon".

3. John Payne - Seine B-Western sind eigentlich immer kurzweilig und manchmal sogar kleine Klassiker ("Stadt Der Verdammten")


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 Betreff des Beitrags: Re: B-Western-Stars
BeitragVerfasst: 10.02.2018 07:01 
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Interessante Antworten. Ich meinte zwar ursprünglich eine Reihung der drei Koryphäen (Murphy, Scott, McCrea) - aber es ist auch genau so in Ordnung, wenn sich die Diskussion in eine andere Richtung entwickelt.
Dann muss ich allerdings umschwenken und schreiben:
1. Murphy
2. Montgomery
3. Brady

Die beiden letztgenannten finde ich einfach Spitzen-Typen für 50er-Western. Ich gebe aber zu, dass die Qualität ihrer Filme meistens leider nicht an ihr Charisma heranreicht. Übrigens würde Clint Walker toll dazu passen, aber aus den von Loco Burro genannten Gründen hat er einfach zu wenig Quantität zu bieten. Dafür habe ich aber alle 107 Episoden von "Cheyenne" gesehen.


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 Betreff des Beitrags: Re: B-Western-Stars
BeitragVerfasst: 10.02.2018 14:14 
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Dann möchte ich auch noch einmal folgende zwei Darsteller nennen:

Sterling Hayden in Lewis' "Sturm über Texas"...

Robert Ryan in de Toths "Tag der Gesetzlosen"...

wobei ich sagen muss, dass ich Robert Ryan extrem gerne sehe, egal in welchem Genre; da brodelt immer so eine unterdrückte Wut in seiner Darstellung, die besonders bei den Film-Noirs plötzlich ausbricht...
- und was die Regisseure in B-Western angeht, da gefällt mir von Andre de Toth bislang alles, was ich gesehen habe...


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 Betreff des Beitrags: Re: B-Western-Stars
BeitragVerfasst: 14.02.2018 13:12 
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Robert Ryan war aber absolut kein B-Western Star.

Was De Toth betrifft, da sehe ich aber gewaltige Unterschiede in seinen Western, und überhaupt. Die Gelungenen sind auch in der Minderheit.


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 Betreff des Beitrags: Re: B-Western-Stars
BeitragVerfasst: 14.02.2018 16:27 
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Stanton hat geschrieben:
Robert Ryan war aber absolut kein B-Western Star.

Was De Toth betrifft, da sehe ich aber gewaltige Unterschiede in seinen Western, und überhaupt. Die Gelungenen sind auch in der Minderheit.


Was ist ein "B-Western"?
Für mich stellt sich das so dar, dass der Film ein deutlich niedrigeres Budget als ein sogenannter "A-Film" hat; "A-Film": also ein Film, der im damaligen Hollywood-Studio-System - in der klassischen Ära - mit sehr bekannten Stars und / oder bekanntem Regisseur entstanden ist;
die Bezeichnung "B-Film" kommt ja daher, dass - aufgrund des finanziellen Drucks durch das sich zunehmend sich verbreitende Fernsehen - die Kinos mit einem Doppelprogramm geworben haben, wobei es dann neben dem Hauptfilm auch einen (zumeist günstiger produzierten) "B-Film" gegeben hatte - soweit zum Verständnis...

Was Robert Ryan betrifft, da habe ich vor allem an "Tag der Gesetzlosen" gedacht, der - nach der obigen Definition - ein "klassischer" "B-Western" ist; da Robert Ryan in diesem "B-Western" mitspielt, macht ihn das für mich zu einem "B-Western"-Star, gleichwohl ich ja auch darauf hingewiesen habe, dass Ryan nicht auf ein Genre festgelegt war und ich ihn in jedem Genre (Du weist ja, dass der Genre-Film das "Hauptbetätigungsfeld" des B-Films ist) sehr gerne sehe... wobei mir seine Film(s)-Noirs in der Regel am liebsten sind... mir ist natürlich klar, dass Ryan eine große Hollywood-Vergangenheit hatte... dennoch hat er auch in "B-Filmen" (Krimis, Western) diese mit seiner Präsenz bereichert... im Kern gebe ich Dir aber sehr gerne recht: Ryan war kein "B-Western"-Star, da ist meine Aussage unpräzise gewesen...

zu de Toth:
"Tag der Gesetzlosen" von de Toth - magst Du den Film? "Mann im Sattel" - mein de Toth-Favorit, was die Häufigkeit des Anschauens anbelangt, "Donnernde Hufe" - unterhaltsam, aber nicht herausragend für mich - , "Zwischen zwei Feuern" - finde ich richtig klasse;
wobei ich eigentlich de Toth insgesamt als Regisseur großartig finde - einen rechten inszenatorischen Stil kann ich dabei auch gar nicht beschreiben- man müsste einmal auf bestimmte Motive achten, die vielleicht einen "de Toth" beschreiben könnten...
dies ist allerdings überhaupt das "Problem", dass bei US-amerikanischen Genre-Filmen die Erzählweise zumeist auf dem "Erzählen" fokussiert ist und europäische Filme - so die filmwissenschaftliche Legende (?) - zumeist durch die "Form" wirken und so ihren Inhalt vermitteln...

ich habe jetzt in Deinem Beitrag noch nicht so richtig heraushören können, warum Du de Toth nicht so schätzt... ich finde seine Filme (alle Genres genommen, in denen er gearbeitet hat - ich liebe seinen "Crime Wave") durchweg unterhaltsam, ökonomisch wunderbar gelöst und in so einem Film wie "Ramrod" kannst Du sehr gut sehen - meine Meinung -, dass de Toth wunderbar die düstere "Stimmung" des Film Noirs ins Western-Genre transferieren konnte...

ich freue mich auf Deine de Toth-Disposition...(wenn Du magst)...


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 Betreff des Beitrags: Re: B-Western-Stars
BeitragVerfasst: 14.02.2018 17:03 
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B-Filme sind eigentlich sehr, sehr billig produzierte Filme, die auch an sich eher einfache Geschichten erzählen. Und Day of the Outlaw sehe ich nicht als B-Film, nicht vom Inhalt her, aber auch nicht vom vermuteten Budget her. Was nicht heißen muß daß er teuer war, aber der dann sogenannte A-Film hat da für mich ein breites Spektrum, von den sehr aufwändigen bis hin zu den moderat budgetierten Filmen.
Aber ich denke da gibt es auch eine große Übergangszone, jedenfalls keine klare Abgrenzung, und dann ist es auch wieder eine Definitionsfrage. Aber Western mit Scott oder Murphy sehe ich fast durchweg als B-Filme, während ich bei McRea meist eher noch den A Status sehe.

Unabhängig davon ist Ryan ein Schauspieler den ich immer sehr gerne sehe, vor allem im Western.


Zuletzt geändert von Stanton am 14.02.2018 18:01, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: B-Western-Stars
BeitragVerfasst: 14.02.2018 17:20 
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Über De Toth wurde hier, oder anderswo, schon mal diskutiert. Weiß nicht mehr wo, und mit wem.

Ich habe De Toth nie sonderlich wahr genommen, und abgesehen von Dreien seiner Western die ich mag, habe ich nichts von ihm gesehen was interessant war. Allerdings weiß ich auch nicht mehr sicher, welche ich noch so von ihm gesehen habe. The Bounty Hunter sicher, und der war ziemlich schwach, und Springfield Rifle war mir auch immer zu schlicht, und abseits des Western Play Dirty und House of Wax, die auch nicht viel zu bieten hatten.

Day of the Outlaw (8/10) scheint so vollkommen anders als das was er sonst so gemacht hat. Ansonsten mag ich noch Ramrod (6/10), der aber bei der letzten Sichtung etwas verloren hat (er wirkt stark gekürzt bzw sieht nach Eingriffen von außen aus), und The Indian Fighter (7/10).

Vielleicht wäre es ganz interessant sich mal mit seinen anderen Western zu beschäftigen, und Springfield Rifle könnte ich ja auch noch mal probieren. The Last of the Comanches sieht noch ganz nett aus.


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 Betreff des Beitrags: Re: B-Western-Stars
BeitragVerfasst: 14.02.2018 18:18 
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Stanton hat geschrieben:
B-Filme sind eigentlich sehr, sehr billig produzierte Filme, die auch an sich eher einfache Geschichten erzählen. Und Day of the Outlaw sehe ich nicht als B-Film, nicht vom Inhalt her, aber auch nicht vom vermuteten Budget her. Was nicht heißen muß daß er teuer war, aber der dann sogenannte A-Film hat da für mich ein breites Spektrum, von den sehr aufwändigen bis hin zu den moderat budgetierten Filmen.
Aber ich denke da gibt es auch eine große Übergangszone, jedenfalls keine klare Abgrenzung, und dann ist es auch wieder eine Definitionsfrage. Aber Western mit Scott oder Murphy sehe ich fast durchweg als B-Filme, während ich bei McRea meist eher noch den A Status sehe.


Danke für Deine Rückmeldung...

was ein "B-Movie" ist, darüber lässt sich wohl durchaus diskutieren, gleichwohl die Art und Weise der Verleih-Strategie wohl als maßgeblicher Maßstab hier anzulegen ist, heißt: um so kostspieliger der Film produziert wurde (A-Film), um so aufwendiger war dann wohl auch die Werbung...

wobei man neben dem "A-" und "B-Film" ja auch noch den "Exploitation-Film" nennen könnte...
"Exploitation-Film": extrem niedrige Kosten, extrem niedrige Drehzeit, keine Stars etc.

mit anderen Worten:
der "B-Western" würde dann, aufgrund seiner Produktionsbedingung und seiner Kino-Rezeption, zwischen dem "A-Film" und dem "Exploitation-Film" angesiedelt sein...
was sich formal dann auch so zeigt, dass der "B-Western" durchaus eine Story erzählt, sich aber mehr - im Gegensatz zum "A-Film" - am Schematischen, am Formelhaften des Genres orientiert, wohingegen der "Exploitation-Film" hauptsächlich auf die "Schauwerte setzt...

ich versuchen einmal ein Beispiel:

"A-Film": "Weites Land": bekannter Regisseur, bekannte Stars, hohe Produktionskosten, wunderbare Verleih-Bedingungen
- ein klassischer Edelwestern, der eine originäre Handlung hat, mit Charakterentwicklung etc.

in der Mitte: der "B-Film": "Donnernde Hufe": ein Regisseur, der auf diese Art von Film eingespielt war, mit dem niedrigeren Produktionskosten umgehen konnte - "Stars" hatte, die jedoch nicht mehr auf der Höhe ihrer Zeit waren, dennoch gekannt wurden, wobei der Film dann mehr über die "Genre-Konventionen" und nicht durch seine Handlung (denn: bekannte Muster) "funktioniert"

"Exploitation-Film": "Scavengers": unbekannter Regisseur, keine "Stars", kaum Kosten - Film "funktioniert" nur über die "Schauwerte", wobei das Western-Genre den Rahmen für diese "Schauwerte" setzt...

vielleicht ist so eine annähernde Einordnung für den "B-Western" zu akzeptieren?...


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 Betreff des Beitrags: Re: B-Western-Stars
BeitragVerfasst: 14.02.2018 18:30 
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Stanton hat geschrieben:

Day of the Outlaw (8/10) scheint so vollkommen anders als das was er sonst so gemacht hat. Ansonsten mag ich noch Ramrod (6/10), der aber bei der letzten Sichtung etwas verloren hat (er wirkt stark gekürzt bzw sieht nach Eingriffen von außen aus), und The Indian Fighter (7/10).


Da hätten wird doch schon Mal drei Beispiele, auf die wir uns einigen können... ich glaube, dass de Toth auch lieber Noir-Krimis inszeniert hatte und als die nicht mehr so beliebt gewesen sind, musste er schließlich Western einfach drehen (ich nehme an, ihm sind die Western-Projekte vorgelegt wurden - waren also keine freien Entscheidungen)...
sein berühmtester Film ist ja wohl HOUSE OF WAX - eigentlich ein Remake, das damals - nicht nur wegen dem 3-D des einäugigen Regisseurs - neue Standards im Horror-Genre setzen sollte...
ich bin von solchen "Filmhandwerkern" immer wieder begeistert und bewundere, wie sie es geschafft haben, trotz der stark kontrollierenden Bindung an ein "Film-System" - de Toth-Filme waren ja keine "Indies" - Vorgegebenes dennoch auf ihre eigene Art gestaltet zu haben...


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 Betreff des Beitrags: Re: B-Western-Stars
BeitragVerfasst: 15.02.2018 15:04 
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In meinem Buch "Mündungsfeuer - Die 50 besten B-Western der 50er-Jahre ..." hatte ich bereits versucht, eine Definition für diese Art Western zu liefern.

Nun habe ich noch Interessantes gefunden.
Regisseur Jacques Tourneur ("Wichita") liefert eine gute Definition von der Art Western, wie de Toth sie drehte:
„Im Allgemeinen gibt es zwei Kategorien von Western: die Western mit großem Budget, die sind prima, und die Western mit kleinem Budget, die >quickies<, die sind miserabel. In den großen Western hat man Zeit, Charaktere zu entwickeln, in den kleinen Western hat man nur Marionetten. >Wichita< nimmt einen Platz zwischen diesen Kategorien ein: Es ist nicht das, was man einen großen Western nennt, denn er wurde in 25 Tagen gedreht; es ist aber auch kein kleiner Acht-Tage-Western“ (Hembus: Western-Lexikon)

In den USA gab es unendlich viele in Serie gedrehte Western, die es meist gar nicht bis zu uns geschafft haben. Das waren ihre B-movies. Wenn sie in Deutschland doch gelaufen sind, wurden sie von der Filmliteratur manchmal als C-Western eingeschätzt. Unser Begriff von B-Western ist wohl eher dieses Zwischenfach, von dem Tourneur spricht. Und da fallen einige Robert-Ryan-Western hinein: "Gefährliches Blut" oder "Die Furchtlosen" etwa. Ansonsten finde ich die Ausführungen von Howard Vernon gut nachvollziehbar.


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 Betreff des Beitrags: Re: B-Western-Stars
BeitragVerfasst: 15.02.2018 19:41 
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@Pacer Burton

Ja, der Begriff "B-Western" ist nicht so einfach zu bestimmen, da der "B-Film" eben damals dieses Qualifizierung bekommen hat, als "kleinerer" Film vor dem "großen" - also teuren und mit großen Stars besetzten "Hauptfilm" zu laufen...
das alles sagt natürlich überhaupt nichts über die Qualität des sogenannten "B-Western" aus - beziehungsweise: solche Filme unterhalten mich meistens mehr, als ein Film, der sich mit seiner "reifen" Story dann sehr wichtig nimmt...

Das Statement von Jacques Tourneur finde ich gut und zeigt ja auch die vielen Grautöne, die es bei solchen Definitionen gibt...

...ach, "Wichita" gefällt mir auch sehr gut, der müsste eigentlich in die Koch-Western-Reihe, oder?...


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 Betreff des Beitrags: Re: B-Western-Stars
BeitragVerfasst: 16.02.2018 10:32 
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Pacer Burton hat geschrieben:

In den USA gab es unendlich viele in Serie gedrehte Western, die es meist gar nicht bis zu uns geschafft haben. Das waren ihre B-movies. Wenn sie in Deutschland doch gelaufen sind, wurden sie von der Filmliteratur manchmal als C-Western eingeschätzt. Unser Begriff von B-Western ist wohl eher dieses Zwischenfach, von dem Tourneur spricht. Und da fallen einige Robert-Ryan-Western hinein: "Gefährliches Blut" oder "Die Furchtlosen" etwa. Ansonsten finde ich die Ausführungen von Howard Vernon gut nachvollziehbar.


Für mich sind es genau diese von Tourneur genannten "in 8 Tagen runtergekurbelten" Billig Western, das sind die eigentlichen B-Filme. Die beiden von dir Genannten sehe ich dagegen nicht als B-Ware (Gefährliches Blut ist übrigens mit Rock Hudson, nicht mit Ryan).

Der Begriff C-Film ist dagegen noch einmal ein Versuch Filme davon abzugrenzen, die so gut wie überhaupt kein Budget haben, also wirklich für einen Apfel und ein Ei gedreht wurden, die unglaublich billig aussehen.

Jedoch, was eigentlich wichtig ist, das ist:

Howard Vernon hat geschrieben:
das alles sagt natürlich überhaupt nichts über die Qualität des sogenannten "B-Western" aus -


Der Spaß an Filmen ist ja doch weitgehend budgetunabhängig, und den finde ich in allen Budgetklassen. Und ein niedriges Budget kann genau so schaden wie zuviel Geld, denn viele Regissuere durtfen auch schon feststellen daß oftmals je mehr Geld man zur Verfügung hat desto weniger Freiheiten man hat.


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 Betreff des Beitrags: Re: B-Western-Stars
BeitragVerfasst: 16.02.2018 13:06 
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Ich hab "Gefährliches Blut" mit "Fluch der Verlorenen" verwechselt. Beides mit Hudson, letzterer aber auch mit Ryan.

Regisseur Boetticher (Fluch der Verlorenen) ist so ein typischer Regisseur für Filme, die wir gerne als "B-Western" titulieren, die nach amerik. Standard aber eher ins Zwischenfach gehören würden.


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 Betreff des Beitrags: Re: B-Western-Stars
BeitragVerfasst: 16.02.2018 13:14 
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Stanton hat geschrieben:

Der Spaß an Filmen ist ja doch weitgehend budgetunabhängig, und den finde ich in allen Budgetklassen. Und ein niedriges Budget kann genau so schaden wie zuviel Geld, denn viele Regissuere durtfen auch schon feststellen daß oftmals je mehr Geld man zur Verfügung hat desto weniger Freiheiten man hat.


Dem möchte ich gänzlich zustimmen und dazu passt dann auch eine Aussage, die der von mir so geschätzte de Toth einmal in einem
Interview gegeben hat: "Why would I want to do a >>millon dollar picture<<? I diden't need a millon headaches. With the lower budgets, most of the time, I was left completely alone."

(In: Robert Porfirio, Alain Silver, James Ursini: Film Noir Reader, Vol. 3, S. 23.)


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 Betreff des Beitrags: Re: B-Western-Stars
BeitragVerfasst: 16.02.2018 19:07 
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Pacer Burton hat geschrieben:

Regisseur Boetticher (Fluch der Verlorenen) ist so ein typischer Regisseur für Filme, die wir gerne als "B-Western" titulieren, die nach amerik. Standard aber eher ins Zwischenfach gehören würden.


Definitiv nicht. Gerade nach amerikanischen Standards und in der Wahrnehmung der Zeit sind seine Western, einschließlich des Ranownzyklus reine B Filme. Die französischen Cahirs haben ihre Kunstfertigkeit entdeckt.


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 Betreff des Beitrags: Re: B-Western-Stars
BeitragVerfasst: 16.02.2018 20:40 
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Die Boetticher/Scott-Streifen scheinen mir grossartige, lupenreine B-Filme zu sein.

Ein weiteres gutes Beispiel findet sich auch mit dem Werk "Duell im Sattel", 1956, mit Hugh O'Brien und Raymond Burr.
Regisseur Gerd Oswald äusserte sich wie folgt: "Ich mag den Film sehr gern, obwohl wir leider viel zuwenig Zeit dafür hatten, nur 10 Drehtage (zitiert nach dem Western-Lexikon von Joe Hembus).

Ansonsten lassen sich "echte" B-Filme auch an ihrer vergleichsweise kurzen Spieldauer - oftmals unter 70 Minuten - erkennen.


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 Betreff des Beitrags: Re: B-Western-Stars
BeitragVerfasst: 17.02.2018 07:58 
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Frank hat geschrieben:
Die Boetticher/Scott-Streifen scheinen mir grossartige, lupenreine B-Filme zu sein.



Nobody hat geschrieben:

Definitiv nicht. Gerade nach amerikanischen Standards und in der Wahrnehmung der Zeit sind seine Western, einschließlich des Ranownzyklus reine B Filme. Die französischen Cahirs haben ihre Kunstfertigkeit entdeckt.


Wie weiter oben von verschiedenen Seiten geschrieben, lässt sich eine Definition schwer treffen. Meines Wissens nach (und eben auch in der Definition von Tourneur oder der gerade zitierten von Oswald) unterscheidet man in Amerika zwischen echten B-movies, die s/w, höchstens 75 Minuten, in 10 Tagen gedreht und ohne wirkliche Stars sind. Das trifft auf "Duell im Sattel" alles zu.
"Fluch der Verlorenen" hatte mit Sicherheit ein wesentliches höheres Budget, ist bis in die Nebenrollen prominentest besetzt, in Farbe .... Ebenso z.B. Boettichers "Der Mann vom Alamo". Wir nennen sie hierzulande zwar B-Western, streng genommen sind sie es aber nicht.
Der Ranown-Zyklus ist wieder ein wenig anders zu bewerten, weil Ende der 50er-Jahre das herkömmliche Studio-System aufgebrochen war und außerdem die enorme Flut an Fernsehwestern bereits eingesetzt hatte. Ich denke, man könnte diese Filme mit heutigen Independent-Streifen vergleichen.


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 Betreff des Beitrags: Re: B-Western-Stars
BeitragVerfasst: 17.02.2018 21:40 
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Das sind reine B Western. Sie sind in kurzer Zeit mit wenig Geld gedreht worden und wurden in der Regel als Double Feature gezeigt. Lies doch erst mal den englischen Wiki Artikel zum B Film.


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 Betreff des Beitrags: Re: B-Western-Stars
BeitragVerfasst: 18.02.2018 11:56 
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Pacer Burton hat geschrieben:
"Fluch der Verlorenen" hatte mit Sicherheit ein wesentliches höheres Budget, ist bis in die Nebenrollen prominentest besetzt, in Farbe ... Ebenso z.B. Boettichers "Der Mann vom Alamo". Wir nennen sie hierzulande zwar B-Western, streng genommen sind sie es aber nicht.


Also ich habe die nie als B-Western gesehen. The Man from the Alamo ist ganz sicher keiner, der andere vielleicht ein wenig, aber den müsste ich noch mal schauen (nur das lohnt nicht wirklich)

Was die 6 Ranown Filme betrifft, so habe ich auch gerade über die noch mal nachgedacht. Obwohl die natürlich in vielerlei Hinsicht sehr B-artig sind, so wirken sie doch von der kurzen Laufzeit abgesehen nicht wirklich wie B-Western. Boetticher hatte immerhin erstklassige Kameraleute, und er konnte an ungewöhnlichen Locations drehen, während B-Filme eher aussehen, als sei man da mal gerade schnell auf den nächsten Hügel hinterm Studio gestiegen. So wie auch die TV Western damals aussahen.

Duell im Sattel, der sieht in jeder Hinsicht aus wie ein B-Western, nur daß Oswald sorgfältiger und vitaler inszeniert hat als für B-Ware üblich.


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 Betreff des Beitrags: Re: B-Western-Stars
BeitragVerfasst: 18.02.2018 14:01 
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Die Frage, die sich beim Begriff "B-Western" vielleicht auch stellen könnte, wäre: inwieweit ist der Western damals überhaupt als ein "B-Genre" angesehen wurden? Es gab ja die "Erwachsenenwestern", die "Edelproduktionen", mit denen die Studios - neben dem kommerziellen Gedanken natürlich - auch Pres­ti­ge gewinnen wollten. Solche Western haben natürlich die Gattungsfrage "Western" nach oben gehoben...
aber überhaupt: welches Ansehen hatte der "Western" in den großen Studios gehabt (wir sprechen ja von den späten 50-er und frühen 60-er Jahren)? Ist er nicht eher für ein (immer jünger werdendes) Kinopublikum produziert worden - da die Erwachsenen mehr und mehr dem Fernsehen und nicht mehr länger dem Kino verfallen sind?

Streng genommen ist der "B-Film"-Begriff - und damit auch der "B-Western" - zunächst einmal nur eine Kategorisierung der Verleih-Strategie gewesen - erst retrospektiv hat sich dann heute der Begriff für einen günstig inszenierten Genre-Film durchgesetzt, so dass wir natürlich wissen, was gemeint ist, wenn man vom "B-Western" spricht...

von daher wäre zunächst die Frage, auf welche Weise ist zum Beispiel dann "Der Siebente ist dran" in den Kinos beworben worden?
Lief der Film im Doppelprogramm und lief er dann als erster Film vor dem Hauptfilm (es gab natürlich auch die Strategie, zwei sogenannte "B-Movies" zu zeigen, was sich mit den Indies - gerade im Zuge Roger Cormans - intensivieren sollte)?...oder lief der Film dann doch alleine als Einzelfilm und wurde als ein solcher beworben (dann würde man im klassischen Sinne - also wie es ursprünglich gedacht war - eben nicht von einem "B-Film" sprechen)?...

vielleicht kann ja Mike Siegel etwas dazu sagen, wie Peckinpahs "Sacramento" Markt-strategisch "gesetzt" wurde: mit Einzelwerbung oder als Teil eines Doppelprogramms...ich denke, dass es das erste gewesen ist und der Film damals wohl nicht als "B-Western" angesehen wurde...oder?...




als Nachtrag möchte ich noch darauf hinweisen, dass es natürlich auch die Wiederaufführung von älteren Filmen gab; das bekannte Beispiel ist hier natürlich Universals Wiederaufführung von "Dracula" und "Frankenstein" im Doppelprogramm in den 50-er Jahren, was nicht unerheblich zum neuen Boom der Horrorfilme beigetragen hatte, die durch den S/F-Monster-Film zu dieser Zeit einen ziemlichen Niedergang erlebt hatten...(kleine Anm.: "Dracula" etc. lief zu dieser Zeit dann auch im Fernsehen, so dass das verhasste TV - aus Sicht der Kinostudios - diesmal für das Kino - sicherlich unbeabsichtigt - etwas getan hatte...)

- so konnten dann auch alte "A-Filme" schnell zu "B-Movies" werden...


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 Betreff des Beitrags: Re: B-Western-Stars
BeitragVerfasst: 18.02.2018 21:06 
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Dann mach ich auch mal.

Aufgelistet sind meine 5 Liebsten mit meinem favorisierten Auftritt:

01. William S. Hart (The Toll Gate, 1920)
02. Rory Calhoun (Red Sundown, 1956)
03. Tom Mix (The Great K&A Robbery, 1926)
04. Lex Barker (The Man from Bitter Ridge, 1955)
05. Buck Jones (Unknown Valley, 1933)

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To please the majority is the requirement of the Planet Cinema. As far as I'm concerned, I don't make a concession to viewers, these victims of life, who think that a film is made only for their enjoyment, and who know nothing about their own existence.


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