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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Betreff des Beitrags: DER MARSHAL - Henry Hathaway
BeitragVerfasst: 24.02.2018 00:27 
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Produktionsland/Jahr: USA 1969
Darsteller: John Wayne, Kim Darby, Glen Campbell, Robert Duvall, Jeff Corey, Jeremy Slate, Dennis Hopper, Strother Martin, Ron Soble, James Westerfield
Drehbuch: Marguerite Roberts
Produziert von: Hal B. Wallis
Musik: Elmer Bernstein

Der Vater der 14-jährigen Mattie Ross wird von einem angetrunkenen Cowboy namens Tom Chaney getötet - und Mattie wird Zeugin des schrecklichen Geschehens. Sie beschließt, ihren Vater zu rächen und die Spur des flüchtigen Chaney aufzunehmen, der sich in einem Indianerreservat versteckt. Unterstützt wird Mattie von Rooster Cogburn, dem zuständigen Marshal, und dem Texas-Ranger La Boeuf. Im Moment der größten Gefahr wächst der Marshal über sich selbst hinaus...
(Ofdb)

Die erste Verfilmung des gleichnamigen Romans von Charles Portis.
Ich habe bis jetzt nur das Remake von den Coen-Brüdern gekannt, das mir aber nicht wirklich gefallen hat.
Dagegen kann das Original mit dem Duke ja nur besser sein, sollte man glauben.
Es ist zwar besser, aber ein richtig guter Film ist immer noch etwas anderes.
Mattie wurde für mich schon nach kurzer Zeit zur Belastungsprobe für die Nerven.
Ihre vorlaute, neunmalkluge Art, ihr ständiges Drohen wegen jeder Lappalie, sie würde ihren Anwalt kontaktieren.
Auch letzteres zeugt weder glaubhaft von starkem Selbstbewusstsein, noch ist es irgendwie lustig, es nervt einfach nur.
Außerdem: Wer hat eigentlich die Besetzung von Kim Darby abgesegnet?
Die Performance, das war ja gar nichts, da hat Wayne ordentlich zu tun, um das aufzuwiegen.
Er trägt den Film eigentlich ganz allein, auch sein zweiter Partner Glen Campbell bleibt ziemlich farblos.
Die einzigen, die außer Wayne wirklich gut waren (oder gut sein hätten können), werden in kleinen Rollen verschenkt (Jeff Corey, Robert Duvall, Dennis Hopper).
Ansonsten bleibt nicht mehr viel.
Ein paar schöne Landschaftsaufnahmen und gelungene Panoramaeinstellungen (an der Kamera immerhin Lucien Ballard), damit müssen wir uns zufriedengeben.
Was bedeutet das für den gesamten Film?
Auf der Pro-Seite haben wir John Wayne, kurze Auftritte von Corey, Duvall und Hopper und die gute Kameraarbeit.
Auf der Contra-Seite steht die schwache Charakterzeichung und schauspielerische Leistung der beiden Co-Protagonisten, die wirkungslose Musik des "großen" Elmer Bernstein und die Überlänge.
Knapp über 2 Stunden sind hier einfach zu lang, durchschnittliche 1 1/2 Stunden hätten vollkommen ausgereicht.
Daher kann ich dafür auch unmöglich mehr geben als 6/10.

Trailer:
www.youtube.com Video From : www.youtube.com


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 Betreff des Beitrags: Re: DER MARSHAL - Henry Hathaway
BeitragVerfasst: 24.02.2018 09:18 
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Hmhm - den zweitgrössten Wayne Klassiker mit sparsamen 6/10 abfertigen. Auch ne Leistung.


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 Betreff des Beitrags: Re: DER MARSHAL - Henry Hathaway
BeitragVerfasst: 24.02.2018 17:36 
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Der_bärtige_Unsympath hat geschrieben:
Hmhm - den zweitgrössten Wayne Klassiker mit sparsamen 6/10 abfertigen. Auch ne Leistung.

Zweitgrößter Wayne-Klassiker?
Oscar hin oder her, aber als großen Klassiker habe ich den nie wahrgenommen...
Ich fand den ziemlich schwach, die Gründe dafür habe ich ja genannt.
Habe sogar kurz mal über 5/10 nachgedacht, weil ich ihn streckenweise wirklich richtig mies fand und obendrein, wie gesagt, auch noch eine gute halbe Stunde zu lang.
Dagegen war ja der oft gescholtene im Jahr darauf folgende letzte Film von Hawks ein Fest.


Zuletzt geändert von Sbirro Di Ferro am 24.02.2018 18:34, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: DER MARSHAL - Henry Hathaway
BeitragVerfasst: 24.02.2018 17:56 
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Sbirro Di Ferro hat geschrieben:

Dagegen war ja der oft gescholtene im Jahr darauf folgende letzte Film von Hawks ein Fest.



Der war gut .... :D :D

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 Betreff des Beitrags: Re: DER MARSHAL - Henry Hathaway
BeitragVerfasst: 24.02.2018 18:26 
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mike siegel hat geschrieben:
Sbirro Di Ferro hat geschrieben:

Dagegen war ja der oft gescholtene im Jahr darauf folgende letzte Film von Hawks ein Fest.



Der war gut .... :D :D

Ja, nicht wahr...
Die besten sind ja doch immer die, in denen ein Quäntchen Wahrheit liegt...

Mal Spaß beiseite: Was Jack Elam in RIO LOBO abzieht fand ich 100 Mal lustiger als alles, was beim MARSHAL lustig sein sollte.
Und von Hathaway finde ich DIE VIER SÖHNE DER KATIE ELDER auch noch deutlich besser.


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 Betreff des Beitrags: Re: DER MARSHAL - Henry Hathaway
BeitragVerfasst: 24.02.2018 18:51 
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Sbirro Di Ferro hat geschrieben:
Mattie wurde für mich schon nach kurzer Zeit zur Belastungsprobe für die Nerven.
Ihre vorlaute, neunmalkluge Art, ihr ständiges Drohen wegen jeder Lappalie, sie würde ihren Anwalt kontaktieren.
Auch letzteres zeugt weder glaubhaft von starkem Selbstbewusstsein, noch ist es irgendwie lustig, es nervt einfach nur.


Sieh's mal so: Ein Anliegen, jedweder Art, eines Kindes hatte im "wilden Westen" kein Gewicht. Das waren einfach nur kleine Menschen, die zu gehorchen hatten und nicht zu selbstständigem Denken erzogen wurden. Wenn sich Mattie nun, etwas hilflos, erwachsener gibt als sie eigentlich ist, und dadurch versucht den erwachsenen Hardnecks Paroli zu bieten, finde ich das nicht soo unglaubhaft.

Sicher spielt in dem Film auch die in den Sechzigern etablierte Anerkennung der Bedürfnisse von Teenagern eine Rolle.


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 Betreff des Beitrags: Re: DER MARSHAL - Henry Hathaway
BeitragVerfasst: 24.02.2018 19:11 
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Jimmy Stewart hat geschrieben:
Sbirro Di Ferro hat geschrieben:
Mattie wurde für mich schon nach kurzer Zeit zur Belastungsprobe für die Nerven.
Ihre vorlaute, neunmalkluge Art, ihr ständiges Drohen wegen jeder Lappalie, sie würde ihren Anwalt kontaktieren.
Auch letzteres zeugt weder glaubhaft von starkem Selbstbewusstsein, noch ist es irgendwie lustig, es nervt einfach nur.


Sieh's mal so: Ein Anliegen, jedweder Art, eines Kindes hatte im "wilden Westen" kein Gewicht. Das waren einfach nur kleine Menschen, die zu gehorchen hatten und nicht zu selbstständigem Denken erzogen wurden. Wenn sich Mattie nun, etwas hilflos, erwachsener gibt als sie eigentlich ist, und dadurch versucht den erwachsenen Hardnecks Paroli zu bieten, finde ich das nicht soo unglaubhaft.

Sicher spielt in dem Film auch die in den Sechzigern etablierte Anerkennung der Bedürfnisse von Teenagern eine Rolle.

Sicher, könnte alles mit reinspielen, aber auch wenn ich das alles bedenke, macht es das nicht weniger anstregend (um nicht zu sagen nervig).
Es ändert nichts daran, wie die Rolle der Mattie auf mich wirkt.
Außerdem: Die Besetzung von Kim Darby dafür war auch nicht gerade die beste Wahl, das haben Wayne und Hathaway im Nachhinein auch eingesehen und zugegeben.
Da wäre z.B. Sue Lyon besser gewesen.
Die ist ja gerade einmal ein Jahr älter als Kim Darby und mit dem richtigen Maskenbildner und Friseur hätte man da sicher auch optisch noch was besseres herausholen können.


Zuletzt geändert von Sbirro Di Ferro am 24.02.2018 23:56, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: DER MARSHAL - Henry Hathaway
BeitragVerfasst: 24.02.2018 20:31 
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Bei einem Kind willst du optisch noch etwas rausholen? Uiuiui...


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 Betreff des Beitrags: Re: DER MARSHAL - Henry Hathaway
BeitragVerfasst: 24.02.2018 21:04 
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ephedrino hat geschrieben:
Bei einem Kind willst du optisch noch etwas rausholen? Uiuiui...

Okay, muss ich anscheinend erklären:

Dass Mattie ein Kind von 14 Jahren sein soll, nimmt doch Kim Darby so niemand ab.
Erinnere dich doch mal an Sue Lyon in LOLITA.
Die hat man so zurechtgemacht, dass man ihr ihr Alter ohne weiteres glaubt, bei Kim Darby würde ich eher von ihrem damals wirklichen Alter um die 20 ausgehen.
Der Kurzhaarschnitt macht es nur noch schlimmer, weil man damit (auch noch mit ihrem Namen Mattie), wenn man nicht ganz genau hinschaut, gar nicht weiß, ob das jetzt ein Mädchen oder ein Bub sein soll.
Es sollte doch zumindest klar sein, WAS es ist, ob sie oder er.
Dabei hätte schon eine andere Frisur gereicht, um das klar(er) zu definieren, mehr wäre gar nicht nötig gewesen.
Aber nein, man macht das Schlimmstmögliche...
An der Rolle passt also meiner Meinung nach gar nichts.
Schauspielerisch schwach, charakterlich nur schwer erträglich, optisch unentschlossen - in Summe katastrophal.
Da wäre Sue Lyon in JEDER Hinsicht 1000 Mal geeigneter gewesen.
Wie gesagt, Wayne und Hathaway haben ja später auch beide gesagt, dass Kim Darby eine Fehlbesetzung war.


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 Betreff des Beitrags: Re: DER MARSHAL - Henry Hathaway
BeitragVerfasst: 24.02.2018 23:12 
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Erinnere mich nur noch grob an das Remake ( Das Original habe ich übrigens hier und hatte ich sogar vor Eröffnung des Threads vor die Tage zu schauen,was im laufe der Woche auch passieren wird) aber da fande ich das Kind auch ziemich nervig.Ob es nun die Rolle des Kindes oder nur die Darstellerin war, daran kann ich mich aber nicht mehr erinnern, aber das werde ich ja dann bei der Sichtung des Marshals merken wie es dort ist.


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 Betreff des Beitrags: Re: DER MARSHAL - Henry Hathaway
BeitragVerfasst: 25.02.2018 01:58 
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Es kommt, wie immer, auf den Zuschauer an.

Damit du weißt, das ich nicht nur stänkern will, hier meine eigene Notiz zum Film, kurz nach dem ich die BluRay vor anderthalb Jahren geschaut habe. Interessante Wahrnehmungsdifferenz zu Kim Darby, btw, ne?

Wenn nicht schon "Der schwarze Falke" mein Lieblings John Wayne Western wäre, dann würde "True grit" auf dem Thron sitzen.
Ein von hinten bis vorne exzellenter US Western, der sich einen Teufel um aktuelle Trends aus den eigenen Landen oder Europa geschert hat und ganz genau so auch bequem 10 Jahre früher hätte gedreht werden können.
Hier passt einfach alles - das feine Drehbuch, die exquisiten Landschaftsaufnahmen, John Wayne im leicht selbstironischen Modus, tolle Nebendarsteller (in ihren Winzrollen echt verschenkt : Dennis Hopper & Robert Duvall) - und Kim Darby verhindert, daß ihre Figur zu einer der nervigen Bratzen, die uns Hollywood ja so gerne um die Ohren haut, verkommt.
Der finale Shoot-Out auf dem freien Feld ist immer noch ein Höhepunkt für mich!
Was noch?
Elmer Bernstein liefert auch wieder einen passenden, wenn auch nicht sonderlich bemerkenswerten Score ab. Und die deutsche Synchro verwöhnt die Ohren mit einer Sahnecrew : Arnold Marquis, Hugo Schrader, Christian Brückner, Dagmar Biener, Curt Ackerman, Michael Chevalier, Heinz Petruo, Thomas Danneberg und und und!
Ich glaub, jetzt hab ich Lust auf die Fortzsetzung!


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 Betreff des Beitrags: Re: DER MARSHAL - Henry Hathaway
BeitragVerfasst: 25.02.2018 10:45 
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Auch beim "stänkern" kommt's immer auf den Zuschauer an :).

Die einen dürfen großartige Werke nach Lust und Laune verbal demolieren,
daher sollten "die anderen" auch sagen dürfen, was sie davon halten.
Ich persönlich gar nix. Aber was soll's. Wenn schon bezahlte Kritiker oftmals
keine Ahnung von Filmkunst und cineastischen Errungenschaften hatten
und haben, warum sollte man in dieser Hinsicht Ansprüche an ein Fan-Forum
haben. Man muss diesen Quark halt ertragen. Das Forum ist trotzdem prima
und auch sehr nützlich.

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 Betreff des Beitrags: Re: DER MARSHAL - Henry Hathaway
BeitragVerfasst: 25.02.2018 14:47 
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Sbirro Di Ferro hat geschrieben:

Dass Mattie ein Kind von 14 Jahren sein soll, nimmt doch Kim Darby so niemand ab.
Erinnere dich doch mal an Sue Lyon in LOLITA.
Die hat man so zurechtgemacht, dass man ihr ihr Alter ohne weiteres glaubt, bei Kim Darby würde ich eher von ihrem damals wirklichen Alter um die 20 ausgehen.
Der Kurzhaarschnitt macht es nur noch schlimmer, weil man damit (auch noch mit ihrem Namen Mattie), wenn man nicht ganz genau hinschaut, gar nicht weiß, ob das jetzt ein Mädchen oder ein Bub sein soll.
Es sollte doch zumindest klar sein, WAS es ist, ob sie oder er.
Dabei hätte schon eine andere Frisur gereicht, um das klar(er) zu definieren, mehr wäre gar nicht nötig gewesen.
Aber nein, man macht das Schlimmstmögliche...
An der Rolle passt also meiner Meinung nach gar nichts.
Schauspielerisch schwach, charakterlich nur schwer erträglich, optisch unentschlossen - in Summe katastrophal.
Da wäre Sue Lyon in JEDER Hinsicht 1000 Mal geeigneter gewesen.
Wie gesagt, Wayne und Hathaway haben ja später auch beide gesagt, dass Kim Darby eine Fehlbesetzung war.


Nee, Sue Lyon hat doch in Lolita gar nicht funktioniert, und war viel zu alt für die Rolle (und auch sonst nicht gut in der Rolle). Aber das wäre damals auch kaum anders möglich gewesen.

Darby dagegen ist richtig gut, und klar sie nervt, aber das soll sie ja auch. Und ich denke schon daß sie für eine 14jährige die 2 bis 3 Jahre älter wirkt noch durchgeht. Keinesfalls sieht sie aus wie 20.

Wird ihr Alter im Film überhaupt genannt?

Ansonsten halte ich True Grit für einen mittlerweile unterschätzten Film, gerade in Hinsicht auf Waynes Rollen bei Ford und Hawks. Hathaway hat mit True Grit vielleicht sogar seinen schönsten Film abgeliefert, und es ist überhaupt schade daß er nicht bei dem Großteil von Waynes späteren Western im Regiestuhl saß, also bei fast allen die eben nicht von Ford und Hawks stammten. Denn dann sähe die durchwachsene Bilanz des späten Wayne wahrscheinlich sehr viel besser aus. Ok, an Legends of the Lost (1958) konnte er auch nichts retten, aber mit dem richtigen Stoff kam bei ihm meist auch etwas Gelungenes heraus.

Der größte Fehler von True Grit sind die ersten Minuten, die auch noch traurig schlecht aussehenden Szenen bevor Mattie in Fort Smith ankommt, die auch inhaltlich vollkommen überflüssig sind. Denn das wäre der ideale erzählerische Anfangspunkt gewesen, und von da ab ist das ein weitgehend toller Film der erzählerisch und vom Rhythmus her fast alles richtig macht, mit viel Atmosphäre und einigen bärenstarken Nebenrollen (Duvall ist mal wieder sensationell). 8,5 /10


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 Betreff des Beitrags: Re: DER MARSHAL - Henry Hathaway
BeitragVerfasst: 25.02.2018 17:55 
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Stanton hat geschrieben:
Nee, Sue Lyon hat doch in Lolita gar nicht funktioniert, und war viel zu alt für die Rolle (und auch sonst nicht gut in der Rolle). Aber das wäre damals auch kaum anders möglich gewesen.

Das ist wieder eine sehr exklusive Meinung.
Zu alt war sie auf keinen Fall (zum Zeitpunkt des Drehs war sie in Wirklichkeit gerade einmal 14, in der Rolle 12 und wurde mit knappen 16 Jahren ja damals nicht einmal zur Premiere eingelassen).
Da ist es bei Kim Darby schon ein bisschen anders, die war bei den Dreharbeiten (wenn die '68 waren) 21 und sollte grob geschätzt ein Mädchen spielen, das sogar noch ziemlich am Anfang des Teenager-Daseins steht (was ich ihr nicht abnehme).
Das ist schon ein gewaltiger Unterschied.
Was nun wieder Sue Lyon betrifft, sie hat sich als Lolita, denke ich, schon ins kollektive Gedächtnis eingebrannt und wird immer DIE Lolita sein, an der sich nachkommende derartige Charaktere und die jeweiligen Darstellerinnen (sei es in der direkten Neuverfilmung oder anderen ähnlich gearteten Filmen) messen lassen müssen.
Der Konsens spricht in dem Fall also klar gegen deine Auffassung.
Was Kubrick mit ihr geschafft hat, konnte niemand wiederholen, nicht einmal Größen wie Huston oder Ford konnten mit ihr einen derartigen Erfolg erzielen.
Danach hat sie leider auch kaum noch was gemacht.


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 Betreff des Beitrags: Re: DER MARSHAL - Henry Hathaway
BeitragVerfasst: 25.02.2018 18:34 
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Das gibt die Literatur zu Kubrick aber nicht her. Da wird immer auch darüber gesprochen daß sie entgegen ihrem tatsächlichem Alter ganz und gar nicht der Nymphe aus dem Roman gerecht wird, und auch daß das damals bei der Premiere häufig kritisiert wurde. Sofern da halt Romantreue erwartet wurde.
Ich finde Lyon nicht nur unerotisch, sondern auch schauspielerisch nicht so dolle, kann mich aber auch nicht erinnern da jemals groß was anderes gelesen zu haben. Sie hat dann ja auch keine große Karriere gemacht (Darby ja ebenfalls nicht), und auch keine besonderen Rollen mehr bekommen.

Das ihre Lolita Rolle groß für irgend was prägend war sehe ich jetzt auch nicht.

Bei Darby wäre erst mal die Frage wie alt sie im Film überhaupt sein soll, also ob das erwähnt wird (möglich, aber ich weiß das nicht mehr) aber sie soll ganz sicher erwachsener wirken als sie vom Alter her wäre, davon handeln ja Film und Roman, daß sie alle mit ihrer Altklugheit nervt.
Jedenfalls wirkt sie auf mich eher so wie 16, und das passt dann perfekt zu dem was und wie sie spielt. Während Lyon auf mich ebenfalls wie mindestens 16 wirkt, wenn nicht noch deutlich älter, was dem Film aber nicht schadet, auch wenn sie dann nicht mehr als Nymphe durchgeht, was dem Film aber auch nicht schadet. Ihn aber vom Roman dann unterschiedlich macht, was aber ebenfalls ok ist.

Jedenfalls funktioniert Darby für mich ganz ausgezeichnet, während Steinfeld in der Neuverfilmung zu niedlich wirkt.


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