Dirty Pictures

Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Betreff des Beitrags: Re: SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD - Sergio Leone
BeitragVerfasst: 25.03.2018 20:19 
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Kein sehr guter Film. Die Geschichte hätte man auch in 98 Minuten erzählen können. Der Anfang erinnerte mich an die deutsche Bahn, da wartet man auch oft ewig auf das Züglein.

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 Betreff des Beitrags: Re: SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD - Sergio Leone
BeitragVerfasst: 25.03.2018 21:56 
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mike siegel hat geschrieben:
Kein sehr guter Film. Die Geschichte hätte man auch in 98 Minuten erzählen können. Der Anfang erinnerte mich an die deutsche Bahn, da wartet man auch oft ewig auf das Züglein.


Ja, der letzte öde Scheiß. Gut zum einschlafen immerhin ...

Mein Arzt verschreibt die DVD auf Rezept, seitdem schlafen meine Eltern ganz prächtig, jedoch sind die Nebenwirkungen nicht zu unterschätzen. Na ja, fällt eigentlich unters Betäubungsmittelgesetz ...


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 Betreff des Beitrags: Re: SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD - Sergio Leone
BeitragVerfasst: 25.03.2018 22:23 
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RIO BRAVO ist auch so ein Schnarcher - 159 Minuten "Lassen wir den jetzt frei, oder bleibt er in der Zelle..." Gähn.

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 Betreff des Beitrags: Re: SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD - Sergio Leone
BeitragVerfasst: 25.03.2018 22:27 
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Ich halte den Film tatsächlich für zu lang und zu langsam. Wenn ich die Wahl zwischen diesem und ZWEI GLORREICHE HALUNKEN habe, würde ich immer den letzteren schauen. Tatsächlich finde ich sogar, dass LIED VOM TOD Leones schwächster Western ist.


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 Betreff des Beitrags: Re: SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD - Sergio Leone
BeitragVerfasst: 25.03.2018 22:29 
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Stanton hat geschrieben:
mike siegel hat geschrieben:
Kein sehr guter Film. Die Geschichte hätte man auch in 98 Minuten erzählen können. Der Anfang erinnerte mich an die deutsche Bahn, da wartet man auch oft ewig auf das Züglein.


Ja, der letzte öde Scheiß. Gut zum einschlafen immerhin ...

Mein Arzt verschreibt die DVD auf Rezept, seitdem schlafen meine Eltern ganz prächtig, jedoch sind die Nebenwirkungen nicht zu unterschätzen. Na ja, fällt eigentlich unters Betäubungsmittelgesetz ...


Sozusagen ein Metarezept.

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 Betreff des Beitrags: Re: SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD - Sergio Leone
BeitragVerfasst: 25.03.2018 22:45 
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CDexWard hat geschrieben:
Tatsächlich finde ich sogar, dass LIED VOM TOD Leones schwächster Western ist.

JETZT kommt Stimmung in die Bude...
Junge, ich will dir ein bisschen das Gehirn massieren...Bild
(Frei zitiert nach Felipe [Duccio Tessari] aus EINE PISTOLE FÜR RINGO)


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 Betreff des Beitrags: Re: SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD - Sergio Leone
BeitragVerfasst: 25.03.2018 22:54 
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Djabartana hat geschrieben:
Claudia Cardinale ist wunderschön und passt auch hervorragend in die Rolle, aber mir war dieses böse, niemals lächelnde Gesicht unsympathisch. Man könnte auch sagen, dass die nix zu lachen hat in ihrer Rolle, aber mir gehen diese wie es so schön heißt "Resting-Bitch-Faces" auf den Sack :mrgreen:

Dem ersten Teil des ersten Satzes stimme ich uneingeschränkt zu, beim zweiten Teil möchte ich allerdings widersprechen.
Gerade ihr Gesicht macht sie so - kultiviert ausgedrückt - attraktiv (für mich zumindest).
Es ist eigentlich ob sie lächelt oder nicht, dieses Gesicht könnte ich mir stundenlang anschauen und mir würde nicht langweilig werden.
Und dein zweiter Satz stimmt sowieso nicht, da ist dir wohl etwas entgangen.
Mir fallen auf Anhieb zwei Szenen ein, in denen sie (zumindest kurz) lächelt.
"Hey, Cheyenne und müde?", da lächelt sie kurz.
Und auch am Ende nach dem Duell, als sie die Tür hört und plötzlich Harmonica dasteht, lächelt sie.
Soviel also dazu...


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 Betreff des Beitrags: Re: SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD - Sergio Leone
BeitragVerfasst: 25.03.2018 22:58 
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Sbirro Di Ferro hat geschrieben:
CDexWard hat geschrieben:
Tatsächlich finde ich sogar, dass LIED VOM TOD Leones schwächster Western ist.

JETZT kommt Stimmung in die Bude...
Junge, ich will dir ein bisschen das Gehirn massieren...Bild
(Frei zitiert nach Felipe [Duccio Tessari] aus EINE PISTOLE FÜR RINGO)


Ich sage dir auch, warum ich das finde. Mit diesem Film hat Leone seine eigenen Ideale aufgegeben und genau die Art von Film gemacht, die er zu Beginn seines Schaffens im Western vermeiden wollte. Christopher Frayling hat z.b. geschrieben, dass Leone den Westen von den "labernden Charakteren und Frauen" säubern wollte, die die Handlung nur unnötig verlangsamen und stattdessen den Fokus auf kurze und prägnante Dialoge, sowie schnelle Action gelegt hat. Mit SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD gibt Leone diese Absicht aber komplett auf und befüllt ihn mit genau den labernden Charakteren, die er zuvor immer vermieden hat. Der ganze Handlungsstrang mit Claudia Cardinale zieht sich wie Kaugummi und die ganzen kleinen Intrigenspiele machen es auch nicht wirklich besser.

Natürlich ist der Film handwerklich perfekt gemacht, der Unterhaltungswert liegt aber in meinen Augen hinter den DOLLAR-Filmen und TODESMELODIE.


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 Betreff des Beitrags: Re: SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD - Sergio Leone
BeitragVerfasst: 25.03.2018 23:06 
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Ihr seid ja alle gefühlskalt.... brrrrrh, mich friert...

In (fast) jedem Forum dieses anonyme Bashing von Meisterwerken,
da vergeht's einem irgendwie. Ich glaub' ich klinke mich
ne Weile aus und nehme ein paar AK's auf... :) .

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 Betreff des Beitrags: Re: SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD - Sergio Leone
BeitragVerfasst: 25.03.2018 23:16 
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Eigentlich hat er nichts aufgegeben, sondern nur seinen Stil immer weiter entwickelt. Letztlich ist er schon in Für ein paar Dollar mehr in die Breite gegangen, und gelabert wurde bei ihm schon in Für eine Handvoll Dollar recht viel. Und der Actionanteil ging danach, gemessen an der Laufzeit, schon im Verlauf der Dollar Trilogie immer weiter zurück.
Und mit den Frauenrollen meinte er die überflüssigen, diejenigen die die Handlung nicht benötigt, und dafür gibt es viele hübsche Beispiele im US Western, jedoch nicht Frauenrollen an sich.
Überflüssige Frauenrollen finden sich jedoch auch im IW, und auf Frauenrollen an sich wurde da auch nur ungern verzichtet.

Na ja, für mich ist C'era una volta il West jedenfalls Leones unterhaltsamster Film. Sein kurzweiligster, sein spaßigster, sein bester.


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 Betreff des Beitrags: Re: SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD - Sergio Leone
BeitragVerfasst: 25.03.2018 23:36 
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CDexWard hat geschrieben:
Sbirro Di Ferro hat geschrieben:
CDexWard hat geschrieben:
Tatsächlich finde ich sogar, dass LIED VOM TOD Leones schwächster Western ist.

JETZT kommt Stimmung in die Bude...
Junge, ich will dir ein bisschen das Gehirn massieren...Bild
(Frei zitiert nach Felipe [Duccio Tessari] aus EINE PISTOLE FÜR RINGO)


Mit diesem Film hat Leone seine eigenen Ideale aufgegeben und genau die Art von Film gemacht, die er zu Beginn seines Schaffens im Western vermeiden wollte. Christopher Frayling hat z.b. geschrieben, dass Leone den Westen von den "labernden Charakteren und Frauen" säubern wollte, die die Handlung nur unnötig verlangsamen und stattdessen den Fokus auf kurze und prägnante Dialoge, sowie schnelle Action gelegt hat. Mit SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD gibt Leone diese Absicht aber komplett auf und befüllt ihn mit genau den labernden Charakteren, die er zuvor immer vermieden hat.

Genau das Gegenteil ist doch hier der Fall.
Er hat keine Ideale aufgegeben, er hat hiermit genau das gemacht, was für ihn DAS Ideal des Western allgemein ist, hat gezeigt, was dabei herauskommt, wenn er seinen Stil mit Motiven des traditionellen US-Western kombiniert.
Er hat sich ständig weiterentwickelt und diese künstlerische Entwicklung findet hier ihren Höhepunkt.
Es gibt hier auch keine "labernden Charaktere und Frauen, die die Handlung unnötig verlangsamen".
Ich würde ihn sogar als den wortkargsten Leone-Western sehen und was die Frauenrolle betrifft, die ist hier ja das Zentrum von allem, um sie herum wird die ganze Geschichte aufgebaut.
All das, was hier zusammenkommt, wird zu einer tiefen Verbeugung Leones vor seinen Vorbildern wie Ford und zu einem, sozusagen, Hohelied und gleichzeitig Abgesang auf den Western generell.
Und ich wiederhole an dieser Stelle gerne noch einmal, was ich schon damals nach der Kinosichtung geschrieben habe:
Sbirro Di Ferro hat geschrieben:
Wer diesen Film sieht, sieht nicht nur irgendeinen Film, er sieht die Verwirklichung eines Traums.


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 Betreff des Beitrags: Re: SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD - Sergio Leone
BeitragVerfasst: 26.03.2018 14:14 
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CDexWard hat geschrieben:
Ich halte den Film tatsächlich für zu lang und zu langsam. Wenn ich die Wahl zwischen diesem und ZWEI GLORREICHE HALUNKEN habe, würde ich immer den letzteren schauen. Tatsächlich finde ich sogar, dass LIED VOM TOD Leones schwächster Western ist.


Ich möchte Dir ausdrücklich zustimmen - allerdings mit der Einschränkung, dass "schwacher" oder "schwächster" Film objektiv (?) betrachtet eben ein problematischer Terminus ist...denn objektiv betrachtet, finde ich, dass SPIEL MIR... der perfekteste Film Leones wäre, quasi seine Stil-Perfektionierung...handwerklich, inszenatorisch, die Bildkompositionen, die Zitat-Ebene (ich würde den Film als eine Art Puzzle aus USA-Western und dem eigenen Werk begreifen wollen, wenn es um den intertextuellen Bezug geht)... - so gesehen: ein perfekter Film...

dennoch muss der Film ja auch auf einen Zuschauer treffen, der sich darauf einlässt - und hier haben wir mindestens drei Erzähl-Ebenen: wir haben das frontier-Motiv, das durch das Eisenbahnthema gegeben ist, die Outlaw-Story sowie der Rache-Plot; dies wir alles technisch grandios zu einem Film geformt und durch den Soundtrack - mit den unterschiedlichen Musikthemen der einzelnen Charakteren - veredelt...

wenn der Film nun auf den geneigten Cineasten trifft, dann kann der einiges erleben: er kann der höchst komplexen Geschichte mit ihren zahlreichen Sub-Plots folgen, er kann die unendlichen Referenzen dechiffrieren, er kann sich an den Dialogen sowie an der performativen Affektebene (nicht zuletzt durch die Musik) ergötzen usw...

aber: ich weiß nicht, wie damals - beim Kinostart - der Film aufgenommen wurde; ich denke, dass er weniger als ein neuer "Western" aus Italien, sondern vielmehr als neuer "Leone" erwartet worden ist - und so gesehen fügt sich SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD folgerichtig ins Gesamtwerk Leones als wesentlicher Entwicklungsschritt ein...

wenn wir uns nun aber einmal von dieser Künstler-immanenten Perspektive fortbewegen und den Film als Western und dazu noch als Italo-Western wahrnehmen, dann erscheint der Film - für mich jedenfalls - als Fremdkörper, der eher den USA-Western re-aktiviert, als den Italo-Western fortschreibt...

wenn ich jetzt eher an einem "Italo-Western" interessiert wäre, dann - so meine These - wäre ich mit SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD möglicherweise schlechter betraten, als wenn ich mir zum Beispiel DJANGO - KREUZE IM BLUTIGEN SAND anschauen würde...

da sich Leone eben künstlerisch weiterentwickelt hat, sieht SPIEL nun einmal so aus, wie er ausschaut - ein großartiges Meisterwerk...

gleichwohl verliert sich in der epischen Breite des Films der kapitalistisch kritische (?) Zynismus, die Gewaltspitzen "funkeln" nur noch aus der Handlung hervor - was sie noch nachhaltiger in ihrer Wirkung macht - und der Film wird überhaupt von einer edlen Romantik verklärt, wie ich sie eher in den Siedler-Western aus den USA her kennen, als aus den graphisch überspitzten und nihilistischen Western aus Italien (x), wie sie seit dem ersten Leone-Western entstanden sind...

damit möchte ich sagen: SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD ist cineastische Kunst - ohne Frage; doch fehlen dem Film einige Elemente, beziehungsweise: diese werden von anderen überdeckt, die beispielsweise bei den ersten drei Leone-Western ein ganzes Sub-Genre, nämlich den Italo-Western, beeinflusst haben...

das heißt: derjenige, der den Italo-Western in seiner Typisierung liebt - so wie ich -, der muss bei SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD schon Abstriche machen, sollte er einen Italo-Western erwarten - vielleicht finde ich ihn eben deshalb zu episch...
lange bevor ich den Film zum ersten Mal im TV gesehen habe, hatte ich nur davon gehört und schon ein paar andere Italo-Western gesehen; als dann der Film lief, war ich schon etwas enttäuscht und es hat mehrere Jahre gebraucht, bis ich jetzt mit dem Film eigentlich "ganz gut klarkomme" - kann man das - trotz des Status als Meisterwerk - nachvollziehen?


x = ich weiß natürlich, dass auch der USA-Western - das Vorbild für den Italo-Western - brutal, zynisch, nihilistisch sein kann und es war, dennoch sind gerade diese Stil-Idiome im Italo-Western extrem verdichtet, so dass ich diese verkürzte Stil-Charakterisierung als typisch für den Western aus Italien darstellen möchte, um so meinen Standpunkt zur unterschiedlichen Rezeptionserwartung zu bekräftigen...


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 Betreff des Beitrags: Re: SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD - Sergio Leone
BeitragVerfasst: 26.03.2018 14:52 
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Howard Vernon hat geschrieben:
wenn wir uns nun aber einmal von dieser Künstler-immanenten Perspektive fortbewegen und den Film als Western und dazu noch als Italo-Western wahrnehmen, dann erscheint der Film - für mich jedenfalls - als Fremdkörper, der eher den USA-Western re-aktiviert, als den Italo-Western fortschreibt...

Ich würde das wiederum ganz anders sehen, nämlich weder als richtige "Reaktivierung" des US-Western, noch als Fortsetzung des Italowestern.
Er nimmt einfach den traditionellen Western, wie er ihn in jungen Jahren kennen (und wohl auch lieben-) gelernt hat, verflicht das mit seinem eigenen Stil und führt den Western an sich zu Ende.
SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD ist der Endpunkt des gesamten Genres, egal ob von amerikanischer oder italienischer Seite betrachtet.
Damit ist alles gesagt oder erzählt, was es in einem Western zu sagen/erzählen gibt, dieser Film stellt quasi die Quintessenz des Western dar.
Und nicht wenigen gilt der Film eben (aus meiner Sicht vollkommen zurecht) als DER Italowestern schlechthin.
OBWOHL es genau genommen ein halber US-Western ist.

Ich glaube auch (und das bezieht sich jetzt NICHT direkt auf das von dir geschriebene, Howard), dass Leone mit dieser langsamen, man kann schon sagen, andächtigen Inszenierung, dem Zuschauer genau das Gefühl vermitteln wollte, das er hatte, als er in seiner Jugendzeit die Filme von bspw. Ford gesehen hat.
Ich würde es vergleichen wollen mit dem Gefühl eines kleinen Kindes, das mit leuchtenden Augen und total fasziniert vor dem von Kerzenlicht strahlenden, geschmückten Christbaum steht.


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 Betreff des Beitrags: Re: SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD - Sergio Leone
BeitragVerfasst: 26.03.2018 15:34 
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Sbirro Di Ferro hat geschrieben:
Ich würde das wiederum ganz anders sehen, nämlich weder als richtige "Reaktivierung" des US-Western, noch als Fortsetzung des Italowestern.
Er nimmt einfach den traditionellen Western, wie er ihn in jungen Jahren kennen (und wohl auch lieben-) gelernt hat, verflicht das mit seinem eigenen Stil und führt den Western an sich zu Ende.
SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD ist der Endpunkt des gesamten Genres, egal ob von amerikanischer oder italienischer Seite betrachtet.
Damit ist alles gesagt oder erzählt, was es in einem Western zu sagen/erzählen gibt, dieser Film stellt quasi die Quintessenz des Western dar.
Und nicht wenigen gilt der Film eben (aus meiner Sicht vollkommen zurecht) als DER Italowestern schlechthin.
OBWOHL es genau genommen ein halber US-Western ist.


Ich finde auch, dass man den Western als Genre nicht so sehr zwischen dem USA-Western und dem Italo-Western separiert betrachten sollte, gleichwohl es natürlich gute Gründe gibt, im "Italo-Western" ein eigenes, oder besser ein Sub-Genre zu sehen, wobei man dann diskutieren könnte, ob die Unterschiede nicht vor allem formal statt inhalticher Natur wären - aber egal...

von daher gebe ich Dir recht, dass man in SPIEL einen gewissen Endpunkt für das Western-Genre erkennen könnte - die Summe aller Teile in einem Film quasi vereint - mein Argument der Re-Aktivierung bezog sich dann auch mehr auf die Rezeption, also dass "Freunde" des USA-Western möglicherweise einen schnelleren Zugang zum Film finden, als Leute, die eher die ganz archaische Form des "Italo-Western" mögen - zu denen ich gehöre, weshalb mir da der Film am Anfang "Schwierigkeiten" bereitet hatte...

gehen wir jetzt einmal von einem Endpunkt für das Genre aus, das sich mit SPIEL verabsolutiert hätte, dann würde jeder weitere Western ja, der nach SPIEL gedreht wurde, ein NEO-Western sein - ein Film, der WIEDER das Genre belebt...

in Italien selbst hatte sich das Genre ja bald an den Kino-Kassen überlebt und man versuchte mit Komödien und Parodien noch die letzte Kraft zu mobilisieren; in den USA: was kam nach den großen Edelwestern, die sich mit ihrer stärken Psychologisierung ihrer Figuren hervorgetan hatten? Es begann das NEW-HOLLYWOOD-Kino mit seinem re-visionistischen Ansatz: mit der Dekonstruktion der großen Western-Mythen, es kam der sogeannte Spätwestern etc.

so gesehen finde ich Deine Analyse, in SPIEL ein (Zwischen-)Fazit (aber kein Schlussfazit) für ein etabliertes, jedoch im kommerziell Abgesang befindliches Genre zu sehen, durchaus treffend... zumal sich in SPIEL eben der USA-Western als auch der Italo-Western (für mich allerdings nur noch spurenhaft) integrieren...


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 Betreff des Beitrags: Re: SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD - Sergio Leone
BeitragVerfasst: 26.03.2018 15:46 
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Sehr interessante Diskussion der ich auch nicht groß im Weg stehen will - nur kurz soviel:
'Spiel mir das Lied vom Tod' ist für mich genau so nicht nur ein Italo-Western wie Kubricks '2001' nicht nur Science-Fiction ist.
So - weiter machen ... :mrgreen:


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 Betreff des Beitrags: Re: SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD - Sergio Leone
BeitragVerfasst: 26.03.2018 15:56 
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Howard Vernon hat geschrieben:
von daher gebe ich Dir recht, dass man in SPIEL einen gewissen Endpunkt für das Western-Genre erkennen könnte - die Summe aller Teile in einem Film quasi vereint - mein Argument der Re-Aktivierung bezog sich dann auch mehr auf die Rezeption, also dass "Freunde" des USA-Western möglicherweise einen schnelleren Zugang zum Film finden, als Leute, die eher die ganz archaische Form des "Italo-Western" mögen - zu denen ich gehöre, weshalb mir da der Film am Anfang "Schwierigkeiten" bereitet hatte...

Naja, muss nicht sein.
Bei mir war es z.B. nicht so und das obwohl ich lange, sehr lange gebraucht habe, bis ich mich mit dem US-Western halbwegs "arrangieren" konnte (und da auch heute noch sehr wählerisch bin).
SPIEL MIR... war einer meiner ersten IW nach den drei Colizzi-Western, einigen Giuliano-Gemma-Western und ein paar Komödien.
Damals war ich sicher noch keine 10 Jahre alt und habe wohl noch nicht wirklich etwas von dem Film verstanden, aber zahlreiche Bilder und Szenen sind mir schon damals in Erinnerung geblieben.


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 Betreff des Beitrags: Re: SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD - Sergio Leone
BeitragVerfasst: 26.03.2018 18:05 
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Hab mir Samstag Nacht direkt noch die Blu-Ray bei Amazon bestellt und die lag heute schon im Briefkasten? Wie ist das möglich???
Jedenfalls hat die Blu-Ray mich so angelächelt, dass ich sie schon wieder eingelegt habe. Scheinbar hat mich der Film voll erwischt trotz meiner "Kritik". Wie er jetzt nochmal besser wirkt im Vergleich zur DVD kommt ihm auch nochmal zu gute. Sieht echt klasse aus!

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it just means that a million people are stupid as fuck


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 Betreff des Beitrags: Re: SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD - Sergio Leone
BeitragVerfasst: 14.05.2018 18:40 
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Interessant, was alles so bei YouTube drin ist. Ich kenne das, aber ich stelle das mal hier auch rein.
Mirelle Mathieu, gut bei Stimme, singt Ennio Morricone. Da hatten sich damals im Jahre 1974 zwei
gefunden und mehrere Kompositionen vom Maestro musikalisch etwas neu aufbereitet. Obwohl natürlich
nicht zum Meisterwerk gehörend, passt es wunderbar als schönes Musik Extra :)
Eine Stimme hat sie,.... :)

www.youtube.com Video From : www.youtube.com

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 Betreff des Beitrags: Re: SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD - Sergio Leone
BeitragVerfasst: 11.07.2018 18:03 
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Fotos von den Dreharbeiten:

www.youtube.com Video From : www.youtube.com


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