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 Betreff des Beitrags: DER SIEGER - John Ford
BeitragVerfasst: 28.03.2018 22:31 
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Produktionsland/Jahr: USA 1952
Darsteller: John Wayne, Maureen O'Hara, Barry Fitzgerald, Victor McLaglen, Ward Bond, Mildred Natwick, Francis Ford, Arthur Shields, Eileen Crowe
Drehbuch: Frank S. Nugent
Produziert von: John Ford & Merian C. Cooper
Musik: Victor Young

Nach sehr vielen Jahren kehrt der Ex-Boxchampion Sean Thornton (John Wayne) in seine irische Heimat zurück. Als er sich Hals über Kopf in die kratzbürstige Mary Kate Danaher (Maureen O'Hara) verliebt gibt es Ärger, denn ihr Bruder (Victor McLaglen) toleriert die Liebe nicht und macht den beiden das Leben zur Hölle.
(Ofdb)

Die Ford-Version vom gezähmten Widerspenstigen.
In den Grundzügen zumindest folgt er dem Shakespare-Stück, die eigentliche Basis bildet die Erzählung "Der stille Mann" von Maurice Walsh.
Ich sehe den Film aber eher als gezähmter Widerspenstiger á la Ford und so gesehen ist es m.E. bei weitem nicht die beste Verfilmung des Stücks.
Zu oft laufen Pointen ins Leere, allgemein zündet der Humor selten, das ist für eine Komödie normalerweise der Todesstoß.
Nur vereinzelt finde ich wirklich lustige Szenen, wie die Abholung vom Bahnhof von Mary Kate durch Sean, der sie den Weg nach Hause wahlweise vor sich her treibt oder nachschleift, wenn sie erschöpft zu Boden geht.
Das am Ende noch stattfindende zusammenraufen, die Schlägerei zwischen Sean und dem Bruder von Mary, der immer gegen die Ehe seiner Schwester mit Sean war, ist dagegen dann wieder erstaunlich langweilig heruntergekurbelt.
Überhaupt braucht der Film ziemlich lange, bis das Geschehen halbwegs in Fahrt kommt (ich würde sagen, zumindest die erste Dreiviertelstunde).
Bis dorthin wechseln sich teils kitschige, teils einfach nur ermüdende Gesangseinlagen und halbgare romantische Szenen ab.
Soweit ist das alles zwar nicht wirklich langweilig, aber mehr auch nicht.
Ist die erste Stunde dann geschafft und sind Sean und Mary verheiratet, wird's vorerst eine Weile besser, aber auch das hält sich nicht lange.
Bestenfalls 2-3 Lacher zwischendurch, aber größtenteils plätschert das Ganze nur vor sich hin, ohne dass es mir sonderlich Spaß machen würde.
129 Minuten sind eindeutig zu lang für diese großteils schwache Komödie, wo schon das Drehbuch oftmals vernünftige komische Ideen vermissen lässt.
Ford und seine Hauptdarsteller Wayne und O'Hara sind sichtlich bemüht, irgendwie noch das beste herauszuholen, aber das war für mich trotzdem alles andere als das große Vergnügen.
Schade, schade, der Trailer schaut ja sehr vielversprechend aus, umso größer ist jetzt die Enttäuschung.
Da bleibe ich doch lieber bei der 63er-Version MACLINTOCK, wieder mit dem Gespann Wayne/O'Hara oder nehme gleich die italienische Version mit dem Duo Celentano/Muti.
Für den Ford'schen gezähmten Widerspenstigen gibt's von mir nur 6/10.

Trailer:
www.youtube.com Video From : www.youtube.com


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 Betreff des Beitrags: Re: DER SIEGER - John Ford
BeitragVerfasst: 17.04.2018 11:34 
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am 20. April kommt ja die Blu Ray von Filmjuwelen:

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ich selbst kenne den Film noch überhaupt nicht (nur den Trailer gesehen) und was Sbirro schreibt, klingt jetzt auch nicht so spannend für mich; da ich Filme allerdings eher über ihr visuelles Sein, um es mal so zu nennen, wahrnehme (weniger vom Inhaltlichen, vom Thematischen her), wollte ich fragen, ob DER SIEGER denn hier punkten kann? Ich finde "Ford-Filme" (zumeist kenne ich ja nur die Western) von ihren Kompositionen (der Kontrast zwischen Nah- und Ferneinstellungen) immer sehr gelungen, auch was das Farbzusammenspiel betrifft, sind seine Filme für mich absolute "Kunst"... wie sieht es damit also bei dem SIEGER aus? Stimmt da die Mise en Scène und zeigt sich der typische "Ford-Stil"?...


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 Betreff des Beitrags: Re: DER SIEGER - John Ford
BeitragVerfasst: 17.04.2018 12:03 
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THE QUIET MAN ist einer der "typischsten", besten und schönsten Ford-Filme.

Liegen einem, emotional gesehen, die Ereignisse der Geschichte (und die darin involvierten Figuren natürlich),
nicht, dann dürfte der dadurch versperrte Zugang freilich die Schönheit dieses Werkes mindern.

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Zuletzt geändert von mike siegel am 17.04.2018 13:09, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: DER SIEGER - John Ford
BeitragVerfasst: 17.04.2018 12:42 
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mike siegel hat geschrieben:
THE QUIET MAN ist einer der "typischten", besten und schönsten Ford-Filme.

Liegen einem, emotional gesehen, die Ereignisse der Geschichte (und die darin involvierten Figuren natürlich),
nicht, dann dürfte der dadurch versperrte Zugang freilich die Schönheit dieses Werkes mindern.


Danke für Deine Einschätzung, Mike,

dann werde ich doch einen Blick bei der BD riskieren... schon, dass es ein Farbfilm ist, hatte mich an dem Werk interessiert und was Ford daraus dann gemacht hat... die Western von Ford finde ich allesamt großartig (auch die heute altbackenen Männerbünde usw. "funktionieren" für mich hier); ansonsten kenne ich außerhalb seiner Western MOGAMBO (hier wäre eine BD alleine schon wegen dem "Farberlebnis" ein absoluter Traum) sowie natürlich auch FRÜCHTE DES ZORNS (natürlich ein Meisterwerk)...

was die Figuren-Frage betrifft: da mich der Plot hier wahrscheinlich weniger interessieren wird, kann ich umso mehr meine Gedanken von der Handlung abstrahieren und mich dann - vielleicht? - nur noch auf die Kompositionen konzentrieren, wäre dann so eine "abstrakte" Filmerfahrung, die man hier machen könnte... aber möglicherweise schätze ich den Handlungsaspekt auch völlig falsch ein und bekomme doch einen Zugang zur Erzähl-Ebene - bin gespannt...


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 Betreff des Beitrags: Re: DER SIEGER - John Ford
BeitragVerfasst: 17.04.2018 13:59 
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Der Film war Fords Traumprojekt, RIO GRANDE hat er z.B. nur für Republic gemacht, damit sie ihm
QUIET MAN finanzierten und er endlich seinen "Iren-Film" (er sah sich ja selbst als Ire) on location drehen
konnte. (Damals wurden dort kaum Filme gedreht. Farbe war natürlich ein "Muß", Grün und so...).

MOGAMBO? Keiner meiner Top 25 Ford-Filme. Trotz der tollen Besetzung. War für ihn
kein wichtiges Projekt, so wie viele seiner Filme in den 50ern... (sein Status bei den
Produzenten war schwierig, obwohl er als größter Regisseur Hollywoods angesehen wurde.
Er litt sehr unter dem Untergang des Studio Systems.)

FRÜCHTE: Das ist ein anderes Kaliber. Einer meiner Top 15 Titel.

Meine 10 Top Fords:
- GRAPES OF WRATH
- HOW GREEN WAS MY VALLEY
- LIBERTY VALANCE
- SEARCHERS
- QUIET MAN
- SHE WORE A YELLOW RIBBON
- MY DARLING CLEMENTINE
- THE INFORMER
- YOUNG MR. LINCOLN
- STAGECOACH

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 Betreff des Beitrags: Re: DER SIEGER - John Ford
BeitragVerfasst: 17.04.2018 14:33 
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bei "Ford" sind bei mir noch sehr viele Lücken zu schließen; der frühste Film, den ich von ihm kenne, ist tatsächlich HÖLLENFAHRT NACH SANTA FE, also einer von 1939, so dass ich sein komplettes Frühwerk leider nicht kenne und einschätzen kann...

RIO GRANDE - und die anderen zwei Kavalleriewestern - wären so mein Startpunkt in seiner Filmografie (wobei ich gerade "Trommeln am Mohawk" auf BD wiederentdeckt habe)...

absolute Höhepunkte für mich sind dann natürlich: "Faustrecht der Prärie" und "Der schwarze Falke", den ich unzählige Male schon gesehen habe und bei jeder neuen Sichtung gibt es irgendetwas, das ich zum ersten Mal dort entdecke (sei es eine Geste, die man in der Handlung neu einordnet, oder nur eine neue Interpretation, warum Ethan am Schluss wieder losreitet - oder auch: Tür-Symbolikl)...

"Mogambo" finde ich wohl gut, weil mir überhaupt solche Abenteuerfilme (richtige "pulps") gefallen, weshalb mir auch z. B. "König Salomons Diamanten" (nicht von Ford) sehr gut gefällt...

"Der letzte Befehl" oder auch "Zwei ritten zusammen" sehe ich recht gerne, wobei die beiden natürlich nicht die Qualität von "Der
schwarze Falke" aufweisen...

aus Fords Spätwerk möchte ich dann noch seinen "Liberty Valance" sowie (für mich noch nicht zu epischen) "Cheyenne" hervorheben...

wie war das noch mit "Alamo"? Hatte da Ford nicht Co-Regie geführt, oder etwas ähnliches?...


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 Betreff des Beitrags: Re: DER SIEGER - John Ford
BeitragVerfasst: 17.04.2018 15:01 
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Ford tauchte bei ALAMO einfach auf und wollte seinem Ziehsohn zeigen wie's geht.
Wayne war davon gar nicht begeistert, aber um Pappy nicht zu verletzen, gab'
er ihm eine komplette Second-Unit Einheit. Ford verdrehte dann für Hunderttausende Dollar
irgendwelches Material, davon sind im Film vielleicht ne Minute oder so drinnen...

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 Betreff des Beitrags: Re: DER SIEGER - John Ford
BeitragVerfasst: 17.04.2018 15:49 
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mike siegel hat geschrieben:
Ford verdrehte dann für Hunderttausende Dollar
irgendwelches Material, davon sind im Film vielleicht ne Minute oder so drinnen...


also dann doch ein richtiger "Wayne"-Film, wobei man bei Fords Kavallerie-Westen ja auch immer eine patriotische Ebene hat (aber keine propagandistische, "Schnellboote vor Bataan" kenne ich jedoch nicht, möglicherweise wirkt da der II. Weltkrieg hinein?); dennoch wird der Patriotismus zugleich auch hinterfragt;
bei "Zwei ritten zusammen" ist es ja die Doppelmoral und der Rassismus, der von den "Weißen" ausgeht; vielleicht ging es Ford mehr um das Soldatische an sich (so kommt es mir vor), als jetzt um nationale Gedanken, die sich in seinen Filmen ausdrücken?...
"Alamo" (sicherlich eine Chiffre für den damaligen Vietnam-Konflikt) kommt ja oberflächlich "amerikanisierend" daher, will die ideologische Unbesiegbarkeit der USA zeigen und wird so zum Propagandafilm...


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 Betreff des Beitrags: Re: DER SIEGER - John Ford
BeitragVerfasst: 17.04.2018 16:03 
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yo, yo, ALAMO ist ein richtiger Wayne-Film. Paar Schwächen, aber doch ein toller Erstling, und die enorme Produktionsleistung...
sicher das teuerste Regie-Debut aller Zeiten... Gab's hier in 70mm war 2 Jahren...
Aber kein Vietnam :). (Das ist THE GREEN BERETS, seine zweite Regiearbeit 1968) - ALAMO war Wayne's Lebensprojekt, schon
Ende der 40er fingen die Planungen an. Er verließ sein damaliges Hausstudio Republic dann 1952 auch, als man ihn andauernd
hinhielt bezüglich ALAMO (und Ford hatte er dem undankbaren Chef Herbert Yates ja auch inns Haus geholt, um zum QUIET MAN zurück zukommen.)

TWO RODE TOGETHER ist rechter Schrott, du bist hart im Nehmen :).

THEY WERE EXPENDABLE ist klasse... Kriegserfahrungen, ja. Ich glaube Ford war der einzige
Top-Regisseur, der im Krieg richtig verwundet wurde. (Außer William Wyler, der bei MEMPHIS BELLE in
dem lauten Boeing B-17 Bomber 50% seines Gehörs verlor...)

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 Betreff des Beitrags: Re: DER SIEGER - John Ford
BeitragVerfasst: 17.04.2018 16:11 
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@Howard Vernon:

Hol dir die BD, schau ihn dir an, bilde dir deine Meinung - das Beste, was du machen kannst.
Mir persönlich gibt DER SIEGER in keiner Hinsicht viel, weder visuell noch sonst irgendwie.
Aber du hast ja, denke ich, sowieso eine etwas andere Sicht auf Ford als ich, von daher kannst du, glaube ich, nicht viel falsch machen...
Ich bevorzuge aber jedenfalls allemal MACLINTOCK oder DER GEZÄHMTE WIDERSPENSTIGE von Castellano & Pipolo, wenn es um den gezähmten Widerspenstigen geht.


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 Betreff des Beitrags: Re: DER SIEGER - John Ford
BeitragVerfasst: 17.04.2018 16:15 
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mike siegel hat geschrieben:
TWO RODE TOGETHER ist rechter Schrott, du bist hart im Nehmen :).


ich weiß :lol: - die Szene am Lagerfeuer, wenn Woody Strodes Charakter aus dem Busch springt, ist doch klasse...

die DVD von THEY WERE EXPENDABLE hatte ich bislang immer liegen gelassen, neulich hatte ich "Sands of Iwo Jima" von Allan Dwan gesehen, der - mit Wayne - überhaupt nicht nationalistisch ist, ist allerdings auch deutlich nach "45" entstanden, vielleicht deshalb...


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 Betreff des Beitrags: Re: DER SIEGER - John Ford
BeitragVerfasst: 17.04.2018 16:18 
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Sbirro Di Ferro hat geschrieben:
@Howard Vernon:

Hol dir die BD, schau ihn dir an, bilde dir deine Meinung - das Beste, was du machen kannst.
Mir persönlich gibt DER SIEGER in keiner Hinsicht viel, weder visuell noch sonst irgendwie.
Aber du hast ja, denke ich, sowieso eine etwas andere Sicht auf Ford als ich, von daher kannst du, glaube ich, nicht viel falsch machen...
Ich bevorzuge aber jedenfalls allemal MACLINTOCK oder DER GEZÄHMTE WIDERSPENSTIGE von Castellano & Pipolo, wenn es um den gezähmten Widerspenstigen geht.


ja, ich denke, dass ich mit dem "Ford-Stil" doch sehr viel anfangen kann - wie gesagt, dass Thema selbst reizt mich bei dem SIEGER jetzt nicht - bei MACLINTOCK sind wir uns einig: mag ich sehr gerne...


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 Betreff des Beitrags: Re: DER SIEGER - John Ford
BeitragVerfasst: 17.04.2018 19:23 
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THE QUIET MAN gehört für mich zu den gelungensten und schönsten Ford-Werken und ist auch sein bester Irland-Film, obwohl mir diesbezüglich THE INFORMER (1935), THE PLOUGH AND THE STARS (1936), HOW GREN WAS MY VALLEY (1941) und selbst YOUNG CASSIDY (1965) auch gefallen.
THE RISING OF THE MOON (1957) habe ich bisher noch nicht gesehen.

Auf der letzten Filmbörse konnte ich mich mit einem Privathändler über den "Sieger" unterhalten. Dieser wollte während eines bevorstehenden Irlandaufenthaltes die Drehorte seines Lieblingsfilms aufsuchen. Unfassbar - und lässt den Film in meiner Gunst noch weiter steigen.

Kürzlich habe ich ein interessantes Portrait über einen der Nebendarsteller aus THE QUIET MAN gesehen: "Sean McClory", enthalten auf der deutschen DVD zu PLUNDER OF THE SUN (Das geheimnisvolle Testament, 1953) - eine (John) Wayne/Fellows Produktion.


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 Betreff des Beitrags: Re: DER SIEGER - John Ford
BeitragVerfasst: 17.04.2018 20:25 
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Frank hat geschrieben:
THE QUIET MAN gehört für mich zu den gelungensten und schönsten Ford-Werken und ist auch sein bester Irland-Film, obwohl mir diesbezüglich THE INFORMER (1935), THE PLOUGH AND THE STARS (1936), HOW GREN WAS MY VALLEY (1941) und selbst YOUNG CASSIDY (1965) auch gefallen.
THE RISING OF THE MOON (1957)
.


Es gibt also noch viel zu entdecken...


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 Betreff des Beitrags: Re: DER SIEGER - John Ford
BeitragVerfasst: 17.04.2018 21:18 
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Howard Vernon hat geschrieben:

Es gibt also noch viel zu entdecken...


Ja, abseits seiner 15 Tonfilmwestern hat er viele heutzutage mehr oder weniger vergessene Perlen in seiner Kollektion, z. b.

1. THE SUN SHINES BRIGHT, 1953
2. STEAMBOAT ROUND THE BEND, 1935
3. THE FUGITIVE, 1947
4. THE HURRICANE, 1937
5. FOUR MEN AND A PRAYER, 1938
6. THE WINGS OF EAGLES, 1957
7. THE LOST PATROL, 1934
8. THE LAST HURRAH, 1958
9. FLESH, 1932
10.PRISONER OF SHARK ISLAND, 1936


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 Betreff des Beitrags: Re: DER SIEGER - John Ford
BeitragVerfasst: 17.04.2018 23:14 
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Yo, da gibt's für Filminteressierte viel zu entdecken. Ich hab' ihn mal ihn München vor
20 Jahren bestimmt zwei ganze Monate studiert - Retro im Filmmuseum, 5 Bücher gelesen, alles
an Dokus aufgetrieben...
Lustig finde ich, das HOW GREEN WAS MY VALLEY bei (sehr) vielen immer noch
als "Irland-Film" gilt (der Film spielt in Wales, Kohle und so :) )

Hier eine meiner Lieblingsraritäten: ein zurückgezogenes EA-Plakat von 1950 (kenne nur
dieses eine Exemplar), der Film wurde vor Filmstart 2x umgetitelt...

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 Betreff des Beitrags: Re: DER SIEGER - John Ford
BeitragVerfasst: 18.04.2018 13:59 
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Hier einmal ein paar Eindrücke zu Fords Farbspiel in DER SIEGER, wie sie bei der BD von "Olive Films" zu bestaunen sind:

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(Quelle: DVDBeaver)

ich könnte mir vorstellen, dass die grünen Landschaftsaufnahmen und solche Kontrastwerte wie das Rot, das in Bild 2 und 4 in der Kleidung sichtbar ist, bei einer "abstrahierten" Sichtweise, die ich oben beschrieben habe, visuell bestimmt "verzaubern"; so als hätte hier die grüne Natur das rötlich Steinige des Monument Valley aus Fords Farbwestern abgelöst...


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 Betreff des Beitrags: Re: DER SIEGER - John Ford
BeitragVerfasst: 19.04.2018 17:50 
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mike siegel hat geschrieben:
Lustig finde ich, das HOW GREEN WAS MY VALLEY bei (sehr) vielen immer noch
als "Irland-Film" gilt (der Film spielt in Wales, Kohle und so :) )


Stimmt, aber bei dem Wort "Green" kam mir Irland in den Sinn. :) :)

In "The Non-Western Films of John Ford" von J. A. Place (Citadel Press, 1979) werden die Filme in Kategorien unterteilt (Kriegsfilme, Actionfilme, etc...). HOW GREEN WAS MY VALLEY findet sich hier unter "The Irish Films" wieder, obwohl von Autorenseite darauf hingewiesen wird, dass er nicht in Irland spielt.


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 Betreff des Beitrags: Re: DER SIEGER - John Ford
BeitragVerfasst: 19.04.2018 20:10 
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Yo, das Buch habe ich auch... ist mir nie aufgefallen (noch einer :). Die Amis halt - Österreich, Deutschland... alles dat gleiche :D )

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 Betreff des Beitrags: Re: DER SIEGER - John Ford
BeitragVerfasst: 21.04.2018 13:11 
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In John Fords RIO GRANDE bekommt der Charakter von Victor McLaglen noch von Maureen O'Haras Figur die Hölle heiß gemacht, weil dieser das Haus von deren Südstaatler-Familie auf Befehl – wie es in seiner Verteidigung heißt – angezündet hatte; in „The Quiet Man“ bilden die Figuren McLaglens und O’Haras ein Geschwisterpaar, das sich wegen dem Neuankömmling Thornton (Wayne), der Mary Kate (O’Hara) heiraten will, um die Mitgift streitet, woraus sich dann zahllose Konflikte, vor allem der humoristischeren Art, ergeben. Bereits nach wenigen Minuten war mir klar, dass ich hier auf einen „richtigen“ Ford-Film gestoßen bin, auch wenn hier die Darsteller ohne Nordstaatenuniform oder mit Cowboy-Hüten auftreten. Um jede „Ecke“ – so könnte man überspitz formulieren – begegnet ein Schauspieler aus Fords Darstellerstab – besonders überrascht war ich von Ward Bond, der den Dorfgeistlichen spielt und fast schon in einer unheimlich geisterhaften Inszenierung, wegen seiner schwarzen Kleidung, in die Handlung eingeführt wird. Hier liegt dann auch – meine ich – die erste große Qualität des Films: gezeigt werden die unterschiedlichsten Typen – alleine schon in ihrer Physiognomie –, die unterschiedliche Standpunkte vertreten (alles ist holzschnittartig, es gibt keine Grautöne), was den dramaturgischen Faden dann stetig in Spannung hält. Überaus plastisch und geradezu grotesk ist das Geschwisterpärchen skizziert, während der „aufgeklärte“ US-Amerikaner Thornton, der seine Wurzeln im irischen Dorf sucht, in ständigem Konflikt mit den dortigen Sitten und Gebräuchen gerät. Schließlich kulminiert all dies in einer wüsten Schlägerei (Ford kommt nicht weg von seinen Westernmotiven, genauso wie es auch ein Pferderennen gibt), wobei dadurch auch ein Aspekt aus Thorntons Vergangenheit gelöst werden kann…

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Leute, die das postkinematografische Zeitalter mit offenen Armen empfangen, werden sich vom SIEGER wohl mit grausen abwenden. Auch die „Botschaft“, dass sich hier der weibliche Part – wegen der dörflichen Sitten – nur durch die Mitgift vom Bruder / der Familie emanzipieren kann, um sodann den häuslichen (filmsemiotisch gesprochen: passiven) Part bei ihrem Neuehemann anzutreten, wird wohl bei manch anderen Personen, die jedes Kunstwerk in allen Zeiten „gender neutal“, beziehungsweise „gender korrekt“ halten wollen, sicherlich sogleich Gelüste größten inquisitorischen Ausmaßes hervorrufen (einen oder gar zwei Oscars gibt es heute dafür sicherlich nicht mehr). Denn: DER SIEGER ist ein altbackener Film, sowohl inhaltlich als auch formal. Doch gerade das Formalästhetische schätze ich an dem Film. Jede Einstellung „sieht“ nach „Komposition“ aus, wobei es vor allem zwei Ebenen gibt, wo dies auffällt. Einmal haben wir die zahlreichen Landschaftsaufnahmen, die in ihrer tiefenräumlichen Staffelung und den darin eingestreuten Staffagefiguren geradezu malerisch wirken; dieses kompositorisch Malerische ist auch bei der zweiten Ebene zu bemerken, wo in den Innenräumen (besonders im Pub) eine Lichtatmosphäre inszeniert ist, die doch sehr an altmeisterliche Interieur-Darstellungen denken lässt – sicherlich von Ford so gewollt und genial umgesetzt.

Noch eine Bemerkung zur neuen Blu Ray: einfach grandios, was hier abgeliefert wird; extrem kräftiges Farbschema und eine beachtliche Bildschärfe. Ich bin froh, dass ich den Film auf diese Weise kennenlernen durfte…


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 Betreff des Beitrags: Re: DER SIEGER - John Ford
BeitragVerfasst: 15.06.2018 17:49 
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Mal eine Frage an die Besitzer der Filmjuwelen-BD:
Hat einer von euch sich neben dem Hauptfilm auch schon den Kurzfilm "Rookie Of The Year" von John Ford, der ja quasi das einzige Extra darstellt, angeschaut? Bei mir bricht der nämlich nach exakt 20:03 min abrupt ab und springt zurück ins Hauptmenü. Die letzten 4,5min fehlen somit. Hat einer von euch eventuell auch diesen Fehler auf der Disc? Konnte im Netz nix dazu finden, keine Ahnung ob das jetzt ein Einzelfall ist, oder bei allen Exemplaren. Bei letzterem könnte ich mir einen Umtausch natürlich schenken.
Wäre schade, da ich diesen kleinen Baseball-Fernsehfilm sehr mag...


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 Betreff des Beitrags: Re: DER SIEGER - John Ford
BeitragVerfasst: 15.06.2018 19:17 
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Loco Burro hat geschrieben:
Mal eine Frage an die Besitzer der Filmjuwelen-BD:
Hat einer von euch sich neben dem Hauptfilm auch schon den Kurzfilm "Rookie Of The Year" von John Ford, der ja quasi das einzige Extra darstellt, angeschaut?


Also bei mir läuft alles ohne Probleme durch... ich würde es dann mit einem Umtausch versuchen...




PS: bei mir gibt es hin und wieder Probleme mit den DVDs von Filmjuwelen; zum Beispiel mit "Agatha Christie: Ein Unbekannter rechnet ab", da "hängen" sich die letzten 20 Min. ständig auf... könnte ein Player-Problem vielleicht sein...


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 Betreff des Beitrags: Re: DER SIEGER - John Ford
BeitragVerfasst: 20.06.2018 16:37 
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Howard Vernon hat geschrieben:
Loco Burro hat geschrieben:
Mal eine Frage an die Besitzer der Filmjuwelen-BD:
Hat einer von euch sich neben dem Hauptfilm auch schon den Kurzfilm "Rookie Of The Year" von John Ford, der ja quasi das einzige Extra darstellt, angeschaut?


Also bei mir läuft alles ohne Probleme durch... ich würde es dann mit einem Umtausch versuchen...




PS: bei mir gibt es hin und wieder Probleme mit den DVDs von Filmjuwelen; zum Beispiel mit "Agatha Christie: Ein Unbekannter rechnet ab", da "hängen" sich die letzten 20 Min. ständig auf... könnte ein Player-Problem vielleicht sein...


Vielen Dank für die schnelle Antwort, ich habe es jetzt mal mit einem Umtausch versucht. Allerdings bricht der Bonusfilm immer noch nach exakt 20:03 ab, auch beim "vorspulen". Was allerdings funktioniert, ist eine Zeitmarke bei 20:04 zu setzen, ab da läuft dann alles ohne Probleme bis zum Ende. Scheint dann wirklich ein Player-Problem zu sein.
Na, was solls, das muss reichen. Wenigstens läuft der Hauptfilm ganz ohne Probleme durch.


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