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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Betreff des Beitrags: WENN KATELBACH KOMMT... - Roman Polanski
BeitragVerfasst: 12.08.2012 00:31 
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Deutscher Titel: Wenn Katelbach kommt…
Originaltitel: Cul-de-sac
Produktionsland: Vereinigtes Königreich
Erscheinungsjahr: 1966

Stab
Regie: Roman Polanski
Drehbuch: Roman Polanski, Gérard Brach
Produktion: Gene Gutowski, Sam Waynberg
Musik: Krzysztof Komeda
Kamera: Gilbert Taylor
Schnitt: Alastair McIntyre

Donald Pleasence (George)
Françoise Dorléac (Teresa)
Lionel Stander (Richard)
-
Jack MacGowran (Albert)
Iain Quarrier (Christopher)
Geoffrey Sumner (Christophers Vater)
Renee Houston (Christophers Mutter)
Robert Dorning (Philip Fairweather)
Marie Kean (Marion Fairweather)
William Franklyn (Cecil)
Jacqueline Bisset (Jacqueline)


Links:
Wikipedia
OFDB
Criterion Collection


Trailer:
www.youtube.com Video From : www.youtube.com



Hier noch eines der vielen fantastischen Musikstücke im Film:
www.youtube.com Video From : www.youtube.com


Zuletzt geändert von Logan5514 am 12.08.2012 00:39, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: WENN KATELBACH KOMMT... (1966) - Roman Polanski
BeitragVerfasst: 12.08.2012 00:32 
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In der Sackgasse

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Die beiden Gangster Richard (Lionel Stander) und Alber (Jack MacGowran) sind auf der Fluch. Sie haben ein „Ding“ gedreht
und sind nur knapp entkommen. Richard hat eine Armverletzung, Alber ringt wegen einer Bauchverletzung mit dem Tod.
Da der Fluchtwagen verreckt ist, muss Richard Hilfe finden um die beiden aus dem Schlammassel zu befreien.
Er will telefonieren. Telefonieren mit ihrem Auftraggeber Katelbach.

In der näheren Umgebung am Meer gibt es nicht viel, außer einer Burg. In dieser ungewöhnlichen Behausung leben der künstlerische
Feingeist George (Donald Pleasence) und seine frisch angetraute Frau, die Französin Teresa(Francoise Dorleac, die ältere Schwester
von Catherine Deneuve).
Erst unbemerkt, dann lautstark begibt sich Richard in der Burg auf die Suche nach einem Telfon und bekommt auch nach langem
Hin und Her ein Gespräch mit Katelbach zustande. Dieser will die beiden verunglückten Gangster aus ihrer Misere erlösen und
verspricht zur Burg zu kommen. Richard ist erleichtert. In seiner Rolle als grober Klotz bringt er die beiden etwas verdutzten Burgbesitzer
dazu ihm zu helfen. Eingeschüchtert durch sein Auftreten beugen sich der feige George und die etwas aufmüpfige Teresa dem Einbrecher.
Sie holen Albert und das Auto, trinken zusammen und reden. Auf eine sehr komische Art und Weise finden Einbrecher und Überfallopfer
zusammen, brechen aber immer wieder zusammen beim Versuch sich zu arrangieren.

Die Nerven liegen immer mehr blank, da sich Katelbach nicht zeigt, Albert verstirbt, Teresa und George sich noch mehr entfremden und
auch noch unerwarteter Besuch vor den Burgmauern steht, der bewirtet werden will. Zu allem Überfluss erscheint auch noch der Dorfjunge,
mit dem Teresa nur spielt. Nach einem Streich Teresas an Richard und einen Gewaltausbruch seinerseits eskaliert die sowieso schon arg
belastende Situation und es kommt zu einem Ende mit einem Knall.


Polanskis „Cul-De-Sac“ (zu Deutsch „Die Sackgasse“) ist eine ziemlich überspitzte Studio über die Menschen und ihr Verhalten in
Extremsituationen. Zudem kommt auch der Blickwinkel auf Menschen aus verschiedenen Ethnien (ein Brite, der versucht die Form zu
wahren und alles unter Kontrolle zu halten, eine Französin, die ihren eigenen Kopf hat und macht was sie will und ein bulliger Amerikaner,
der redet, wie ihm die Schnautze gewachsen ist und sich sofort als Herrscher aufspielt) hinzu. Klischees werden bedient, so dass jeder
Protagonist auf seine Art austeilt und einsteckt.
Das Ganze ist wie ein Drama á la „Wer Gewalt säht“ aufgezogen, wird aber durch etwaige Situationskomik (Bsp.: Richard beim Versuch ein
Telefonat zu bekommen oder Albert, der dank der nahenden Flut beginnt im Auto zu ertrinken) und interessante Situationen entschärft. Doch
gerade durch das Auf und Ab, von lustigem Beisammensein, bis zum Gewaltausbruch gegen Teresa, ist „Cul-De-Sac“ ein hochinteressanter
Film, der den Betrachter mitnimmt auf eine wilde Fahrt. Man weiß nie, was man von dem Dreiergespann halten soll. Sind sie Freunde? Feinde?
Oder einfach nur manipulativ? Und das geht nicht nur von Teresa und George vs. Richard aus, sonder auch innerhalb des Ehepaars.

„Cul-De-Sac“ hat mich häufig an Songs von Tom Waits erinnert, da alles undurchschaubar ist und geschwängert von Alkohol und Wahnsinn.
Zudem hat Lionel Stander (im Original) eine Reifeisenstimme, wie ein Mensch, der morgens mit heißem Teer gurgelt.
Viele Szenenbilder erinnerten mich auch an „The Seventh Seal“ von Bergmann. Das teilweise „dicke“ Schwarz gräbt sich in die Bilder eines
Strandes und verseucht die idyllische Umgebung in etwas Dunkles. Ein gutes Sinnbild dann auch für die Situation.

Ich persönlich fand „Cul-De-Sac“ sogar noch besser, als Polanskis Meisterwerk „Ekel“, da die Charaktere mehr zur Identifikation einladen und
man mehr in den Film gesogen wird. Zudem sind die Schauspieler (allen voran Pleasence) grandios und besser aufgelegt, als die
desillusionierte Catherine Deneuve. Teilweise gleicht der Film (speziell am Ende) einem einzigen Rausch.

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(Bildervon DVD-Beaver)



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Die Blu-Ray von Criterion (Code A) kann nur empfohlen werden. Das Bild ist sauber, detailreich und vom Kontrast und Schwarzwert
her sehr ordentlich. Details kommen nicht so oft zur Geltung, aber immerhin bekommt man ein erstklassiges, sauberes Bild.
Der Ton ist verlustfrei Mono, und damit wohl die beste Wahl.
An Bonusmaterial mangelte es auch nicht. Es gibt Trailer und sowohl ein zeitgenössisches Interview von 1966, sowie ein Interview
von 2003, dass von Blue Underground gemacht wurde.


Meinung des DVD-Beavers.


Ich wüsste jetzt keinen Grund, warum „Cul-De-Sac“ nicht in jeder Filmsammlung stehen sollte!


Zuletzt geändert von Logan5514 am 12.08.2012 12:23, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: WENN KATELBACH KOMMT... (1966) - Roman Polanski
BeitragVerfasst: 12.08.2012 09:38 
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Klingt hochinteressant. Nur ist es schon verwunderlich, dass sich kein deutsches Label um diesen Film kümmert. Arthaus wäre da ein Kandidat.

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 Betreff des Beitrags: Re: WENN KATELBACH KOMMT... (1966) - Roman Polanski
BeitragVerfasst: 12.08.2012 10:22 
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Lief immerhin 2006 im Schweizer TV ! *** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***
Da müsste man doch an eine Kopie davon rankommen ! Den der hört sich ausgezeichnet an !

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 Betreff des Beitrags: Re: WENN KATELBACH KOMMT... (1966) - Roman Polanski
BeitragVerfasst: 12.08.2012 10:50 
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sid.vicious hat geschrieben:
Klingt hochinteressant. Nur ist es schon verwunderlich, dass sich kein deutsches Label um diesen Film kümmert. Arthaus wäre da ein Kandidat.

Das Problem in diesem Fall sind nicht die Labels, die kein Interesse haben, sondern der Rechteinhaber sperrt sich hier gegen eine VÖ.

Walter Potganski hat das auf Cinefacts erläutert:
Zitat:
Nochmals, hoffe der Sachverhalt kommt jetzt klarer und konkreter rüber.
Die Rechtsverhältnisse werden in der IMDb nicht offen gelegt. Es sind dort lediglich Produzenten und die jeweiligen Distributors genannt.
Nicht immer haben die Produzenten die Rechte den oder die Filme auch verkaufen zu können. Es gibt Fälle da gehen diese Rechte auf Banken, Investoren, Vermögensgesellschaften oder Erbengemeinschaften über. Weltweit werden so ganze „Filmpakete“ hin und her geschoben. Lediglich die Stoff- und Autorenrechte, also das Urheberrecht verbleibt beim Regisseur und Drehbuchautor oder seinen Erben.
Was die deutschsprachigen Territorien betrifft sagen die Verträge folgendes: Verkaufen, also die Lizenz vergeben kann nur „die Person“, die den Film auch finanziert hat, also der die Produktionskosten bezahlt hat. Macht auch Sinn, die Produzenten waren nur „durchführende Produzenten“ und wurden für ihre Leistungen bezahlt. Was die Weltrechte betrifft, ist der Finanzier an jedem Verkauf mit einem bestimmten Prozentsatz beteiligt.
Den Rechtestock dieses Lizenzinhabers und Finanziers verwaltet meine Firma, d.h. auch die Produktionen "Katelbach". Selbstverständlich haben wir auch über „Katelbach“ gesprochen und ob wir die TV – Rechte oder Homevideo vergeben sollten. Anfragen von Fernsehsendern und DVD Anbietern gibt es laufend.
Warum passiert derzeit nichts ?
Ohne jetzt Geschäftsgeheimnisse auszuplaudern, teilweise wird der Vorgang auch in einem Buch von Will Tremper „Große Klappe - Meine Filmjahre“ erwähnt, liegt das Problem im zwischenmenschlichen Bereich zwischen dem Finanzier des Films und Sam Waynberg und den Produzenten, es ist eine alte Filmhandelsgeschichte die sich leider bis heute hinzieht…
Sam Waynberg hatte sich den Film durch gefälschte Verträge angeeignet, hat ihn als „seine“ Produktion bei den Filmfestspielen 1966 in Berlin eingereicht, ein Eklat drohte und der Leiter der damaligen Berlinale Dr. Alfred Bauer überredete den Finanzier seinen Mund zu halten. Es gab dann für den Polanski Film einen „Goldenen Bär“, in der Urkunde wird der Finanzier dann als Produzent ausgewiesen.
Waynberg hatte mit Gutowski in London dubiose Geschäfte gemacht. Bei Polanski spielte er lediglich die Rolle des Produktionsleiters, ein junger Pole, der staatenlos geworden war und nur in Berlin rumhing. Michael Klinger, Tony Tenser und Gene Gutowski hatten Sam Waynberg in die Produktion eingebunden und ihm Anteile zugesagt und so sitzt der „Herr“ mit im Boot. Die „Produzenten“ einschließlich Polanski hatten damals überhaupt keine Mittel überhaupt nur einen Meter Film zu drehen.
Sam Waynberg hatte die Einnahmen aus dem Filmverleih Constantin nicht korrekt abgerechnet (die „alte“ Constantin war auch kein freudiger Zahler und ging später pleite), immer wieder verkauft, zuletzt über dritte an das Schweizer Fernsehen (2006).

Es gab zahlreiche Prozesse mit Waynberg und Konsorten. Übringens wurde Sam Waynberg später ein erfolgreicher Filmverleiher (Scotia-Film), mittlerweile ist diese schon längst in Konkurs und mit seinen erfolgreichen Filmen „Eis am Stiel“ wurde viel verbrannte Erde hinterlassen.
Für Filmfreunde ist obiges sicher nicht leicht zu verstehen, da muss man auch das Haifischbecken Filmbranche kennen. Damals gab es kaum eine Filmförderung und alle die so hochgelobten Produzenten wären ohne eine Finanzierung von anderer Seite längst pleite gegangen. Da wurden buchstäblich Produzenten vom „Strick geschnitten“. Später machten dies die Film- und Medienfonds, heute die Filmförderung mit Steuergeldern von uns allen.
Wir haben mit diesem Rechteinhaber/ Finanzier schon viele Filme auf dem Weg zu einer wunderschönen DVD Veröffentlichung gebracht. Nur „Wenn Katelbach kommt“ ist für ihn ein rotes Tuch.
Letztlich ist es aber seine Entscheidung was er mit seinem Eigentum macht. Wir oder ich verwalten die Rechte, dies heißt im Klartext: Wenn der Rechteinhaber, dessen Namen ich hier nicht öffentlich nennen will, sein ok gibt kann ich loslegen.
Logisch sollte der Film auch einmal wieder in Deutschland veröffentlicht werden, da ich als seit über 20 Jahren ein kollegiales und freundschaftliches Verhältnis zum Rechteinhaber habe kann ich es nur immer wieder aufgreifen.


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 Betreff des Beitrags: Re: WENN KATELBACH KOMMT... (1966) - Roman Polanski
BeitragVerfasst: 12.08.2012 12:31 
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Also ich muss ganz ehrlich sagen, angesichts der hervorragenden Criterion-Auswertung vermisse ich keine deutsche DVD.
Zumal man sicherlich diesem eher unbekannten Polanski nicht einmal eine Blu-Ray spendieren würde (wenn ich da z.B. an die "lieblosen" Editionen von Arthaus denke zu "Un Flic" oder "Armee im Schatten").

Allerdings ist es schon wirklich interessant, wie schwer es teilweise ist Filme herauszubringen. Ich denke in Amerika wird es da anders gelaufen sein, sonst hätte Criterion da nicht so freie Hand gehabt. Und auch andere Länder haben es ja geschafft den Film zu veröffentlichen. Das sich gerade für den deutschsprachigen Raum die Geldgeber immer so quer stellen...

---

Übrigens kommt dieses Thema auch häufig im Film vor... Seitdem verfolgt es mich ;)
www.youtube.com Video From : www.youtube.com


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 Betreff des Beitrags: Re: WENN KATELBACH KOMMT... (1966) - Roman Polanski
BeitragVerfasst: 12.08.2012 19:24 
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Logan5514 hat geschrieben:
Also ich muss ganz ehrlich sagen, angesichts der hervorragenden Criterion-Auswertung vermisse ich keine deutsche DVD.

So lang er vorhanden ist, bevorzuge ich den deutschen Ton ! Und da käme eine deutsche DVD wie gerufen ! :D

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 Betreff des Beitrags: Re: WENN KATELBACH KOMMT... - Roman Polanski
BeitragVerfasst: 14.08.2012 10:52 
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Dr. Snaut hat geschrieben:
Danke Logan für deine Eindrücke!
Klingt in der Tat nach einem Film der mir gefallen könnte.




Aber so langsam rolle ich das Thema "Polanski" für mich mal auf. Die hälfte seiner Filme fehlt mir zwar noch, aber ich bin guter Dinge, dass ich den guten Mann auch bald von meiner Liste streichen kann ;)

Am meisten "Angst" habe ich ja vor Polanskis "Die Frauen sind an allem schuld" - Ist das berechtigt?

---

Also richtig komödiantisch fand ich "Cul-De-Sac" jetzt nicht. Es war auch keine Komödie im herkömmlichen Sinne. Es gab eben ab und an Situationen, die komisch waren. Verrückte Situationen, die aber auch alltäglich hätten passieren können.

Ich würde "Cul-De-Sac" irgendwie keinem Genre zuschreiben wollen. Am ehesten dem Drama vielleicht. Oder dem Thriller. Aber im Grunde ist es eine Studie ;)


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 Betreff des Beitrags: Re: WENN KATELBACH KOMMT... - Roman Polanski
BeitragVerfasst: 18.01.2018 22:43 
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Ich habe den Film heute erstmalig geschaut und darf schreiben, dass ich äußerst begeistert bin, denn KATELBACH konnte mich mit jeder Spielminute tiefer in seinen Mikrokosmos hineinziehen.

Ein Neueinzug in den subjektiven Polanski-Top 5: TANZ, BABY, MIETER, KATELBACH, MACBETH.

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 Betreff des Beitrags: Re: WENN KATELBACH KOMMT... - Roman Polanski
BeitragVerfasst: 18.01.2018 23:11 
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Zum ersten Mal ? Wie romantisch.
Ist das nicht schön, wenn man solch' großartige Filmkunst zum ersten Mal sieht...

Hab' ihn (ausser Blu-ray natürlich) nur einmal im Kino gesehen, 1999 auf dem Filmfest,
und ne Stunde vorher traf ich Polanskis Schwager in einem Antiquariat. Very strange :).

Jetzt noch WAS? in die subjektive Liste und alles passt :).

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 Betreff des Beitrags: Re: WENN KATELBACH KOMMT... - Roman Polanski
BeitragVerfasst: 04.04.2018 16:05 
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Nach EKEL erneut ein Kammerspiel von Polanski.
Diesmal aber zumindest nicht in einer "engen" kleinen Wohnung, sondern in einem Schloss, das also zumindest eine gewisse Weitläufigkeit bietet.
Das angrenzende Meer nutzt er ebenfalls noch und damit ist der Mikrokosmos schon nicht mehr gar so klein.
In diesen Mikrokosmos setzt Polanski einen Briten, dessen französische Ehefrau und einen amerikanischen Gangster, der mit seinem (ebenfalls verletzten) Partner, der es nicht mehr lange macht, dorthin flüchtet, um auf den Chef (den titelgebenden Katelbach) zu warten.
Und sobald das Geschehen ist (spätestens nach den ersten 10 Minuten), sobald die beiden Gangster im Schloss ankommen, beginnt sich ein Katz-und-Maus-Spiel zu entwickeln.
So wie dann Komödien- und Thriller-Einlagen zum Teil ineinander verschmelzen, die jeweils meist bis ins Groteske führen, verschwimmen auch Freund- und Feindbilder zunehmend.
Auch das Ehepaar geht nicht immer wohlwollend miteinander um, eigentlich je länger das Spielchen dauert, umso weniger.
Sie entfernen sich immer weiter voneinander - Teresa findet langsam Gefallen an Richard, dem überlebenden Gangster und George verfällt nach und nach dem Wahnsinn (womit wir wieder eine Verbindung zum vorhergehenden Film hätten).
Zu den Darstellern muss man Polanski eigentlich gratulieren.
Zu Lionel Stander und Donald Pleasance sowieso, aber vor allem zu Françoise Dorléac.
Zuerst darf er in EKEL mit Catherine Deneuve arbeiten und im Jahr darauf, im nächsten Film, gleich auch noch mit ihrer Schwester.
Von daher ist er wirklich ein Glückspilz gewesen damals, das kann oder darf man, glaube ich, ruhig so sagen.
Den endgültig letzten Schliff gibt der leider früh verstorbene Krzysztof Komeda dem Film, der mit seinen Lounge-Melodien genau den Nerv trifft und zu jeder Stimmlungslage den passenden Klang parat hat.
KATELBACH ist somit erst der zweite Polanski, der mich von Anfang an überzeugt.
8/10


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