Dirty Pictures

Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
Aktuelle Zeit: 12.12.2018 01:23

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 118 Beiträge ] Gehe zu Seite  Vorherige  1, 2, 3, 4  Nächste
AutorNachricht
 Betreff des Beitrags: Re: TANZ DER VAMPIRE - Roman Polanski
BeitragVerfasst: 05.04.2018 15:50 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 09.2012
Beiträge: 1220
Wohnort: Kongo
Geschlecht: männlich
Unfassbar was ich hier lese, der Film macht ohne Ende Spaß :shock:

_________________
'cause if you go platinum, it's got nothing to do with luck
it just means that a million people are stupid as fuck


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: TANZ DER VAMPIRE - Roman Polanski
BeitragVerfasst: 05.04.2018 16:04 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 12.2013
Beiträge: 3742
Wohnort: Provinzmetropole an Rhein und Mosel
Geschlecht: männlich
Ob 'Tanz der Vampire' nun als Meisterwerk angesehen werden kann oder nicht, (vermag und) möchte ich nicht beurteilen, aber mir persönlich sagte weder die Machart dieses Films zu, noch bereitete er mir Spaß. Habe dem Film bisher auch schon zwei Chancen eingeräumt, aber gezündet hat Polanskis Vampirspektakel bei mir dennoch nicht. Mein persönliches Highlight bleibt weiterhin sein großartiger 'Ekel'.

Zudem stimmt meine persönliche Hitliste fast mit der von Ragory überein, mit Ausnahme von 'Das Messer im Wasser', den ich bis dato leider noch nicht zu sehen bekam.

Persönliche Top 5:

1) Ekel
2) Rosemaries Baby
3) Wenn Katelbach kommt
4) Der Mieter
5) Was?


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: TANZ DER VAMPIRE - Roman Polanski
BeitragVerfasst: 05.04.2018 16:17 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 11.2009
Beiträge: 4635
Geschlecht: nicht angegeben
Sbirro Di Ferro hat geschrieben:
Weiß Gott, wo der Film den Kultstatus hernimmt...


Ich weiß es.

Der Film sprüht doch nur so vor Ideen, und er ist nicht nur eine schöne Komödie mit parodistischen Elementen, sondern auch noch ein richtiger gruseliger Horror Film. Und dann kann man ihn auch noch in Bezug auf das Genre als revisionistisch ansehen mit damals recht unverbrauchten Ideen.
Außerdem ist er auch noch schön inszeniert und voller liebevoller Details.

Also Polanskis Filme aus den 60ern waren alle etwas Besonderes. Dieses Niveau hat er danach nur noch mit Chinatown erreicht, der aber an sich ein weniger persönlicher Film war als die Vorgänger, jedoch aus heutiger Sicht sein ganz großes Meisterwerk. Den er sich aneignete, und der ohne ihn wahrscheinlich sehr viel konventioneller geworden wäre.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: TANZ DER VAMPIRE - Roman Polanski
BeitragVerfasst: 05.04.2018 16:34 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 07.2013
Beiträge: 6911
Geschlecht: nicht angegeben
Komisch, dass er den Kultstatus dann aber nur in Europa hat (wie du selbst gesagt hast, Stanton) und sonst überall als zweitrangig und belanglos angesehen wird.
Von "Der Film sprüht doch nur so vor Ideen..." bis "...schön inszeniert und voller liebevoller Details", kann ich deine Ausführungen überhaupt nicht unterschreiben.
Aber es ist ja nicht schlecht, ab und zu aus der Reihe zu tanzen, denn durch konträre Ansichten und Meinungen entstehen ja erst interessante Diskussionen und deswegen sind wir ja alle hier - um Meinungen auszutauschen und zu diskutieren.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: TANZ DER VAMPIRE - Roman Polanski
BeitragVerfasst: 05.04.2018 17:47 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 04.2010
Beiträge: 709
Wohnort: Hamburg
Geschlecht: männlich
Sbirro Di Ferro hat geschrieben:
Komisch, dass er den Kultstatus dann aber nur in Europa hat (wie du selbst gesagt hast, Stanton) und sonst überall als zweitrangig und belanglos angesehen wird.

Du weißt aber schon, dass der Film in den USA in einer völlig anderen Fassung in den Kinos gelaufen ist und zu einer albernen Slapstick-Komödie umgeschnitten wurde? (gegen Polanskis Willen) Manchen Dingen haftet anschließend einfach ein schlechter Ruf an, den sie nicht wieder los werden, egal ob gerechtfertigt oder nicht.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: TANZ DER VAMPIRE - Roman Polanski
BeitragVerfasst: 05.04.2018 17:55 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 01.2012
Beiträge: 915
Wohnort: Rostock
Geschlecht: männlich
Highscores: 7
Sbirro Di Ferro hat geschrieben:
Da ist nichts dran oder drin, was länger im Gedächtnis bleiben würde.

Dein armes Gedächtnis. :( In meinem Gedächtnis hängen lauter Dinge des Filmes rum - so wie Salami und Knoblauch im Wirtshaus. :lol:

_________________
"Uh, I hope, I didn't brain my damage." - Homer Simpson

Wiederaufführung | Alte Filme. Neu entdeckt.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: TANZ DER VAMPIRE - Roman Polanski
BeitragVerfasst: 05.04.2018 21:00 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 01.2017
Beiträge: 17
Wohnort: Rostock
Geschlecht: männlich
Sbirro Di Ferro hat geschrieben:
Weiß Gott, wo der Film den Kultstatus hernimmt...
Da ist nichts dran oder drin, was länger im Gedächtnis bleiben würde.
Sonderlich lustig ist das auch alles nicht, von daher finde ich die Kategorisierung "Belangloses Nebenwerk" unter der er außerhalb Europas im Allgemeinen läuft, allemal passender.

Ich frage mich echt, wie er nach so einer lahmen, vergeigten Grusel-Komödie, so etwas überragendes wie ROSEMARY'S BABY (Review folgt) aus dem Ärmel geschüttelt hat.
Als wär's das einfachste auf der Welt, einen richtig ungemütlichen, unheimlichen Horrorfilm auf die Leinwand zu zaubern, wo der Horror aber im Kopf des Zuschauers entsteht und nicht schon durch häufigen, heftigen Gore vorgekauert serviert wird.


Dieses vernichtende Urteil beißt sich ein wenig mit deiner letzten Wertung 6 von 10 Punkten. Den Film mit lahm, vergeigt und belanglos zu beschreiben, grenzt schon an einen Totalveriss und deutet in keiner Weise auf eine überdurchschnittliche Bewertung hin.

Ich persönlich, als großer Hammer Film sowieso, finde Tanz der Vampire einfach großartig. Erstsichtung war damals noch im zarten Kindesalter. Ich weiß gar nicht mehr, ob noch vor oder schon nach der Wende.Auf jeden Fall war es heimlich und ich war nicht älter als 12. Damals fand ich den Gruselfaktor noch deutlich höher als den Komikfaktor. Graf Krolock hat bei mir auf jeden Fall einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Für mich ist Tanz der Vampire einer der besten Vampirfilme aller Zeiten. Es wird Zeit für eine deutsche Blu-ray.

Hat einer eventuell die Amazon Prime Version in HD? Lohnt sich die?


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: TANZ DER VAMPIRE - Roman Polanski
BeitragVerfasst: 05.04.2018 21:59 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 07.2013
Beiträge: 6911
Geschlecht: nicht angegeben
Tschack hat geschrieben:
Sbirro Di Ferro hat geschrieben:
Weiß Gott, wo der Film den Kultstatus hernimmt...
Da ist nichts dran oder drin, was länger im Gedächtnis bleiben würde.
Sonderlich lustig ist das auch alles nicht, von daher finde ich die Kategorisierung "Belangloses Nebenwerk" unter der er außerhalb Europas im Allgemeinen läuft, allemal passender.

Ich frage mich echt, wie er nach so einer lahmen, vergeigten Grusel-Komödie, so etwas überragendes wie ROSEMARY'S BABY (Review folgt) aus dem Ärmel geschüttelt hat.
Als wär's das einfachste auf der Welt, einen richtig ungemütlichen, unheimlichen Horrorfilm auf die Leinwand zu zaubern, wo der Horror aber im Kopf des Zuschauers entsteht und nicht schon durch häufigen, heftigen Gore vorgekaut serviert wird.


Dieses vernichtende Urteil beißt sich ein wenig mit deiner letzten Wertung 6 von 10 Punkten. Den Film mit lahm, vergeigt und belanglos zu beschreiben, grenzt schon an einen Totalveriss und deutet in keiner Weise auf eine überdurchschnittliche Bewertung hin.

Lass es mich folgendermaßen erklären:
Zunächst ist in meinem Bewertungssystem 6/10 noch keine überdurchschnittliche Wertung, sondern höchstens besserer Durchschnitt.
Überdurchschnittlich ist laut meiner Rechnung erst alles ab 7/10.
Zweitens fand ich ihn jetzt die letzten Male zwar auch nicht wirklich lustig, aber immerhin auch nicht mehr schmerzhaft schlecht, so wie beim ersten Mal.
Ein paar vereinzelte brauchbare Szenen möchte ich ihm auch gar nicht absprechen und ein gewisser Schauwert ( ;) ) ist ja auch vorhanden.
Deswegen ist er mit 6/10 ganz gut bedient, fühlt sich für mich damit weder über- noch unterbewertet an.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: TANZ DER VAMPIRE - Roman Polanski
BeitragVerfasst: 06.04.2018 04:48 
Als Hammerfilmfan gefällt mir Tanz der Vampire äußerst gut. Kulisse und Inszenierung ist Klasse. Es ist auch kein Klamauk geworden, sondern einr bodenständige Gruselkomödie. Gehört definitiv ein mal im Jahr angesehen..... Und btw: Sharon Tate als Redhead. Wenn das nicht mal zündet, weiß ich auch nicht weiter :-).

Die Amazon Prime Version reiht sich in die Liga der HD Versionen alter Filme ein. Der Wow Effekt bleibt aus, aber es reicht (mir) vollkommen aus.


Nach oben
  
 
 Betreff des Beitrags: Re: TANZ DER VAMPIRE - Roman Polanski
BeitragVerfasst: 06.04.2018 07:16 
MMeXX hat geschrieben:
Sbirro Di Ferro hat geschrieben:
Da ist nichts dran oder drin, was länger im Gedächtnis bleiben würde.

Dein armes Gedächtnis. :( In meinem Gedächtnis hängen lauter Dinge des Filmes rum - so wie Salami und Knoblauch im Wirtshaus. :lol:



Oder die wunderschöne Schnee Atmosphäre.
Oder der schwule Vampir, der für die Zeit wirklich außergewöhnlich war.
Ich könnte jetzt so viel aufzählen was diesen Film erinnerungswürdig macht.


Nach oben
  
 
 Betreff des Beitrags: Re: TANZ DER VAMPIRE - Roman Polanski
BeitragVerfasst: 06.04.2018 07:25 
Die ganzen großen Klassiker der alten Zeit muß man heute auch aus einer anderen Perspektive sehen und sie im zeitlichen Kontext einordnen können.
Nehmen wir mal den großen Carpenter Klassiker HALLOWEEN.
Der Film hat nicht mehr dieselbe Wirkung wie damals, weil das Werk bis heute 5 Millionen mal bis ins Alleretzte kopiert wurde und man die filmischen Tricks und Kniffe aus unzähligen nachfolgenden Filmen kennt aber das ist ja nicht die Schuld von John Carpenter, wenn sich so unglaublich viele Filmemacher an seinen Film rangehängt haben.


Nach oben
  
 
 Betreff des Beitrags: Re: TANZ DER VAMPIRE - Roman Polanski
BeitragVerfasst: 06.04.2018 08:18 
Offline
Moderator
Benutzeravatar

Registriert: 11.2009
Beiträge: 10545
Wohnort: Bayern/Franken
Geschlecht: männlich
Spirro diskutiert eben gerne ;)

Der Film ist herrlich :!: ;)

_________________
Bild


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: TANZ DER VAMPIRE - Roman Polanski
BeitragVerfasst: 06.04.2018 08:25 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 10.2010
Beiträge: 577
Geschlecht: nicht angegeben
italo hat geschrieben:
Die ganzen großen Klassiker der alten Zeit muß man heute auch aus einer anderen Perspektive sehen und sie im zeitlichen Kontext einordnen können.


Das ist doch mal ein schöner Satz hier.

Wenn man das nicht kann, sollte man nicht so tun, als würde man sich ernsthaft mit Film beschäften (oder
irgendwas aus früheren Zeiten). Ist ja sehr ehrenwert, wenn sich Sbirro die Zeit nimmt, jeden Tag drei
Filme durch den Wolf zu drehen, aber was dabei herauskommt, lässt bei mir durchweg schlechte Laune
(und Abwesenheit hier) aufkommen. Ford, Polanski, alles wird missverstanden, falsch eingeordnet, unerkannt, niedergemacht.
Da freuen wir uns doch über kommende Besprechungen von Cocteau, Antonioni, Kurosawa, Renoir, Wellman ...
und wenden uns mit Grauen ab (manche sicher).

Ich habe mir damals die spanische Blu-ray geholt, die ist recht prima...
Die Photographie erzielt "groß gesehen" die beste Wirkung - ich konnte ihn 2x mal
auf 35mm sehen. Ganz stark :).Ich denke, er ist für Polanski, neben
PIANIST und CUL-DE-SAC unter seinen eigenen drei Lieblingsfilmen. Für ihn
war es die schönste Zeit in seinem Leben und man merkt dem Film dieses
Glück und auch seine Verliebtheit sehr an. Ein polnischer Hammer-Film, technisch
und humoristisch auf höchsten Niveau... ein Fest für Cineasten. Tragisch,
dass Ransohoff den Film für viele Filmmärkte zerstört hat, aber auch ungeschnitten
ist für die (meisten) Amis der Film schwer zugänglich. Ihnen fehlt der Sinn für
diese Art osteuropäischen Humors, die wollen außerhalb New York's gradlinige Stories
oder primitive Schenkelklopfer.
Ich hab' mit 12 angefangen Film zu studieren, und er war seit Beginn einer meiner
10 Lieblingsregisseure. Sein technischer Perfektionismus ist stets gepaart
mit exzellenten Stoffen, Drehbüchern... und dies schon seit seiner Studentenzeit!
Freilich hat er auch einige Werke, die nicht, oder kaum, funktioniert haben. PIRATES
etwa. Aber das teilt er mit allen Regie-Größen. Auch Welles und Ford (TWO RODE TOGETHER,
aber sicher nicht THE QUIET MAN) haben hi und da mal daneben gegriffen.

Als Parodie steht VAMPIRES ein klein wenig außerhalb der anderen Werke Polanskis,
und selbst, wenn man den Film nicht schon in jungen Jahren gesehen hat (da erzielt
der "Horror" viel mehr Wirkung als die Parodie, mit 11 hab' ich mich bei der Buchbeisser-Szene heftigst
erschreckt - und natürlich keinen Schimmer bezüglich der sexuellen Komponente gehabt.)
so kann man dessen Qualitäten auch in späteren Jahren entdecken - wie man
zum Glück hier im Forum sieht.

Letzte Woche mal wieder MACBETH gesehen, nach wie vor wohl die beste Shakespeare
Verfilmung. Seine Entscheidung, die Protagonisten zu verjüngen war perfekt. Auf Jon Finch
werde ich immer ein klein wenig sauer sein - weil er sich der Welt zu sehr enthalten hat.
Einer meiner Lieblinge, mit VIEL zu wenig Filmen. Großartige Stimme auch... Die Criterion
Blu-ray ist superb, mit einem großartigen einstündigen "Making Of" von 1971! Ein Muß.

_________________
Bild


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: TANZ DER VAMPIRE - Roman Polanski
BeitragVerfasst: 06.04.2018 09:06 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 09.2015
Beiträge: 605
Geschlecht: nicht angegeben
mike siegel hat geschrieben:
...und selbst, wenn man den Film nicht schon in jungen Jahren gesehen hat (da erzielt der "Horror" viel mehr Wirkung als die Parodie, mit 11 hab' ich mich bei der Buchbeisser-Szene heftigst erschreckt - und natürlich keinen Schimmer bezüglich der sexuellen Komponente gehabt.)...


Ich weiss nicht mehr genau, in welchem Alter ich den Film zum ersten mal sah, kann mich aber auch noch an eine nicht unerhebliche Horror-Wirkung erinnern. Spätestens am Ende, wenn das Böse in die Welt getragen wird, war ich nachhaltig verstört. Und das über einen längeren Zeitraum. :mrgreen:

Bei heutiger Betrachtungsweise -und mit dem einen oder anderen Erschreckungswerk mehr im Gebein- verliert sich diese Wirkung etwas. Was bleibt ist ein toller Film.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: TANZ DER VAMPIRE - Roman Polanski
BeitragVerfasst: 06.04.2018 09:20 
Offline

Registriert: 11.2010
Beiträge: 750
Wohnort: Im schönen Frankenland / Bayern
Geschlecht: männlich
Für mich ist dieser schöne Film mehr als gelungen und stellt alleine schon wegen der phantastischen Ausstattung eine lustige Alternative und Parodie
zu den ersten HAMMER-Dracula Filmen dar. Er ist immer wieder wert in den Player gelegt zu werden.
Da wäre eine schöne Veröffentlichung längst überfällig.


Zuletzt geändert von Vincent cushing am 06.04.2018 18:33, insgesamt 1-mal geändert.

Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: TANZ DER VAMPIRE - Roman Polanski
BeitragVerfasst: 06.04.2018 09:32 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 10.2010
Beiträge: 577
Geschlecht: nicht angegeben
Pa_Nik hat geschrieben:
mike siegel hat geschrieben:
...und selbst, wenn man den Film nicht schon in jungen Jahren gesehen hat (da erzielt der "Horror" viel mehr Wirkung als die Parodie, mit 11 hab' ich mich bei der Buchbeisser-Szene heftigst erschreckt - und natürlich keinen Schimmer bezüglich der sexuellen Komponente gehabt.)...


Ich weiss nicht mehr genau, in welchem Alter ich den Film zum ersten mal sah, kann mich aber auch noch an eine nicht unerhebliche Horror-Wirkung erinnern. Spätestens am Ende, wenn das Böse in die Welt getragen wird, war ich nachhaltig verstört. Und das über einen längeren Zeitraum. :mrgreen:

Bei heutiger Betrachtungsweise -und mit dem einen oder anderen Erschreckungswerk mehr im Gebein- verliert sich diese Wirkung etwas. Was bleibt ist ein toller Film.



Diese Wirkung war ja ein "Bonuseffekt" für Jungspunde. Der Film ist eine Parodie, eine Komödie mit Horror-Elementen.
Polanski hatte nicht vor, wirklich zu "erschrecken" (Das kam ein Jahr später :) ). Diese Horrorwirkung der Kindheit
ist auch bei mir freilich nur noch in der Erinnerung verankert, und ich sehe den Film heute, wie er ihn beabsichtigt hat.
Aber damals war's ein super Nebeneffekt. Wem fallen noch Filme ein, die (nur) in der Kindheit gegruselt haben ?

_________________
Bild


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: TANZ DER VAMPIRE - Roman Polanski
BeitragVerfasst: 06.04.2018 09:56 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 11.2009
Beiträge: 4635
Geschlecht: nicht angegeben
Ich finde übrigens nicht daß das eine Parodie ist.
Polanski nimmt den Horror durchaus ernst, ohne sich darüber lustig zu machen. Es ist einer dieser Filme (wie z.b.auch Little Big Man) die gleichzeitig komisch und ernst sind, und dabei eine ganz wunderbare Balance finden.

italo hat geschrieben:
Die ganzen großen Klassiker der alten Zeit muß man heute auch aus einer anderen Perspektive sehen und sie im zeitlichen Kontext einordnen können.
Nehmen wir mal den großen Carpenter Klassiker HALLOWEEN.
Der Film hat nicht mehr dieselbe Wirkung wie damals, weil das Werk bis heute 5 Millionen mal bis ins Alleretzte kopiert wurde und man die filmischen Tricks und Kniffe aus unzähligen nachfolgenden Filmen kennt aber das ist ja nicht die Schuld von John Carpenter, wenn sich so unglaublich viele Filmemacher an seinen Film rangehängt haben.


Und das sehe ich auch anders.

Ich sehe sehr wohl den zeitlichen Kontext der Filme, und verstehe darüber auch meist warum sie so sind wie sie sind, und nicht so sind wie Filme 50 Jahre vorher, oder 50 Jahre später. Aber schauen tue ich diese Filme jetzt, mit dem veränderten ästhetischen und inhaltlichen Geschmack von heute, und da muß auch ein uralter Film mit funktionieren, und wenn er das nicht tut, dann hilft es mir zwar ein wenig zu verstehen warum er das nicht tut, aber das ändert letztendlich nichts daran daß der Film mir heute keinen Spaß mehr macht. Das gilt auch für so manchen Film oder so manche TV-Serie die ich in meiner Kindheit noch genossen habe, die aber heute leider kaum noch anschaubar sind.

Nee, Filme veralten, manche mehr, manche weniger, manche gar nicht, manche werden sogar besser im Lauf der Zeit. Verstehen tue ich viel, aber bewerten tue ich ganz direkt nach dem Spaß den ich an einem Film beim Schauen habe, und dafür macht es keinen großen Unterschied ob der Film von 2017 oder von 1967 oder 1927 ist.

Was ihr hier verlangt von Sbirro ist daß er aufhört seine ehrliche, direkte und unverfälschte Meinung zu posten. Ich stimme auch oft genug nicht mit ihm überein. Aber ich finde seinen unverdorbenen Blick auf die Klassiker erfrischend.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: TANZ DER VAMPIRE - Roman Polanski
BeitragVerfasst: 06.04.2018 10:23 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 10.2010
Beiträge: 577
Geschlecht: nicht angegeben
Für mich ist es eine Parodie, Polanski beschrieb seinen Film als Parodie, es bleibt ne Parodie.
Aber magst doch Polanski eh nicht besonders, oder? Sein Humor ist immer auch ernst :). Wie bei Romero.

Und als ernsthaft Filminteressierter MUSS man Filme oft im kontemporären Bezug sehen,
wie kann man sich dem verweigern? Schon aufgrund der damals wesentlichen langsameren Zeit
muß man bei 60 Jahren alten Werken oft etwas Geduld aufbringen. Das Erzähltempo ändert
sich andauernd. Heute muß man nicht mehr zeigen, wie einer aus dem Auto steigt, durch's Treppenhaus
läuft und die Tür aufsperrt. Geschenkt... Ronaldo und Messi spielen heutzutage einen ganz anderen Fußball,
das mindert nicht die Qualitäten von Pele und dem Franzl.
Natürlich gewinnen einige Filme nach 40 Jahren (viele Italiener zum Beispiel) und andere verlieren.
Aber die wirklich großen Künstler bleiben groß. Liegt nur im Auge des Betrachters.
Für Dich mag dieses Klassiker-Bashing ja erfrischend sein, mir bereitet es Schmerzen.
Aber bei finnischen Eisbädern ist es ja ähnlich. Jedem seins.

_________________
Bild


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: TANZ DER VAMPIRE - Roman Polanski
BeitragVerfasst: 06.04.2018 10:39 
Stanton hat geschrieben:
Ich finde übrigens nicht daß das eine Parodie ist.
Polanski nimmt den Horror durchaus ernst, ohne sich darüber lustig zu machen. Es ist einer dieser Filme (wie z.b.auch Little Big Man) die gleichzeitig komisch und ernst sind, und dabei eine ganz wunderbare Balance finden.

italo hat geschrieben:
Die ganzen großen Klassiker der alten Zeit muß man heute auch aus einer anderen Perspektive sehen und sie im zeitlichen Kontext einordnen können.
Nehmen wir mal den großen Carpenter Klassiker HALLOWEEN.
Der Film hat nicht mehr dieselbe Wirkung wie damals, weil das Werk bis heute 5 Millionen mal bis ins Alleretzte kopiert wurde und man die filmischen Tricks und Kniffe aus unzähligen nachfolgenden Filmen kennt aber das ist ja nicht die Schuld von John Carpenter, wenn sich so unglaublich viele Filmemacher an seinen Film rangehängt haben.


Und das sehe ich auch anders.

Ich sehe sehr wohl den zeitlichen Kontext der Filme, und verstehe darüber auch meist warum sie so sind wie sie sind, und nicht so sind wie Filme 50 Jahre vorher, oder 50 Jahre später. Aber schauen tue ich diese Filme jetzt, mit dem veränderten ästhetischen und inhaltlichen Geschmack von heute, und da muß auch ein uralter Film mit funktionieren, und wenn er das nicht tut, dann hilft es mir zwar ein wenig zu verstehen warum er das nicht tut, aber das ändert letztendlich nichts daran daß der Film mir heute keinen Spaß mehr macht. Das gilt auch für so manchen Film oder so manche TV-Serie die ich in meiner Kindheit noch genossen habe, die aber heute leider kaum noch anschaubar sind.

Nee, Filme veralten, manche mehr, manche weniger, manche gar nicht, manche werden sogar besser im Lauf der Zeit. Verstehen tue ich viel, aber bewerten tue ich ganz direkt nach dem Spaß den ich an einem Film beim Schauen habe, und dafür macht es keinen großen Unterschied ob der Film von 2017 oder von 1967 oder 1927 ist.

Was ihr hier verlangt von Sbirro ist daß er aufhört seine ehrliche, direkte und unverfälschte Meinung zu posten. Ich stimme auch oft genug nicht mit ihm überein. Aber ich finde seinen unverdorbenen Blick auf die Klassiker erfrischend.


Halloween funktioniert heute genauso wie damals, wenn man die letzten 40 Jahre Horror Filmgeschichte nicht mitbekommen hat.
Carpenter hat in einem gewissen Bereich die Schienen gelegt, obwohl er nicht so viele Filme kannte wie Du, heute, 40 Jahre danach. ;)
Wenn Du vom "Altern" eines Films sprichst und er dadurch für dich weniger wert wird, dann machst Du genau den von Mike Siegel genannten Fehler, einen Film nicht in seinem zeitlichen Kontext einzuordnen, wenn du ihn "fair" bewerten willst.
Dazu muß man erstmal in der Lage sein und das muß sich bei Sbirro alterstechnisch womöglich erst noch entwickeln.
Schlecht gealtert gilt bei einem Film einfach nicht! Demnach wäre Nosferatu oder Metropolis extrem schlecht gealtert. :roll:


Zuletzt geändert von italo am 06.04.2018 10:44, insgesamt 2-mal geändert.

Nach oben
  
 
 Betreff des Beitrags: Re: TANZ DER VAMPIRE - Roman Polanski
BeitragVerfasst: 06.04.2018 10:40 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 01.2017
Beiträge: 895
Geschlecht: nicht angegeben
Stanton hat geschrieben:
Ich finde übrigens nicht daß das eine Parodie ist.
Polanski nimmt den Horror durchaus ernst, ohne sich darüber lustig zu machen.



Stantons Empfinden möchte ich mich anschließen
manche Szenen wirken auch auf mich bis heute noch extrem makaber gruselig (auch wenn ich den Film ebenso aus meiner Kindheit schon kenne); besonders die Szenen im Schloss, wenn etwa die Gruft aufgesucht wird, oder auch die finale Ballnacht mit all ihren barocken Vampiren, wenn der Obervampir die nackte Badende aufsucht (Eros / Thanatos)... all dies sind wundervolle Schauerfilm-Momente...

allerdings habe Polanski tatsächlich eine Parodie angestrebt, nachdem er in einem Kino, in dem ein Hammerfilm lief, das Publikum darüber lachen gehört hat (siehe Polanski, Roman: Roman Polanski. Autobiographie. Bern / München 1984, S. 208).

..."wenn das Böse in die Welt getragen wird" hat Pa_Nik oben geschrieben - das finde ich bei dem Film den zentralen Punkt im Zusammenspiel mit dem Professor, der vordergründig natürlich den Van-Helsing-Charakter parodiert, aber auch ein Äußeres besitzt, dass nicht zufällig an Einstein erinnert - das Symbol für das Wissenschaftliche, Polanski hatte hier einen "schneebestäubten Albert Einstein" (ebd., S. 210) im Sinn, der schlussendlich - obwohl er das Gute will, das Böse in die Welt setzt...
ich frage mich, ob darin nicht auch eine Lesart des Films liegen könnte, dass der Technikwahn, das grenzenlose Vertrauen auf die Technik mit ihren Erleichterungen für die Menschheit das BÖSE schafft...
möglicherweise war das damals die große Angst vor dem Atomkrieg, der erst durch technische Errungenschaften möglich wurde, heute könnte man darin vielleicht die Gefahr der Umweltzerstörung sehen... oder habe ich da zu viel hineininterpretiert? Aber egal, dass ein Film solche Fragen auf den Betrachter zulässt, macht ihn zeitlos und ewig...


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: TANZ DER VAMPIRE - Roman Polanski
BeitragVerfasst: 06.04.2018 10:50 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 10.2010
Beiträge: 577
Geschlecht: nicht angegeben
"In der Lage sein" stimmt.
Mit dem Alter hat es aber nichts zu tun.
Aber wir wollen ja nicht, dass alle Menschen gleich sind :). Passt schon...
Man braucht dafür ein gewisse einfühlsame Gabe, und sehr viel Fantasie. Liebe für's Kino.

Als ich 11 war, wurde ich sofort Jack Arnold-Fan. Für die meisten
waren das damals bereits einfach alte lahme s/w Filme. Da waren STAR WARS und
MOONRAKER angesagt. Ich fand den 007 aber damals bereits aufgesetzt
und aufgebläht (große Show aber), während TARANTULA! ein angenehmes
heimisches Gefühl erzeugte.

Montag gab' es LAWRENCE OF ARABIA hier in OV in 70mm,
was besseres gibt's kaum. Und mir wurscht, ob der Film nun 32 oder 55 Jahre alt ist.

So, jetzt wieder hart arbeiten und mittelmäßige Sartana-Filme anschauen (sehr gute Master für die ARROW Blu-ray Box!)

_________________
Bild


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: TANZ DER VAMPIRE - Roman Polanski
BeitragVerfasst: 06.04.2018 11:01 
mike siegel hat geschrieben:
"In der Lage sein" stimmt.
Mit dem Alter hat es aber nichts zu tun.



Mir haben als Kind auch die Edgar Wallace Filme gefallen obwohl die zu der Zeit schon Asbach Uralt waren.
Trotzdem hat ein 20 Jähriger noch nicht so den filmischen Überblick und die Reife, das ist völlig normal.
Die Jugend denkt aber in einem gewissen Alter, sie hätte den Überblick und das ist nunmal nicht der Fall.
Genau hier ordne ich Sbirro ein.


Nach oben
  
 
 Betreff des Beitrags: Re: TANZ DER VAMPIRE - Roman Polanski
BeitragVerfasst: 06.04.2018 11:05 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 10.2010
Beiträge: 577
Geschlecht: nicht angegeben
Sbirro ist 20 ???

_________________
Bild


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: TANZ DER VAMPIRE - Roman Polanski
BeitragVerfasst: 06.04.2018 11:48 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 04.2010
Beiträge: 393
Geschlecht: nicht angegeben
Ich kenne von Tanz der Vampire ja nur die deutsche Fassung. Irgendwo habe ich mal gelesen, dass er gegenüber dem Original (zumindest verbal) zensiert wurde, und zwar was den jüdischen Vampir betrifft (Furcht vor dem Davidstern statt dem Kreuz oder so ähnlich). Ist da was dran?


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: TANZ DER VAMPIRE - Roman Polanski
BeitragVerfasst: 06.04.2018 12:06 
mike siegel hat geschrieben:
Sbirro ist 20 ???


Ich glaube er war vor zwei oder drei Jahren 17.
Er ist also noch ziemlich jung und wenn ich an meine Ansichten in diesem Alter denke, war ich vermutlich nicht viel anders. Es ist aber in jedem Fall schön, dass ein so junger Mensch noch den Zugang zum "altbackenen" Eurokult Kino gefunden hat und sich so stark damit auseinandersetzt.

Mich würde man interessieren wie beim Sbirro diese Leidenschaft begann, bzw. über welche Filme er den Zugang zum Eurokult bekommen hat?
Er konnte weder in den 70ern ins Kino gehen, noch ist er ein Videothekenkind der 80er oder 90er.


Nach oben
  
 
 Betreff des Beitrags: Re: TANZ DER VAMPIRE - Roman Polanski
BeitragVerfasst: 06.04.2018 12:16 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 01.2017
Beiträge: 895
Geschlecht: nicht angegeben
Ragory hat geschrieben:
Ich kenne von Tanz der Vampire ja nur die deutsche Fassung. Irgendwo habe ich mal gelesen, dass er gegenüber dem Original (zumindest verbal) zensiert wurde, und zwar was den jüdischen Vampir betrifft (Furcht vor dem Davidstern statt dem Kreuz oder so ähnlich). Ist da was dran?


die schützende Wirkung des Kreuzes soll der jüdische Vampir in der originalen Sprachfassung stärker verneint haben - dies sei in der deutschen Synchronfassung wohl etwas abgemildert worden
- besonders in der Szene, wo die Magd dem Vampir das Kreuz zur Abschreckung entgegenhält: dort wäre die deutsche Version zurückhaltender in der "Entmachtung des Kreuzes, des Christentums", wenn man es so formulieren will...

was den Schnitt im allgemeinen betrifft, da hatte Polanski seinen Mitproduzenten Martin Ransohoff letztlich an den Endschnitt in den USA gelassen, ansonsten hatten sich vor allem die US-amerikanischen Kinobesucher an dem nicht vorhandenen Happyend gestört, an der Badeszene und sicherlich wohl auch an der homoerotischen Szene mit dem Vampir-Sohn... was schließlich - neben den Kürzungen Ranshoffs und der nur wenig US-amerikanischen Besetzung - zum Flop an der Kinokasse führte...


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: TANZ DER VAMPIRE - Roman Polanski
BeitragVerfasst: 06.04.2018 12:18 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 10.2010
Beiträge: 577
Geschlecht: nicht angegeben
italo hat geschrieben:
mike siegel hat geschrieben:
Sbirro ist 20 ???


Ich glaube er war vor zwei oder drei Jahren 17.
Er ist also noch ziemlich jung und wenn ich an meine Ansichten in diesem Alter denke, war ich vermutlich nicht viel anders. Es ist aber in jedem Fall schön, dass ein so junger Mensch noch den Zugang zum "altbackenen" Eurokult Kino gefunden hat und sich so stark damit auseinandersetzt.

Mich würde man interessieren wie beim Sbirro diese Leidenschaft begann, bzw. über welche Filme er den Zugang zum Eurokult bekommen hat?
Er konnte weder in den 70ern ins Kino gehen, noch ist er ein Videothekenkind der 80er oder 90er.


Oh, das wußte ich nicht.
Das lässt das im Licht Erscheinende völlig anders aussehen.

Also eher am Anfang... 20. Da hat man ein starkes Recht darauf, viele Gutes nicht zu mögen!

Mit 20 langweilten mich BLOW UP, TWO-LANE BLACKTOP, LA DOLCE VITA... heute alles Top 20 Filme :).
Ein paar mal durch den Lebenswolf gedreht und die Dinge sehen aber sowas von anders aus...

_________________
Bild


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: TANZ DER VAMPIRE - Roman Polanski
BeitragVerfasst: 06.04.2018 12:19 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 09.2010
Beiträge: 228
Geschlecht: männlich
italo hat geschrieben:
Die Jugend denkt aber in einem gewissen Alter, sie hätte den Überblick und das ist nunmal nicht der Fall.
Genau hier ordne ich Sbirro ein.


Das ist aber nicht per se eine Eigenheit des Alters, sondern der eigenen Einstellung. Klar, die Wahrnehmung ändert sich mit der Lebenserfahrung und der gewonnenen Reflektiertheit. Gibt so viel, dass ich einfach in Unwissenheit raus geplappert habe und heute anders sehe. Deswegen hänge ich meinen Hintern mittlerweile nicht mehr so weit aus dem Fenster - Aussagen, die ich heute tätige, sind mit Sicherheit bis in ein paar Jahren totaler Humbug, einfach weil ich es nicht besser wusste.

Ich finde Sbirros Art, Klassiker einmal mit der heutigen Brille anzuschauen hat durchaus Berechtigung. Was aber sauer aufstößt, ist die Art und Weise der Kritik, die auf persönlicher Ebene vergleicht und damit wertet.

Das ist, wie wenn ich einen 1964er Porsche 901 mit einem aktuellen 991 vergleicht. Der 901 ist laut, langsam und spärlich ausgestattet. Die Form ist nichts Besonderes, die Spaltmaße unter aller Sau und die Kiste ist ungestüm. Objektiv betrachtet, ist der 991 das bessere Auto. Hätte ich die Wahl, wäre mir der leidenschaftlichere 901 meine Wahl, eben weil ich die Kiste mit Kontext betrachte.

Persönlich kann ich mit „TdV“ auch nicht viel anfangen, da ich das Musical zuerst gesehen habe und den Film deswegen vergleiche.

Es gibt Filme, die funktionieren immer noch gut und es gibt welche, für die braucht man Kontext. Mir stellen sich die Fußnägel regelmäßig bei der Aussage „US Western sind langweilig“ und dem überschwänglichen Loben von Italowestern. Ich liebe Spaghetti-Western, aber seit dem ich selber an Fords Point im Monument Valley gestanden bin, verstehe ich die Filme John Fords. Für ihn braucht man beispielsweise Kontext...

Wie auch immer: Sbirro bitte weiter schreiben lassen, manchmal den Kopf schütteln, beobachten, wie er immer wieder alte Filme aus der Versenkung zerrt und wieder zu neuen Diskussionen anregt. Danke dafür [emoji1303]


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: TANZ DER VAMPIRE - Roman Polanski
BeitragVerfasst: 06.04.2018 15:42 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 07.2013
Beiträge: 6911
Geschlecht: nicht angegeben
requiescat.in.pace hat geschrieben:
Als Hammerfilmfan gefällt mir Tanz der Vampire äußerst gut. Kulisse und Inszenierung ist Klasse. Es ist auch kein Klamauk geworden, sondern einr bodenständige Gruselkomödie. Gehört definitiv ein mal im Jahr angesehen..... Und btw: Sharon Tate als Redhead. Wenn das nicht mal zündet, weiß ich auch nicht weiter :-).

Lies mein dem vorhergendes Posting nochmal genau.
Hinter "gewissen Schauwerten" steht nicht umsonst der Smiley, wenn du dann nicht draufkommst, welche Schauwerte gemeint sind, nämlich eben Sharon Tate und Fiona Lewis, dann, ja dann...


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: TANZ DER VAMPIRE - Roman Polanski
BeitragVerfasst: 06.04.2018 15:51 
Online
Benutzeravatar

Registriert: 11.2009
Beiträge: 8899
Wohnort: Liquid Eyes in Cologne
Geschlecht: männlich
mike siegel hat geschrieben:
Und als ernsthaft Filminteressierter MUSS man Filme oft im kontemporären Bezug sehen,
wie kann man sich dem verweigern? Schon aufgrund der damals wesentlichen langsameren Zeit
muß man bei 60 Jahren alten Werken oft etwas Geduld aufbringen. Das Erzähltempo ändert
sich andauernd. Heute muß man nicht mehr zeigen, wie einer aus dem Auto steigt, durch's Treppenhaus
läuft und die Tür aufsperrt.

Ich habe mir vor Kurzem noch einiges von deinen Bonusmaterialien & AKs (LEICHEN und STEINER) reingezogen und ich finde das nicht nur qualitativ sehr gut, sondern du kommst auch echt sympathisch rüber, aber das oben zitierte ist doch schon sehr anmaßend! Alle anderen sind demnach also nicht ernsthaft filminteressiert, oder was?

Selbst wenn ich deinem Imperativ folgen würde und alles temporär korrekt einordne... so fuckin' what!!??!
Ein verändertes Erzähltempo z.B. kann ich, gleichgültig wohin es sich verändert (schnell, langsam etc.) für gut oder schlecht befinden. Wenn ich's für gut oder gar sehr gut befinde und mir der Film u.a. deshalb auch sehr gut gefällt, fein, dann haben wir alle kein Problem. Aber wenn er das nun nicht tut, dann ändert sich das doch nicht dadurch, dass ich den Film temporär korrekt einordne - und auf einmal wird der Film für mich nicht mehr *x-beliebiges-negatives-Adjektiv-einfügen*, sondern schwuppsdiewupps ist er *x-beliebiges-postives-Adjektiv-einfügen*!

Das funktioniert doch bei niemandem!

_________________
"Ein Tittchen hier, ein Fötzchen da, und die Welt sähe wieder rosiger aus." anti
Bild


Nach oben
 Profil  
 
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 118 Beiträge ] Gehe zu Seite  Vorherige  1, 2, 3, 4  Nächste

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Suche nach:
© phpBB® Forum Software | phpBB3 Forum von phpBB8.de
» Kontakt & Rechtliches Support / Hilfe Forum Gooof Webdesign Kostenloses Forum Dein Forumo Forum web tracker