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 Betreff des Beitrags: FRAUEN IM FOLTERCAMP - Mou Tun-Fei
BeitragVerfasst: 20.04.2018 12:07 
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Frauen im Foltercamp ("Da She" Hongkong 1980, Regie: Mou Tun-Fei)

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Eine Gruppe illegal nach Hongkong eingereister Flüchtlinge gerät in die Fänge einer skrupellosen Menschenhändler-Bande. Die verstörten Menschen werden wie Vieh in einem Camp gehalten, verprügelt und vergewaltigt - Männer wie Frauen. Als die Unterdrückten die Torturen nicht mehr aushalten, planen sie unter der Führung des ältesten Insassen, der eine Handgranate bei sich trägt, den Aufstand. Dieser ist zunächst skeptisch, ob er sich wirklich auf die anderen verlassen kann, doch auch er muss bald erkennen, dass seine Schonfrist abläuft... (OFDb, geändert)

Der deutsche Titel führt mal wieder in die Irre. Ja, es gibt sie - die Frauen im Foltercamp. Allerdings geht es hier nicht um einen bumsfidelen Folterknast ala Jess Franco, sondern um brutale Menschenhändler, die Flüchtlinge entführen, um von ihren Angehörigen Geld zu erpressen. Zwischendurch wird munter gefoltert und vergewaltigt, wobei es Frauen ebenso wie Männer trifft - zumindest in diesem Punkt herrscht im besagten Foltercamp Gleichberechtigung.

1980 brachten die SHAW BROTHERS ein wahrlich herbes und dreckiges Stück Film auf die Leinwand, das für Kontroversen sorgte und (nicht nur) in Deutschland bald die Zensur auf den Plan rief. Bis heute ist Mou Tun-Feis Exploitation-Reißer bundesweit beschlagnahmt. Dabei wäre gerade jetzt der passende Zeitpunkt, diese Sleaze-Trash-Perle wieder zu entdecken. Am besten mit einer FSK 18 in der Klassiker-Ecke einer jeden gut sortierten DVD/BD-Abteilung.

Im Vergleich zu heutigen Filmen dieser Art, wirkt "Lost Souls" (so der internationale Titel) schon etwas trashig. Das herzhafte Overacting der Darsteller und die fast schon comichaft überzeichnete Gewalt lassen (bei aller Grausamkeit) durchaus schmunzeln. Die Machart hat etwas unbedarftes, was heutigen Produktionen meist völlig abgeht. Ziel war hier nicht, ein politisch korrektes Flüchtlingsdrama zu zeigen, sondern mit provokanten Darstellungen zu schocken - und zu unterhalten. Seine schockierende Wirkung verliert das Gezeigte mMn dennoch nicht. Und was hier abgeht, ist auch nach heutigen Maßstäben heftige Kost.

Doch auch der Unterhaltungsaspekt wird nicht vernachlässigt. Das Ganze ist recht temporeich und fesselnd in Szene gesetzt und überrascht mit coolen (bisweilen grotesken) Einfällen, wie sie wohl nur das GRINDHOUSE-Kino aus jener Zeit bieten kann. Als Beispiel sei die Sequenz genannt, wo einige Insassen an einen fetten Menschenhändler verscherbelt werden. Die Sequenz läuft ohne Dialog ab und ist, wie ein Videoclip, auf fetzige Instrumental-Musik geschnitten. Die Bilder sagen alles. Grotesker Höhepunkt ist die Szene, in der dem Chef zum Geburtstag einer der Insassen als "Geschenk" präsentiert wird - mit rotem Schleifchen um den Arsch. Das gefällt dem Chef, der sich (hämisch lachend) gleich die Hände mit Vaseline einschmiert. Was dann folgt, muss man selbst gesehen haben - jedenfalls beißt das "Geburtstagsgeschenk" kräftig zurück. :shock:

Auch untereinander geht es bei den Gepeinigten nicht zimperlich zu. Da wird schon mal jemand wegen einem Schälchen Reis verpfiffen, weil er unvorsichtigerweise die Nummer seiner Verwandten preisgegeben hat. Doch es zeigt sich bald, dass nur Zusammenhalt den Weg in die Freiheit bringen kann. Denn schließlich ist man in der Überzahl und hat nichts mehr zu verlieren - außer seiner Menschenwürde.

Dem SHAW BROTHERS-Studio war der Film dann doch eine Spur zu krass und so hält sich die Anzahl der verfügbaren (offiziellen) Releases arg in Grenzen.

Regisseur Mou Tun-Fei drehte 1988 noch den berüchtigten "Men Behind The Sun", der durch seine fast schon dokumentarisch wirkende Inszenierung die Grenzen des Erträglichen erreicht. Dennoch ein Film, den man mal gesehen haben sollte. (Mir reicht allerdings das eine Mal.)

Etwas verwirrend sind die Angaben zur Schreibweise vom Namen des Regisseurs. Die IMDb listet ihn unter dem Namen Tun Fei Mou.

Abschließend muss ich noch hinzufügen, dass ich kein Freund von Torture-Filmen bin. "Frauen im Foltercamp" gehört zu den wenigen Ausnahmen, die ich wirklich sehr schätze. Mir fällt da gerade "Addio, Onkel Tom" ein, den muss ich auch mal wieder sehen.

8,5/10 Sleaze-Trash-Kult (Tendenz nach oben)

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PHOBOS (Trailer - deutsch)


THC statt TTIP!


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