Dirty Pictures

Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GOLD VON SAM COOPER - Giorgio Capitani
BeitragVerfasst: 23.05.2014 10:26 
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italo hat geschrieben:

Ich finde US Western meistens langweilig und wenig stylish. :mrgreen:


Das ist ja auch ok. US W und IW unterscheiden sich auch sehr stark in ihrer Machart. Man kann durchaus das Eine mögen und das Andere ablehnen, obwohl es alles Western sind.

Aber der US W hat schon durch seine lange Entwicklung bedingt eine sehr viel größere Vielfalt als der IW, und man kann den US W nicht einfach über einen Kamm scheren. Und wenn man den US W mit dem IW direkt vergleicht, dann macht das nur Sinn wenn man sich zumindest auf die US Western der 60er und 70er beschränkt, also denen die zur gleichen Zeit wie der IW entstanden. Und gerade bei denen finden sich kaum noch strahlende und saubere Helden. Aber auch vorher schon passen die typischen Vorurteile der IW Fans nur auf einen Teil der Filme.


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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GOLD VON SAM COOPER - Giorgio Capitani
BeitragVerfasst: 23.05.2014 10:33 
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Nobody hat geschrieben:

Und die Sache, von wegen US-Western sind nicht dreckig genug ist meistens absoluter Humbug. Sieht man mal von den wirklich großen Italo-Vertretern ab, so versuchen doch die meisten Filme dieses Genres auch sauber-kitschige Kostüme zu präsentieren, von denen sie glauben, dass sie für das 19. Jahrhundert typisch waren. Was diese Filme "dreckig" macht ist doch meist nur ihr erhöhter Anteil derber Gewalt. Dagegen gibt es genügend US-Western, in denen sich der Hauptdarsteller optisch kaum von seinen italienischen Vertretern unterscheidet


Das sehe ich 100 % genau so.

Sabata zum Beispiel ist in seinem Look alles andere als dreckig, und doch insgesamt absolut typisch IW. Dagegen sieht z.B Fords in My Darling Clementine (1946) vieles ziemlich schmutzig aus, und die Clantons sind weniger böse als viehisch.

Es sind vor allem die Themen und die Inszenierung die den IW anders machen, und die Musikgestaltung. Auch die Gewaltdarstellung, aber nicht das Gewaltlevel an sich. Allerdings sind IW häufig sadistischer, dafür sind US W meist blutiger.


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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GOLD VON SAM COOPER - Giorgio Capitani
BeitragVerfasst: 23.05.2014 10:38 
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eldondo hat geschrieben:
Muss sagen, dass ich auch große Vorurteile gegen Us-Western habe.
Bis auf Wild Bunch und Wiegenlied vom Totschlag kenne ich keine dreckigen und/ oder gute Us-Western.
Würde meine Ignoranz gerne mit paar Tips bekämpfen.:)


Ob du die gut finden wirst weiß ich nicht, aber ausprobieren kannst du praktisch jeden US W aus der Zeit, der dich von der Geschichte her anspricht. Die beiden von dir geannten Filme sind jedenfalls durchaus typisch für den US W von 69 bis 76. Auch wenn TWB trotzdem in seiner überragenden Qualität ein singuläres Werk ist.

Und wie im IW auch reicht die Qualität von herausragend bis beschissen.


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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GOLD VON SAM COOPER - Giorgio Capitani
BeitragVerfasst: 23.05.2014 17:52 
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Zu dem Wort "US-Western" assoziere ich automatisch erstmal John Wayne und John Ford. Vor meinem geistigen Auge zieht Red River vorbei, Bilder aus irgendeinem Ford-Western (ich weiss nicht mal welchem), Henry Fonda als Jesse James, Allan Ladd als Shane und Jimmy Stewart in einem mir nicht näher bekannten Zinnemann. Ah, und Gary Cooper und Der große Bluff mit Marlene Dietrich.

Wie gesagt, das sind die ersten Assoziationen. Und da ich filmisch einen Hang zu düsteren Brettern habe kommen wir da nicht zusammen. Aber die sind alle aus den 40ern und 50ern (oder gar noch älter). Nach Stantons Aufforderung bezüglich der 60er und 70er Jahre hab ich heute mal überlegt was ich aus der Zeit überhaupt KENNE. Und war über das Ergebnis sehr überrascht:

MAN NANNTE IHN HOMBRE - Definitiv ein anspruchsvoller und guter Western mit Nicht-Hollywood-Schluss
THE WILD BUNCH - Passt schon, ich war bei der Erstsichtung vor ein paar Wochen nicht ganz so begeistert wie viele andere, aber er war gut
CABLE HOGUE - Nee, geht gar nicht
DIE GLORREICHEN SIEBEN - Ich liebe ihn
RIO BRAVO - Nett
EL DORADO - Das Remake, und ich liebe diesen Film ...
CAT BALLOU - Neulich mal gesehen und der Film hat alle Vorurteile gegen Ami-Western bestätigt
RIO LOBO - Ewig her dass ich den gesehen habe, aber damals hat er mir gefallen
JEREMIAH JOHNSON - Der dürfte sogar unter meinen ewigen Top-50 sein
McCABE UND MRS. MILLER - Hatte was, hatte was ...
700 MEILEN WESTWÄRTS - Hab ich ohne Ton gesehen, fand ich damals aber immerhin ganz nett
DAS WIEGENLIED VOM TOTSCHLAG - New Hollywood goes Western, aber erträglich im Gegensatz zu
DUELL AM MISSOURI - Gott war der langweilig
SHALAKO - Europäische Produktion mit US-Regisseur und ausgesprochen unterhaltsam
DIE GEFÜRCHTETEN VIER - Hab als spannend und hart in Erinnerung

Schlussendlich bin drauf gekommen, dass es in dem Bereich einiges an wirklich guten Sachen gibt, und dass ich zugegebenermaßen Vorurteile gegen US-Zeug habe (und es Zeit wird die mal auszuräumen).
Auf der anderen Seite: Schmutzig sind in dieser Auflistung die wenigsten Filme. Schmutzig bedeutet halt nicht nur Schlamm und Dreitagebart, sondern eben auch zerrissene und ausgeblichene Kleidung, Dreck der an der Kleidung kleben bleibt, Holzhäuser die nicht jeden Sommer lasiert werden und entsprechend verranzt aussehen. Und schmutzig bedeutet eben auch eine gewissen Realismus in der Darstellung des sozialen Miteinanders. Aber in den oben angeführten und als gut befundenen Filmen ist, wenn ich so drüber nachdenke, zumindest dieses "Miteinander" recht IW-lastig. Was zu einem Umdenken bezüglich der Vorurteile führen könnte.

Ich bleibe dann also mal dran und schaue mal was es da noch so Feines gibt. Der Mann aus El Paso liegt noch hier, aber der ist ja nun wiederum eine Euro-Produktion ...

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Die Umschreibung Neuentdeckung [...] ist natürlich nur eine äußerst persönliche Färbung, denn es handelt sich um ein Spektakel innerhalb der ganz eigenen Filmwelt. Die Suche nach Input, nach Neuem, und die Offenherzigkeit gegenüber Genres und Filmen jeder Art, führen mich immer wieder zu solchen Etappen, und auch wenn sich dieser Kreis niemals schließen wird, er erfährt mitunter durchaus erfreuliche Erweiterungen. (Prisma)


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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GOLD VON SAM COOPER - Giorgio Capitani
BeitragVerfasst: 23.05.2014 18:20 
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Schmutziger_Maulwurf hat geschrieben:
Zu dem Wort "US-Western" assoziere ich automatisch erstmal John Wayne und John Ford. Vor meinem geistigen Auge zieht Red River vorbei, Bilder aus irgendeinem Ford-Western (ich weiss nicht mal welchem), Henry Fonda als Jesse James, Allan Ladd als Shane und Jimmy Stewart in einem mir nicht näher bekannten Zinnemann. Ah, und Gary Cooper und Der große Bluff mit Marlene Dietrich.




Ich bin mir nicht ganz sicher, was in dieser Collage zusammengehören soll und was nicht, aber Red River ist von Howard Hawks und Zinnemann hat nur einen Western gemacht und den ohne Stewart, Henry Fonda war zweimal Frank James, Jesse wurde von Tyrone Powers gespielt.


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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GOLD VON SAM COOPER - Giorgio Capitani
BeitragVerfasst: 23.05.2014 19:06 
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Drum betone ich nochmal das Wort Assoziationen :) Was fällt einem zu Ialien als erstes ein? Pizza, Spaghetti, Mafia? Eben, und bei US-Western sind das eben bei mir die o.a. Bilder die automatisch hochpoppen. Ohne Gewähr auf Richtigkeit ...

Ein Grund mehr die Vorurteile zu überprüfen, oder? ;)

Edit: Ich sollte vielleicht hinzufügen, dass diese Bilder aus frühen Fernsehtagen kommen. Was ich in den letzten etwa 20 Jahren gesehen habe ist so mehr oder weniger oben aufgeführt. Aber gerade diese alten (im wahrsten Sinne) Sachen, da kommt halt schon mal was durcheinander. Aber ich bin lernwillig!

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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GOLD VON SAM COOPER - Giorgio Capitani
BeitragVerfasst: 23.04.2018 18:35 
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#110 "Das Gold von Sam Cooper" wurde von Giorgio Capitani inszeniert, von dem ich sonst keine Filme kenne. Auch hier ist es wieder schade, dass Capitani nur einen einzigen Italowestern gedreht hat, denn der Film ist wirklich ein schöner Genre-Beitrag. Angefangen bei dem gut geglückten Erzähltempo, den sehr schön ausgearbeiteten Charakteren, bis hin zur gelungenen Atmosphäre gibt es eigentlich nur positives zu berichten. Das Hauptaugenmerk liegt hierbei eindeutig auf den Charakteren und ihrem Misstrauen untereinander. Über allem schwebt die Gier nach dem Gold und wenn es darum geht kann man eben keiner Menschenseele trauen. Die interessante Konstellation der vier Hauptdarsteller ist mehr als geglückt. Allen voran Klaus Kinski, der hier wieder einmal unglaublich zwielichtig rüberkommt. Auch die anderen drei Darsteller füllen ihre Rollen sehr gut aus. Meiner Meinung nach fällt nur Hilton etwas aus dem Raster, aber das ist Geschmackssache. Besonders hervorheben möchte ich noch den Spannungsbogen, der mir in vielen Italowestern nicht straff genug angezogen wird. "Das Gold von Sam Cooper" schafft es die Spannung konstant auf einem hohen Level zu halten.
Ein schöner, kleiner Italowestern aus der 2ten Reihe, den ich mit 8/10 Punkten bewerten würde.

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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GOLD VON SAM COOPER - Giorgio Capitani
BeitragVerfasst: 23.04.2018 19:30 
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Auch andere Filme von ihm sind sehr sehenswert ;)

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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GOLD VON SAM COOPER - Giorgio Capitani
BeitragVerfasst: 23.04.2018 22:33 
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Djabartana hat geschrieben:
Allen voran Klaus Kinski, der hier wieder einmal unglaublich zwielichtig rüberkommt.


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Und wenn der Klaus gerade mal kein Unheil verbreitet, dann hat er nur Augen für den schönen George ;)
(was wiederum Deine folgende Meinung erklären könnte)

Djabartana hat geschrieben:
Meiner Meinung nach fällt nur Hilton etwas aus dem Raster, aber das ist Geschmackssache.


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