Dirty Pictures

Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Betreff des Beitrags: TWIN PEAKS
BeitragVerfasst: 23.04.2018 22:31 
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Produktionsland/Jahr: USA 1990/91
Darsteller: Sheryl Lee, Kyle MacLachlan, Michael Ontkean, Ray Wise, Grace Zabriskie, Eric Da Re, Mädchen Amick, Sherilyn Fenn u.a.
Idee & Produktion: David Lynch & Mark Frost
Drehbuch & Regie: Diverse
Musik: Angelo Badalamenti

FBI-Agent Dale Cooper (Kyle MacLachlan) wird entsandt, um in dem Mordfall der kürzlich tot aufgefundenen Laura Palmer zu ermitteln, einem Teenager aus der nahe der US-Kanadischen Grenze in den Wäldern gelegenen Kleinstadt Twin Peaks. Der dortige Sheriff (Michael Ontkean) ist über die Hilfe sehr erfreut, denn der Fall ist kompliziert, wenn auch Cooper ein skurriler Typ ist, nicht gerade ein Freund staubtrockener Ermittlungsmethoden, sondern eher nach Zufall, Intuition und Interesse forschend.
Und bald stellt sich heraus, dass so ziemlich jeder Einwohner in Twin Peaks mehr oder weniger gut gehütete Geheimnisse besitzt, welche im Verborgenen miteinander verwoben sind. Auch Laura Palmer selbst scheint keine Unschuld gewesen zu sein, wie ihre Mitschüler und Freunde bald konstatieren. Und dann sind da noch merkwürdige, bizarre Visionen, die Cooper des Nachts in seinen Träumen heimsuchen, von Räumen mit Zickzackmusterfußboden und schweren roten Vorhängen, in denen tanzende Zwerge ihm rückwärtssprechend kryptische Hinweise auf den weiteren Fortgang der Ereignisse geben. Es scheint keine einfache Antwort auf die Frage zu geben: Wer ermordete Laura Palmer?
(Ofdb)


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 Betreff des Beitrags: Re: TWIN PEAKS
BeitragVerfasst: 23.04.2018 23:05 
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Der Pilotfilm:

Von Beginn an verpassen Lynch & Frost dem Zuschauer die volle Dosis Drama, anders gesagt: Die Seifenopern-Seite der Serie gibt's gleich einmal quasi in Großaufnahme.
Das erstreckt sich zumindest über die erste halbe Stunde, bis dann Agent Cooper in der Stadt eintrifft.
In der Zwischenzeit lernt man gefühlt minütlich neue, sympathische oder unsympathische, witzige und skurrile Figuren kennen.
Mit der Ankunft von Agent Cooper tritt das Drama erstmals ein bisschen in den Hintergrund und Schwung & Humor halten Einzug; der Film nimmt zunehmend groteskere, mysteriösere Züge an.
Stimmungsmäßig sind wir spätestens jetzt mit dem vollen Panorama konfrontiert und jetzt gilt es zu Entscheiden: Fühlen wir uns wohl in Twin Peaks, sind wir gespannt wie es weiter geht?
Ich für meinen Teil kann sagen: Ja, auf jeden Fall und ich kann auch jetzt schon verstehen, wieso die Serie (und natürlich auch schon der Pilotfilm) damals so eingeschlagen hat.
TWIN PEAKS ist einfach eine einzigartige, faszinierende Mischung aus vielen, oft gegensätzlichen Genres, wo alle Komponenten perfekt zusammenpassen und zusammenspielen.
Die Charakterzeichnung, die Darsteller, die Musik, die Bilder - wenn man sich darauf einlassen kann, entwickelt das alles schon im Pilotfilm eine enorme Sogwirkung.
Ich habe nicht erwartet, tatsächlich schon im Pilotfilm Gänsehautmomente erleben zu dürfen, aber auch davon gab's schon mehrere.
Und wenn das ein Film schafft, dann muss für mich schon ziemlich viel dahinterstecken, da muss schon wirklich ALLES passen.
Hier war es, wie gesagt, sogar des Öfteren so und wenn das erst der Pilotfilm war, bin ich gespannt, was in der eigentlichen Serie noch auf mich zukommt...
Ich schätze, TWIN PEAKS wird mich noch oft in Staunen versetzen (Stichwort: Red Room usw.)...


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 Betreff des Beitrags: Re: TWIN PEAKS
BeitragVerfasst: 24.04.2018 00:15 
Im Zuge eines Blu-ray Upgrades schaue ich mir die Serie nach langer Zeit mal wieder an und habe jetzt inklusive Pilotfilm 4 Folgen gesehen. Die Serie gefällt mir auch zum wiederholten mal.
Ich bin auch schon sher gespannt auf die 2017er Staffel


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 Betreff des Beitrags: Re: TWIN PEAKS
BeitragVerfasst: 24.04.2018 07:17 
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Hab mir vor Kurzem erst Staffel 1 und Staffel 2 als Vorbereitung auf die neue Staffel angesehen und muss sagen, S1 und die erste Hälfte von S2 sind immer noch klasse. Die zweite Hälfte von S2 dagegen beinhaltet in meinen Augen so viele sinnbefreite und nicht erzählenswerte Passagen, dass es eine mühsame Angelegenheit war, die Staffel zu beenden.

Mal was zum vielgepriesenen Score von Badalamenti: Das Haupthema ist prägend und atmosphärisch. Teile des Jazz-Scores sind in ihrem repetetivem Einsatz für mich jedoch zu viel des Guten. Hier meine ich insbesondere dieses streichende, loungemäßige, fingerschnippsende Thema. Jazz ist zugegeben eine der wenigen Musikgenres, mit dem ich kaum was anfangen kann (bis auf den Jazz im Film "Whiplash"). Mein Hauptkritikpunkt ist allerdings, dass die Themen immer wieder fast uninspiriert eingesetzt werden. Szenenwechsel und zack bumm muss wieder die Musik spielen. Weniger wäre hier definitiv mehr gewesen.
Ich will allerdings nicht absprechen, dass der absolut beschissene deutsche Ton (verdammt leise, fast kaum hörbare Dialoge, überlagert von der Musik) seinen Teil dazu beiträgt.


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 Betreff des Beitrags: Re: TWIN PEAKS
BeitragVerfasst: 24.04.2018 14:50 
Mac Gyver hat geschrieben:
Hab mir vor Kurzem erst Staffel 1 und Staffel 2 als Vorbereitung auf die neue Staffel angesehen und muss sagen, S1 und die erste Hälfte von S2 sind immer noch klasse. Die zweite Hälfte von S2 dagegen beinhaltet in meinen Augen so viele sinnbefreite und nicht erzählenswerte Passagen, dass es eine mühsame Angelegenheit war, die Staffel zu beenden.

Mal was zum vielgepriesenen Score von Badalamenti: Das Haupthema ist prägend und atmosphärisch. Teile des Jazz-Scores sind in ihrem repetetivem Einsatz für mich jedoch zu viel des Guten. Hier meine ich insbesondere dieses streichende, loungemäßige, fingerschnippsende Thema. Jazz ist zugegeben eine der wenigen Musikgenres, mit dem ich kaum was anfangen kann (bis auf den Jazz im Film "Whiplash"). Mein Hauptkritikpunkt ist allerdings, dass die Themen immer wieder fast uninspiriert eingesetzt werden. Szenenwechsel und zack bumm muss wieder die Musik spielen. Weniger wäre hier definitiv mehr gewesen.
Ich will allerdings nicht absprechen, dass der absolut beschissene deutsche Ton (verdammt leise, fast kaum hörbare Dialoge, überlagert von der Musik) seinen Teil dazu beiträgt.


Hast Du noch in Erinnerung wie viele Folgen davon betroffen sind? Wann fängt es an und wann hört es auf?


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 Betreff des Beitrags: Re: TWIN PEAKS
BeitragVerfasst: 24.04.2018 21:32 
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Ich finde es grandios, dass Du noch soviel ungesehenes Twin Peaks vor Dir hast.

Wirklich eine ganz große Serie, die einfach immer irrer wird.
Das Unglaubliche ist tatsächlich, dass ALLES zusammenpasst und immer neue Dimensionen aufwirft. Von den ersten zwei Staffeln, weiter mit dem (meiner Meinung nach bombastisch guten) Film und abgeschlossen mit einer dritten Staffel, die sämtliche Sehgewohnheiten ad absurdum führt und manchmal zwar schwer erträglich, aber dennoch stets genial ist.

Wenn man sich darauf einlassen kann und bereit ist seine grauen Zellen wirklich zu fordern, dann bietet sich einem hier Extraordinäres aller erster Güte! Eine Serie die sich eigentlich nur im Gesamtpaket I, II, Film, III zu einem großen (und tatsächlich sinnvollem) Ganzen fügt. Neben Millennium mein Favorit.

Ich muss hier auch nochmal den Film hervorheben, der oft schlecht wegkommt, was ich überhaupt nicht verstehe.
Es muss erwähnt sein, dass ihm sämtliche Komik der Serie fehlt und er gerade in den ersten 5 Minuten irgendwie billig wirkt, jedoch ist die schauspielerische Leistung von Laura Palmer unbeschreiblich. Ich fand es mehr als überraschend, wie sehr mich der Film auch nach Betrachten noch bewegt hat und welche Auswirkungen er auf mich auf emotionaler Ebene hatte. Irgendwie ganz harter Tobak. Und gerade deshalb so genial. Hier wird Lauras Welt beleuchtet und die hatte nichts mit dem Twin Peaks aus den Staffeln I & II zu tun. Ohne spoilern zu wollen, aber Lauras Welt war eine HÖLLE. Deshalb denke ich können viele Serienfans nichts oder wenig mit dem Film anfangen. Auch heißt es oft er sei ein Prequel, aber das ist er nicht...

Ich wünsche Dir noch viel Spaß und bin sehr gespannt auf Deine Endbesprechung.

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 Betreff des Beitrags: Re: TWIN PEAKS
BeitragVerfasst: 25.04.2018 17:00 
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Staffel 1:

Nach dem sehr guten Pilotfilm, der ja schon (fast) alles vereint, was die Serie dann ausmachen wird, wird in der ersten Folge ein Gang zurückgeschalten.
Nicht schlimm und eigentlich auch nicht verwunderlich, aber die Euphorie war ziemlich schnell dahin.
Der Hoffnungsschimmer für die zweite Folge: David Lynch übernimmt nach dem Pilot jetzt erneut die Regie - und gut war's.
BOB sagt zum ersten Mal Hallo, Cooper ist erstmals im Red Room zugegen und der Little Man führt ein Tänzchen vor.
Dazu fällt mir eigentlich nur mehr eines ein: :231:
Die Episoden 3-7 sind soweit auch ganz spaßig, aber das Aufregende, der große WOW-Effekt bleibt aus.

Trotzdem bin ich jetzt erst recht gespannt, was mich in der 2. Staffel alles noch erwartet.
Denn Gordon Cole ließ bisher auf sich warten (zumindest on-screen), von Annie noch keine Spur und im Red Room hat sich's auch nur einmal abgespielt, am Ende der 2. Episode.
Aber wenigstens ist der größte Kotzbrocken (Leo Johnson) beseitigt, das ist ja auch schon was...


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 Betreff des Beitrags: Re: TWIN PEAKS
BeitragVerfasst: 26.04.2018 15:41 
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Sbirro Di Ferro hat geschrieben:
Staffel 1:

Aber wenigstens ist der größte Kotzbrocken (Leo Johnson) beseitigt, das ist ja auch schon was...


Zu früh gefreut ...

Übrigens was die Zählung der Folgen betrifft, für mich war da immer der Pilot die Folge 1, so daß die 2.Staffel mit Folge 30 endet. Aber das macht sowieso und jeder wie er will, so daß das oftmals etwas verwirrend ist zu wissen welche Folge denn nun wirklich gemeint war.

Das zunehmend Abgedrehte fängt dann tatsächlich erst in Staffel 2 so richtig an.

Es stimmt zwar daß TP nach Folge 17 etwas zerfasert, aber insgesamt ist das Niveau noch durchgehend sehr hoch.

Der Film, der schon ein Prequel ist, da er ja nun mal vor der Serie spielt, ist sicherlich unterschätzt, und ich mochte ihn damals auch nicht, aber mittlerweile mach er mir auch viel Spaß.

Staffel 3 dagegen sehe ich momentan noch sehr zwiespältig. Der Auftakt war grandios, und das Ende irgendwie auch, aber dazwischen war auch viel schwaches Material. Wie die 3. Staffel überhaupt von der Inszenierung her oft sehr enttäuschend war.


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 Betreff des Beitrags: Re: TWIN PEAKS
BeitragVerfasst: 26.04.2018 16:11 
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Stanton hat geschrieben:
Übrigens was die Zählung der Folgen betrifft, für mich war da immer der Pilot die Folge 1, so daß die 2.Staffel mit Folge 30 endet. Aber das macht sowieso und jeder wie er will, so daß das oftmals etwas verwirrend ist zu wissen welche Folge denn nun wirklich gemeint war.

Wenn du von mir etwas liest, wo irgendeine Episodenzahl steht, ist es immer von der 1. Episode NACH dem Pilotfilm gerechnet.

Stanton hat geschrieben:
Das zunehmend Abgedrehte fängt dann tatsächlich erst in Staffel 2 so richtig an.

Gut, sehr gut, dann habe ich ja anscheinend das meiste vom Besten noch vor mir.


Stanton hat geschrieben:
Der Film, der schon ein Prequel ist, da er ja nun mal vor der Serie spielt, ist sicherlich unterschätzt, und ich mochte ihn damals auch nicht, aber mittlerweile mach er mir auch viel Spaß.

Bin mal gespannt, wie der mit Kenntnis der Serie auf mich wirken wird...

Stanton hat geschrieben:
Staffel 3 dagegen sehe ich momentan noch sehr zwiespältig. Der Auftakt war grandios, und das Ende irgendwie auch, aber dazwischen war auch viel schwaches Material. Wie die 3. Staffel überhaupt von der Inszenierung her oft sehr enttäuschend war.

Im Bezug auf die 3. Staffel habe ich schon des Öfteren von INLAND EMPIRE gelesen und auch von der Rückkehr zu den Anfängen, also Richtung ERASERHEAD.
Sollte das stilistisch irgendwie halbwegs hinkommen, kann's ja nur grandios sein.


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 Betreff des Beitrags: Re: TWIN PEAKS
BeitragVerfasst: 26.04.2018 16:28 
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Sbirro Di Ferro hat geschrieben:
Stanton hat geschrieben:
Übrigens was die Zählung der Folgen betrifft, für mich war da immer der Pilot die Folge 1, so daß die 2.Staffel mit Folge 30 endet. Aber das macht sowieso und jeder wie er will, so daß das oftmals etwas verwirrend ist zu wissen welche Folge denn nun wirklich gemeint war.

Wenn du von mir etwas liest, wo irgendeine Episodenzahl steht, ist es immer von der 1. Episode NACH dem Pilotfilm gerechnet.


Du könntest überlegen das zu ändern. Letztendlich ist der Pilot die erste Folge, und der Pilot der 2. Staffel wird ja auch normal mitgezählt.


Zitat:

Im Bezug auf die 3. Staffel habe ich schon des Öfteren von INLAND EMPIRE gelesen und auch von der Rückkehr zu den Anfängen, also Richtung ERASERHEAD.
Sollte das stilistisch irgendwie halbwegs hinkommen, kann's ja nur grandios sein.


Inhaltlich ist es sicher sehr lynchig, aber wie gesagt stilistisch und erzählerisch fand ich es oft enttäuschend.


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 Betreff des Beitrags: Re: TWIN PEAKS
BeitragVerfasst: 26.04.2018 18:22 
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 Betreff des Beitrags: Re: TWIN PEAKS
BeitragVerfasst: 30.04.2018 17:47 
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Staffel 2:

Der "Co-Pilot" zunächst ist top, da merkt man wieder ganz deutlich, dass Lynch sich wieder in den Regiestuhl geklemmt hat.
In den nächsten Folgen wechseln sich sehr gute und (auch im Vergleich zu ersten Staffel) schwächere Episoden ab, aber wie dem auch sei: Der Spaßfaktor bleibt trotzdem hoch.
Den Handlungstrang um Jean Renault z.B. fand ich weniger interessant, dafür geht's ab dem Auftauchen von Windom Earle mit seinem Psychoschach wieder bergauf.
Da hat TWIN PEAKS dann m.E. wieder das Niveau von kurz vor dem (und bis zum) Tod von Leland Palmer erreicht.
Also die Zeit mit Windom Earle bis zum Ende war dann wieder sehr spannend.
Daneben bahnt sich noch eine kleine Romanze zwischen Dale und Annie an, was ich ausnahmsweise sehr schön fand und auch David Lynch tritt als Gordon Cole noch einmal vor die Kamera.
Das hat gegen Ende (Episode 25 oder 26, wenn ich mich nicht irre) noch 2, 3 der generell schönsten Szenen zur Folge.
Da wäre zum Einen das Kennenlernen von Gordon und Shelly, sowie die darauffolgende spontane "Liebeserklärung" von Dale an Annie und ein bereits letztes Mal Gordon und Shelly, wo plötzlich Bobby dasteht.
Das gute daran: Bei Gordon schwingt immer eine gewisse Komik mit, egal was er tut oder sagt, so auch in diesen semi-romantischen Szenen.
Bei Dale und Annie wiederum ist zwar nichts Komisches, aber ihre Szenen sind wenigstens ehrlich romantisch und nicht kitschig (so habe ich es zumindest empfunden).
Und abschließend natürlich noch die letzte Folge.
Ein überragendes Finale, weiß gar nicht, was daran sonderlich schwach sein soll.
Ziemlich viel im Red Room mit Laura, BOB und dem Little Man, das ist schon sehr cool und hält auch noch ein paar Gänsehautmomente bereit.
Da zeigt Sheryl Lee, dass sie, wenn es eine gäbe, die Auszeichnung zur besten scream queen ohne Zweifel mehr als verdient hätte.
Ich sage nur eines: meanwhile...
Kurz vorher sagt Laura noch: "See you again in 25 years" und wenn ich das jetzt weiterdenke bis zum wirklichen Ende der Folge mit dem Evil Cooper, ist doch die 3. Staffel nicht mehr oder weniger, als die Einlösung eines Versprechens...


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 Betreff des Beitrags: Re: TWIN PEAKS
BeitragVerfasst: 30.04.2018 18:34 
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Gesamteindruck:

Die 1. Staffel NACH dem Pilotfilm nicht so überragend, wie gedacht (obwohl nicht schwach), die 2. Staffel ein mehr oder weniger ständiges Auf und Ab.
Die Lynch-Folgen (egal ob als Regisseur hinter der Kamera oder als Gordon Cole vor der Kamera) sind aber definitiv Highlights.
Für den Rest gilt oftmals: Trotz vereinzelter Szenen in Nicht-Lynch-Folgen, die vermuten lassen, dass doch irgendwo Lynch dahinter gestanden sein muss, war es mir oft zu wenig.
Zu wenig klassischer Lynch, zu wenig surreal, zu wenig Red Room, zu wenig Little Man und BOB.
Die ersten drei Punkte werden sich aber, schätze ich, in der Neuauflage (als Staffel in dem Sinn will Lynch das ja nicht gesehen haben) ändern.
Anyways: Ob ich TWIN PEAKS als DAS große Meisterstück der Fernsehgeschichte sehe und ob ich den Kultfaktor in allen Belangen nachvollziehen kann, darüber bin ich mir noch nicht ganz sicher.
Aber Fakt ist auch, dass ich wirklich immer, wenn ich angefangen habe, gleich so viel wie möglich sehen wollte, weil ich immer wissen wollte, wie es weitergeht.
Also muss ja mehr drinstecken als reine Unterhaltung...
Hervorragende Charaktere und Schauspielerriege, guter Aufbau der einzelnen Geschichten und Spannungsaufbau - soweit kann ich mich über nichts beklagen.
Aber zwei Punkte fallen mir ein, die mir doch eher enttäuscht haben: Die Genre-Gewichtsverteilung und die Sache mit Dale und Annie.
Für letzteres war, denke ich, einfach zu wenig Zeit oder Platz, um das noch ordentlich auf- und auszubauen; das hätte ich mir ausführlicher gewünscht.
Dafür hätte man gerne die Seifenopern-Seite an anderer Stelle kleiner halten können, denn so, wie es letztlich geworden ist, gibt's bei genauerer Betrachtung nur zwei große Konstante.
Die Seifenoper und den Mystery bzw. Horror-Aspekt.
Wirklich schlecht ist das natürlich auch nicht, nur eben für mein Empfinden oft sehr unausgewogen.
Ein Wort noch zur Musik: Es stimmt schon, dass da eigentlich auch keine allzu große Bandbreite herrscht (Lauras Thema wechselt sich hauptsächlich mit Jazz-Melodien ab), aber das wird mir einfach nicht langweilig.
Ich finde das immer cool oder schön oder wie auch immer man sagen will.

Um das jetzt abzuschließen: Das originale TWIN PEAKS ist zweifellos ein Meilenstein der Fernsehgeschichte und über weite Strecken auch gut bis sehr gut, aber bei weitem nicht fehlerlos.


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 Betreff des Beitrags: Re: TWIN PEAKS
BeitragVerfasst: 30.04.2018 18:38 
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Noch etwas: Bin ich eigentlich der einzige, dem beim Anblick von Mädchen Amick öfter mal die junge Alicia Silverstone durch den Kopf ging?
Eine gewisse Ähnlichkeit ist zwischen den beiden ja doch auszumachen...


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 Betreff des Beitrags: Re: TWIN PEAKS
BeitragVerfasst: 01.05.2018 21:33 
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Also die junge Amick und Silverstone sehe ich nicht, aber die alte Amick aus Staffel 3, da dachte ich oft da sitzt Drea de Matteo.

Und Stanton, ich muss Dir leider widersprechen.
Der Film ist nur augenscheinlich, bzw. nur zeitweise ein Prequel. Der Rest ist eine andere Zeitlinie. Es ist Bobs zweiter Versuch Laura zu besetzen. Musst mal ein wenig im Internet rumrecherchieren. Es gibt auch ein sehr gutes youtube Video dazu, das ich allerdings jetzt spontan nicht gefunden habe. Das im Hinterkopf habend, wirkt der Film noch intensiver, wenn man bedenkt, dass Laura das mehr als einmal durchmachen musste, auch wenn es ihr wahrscheinlich nicht bewusst war. Nach Staffel 3 wirkt Lauras Leidensgeschichte natürlich nochmal ganz anders...

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 Betreff des Beitrags: Re: TWIN PEAKS
BeitragVerfasst: 01.05.2018 21:41 
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Dracula hat geschrieben:
Der Film ist nur augenscheinlich, bzw. nur zeitweise ein Prequel. Der Rest ist eine andere Zeitlinie. Es ist Bobs zweiter Versuch Laura zu besetzen.

Gut, es ist Bobs zweiter Versuch, Laura zu besetzen.
Aber was meinst du mit "andere Zeitebene"?
Es ist doch bekannt, dass der Film die letzte Lebenswoche von Laura behandelt.
So gesehen wäre die Bezeichnung nicht falsch, weil ja das behandelt wird, was VOR den Geschehnissen der Serie passiert.


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 Betreff des Beitrags: Re: TWIN PEAKS
BeitragVerfasst: 01.05.2018 22:17 
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Paralleler Zeitstrang eher.
Bob scheitert im Film, weil Mike den Ring in den Wagon schmeisst und er nicht mehr in Laura kann, nachdem sie ihn genommen hat. Also muss er sie wieder töten. In der Serie hat sie den Ring nicht. Mike versucht den Ablauf zu ändern. Wir sind in einem Traum, aber wer ist der Träumer? Nach Staffel 3 wirst Du noch besser verstehen was ich meine. Es sind verschiedene Zeitebenen. Und manches spielt sich öfter und anders ab. Klar ist es ein Prequel, aber es gibt ja auch im Film Andeutungen, dass die Serie bereits stattgefunden hat. Stichwort "Annie"...

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 Betreff des Beitrags: Re: TWIN PEAKS
BeitragVerfasst: 02.05.2018 13:56 
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Dracula hat geschrieben:
Also die junge Amick und Silverstone sehe ich nicht, aber die alte Amick aus Staffel 3, da dachte ich oft da sitzt Drea de Matteo.

Und Stanton, ich muss Dir leider widersprechen.
Der Film ist nur augenscheinlich, bzw. nur zeitweise ein Prequel. Der Rest ist eine andere Zeitlinie. Es ist Bobs zweiter Versuch Laura zu besetzen. Musst mal ein wenig im Internet rumrecherchieren. Es gibt auch ein sehr gutes youtube Video dazu, das ich allerdings jetzt spontan nicht gefunden habe. Das im Hinterkopf habend, wirkt der Film noch intensiver, wenn man bedenkt, dass Laura das mehr als einmal durchmachen musste, auch wenn es ihr wahrscheinlich nicht bewusst war. Nach Staffel 3 wirkt Lauras Leidensgeschichte natürlich nochmal ganz anders...


Sicher, nach der 3. Staffel kann man das so sehen, aber das sind erst mal nur Theorien, und für mich bleibt es vorerst ein Prequel auf derselben Zeitebene.

Daß das eine andere Zeitebene sein soll, das ist aber auch eine Idee die mir nicht gefällt.


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