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 Betreff des Beitrags: Re: TWIN PEAKS - DIE SERIE (2016) - David Lynch
BeitragVerfasst: 04.05.2018 17:36 
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Teil 11+12:

Siehe da: Noch zwei gute Teile hintereinander.
Das Niveau von Teil 10 wird gehalten, zusätzlich genehmigt sich Lynch wieder so manche extravagante visuelle Spielerei (die Vision von Gordon, die sehr an den 8. Teil erinnert, wo auch die Woodsmen wieder auftauchen).
Das ist sicher mit eine der besten Szenen in dem Teil.
Ansonsten bringt Lynch hier wirklich die ganze Bandbreite an Genres ein, die jemals in TWIN PEAKS verarbeitet wurden.
Wir haben Mystery (Woodsmen), wir haben Thriller ("Becky-Steven-Shelly-Situation"), wir haben Horroranleihen (krankes Kind im Auto), wir haben Drama (Becky, Shelly und Bobby versammelt im Double R) und natürlich Komödie.
Die Komödie steht allerdings nie alleine, sondern immer mit anderen Genres in Verbindung, in dem Fall Mystery und Horror.
Sehr gelungen natürlich auch das Finale (ausnahmsweise nicht im Roadhouse), wo die Mitchum-Brüder (in Begleitung von Mandie, Sandie und Candie) Dougie zum Kuchen einladen.

Teil 12: Let's Rock!
...hieß bisher in TP immer etwas gutes und das ändert sich hier glücklicherweise auch nicht.
Das grundsätzliche Muster des vorhergehenden Teils (- Horror) bleibt erhalten und so ist auch dieser Teil wieder als sehr gelungen zu bezeichnen.
Außerdem ist zu erwähnen, dass nach 11 Teilen endlich auch Audrey wieder da ist.
Die erfreuliche Rückkehr geht allerdings mit einem tragischen Abgang einher.
Denn Miguel Ferrer sehen wir hier zum letzten Mal vor seinem Tod als Albert Rosenfield.
Es bleibt aber festzuhalten, dass seine Szenen (wie meist in der Neuauflage gemeinsam mit David Lynch) wieder einen Höhepunkt darstellen und er sich glorreich aus TP verabschiedet.
Alles in allem also ein weiterer guter Teil und ich hoffe, dass das Niveau jetzt auch weiterhin so hoch bleiben wird, trotz der Lücke, die Miguel Ferrer hinterlässt.


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 Betreff des Beitrags: Re: TWIN PEAKS - DIE SERIE (2016) - David Lynch
BeitragVerfasst: 05.05.2018 00:13 
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Zunächst eine kleine Berichtigung: Teil 12 ist nicht der letzte Teil für Miguel Ferrer, er ist zumindest in Teil 14 noch einmal am Anfang zu sehen.
Im Twin-Peaks-Wiki heißt es bei "Part 12" unter "Behind the scenes":

Zitat:
The scene with the French woman in the hotel was the final scene shot to feature Gordon Cole and Albert Rosenfield, thus it serves as Miguel Ferrer's final time playing his character before his death in 2017.

Offensichtlich eine Falschinformation...



Teil 13+14:

Teil 13 fängt wieder sehr gut an; Dougie tanzt mit den Mitchum-Brüdern, Mandie, Sandie und Candie bei seinem Chef an und auch für Dougie selbst werden die früheren potenziellen Attentäter zu Wohltätern.
Nachdem die Mitchum-Brüder also nicht mehr in Frage kommen, Dougie aus dem Weg zu räumen, soll einer seiner Kollegen her, um ihn zu vergiften...
Der bringt das nicht übers Herz und beichtet alles dem Chef; die Heulsusen-Nummer geht diesmal haarscharf an der Unglaubwürdigkeit vorbei, bleibt noch im komischen Bereich.
Einstweilen rechnet der Evil Cooper mit Ray ab, Audrey streitet sich wieder einmal mit ihrem Mann und Nadine bekommt Besuch von Dr. Jacoby.
Um es kurz zu machen: Teil 13 bietet weder wirklich Hervorragendes, noch ist er komplett belanglos.
Gutes und Schlechtes wechselt sich ab, insgesamt sicher nicht mehr ganz auf dem Niveau von Teil 10, 11 und 12, aber weit besser als Teil 9.

In Teil 14 ruft Gordon gleich zu Beginn Lucy an - und schreit dabei natürlich wieder ziemlich.
Ein m.E. äußerst vielversprechender Beginn und die ersten Minuten (die Sequenz mit Gordon, Albert, Tammy und Diane) sind auch wirklich sehr gut.
Da gelingt Lynch sogar innerhalb einer einzigen kurzen Szene (Fensterputzer) ein fließender Übergang von der Komik ins Unheimliche.
Anschließend natürlich noch der Monica-Bellucci-Traum von dem Gordon erzählt.
"Wir sind wie der Träumer, der träumt und dann in dem Traum lebt, aber wer ist der Träumer?"
Das gehört auch noch zum hervorragenden Material, danach geht's leider stetig bergab.
Da sind es dann nur mehr 1, 2 Szenen, die dem Abwärtsstrom etwas entgegenhalten können (Andy, der im Wald in den Strudel gezogen wird und sich beim Fireman wiederfindet und Sarah, die in einer Bar ihre "schwarze" Seite offenbart).
Der Rest weist leider abwärts...

Vier Teile noch und ich hoffe, am Ende bleibt wieder der Aufwärts-Daumen...


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 Betreff des Beitrags: Re: TWIN PEAKS - DIE SERIE (2016) - David Lynch
BeitragVerfasst: 05.05.2018 17:13 
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Teil 15+16:

Teil 15 ist stimmungsmäßig, von der Genremischung her, einer der am klarsten definierten Teile.
Hier dominiert zum Einen der Mystery-Aspekt und zum Anderen lässt Lynch - was man sonst selten gesehen hat im neuen TP - den Gefühlsmenschen in sich durchblicken.
Nadine gibt Ed quasi frei, der dann Norma einen Antrag macht - das ist noch die "heitere" Seite der gefühlsbetonten Szenen.
Es gibt aber auch die traurige Seite, denn Hawk muss vor versammelter Mannschaft den Tod der Log Lady verkünden.
In der Zwischenzeit begibt sich der Evil Cooper zum Convenience Store, wo er von einem Woodsman in ein Extrazimmer geführt wird, um mit Phillip Jeffries zu sprechen.
Einmal mehr beweist Lynch hier sein ausgezeichnetes Gespür für unheimliche Stimmungen und bizarre Bildkompositionen (am Weg durch den Store sieht man bspw. als Schatten den Wald im Hintergrund).
Der "normale" Cooper (hier noch als Dougie Jones unterwegs) kommt auf die grandiose Idee eine Gabel in eine Steckdose zu stecken.
Im Normalfall nicht gerade die beste Idee, die man haben kann, aber für ihn (und in dem Fall auch für uns als Zuschauer) hat es sogar gute Auswirkungen...

...denn in Teil 16 haben wir ihn (endlich) nach einiger Zeit im Koma wieder, den Dale Cooper, den wir aus dem Original kennen.
Hutch und Chantal ahnen davon nichts, warten vor dem Haus der Familie Jones, um Dougie umzulegen.
Da kommt ihnen allerdings etwas (oder besser gesagt jemand) dazwischen und so endet das Ganze nicht für Dougie (der ja inzwischen schon wieder Dale ist), sondern für sie selbst sehr ungesund.
Eine kleine Actioneinlage zwischendrin ist ja auch ganz fein...
Ansonsten: Diane erzählt vom ersten Treffen mit dem Evil Cooper, der "gute" Cooper verabschiedet sich mit den Mitchums nach Spokane (Washington) und Audrey und Charlie bequemen sich ins Roadhouse.
Dort schwelgt Lynch in Nostalgie, er lässt Audrey ihren Tanz wiederholen, den sie wieder mit Bravour meistert.
Nach kurzer Zeit wird sie allerdings unterbrochen und steht plötzlich in einem weißen Raum...
Ziemlich creepy, aber richtig ungemütlich wird's erst im darauffolgenden Abspann (wer's kennt, weiß hoffentlich was ich meine).

Wie erhofft, zwei gute bis sehr gute Teile und jetzt bitte noch ein ebensolches Finale...


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 Betreff des Beitrags: Re: TWIN PEAKS - DIE SERIE (2016) - David Lynch
BeitragVerfasst: 06.05.2018 17:53 
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Teil 17+18:

Die letzten zwei Stunden in Twin Peaks sind im Grunde fast genauso, wie ich sie mir gewünscht habe.
Teil 17 steht ganz im Zeichen des Surrealen, mit Red Room, den Woodsmen und einer kurzen Rückkehr von BOB.
Außerdem (was ich auch sehr schön fand) bringt Lynch so ziemlich alle wichtigen Twin-Peaks-Figuren an einem Ort - im Sheriffbüro - zusammen.
Das lässt schon spüren, dass es aufs Ende zugeht, wirkt wie wenn im Theater alle vor den Vorhang treten und sich gemeinsam verbeugen.
Noch sind wir damit aber nicht beim Schönsten angelangt.
Denn was noch folgt, ist eine (ziemlich lange) Rückblende in den Film, die so gemacht ist, dass zuerst die Rückblende mit dem Geschehen der Serie interagiert und dann weiter gesponnen wird.
Da sehen wir dann noch, wie Cooper Laura in den Wald, an den Eingang zum Red Room führt.
Damit hätte sich meinem Verständnis nach dramaturgisch der Kreis geschlossen (Laura sitzt ja im Film am Ende im Red Room und Cooper steht mit beruhigender, schützender Hand neben ihr).
Die Geschichte ist zu Ende...
Jetzt wäre TWIN PEAKS abgeschlossen, aber nein, es muss noch ein Teil sein...

In Anbetracht von Teil 17 wirkt Teil 18 bis zum Schluss wie ein Epilog, der nicht mehr sein hätte müssen, nur um ganz am Ende noch einen Cliffhanger zu präsentieren.
Die letzte Szene an sich ist eigentlich nicht schlecht gemacht, gibt Sheryl Lee noch einmal Gelegenheit, sich als wahre scream queen zu erweisen, mit einem finalen Schrei, der noch lange nachhallt (und das meine ich durchaus wörtlich).
Das ist wirklich noch einmal sehr gut, aber der Rest, alles vorhergehende in dieser letzten Stunde von TWIN PEAKS, hätte ich nicht mehr gebraucht.
Rein dramaturgisch wäre es, denke ich, auf jeden Fall besser gewesen, die Sache nach Teil 17 zu beenden, dann wäre es wenigstens wirklich endgültig gewesen.
So wie es tatsächlich gemacht wurde mit dem Cliffhanger, das war m.E. keine gute Entscheidung, denn es gibt jetzt nichts mehr zu erzählen.
Was bleibt also für die letzte Stunde in Twin Peaks: Eine an und für sich gute letzte Szene für einen aus meiner Sicht eigentlich überflüssigen letzten Teil.

Zu Teil 17 sage ich gerne noch einmal: Wow, Lynch, Wow!
Bei Teil 18 bleibt mir leider nur: Warum, Lynch, warum?


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 Betreff des Beitrags: Re: TWIN PEAKS - DIE SERIE (2016) - David Lynch
BeitragVerfasst: 06.05.2018 19:29 
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Sbirro Di Ferro hat geschrieben:
Zitat:
The scene with the French woman in the hotel was the final scene shot to feature Gordon Cole and Albert Rosenfield, thus it serves as Miguel Ferrer's final time playing his character before his death in 2017.

Offensichtlich eine Falschinformation...



Tippe hier daruaf, dass die betonung auf "shot" liegt, also die letzte Dreharbeit. Im Schnitt wanderte es dann halt in eine Folge vor dem letzten Auftauchen...

Sbirro Di Ferro hat geschrieben:
So wie es tatsächlich gemacht wurde mit dem Cliffhanger, das war m.E. keine gute Entscheidung, denn es gibt jetzt nichts mehr zu erzählen.


Denke nicht, dass es sich um einen Cliffhanger handelt, dafür ist Lynch glaub ich zu realistisch, noch an eine weitere Fortsetzung zu glauben. Ist eh schon ein Wunder, das er DAS, was wir da gesehen haben, überhaupt im Hauptprogramm zeigen durfte (aus markttauglicher Sicht). Ich finde, die letzte Folge korreliert doch sehr gut mit deinem Träumer-Zitat, ich denke, das trifft es hier voll auf den Kopf...


Danke auf jeden Fall für die schöne Zusammenfassung, hat mir auf jeden Fall geholfen, das ganze nochmal ein bißchen zu überblicken und auch teilweise zu verstehen....


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 Betreff des Beitrags: Re: TWIN PEAKS - DIE SERIE (2016) - David Lynch
BeitragVerfasst: 06.05.2018 21:17 
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Ist ja auch kein Cliffhanger. Um es kurz zu machen:

SPOILER




Laura wurde als Bombe geschickt um Judy & Bob entgegenzutreten.
Auch in Judys letztem Versuch und der x-ten Zeit-/Raumebene zündet die Bombe.
Dale weiß nicht welches Jahr wir haben... er kennt sich selbst nicht mehr aus in den ganzen Universen.
Laura beginnt es zu dämmern. Sie hört Ihre Mutter im Haus aus einer womöglich anderen Dimension nach ihr rufen.
Ihr Trigger wird aktiviert... sie schreit... die Elektrizität wird überlastet... alle "Sicherungen" im Haus des Grauens brennen durch...
die Bombe geht hoch... Judy ist geschlagen... die weiße Lodge siegt über die Schwarze. Das Ende ist da.
Laura flüstert Dale ins Ohr, dass er sie nicht retten kann.




SPOILER ENDE

Das war wirklich nur sehr grob und oberflächlich zusammengefasst :ugeek:

_________________
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