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Original oder Remake, welchen findet ihr besser???
Das Dritte Auge (Original) 63% 63% [ 22 ]
Buio Omega aka Sado (Remake) 37% 37% [ 13 ]
Abstimmungen insgesamt : 35
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 Betreff des Beitrags: DAS DRITTE AUGE - Mino Guerrini
BeitragVerfasst: 28.11.2009 00:27 
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Mino Guerrini : Das Dritte Auge 1966

Il Terzo occhio - Ein früher Giallo in s/w der als Vorlage für Joe D'Amatos
berüchtigtes Sado - Stoß das Tor zur Hölle auf (Buio Omega 1979) gilt

Cast : Franco Nero ,Gioia Pascal ,Erika Blanc ,Olga Solbelli ,Marina Morgan

Inhalt : Conte Mino (Franco Nero) wird von seiner herrischen Mutter (Olga Solbelli)unterdrückt - sie kann es nicht ertragen , das ihr Sohn eine Andere (Laura -Erika Blanc ) liebt.
Um die Heirat und ihren Verlust an Einfluss zu verhindern bringt sie ihre Zofe Martha (Gioia Pascal),die ebenfalls in Mino verliebt ist , dazu Lauras Auto zu sabotieren.
Laura kommt bei dem Unfall um .
Minos Mutter erkennt das auch Martha ihren Sohn lieb und will sie aus dem Hause werfen , worauf sie von Martha ermordet wird.

Mino kann nicht ertragen , das er die beiden Menschen die er am meisten liebte verloren hat.
Er Konserviert Lauras Leiche und bewahrt sie in seinem Zimmer auf
Bei dem Versuch eine Neue Beziehung zu beginnen erwürgt er eine junge Tänzerin - Martha hilft ihm bei der entsorgung der Leiche wenn er sie Heiratet .
Dann taucht plötzlich Daniella - Lauras Schwester auf ...

Fazit:
Der Film - besonders die Art wie gespielt wird und die Kulisse des Schlosses machen den Eindruck eines Teaterstücks oder eines Film aus den 30er Jahren - Alles wirkt so künstlich , theatralisch , fremd und dadurch irgentwie bedrohlich .
Dazu kommen in der deutschen Fassung die gesteltzten Dialoge - so unterhält sich kein normaler Mensch ,
aber normal ist in diesem Film auch niemand !

Die Schauspieler passen alle bestens in ihre Rollen wobei es Nero mit seinem Overacting doch etwas übertreibt .
Besonders gelungen ist der Auftritt von Gioia Pascal als Martha - Erika Blac hat eigentlich kam was zu tun ...

Die Kameraarbeit steht ihm krassen Gegensatz zum eher altmodisch wikenden Schauspiel und ist sehr beweglich , und unterstreich die Stimmung perfekt - sie wikt sehr durchdacht .

Der Score ist gerade in der Ersten Stunde von Klassik Stücken geprägt , die ebenfalls die eigenartige Stimmung unterstreichen - leider funktioniert das im Finale dann nicht mehr so toll - dort wird nur noch Standartware geliefert .

Der Film ist - trotz 18 Freigabe kaum brutal , es fließt kein Blut - Mino mordet duch erwürgen .

Wer fast die Gleiche Handlung mit einer deutlich höheren Portion Sleaz und Blut sehen will kann sich Joe D'Amatos Version ansehen

Das 3. Auge ist ein faszinierender aber sicher nicht einfacher Film mit ganz eigener Stimmung der sicher nicht jedemanns Geschmack trift

Die DVD von E.M.S hat zwar ein hässliches Cover ( Mintgrün und Rosa !) , und ich weiss nicht inwieweit der Film gekürzt ist ( die Angaben widersprechen sich ) bietet aber eine brauchbare wenn auch nicht überragender Qualität

7 von 10 von mir

Peter

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 Betreff des Beitrags: Re: Das Dritte Auge 1966
BeitragVerfasst: 28.11.2009 01:17 
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kaeuflin hat geschrieben:
Mino Guerrini : Das Dritte Auge 1966


7 von 10 von mir

Peter


Dem widerspreche ich nicht.


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 Betreff des Beitrags: Re: DAS DRITTE AUGE - Mino Guerrini
BeitragVerfasst: 13.01.2010 22:57 
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nochmal zu den fassungen:
wer weiß genaueres zu der e-m-s und/oder der carol media veröffentlichung?
würde wirklich gerne wissen, wieviel da fehlt und was...
vielleicht hat da einer mehr durchblick.

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 Betreff des Beitrags: Re: DAS DRITTE AUGE - Mino Guerrini
BeitragVerfasst: 14.01.2010 14:16 
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Thomas Morus hat geschrieben:
nochmal zu den fassungen:
wer weiß genaueres zu der e-m-s und/oder der carol media veröffentlichung?
würde wirklich gerne wissen, wieviel da fehlt und was...
vielleicht hat da einer mehr durchblick.


Die e-m-s ist ja schon sehr lange her und hat auch nur deutschen Ton, wie so manche DVD des Labels damals.

Ob die DF gekürzt ist, weiß ich leider nicht.


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 Betreff des Beitrags: Re: DAS DRITTE AUGE - Mino Guerrini
BeitragVerfasst: 07.08.2010 01:31 
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Ich habe mir den gerade angesehen und bin wirklich sehr positiv überrascht. Hat mir außerordentlich gut gefallen und ich befinde ihn sogar besser als das D`Amato Remake. Ist zwar wesentlich weniger blutig, aber spannungsgeladener. Von der kranken Atmosphäre hingegen schenken sie sich beide nichts. Hatte ich beim Kauf absolut nicht vermutet. Ob es längere Fassungen gibt, kann ich allerdings auch nicht beantworten. Vielleicht gab es die Salzsäure Szene ja auch im Original :shock:


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 Betreff des Beitrags: Re: DAS DRITTE AUGE - Mino Guerrini
BeitragVerfasst: 07.08.2010 15:13 
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Der Film ist ein recht gelungener, wenn auch ziemlich altmodischer Psychothriller im Stil von Hitchcock. Man weiß recht früh was los ist und zittert mit den Opfern, die sich gewohnt unbedarft verhalten. Nero ist gegen sein (späteres) Image besetzt und wirkt daher um so bedrohlicher.

Meines Wissens fehlen ca 15 Minuten auf der deutschen DVD. Angeblich aufgrund einer verschollenen Filmrolle, d.h. sie fehlen am Stück! Der Film macht aber dennoch Sinn.


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 Betreff des Beitrags: Re: DAS DRITTE AUGE - Mino Guerrini
BeitragVerfasst: 25.04.2011 12:36 
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Das dritte Auge 8/10

Mino Guerrini

Tjo Franko Nero hat ein inniges verhältniss zu seiner Mutter, schläft als Erwachsener noch mit in deren Zimmer. Als dieser sich aber eine Frau angelt, hatt die Mutter ängsten ihren Sohn zu verlieren. Mit dem Dienstmädchen schmiedet sie einen Perfieden Plan. Am ende steht der Nero vor den scherben seines Lebens...
Nichts ist mehr wie es war und er wird so langsamm irre... (Nur ne kurze grobe inhaltsangabe, man sollte nicht zuviel wissen, wenn man den Film anschaut.)

Der Film ist super, in herrlichem SW gedreht und mit guten Kameraeinstellungen gewürzt. Die Leute wurden immer sehr gut im Bild plaziert. So sieht man zb. ganz rechts im vordergrund die herrsüchtige Mutter von der Seite während in der Mitte das Dienstmädchen angelaufen kommt. Es gibt auch viel schöne kammerafahrten durch das alte später sehr unordentliche Anwesen.
Der Score ist auch sehr passend!
Die Darsteller, Nero, Blanc ect. sind auch gut gewählt.
Ein vergleich mit Hitchcocks Psycho braucht der Film auch nicht scheuen, nach diesem der beste dieser art. Ähnlichkeiten sind auch vorhanden, wie eine starke Mutter - Sohn beziehung , Morde mit einem Messer und eben die Schwarz-Weiss photographie!
Es wird nie langweilig immer ist was los, pure Spannung wird von Athmosphäre abgelöst!
Nichtmal ansatzweise kann da D´amatos Remake mitthalten, denn dieser vernachlässigt alle guten eigenschaften die dieser Film in sich birgt und konzentriert sich nur auf deftigen Splatter. Bedenkt man wäre das remake eine Mischung beider Filme geworden, hätte man ein wahrliches Meisterwerk haben können.... naja so bleibt also nur sich am Original Freuen dem etwas Gore auch nicht geschadet hätte!!!!


Ahja geschnitten, das dachte ich mir... Hab übrigens mal ne Umfrage an den Anfang gestellt! Original oder Remake, welchen mögt ihr lieber??

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 Betreff des Beitrags: Re: DAS DRITTE AUGE - Mino Guerrini
BeitragVerfasst: 25.04.2011 21:53 
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Nee, der geht garnet. Ich find den Streifen furchtbar langweilig. Sado finde ich handlungstechnisch genauso langweilig, jedoch mag ich ihn wegen seinen wirklich kruden F/X und der beklemmenden, abgedrehten Atmosphäre. Das Dritte Auge hat außer Langeweile garnix zu bieten.

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 Betreff des Beitrags: Re: DAS DRITTE AUGE - Mino Guerrini
BeitragVerfasst: 02.06.2011 01:46 
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Das Dritte Auge => schöne gothische Atmosphäre, interssanter und bessere Schauspieler 8/10
Sado => ausser Gore und Ekelszenen nix zu bieten 5/10

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Zensor, der - Beamter gewisser Regierungen, dessen Aufgabe es ist, geniale Werke zu unterdrücken. In Rom war der Zensor
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(Ambrose Bierce - Des Teufels Wörterbuch, 1911)


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 Betreff des Beitrags: Re: DAS DRITTE AUGE - Mino Guerrini
BeitragVerfasst: 02.06.2011 10:10 
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Malastrana hat geschrieben:
Einspruch!
Das Dritte Auge => schöne gothische Atmosphäre, interssanter und bessere Schauspieler 8/10
Sado => ausser Gore und Ekelszenen nix zu bieten 5/10


:jc_goodpost:
Jawohl genau soooo und nicht anders ist es....
Soldest mal in den Sado thread schauen, das ist man vom gegenteil überzeugt :mrgreen: :ichnoe:

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 Betreff des Beitrags: Re: DAS DRITTE AUGE - Mino Guerrini
BeitragVerfasst: 02.06.2011 12:19 
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Gerade wegen dieser Noir Optik hält der ganz gut dagegen. Finde der Film funktioniert heute immer noch, kann man ja auch nicht von allen SW sagen. Möchte aber auch Sado nicht missen 8-)

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 Betreff des Beitrags: Re: DAS DRITTE AUGE - Mino Guerrini
BeitragVerfasst: 02.06.2011 12:53 
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Malastrana hat geschrieben:
Einspruch!
Sado => ausser Gore und Ekelszenen nix zu bieten 5/10


Bei gewissen Personen wundern mich solche Aussagen nicht. Aber von dir solche Ausfälle? Die paar Mettgutszenen sind doch zweitrangig, der Film hat eine extrem morbide Atmosphäre, als Sahnehäubchen die einzigartige Franca Stoppi...

***

Ok, letztlich Geschmacksache. Dass das Forum jetzt allerdings schon auf "Abstimmungsniveau" sinkt, finde ich dann doch recht befremdlich. Was soll das aussagen, die Mehrheit hat recht? In einem Forum für Nischenfilme???

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Blap V 3.0 regaining paradise

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 Betreff des Beitrags: Re: DAS DRITTE AUGE - Mino Guerrini
BeitragVerfasst: 04.06.2011 09:54 
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Jaup, finde auch, dass man die Filme kaum vergleichen kann... Da liegen Welten dazwischen. Und im Sinne vom Blap: Nicht Welten, dass der eine besser als der andere ist, der alte Streifen atmet den Geist von Psycho, man denkt unweigerlich an Anthony Perkins, obwohl Nero ihn mE nicht erreicht, es wird viel Wert auf eine gute Kameraführung, schaurige Schatten, gute Darsteller etc. gelegt. D'Amatos Film ist ganz anders. Realistischer (sic!), d. h. in Farbe (ein Superunterschied!), Steadycam, Schauspieler, die nicht unbedingt von der Wiener Schauspielschule sind, ...

Der eine mag halt mehr den Film von d'Amato, der andere lieber den von Guerrini.

Meine Meinung: Der Film von d'Amato ist revolutionärer. Obwohl ich eigentlich lieber Filme mit guter Kamera und Story sehe, mit guten Schauspielern, Filme, die mit viel Mühe gemacht wurden, ändert hier d'Amato genau das, was dem Original fehlt!

Psycho hat den Duschmord, den Mord der Hauptdarstellerin nach etwa einer halben Stunde Laufzeit. Das Klo! Das Gurgeln des Wassers im Abfluss, das mit dem Blut der Leigh vermischt ist. Alles von Guerrinis Film war schon mal da. Selbst die Beziehung zu der Toten. Auch, wenn eine Rolle fehlt, hier wird kein Blut fließen! Die FSK 18 bekam er wohl damals wegen des Themas: Der Liebe zu einer Toten, die er zuhause aufbewahrt!

Deshalb kennt hier auch so gut wie jeder den Film von d'Amato, während die wenigsten den alten Streifen gesehen hben dürften. Das sagt viel! 8-)


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 Betreff des Beitrags: Re: DAS DRITTE AUGE - Mino Guerrini
BeitragVerfasst: 04.06.2011 10:57 
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Es ging nicht darum wer recht hat, sondern um einfach mal zu sehen wie die geschmäker hier verteilt sind!

Sergio hat recht, kann man nicht vergleichen! Aber da im Sado thread die Anhänger es nicht so recht begreifen mochten, das Freikonier und myself den Film nicht mochten! :? Es gibt eben leute wie auch Malastrana, denen der Film nicht zu sagt. Aber nur weil er von Freaks ein selbsternanter Kultfilm ist, muss man den doch nicht mögen!

"Der eine mag halt mehr den Film von d'Amato, der andere lieber den von Guerrini." - das ist das Stichwort! ;)

Um nochmal zum vergleich zurück zu kommen, das 3.Auge funktioniert auch ganz gut ohne Gore szenen, selbst Psycho würde ohne den genialen, Film ausmachenden Duschmord noch gut schaubar sein! Was wäre denn Sado ohne die Metzelszenen? ;)

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 Betreff des Beitrags: Re: DAS DRITTE AUGE - Mino Guerrini
BeitragVerfasst: 04.06.2011 11:06 
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Ich hab jetzt nicht unbedingt was gegen Metzelszenen. SADO ist jetzt nicht unbedingt der Bodensatz, mir gefallen die, auf ihre Art "lustigen", übertriebenen und beknackten Goreszenen und die Location (aus der man eigentlich mehr machen MUSS), aber was dem Film fehlt: ATMOSPHÄRE! Der Film lässt mich deshalb ziemlich kalt und die Handlung wirkt eigentlich nur wie Füllwerk zwischen den, zugegebenerweise, unterhaltsamen Szenen (das große Fressen, Badewanne, Ausweidung). Das reicht mir einfach nicht.

Das ist mir ein ähnlich gelagerter Schund wie GLOCKENSEIL doch 10x lieber, da der zumindest einen Hauch von Atmosphäre innehat.

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 Betreff des Beitrags: Re: DAS DRITTE AUGE - Mino Guerrini
BeitragVerfasst: 03.09.2011 22:35 
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Mein dritter Giallo :lol:

Ich mochte den Film, wenn ich ihn auch für nichts besonders halte. Schön war die Musik und Guerrinis gute Inszenierung und die 60er Synchro.

Zum poll...keine Ahnung, um Sado werd ich mich nie bemühen.

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 Betreff des Beitrags: Re: DAS DRITTE AUGE - Mino Guerrini
BeitragVerfasst: 10.01.2013 16:27 
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Da ich erst das Remake von Joe D'Amato kenne kann ich leider noch nicht abstimmen.
Wird aber so schnell wie möglich nachgeholt, da Franco Nero mein Lieblingsschauspieler ist muss ich mir das 3. Auge kaufen.
Jetzt zum Remake von Amato fand ich großartig, kamera top, Goblins score genial, tolle effekte


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 Betreff des Beitrags: Re: DAS DRITTE AUGE - Mino Guerrini
BeitragVerfasst: 10.01.2013 17:45 
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Als Remake würde ich Sado ganz und gar nicht bezeichnen , was ist denn mit Trio Infernal ? Also ein Doppel-Remake ? :lol:

Man erinnere sich an den Begriff Exploitation = Ausbeutung ;)


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 Betreff des Beitrags: Re: DAS DRITTE AUGE - Mino Guerrini
BeitragVerfasst: 10.01.2013 17:59 
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reggie hat geschrieben:
Es ging nicht darum wer recht hat, sondern um einfach mal zu sehen wie die geschmäker hier verteilt sind!

Sergio hat recht, kann man nicht vergleichen! Aber da im Sado thread die Anhänger es nicht so recht begreifen mochten, das Freikonier und myself den Film nicht mochten! :? Es gibt eben leute wie auch Malastrana, denen der Film nicht zu sagt. Aber nur weil er von Freaks ein selbsternanter Kultfilm ist, muss man den doch nicht mögen!

"Der eine mag halt mehr den Film von d'Amato, der andere lieber den von Guerrini." - das ist das Stichwort! ;)

Um nochmal zum vergleich zurück zu kommen, das 3.Auge funktioniert auch ganz gut ohne Gore szenen, selbst Psycho würde ohne den genialen, Film ausmachenden Duschmord noch gut schaubar sein! Was wäre denn Sado ohne die Metzelszenen? ;)


Genau auf den Punkt gebracht :231:


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 Betreff des Beitrags: Re: DAS DRITTE AUGE - Mino Guerrini
BeitragVerfasst: 13.05.2018 20:42 
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Das dritte Auge (D)
Il terzo occhio (IT)
Le froid baiser de la mort (F)
The Third Eye

IT 1966

R: Mino Guerrini
D: Franco Nero, Erika Blanc, Gioia Pascal, Olga Solbelli, Marina Morgan, Gara Granda u.a.

Score: Francesco De Masi

1. Synchro
2. Synchro

OFDb



Bild Bild Bild Bild
Bild Bild Bild Bild


Habe mir gestern nach langer Zeit mal wieder die minderprächtige Carol Media / EMS DVD dieses mehr als prächtigen Gothik-Thrillers zu Gemüte geführt, wobei mich der Film ein jedes mal aufs Neue begeistert. Neben den bemerkenswerten Bildern des Kameramanns Alessandro D'Eva sind es sowohl das skandalträchtige Drehbuch, welches später auch noch für Joe D'Amatos 'SADO' herhalten musste, ein junger Franco Nero als Psychopath, eine blutjunge Erika Blanc, die andauernd getollschockt wird als auch die wohlige Gothik-Atmosphäre, die mir an diesem fantastischen Film besonders gut gefallen. Hinzu gesellt sich ein erstklassiger Soundtrack von Maestro Francesco De Masi, der momentan auch noch ganz ordentlich im Ohr nachhallt (Tolles Titelthema!).


Leider weist die deutsche DVD nicht nur ein falsches Bildformat auf, sondern beinhaltet auch noch ein um ca. 5 Minuten geschnittenes Filmfinale. Zwar handelt es sich dabei keinesfalls um spektakuläre Szenen, aber ein klaffendes Logikloch der DVD-Fassung wird dennoch geschlossen, denn in den fehlenden Szenen ist zu sehen, wie die Polizei überhaupt erst auf das Verbrechen aufmerksam wird und eben auch deswegen auf den Plan tritt (in der DVD-Fassung taucht die Polizei urplötzlich am Strand auf und niemand weiß, wer sie gerufen hat...)

Ansonsten wird.....

...die schwer lädiert wirkende Hausmagd Marta bei dem Versuch gezeigt, ein dauerklingelndes Telefon zu erreichen. Als es ihr dann nach mehreren Versuchen endlich gelingt den Hörer abzunehmen, vernimmt sie am anderen Ende der Leitung die Polizei, woraufhin Marta mit letzter Kraft ein gequältes 'Aiuto!' in den Hörer seufzt. Und nur einen Bildwechsel später ist sie auch schon inmitten der Villa von zahlreichen Ordnungshütern umringt, denen sie dann im Todeskampf die grausame Wahrheit über den wahnsinnig gewordenen Franco Nero offenbart. Was folgt, ist eine Fahndungsmeldung und das finale Zusammentreffen am Strand.

Bild Bild Bild Bild

Bild Bild Bild Bild

(Der Spoiler enthält auch Bildausschnitte der entfernten Szenen)



Wäre echt super, wenn diesem ganz hervorragenden Film endlich mal ein adäquates Release zugesprochen würde, denn neben einem falschen Bildformat und einer verstümmelten Fassung ist auf den bisherigen DVDs auch nur die 2. Synchro zu hören, die vermutlich von Tele5 (warum auch immer) für die damalige TV Ausstrahlung erstellt wurde. Viel spannender wäre es zu wissen, wie die ursprüngliche Kinosynchro (1.) klingt, bei der Rainer Brandt (hoffentlich etwas ernsthafter) den Franco N. spricht.

Kennt zufällig jemand diese Synchro und kann etwas dazu sagen?



Bild Bild Bild Bild
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Kurzer Filmausschnitt: Die schrecklichen Visionen des jungen Franco

>>> Klick! <<<






Bild


Zuletzt geändert von Richie Pistilli am 15.05.2018 21:56, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: DAS DRITTE AUGE - Mino Guerrini
BeitragVerfasst: 14.05.2018 04:24 
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Ich habe den Film im Zuge der Arbeiten am Booklet zum Remake überhaupt erst kennengelernt. Seither finde ich ihn absolut großartig, und es wäre einer meiner Träume, dazu ein umfangreiches Booklet für eine adäquate Blu-ray zu erstellen, mit vollständiger Schnittfassung und beiden Synchronfassungen. Leider konnte ich bislang kein Label davon überzeugen, sich des Films anzunehmen. Wird sicherlich irgendwann passieren, aber bei meinem Glück erfahre ich dann davon, wenn ein Booklet bereits geschrieben wurde. :(

Martin

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 Betreff des Beitrags: Re: DAS DRITTE AUGE - Mino Guerrini
BeitragVerfasst: 15.05.2018 15:34 
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Das ist das erste Mal, dass ich Franco Nero in einer solch frühen Rolle sehe, in manchen Screenshots hat er etwas von einem jungen William Shatner, gerade in der untersten Reihe, ganz links, für mich absolute Verwechslungsgefahr.
Ehm...Richie?

Zitat:
[...]eine blutjunge Erika Blanc, die andauernd getollschokt wird als auch die wohlige Gothik-Atmosphär[...]

Mein Duden ist außer Reichweite, was möchtest du mir damit sagen? :D
Bildungsauftrag Dirty Pictures, schmutzig steht mal wieder auf dem Schlauch.


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 Betreff des Beitrags: Re: DAS DRITTE AUGE - Mino Guerrini
BeitragVerfasst: 15.05.2018 15:41 
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Anthony Burgess hilft hier weiter: *** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***

"Insbesondere durch die Popularität von Stanley Kubricks Verfilmung unter dem Titel Uhrwerk Orange kam es in den 1970er Jahren als Modewelle zu einer Übernahme von Nadsat-Wörtern in die Jugendsprache, von denen sich einige bis heute im Sprachgebrauch gehalten haben, beispielsweise ultrabrutal, die Zustimmungsformel Righty right und tollschocken für „verprügeln“."


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 Betreff des Beitrags: Re: DAS DRITTE AUGE - Mino Guerrini
BeitragVerfasst: 15.05.2018 15:59 
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tomasmilian hat geschrieben:
Anthony Burgess hilft hier weiter: *** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***

"Insbesondere durch die Popularität von Stanley Kubricks Verfilmung unter dem Titel Uhrwerk Orange kam es in den 1970er Jahren als Modewelle zu einer Übernahme von Nadsat-Wörtern in die Jugendsprache, von denen sich einige bis heute im Sprachgebrauch gehalten haben, beispielsweise ultrabrutal, die Zustimmungsformel Righty right und tollschocken für „verprügeln“."

Wieder etwas dazugelernt, merci :laie_69:


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 Betreff des Beitrags: Re: DAS DRITTE AUGE - Mino Guerrini
BeitragVerfasst: 15.05.2018 19:17 
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Habe gerade für DAS DRITTE AUGE gestimmt, auch wenn die obige Abstimmung wohl nicht mehr aktuell sein dürfte... da steckt wirklich viel Morbides drin, wobei PSYCHO - wie hier schon gesagt - sicherlich das Vorbild darstellt...
- dennoch soll das überhaupt nicht SADO in irgendeiner Weise abwerten, den ich ebenfalls genial finde (der Film basiert zwar inhaltlich auf DAS DRITTE AUGE, doch wird ein anderer Schwerpunkt gesetzt, gerade das Doppelgänger-Motiv mit den zwei Schwestern [wird hier VERTIGO variiert?] ist ein sehr interessanter Punkt in SADO, der den Film zu "mehr macht", als nur ein Gore-Film zu sein)...

auch ich schließe mich dem Wunsch an, dass DAS DRITTE AUGE endlich eine schöne BD-Veröffentlichung erfahren wird...


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 Betreff des Beitrags: Re: DAS DRITTE AUGE - Mino Guerrini
BeitragVerfasst: 15.05.2018 20:53 
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Schmutzig hat geschrieben:
Mein Duden ist außer Reichweite, was möchtest du mir damit sagen? :D

Da tomasmilian Deine Frage bereits korrekt beantwortet hat ( :hutheben: ) , bleibt nur noch zu sagen, dass diese 'tolle' Begrifflichkeit viel häufiger benutzt werden müsste, damit sie dann auch irgendwann 'offiziell' in den Duden rutscht 8-)

Peinlich ist natürlich, dass mir gerade bei diesem Begriff ein völlig unbeabsichtigter Tippfehler unterlaufen ist (GRRRRR) :evil: :oops: :oops: :oops:





Schmutzig hat geschrieben:
Das ist das erste Mal, dass ich Franco Nero in einer solch frühen Rolle sehe

Den 'DJANGO' hast Du doch bestimmt schon gesehen, denn der stammt aus dem gleichen Jahr (1966).
Ok, für seine Paraderolle wurde er auch etwas älter zurechtgeschminkt und sein unrasiertes Äußeres erledigte dann den Rest....

Der gepflegt rasierte Franco wirkt aber tatsächlich wesentlich jünger, wie die folgende Bildergalerie zeigt:

Werter Herr Nero, zeigen Sie doch bitte einmal dem Schmutzig ihr junges Gesicht.... ;)

Ich habe Sie gut gekannt (1965) (DP)

Bild Bild Bild Bild


Raumschiff Alpha (1965) (DP)
(Man beachte auf Bild 1 das schnatze Badedress)

Bild Bild Bild Bild
Bild Bild Bild Bild


Ich heiße John Harris (1966)

Bild Bild Bild Bild
Bild Bild Bild Bild


Tödliche Nebel (1966) (DP)

Bild Bild Bild Bild
Bild Bild Bild Bild
Bild Bild Bild Bild






Howard Vernon hat geschrieben:
- dennoch soll das überhaupt nicht SADO in irgendeiner Weise abwerten, den ich ebenfalls genial finde (der Film basiert zwar inhaltlich auf DAS DRITTE AUGE, doch wird ein anderer Schwerpunkt gesetzt, gerade das Doppelgänger-Motiv mit den zwei Schwestern [wird hier VERTIGO variiert?] ist ein sehr interessanter Punkt in SADO, der den Film zu "mehr macht", als nur ein Gore-Film zu sein)...

Den müsste ich mir ehrlich gesagt auch mal wieder zu Gemüte führen.
Danke für den Tipp


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 Betreff des Beitrags: Re: DAS DRITTE AUGE - Mino Guerrini
BeitragVerfasst: 15.05.2018 21:46 
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Vor einiger Zeit war ein Label mal auf der Suche nach der dt. Kinosynchro. Leider konnte die wohl nicht aufgetrieben werden...

Die TV-Synchro ist leider echt nicht so toll, aber immerhin komplett (im Gegensatz zur DVD).


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 Betreff des Beitrags: Re: DAS DRITTE AUGE - Mino Guerrini
BeitragVerfasst: 29.08.2018 13:56 
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Danke noch nachträglich an Richie Pistilli für den erläuternden Bericht über die fehlenden Szenen vom 13. Mai 2018. Als ich den Film vor kurzem zum ersten Mal sah, wusste ich zwar, dass es sich um eine gekürzte Fassung handelte, aber richtig deutlich wurde es erst am Ende des Films, als ich mich fragte, weshalb die Kriminalpolizei genau im richtigen Moment an den richtigen Ort kommt und dann auch bereits über alles im Bilde ist.



BEWERTET: "Das dritte Auge" (Il terzo occhio) (Italien 1966)
mit: Franco Nero, Gioia Pascal, Erika Blanc, Olga Solbelli, Marina Morgan, Gara Granda, Richard Hillock u.a. | Drehbuch: Mino Guerrini, Piero Regnoli | Regie: Mino Guerrini

Graf Mino Alberti steht kurz vor der Heirat mit Laura. Seine Mutter sieht diesen Plänen mit Unbehagen entgegen und beauftragt die Haushälterin Marta indirekt mit der Tötung der jungen Frau. Daraufhin manipuliert diese die Bremsen von Lauras Wagen und es kommt zu einem tödlichen Unfall. Die Contessa erkennt derweil, dass auch Marta ihren Sohn liebt, und es kommt zu einem Streit, bei dem sie die Haushälterin entlässt. Marta lässt dies nicht auf sich sitzen und stürzt die alte Frau die Treppe hinunter. Nun muss Graf Mino zwei Todesfälle verkraften und statt der ersehnten Freiheit macht sich der Wahnsinn im Schloss breit....

Bild Bild

Der Gothic-Thriller nutzt alle Stilelemente des Genres, um beim Publikum zu punkten. Müßig zu sagen, dass erneut Vergleiche mit Hitchcocks sechs Jahre zuvor entstandenem low budget-Film nach Robert Blochs Vorlage aufkommen. Franco Nero geht jedoch einen Schritt weiter und zeichnet seine Figur als Vertreter des degenerierten Adels, der seine gesellschaftliche Bedeutung verloren hat. Mino und seine Mutter bilden das einsame Bollwerk gegen das moderne Leben außerhalb der Schlossmauern. Sie halten den Schein eines privilegierten Daseins aufrecht und merken nicht, dass sie schon lange den Anschluss an die Realität verloren haben. Starre, verkrustete Abläufe, rückwärtsgewandte Handlungen und die stickige Atmosphäre eines Anwesens, in dem man von den toten Augen ausgestopfter Vögel beobachtet wird, lassen jeden Normalbürger wie einen Fremdkörper wirken. So bleibt auch Laura bald die Luft zum Atmen weg und sie verlässt die mit Hass und Missgunst aufgeladene Stätte. Olga Solbelli verkörpert die giftige Mutter mit Inbrunst. Wo ihr Blick hinfällt, wächst kein Gras mehr. Man kann sich gut vorstellen, wie die Domestiken vor ihr kuschten und ihr eigener Sohn zum emotionalen Krüppel erzogen wurde. Verlustängste gesteht sie sich nicht ein, sondern kompensiert diese mit herrischer Ungeduld und einschüchternden Befehlen. Gioia Pascal als Marta ruft beim Zuschauer nur bedingt Mitleid hervor, weil sie die Verhaltensmuster der Contessa selbst übernommen hat und ebenso unerbittlich agiert und andere manipuliert. Wie zur Rechtfertigung ihres Handelns betont sie mehrfach, in diesem Haus wie eine Sklavin behandelt worden zu sein und bestärkt den Conte in seiner Labilität, um Macht über ihn zu gewinnen. Im Prinzip drängt sie in die Rolle, welche vorher die Contessa über hatte. Nach Jahren der Frustration und des Wartens fehlen Geduld und Hoffnung, einen eigenen Weg zu gehen, und so wird das scheinbar naheliegende Erfolgsmuster von Einschüchterung, Drohung, Bevormundung und Verachtung fortgeführt, obwohl es letztlich für jenen katastrophalen Zustand verantwortlich ist, der ein normales Leben im Schloss unmöglich gemacht hat.

Erika Blanc als Laura entspricht mit ihrem Selbstbewusstsein und den genauen Vorstellungen über ihr Leben an der Seite des jungen Grafen nicht unbedingt dem Bild des hilflosen Opfers, das ahnungslos in sein Verderben rennt. Sie wird bald eines gewaltsamen Todes sterben, was sich in subtilen Bildern andeutet. Ein Tod, der durch eine Entwicklung hervorgerufen wird, die lange schon in der Luft lag und sich nun hemmungslos den Weg bahnt. Ihr Sterben öffnet die Tür zu weiteren Verbrechen, die mit jedem Mal intensiver und brutaler ausgeführt werden. Graf Mino watet im emotionalen Treibsand: Immer wieder strauchelt er und wird von seinen überspannten Nerven zu Fall gebracht. Seine Versuche, sich gegen Kontrolle und Vereinnahmung aufzubäumen, durchbrechen immer wieder kurz die Atmosphäre der Abhängigkeit, allerdings ohne dass Mino dadurch Souveränität erlangt. Im Bewusstsein, dass der Conte in ihr nur eine willige Helferin für Notfälle sieht, steigert sich Martas Verzweiflung und sie greift zu Methoden, die demütigend sind. Mit Erpressung versucht sie ihn an sich zu binden und fühlt sich gleichwohl vorgeführt, weil er sein Versprechen jederzeit zurücknehmen kann. Die Intensität der Schauspielleistungen wird durch die hervorragende Kameraarbeit und die wehmütige Musik begleitet. Das Seelendrama wird dadurch ins Bewusstsein des Publikums gerückt und benötigt nur wenige effektvolle Momente der Exaltation, um seine Wirkung zu entfalten. Franco Nero mag man bescheinigen, er übertreibe sein Spiel gerade in den finalen Szenen, wo sein overacting deutlich zu Tage tritt. Durch die Schwarzweiß-Fotografie erhält der Film eine zeitlos klassische Note und viele Schockmomente gewinnen gerade durch die düstere Ausleuchtung der Sets. In diesem Sinn sticht auch die Wachtraumsequenz positiv hervor, weil sie schlüssige Augenblicke in schneller Bildabfolge präsentiert und das künstlerische Element unterstreicht. Der Film lebt von seiner Mischung aus Poesie und Schrecken, von der Fragilität schöner Dinge, die absterben oder getötet werden (z.B. der Blumenstrauß, der von Marta geknickt wird, oder die Vögel, die der Graf ausstopft).

Eleganter Schwarzweiß-Thriller von darstellerischer Güte, dessen Handlung den Zuschauer in einen Sog aus seelischen Qualen und obsessiven Taten hineinzieht. Zeitlose Spannung, die nachdenklich stimmt. 4 von 5 Punkten


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