Dirty Pictures

Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Betreff des Beitrags: Re: Deutsche Filme der Gegenwart - Pro und Contra
BeitragVerfasst: 14.11.2011 23:12 
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Nero hat geschrieben:
... "Nur über meine Leiche" von Rainer Matsutani...


Sehr geiler Film, von dem es seit kurzem eine Neuauflage auf DVD und BR von Turbine gibt. Extras u.a. ein AK mit Rainer Matsutani, Drehbuchautor Sebastian Nieman, Katja Rieman und Christoph M. Ohrt, ein Making of von damals usw.


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 Betreff des Beitrags: Re: Deutsche Filme der Gegenwart - Pro und Contra
BeitragVerfasst: 14.11.2011 23:24 
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Vielleicht sollten wir einen Thread eröffnen in denen wir regelmäßig unsere Neuentdeckungen des "heutigen" deutschen Films mitteilen?
Da würden wir bestimmt auf sehr interessante Filme kommen, die wir sonst übersehen.





Einen Film hätte ich schon und zwar in Schwarz Weiß aus dem Jahr 2009.

DAS WEISSE BAND - 10/10
Regie: Michael Haneke
Ein absoluter Top Film!


Zuletzt geändert von italo am 14.11.2011 23:53, insgesamt 6-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Deutsche Filme der Gegenwart - Pro und Contra
BeitragVerfasst: 14.11.2011 23:34 
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Bringt wohl nichts, sich darüber weiter rumzustreiten.

@StefanK:
"Nur über meine Leiche" hat mir bei Erstsichtung vor langer Zeit im Fernsehen nicht besonders gefallen (z. B. Charon mit der Plastikmaske), aber evtl. sollte ich dem noch mal eine Chance geben.

Was das Verhältnis von guten Filmen zu "Hundehaufen" angeht, wie sieht das denn z. B. in den USA aus? Es mag da deutlich mehr bemerkenswerte Filme pro Jahr geben (weil es einfach ein ungleich größerer Filmmarkt ist), aber wenn man an die ganzen albernen kommerziellen RomComs, Remakes, Sequels denkt, kommt am Ende meiner Einschätzung nach ungefähr das gleiche Verhältnis heraus. Ein künstlerisch und nicht nur rein zahlenmäßig großes Filmland hätte es m. E. auch nicht nötig, dauernd Remake-Rechte einzukaufen (selbst Regie-Ikonen wie Scorsese schrecken inzwischen nicht mehr vor der leidigen Asiaremake-Welle zurück).

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Higurashi no Naku Koro ni


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 Betreff des Beitrags: Re: Deutsche Filme der Gegenwart - Pro und Contra
BeitragVerfasst: 14.11.2011 23:43 
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Geht mal alle kalt duschen. Make Love not War :schilder_hschild:

Ich denke mittlerweile kennt man sich untereinander und kann die bissigeren Kommentare auch etwas besser einordnen. Man weiß ja von wems kommt und wie mans einordnen kann. Ein bisschen Keilerei gehört bei uns Jungs einfach dazu. Im Grunde vertragen wir uns doch immer wieder, oder :!:

Zurück zum Thema:

TEARS OF KALI fand ich ganz gut (Der neue Marshall MASKS soll auch sehr gut sein, was man so in den Foren hört). HELL hab ich noch nicht gesehen, soll aber wirklich brauchbar zu sein.

Leider fallen mir aber wirklich nicht viele aktuelle Filme aus Deutschland ein, die jetzt wirklich bannbrechend sind.
Das scheint aber zur Zeit ein allgemeines Problem in der weltweiten Filmbranche zu sein. Hypes kommen und gehen, werden gemolken und totgeritten (Asiagrusel z,B.) oder es wird auf Nummer sicher gegangen und immer wieder der gleiche Brei serviert bzw. auf Klone oder Remakes gesetzt. Es würde verdammt viele gute Romane oder Ideen geben, die es wert wären, verfilmt zu werden. Aber aus Angst vor dem Flop wird einfach meist die einfachste Schiene gewählt.

Was den heutigen Film fehlt, ist Mut, Innovation und Sorgfalt! Das ist kein rein deutsches Problem.

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Zensor, der - Beamter gewisser Regierungen, dessen Aufgabe es ist, geniale Werke zu unterdrücken. In Rom war der Zensor
ein Inspektor der öffentlichen Moral; die öffentliche Moral moderner Nationen verträgt jedoch keinerlei Inspektion.
(Ambrose Bierce - Des Teufels Wörterbuch, 1911)


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 Betreff des Beitrags: Re: Deutsche Filme der Gegenwart - Pro und Contra
BeitragVerfasst: 15.11.2011 00:49 
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Adalmar hat geschrieben:
Was das Verhältnis von guten Filmen zu "Hundehaufen" angeht, wie sieht das denn z. B. in den USA aus? Es mag da deutlich mehr bemerkenswerte Filme pro Jahr geben (weil es einfach ein ungleich größerer Filmmarkt ist), aber wenn man an die ganzen albernen kommerziellen RomComs, Remakes, Sequels denkt, kommt am Ende meiner Einschätzung nach ungefähr das gleiche Verhältnis heraus. Ein künstlerisch und nicht nur rein zahlenmäßig großes Filmland hätte es m. E. auch nicht nötig, dauernd Remake-Rechte einzukaufen (selbst Regie-Ikonen wie Scorsese schrecken inzwischen nicht mehr vor der leidigen Asiaremake-Welle zurück).

Was Remakes angeht so ises mal hü mal hott. Nogoes sind für mich 1:1-Remakes, da frag ich mich nach dem Sinn eines solchen? Abgesehen davon habe ich ne Menge Remakes gesehen, die mir besser als das Original gefallen haben (oder zumindest gleichwertig waren). Bei Sequels ist es ähnlich. Da toppen manche Fortsetzungen den ersten Teil locker.
US-RomComs amüsieren mich teilweise köstlich, da gibt's imho eher mehr gutes als schlechtes. Was Comedies angeht, so Zeug a la Apatow, das finde ich sogar richtig super!! Die Dinger landen megaoft in meinem Player... THE OTHER GUYS, SHOPPING CENTER KING, KNOCKED UP, FUNNY PEOPLE, 40-YEAR-OLD VIRGIN etc. pp.
Dieses Persiflagenzeugs a la SPARTANER, MEINE FRAU UND ICH finde ich richtig scheisse. Jene paranormale Geisterhaus-Aktivitätskacke auch. Ansonsten ist mir selbst Seagal, van Damme, Lundgren als DTV 1000x lieber als das Gros der deutscher Kino-Produktionen.

Ich bin echt abgehärteter Kinogänger: Früher besuchte ich die montägliche Sneak-Preview wie fundamentalistische Christen sonntags die Kirche.
Deutsche Filme bereiteten mir Schmerzen! Denn es galt das eiserne Sneak-Gesetz jeden Film bis zum bitteren Ende durchzuhalten - und das tat ich auch. Als dann im Vorspann schon sowas wie "Filmvörderung NRW" oder "Filmhochschule München" stand, bekam ich Schweissausbrüche & Schüttelfrost.

Nein, der deutsche Film hat bei mir besondere Wiedergutmachungsleistungen zu erbringen. Ich musste leiden und ich verzeihe sehr schwer...

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"Ein Tittchen hier, ein Fötzchen da, und die Welt sähe wieder rosiger aus." anti
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 Betreff des Beitrags: Re: Deutsche Filme der Gegenwart - Pro und Contra
BeitragVerfasst: 15.11.2011 06:32 
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Aber es gibt doch den GROSSARTIGEN Dominik Graf, eigentlich der deutsche "Dirty Pictures"-Regisseur der Gegenwart schlechthin, wenn nur jemand hier mal ein paar Vorbehalte aufgeben und seine energetischen, zutiefst cineastischen (enorm italophilen) Filme gucken würde. Aber nein, ist ja nur "TV". Nicht nur im Übrigen. Das Filme wie DER SKORPION oder HOTTE IM PARADIES hier nicht ankämen, scheint mir unvorstellbar. Leider gibt hier es aber auch zu (Kino-)Meisterwerken wie DIE KATZE und DIE SIEGER keine Threads und ausgerechnet den wunderbaren, Polanskiesken Psycho-Horrorfilm DAS ZWEITE GESICHT, seinen ersten Film von 1982, kann man nirgends besichtigen. Man muss nur wissen, wo in Deutschland die guten Filme stecken. Und akzeptieren, dass sie Deutsch und anders sind als amerikanische, italienische, französische.

Dominik Graf, Giallo-Style:
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Claude Miller-Style:
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Nunploitation-Style:
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Poliziesco-Style:
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Oder Klaus Lemke, der auch heute noch rotzig-schmuddelige kleine Schrabbelfilme dreht.
Oder RP Kahl mit ANGEL EXPRESS und BEDWAYS.
M. E. war WIR SIND DIE NACHT ganz und gar nicht zu verachten.
Mit DER RÄUBER und IM SCHATTEN haben letztes Jahr zwei Arthouse-Filme einen veritablen Vorstoß in Richtung Action und Heist movie gewagt.
Der von Adalmar bereits erwähnte Robert Sigl würde uns sicherlich die tollsten Filme bescheren, wenn man ihn nur ließe. Ebenso wie zahlreiche andere Filmemacher, die jung und hoffnungsvoll versuchten, ein "anderes" deutsches Kino zu machen und dann mit Flops und der kalten Schulter bestraft wurden.
Einer davon - OH GOTT!!! - war Ralf Huettner, der einst DER FLUCH und vor allem die surreale Sleaze-Atombombe BABYLON - IM BETT MIT DEM TEUFEL gedreht hat:
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Und ich schreibe hier nur von Regisseuren / Filmen, die ins DP-Beuteschema passen (könnten), ich persönlich erfreue mich noch an vielen anderen Dingen.

Und dann haben wir noch die "Berliner Schule", die ich inzwischen ziemlich großartig finde. Ist aber natürlich nicht jedermanns Sache. Weiterhin neben solchen beschissenen Ami-Anbiederungen wie HELL derzeit auch einen wirklich guten Geisterhorrorfilm wie DER LETZTE ANGESTELLTE (den sich aber offenbar keiner anguckt).

Ich liebe das deutsche Kino. Es war zwar früher noch aufregender, aber es gibt immer noch ausreichend Ultrakunst, sofern der persönliche Horizont weit genug reicht [no pun intended].

In meinen Augen stellen viele an das deutsche Kino völlig verquere Ansprüche, denen aus der jeweiligen, "einheimischen" Sicht kein amerikanischer oder italienischer (oder kasachischer oder weißrussischer, etc.) Film standhalten könnte. Statt immer über das zu jammern, was nicht da ist, sollte mehr beachtet werden, was sich bereits alles in der Auslage findet.
Und was dieses ständige Genörgel über deutsche Schauspieler oder Dialoge in deutschen Filmen angeht... Lest doch einfach mal ein bischen die Foren der IMDB. Euch werden die Augen übergehen, was dort Amerikaner und Briten an Filmen in ihrer Muttersprache zu bekritteln haben.

Zuguterletzt können deutsche Filmemacher zunächst einmal nichts für die Herrschaft des Fernsehens und der Filmförderung. Und auch nichts dafür, dass sie kaum je eine zweite Chance erhalten, wenn ihr erster Versuch, in Richtung Genrekino zu filmen, nicht von Erfolg gekrönt ist.
Ich bin davon überzeugt, dass in Deutschland jede Menge Leute sitzen, die genau die Filme drehen könnten, die hier gefordert werden - aber man lässt sie nicht. Daher ist es völlig daneben, auf das deutsche Kino an sich zu feuern. Das würde nämlich schon gerne, darf aber meist nicht.

Aber was soll's - ich schreibe hier wohl nur gegen die Wand, jedenfalls habe ich instinktiv keine Mühen in dieses Posting investiert, obwohl mir das Thema am Herzen liegt.

PS: Wen es interessiert: In der "Senses of Cinema" hat Dominik Graf vor einiger Zeit sehr zutreffend das Dilemma des deutschen Genrefilms beschrieben:
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"Wir haben zulange Menschen, denen Film als Kunstform nichts bedeutet, das Geschäft bestimmen lassen, und jetzt pissen sie ihm das letzte Fleisch von den Knochen."
- Tim Lucas (im Zusammenhang mit diesem Artikel)

ESKALIERENDE TRÄUME
Exzessraum des Cinelebens



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 Betreff des Beitrags: Re: Deutsche Filme der Gegenwart - Pro und Contra
BeitragVerfasst: 15.11.2011 08:39 
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Vielen Dank für diesen Beitrag. Komischerweise dachte ich gerade, bevor ich das Forum betrat, dass man mit einem Beitrag von dir sicher auch noch rechnen könnte.

Dominik Graf musste hier natürlich erwähnt werden. Zuletzt haben mir "Die Freunde der Freunde" und "Kalter Frühling" sehr gut gefallen, obwohl meine Erwartungen angesichts der Besetzung nicht allzu groß waren. Mein Bild von Schauspielern wie Jessica Schwarz und Matthias Schweighöfer musste ich dann aber doch revidieren und die Intimität und Intensität der Szenarien sehr positiv zur Kenntnis nehmen.

Auch noch nicht erwähnt (soweit ich sehe zumindest) wurden Roland Klick mit seinen sehr dreckigen und pessimistischen Filmen (u. a.) "Supermarkt" und "Deadlock" und Niklaus Schilling mit den ebenso originellen wie deutschen Genrearbeiten "Nachtschatten" und "Rheingold". Da kommt man natürlich zeitlich gesehen schon in die 70er und ist schnell bei Namen wie Rolf Olsen, die hier im Forum aber ohnehin bekannt sein sollten.

Zu "Hell" bin ich schon anderer Meinung, klar schließt er an amerikanische Sujets an, will sich schauplatzmäßig möglichst wenig definieren und ich hätte es auch besser gefunden, wenn er ohne Backwoodfamilien-Thematik ausgekommen wäre, aber ansonsten fand ich den Film durchgehend "atmosphärisch dicht" und die Besetzung (allen voran Hannah Herzsprung und Stipe Erceg, der auch in dem sehr schönen Thriller-Drama "Im Sog der Nacht" mitgespielt hat, das ich eigentlich auch noch hätte erwähnen sollen) hat mich auch positiv überrascht.
"Der letzte Angestellte" ist mir in der Tat entgangen, aber scheint es auch leider nicht auf DVD zu geben.

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Zuletzt geändert von Adalmar am 15.11.2011 10:17, insgesamt 2-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Deutsche Filme der Gegenwart - Pro und Contra
BeitragVerfasst: 15.11.2011 09:04 
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TRAXX hat geschrieben:
[
Nein, der deutsche Film hat bei mir besondere Wiedergutmachungsleistungen zu erbringen. Ich musste leiden und ich verzeihe sehr schwer...

Hey Traxx,
dann schau Dir bitte mal die Verfilmungen der Wolf Haas Romane ("Komm, süßer Tod", Silentium" und "Der Knochenmann") an. Die sind mit dem großartigen Josef Hader toll besetzt und auch sonst sehr sehenswert!! Ok, die sind nicht aus Deutschland, sondern aus Österreich, aber trotzdem...


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 Betreff des Beitrags: Re: Deutsche Filme der Gegenwart - Pro und Contra
BeitragVerfasst: 15.11.2011 09:58 
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Hat jemand von Euch den total genialen Film DAS WEISSE BAND (D 2009) gesehen?
Der würde Traxx bestimmt gefallen. Da kann man nämlich gar nicht mehr dran meckern.
Wenn dieser Film von Traxx nicht mindestens eine 9/10 bekommt, würde ich mich schwer wundern.


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 Betreff des Beitrags: Re: Deutsche Filme der Gegenwart - Pro und Contra
BeitragVerfasst: 15.11.2011 10:00 
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Adalmar hat geschrieben:
Zu "Hell" bin ich schon anderer Meinung, klar schließt er an amerikanische Sujets an, will sich schauplatzmäßig möglichst wenig definieren und ich hätte es auch besser gefunden, wenn er ohne Backwoodfamilien-Thematik ausgekommen wäre, aber ansonsten fand ich den Film durchgehend "atmosphärisch dicht" und die Besetzung (allen voran Hannah Herzsprung und Stipe Erceg, der auch in dem sehr schönen Thriller-Drama "Im Sog der Nacht" mitgespielt hat, das ich eigentlich auch noch hätte erwähnen sollen) hat mich auch positiv überrascht.



Exakt so sehe ich es in Bezug auf HELL auch. Bis auf die Hinterwäldler ein guter Film.


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 Betreff des Beitrags: Re: Deutsche Filme der Gegenwart - Pro und Contra
BeitragVerfasst: 15.11.2011 10:19 
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DAS WEISSE BAND ist in der Tat ein ganz großer und überaus beeindruckender Film.

Ansonsten kann ich, neben dem breits erwähnten DAS LEBEN DER ANDEREN, auch noch GLOOMY SUNDAY empfehlen - überragend.

Erwähnt werden sollte unbedingt auch noch Tom Tykvers DER KRIEGER UND DIE KAISERIN, den ich viel besser fand als den überschätzten LOLA RENNT.

In dem Zusammenhang sei auch noch der LOLA-Vorläufer (hö hö) WINTERSCHLÄFER empfohlen.

Zu guter Letzt sei noch ein weiterer Film erwähnt, der mich kürzlich sehr beeindruckt hat: NAPOLA von Denis Gansel - trotz erneuter Nazi-Thematik unbedingt sehenswert.

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Regelmäßig neue Reviews von Stuart Redman und DJANGOdzilla bei
JÄGER DER VERLORENEN FILME


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 Betreff des Beitrags: Re: Deutsche Filme der Gegenwart - Pro und Contra
BeitragVerfasst: 15.11.2011 10:31 
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TRAXX hat geschrieben:
Du selbst zeigst es doch wunderbar auf:

1.) Komödien-Quark
2.) Vergangenheitsbewältigungsfilme (NS-Zeit und sehr en vogue: DDR-Regime)
3.) Punkt 1. + 2. kombiniert (ganz schlimm!)
4.) eine handvoll anderer Filme, die mutig sind weil sie anders sind

Nur mal angenommen deine Gegenbeispiele seien wirklich gute Filme... wie sieht denn da das Verhältnis von Scheisse und Gold bitte aus? 4 Filme pro Dekade stehen wievielen Hundehaufen gegenüber?


Ach komm. Wie sieht es denn in den anderen Ländern aus?
Und jetzt sag mir nicht, dass du auf jedem zweiten US-Film "kommst" (um mal bei der Erwartungshaltung zu bleiben, die erfüllt werden muss).
Wie schon gesagt ist da die Industrie viel größer und kann daher auch mehr produzieren. Doch was ändert es daran, dass dann eben nicht vier gute, auf 20 schlechte Filme kommen, sondern 20 gute auf 120 Schlechte?
Es sei denn natürlich du feierst dieses US-Teenie-Komödien (gibt es für die Filma á la Apatow einen Überbegriff?) alle ab. Dann wird deine "Statistik" sicherlich liberaler ausfallen. Allerdings würde ich gerade diese heruntergekurbelten Filme als "Hundehaufen" bezeichnen, da sie meiner Meinung zwar gut taugen um Sonntags so zwischen 15:00 und 17:00 auf Pro7 zu laufen um meine Langeweile zu töten, aber sonst eigentlich Nichts sind. Nichts...


Danke an McKenzie! Da wurde ich auf einige Regisseure und Filme aufmerksam, die ich sicherlich einmal sichten muss.
In dem Zusammenhang sei noch mal ausdrücklich "Babylon" von Ralf Huettner empfohlen! Dieser Cronenberg-Argento-MashUp ist so ziemlich das Beeindruckendste, was ich in der letzten Zeit (habe vor kurzem erst die DVD gekauft) gesehen habe.
Der sollte auch TRAXX gefallen. Wenn nicht wegen der surrealen Story oder der tollen Ausleuchtung, dann wenigstens wegen Veronica Ferres mit Pump-Up Gag :shock:


Grüße,
Nero


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 Betreff des Beitrags: Re: Deutsche Filme der Gegenwart - Pro und Contra
BeitragVerfasst: 15.11.2011 10:45 
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Nero hat geschrieben:
In dem Zusammenhang sei noch mal ausdrücklich "Babylon" von Ralf Huettner empfohlen! Dieser Cronenberg-Argento-MashUp ist so ziemlich das Beeindruckendste, was ich in der letzten Zeit (habe vor kurzem erst die DVD gekauft) gesehen habe.


Dito. Muss man einfach gesehen haben. Dominic Raacke spielt zwar so schleimig, dass einem fast schlecht wird, aber genauso muss es für die Rolle natürlich sein. Weniger der große Mephisto, den man angesichts des Titels erwartet, als ein fast schon bemitleidenswerter kleiner Betrüger, bis sein biologisches Geheimnis offenbar wird. Natja Brunckhorst dagegen unglaublich unterkühlt. Ansonsten wird sehr schön mit farbiger Beleuchtung gearbeitet und die Figuren sehr schön optisch zueinander ins Verhältnis gesetzt. Im Zusammenhang mit den drastischen Spezialeffekten und dem damit zusammenhängenden Geschehen denkt man unweigerlich an frühe Cronenberg-Werke à la "Shivers". Das Ende mit seiner religiös-philosophisch inspirierten Wendung setzt allerdings noch mal einen drauf. Wenn doch nur mehr Regisseure so unabhängig arbeiten könnten bzw. würden wie Huettner, der laut eigener Aussage bei dem Film zwar ein überschaubares Budget, andererseits jedoch völlig freie Hand hatte.

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Zuletzt geändert von Adalmar am 15.11.2011 10:48, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 15.11.2011 10:47 
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Kurz und Bündig: Mit 95% der mir bekannten Filme aus der "Neuzeit" kann ich absolut nichts anfangen. Ganz besonders grausam waren DER UNTERGANG, DAS LEBEN DER ANDEREN und FREE RAINER, von solchen Machwerken wie den Bully-Filmen will ich gar nicht erst anfangen! Auch die Genrefilme wie HELL, TATOO oder ANTIKÖRPER kamen meiner Meinung nach nicht über den Durchschnitt hinaus.

Trotzdem liebe ich den deutschen Film, vor allem die expressionistischen Meisterwerke aus längst vergangenen Tagen und natürlich die ganzen Perlen aus der Zeit des neuen deutschen Films. Viele meiner absoluten Lieblinge kommen aus Deutschland (FATA MORGANA, CALIGARI, JEDER FÜR SICH UND GOTT GEGEN ALLE, KATZELMACHER, ...) und ich persönlich werde weiter nach guten Filmen Ausschau halten. DER FREIE WILLE wäre zB. eine klare Empfehlung meinerseits!

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 Betreff des Beitrags: Re: Deutsche Filme der Gegenwart - Pro und Contra
BeitragVerfasst: 15.11.2011 14:20 
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Also ich hatte nie eine bestimmte Aversion gegen das deutsche Kino jedenfalls keine spezifische gegen alle deutschen Filme. Es gab natürlich Phasen wo man, mal mehr - mal weniger, in dem Gebiet gewildert hat aber für mich gab es immer eine freundliche Koexistenz. Natürlich ist es, gerade was pures (kontemporäres) Genre-Kino angeht, etwas schwieriger was zu finden - aber... ich muß an dieser Stelle nochmal ein dickes Lob an McKenzie aussprechen! Der ist nämlich für eine der aufregensten, cineastischen Entdeckungen der letzten Monate (haupt-)verantwortlich: Dominik Graf. Seit dem er "Cassandras Warnung" so überschwenglich gepriesen hat, kam ich nicht umher mir den bei der Erstausstrahlung anzusehen (trotzdem ich überhaupt nicht über einen TV Anschluss verfüge :shock:). Obwohl ich anfangs die Ultrakunst noch nicht ganz zu sehen vermochte übte der Film immerhin eine so starke Faszination aus, dass kurz darauf einige andere Graf Filme angeschafft wurden (mittlerweile sind es schon über 10 und 1 Buch). Da gibt es EINIGES zu entdecken. Wenn ich jetzt nochmal den Trailer zu Casandra sehe merke ich, wie stark der Film in der Rückschau gewachsen ist. Da ich meine Faszination leider nicht so effektiv in das geschrieben Worte überführen kann, würde ich wieder auf KcMenzies Text zu Cassandra bzw. auch die zu den anderen Grafs (und überhaupt und sowieso) auf den Blog bzw. das Sehtagebuch verweisen. Bisher gesehen und durch die Bank als sehr gut empfunden:

Cassandras Warnung ("Heute im Zeitalter der Babyscheisse")
Die Katze ("Zu kalt zum Ficken - scheiß Air Condition")
Dr. Knock ("I hab' Krebs")
Der Skorpion ("Manchmal wünschte ich mir, ein großer Regen würde kommen und den ganzen Dreck hier wegspülen")
Tatort: Frau Bu Lacht („Ich glaube, ich habe ein Déjà-Vu“)

auf Sichtung warten noch: Hotte Im Paradies, Der rote Kakadu, Das Gelübde, Dreileben (Komm mir nicht nach), Eine Stadt wird erpresst und Im Angesicht des Verbrechens. (Die DVD zu "Der Felsen" ist leider ja nicht mehr so ohne weiteres (aka Schweinepresie) zu bekommen.)

Babylon von Huettner steht auch "kurz vor" der Sichtung und obwohl mich sein Post-1994 Zeug eigentlich erstmal überhaupt nicht reizt, hat er mit "Texas" immerhin schon mal einen auf dem Deckel.
Sogar "Voll normaaal" fand ich irgendwie noch anziehend (die 2te Fortsetzung hingegen, nicht von Huettner, "Die Superbullen" mußte ich aufgrund des widerwärten, von oben-herab Denunziationshumors auf allen Ebenen abbrechen).

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 Betreff des Beitrags: Re: Deutsche Filme der Gegenwart - Pro und Contra
BeitragVerfasst: 15.11.2011 14:30 
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chakunah_2072 hat geschrieben:
auf Sichtung warten noch: Hotte Im Paradies...

Den hab ich gesehen und der war gut!

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"Berlin (EZ) | 10. Mai 2012 | Deutsche Fernsehzuschauer und Kinofans können aufatmen: Hamburger Studenten haben eine Software entwickelt, die Til Schweiger aus Filmen entfernt und damit eine erhebliche Qualitätssteigerung garantiert."


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 Betreff des Beitrags: Re: Deutsche Filme der Gegenwart - Pro und Contra
BeitragVerfasst: 15.11.2011 15:56 
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Kann mir Jemand eine Einschätzung geben, wie durchwachsen die Reihe der SZ "Deutsche Thriller"ist?
Lohnen sich alle Filme, oder sind da auch Nieten bei? Ich denke nur wenige Filme aus der Reihe, aber die Mitwirkenden können mich begeistern.

Zudem: Wie gut ist "Im Angesicht des Verbrechens" von Graf? Die Meinungen gehen weit auseinander.

Wenn mir da Jemand Entscheidungshilfen geben könnte, wäre ich sehr dankbar ;)



Grüße,
Nero


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 Betreff des Beitrags: Re: Deutsche Filme der Gegenwart - Pro und Contra
BeitragVerfasst: 15.11.2011 20:55 
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Ich habe keinerlei Probleme mit aktuellen deutschen Filmen.
Wenn ich mir die faszinierendsten Filme der letzten 10 - 15 Jahre aufliste, dann sind da schon etliche deutsche bei.

Und Dominik Graf ist auf jeden Fall ganz oben dabei. Der scheint ja immer besser zu werden.
Ich halt ihn momentan weltweit für eine der 10 besten Regisseure. Stilistisch und inhaltlich. Nur traurig daß ihn kaum einer kennt außerhalb Deutschlands. Allerdings sprich es auch etwas gegen Deutschland und sein Publikum das Graf im Kino nur selten eine Chance hat.
Sachen wie Eine Stadt wird erpresst, Kalter Frühling, Er sollte tot, Die Sieger oder Der Skorpion sind ganz großes Kino, auch wenn sie nur im TV liefen.

Tom Tykwer war (aber vielleicht ist er es ja noch) auch mal ein ganz großer Regisseur. Winterschläfer, Lola rennt und mit kleinen Abstrichen Der Krieger und die Kaiserin sind absolut faszinierend.
Dann wären da noch Meisterwerke wie Gegen die Wand oder Die fetten Jahre sind vorbei oder Funny Games.

Und überhaupt laufen im TV sehr viele wirklich spannende Sachen. Stefan Krohmer ist ein weiterer sehr guter Regisseur der hauptsächlich TV macht/machen muß.

Und was Til Schweiger betrift, den Star den die Leute alle so gerne hassen. Man muß seine Filme nicht mögen, aber sie sind auffallend gut inszeniert. Schweiger hat ein gutes Auge für den Bildaufbau.
Ich jedenfalls mag Knockin on Heaven' s Door, Barfuß und Keinohrhasen. Die haben alle Spaß gemacht.

Und Der Schuh des Manitou ist ebenfalls durchweg gut inszeniert, mit einem hübschen Blick fürs Detail, liebevoll gemacht. Und verdammt witzig.

Jedenfalls was Kommerzfilme angeht, da gibt es viel, viel schlechteres als Til oder Bully.


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 Betreff des Beitrags: Re: Deutsche Filme der Gegenwart - Pro und Contra
BeitragVerfasst: 15.11.2011 21:07 
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Stanton hat geschrieben:
Meisterwerke wie Gegen die Wand


Tatsächlich ein Film, der mich begeistert hat, was ich gar nicht erwartet hatte. Keine sozialpädagogische Tristesse, sondern Dynamik, Wildheit und Leidenschaft. Auch den deutlich ruhigeren, aber ebenso bewegenden "Auf der anderen Seite" halte ich für sehr sehenswert.

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Higurashi no Naku Koro ni


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 Betreff des Beitrags: Re: Deutsche Filme der Gegenwart - Pro und Contra
BeitragVerfasst: 15.11.2011 22:20 
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The Big Coordinator hat geschrieben:
Zu guter Letzt sei noch ein weiterer Film erwähnt, der mich kürzlich sehr beeindruckt hat: NAPOLA von Denis Gansel - trotz erneuter Nazi-Thematik unbedingt sehenswert.


Den fand ich auch gut. Die meisten Filme von Dennis Gansel - wenn auch deutlich mehr an Mainstreamgucker gerichtet als z.B. Dominik Graf - finde ich recht sehenswert. So z.B. auch "Das Phantom" *** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***


Adalmar hat geschrieben:
@StefanK:
"Nur über meine Leiche" hat mir bei Erstsichtung vor langer Zeit im Fernsehen nicht besonders gefallen (z. B. Charon mit der Plastikmaske), aber evtl. sollte ich dem noch mal eine Chance geben.


Ist schon ewig her, dass ich den Film gesehen habe. Die Neuauflage harrt noch einer Sichtung. Seinerzeit fand ich den Film schwer amüsant. Ist bei Komödien halt immer so eine Sache ;)


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 Betreff des Beitrags: Re: Deutsche Filme der Gegenwart - Pro und Contra
BeitragVerfasst: 15.11.2011 23:25 
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McKenzie hat geschrieben:
Aber es gibt doch den GROSSARTIGEN Dominik Graf [...] Aber nein, ist ja nur "TV". [...]

Dominik Graf, Giallo-Style:
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Okay, ich schrob ja schon dass ich mit diesem POLIZEIRUF110-TATORT-Abgewichse überhaupt nichts anfangen kann. Ja ich hab mich gegeißelt und mir 2-3 Exemplare sonntags aufs Auge gedrückt - nö.
Man nehme bitte die beiden Beispiele oben. Dass einem da nicht schon Unterschiede in Qualität auffallen, schockiert mich. Der erste, CASSANDRA, sieht total öde und langweilig aus, typischer TV-Mief. Beim zweiten, SCHARLACHROTE, sieht's völlig anders aus. Da könnte ich noch sagen: "Oh, ziemlich stylish und gialloesk" Aber beim ersten... null.


Zitat:
Oder RP Kahl mit ANGEL EXPRESS und BEDWAYS.

ANGEL EXPRESS muss ich unbedingt noch geben, thx. BEDWAYS fand ich arg bemüht. Das war dann too much artsy fartsy für mich, da dangelte auch dieses typisch deutsche Botschaftseinhämmernde Etwas drüber - nö.


Zitat:
M. E. war WIR SIND DIE NACHT ganz und gar nicht zu verachten.

Guter Ansatz, defintiv - joa.


Zitat:
Mit DER RÄUBER und IM SCHATTEN haben letztes Jahr zwei Arthouse-Filme einen veritablen Vorstoß in Richtung Action und Heist movie gewagt.

Nicht gesehen, aber ich frage mich warum ich in einem filmproduzirendem Land lebe, wo Arthouse " einen veritablen Vorstoß in Richtung Action und Heist movie" macht? Whatta fuck is wrong here?


Zitat:
Der von Adalmar bereits erwähnte Robert Sigl würde uns sicherlich die tollsten Filme bescheren, wenn man ihn nur ließe. Ebenso wie zahlreiche andere Filmemacher, die jung und hoffnungsvoll versuchten, ein "anderes" deutsches Kino zu machen und dann mit Flops und der kalten Schulter bestraft wurden.

Auch hier wieder die Frage wer hier was bedingt. Einen Talentmangel habe ich auch nie gesehen.


Zitat:
surreale Sleaze-Atombombe BABYLON - IM BETT MIT DEM TEUFEL

Habe ich immer einen Bogen drum gemacht, da der prä-DVD immer cut war - gereizt hat er mich sehr. Und der wird auch demnächst geschaut, versprochen!! 8-)


Zitat:
solchen beschissenen Ami-Anbiederungen wie HELL

Und genau in solchen Aussagen sehe ich ein riesen Problem, denn konsequent betrachtet heißt das nichts anderes als dass wir uns abschotten und auf gar keinen Fall was von anderen aneignen. Fataler Antiamerikanismus, der uns in der cineastischen Gülle vermodern lässt. Ein kurzer Blick nach Asien (HK, J, ROK): Diese biederten sich auch zunächst an, haben es jedoch gleichzeitig geschafft sich eine Eigenheit zu bewahren. Ahh, zu weit weg? Okay, schauen wir nach Frankreich, läppische 400 km südlich von mir aus gesehen. Ein grandiose Filmnation: von Mainstream bis Arthouse, von Genrefilmen bis seichte Komödien - die decken alles ab mit perfekt produzierten Beiträgen.
Warum geht das bei uns nicht? Warum erreichen wir nicht annähernd das französische Level?


Zitat:
In meinen Augen stellen viele an das deutsche Kino völlig verquere Ansprüche, denen aus der jeweiligen, "einheimischen" Sicht kein amerikanischer oder italienischer (oder kasachischer oder weißrussischer, etc.) Film standhalten könnte.

Ich wäre schon zufrieden wenn deutsche Filme mich nicht so quälen würden... also natürlich die, die mich eigentlich amüsieren, unterhalten, bilden (whatever) sollten...


Zitat:
Zuguterletzt können deutsche Filmemacher zunächst einmal nichts für die Herrschaft des Fernsehens und der Filmförderung. Und auch nichts dafür, dass sie kaum je eine zweite Chance erhalten, wenn ihr erster Versuch, in Richtung Genrekino zu filmen, nicht von Erfolg gekrönt ist.
Ich bin davon überzeugt, dass in Deutschland jede Menge Leute sitzen, die genau die Filme drehen könnten, die hier gefordert werden - aber man lässt sie nicht. Daher ist es völlig daneben, auf das deutsche Kino an sich zu feuern. Das würde nämlich schon gerne, darf aber meist nicht.

Tja, volle Zustimmung! Nur... Henne oder Ei?

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 Betreff des Beitrags: Re: Deutsche Filme der Gegenwart - Pro und Contra
BeitragVerfasst: 15.11.2011 23:32 
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italo hat geschrieben:
Hat jemand von Euch den total genialen Film DAS WEISSE BAND (D 2009) gesehen?
Der würde Traxx bestimmt gefallen. Da kann man nämlich gar nicht mehr dran meckern.
Wenn dieser Film von Traxx nicht mindestens eine 9/10 bekommt, würde ich mich schwer wundern.

Ja, die bekommt er sogar von mir. Und Haneke ist nun so gar nicht meine Tasse Tee - mit seiner soziologischen Oberlehrer-Attitüde.

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 Betreff des Beitrags: Re: Deutsche Filme der Gegenwart - Pro und Contra
BeitragVerfasst: 15.11.2011 23:33 
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The Big Coordinator hat geschrieben:
Erwähnt werden sollte unbedingt auch noch Tom Tykvers DER KRIEGER UND DIE KAISERIN, den ich viel besser fand als den überschätzten LOLA RENNT.

Yep, sehe ich auch so.

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 Betreff des Beitrags: Re: Deutsche Filme der Gegenwart - Pro und Contra
BeitragVerfasst: 15.11.2011 23:38 
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TRAXX hat geschrieben:
Und Haneke ist nun so gar nicht meine Tasse Tee - mit seiner soziologischen Oberlehrer-Attitüde.


Hier kann ich mal zustimmen, das hat mir an "Funny Games" überhaupt nicht gefallen. Leider (?) hat mich diese Erfahrung seitdem von weiteren Haneke-Erzeugnissen ferngehalten.

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 Betreff des Beitrags: Re: Deutsche Filme der Gegenwart - Pro und Contra
BeitragVerfasst: 15.11.2011 23:49 
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Nero hat geschrieben:
Ach komm. Wie sieht es denn in den anderen Ländern aus?

Hab ich doch schon weiter oben geschrieben wie es damit ausschaut...

Zitat:
Und jetzt sag mir nicht, dass du auf jedem zweiten US-Film "kommst" (um mal bei der Erwartungshaltung zu bleiben, die erfüllt werden muss).
Wie schon gesagt ist da die Industrie viel größer und kann daher auch mehr produzieren. Doch was ändert es daran, dass dann eben nicht vier gute, auf 20 schlechte Filme kommen, sondern 20 gute auf 120 Schlechte?
Es sei denn natürlich du feierst dieses US-Teenie-Komödien (gibt es für die Filma á la Apatow einen Überbegriff?) alle ab. Dann wird deine "Statistik" sicherlich liberaler ausfallen.

Simple Mathematik. Die Quote fällt bei US-Filmen besser aus. 4 zu 20 sind ja sogar besser als 20 zu 120 :o
Nee, wirf alle Ami-Filme in einen Topf und ich ziehe da auch prozentual (und nicht nur absolut) mehr gute Filme raus. Sorry. Selbst die schlechtesten US-Flicks quälen mich nicht so sehr wie schlechtesten deutschen Filme.


Zitat:
Allerdings würde ich gerade diese heruntergekurbelten Filme als "Hundehaufen" bezeichnen, da sie meiner Meinung zwar gut taugen um Sonntags so zwischen 15:00 und 17:00 auf Pro7 zu laufen um meine Langeweile zu töten, aber sonst eigentlich Nichts sind. Nichts...

Okay, sehe ich halt anders. ;)


Zitat:
Der sollte auch TRAXX gefallen. Wenn nicht wegen der surrealen Story oder der tollen Ausleuchtung, dann wenigstens wegen Veronica Ferres mit Pump-Up Gag :shock:

Werd ich mir reintun demnächst :!: 8-)

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 Betreff des Beitrags: Re: Deutsche Filme der Gegenwart - Pro und Contra
BeitragVerfasst: 15.11.2011 23:56 
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Adalmar hat geschrieben:
TRAXX hat geschrieben:
Und Haneke ist nun so gar nicht meine Tasse Tee - mit seiner soziologischen Oberlehrer-Attitüde.


Hier kann ich mal zustimmen, das hat mir an "Funny Games" überhaupt nicht gefallen. Leider (?) hat mich diese Erfahrung seitdem von weiteren Haneke-Erzeugnissen ferngehalten.

Bei BENNYS VIDEO war es sogar teilweise so extrem mit dem decodieren dass ich sogar die jeweiligen Thesen in Subtitles hätte konkret bennen können.
Nee, sorry, sein Anliegen mag hehr sein, aber seine Filme...

DAS WEISSE BAND ist allerdings wirklich sehenswert und CACHE geht auch noch okay... ohne dich bekehren zu wollen.... :mrgreen:

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 Betreff des Beitrags: Re: Deutsche Filme der Gegenwart - Pro und Contra
BeitragVerfasst: 16.11.2011 00:01 
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TRAXX hat geschrieben:
McKenzie hat geschrieben:
Aber es gibt doch den GROSSARTIGEN Dominik Graf [...] Aber nein, ist ja nur "TV". [...]

Dominik Graf, Giallo-Style:
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Okay, ich schrob ja schon dass ich mit diesem POLIZEIRUF110-TATORT-Abgewichse überhaupt nichts anfangen kann. Ja ich hab mich gegeißelt und mir 2-3 Exemplare sonntags aufs Auge gedrückt - nö.
Man nehme bitte die beiden Beispiele oben. Dass einem da nicht schon Unterschiede in Qualität auffallen, schockiert mich. Der erste, CASSANDRA, sieht total öde und langweilig aus, typischer TV-Mief. Beim zweiten, SCHARLACHROTE, sieht's völlig anders aus. Da könnte ich noch sagen: "Oh, ziemlich stylish und gialloesk" Aber beim ersten... null.


Ok ,du gehst jetzt nach den Trailern, oder hast sie beide gesehen?

Da sie beide vom selben Regisseur sind wäre es eher überraschend wenn sie tatsächlich "völlig anders" wären. Was sie nicht sind. Ich finde sie beide großartig. und wenn ich mir die You Tube Kommentare zu Cassandra durchlese, dann weiß ich auch warum sie so toll sind. ;)

Es gibt nur wenig in Hollywood oder sonstwo was dieses Niveau und diesen direkt fühlbaren Spaß beim Ansehen erreicht.

Aber natürlich, man muß das nicht mögen, genauso wenig wie man irgendetwas anderes mögen muß. Aber muß man immer über die Dinge herziehen die einen nicht ansprechen?


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 Betreff des Beitrags: Re: Deutsche Filme der Gegenwart - Pro und Contra
BeitragVerfasst: 16.11.2011 00:03 
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trAp JAw hat geschrieben:
Ganz besonders grausam war[...] FREE RAINER

Boah, da hätte ich aber auch in allen Regenbogenfarben kotzen können...... :shock: :evil:

Zitat:
DER FREIE WILLE wäre zB. eine klare Empfehlung meinerseits!

Ohh ja, der war richtig gut. Mal ein deutscher Film, der weh tut weil weh tun soll.
Tip auch von mir!!!

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 Betreff des Beitrags: Re: Deutsche Filme der Gegenwart - Pro und Contra
BeitragVerfasst: 16.11.2011 00:07 
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Stanton hat geschrieben:
Ok ,du gehst jetzt nach den Trailern, oder hast sie beide gesehen?


Aber natürlich, man muß das nicht mögen, genauso wenig wie man irgendetwas anderes mögen muß. Aber muß man immer über die Dinge herziehen die einen nicht ansprechen?

Ich ziehe nicht drüber her, sondern stelle lediglich fest dass mich der eine Trailer VOM LOOK HER anmacht, der andere überhaupt nicht.
That's it.

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 Betreff des Beitrags: Re: Deutsche Filme der Gegenwart - Pro und Contra
BeitragVerfasst: 16.11.2011 00:15 
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Stanton hat geschrieben:
Und was Til Schweiger betrift, den Star den die Leute alle so gerne hassen. Man muß seine Filme nicht mögen, aber sie sind auffallend gut inszeniert. Schweiger hat ein gutes Auge für den Bildaufbau.
[...] Til oder Bully.

Formal betrachtet sind leider genau die Rotzfilme dieser beiden hervorragend.
Auf der anderen Seite gibt's da etliche Filme, die inhaltlich total klasse sind, formal aber katastrophal umgesetzt sind.

Auch eine Schieflage bei der ich mir den Kopf kratze... why oh why???

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