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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Betreff des Beitrags: DERRICK - TV-SERIE - Herbert Reinecker u.a.
BeitragVerfasst: 03.08.2010 17:29 
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Die Serie ist absolut kult. Ich weiß, es gibt auch ein eigenes Derrick-Forum, aber die sind sehr brav dort, da schreiben sie meist nur, welche Folge(n) sie am besten finden. Oft wird's nicht mal begründet. Deshalb hoffe ich, dieser Thread bleibt erhalten und man kann auch mal über Sybil Dannings entblößte Brüste in der Folge ZEICHEN DER GEWALT oder über Derricks schlimmste Demütigungen gegenüber Harry schreiben :lol:

Ein running gag ist sicher der, dass wann immer sich Harry eine Fluppe anzündet, sofort Derrick auftaucht, sie ihm aus dem Mund reißt und wegwirft oder ausdrückt. Ohne ein Wort dabei zu verlieren :o


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 Betreff des Beitrags: Re: DERRICK - TV-SERIE - Herbert Reinecker u.a.
BeitragVerfasst: 03.08.2010 19:47 
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Noch 'ne gute Folge: HOFFMANNS HÖLLENFAHRT (1975)

Klaus Löwitsch vergewaltigt Ingrid (Ulknudel) Steeger nachts am Weiher, was für alle Beteiligten nicht ohne Folgen bleibt.

Uns Ingrid ebnet schon nach 7 Minuten das Zeitliche, doch Löwitsch, ständig cholerisch und schwitzend, spielt alle an die Wand!

Und wieder eine Harry-Demütigung:
Als der Vater zur Leiche seiner verstorbenen Tochter geführt wird, beobachten Stephan und Harry die Szene. Da setzt Harry zu einem Monolog an...
HARRY: "Das sind Augenblicke, wo ich unseren Beruf am liebsten...."
und Stephan unterbricht ihn lakonisch:
DERRICK: "Jaja, man hat so seine Schwierigkeiten!"


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 Betreff des Beitrags: Re: DERRICK - TV-SERIE - Herbert Reinecker u.a.
BeitragVerfasst: 10.08.2010 09:26 
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Folge 19: TOTE VÖGEL SINGEN NICHT - Alfred Vohrer (1976)

Inhalt: Mogul bringt junges Mädchen um, was eine Reihe von Leichen nach sich zieht, denn kein Mord bleibt unbeobachtet - und tote Vögel singen nicht.

Kommentar:

Was Alfred Vohrer, der übrigens eine Schar seiner alten Wallace-Darsteller hier versammeln konnte (Harald Leipnitz, Hans Korte, Günter Stoll, Dieter Eppler), hier abliefert, ist eine absolute Granate. Zwar leidet der eigentliche Fall unter den Sprüchen und der Action, ist aber zu verschmerzen.

Derrick scheint bei Merli / Betti in die Lehre gegangen zu sein. Beispiel:

Derrick überwältigt beim Verlassen eines Hauses den bewaffneten Diener des Hausherren und nimmt ihm dessen Pistole ab.

Diener: "Ich darf auf dem Grundstück die Waffe tragen, ich habe eine Erlaubnis der Polizei!"
Derrick: "Dann pass aber schön auf, dass du das Grundstück nicht verlässt, Bubi!"
Diener: "Scheißbulle!"
Derrick haut dem Diener die Faust ins Gesicht.
Derrick: "Das war für den 'Scheißbullen'. Ach, und wenn du einen Zeugen brauchst steh ich gern zur Verfügung!"

Auch sonst wird gekalauert:

Harry: "Eine junge Frau wartet auf dich!"
Derrick: "Wo?"
Harra: "Sie liegt tot auf der Müllkippe!"
Derrick küsst daraufhin Harry auf die Stirn.

In einem Lokal:

Harry: "Zwei Bier bitte!"
Wirt: "Die Polizei trinkt im Dienst???"
Harry: "Wir sind alles Alkoholiker!"
Harry und Derrick grinsen den Wirt über beide Backen an.
Derrick: "Stimmt!"

Mein Gott - jetzt weiß ich, warum Derrick sich weltweit einer so großen Beliebtheit erfreut! Echt klasse, dass man die alten Folgen jetzt wieder sehen kann.


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 Betreff des Beitrags: Re: DERRICK - TV-SERIE - Herbert Reinecker u.a.
BeitragVerfasst: 10.08.2010 09:31 
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Mhhmmm... Die Boxen stehen schön länger auf meiner Wunschliste. Deine Zeilen machen mich unruhig... AAARRGHHH...

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 Betreff des Beitrags: Re: DERRICK - TV-SERIE - Herbert Reinecker u.a.
BeitragVerfasst: 12.08.2014 12:04 
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Soll ich hier nach und nach meine alten Derrick-Kurzkommentar einstellen? Enden allerdings bereits vor Folge 150, hatte keine Lust mehr auf Getippe.

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 Betreff des Beitrags: Re: DERRICK - TV-SERIE - Herbert Reinecker u.a.
BeitragVerfasst: 12.08.2014 12:16 
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Blap hat geschrieben:
Soll ich hier nach und nach meine alten Derrick-Kurzkommentar einstellen?

Genug der rhetorischen Fragen! :lol:

Das ist eine sehr gute Idee! Bei mir war es leider so, dass ich die Serie nur hastig verschlungen habe, ohne viel dazu zu schreiben.
Wenn du kein zu straffes Tempo vorlegst, versuche ich mich mal hier und da dranzuheften.


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 Betreff des Beitrags: Re: DERRICK - TV-SERIE - Herbert Reinecker u.a.
BeitragVerfasst: 12.08.2014 15:29 
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Es kommen keine neuen Bewertungen hinzu, nach Folge 148 habe ich aufgehört Kurzkommentare zu schreiben. Von daher werde ich einfach ein paar der -aus meiner Sicht- besonders interessanten Folgen ausgraben.

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 Betreff des Beitrags: Re: DERRICK - TV-SERIE - Herbert Reinecker u.a.
BeitragVerfasst: 12.08.2014 16:37 
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Blap hat geschrieben:
Es kommen keine neuen Bewertungen hinzu, nach Folge 148 habe ich aufgehört Kurzkommentare zu schreiben. Von daher werde ich einfach ein paar der -aus meiner Sicht- besonders interessanten Folgen ausgraben.


Ich finde das ist eine sehr gute Idee. Die Ingrid Steger mit Fahrrad durch Park fahr Episode fällt mir immer sofort zu Derrick ein.

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 Betreff des Beitrags: Re: DERRICK - TV-SERIE - Herbert Reinecker u.a.
BeitragVerfasst: 12.08.2014 20:45 
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DERRICK war für mich das erste filmische Erlebnis, bei dem ich (zunächst vielleicht unterbewusst) ein besonderes Augenmerk auf das Zeitkolorit gelegt habe. Vielleicht fahre ich deshalb heute auch Derricks Dienstwagen, oft auch im Alltag. :lol: Hier meine persönlichen Favoriten der ersten 100 Folgen:

- Ein Koffer aus Salzburg (Folge 12)
- Tote Vögel singen nicht (Folge 19)
- Das Bordfest (Folge 25)
- Das Superding (Folge 26)
- Der Mann aus Portofino (Folge 29)
- Offene Rechnung (Folge 33)
- Tod des Wucherers (Folge 34)
- Mord im TEE 91 (Folge 36)
- Die Tote im Wald (Folge 39)
- Der Fotograf (Folge 40)
- Klavierkonzert (Folge 45)
- Ein unheimliches Haus (Folge 56)
- Ein Kongress in Berlin (Folge 61)
- Die Versuchung (Folge 63)
- Hanna, liebe Hanna (Folge 66)
- Eine unheimlich starke Persönlichkeit (Folge 75)
- Der Kanal (Folge 79)
- Tod im See (Folge 88)
- Die Fahrt nach Lindau (Folge 93)
- Die Tote in der Isar (Folge 100)


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 Betreff des Beitrags: Re: DERRICK - TV-SERIE - Herbert Reinecker u.a.
BeitragVerfasst: 20.10.2014 13:13 
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Heute vor genau 40 Jahren, einem Sonntag, flimmerte die erste Folge der neuen Krimireihe DERRICK über die bundesdeutschen Fernsehbildschirme.


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 Betreff des Beitrags: Re: DERRICK - TV-SERIE - Herbert Reinecker u.a.
BeitragVerfasst: 20.10.2014 18:30 
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● Folge 1: WALDWEG (1974)
mit Horst Tappert und Fritz Wepper
Gäste: Hilde Weissner, Wolfgang Kieling, Lina Carstens, Herbert Bötticher, Karl Lieffen, Walter Sedlmayr, u.a.
hergestellt durch die Telenova Film- und Fernsehproduktion | im Auftrag des ZDF | ORF | SRG
Regie: Dietrich Haugk




Ellen Theiss besucht eine Wirtschaftsschule außerhalb Münchens. Als sie eines Abends von einem Kinobesuch mit der S-Bahn zurückkommt, hat ihr Fahrrad einen Platten. Um keine weitere Zeit zu verlieren, nimmt sie die Abkürzung durch den Wald. Plötzlich sieht sie eine Person, die sie zu verfolgen scheint und rennt davon. Erleichtert bemerkt sie, dass es sich um Herrn Manger, einen ihrer Lehrer von der Schule handelt und sie gehen den Waldweg gemeinsam. An seinem Haus angekommen lockt er die ahnungslose Schülerin hinein und die Polizei findet sie am folgenden Tag ermordet auf. Oberinspektor Derrick und sein Assistent Inspektor Klein nehmen die Schule und die Personen aus dem Umfeld der Toten unter die Lupe, bis sich schließlich Zusammenhänge ergeben und sich ein Verdacht bestätigt...

Die Geburtsstunde der erfolgreichen Reihe "Derrick" bringt mit Folge 1 direkt und kompromisslos höchstes Niveau an fesselnder Krimi-Unterhaltung zu Tage, es wird schnell unmissverständlich klar, dass sich die Serie nicht als irgendein Plagiat zufrieden geben wird, sondern mit einem durchdachten Konzept für Aufsehen und seriöse Unterhaltung sorgen möchte. Ungewöhnlich für den Zuschauer ist hier die Tatsache, dass es nicht um obligatorisches Mörderraten gehen wird, denn das Verbrechen und dessen Urheber bekommt eine beängstigende und nicht minder erschreckende Silhouette und zerrt hier in Form von Wolfgang Kieling unheimlich an den Nerven. Man bekommt als Zuschauer Inhalte wie Verfolgung, Mord und Verbergen der Tat unmittelbar zu Gesicht und wird zum Mitwisser, dabei handelt es sich aber nicht um ein Servieren auf dem Silbertablett. Das mag vielleicht im ersten Moment nach mäßiger Spannung klingen, doch das ist hier keineswegs der Fall. Ganz im Gegenteil, der Verlauf der Geschichte forciert ein Gefühl von Unbehagen und lässt durchgehend mitfiebern, wie das neue, hochmotivierte und erfrischend wirkende Ermittlerduo den Fall aufrollen und den Verbrecher dingfest machen wird. Dieses Konzept der lückenlosen, ja exemplarischen Veranschaulichung mit Hilfe von denkwürdigen Bildern und packenden Szenen ist nicht nur ungewöhnlich, sondern bietet einen neuen Aspekt bezüglich der Durchleuchtung von Psyche und Agieren des Täters, ohne dabei großartig Position zu beziehen und zu ermahnen. Gut, das Thema rund um die Morde in einer Mädchenschule, in deren Umkreis ein Triebmörder sein Unwesen treibt, scheint wirklich zu genüge ausgeschlachtet worden zu sein, wirkt aber in dieser Folge Aufsehen erregend neu, beziehungsweise fast schon gefühlt innovativ, was natürlich der Umsetzung zu verdanken ist, außerdem in höchstem Maße den schauspielerischen Präzisionsleistungen. Hinzu kommt, dass gerade dieses Thema wohl immer irgendwie aktuell bleiben wird.

Obwohl bereits ein Mord geschehen ist, zieht es die lebenslustigen, jungen Mädchen trotz strikten Verbotes die Schule ohne Erlaubnis und bei Nacht zu verlassen, immer wieder in die Stadt, da es gewisse Schlupflöcher im System gibt. Sie lassen sich von einer Freundin als anwesend eintragen und zur unbehelligten Rückkehr ins Haus steht ein Fenster offen. Genau so war es auch in der Nacht geplant, als der nächste Mord geschehen sollte. Das Mädchen, dessen Fahrrad einen Platten hat, muss den Weg zu Fuß zurücklegen und den Waldweg benutzen. Wer diese Folge gesehen hat, weiß dass aus dem harmlos und fast idyllisch klingenden Wort "Waldweg" schnell ein Alptraum werden wird. Dunkelheit, schwere neblige Luft die man schneiden könnte und die Ahnung, dass ein Phantom plötzlich seine Hand nach einem ausstrecken könnte, genau so sieht die Angstvorstellung vieler Menschen aus, die hier in beklemmenden Bildern Wirklichkeit gewinnt. Dann taucht auf einmal der Mörder auf und verfolgt das Mädchen, sie rennt in Todesangst davon, doch bleibt plötzlich stehen und wirkt geradezu erleichtert. Sie kennt die Person, die sie nun begleiten wird, bis schauerliche Gewissheiten aufeinanderprallen werden und es zur Katastrophe kommt. Gerade diese Finesse der Inszenierung (oft angedeutet doch weniger häufig gezeigt): Vertrauen gegenüber dem Mörder erscheint derartig perfide, dass es trotz Veranschaulichung hochgradig spannend bleibt. Die sich anschließende Ermordungsszene in Zeitlupe kann man beinahe schon beispiellos nennen, Wolfgang Kieling darf alle verfügbaren Register ziehen und lehrt den Zuschauer das Fürchten, sein in Großaufnahme gezeigtes Gesicht wird zur entsetzlichen Fratze, die Mordlust und krankhaften Wahn offenbart.

Horst Tappert als Derrick und Fritz Wepper als Klein zeigen gleich zu Beginn, dass es sich um ein Erfolgsduo handelt, eine abgestimmte Mischung aus Kombinationsgabe, Routine und Vertrauen, die es jedem Verbrecher schwer machen wird. Neben resoluter Sachlichkeit bleibt ebenfalls Spielraum für (selbst)ironische Anmerkungen, die beiden wirken (logischerweise) noch etwas frischer und flexibler als 150 Folgen später und sammeln Sympathiepunkte beim Zuschauer. Gerade Horst Tappert, der hier und da auch mal gerne pokert wenn sich seines Erachtens zu wenig bei der Lösung des Falls tut, erscheint entfesselter, sogar ungeduldiger und fordernder. Feingefühl und Zurückhaltung gibt es lediglich situationsbedingt. Ein wirklich gut konstruiertes Team der ersten Stunde verspricht somit weitere, hochwertige Unterhaltung. Hilde Weissner als Leiterin der Schule leistet neben den übermächtigen Darbietungen eine ausgesprochen gute Interpretation. Sie erfährt nebenbei und viel zu spät, dass ihr System einige Lücken hat und das sich mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Lustmörder in ihrem Hause befindet. Sie transportiert ihre Fassungslosigkeit und ihre Hilflosigkeit gegenüber den Geschehnissen sehr präzise, auch temperamentvolle Zustände, die sich eine Frau in ihrer Position eigentlich nicht leisten kann, tragen im Rahmen der außerordentlichen Vorkommnisse zur hohen Glaubwürdigkeit bei. Das Lehrerkollegium ist gespickt mit kuriosen Gestalten und hier fällt besonders Herbert Bötticher positiv auf. Als Kielings Mutter sieht man die großartig aufspielende Lina Carstens, die sich in einem Vakuum aus Schweigen und Angst, Verzweiflung, Gewissen und Rechtfertigung wieder findet und unheimliche Qualen über sich ergehen lassen muss. Falls sie ihr Schweigen bricht, weiß der Zuschauer genau, dass für diese tragische Figur die Qual erst so richtig beginnen wird. Die gemeinsamen Szenen mit ihrem TV-Sohn sind hervorragend, denkwürdig und erschreckend zugleich. Sehr angenehm bei Folge 1 ist, dass sie nicht mit Geschützen der schweren Kindheit und Hausfrauenpsychologie auffährt. Der Mörder wird mit Hilfe eines Tricks gestellt, die Frage nach dem Warum bleibt natürlich bestehen, wird dem Zuseher aber nicht distanzlos aufgezwungen, die Empfindungen gegenüber den beteiligten Personen variieren und etablieren sich nur schwerfällig, es ist von Mitleid bis grenzenloser Verachtung alles gegeben. Ein fulminanter Einstieg!


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 Betreff des Beitrags: Re: DERRICK - TV-SERIE - Herbert Reinecker u.a.
BeitragVerfasst: 22.10.2014 22:05 
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● Folge 2: JOHANNA (1974)
mit Horst Tappert und Fritz Wepper
Gäste: Lilli Palmer, Helmuth Lohner, Helga Anders, Josef Dahmen, Isolde Zimmermann u.a.
hergestellt durch die Telenova Film- und Fernsehproduktion | im Auftrag des ZDF | ORF | SRG
Regie: Leopold Lindtberg




Oberinspektor Derrick sieht sich mit einem Fall konfrontiert, der dieses Mal ziemlich eindeutig erscheint. Die wohlhabende Geschäftsfrau Martha Balke wird in ihrem Wochenendhaus tot aufgefunden, sie wurde ermordet. Ihr wesentlich jüngerer Ehemann Alfred wird schnell zum Hauptverdächtigen, da er nicht nur Alleinerbe des gesamten Vermögens sein wird, sondern sich nachweislich mit seiner jüngeren, attraktiven Geliebten die Zeit am vertreiben ist. Das Mordmotiv liegt somit auf einem Silbertablett, jedoch fehlen Derrick jegliche Beweise, die den lustigen Witwer überführen könnten. So kommt ihm der Zufall zur Hilfe, als Johanna, die Schwester der Ermordeten, aus den Vereinigten Staaten anreist. Es handelt sich nämlich um Zwillinge und dieser Umstand veranlasst Derrick zu einem recht unkonventionellen Plan. Mit Hilfe von Johanna, will er den mutmaßlichen Täter unter Druck setzen um somit an ein Geständnis zu gelangen. Doch zuerst müssen dafür einige optische Veränderungen bei Johanna durchgeführt werden...

Der zweiten Folge "Johanna" eilen hier und da sehr unterschiedliche Einschätzungen voraus, zumal mit Leopold Lindtberg auch ein eher unbeschriebenes Blatt auf dem Regiestuhl Platz nahm. Persönlich sehe ich einen nahtlosen Übergang im Rahmen abgestimmter Krimi-Unterhaltung und einen meiner kleinen Favoriten innerhalb der Reihe, wozu Lilli Palmer sicherlich einen großen Teil beigetragen hat. Die frühen Episoden beweisen anhand ihrer hochkarätigen Gäste eindeutig, dass man auf Zuschauer-Fischzug gehen wollte, wobei ich mir ganz sicher bin, dass "Derrick" auch so zum Funktionieren geschaffen war. Die Story rund um das Beseitigen der älteren und natürlich wohlhabenden Ehefrau durch ihren Mann, der eine anspruchsvolle Geliebte auszuhalten hat, erscheint zunächst mehr als bekannt zu sein, bekam jedoch einen bemerkenswerten Schauspieler-Schliff verpasst. Lilli Palmer zeigte in ihrer Doppelrolle der Schwestern Martha und Johanna eine Interpretation, die in frappanter Manier an ihre Stargastrolle als Dr. Viorne in dem 1971 entstandenen Spielfilm "Diabolisch" erinnert. Dieser Quervergleich entsteht nicht wegen der Anlegung ihrer Rolle, also nicht wegen der dargestellten Person(en), sondern wegen ihrer Art mit dem jeweiligen Gegenüber umzugehen. Die Strategie der Psychologin Dr. Viorne wirkt dort nämlich genau so, wie sie von Martha/Johanna angewandt wird, so dass sie auf Helmuth Lohner einen indirekten Psycho-Terror ausübt. Sie erzwingt impulsive Reaktionen, sie will Widerstände durchbrechen und hat nur das Ziel mürbe zu machen. Auch hier kommt man sich vor, als würde man Zeuge eines Kreuzverhörs sein. Lilli Palmer konnte diese eiskalte Berechnung stets gut transportieren, ihre Stiche wirken in der beinahe mütterlich-ermahnenden Fa­çon wie Torpedos, wobei ihre Johanna dabei selbst über die Grenzen ihrer Kräfte gehen muss. Martha behandelt ihren Mann wie einen unmündigen, ungehorsamen Knaben, der in richtige Bahnen gelenkt werden muss und ohne ihre Strukturvorgaben nicht funktionieren, und ihrer Ansicht nach wahrscheinlich überhaupt nicht existieren kann. Die Verbindung der beiden steht daher kaum unter dem Stern einer Liebeshochzeit, eher bekommt man den Eindruck, dass Martha ihrem Helfersyndrom aufgesessen ist.

Veranschaulicht wird eine Konstellation, die eigentlich prinzipiell nicht funktionieren kann, aber immer wieder scharenweise zu Stande kommt, da der starke, dominante Charakter die Schwäche sucht und unfehlbar aufspürt wie das Schwein die Trüffel, der weichere Charakter strebt eher nach Bequemlichkeit, was er jedoch als Sicherheit definiert. Martha ist durch ihr mütterliches, herrschsüchtiges Auftreten alles andere als sympathisch, sie gibt Anweisungen die in Befehlen gipfeln, diese Frau begehrt die Kontrolle. Als sie erfasst, dass ihr Mann sie umbringen will, hat sie ihn in Windeseile wieder zur Raison gebracht, unterschreibt jedoch ihr eigenes Todesurteil, da ihr die subtilen Mittel fehlen, sie nicht spontan oder clever umdenken kann und sie ihn schlussendlich der Polizei ausliefern möchte. Gut, wie subtil sollte man reagieren wenn man begreift, dass man Mordopfer werden soll? Aber das beschäftigende an dieser Angelegenheit ist nicht mehr die Tat an sich, sondern dass Martha hätte leben können. Johanna, die Zwillingsschwester aus den USA taucht also später auf und Derrick wittert sofort seine Chance. Sie soll ihm behilflich sein, den Mörder mit fragwürdigem Alibi zu stellen und muss zunächst eine optische Veränderung durchmachen, damit sie ihrer Schwester haargenau ähnelt. Bald schon nimmt sie ihren Schwager nicht nur durch ihre Präsenz, sondern auch verbal in die Zange, sie quartiert sich bei ihm ein, wirft kurzerhand seine Freundin hinaus und will einen Zusammenbruch provozieren, muss dabei aber gegen ihren eigenen, fast bevorstehenden Kollaps ankämpfen. Lilli Palmer ist wie immer elegant, sie gefällt sich in großen Gesten und schafft es den Schwestern unterschiedliche Profile zu geben. Die am deutlichsten herausgearbeiteten Charakterunterschiede offenbaren sich vor der Ermordung Marthas, die unerbittlich und hart bleibt, sowie im Finale mit Johanna und ihrem Schwager, als sie sich trotz dieser unmenschlichen Prozedur ganz kurz berührt zeigt, was sie offenbar selbst erschreckt und den Zuschauer reichlich verwirrt. Helmuth Lohner gibt die Rolle von Marthas fünfzehn Jahre jüngerem Ehemann Alfred, der in seiner Frau die einmalige Chance gewittert hat, ein bequemeres Leben führen zu können. Schnell hat er mit seiner jungen Geliebten Roswitha ein Komplott ausgeheckt, sich der unbequemen Dame zu entledigen.

Noch bevor Johanna einen Brief ihrer Schwester über die Charaktereigenschaften ihres Mannes vorliest, kommt man auf den gleichen Gedanken eines ungefestigten, weichen und zerrissenen Charakters. Lohner spielt diese Rolle ganz ausgezeichnet, seine Berechenbarkeit und Unselbstständigkeit hat richtiggehend Methode und man erwischt sich selbst mit einigen mitleidigen Blicken. Die stets willkommene Bereicherung Helga Anders ist die eigentliche treibende Kraft hinter diesem Mordkomplott. Sie animiert Alfred (der nicht zu wissen scheint, wie er den Mut zu dieser Tat zusammensuchen soll und nach Art des Hauses lieber wieder ausweichen würde), indem sie widerborstig reagiert und ihm entschlossen Zuneigung verweigert. Helga Anders spielte ihr komplettes, kurzes Schauspielleben viel zu oft die gleiche Rolle, deswegen wirkt sie auch so überzeugend. Auch hier ist sie die personifizierte Verführung mit aufforderndem Blick und halboffenem Mund, eine junge Frau aus bürgerlichem Milieu, die sich besseres erträumt und Mittel und Wege sieht. Roswitha ist oberflächlich und gewöhnlich, aber mit einer beachtenswerten Attraktivität ausgestattet, die nahezu unberechenbar wirkt. Ihr Liebhaber weiß genau, wenn er die Situation nicht verändert wird seine Freundin auf einen besseren Zug aufspringen, wenn nicht heute dann morgen. Horst Tappert und Fritz Wepper zeigen sich erneut in glänzender Laune, sie knüpfen unmittelbar an den Vorgänger an. Wieder wird mit unkonventionellen Methoden gepokert, Derricks Instinkt scheint fast unfehlbar zu sein, er demonstriert den Verdächtigen, dass er sie für schuldig hält und sie daher todsicher überführen wird. Trotzdem erscheinen Derrick und Klein nicht als Überermittler vom anderen Stern, sie zeigen Ecken und Kanten, es besteht insgesamt eine perfekte Symbiose zwischen den beiden. Die augenscheinlich simple (doppelte) Dreieckskonstellation erhält von ihren Schauspielern den Brillantschliff, die Geschichte ist gewiss nicht neu, bekommt allerdings durch die sorgsame Umsetzung Stringenz, eine spannende Note und ein hässliches Gesicht zugleich, da man Mord, Verbrechen und Verschleierung wieder als Komplize miterleben kann. Eine interessante Schauspieler-Episode mit progressiver Verlässlichkeit, die es sich aufspart, mit übermäßigen Wertungen zu jonglieren.


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 Betreff des Beitrags: Re: DERRICK - TV-SERIE - Herbert Reinecker u.a.
BeitragVerfasst: 28.10.2014 21:52 
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● Folge 3: STIFTUNGSFEST (1974)
mit Horst Tappert und Fritz Wepper
Gäste: Siegfried Lowitz, Andrea Rau, Bruno Dietrich, Herbert Fleischmann, Ulrich Haupt, Claudia Butenuth, u.a.
hergestellt durch die Telenova Film- und Fernsehproduktion | im Auftrag des ZDF | ORF | SRG
Regie: Helmut Käutner




Eine Liedertafel feiert in einem Gasthaus großes Jubiläum. Nachdem einige Lieder zum Besten gegeben wurden, wird die Stimmung wesentlich ausgelassener und die Familien und Freunde der Jubilare fangen an zum gemütlichen Teil der Veranstaltung überzugehen. Es wird getrunken, gealbert und getanzt und einer unter ihnen namens August Bark zeigt sich in besonderer Feierlaune, als er mit der attraktiven Irene, der Freundin seines Sohnes, sogar ein Tänzchen wagt. Doch die Stimmung kippt schlagartig um, denn wenig später wird Irene leblos in ihrem Zimmer aufgefunden. Für Oberinspektor Derrick beginnt nun Routine, aber der Fall lässt sich doch nicht so einfach rekonstruieren, wie er sich das gedacht hat. Er ahnt nur eines: der Täter muss unter den Gästen sein und schon bald ergeben sich begründete Verdachtsmomente gegen eine gewisse Person...

Bereits innerhalb von gerade einmal drei Folgen stellte man bei "Derrick" die unterschiedlichsten Motive und Facetten des Verbrechens vor: pathologische Sexualdelikte, Mord aus Berechnung sowie Kalkül und in der Episode "Stiftungsfest" schließlich Totschlag in einer überaus alltagstauglichen Situation mit einer fatalen Kettenreaktion. Die Stärke der Folge zeigt sich nicht zuletzt anhand der Tatsache, dass diese Situation (abgesehen von einem Todesfall natürlich) jedem vielleicht ein wenig bekannt vorkommt und deswegen einen hohen Transfer widerspiegelt. Es wird sehr gut dargestellt, wie die allgegenwärtige Ausgelassenheit und Freude, plötzlich das Gesicht des schlimmsten Alptraums bekommt, wie aus langjährigen Freunden Gegner und sogar Feinde werden, wie das Leben innerhalb einer Minute nicht nur für das Opfer, sondern auch für den Täter vorbei sein kann. Verfeinert wurde das Ganze schließlich mal wieder mit einer Besetzung der A-Kategorie. Die Tragödie nach Zufalls- oder Schicksalsprinzip spielt sich in einem abgelegenen, bürgerlichen Gasthof, vor unscheinbarer winterlicher Kulisse ab, was könnte dort schon außergewöhnliches passieren? Die Sangeskollegen haben mit ihren Familien und Freunden einen unbeschwerten, heiteren Abend geplant, die Bier- und Schnapslaune transportiert Ausgelassenheit, alle Sorgen und Probleme wurden an der Garderobe abgegeben. Es wird gealbert, gesungen, getanzt und vor allem getrunken, es verspricht eine unvergessliche Nacht zu werden, was sich auch bewahrheiten wird, doch leider in einer fatalen Umkehrreaktion.

Siegfried Lowitz als August Bark steht ganz im Mittelpunkt dieser Folge. Wo er nur kann, heizt er die Stimmung dynamisch an, man bekommt den Eindruck, dass sich nicht nur er an diesem Abend gut 25 Jahre jünger fühlt, sondern auch einige seiner Freunde. Für den Höhepunkt der Feierlaune sorgt schließlich die reizende Andrea Rau mit ihrem Tanz auf dem Vulkan, bis die schließlich Luft brennt. Ihre Irene, die mit Barks Sohn liiert ist, erweist sich als perfekte Projektionsfläche für die hemmungslos freigelassenen Fantasien bei den anwesenden Herren, die sich mittlerweile bis unter die Decke stapeln. Andrea Rau vereint das Bild der Heiligen, der Unschuldigen sowie der Verführerin und des Objekts wie keine Zweite, ihre Attraktivität und ihre Unbekümmertheit lassen Bark für einen kurzen Moment zu sehr den Verstand verlieren. Die Nacht findet ihr entsetzliches Ende mit einer Toten. Fortan sieht man die Stimmung in einem anderen Extremum, Siegfried Lowitz spielt bemerkenswert auf. Bark verliert an Haltung, trotzdem sucht er verzweifelt nach Mitteln und Wegen, um sich aus diesem immer enger werdenden Schraubstock zu befreien. Man sieht es ihm förmlich an, dass er bis zuletzt daran glaubt, einen Ausweg zu finden um an einen normalen Alltag anknüpfen zu können. Als schließlich auch noch sein Sohn, der von Bruno Dietrich sehr eingängig interpretiert wird, verdächtigt und belastet wird, erscheint die Zwickmühle in der er sich befindet aussichtslos zu sein. Es wird ganz erstaunlich verdeutlicht, dass in einer solchen Dramatik immer noch eine gute Portion mehr Druck hinzukommen kann.

Die eigene Haut retten, den eigenen Sohn beschützen, das Gesicht vor Familie und Freunden wahren, gegenüber des resoluten Derrick nicht noch auffälliger zu erscheinen... Siegfried Lowitz vermittelt die hochgradige Verzweiflung ausgezeichnet. Als dann auch noch Irenes Vater auftaucht, den Ulrich Haupt spielt, und der die Beteiligten über jeden Verdacht erhebt, sieht man ihn immer wieder kurz vor dem Zusammenbruch. Und darauf setzt auch Derrick. Er wartet ab, seine Erfahrung sagt ihm, dass einem Täter der kein Mörder ist, irgendwann die Luft ausgehen wird. Die Gespräche zwischen Ermittler und Täter, mit ihren indirekten Angeboten wirken hier sehr interessant, das Finale überzeugt in der Verdeutlichung des nahe liegenden Endes einer ausweglosen Situation. In dieser Folge ist man als Zuschauer direkt am Geschehen beteiligt, da das Setting nicht in so weiter Ferne liegt. Dichte Aufnahmen lassen einen buchstäblich den Schnaps, den Rauch und das Parfum von Andrea Rau riechen, ebenso wie die eiskalte Luft außerhalb, die Emotionen sind greifbar und regen weitgehend zur Reflexion an, das Katz-und-Maus-Spiel wird mit fortlaufender Zeit nicht nur für Bark, sondern auch für den Zuseher immer unerträglicher, so dass man förmlich auf eine Lösung wartet und hofft, egal wie diese letztlich aussehen wird. Außerdem bleibt man ein wenig nachdenklich zurück, wenn man sich die Konsequenzen und die unausweichlichen Reaktionen der Familie, der Freunde und Bekannten ausmalt. Besonders gelungen war die Präsentation der Ermittlungsarbeit, die einige subtile Komponenten veranschaulichen konnte. Insgesamt sehr gelungen dieses "Stiftungsfest" von Helmut Käutner, die Darsteller tun das Übrige hervorragend dazu.


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 Betreff des Beitrags: Re: DERRICK - TV-SERIE - Herbert Reinecker u.a.
BeitragVerfasst: 07.11.2014 13:09 
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● Folge 4: MITTERNACHTSBUS (1975)
mit Horst Tappert und Fritz Wepper
Gäste: Werner Kreindl, Christiane Schröder, Hartmut Becker, Bruni Löbel, Rudolf Platte, Hans Quest, u.a.
hergestellt durch die Telenova Film- und Fernsehproduktion | im Auftrag des ZDF | ORF | SRG
Regie: Theodor Grädler




Der letzte Bus aus München fährt in einer ländlichen Ortschaft vor, mit dem Helga Landau zurück gekommen ist, die als Kellnerin im ansässigen Gasthaus beschäftigt ist. Sie wirkt sehr bedrückt, denn von ihrem Arzt hat sie erfahren, dass sie schwanger ist. Erich Holler ist der Vater ihres Kindes und gleichzeitig Sohn ihres Arbeitgebers und Helga weiß genau, dass er sie niemals heiraten würde. Dennoch möchte sie ihr Kind unter allen Umständen austragen, was sie Erich auch eröffnet. Doch von diesem ernsten Gespräch kommt Helga nicht mehr zurück. Am nächsten Tag wird sie tot aufgefunden. Oberinspektor Derrick leitet die Ermittlungen in diesem Mordfall und er sieht sich schnell mit kleinbürgerlichen Vorurteilen und einem seltsamen Zusammenhalt der Dorfbewohner konfrontiert, was ihm die Aufklärung des Falles deutlich erschwert...

Die Folge "Mitternachtsbus" schildert eine weitere grausame Tat im Rahmen des bürgerlichen Milieus, dieses Mal in der Kategorie: Beseitigen von unbequemen Problemfällen. Bemerkenswert hier ist, dass es eine leichte Abkehr vom Effekt gibt und man das Szenario mit befremdlicher Tragik ausstattete. Ich möchte gar nicht behaupten, dass es anderenorts nicht ebenso war, doch hier blieb mir persönlich der Eindruck, von einer der erschreckendsten Facetten in diesem breiten Spektrum. Vorab ist wieder einmal zu bekennen, dass die Vielfältigkeit der Hintergründe und der Mordmotive dieser Serie ein unverwechselbares und spannendes Gesicht geben konnte, es kommt ein leichtes Gefühl von zurückhaltender Extravaganz auf, trotzdem sieht man grundsolide Ermittlungsarbeiten. Was hier in der Ermordungssequenz gezeigt wird ist sicherlich optisch gesehen nicht schockierender als die beunruhigenden Momente mit Wolfgang Kieling aus der Pilotfolge, allerdings entstehen erschreckende Folgen an Szenen, die einen schwer zu verbalisierenden Charakter hinterlassen und daher wesentlich brutaler wirken, als die vorhergegangenen Konzepte: ein Opfer, das um sein Leben betteln wird, aber nichts gegen Selbstzweck ausrichten kann. Als persönlicher Verstärker fungiert hierbei Christiane Schröder ganz außerordentlich, deren bemitleidenswertes privates Schicksal sich mit ihrer Rolle zu vermischen scheint. Die Episode verteilt insgesamt einen schmerzlichen Seitenhieb an über- oder unterschätzte Gefühle, an überbewertete oder wertlose Beziehungen und an den zweifelhaften Zusammenhalt, außerdem spielt sie gekonnt mit Verhältnislosigkeiten, die bei Mord und Verbrechen zwar an der Tagesordnung sind, aber oftmals zu sehr im Hintergrund abgehandelt werden. Das Verbrechen ereignet sich in einem unscheinbaren Dorf, wo sich scheinbar Fuchs und Hase gute Nacht sagen, bis in jener Nacht der Mitternachtsbus vorfährt.

Schnell bekommt man Christiane Schröder als Helga zu Gesicht, die trotz Nervosität und offensichtlicher Hektik noch ein paar gute Worte und Gesten für den wartenden Bruno hat, der sie stets vom Bus abholt um ihren Koffer zu tragen. Persönlich mag ich das Integrieren oder damit das Verheizen von Oligophrenen ja überhaupt nicht, da diese im Film viel zu oft überzeichnet dargestellt werden und daher ein sehr ungerechtfertigt verzerrtes Bild vermitteln. Jedoch ist die Figur des Bruno für das Gesamtgeschehen alles andere als unwichtig und Lambert Hamel stattet diese Figur mit viel Tiefe aus. Helga jedenfalls scheint in der kleinen Gemeinde kein unbeschriebenes Blatt zu sein und pflegt diverse Bekanntschaften. Der Hinweis, dass selbst oder gerade auf dem Land Standesunterschiede sehr streng berücksichtigt werden, lässt erahnen, wie das Gerede der Leute ausgesehen hat und ohne ihren Tod, also bei einem normalen Lauf der Dinge, hätte aussehen können. In diesen Fällen ist es angeblich stets die Frau, die alle zur Verfügung stehenden Verführungskünste einsetzen wird, um eine gute Partie in ihre gierigen Krallen zu bekommen. Christiane Schröder verkörpert hier alles andere als rücksichtsloses Kalkül und eiskalte Berechnung. Ganz im Gegenteil, sie wirkt nämlich fast schon zu gutgläubig oder einfältig mit ihrer naiven Sicht auf die Dinge. Helga erwartet ein Kind vom Sohn ihres Chefs Holler, in dessen Gasthof sie Kellnerin ist. Sie stellt für viele also ein geheimes und gerne in Anspruch genommenes Vergnügen dar und wenn das so bleiben würde, wäre die Welt auch morgen noch in Ordnung. Da das nicht mehr der Fall ist, muss also schnellstens gehandelt werden. Die Angebote in Form von Geld und Abtreibung werden von der jungen Frau jedoch ausgeschlagen und somit unterschreibt sie ihr Todesurteil, sie provoziert eine Affekthandlung ohne es zu begreifen. Hartmut Becker interpretiert einen unsicheren und weichen Charakter, den Schürzenjäger der kleinen Verhältnisse. Was das Verhältnis zu Frauen angeht, spielte er eine sehr ähnliche Rolle bereits in dem Film "Als Mutter streikte" und er passt sehr gut in derartige Rollen, wenn seine Darbietung auch nicht besonders nachhaltig erscheint.

Von seinem Vater wird er zwar an der langen Leine gelassen, hat jedoch immer zu spuren, wenn dieser pfeift. Wie könnte es anders sein, dass ihm auch dieses Mal der Vater zur Hilfe eilen muss. Werner Kreindl als Oscar Holler zeichnet seine Figur überaus glaubhaft und hochklassig, der schmierige wie auch gerissene Wirt bekommt von ihm eine sehr widerwärtige Aura. Er wird schließlich alles tun, um die Karre aus dem Dreck zu ziehen und ist zu jedem Bauernopfer bereit, welches sich auch schnell ausfindig machen lässt. Dabei setzt er unerbittlich auf Abhängigkeiten und Schwächen anderer Leute. Der ungebetene Gast in seinem Haus namens Wollweber, den Rudolf Platte bemerkenswert formt, wird mit Vergünstigungen in Form von Alkohol angelockt. Zuvor wurde er stets in eindeutiger Manier des Hauses verwiesen und wie ein Aussätziger behandelt. Auf seinen minderbemittelten Sohn Bruno (der einer der wenigen ist, der [naive] Aufrichtigkeit verkörpert) soll die Tat einfach aber sicher abgeschoben werden. Holler legt falsche Fährten und schmiedet Pläne, er spielt seine Überredungskünste aus und biedert sich Derrick förmlich an und sein Plan könnte gelingen, wenn es sich tatsächlich um ein Dorf ohne Gewissen und die Initiative Einzelner handeln würde. Mit "Mitternachtsbus" schickte Theodor Grädler eine sehr beeindruckende Episode ins Rennen, die besonders durch ihre, auf der einen Seite Hinterhältigkeit, und auf der anderen Seite Hilflosigkeit hervorsticht. Besonders bestürzend erscheint hier nicht nur die perfide Tat, sondern auch die Ausweglosigkeit der Situationen, in denen sich viele Beteiligte befinden. Zurück bleibt eine unbehagliche und nachdenkliche Grundstimmung. Im Tauziehen zwischen Not und Tugenden scheint Erstgenanntes die große Übermacht zu sein, doch Derrick setzt schließlich auf menschliche oder soziale Kompetenzen und lässt die Falle unerbittlich zuschnappen. Manche mögen das Finale am See vielleicht beeindruckend gefunden haben, mir hat dieses Gebräu aus Impulsivität, Aggression und Verachtung, das Derrick an den Tag gelegt hat, jedenfalls nicht sonderlich geschmeckt, beziehungsweise überhaupt nicht imponiert. Die Gerechtigkeit wird schließlich auch in Folge vier siegen, weil der Wirt die Rechnung ohne Derrick gemacht hat.


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BeitragVerfasst: 01.12.2015 23:10 
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● CHRISTIANE KRÜGER als MARGOT HAUFF in
DERRICK - DIE ENTSCHEIDUNG (D|1980)




Die einundsiebzigste "Derrick" Folge "Die Entscheidung" ist insofern bemerkenswert, dass sie trotz des durchschnittlichen Kriminalfalls einige Besonderheiten zu bieten hat. Schaut man sich die Serie chronologisch an, so bekommt man es hier mit einer nahezu beispiellos dichten Star-Besetzung zu tun, außerdem handelt es sich um Christiane Krügers Einstieg in die Serie, es sollten in etwa 15 Jahren noch weitere acht Auftritte folgen. Theodor Grädler inszeniert eine Art Kammerspiel, eine Aufführung innerhalb seiner eigenen Aufführung und es scheint, als lasse er Teilen seines Ensembles freie Hand. Christiane Krüger schafft es hier nicht, sich in besonderem Maße in den Vordergrund zu spielen, was aber nur sekundär der Anlegung ihres eher zurückhaltenden Charakters geschuldet ist. Vielmehr wird sie von den großen Actricen dieses Theaters schlicht und einfach in die zweite Reihe gereicht, denn Gisela Uhlen, aber vor allem die übermächtige Brigitte Horney dominieren das Geschehen nach Belieben, bei den Herren tut Hannes Messemer sein Übriges dazu. Ein Mord. Eine Familie. Eine Tragödie. So einfach ist das Rezept, mit dem sich diese "Derrick"-Folge konstruieren lässt. Hauptaugenmerk liegt dabei auf einer überdeutlichen Differenzierung der einzelnen Beteiligten, die teilweise einfach nur am Rad der Emotionen drehen. Teilweise wird das überspitzte, exaltierte oder weinerliche Verhalten gewisser Herrschaften ziemlich anstrengend und so wird die Leitung von Christiane Krüger aufgrund ihrer Ruhe, Beherrschung und Zurückhaltung recht angenehm und gar nicht so unwichtig, wie zunächst angenommen. Margot Hauff ist von Beruf Tochter, und nebenbei Sekretärin ihres Vaters, ohne die seine berufliche Fassade zusammenbrechen würde. Im Verhör mit "Derrick" wird sie ihm vollkommen ratlos offenbaren, dass ihr Vater absolut unfähig sei, wichtige Entscheidungen zu treffen und ihr größter Vorwurf ist umzingelt von Fassungslosigkeit und Hilflosigkeit.

»So übel kann ihm einfach niemand mitspielen, dass er nicht auch noch nett zu ihm wäre!« Erneut sieht man bei Christiane Krüger einen Distanzaufbau nach Art des Hauses, der nicht nur in Richtung Zuschauer geht, sondern der sich vor allem im Umgang mit den weiblichen Beteiligten zeigt. Eigentlich war es oft der Fall, denn selten war zu beobachten, dass sie sich mit Frauen solidarisierte. Ihrer Film-Tante Brigitte Horney begegnet sie mit Sicherheitsabstand, denn sie ist den Launen und der Erfahrung der alten Dame nicht gewachsen. Auch im Umgang mit ihrer Film-Mutter Gisela Uhlen bemerkt man als Zuschauer ein eher stumpfes Verhältnis, ja, es ist beinahe ein Ignorieren in gegenseitigem Einverständnis. Wie so oft, kämpft Christiane Krüger also alleine, ihre Interessen verfolgt sie dabei stets zielstrebig, obwohl ihre Motivation oft im Verborgenen bleibt. Insbesondere in Kriminal-Serien umgab sich die Schauspielerin mit einer unergründlichen Aura, obwohl man ihre Personen als durchaus greifbar empfindet, so dass diese Strategie auch hier vollkommen aufgeht. Christiane Krüger setzt ihre diskreten Zeichen dieses Mal insbesondere über ihre verhaltenen und meidenden Blicke, lediglich wenn sie Verbündete in ihrem Umfeld ausfindig machen kann, verändert sich auch gleichzeitig ihre Körpersprache. Ihre erste Szene ebnet sie mit einem Lächeln und bietet einen herzlichen Empfang, die Anwesenheit von "Derrick" lässt die Situation für sie allerdings schnell kippen und man sieht ihr an, dass sie sich in einem sichtlich unsicheren Rahmen bewegt. Natürlich weiß sie, dass im Zweifelsfall wenig von ihrer Familie zu erwarten wäre, offensichtlich wurde das Drehbuch vom wahren Leben geschrieben. Insgesamt zeigt Christiane Krüger einen soliden Einstieg in die Serie und es ist kein Wunder, dass sie fortan zur erweiterten Stammbesetzung zählen sollte. Margot Hauff - Eine Rolle mit sehr interessanten Nuancen!


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BeitragVerfasst: 06.12.2015 22:39 
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● CHRISTIANE KRÜGER als MARION SIEBACH in
DERRICK - EIN KLEINER GAUNER (D|1989)




In Folge 180 sieht man Christiane Krüger in ihrem vorletzten Gastauftritt in der beliebten Kriminalserie "Derrick", ihr letzter sollte schließlich fünf Jahre später folgen. "Ein kleiner Gauner" stellt unterm Strich einen nicht uninteressanten Fall dar, den man nicht nur wegen der ausgewogenen Besetzung gerne, und mit voller Aufmerksamkeit verfolgt. Die Episodenhauptrolle übernahm Oliver "Justus Jonas" Rohrbeck und was Christiane Krügers Auftritt angeht, so kann man vielleicht von ihrer Telefon-Folge sprechen, da sie nahezu in jeder zweiten Szene am Hörer zu sehen ist, da sie der Polizei bei der Klärung eines Mordes, dem ihr Vater zum Opfer gefallen ist, Auskünfte liefert, und sozusagen Puzzlestücke beisteuert. Die filmischen Aufeinandertreffen von Christiane Krüger und Horst Tappert können bis ins Jahr 1968 zurückverfolgt werden, als sie dem Inspektor in dem Edgar-Wallace-Film "Der Mann mit dem Glasauge" zunächst ebenfalls nur telefonisch begegnete. Erneut spielt Christiane Krüger eine Frau des gehobenen Milieus und wie so oft sieht man sie wieder einmal in der Rolle der Tochter, die ihrem Vater in vielerlei Hinsicht den Rücken freizuhalten scheint und dabei wie eine unentbehrliche Vertraute wirkt. In auffälliger Weise kultiviert, agiert sie trotz des Mordes mit viel Fingerspitzengefühl, was viele ihrer Rollen oftmals nicht hergeben konnten, da sie sich ihrem Image entsprechend, quasi in der obligatorischen Krüger-Schablone, zu bewegen hatte, was hin und wieder rücksichtslose oder gar unsympathische Noten vermittelte. Hier wird sie genau wie Rohrbeck mit Leichtigkeit zu einer Sympathieträgerin aufgebaut, bei beiden fiebert man interessiert und besorgt mit, ob sich der Fall letztlich noch zum Guten wenden kann, was man unter der Leitung von "Derrick" allerdings in keiner Sekunde anzweifeln möchte.

Der Vater von Marion Siebach wird erwürgt in seinem Hotelzimmer aufgefunden, doch sieht man mit ihr eine Hinterbliebene, die einen Rachefeldzug gegen Unbekannt anzettelt? Die Antwort lautet definitiv nein, denn sie stellt ihre Hilfsbereitschaft zur Verfügung. In den Gesprächen sieht man weniger die verzweifelte oder verbitterte Tochter, eher schimmert ein starker Gerechtigkeitssinn hervor. Zwischen den Zeilen meint man eine oberflächliche Tendenz wahrzunehmen, sodass man für einige kurze Momente ketzerisch denkt, dass eine Geschäftsverbindung zwischen Vater und Tochter ihr jähes Ende gefunden hat. Wie erwähnt, spielt Christiane Krüger in dieser Episode eine weitgehend untergeordnete Rolle, folglich wird ihre Figur im Sinne der Angelegenheit zwar dienstbar gemacht, jedoch finden sich im Endeffekt nicht besonders viele Möglichkeiten für sie, sich explizit in den Vordergrund zu arbeiten. Wie dem auch sei, die Wiedersehensfreude entsteht selbstverständlich auch bei einer, für ihre Verhältnisse, glatt gebügelten Performance, wenngleich man sich wünscht, dass ihre Figur, die ja schließlich Teil der Ermittlungsarbeit darstellt, mehrere Privilegien eingeräumt bekommen hätte. Dem empfundenermaßen reservierten Verhältnis zu ihrem Vater hätten vielleicht einige, zur Schau gestellten Reibungsflächen ganz gut getan, denn leider wirkt das Verhalten von Marion Siebach unter den gegebenen Umständen zu unempfindlich, denn schließlich ist ja ihr eigener Vater einem heimtückischen Mord zum Opfer gefallen. Am besten fährt man deswegen vermutlich damit, dass Christiane Krüger erneut mit Erfahrung und Disziplin einen ansprechenden Mittelweg zwischen nett anzusehender Staffage und der immer wieder gerne gesehenen "Derrick"-Stammbesetzung im Bereich der Gastauftritte gefunden hat.


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BeitragVerfasst: 14.03.2016 20:58 
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MARTIN BÖTTCHER - VERAS MELODIE

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Heute mal wieder ein bisschen in die "Derrick"-Materie eingestiegen.
Das Stück aus "Der Täter schickte Blumen" bleibt dabei in Erinnerung.


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BeitragVerfasst: 09.08.2016 22:12 
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● HELGA ANDERS als ROSWITHA MEINECKE in
DERRICK - JOHANNA (D|1974)



Eine junge, hübsche Frau steht an der Music Box. Alles um sie herum scheint sie nicht zu interessieren, solange sie die nächste Münze zum Einwerfen, und den nächsten Drink hat. Als ihr wesentlich älterer Freund auftaucht, bleibt ihre Stimmung jedoch im Keller, denn offensichtlich hat er erneut nicht so funktioniert, wie sie es von ihm verlangt. Schnell wird klar, dass es sich um ein Mordkomplott handelt, welches beiden ermöglichen würde, das Leben zu führen, auf das beide Lust haben. Ohne finanzielle Nöte in den Tag hineinleben, auf bürgerliche Konventionen pfeifen, oder einfach nur die Sau rauslassen können. Roswitha Meinecke hat alles, was Männer anlockt. Ihre empfunden leichtfertige Art lädt zu dem Gedanken ein, dass Phantasien Wirklichkeit werden könnten, doch alles hat seinen Preis. Auch sie. Helga Anders spielt in der zweiten Episode der Kriminalserie "Derrick" eine Figur, die sie vom Prinzip her schon häufiger gegeben hat und bei der Mitte 20jährigen wurde dramaturgisch wieder eine Verjüngungskur vollzogen, der man die 20 Jahre aufgrund ihres Aussehens auch durchaus noch abnimmt. Man betrachtet eine Frau, die mit der modernen und unbefangenen Einstellung einer neuen Generation kokettiert, doch ihr Kalkül erlaubt es ihr nicht, sich mit kleinen Fischen abzugeben. Ihr Liebhaber, ein Habe- und Taugenichts aus dem Bilderbuch, nennt eine gute Partie sein eigen, da er jüngst reich geheiratet hat. Doch die Frau, die Roswithas Mutter sein könnte, stört bei der geheimen Zweisamkeit und dem ausgelassenen Begriff der freien Libido. Helga Anders wählt für diese Rolle wieder einmal ihren speziellen Weg der schwer erreichbaren Emotionen. Sie gewährt dem Zuschauer kein einziges Lächeln, keinen Raum für Sympathien und präsentiert sich als Wurzel allen Übels und das sogar mit vollster Überzeugung.

Man ahnt, dass sie ihren labilen, überaus ungefestigt wirkenden Freund ohne Mittelpunkt lange genug bearbeitet haben wird, bis er anfing zu spuren. Doch dummerweise scheint eine Nebensächlichkeit wie sein Gewissen im Weg zu stehen, um in letzter Konsequenz vorzugehen. Der Mordplan entspricht in seiner Einfältigkeit und dilettantischen Stilrichtung vollkommen der Einstellung von Roswitha Meinecke, eine junge Dame, die sich hauptsächlich auf Instinkte und Intuition zu verlassen scheint. Funktioniert ihr Liebhaber nicht in verlangter Art und Weise, weiß sie ganz genau, wie sie vorzugehen hat. Nicht nur Umgang und Wortwahl verdunkeln sich merklich, sondern was viel mehr zieht ist, dass sie sich im Zweifelsfall offensichtlich sexuell verweigern wird. Ihr Freund Alfred lässt sich mit dieser Sex-Klemme erpressen und manipulieren, sodass das anvisierte Ziel immer näher vor Augen rückt. Helga Anders spielt sehr glaubhaft und unheimlich authentisch, es sieht erneut so aus, als könne sie alles zwischen Klischee und komplexer Mehrfachanforderung auf den Punkt bringen. Blickt man auf die Serie im Ganzen und auf Anders' sieben Rollen innerhalb von 10 Jahren, lassen sich insgesamt ganz besondere Darbietungen ausfindig machen, von denen einige zurecht Klassiker-Status erlangen konnten. Was man nicht vergessen darf ist, dass sie in dieser zweiten Folge zusätzlich gegen einen unglaublich starken Helmuth Lohner, vor allem aber gegen die Übermacht Lilli Palmer in gleich doppelter Potenz anzuspielen hatte, und dennoch einen ebenbürtigen Eindruck angesichts einer Rolle hinterlässt, die formal eigentlich eine untergeordnete Funktion hat. Um es also nochmals zu betonen. Wer Helga Anders in ihren Spielfilmen schätzt, darf auch ruhig einmal einen gezielten Blick in Richtung ihrer Darbietungen im Feld der Kriminalserien richten, denn es könnte höchstwahrscheinlich zu zusätzlichen Offenbarungen kommen.


➥ HELGA ANDERS


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BeitragVerfasst: 21.08.2016 11:10 
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● CHRISTIANE KRÜGER als IRMGARD BECKER in
DERRICK - ZEUGE YUROWSKI (D|1980)



In dieser 74. Folge bekommt man es mit dem bereits zweiten Auftritt von Christiane Krüger in der erfolgreich laufenden Kriminalserie "Derrick" zu tun und zunächst lässt sich schon einmal betonen, dass sich ihr Rollenprofil gesetzt hatte. Dem Empfinden nach spielte sie unzählige Male die Frau in der Grauzone, die dem Zuschauer halb sympathisch und halb verworfen präsentiert wurde. In dieser Episode sieht man Christiane Krüger erneut jenseits des Gesetzes, doch Regie und Dramaturgie verhindern die schnelle Verurteilung durch die berüchtigte Jury namens Zuschauer, denn es steckt ein bisschen mehr hinter dieser Frau, die man daher nicht als gewöhnliche Kriminelle abstempeln möchte. Der rasante Einstieg nach einem Mord und der darauf folgenden Flucht wirft einem Irmgard Becker buchstäblich vor die Füße und es kommt zu der schnellen Demaskierung der Mittäterin, die gleichzeitig williges, oder vielmehr eingeschüchtertes Werkzeug und Opfer eines doppelten Spiels ist. Beruhigt nimmt man zur Kenntnis, dass sie den unfreiwilligen Zeugen Yurowski beinahe hysterisch in Sicherheit bringt, weiß sie doch genau von der Kaltblütigkeit ihrer Komplizen. Christiane Krüger präsentiert sich bei dieser sich bietenden Gelegenheit als Nervenbündel, aber nicht schwächstes Zahnrad dieser Maschinerie, denn sie wird trotz ihrer panischen Angst und Anspannung nicht umkippen. Fast flehend ruft sie Yurowski die Gefahr durch die unbekannten Hintermänner ins Gedächtnis und skizziert die mögliche Kettenreaktion, die ausgelöst werden könnte, wenn Yorowski ihre Identität nicht verschweigt. Wenige Szenen später stellt sich heraus, dass es sich bei Irmgard Becker um seine Sekretärin handelt und am nächsten Tag im Büro kommt es zu einem ernüchternden Wiedersehen, denn trotz Tod, Angst und schwerem Gewissen sieht man eine weitgehend abgebrühte Frau, die versucht, ihre Rolle perfekt weiterzuspielen.

Die interessante Variation dieses Einsatzes entsteht durch die routinierte Darbietung von Christiane Krüger, weil sie vollkommen die Kontrolle behält, dabei aber einen Kontrollverlust zu interpretieren hat. In Alfred Vohrers "Derrick"-Beitrag baut sich die Spannung über die beteiligten Personen auf, die neben Krügers Leistung vor allem über den großartig agierenden Bernhard Wicki aufgebaut wird. Der entstehende Eindruck eines Tauziehens lässt weitere potentielle Opfer vermuten, auch die Drohkulisse der Verbrecher, deren Sprachrohr Irmgard Becker wird, lässt die Luft immer stärker brennen. Bleibt man bei Christiane Krügers Darbietung, so sieht man sich vollkommen auf der verlässlichen Seite. Routiniert, aber auf immer neue Finessen und Variationen bedacht, spielt sie ihre Rolle sehr überzeugend und deutet hier erneut an, warum sie vollkommen zurecht zur festen Stammbesetzung im Bereich der Gäste gehören würde. Vielleicht sollte noch angemerkt werden, dass trotz aller Wiedersehensfreude und Souveränität dennoch der leichte Eindruck entsteht, dass man Christiane Krüger vielleicht zu häufig mit der gleichen Aufgabe betraute, denn eben dieses Rollenmuster sah man bereits in anderen Kriminalserien, oder man sollte sie noch sehen. Einerseits steht dies sicherlich für Verlässlichkeit und das Entscheiden für die absolut sichere Seite, andererseits hätte man sich angesichts der flexiblen Krüger'schen Anpassungsfähigkeit auch hin und wieder mutiger oder mehr weitsichtig einsetzen können. Jedoch stellt sich auch hier wieder einmal heraus, dass es sich bei Christiane Krüger um ein gewissenhaftes Ensemble-Mitglied handelt, das stets für eine hohe Glaubwürdigkeit und einen breiten Wiedererkennungswert steht. Als Irmgard Becker bleibt sie schließlich als eine Art Schlüsselfigur in Erinnerung, deren Pufferfunktion darauf angelegt ist, die drohende Katastrophe zu verhindern. Eine interessante Rolle!


➥ CHRISTIANE KRÜGER


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BeitragVerfasst: 23.08.2016 19:33 
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● HELGA ANDERS als WALTRAUD HEIMANN in
DERRICK - AUF EINEM GUTSHOF (D|1980)



In der "Derrick"-Episode "Auf einem Gutshof" kommt man nicht nur in den Genuss des bereits fünften Auftritts von Helga Anders, sondern außerdem in den einer insgesamt sehr spektakulären Besetzung, die durch Horst Buchholz und Ellen Schwiers ein seltsames Dreier-Gespann bildet. Die Folge startet mit einer unheimlichen und vollkommen schweren Atmosphäre, Unwetter und Dunkelheit scheinen dabei die verheißungsvollen Vorboten für einen unmittelbar bevorstehenden Zwischenfall zu sein. Und tatsächlich lässt der Verlauf sich nicht lange bitten, nachdem die ungleichen Schwestern Waltraud und Marlene kurz durch Anders und Schwiers vorgestellt wurden. Ein Schuss ertönt durch die Nacht und verfehlt das anvisierte Ziel nur um Haaresbreite, so denkt man zumindest anfangs. Kurz darauf folgen die schweren Anschuldigungen des Opfers, sie habe eindeutig ihren eigenen Ehemann als Schützen identifiziert. Was in Theodor Grädlers Folge absolut auffällig erscheint ist die Tatsache, dass bei den Rollenverteilungen variiert wurde, denn vor allem Ellen Schwiers ist vollkommen konträr zu ihrem hinlänglich bekannten Image eingesetzt worden, sodass Helga Anders das Regiment übernehmen wird, was ja sicherlich keine Ausnahme darstellt, hat man sie doch mehrfach in starken Frauenrollen gesehen. Waltraud Heimann, Studentin der Psychologie, präsentiert sich fortan als äußerst unbequeme Gesprächspartnerin, da sie die psychologischen Kniffe der Manipulation Anderer offenbar im Schlaf beherrscht. Sie hinterfragt die Situation erst gar nicht, die beleuchtet nicht die andere Seite der Medaille und versteift sich vollkommen auf die schwerwiegende Behauptung ihrer älteren Schwester, um den Vorgang der Verurteilung zu beschleunigen und perfekt zu machen. Ihre Stärke zeichnet sich dadurch aus, dass sie sich unbeirrbar und im Zweifelsfall auch unerbittlich zeigt, ohne den Willen, Kompromisse einzugehen.

Dieses Naturell verschärft die ohnehin angespannte Situation gegenüber ihrem Schwager, den sie offensichtlich nicht nur als Störfaktor in diesem Vakuum ansieht, sondern ihn als Projektionsfläche für Hass und Verachtung auserkoren hat, vielleicht weil diese neue Allianz, die dem Vernehmen nach erst ein halbes Jahr alt sein soll, einen unkalkulierbaren Kontrollverlust mit sich bringt. Man schaut auf Helga Anders und nimmt eines ihrer unzähligen Gesichter wahr und wundert sich zunächst darüber, dass sie jede Rolle so in sich übergehen lassen konnte. Dieser Eindruck rührt bestimmt aus dem bestehenden Bild der Interpretin her, die trotz niederster Charakterzüge immer noch als Sympathieträgerin identifiziert werden kann. Viele Filme und TV-Produktionen machten sich diese grundeigene Ambivalenz gewinnbringend dienstbar und es ist und bleibt erstaunlich, dass man als Zuschauer immer wieder die gleiche Hingabe unter verschiedenen Voraussetzungen sehen kann. »Die Waltraud, die ist aus Eisen!«, hört man einen Mann beim Verhör durch "Derrick" ankündigen, was gleichzeitig einen nicht ausgesprochenen Hinweis auf die Schwäche der anderen Personen gibt und die damit verbundene emotionale Schraubzwinge mitschwingen lässt. In diesem Zusammenhang besticht Helga Anders erneut im Rahmen ihrer Körpersprache. Man sieht, dass sie ihre Aufgabe sehr ernst nimmt, man wartet auf Regungen, doch sie verzieht keine Miene. Lediglich wenn sie Torpedos auf andere schießt, oder diese mit aller Gewalt beeinflussen will, wird der Ton vehementer, die Mundwinkel ziehen sich nach unten und der Blick wird stechender, sodass ihr jeweiliges Gegenüber erstarrt wie das Kaninchen vor der Schlange. Schließlich spielt sie häufiger ihre Stärke aus, die auf der offenkundigen Schwäche ihres Umfeldes basiert und abschließend darf man sagen, dass Helga Anders wieder einmal eine sehr stichhaltige Interpretation zum Besten gegeben hat, die diese ohnehin atmosphärische 73. Folge ungemein bereichert.


➥ HELGA ANDERS


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BeitragVerfasst: 11.12.2016 20:36 
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● Folge 5 | TOD AM BAHNGLEIS (D|1975)
mit Horst Tappert, Fritz Wepper, Günther Stoll, Hermann Lenschau
Gäste: Peter Kuiper, Mascha Gonska, Günter Strack, Arthur Brauss, Ulli Kinalzik, Erica Schramm, u.a.
hergestellt durch die Telenova Film- und Fernsehproduktion | im Auftrag des ZDF | ORF | SRG
Regie: Alfred Weidenmann



Innerhalb von wenigen Wochen ist es bereits zu drei Morden an jungen, gut aussehenden Frauen gekommen, die von München aus auf dem Nachhauseweg waren. Da die Leichen stets neben den S-Bahngleisen gefunden wurden, geht die Polizei von dem gleichen Täter aus, da Fundort nicht gleichzeitig der Tatort ist. Die Frauen wurden jeweils dort hin getragen, doch das Motiv ist vollkommen unklar. Nach dem letzten Mord berichten Augenzeugen von einem Mann, der sich auffällig verhalten haben soll, was die einzige greifbare Spur für Oberinspektor Derrick und seinen Assistenten Klein darstellt. Durch mühevolle Kleinstarbeit kann das Phantom skizziert werden und man setzt zum entscheidenden Schlag an, allerdings lässt es sich nicht so einfach fassen, wie zunächst angenommen, da es schon sein nächstes Opfer im Visier hat...

Der fünften "Derrick"-Folge "Tod am Bahngleis" liegt ein psychologisches Motiv fernab von Habgier und Bereicherung zugrunde. Unter Routinier Alfred Weidenmann dient die Projektionsfläche Frau mit all ihren Attributen als treibende Kraft für das bestehende Motiv, wenngleich es im Rahmen der begrenzten Spielzeit nicht zu ausufernden Erklärungen kommen kann. Erfahrungsgemäß basiert das Hauptaugenmerk im Unterhaltungssektor aber (glücklicherweise) auch nicht vollkommen auf Freud'schen Erkenntnissen und es kommen recht herkömmliche Kniffe zum Tragen, die vor allem für den Zuschauer greifbar wirken. Ein Mann tötet aus einem diffusen Hass heraus Frauen, und bei den Morden müssen gewisse Grundvoraussetzungen gegeben sein. Attraktiv und vollkommen alleine müssen sie sein, damit der Täter im Schutze der Abgelegenheit und Dunkelheit zuschlagen kann. Um die Perversion seiner Taten zu unterstreichen, bahrt er die leblosen Hüllen am Bahndamm auf, dem Ort seiner täglichen Arbeit. Weidenmann stützt sich auf viele Eindrücke aus dem Arbeitermilieu, in dem zahlreiche bürgerliche Schablonen abgehandelt werden, was letztlich zur empfundenen Glaubwürdigkeit beitragen und letztlich an die Qualitätsvorgaben der vier vorhergegangenen Folgen anknüpfen kann. Die Regie setzt dabei auf ganz gewisse Charakteristika, was erneut etwas vom Servieren auf einem Silbertablett hat, sodass eine Art Diktat zustande kommt, welches in seiner Auffälligkeit eigentlich nicht hätte sein müssen. Einerseits zeigen sich daher ein paar ungünstig konstruierte und peinlich wirkende Momente, die andererseits durch viele günstige Einfälle auf der Habenseite ausgeglichen werden. Zu nennen ist die besonders erdrückende Atmosphäre, wenn der Mörder zuschlägt, beziehungsweise zuschlagen will; auch dessen Zeichnung ist durch Peter Kuipers besonderes Ausdrucksvermögen sehr gelungen.

Bei ihm handelt es sich um einen Einzelgänger, der nicht auseinander halten kann, ob die Leute seiner Umgebung mit ihm, oder über ihn lachen. Leider ist es die zweite Variante, die in der Regel zum Tragen kommt und es stauen sich Frustration und zusätzlicher Hass an. Seine Kollegen suhlen sich in anzüglichen Kommentaren und deklarieren ihn scherzhaft gerne zum Sexprotz, der allerdings weit davon entfernt ist. In Bars und Nachtlokalen sieht man ihn als klassischen Voyeur, der sich naturgemäß nicht in den Radius von unerreichbaren Frauen traut. Wenn er es tut besteht die Gefahr, dass sie den nächsten Tag nicht erleben. In Andeutungen bekommt der Zuschauer das Motiv der schweren Kindheit vor die Füße geworfen, denn seine eigene Mutter ist offensichtlich eine alte Nutte, die ihre Bekanntschaften ebenfalls in Bars aufzutreiben versucht. Im Gespräch mit dem späteren Mordopfer kommt es zu vielen Eindrücken, die unangenehm und peinlich berühren und es ist Peter Kuiper zuzuschreiben, dass die Figur des Hugo Hase so ausgezeichnet funktioniert. Als er die Tochter seines Vorarbeiters kennenlernt, scheint alles anders zu sein. Die von Mascha Gonska gespielte Kumpel-Type nimmt ihn offen so an, wie er ist, ohne Vorbehalte und ohne Vorurteile. Eine Paraderolle für die sympathische Schauspielerin, die noch in potentielle Gefahr geraten wird. Weitere stichhaltige Auftritte liefern Art Brauss oder Günter Strack und die Interpreten tragen einen Löwenanteil dazu bei, dass die Skizze des Milieus so hervorragend funktioniert. Hugo wird trotz seines eigenartigen Verhaltens akzeptiert, denn er profiliert sich über Stärken, die gut ankommen, wenn er beispielsweise beim Kegeln zum Top-Scorer wird oder als Spaßvogel herhält. Der Zuschauer ahnt allerdings, dass es sich nur um eine tickende Zeitbombe handelt, was man in Kuipers Augen ablesen kann und weil eine Umarmung und ein Kuss alles schlagartig verändern.

Die Regie legt den Fokus beinahe vollkommen auf seine Hauptfigur, durchleuchtet die Gründe für Mord und Verbrechen vage, aber stützt sich vornehmlich auf gegenwärtige Geschehnisse und entgleisende Emotionen. Bei Hugo kann man buchstäblich den Moment des Austickens miterleben, sodass man es im "Derrick"-Orbit mit einer Figur der beunruhigenderen Sorte zu tun bekommt. Da die Serie in ihren Anfängen noch nicht auf Whodunit angelegt war, erlebt man die Einzelheiten mit. Hierbei kommt es zu sehr atmosphärischen und eindringlichen Schilderungen vor und während dem Mord, Weidenmann gelingt es, albtraumhafte Strecken zu fabrizieren. Es entsteht eine latent vorhandene Spannung, da man den Eindruck vermittelt bekommt, dass jederzeit etwas passieren könnte und man fängt förmlich an, darauf zu warten. Überraschend ist das Finale der fünften Episode, da es in einem tödlichen Befreiungsschlag gipfelt, den man nicht unbedingt erwartet hätte. Die Ermittlungsarbeit gestaltet sich klassisch, teilweise rasant und nachvollziehbar, Horst Tappert und Fritz Wepper legen bereits eine Routine und Souveränität an den Tag, die recht beeindruckend wirkt. Mühsam werden Bruchstücke des Falles zusammen getragen, bis es zu ersten Ergebnissen kommen kann. Der Zuschauer fiebert natürlich mit den ermittelnden Figuren mit, da das Gespür verbreitet wird, dass es sich um einen klassischen Wettlauf mit der Zeit handelt. Zu viele unschuldige oder sympathische Personen könnten die potentiellen Opfer sein, daher ist eine merkliche Spannung vorhanden, die der Folge Nummer 5 sehr gut steht und man es im Endeffekt mit einer gelungenen Arbeit zu tun bekommt. "Tod am Bahngleis" bietet schlussendlich ein packendes Gesamtpaket zwischen populären und klassischen Themen, in dem vor allem die fulminante Darbietung eines überaus ungemütlich wirkenden Peter Kuiper hervorsticht.


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BeitragVerfasst: 12.12.2016 20:37 
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MASCHA GONSKA als HANNELORE GREISER in
DERRICK - TOD AM BAHNGLEIS (D|1975)



Zwischen 1975 und 1978 brachte es Mascha Gonska auf vier Auftritte bei "Derrick" und der Grundstein wurde mit "Tod am Bahngleis gelegt". Die Schauspielerin war dabei in sehr unterschiedlich angelegten Rollen zu sehen und hier erlebt man sie so, wie sie hauptsächlich in Erinnerung geblieben ist. Einerseits kann sie als sympathischer Kumpel-Typ wahrgenommen werden, andererseits allerdings auch als junge Frau, die aufgrund ihrer unkomplizierten Attitüde und der Natürlichkeit noch verführerischer wirkt. Als Hannelore Greiser spielt sie eine Person des bürgerlichen Milieus und es ist auffällig, dass sie ganz offensichtlich keinerlei Berührungsängste kennt und offen auf jeden zugeht. Hierbei lässt sich jedoch überhaupt keine Leichtfertigkeit erkennen, sondern die Basis stellt sich ganz einfach aus Vertrauen und einer gewissen, normalerweise gesunden Naivität zusammen, die Männer noch mehr reizt, vor allem aber den gespenstisch wirkenden Mörder des Szenarios, Peter Kuiper. Ihr gerne gegebenes Lächeln verzaubert den von Zwängen zerfressenen Mann und es scheint, als ob er überhaupt nicht wüsste, wie ihm geschieht. Die Freundlichkeit und der aufrichtige, normale Umgang, der ausnahmsweise einmal nicht auf seine Schwächen ausgelegt ist, lassen sie in einem hellen Licht erstrahlen, doch eben aus diesen Gründen wird Hannelore schnell in einer Art und Weise glorifiziert, die sie entgegen ihrer Natur unerreichbar werden lässt. Mascha Gonska spielt hier ihre besonderen Fähigkeiten klassisch aus und die Sympathieträgerin der ersten Wahl manövriert sich unwissentlich in große Gefahr, da sie es einfach mit einem Geisteskranken zu tun bekommen wird. Dies wird deutlich, als sie in einer Szene ihren Freund mit einer Umarmung und einem Kuss begrüßt. Der Blick von Kuiper verrät, dass sie nun ihr Todesurteil unterschrieben hat, falls die Polizei ihn nicht vorher dingfest machen kann.

Dies versetzt den Zuschauer zusätzlich in erhöhte Alarmbereitschaft. Generell stellte es sich ja stets als gut greifendes Stilmittel heraus, wenn besonders charmante Protagonisten und Personen plötzlich in tödliche Gefahren geraten und Mascha Gonska arbeitet die Ursache zum bedingungslosen Mitfiebern besonders akribisch heraus. Sie lässt Nähe zu, man bemerkt nicht eine einzige niedere Charaktereigenschaft, was im Endeffekt vielleicht ein wenig ungeschliffen klingen mag, hier aber wie ein Motor wirkt. Der Mörder nimmt sie schließlich ins Visier und diese Szenen, bei der Verfolgung auf dem dunklen Waldweg, sorgen für sehr atmosphärische Momente und Hochspannung. Plötzlich kommt die bereits erwähnte Naivität zum Vorschein, da sie erleichtert reagiert, als sie ihrem potentiellen Mörder gegenübersteht. Zuvor hat man etliche Szenen wahrnehmen können, in denen ihre Ausgelassenheit sehr anziehend gewirkt hat. Ob in der Kneipe, beim Kegeln oder beim Tanzen, Mascha Gonska wirkt so unheimlich natürlich und lebensfroh, dass es eine wahre Pracht ist, ihr dabei zuzuschauen. Optisch gesehen sieht man die aparte Darstellerin eigentlich so, wie man sie kennt. Ihre Kleidung vermittelt hier beispielsweise wenig Extravaganz, sodass gleichzeitig verraten wird, dass sich die sehr bodenständig wirkende Frau generell mit keinen Kapriolen oder Selbstinszenierungen interessant zu machen versucht, denn sie ist es ohnehin. Das leichtfüßige Spiel von Mascha Gonska bereichert diese Folge in vielerlei Hinsicht und stellt daher ein wichtiges Bindeglied zwischen gespielter Realität und Wahnsinn dar. Durch sie kommt die Frage erst auf, ob sich der Mörder quasi kurieren lässt, oder weiter seinem tödlichen Impuls nachgehen wird. Insgesamt handelt es sich unterm Strich um eine der interessantesten Interpretationen von Mascha Gonska bei "Derrick", was die Vorfreude auf weitere Auftritte hier und da selbstverständlich erheblich steigert.


➥ MASCHA GONSKA


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BeitragVerfasst: 28.01.2017 13:02 
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WALDWEG
Deutsche Erstausstrahlung: So 20.10.1974 ZDF

Regie: Dietrich Haugk
Drehbuch: Herbert Reinecker
Musik: Peter Thomas
Kamera: Manfred Ensinger


In der Nähe eines Waldwegs wird der leblose Köper einer jungen Frau gefunden. Bei der Toten handelt es sich um Ellen Theiss, eine Internatsschülerin. Oberinspektor Derricks erste Anlaufstelle ist das (in der Nähe des Tatorts angesiedelte) Internat, das Ellen besuchte.

Die erste, im TV ausgestrahlte (!) Derrick Episode, WALDWEG, macht uns ratzfatz mit den (anfänglichen) Prinzipien dieser deutschen Krimi- bzw. Polizeiserie vertraut. WALDWEG ist kein klassischer Whodunit-Thriller. Der Mörder ist dem Zuschauer von Anfang an bekannt, da er Zeuge der Tat ist. Das bedeutet nicht, dass dem „Teil“ die Spannung abgehen wird, ganz im Gegenteil. Die Mitwisserschaft gestaltet sich für den Rezipienten - dank Wolfgang Kielings hervorragendem und zugleich beängstigendem Spiel - als äußerst unbequem. Wolfgang verkörpert die Rolle des Lehrers (und Mörders) Manger. Und wenn Derrick das Heim des Dozenten aufsucht und dort auf ihn und seine Mutter trifft, dann kann man ein vorzügliches Zusammenspiel zwischen Wolfgang Kieling („…schenk mir ein, Mama!“) und Lina Carstens beobachten.

WALWEG ist ein kleiner Quell von unsympathischen Charakteren. Herbert Bötticher als (Lehrer) Herr Dackmann, der alte Lüstling, der auf 17 bis 19jährige abfährt. Karl Lieffen als (Lehrer) Herr Sparke, ein Überbleibsel der 1933er Riege und Walter Sedlmayr als ebenfalls stramm rechts wirkender Kioskbesitzer. Der Knuffel geht an Klaus Höhne als Hausdiener Herr Dirks, einfach köstlich der Mann.

„Ich bin schuld!“ (Inge Behrwald)
„Ach was! Delon ist schuld!“ (Derrick)

Horst Tappert mimt als Oberinspektor Stephan Derrick, einen Ermittler der stillen Sorte, der stets (s)einen beiläufigen Wortwitz einbringt. Zudem setzt der Regisseur, Dietrich Haugk, auf eine beinahe zynische Szene in der er den Oberinspektor gemeinsam mit dem Mörder (als Reiseleiter) das Gelände abgehen - und den Mord rekonstruieren lässt.

Fazit: Obwohl der Täter von Anfang an bekannt ist, gelingt es Haugk einen durchweg spannenden und teils unbequemen Kriminalfall zu präsentieren.



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BeitragVerfasst: 31.01.2017 15:10 
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Prisma hat geschrieben:
Folge 3: STIFTUNGSFEST (1974)
Siegfried Lowitz vermittelt die hochgradige Verzweiflung ausgezeichnet. Als dann auch noch Irenes Vater auftaucht, den Ulrich Haupt spielt, und der die Beteiligten über jeden Verdacht erhebt, sieht man ihn immer wieder kurz vor dem Zusammenbruch.


Ich bin absolut begeistert. Was der Siegfried da abzieht: ist grandios. Die Verzweiflung des August Bark war (ist) in jeder Sekunde greifbar.

Prisma hat geschrieben:
DERRICK - JOHANNA (D|1974)
Was man nicht vergessen darf ist, dass sie in dieser zweiten Folge zusätzlich gegen einen unglaublich starken Helmuth Lohner, vor allem aber gegen die Übermacht Lilli Palmer in gleich doppelter Potenz anzuspielen hatte, und dennoch einen ebenbürtigen Eindruck angesichts einer Rolle hinterlässt, die formal eigentlich eine untergeordnete Funktion hat.


Angesichts ihrer eher kleinen Rolle (Helga Anders), ist ihre Wirkung schon beachtlich. Auf einen direkten Vergleich mit den komplexen Rollen von Lilli Palmer und Helmuth Lohner sollte man verzichten, da kann Frau Anders nur verlieren.

Prisma hat geschrieben:

Folge 4: MITTERNACHTSBUS (1975)
Mit "Mitternachtsbus" schickte Theodor Grädler eine sehr beeindruckende Episode ins Rennen, die besonders durch ihre, auf der einen Seite Hinterhältigkeit, und auf der anderen Seite Hilflosigkeit hervorsticht. Besonders bestürzend erscheint hier nicht nur die perfide Tat, sondern auch die Ausweglosigkeit der Situationen, in denen sich viele Beteiligte befinden. Zurück bleibt eine unbehagliche und nachdenkliche Grundstimmung. [/align]


Nicht ganz ohne. Ein Dorf, ein geistig Behinderter, viele Arschlöcher, ein skrupelloser Wirt.

Prisma hat geschrieben:

Im Tauziehen zwischen Not und Tugenden scheint Erstgenanntes die große Übermacht zu sein, doch Derrick setzt schließlich auf menschliche oder soziale Kompetenzen und lässt die Falle unerbittlich zuschnappen. Manche mögen das Finale am See vielleicht beeindruckend gefunden haben, mir hat dieses Gebräu aus Impulsivität, Aggression und Verachtung, das Derrick an den Tag gelegt hat, jedenfalls nicht sonderlich geschmeckt, beziehungsweise überhaupt nicht imponiert. Die Gerechtigkeit wird schließlich auch in Folge vier siegen, weil der Wirt die Rechnung ohne Derrick gemacht hat.[/align]


Derrick stand ca. 15 Minuten vor dem Finale schon ungemein unter Strom, ein Wunder das er dem Wirt (Werner Kreindl spielt hervorragend) nicht an die Gurgel geht. :lol: Es war nur eine Frage der Zeit wann der Mann aufdreht. Was widerum die menschliche Seite des Oberinspektor Derrick vermittelt, denn (auch für ihn) lässt sich scheinbar nicht alles mit Sarkasmus und Spitzfindigkeit verarbeiten.

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BeitragVerfasst: 03.02.2017 14:28 
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Episode 8: ZEICHEN DER GEWALT

Ungewöhnlich viel Action. Mit Raimund, Sybil und dem "Schweizer" bzw. dem "blurünstigen Hunnen" vorzüglich besetzt.

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BeitragVerfasst: 04.02.2017 13:29 
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Derrick, Episode 10
Hoffmanns Höllenfahrt


Ingrid Steeger, Klaus Löwitsch, Judy Winter. Eine Müllhalde, ein kleiner Ogroff. Teils depressiv, teils düster. Ein absolutes Highlight.



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BeitragVerfasst: 05.02.2017 13:06 
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sid.vicious hat geschrieben:
Obwohl der Täter von Anfang an bekannt ist, gelingt es Haugk einen durchweg spannenden und teils unbequemen Kriminalfall zu präsentieren.

Dietrich Haugk bringt es in der Menge ohnehin auf viele überdurchschnittliche Beiträge, unter denen sich auch viele hervorragende befinden. Das beschränkt sich natürlich nicht nur auf "Derrick", sondern gilt im Besonderen auch für "Der Kommissar" und "Der Alte". Anfangs war ich durch den fehlenden Whodunit eher skeptisch bei "Derrick", aber wegen der spannenden und hochwertigen Inszenierungen bekommt man mindestens so viel Spannung angeboten, wie bei Folgen, in denen es um Täterraten geht, wenn nicht noch mehr. "Waldweg" ist ein richtiger Klassiker, was viele Gründe hat, wie beispielsweise die besonders gelungene Einführung des Ermittlerduos, Wolfgang Kieling, dessen Aura beunruhigend ist, und seine Lebensstrukturen bemitleidenswert wirken, auch der Kriminalfall ist gut durchdacht; einfach nur super!


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BeitragVerfasst: 05.02.2017 13:26 
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sid.vicious hat geschrieben:
Episode 8: ZEICHEN DER GEWALT

Diese Folge sicherlich eine der extravagantesten der deutschen Kriminal-Landschaft. Nicht etwa, weil sich die Geschichte raffinierter als andere präsentiert, denn der Fall ist eigentlich herkömmlich. Auch nicht, weil es diesen ungewöhnlich hohen Action-Anteil gibt. Die Brisanz von "Zeichen der Gewalt" fußt vornehmlich auf den intensiven Leistungen von Raimund Harmstorf und Sybil Danning. Selten hat in einer deutschen Kriminal-Serie so viel purer Sex in der Luft gelegen und das noch nicht mal vordergründig auf rein spekulativer Basis, oder auf die reine Zweckmäßigkeit reduziert. Nein, hier knistert es pausenlos und die Luft brennt; ein interessanter Klebstoff für diese Folge. Da braucht man sich erst gar nicht solche Dinger wie beispielsweise "Siegfried und das sagenhafte Liebesleben der Nibelungen" anzusehen, in dem sie sich ja auch gemeinsam von ihrer triebigen Seite präsentieren. Da hat die diese achte Episode wesentlich mehr zu bieten, wesentlich mehr Atemberaubendes. Für mich wäre die Krönung ja Marisa Mell in der Rolle der Irina Hausmann gewesen, eine Idee, die natürlich bei Dannings Strip-Show entstanden ist. Naja, sowohl Mell als auch Danning waren aber schließlich beide mit derartigen Aufgaben sehr gut vertraut. :lol:


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 Betreff des Beitrags: Re: DERRICK - TV-SERIE - Herbert Reinecker u.a.
BeitragVerfasst: 05.02.2017 23:28 
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Marisa Mell wäre für die Rolle der Irina Hausmann eine ganz heiße Kandidatin.

Wenn Soledad Miranda nur nicht so früh verstorben wäre. Wer weiß wo wir sie noch überall hätten sehen dürfen.

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 Betreff des Beitrags: Re: DERRICK - TV-SERIE - Herbert Reinecker u.a.
BeitragVerfasst: 05.02.2017 23:38 
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sid.vicious hat geschrieben:
Wenn Soledad Miranda nur nicht so früh verstorben wäre. Wer weiß wo wir sie noch überall hätten sehen dürfen.

Bei Jess Franco sicherlich noch in unzähligen Filmen, aber ins deutsche TV hätte sie es wohl eher nicht geschafft.
Da hätte der Spaß bei den empfindlichen Zuschauern vielleicht irgendwo aufgehört.
Es sei denn, Franco hätte selbst inszeniert...
Auch ein netter Gedanke, wie mir gerade auffällt! 8-)


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