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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Betreff des Beitrags: Re: ONLY GOD FORGIVES - Nicolas Winding Refn
BeitragVerfasst: 30.07.2013 21:34 
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Im Umkreis von gut 100 Km läuft der bei mir nirgens ! :( :cry:

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 Betreff des Beitrags: Re: ONLY GOD FORGIVES - Nicolas Winding Refn
BeitragVerfasst: 30.07.2013 23:41 
Gerade gesehen.

Keine charakterliche Tiefzeichnung, keine Erklärungen, sondern ein spannendes Bilderbuch von ungeheurer Ausdruckskraft und Atmosphäre.
10/10
Mehr muß man zu dem Film gar nicht sagen.

Der Italo weiß schon was gut ist. Die Blu-ray wandert in die Sammlung.


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 Betreff des Beitrags: Re: ONLY GOD FORGIVES - Nicolas Winding Refn
BeitragVerfasst: 31.07.2013 10:47 
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italo hat geschrieben:
Der Italo weiß schon was gut ist. Die Blu-ray wandert in die Sammlung.

Ich glaube, deine Bescheidenheit ist dein einziger Fehler, oder? ;)
Aber der Film ist wirklich geil.

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 Betreff des Beitrags: Re: ONLY GOD FORGIVES - Nicolas Winding Refn
BeitragVerfasst: 31.07.2013 11:02 
Lesotho hat geschrieben:
Ich glaube, deine Bescheidenheit ist dein einziger Fehler, oder? ;)
Aber der Film ist wirklich geil.



Besondere Filme hebe ich gerne besonders hervor.
Am liebsten stürze ich mich auf Filme, die "keiner gekannt hat" oder auf Filme, die die Leute aufgrund einer fehlenden Synchronisation (Mariale) ablehnen. Das hat mit meiner Filmleidenschaft zu tun.
Ich brauche die Menschen nicht von SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD zu überzeugen,
sondern gehe lieber an die vergessenen und unbekannten Meisterwerke ran.
Wenn dann der ein oder andere darauf anspringt und ein besonderes Filmerlebnis hat, freue ich mich wie wahnsinnig darüber.
Only god forgives läuft in den Kinos fast ohne Zuschauer aber er hat Aufmerksamkeit verdient.
Für mich ist der Film ein prächtiger Bilderbogen, der fürs Kino wie geschaffen ist.
10/10


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 Betreff des Beitrags: Re: ONLY GOD FORGIVES - Nicolas Winding Refn
BeitragVerfasst: 31.07.2013 11:51 
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italo hat geschrieben:
Für mich ist der Film ein prächtiger Bilderbogen, der fürs Kino wie geschaffen ist.

Sehe ich auch so. Weswegen ich Refns Interview-Line mit dem "...Film für YouTube-Generation konzipiert..." nicht ernst nehmen kann.
Noch mal (ich mach mal den Italo): Der Film muss im Kino gesehen werden. Größte Leinwand und lautester Sound. Dann wir es ein Rausch!!!


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 Betreff des Beitrags: Re: ONLY GOD FORGIVES - Nicolas Winding Refn
BeitragVerfasst: 31.07.2013 12:25 
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@italo: du hast mich ja auch von ICH HABE SIE GUT GEKANNT überzeugt. So ist z. B. mein liebster Giallo neben DEEP RED ist FOOTPRINT ON THE MOON mit Florinda Bolkan - sicher einer der unbekannteren und untypischeren, aber ich kann verstehen, dass dir gerade viel an den versteckten "Perlen" liegt. Geht mir ähnlich!

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 Betreff des Beitrags: Re: ONLY GOD FORGIVES - Nicolas Winding Refn
BeitragVerfasst: 31.07.2013 13:25 
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italo hat geschrieben:
Ich brauche die Menschen nicht von SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD zu überzeugen,
sondern gehe lieber an die vergessenen und unbekannten Meisterwerke ran.


Lieber Italo in diesem Sinne (und da dir ONLY GOD FORGIVES ja gut gefallen hat) möchte ich dir (!) ein unbekanntes (Meister-) Werk ans Herz legen -
BEYOND THE BLACK RAINBOW. Ich finde, der schlägt in eine ähnliche (nicht die gleiche) Kerbe und könnte dir gut gefallen. Entweder hasst du ihn, wie AMER, oder du magst ihn auch. Ich persönlich fand ihn wirklich ziemlich gut.

Bei Interesse schicke ich dir mal die US Blu-Ray (vorausgesetzt du kannst Code A abspielen).

;)


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 Betreff des Beitrags: Re: ONLY GOD FORGIVES - Nicolas Winding Refn
BeitragVerfasst: 31.07.2013 15:13 
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Ich hab Urlaub - und sowas kommt dann dabei heraus :mrgreen:

Achja: Spoilerwarnung!


Only God Forgives

Refns Film beginnt stark, die stilisierte Art in Verbindung mit der gelungenen Tonkulisse wussten zu gefallen. Doch mit zunehmender Spieldauer macht es einem der Film immer schwerer. Ich bin sehr zwiegespalten…

Die Geschichte ist bewusst einfach gehalten, auf das Notwendigste reduziert. Auch die Dramaturgie folgt stets den üblichen Genremechanismen. Rache ist Blutwurst. Familienbande. Unorthodoxe Polizeimethoden als Gegenstrategie. Auf den genreüblichen Wegen blättert sich eine spannungslose Geschichte dem Betrachter auf, die auch das Ende durch Goslings Traum sowie die oftmalige Konzentration der Kamera auf seine Hände überdeutlich vorwegnimmt. Die narrative Ebene liegt demnach nicht im Zentrum des Interesses, sondern dient lediglich als Aufhänger, als Korsett für etwas Anderes, Entscheidendes. Nur…für was?
Die Charaktere sind archetypisch angelegt: Der stoische Cop. Die prollige Mutter. Lediglich dem Zweitgeborenen wird etwas Entwicklung zugestanden, wenn man seine Handlungsweise letztlich als Aufbegehren und damit auch Emanzipation von der übergroßen Mutterfigur deuten möchte. Vielschichtige, und damit interessante Figuren hat der Film für mich jedoch nicht zu bieten.
Bleibt die visuelle Ebene: Zeitlupe, Farbfilter, Zeitlupen, einige Auf- und Untersichten, mehr Zeitlupen, vereinzelt kontrapunktische Lichtsetzung, noch mehr Zeitlupen. Erst einmal kann Refns Werk als Gegenentwurf zu einem Großteil des aktuellen Hollywoodkinos gesehen werden: dort wo vieles in hektischer Betriebsamkeit vor sich geht, die Actions- und Effektsequenzen die Dramaturgie bestimmen, darauf hoffend, dass dem Publikum vor lauter lautem Getöse, Gerenne, Geschreie und aller gehetzten, hektischen Inszenierung bloß nicht die Banalität und Leere der Story auffällt. Doch was steckt hinter den entschleunigten, zeitlupengeschwängerten Bildern in „Only God Forgives“?
Eine Zeitlupe dehnt bekanntermaßen die Zeit im Rahmen der Filmerzählung, und erlaubt es dem Regisseur, mehr Informationen zu geben, als dies in Realzeit möglich wäre. Mehr Details zum Geschehen, mehr zur Übersichtlichkeit, aber auch mehr zu den Charakteren, deren Regungen und Befindlichkeiten. Doch wenn weder die minimalistische, genretypische Geschichte noch die eindimensionalen Charaktere Refns Zeitlupen-Overkill mit Bedeutung ausstatten können, sind sie dann nicht ebenso leer und selbstreferentiell? Stil über Substanz? Stil als Substanz? Stil und des Stils Willen?
Hier meine ich den Punkt ausgemacht zu haben, an dem der Film sein Publikum spalten wird…
Ist Refn vor lauter Stilwillen zum selbstverliebten Egowichser geworden? Teilt er damit das Schicksal seines Regiekollegen Gaspar Noe, dem er u.a. im Abspann dankt? Noe hat mit „Irreversibel“ gezeigt, wie durch simple narrative Kniffe und visuelle Überwältigungsstrategien ein „Kino der Selbsterfahrung“ erreicht werden kann, bei dem die Story nicht viel mehr als die Rahmenbedingung für das Zuschauerexperiment darstellt. Und genau dieser Noe war es, der sich mit seinem Opus Magnum (?)„Enter the Void“ auf spirituell-esoterische Wege begab, doch sein Stilprinzip der stetig entfesselten Kamera als subjektive Seelenwanderung im dramaturgisch-selbstverliebten, überlangen Nichts endete. Ist also auch „Only God forgives“ nur eine überlange, nichtssagende, optisch hübsch aufgeblasene Banalität?
Oder bedeuten gerade die emotionslosen Gesichter der Brüder und des Polizisten exakt DIE Aussage des Films? Sind diese Figuren nicht vielmehr auch deswegen so eindimensional, weil sie sich am Ende eines langen Kampfes, ihrer Beschäftigung mit sich selbst, ihren Lebenszielen, ihrer Lebensrealität, ihrer evtl. begangenen Taten, ihrem Milieu und ihrer selbst prognostizierten Zukunftsaussichten befinden. Dies ist spekulativ und rein den Projektionen der Zuschauer überlassen, deutlich macht Refn jedoch das Entscheidende seines Films: Sie alle sind an einem toten Punkt ihrer Entwicklung angekommen und nehmen ihre selbst auferlegte Rolle an. Sie handeln nach einer inneren Agenda, einer gereiften Überzeugung – und sie tun dies konsequent. Ohne Ausflüchte. Ihnen ist klar: Nur Gott vergibt!
Der ältere Bruder begeht gezielt den Tabubruch und nimmt beabsichtigt noch vor Ort seine Strafe entgegen. Konsequent. Der Polizist geht rigoros, brutal und außerhalb der Gesetzlichkeit gegen die Kriminellen vor, der Zweck heiligt auch bei ihm die Mittel. Er vollzieht dies ohne spürbare Lust, noch ohne Ekel vor sich selbst. Er funktioniert. Konsequent. Damit erklärt sich auch die fehlende Emotionalität in seiner Körpersprache, sein aufgesetzt gestelzter Gang. Als er zu Beginn des Films an den Tatort kommt, schaut er in das Gesicht des Täters und erkennt die konsequente Agenda seines Gegenübers. Die oben beschriebene, emanzipatorische Charakterentwicklung des jüngeren Bruders kann ebenso gedeutet werden als en Weg der Erkenntnis seiner eigenen Rolle in Abhängigkeit seiner existierenden Möglichkeiten. Die Hassliebe zu seiner Mutter führt zu seiner gewählten Agenda. Als er den Polizisten fragt, ob er kämpfen möge, mustert dieser ihn und erkennt, ohne die Gründe dafür zu wissen, dass er seine selbst auferlegte Bestimmung gewählt hat und beginnt, diese in die Tat umzusetzen. Der jüngere Bruder weiß jedoch auch um die unvermeidliche Folge seines Handelns – und nimmt diese am Schluss des Films hin. Konsequent.
Als Gegenpol zu diesen Figuren ist die Mutter angelegt, die ihre eigene, unvermeidliche, Agenda nicht gefunden hat – oder aber nicht dazu stehen kann. Die sucht nach Ausflüchten. Zuerst einmal im Kleinen hinsichtlich der Gründe für ihren diagnostizierte Neid des jüngeren auf den älteren Bruder, für den sie u.a. sogar akuten Penisneid heranzieht. Hier ringt sie sich im Verlauf des Films zu ihrer eigenen, ehrlichen Agenda durch („ Ich werde dich nie verstehen… Du bist einfach anders.“). Im Großen gelingt ihr dies nicht: Als Drogenboss ist ihre mögliche Konsequenz noch zu abstrakt, zu weit hergeholt, zu viele Wächter und Gefolgsleute stehen dem Gedankengang vlt. im Weg. Auch als sie den Auftrag gibt, ihren Sohn zu rächen, kann sie die Konsequenz ihres Befehls aufgrund ihres Unwissens um die Person des Polizisten noch nicht erkennen. Mit diesem Wissen jedoch will sie die nun unvermeidbare Konsequenz für sich nicht wahrhaben und sucht bis zuletzt Ausflüchte und stirbt daher unter Todesangst.
Wie die meisten seiner Charaktere, so folgt auch Refn mit dem Film seiner eigenen Agenda. „Only God Forgives“ ist minimalistisch, hypnotisierend und schön anzuschauen – und hat als Inhalt nur seine Message. Konsequent. Und ich glaube, er weiß, im übertragenden Sinne wie die beiden Brüder im Film, auch um die Schattenseite, quasi um die Konsequenz seiner gewählten Konsequenz: Für viele Betrachter wird der geringe Inhalt keinen 90-minütigen Film tragen.

Was also ist „Only God Forgives“? Konsequent-minimalistisches, gelungenes Arthousekino oder ein repetitives, künstlich aufgebauschtes Stückchen Langeweile?

Ich habe mich entschieden: Er ist beides! :)


Zuletzt geändert von marc666 am 31.07.2013 20:20, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: ONLY GOD FORGIVES - Nicolas Winding Refn
BeitragVerfasst: 31.07.2013 15:38 
Lesotho hat geschrieben:
@italo: du hast mich ja auch von ICH HABE SIE GUT GEKANNT überzeugt. So ist z. B. mein liebster Giallo neben DEEP RED ist FOOTPRINT ON THE MOON mit Florinda Bolkan - sicher einer der unbekannteren und untypischeren, aber ich kann verstehen, dass dir gerade viel an den versteckten "Perlen" liegt. Geht mir ähnlich!



Übrigens ist FOOTPRINTS wohl mein Lieblings Giallo überhaupt. Das ist der ICH HABE SIE GUT GEKANNT unter den Gialli.


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 Betreff des Beitrags: Re: ONLY GOD FORGIVES - Nicolas Winding Refn
BeitragVerfasst: 31.07.2013 15:40 
Logan5514 hat geschrieben:
Lieber Italo in diesem Sinne (und da dir ONLY GOD FORGIVES ja gut gefallen hat) möchte ich dir (!) ein unbekanntes (Meister-) Werk ans Herz legen -
BEYOND THE BLACK RAINBOW. Ich finde, der schlägt in eine ähnliche (nicht die gleiche) Kerbe und könnte dir gut gefallen. Entweder hasst du ihn, wie AMER, oder du magst ihn auch. Ich persönlich fand ihn wirklich ziemlich gut.

Bei Interesse schicke ich dir mal die US Blu-Ray (vorausgesetzt du kannst Code A abspielen).

;)



Code A kann ich leider nicht abspielen.
Übrigens erzählt GOD FORGIVES eine Geschichte alleine mit seinen Bildern. AMER macht einfach gar keinen Sinn, weder Story noch sonst was. Das ist der Unterschied.


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 Betreff des Beitrags: Re: ONLY GOD FORGIVES - Nicolas Winding Refn
BeitragVerfasst: 31.07.2013 16:10 
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italo hat geschrieben:
AMER macht einfach gar keinen Sinn, weder Story noch sonst was. Das ist der Unterschied.

Gut, die wiederum hätte der genannte BEYOND.... . Mal sehen, vielleicht ergibt sich da ja noch was!


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 Betreff des Beitrags: Re: ONLY GOD FORGIVES - Nicolas Winding Refn
BeitragVerfasst: 31.07.2013 18:20 
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italo hat geschrieben:
Code A kann ich leider nicht abspielen.

Hä? Hast du nicht so n umgeflashten Toshi?

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 Betreff des Beitrags: Re: ONLY GOD FORGIVES - Nicolas Winding Refn
BeitragVerfasst: 31.07.2013 20:59 
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So, jetzt komme ich auf direktem Weg aus dem Kino, und weiss den Film auch noch nicht so recht einzuordnen. Die Bilder, die Musik, die Schauspieler, der Eindruck den der Film macht. Ganz groß, der Eindruck, so wie man eine wunderschöne Frau gerne anschaut, ohne zu wissen ob da noch was dahinter steckt, aber man ist beeindruckt.

Es geht mir ähnlich wie Marc666, die Handlung war vielleicht etwas dürftig, aber wenn ich so großen Wert auf Handlung lege, warum schaue ich mir nach Valhalla Rising (der mir sehr gut gefallen hat) noch mal einen Refn an? Auch bei Drive war die Handlung nicht der springende Punkt, gute Driver-Genre-Geschichten hole ich mir eher bei Walter Hill. Was fasziniert mich so sehr, dass es jetzt dieses Jahr bereits der dritte gesehene Refn-Film war?

Ich weiss es nicht. Ich weiss, dass dies einer der finstersten und humorlosesten Filme die ich je gesehen habe. Das ist positiv gemeint, und ich habe länger suchen müssen um rauszufinden wann ich das letzte Mal vor einem so finsteren Film saß, nämlich vor einem Jahr die Red Riding Trilogie. Menschen, die vollkommen leer zu sein scheinen, die nur noch agieren weil es von ihnen erwartet wird, aber nicht weil sie etwas bewegen wollen. Die sich nicht bewegen sondern, wie Marc666 so richtig schreibt, an einem toten Punkt in ihrer Entwicklung angekommen sind. Gosling bringt das in OGF immer wieder auf den Punkt, wenn er sich auf irgendwelchen Sofas in austauschbaren Clubs herumlümmelt und darauf wartet dass die Zeit vergeht. Die Leere und Gleichgültigkeit, die er dort transportiert, ist erschreckend. Und so intensiv, dass sie auf den Zuschauer abfärbt.

Definitiv ein Film zum mehrmals Schauen. Und keiner, der sich beim ersten Mal öffnet, sondern erst beim dritten oder vierten Anschauen langsam seine Geheimnisse beginnen wird preiszugeben. Vielleicht ist dies der Grund sich über den Film so viele Gedanken zu machen - das Wissen, dass da noch mehr ist, es aber noch nicht greifbar ist. In diesem Fall weiss ich auch, warum ich mir auch den nächsten Refn-Film wieder anschauen werde. Weil er nicht zu Ende ist wenn alle verfügbaren Autos explodiert sind, sondern weil er den Zuschauer mit vielen Bildern und Fragen entlässt und weiter beschäftigt. Und was will ich mehr von einem guten Film?

Und jetzt schaue ich nach der Musik. Das Schlussstück war ja wohl der Hammer ...

Noch 2 Anekdoten zum Schluss: Das zweite Mal in meinem Leben, das ich allein im Kino saß. Das erste Mal war vor ganz langer Zeit Nachtblende mit Romy Schneider und Fabio Testi.
Und noch was zum Gruseln: Heute war mein erster Kinobesuch in der Schweiz. Julian brüllt gerade Mai an, da wird die Leinwand schwarz und das Licht geht an. Nach etwa 5 Minuten gehe zur Kasse und frage nach was da los ist. Und erfahre, dass in der Schweiz Filme immer eine Pause haben ...

Es war wohl auch mein letzter Kinobesuch in der Schweiz ...

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Die Umschreibung Neuentdeckung [...] ist natürlich nur eine äußerst persönliche Färbung, denn es handelt sich um ein Spektakel innerhalb der ganz eigenen Filmwelt. Die Suche nach Input, nach Neuem, und die Offenherzigkeit gegenüber Genres und Filmen jeder Art, führen mich immer wieder zu solchen Etappen, und auch wenn sich dieser Kreis niemals schließen wird, er erfährt mitunter durchaus erfreuliche Erweiterungen. (Prisma)


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 Betreff des Beitrags: Re: ONLY GOD FORGIVES - Nicolas Winding Refn
BeitragVerfasst: 31.07.2013 22:33 
TRAXX hat geschrieben:
italo hat geschrieben:
Code A kann ich leider nicht abspielen.

Hä? Hast du nicht so n umgeflashten Toshi?



Ich kann nur Kot 1 DVDs abspielen. :mrgreen:


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 Betreff des Beitrags: Re: ONLY GOD FORGIVES - Nicolas Winding Refn
BeitragVerfasst: 04.08.2013 15:20 
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Hatte gestern Nacht das Glück den Film sehen zu dürfen, und er hat mich zutiefst beeindruckt wie lange nichts mehr !
Ein Vergleich mit Drive ist zwar unmöglich, aber da ich jetzt nur diese beiden Filme von Refn kenne möcht ich anmerken, das mir Only God Forgives gleich beim ersten mal gefallen hat, während Drive erst bei der zweiten Sichtung gezündet hat, ... oder ob das wohl daran lag, das ich Drive nicht im Kino sah ? :?
Letzendlich könnt ich jetzt nich mal sagen welchen ich lieber mag, Drive oder OGF... ?!

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 Betreff des Beitrags: Re: ONLY GOD FORGIVES - Nicolas Winding Refn
BeitragVerfasst: 05.08.2013 20:07 
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Italo-West-Fan hat geschrieben:
Letzendlich könnt ich jetzt nich mal sagen welchen ich lieber mag, Drive oder OGF... ?!

Dann empfehle ich Dir jetzt noch Bronson. Der ist nu wieder ganz anders, eine Achterbahnfahrt, mit einem gigantisch guten Tom Hardy. Danach hast Du entweder einen neuen Lieblings-Regisseur (so ist es mir gegangen) oder bist ernsthaft verwirrt. In ersterem Fall käme als nächstes Valhalla Rising, in zweitem Fall die Pusher-Trilogie. Diese steht auch noch vor Weihnachten auf meinem Wunschzettel.

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 Betreff des Beitrags: Re: ONLY GOD FORGIVES - Nicolas Winding Refn
BeitragVerfasst: 05.08.2013 21:20 
Schmutziger_Maulwurf hat geschrieben:
Dann empfehle ich Dir jetzt noch Bronson. Der ist nu wieder ganz anders, eine Achterbahnfahrt, mit einem gigantisch guten Tom Hardy. Danach hast Du entweder einen neuen Lieblings-Regisseur (so ist es mir gegangen) oder bist ernsthaft verwirrt. In ersterem Fall käme als nächstes Valhalla Rising, in zweitem Fall die Pusher-Trilogie. Diese steht auch noch vor Weihnachten auf meinem Wunschzettel.



Dann werde ich mal BRONSON antesten.

Übrigens ist ONLY GOD FORGIVES schon ein tolles Stück Kino!
Der Film hat sich bildermäßig aufs angenehmste in meiner Erinnerung eingebrannt.


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 Betreff des Beitrags: Re: ONLY GOD FORGIVES - Nicolas Winding Refn
BeitragVerfasst: 05.08.2013 21:40 
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italo hat geschrieben:
Schmutziger_Maulwurf hat geschrieben:
Dann empfehle ich Dir jetzt noch Bronson. Der ist nu wieder ganz anders, eine Achterbahnfahrt, mit einem gigantisch guten Tom Hardy. Danach hast Du entweder einen neuen Lieblings-Regisseur (so ist es mir gegangen) oder bist ernsthaft verwirrt. In ersterem Fall käme als nächstes Valhalla Rising, in zweitem Fall die Pusher-Trilogie. Diese steht auch noch vor Weihnachten auf meinem Wunschzettel.



Dann werde ich mal BRONSON antesten.

Übrigens ist ONLY GOD FORGIVES schon ein tolles Stück Kino!
Der Film hat sich bildermäßig aufs angenehmste in meiner Erinnerung eingebrannt.


Also ich fand, wenn man BRONSON, DRIVE und ONLY GOD FORGIVES vergleicht. BRONSON noch am schlechtesten. Ich denke, wenn dir OGF gefallen hat, wäre WALHALLA RISING der nächste logische Schritt. Der geht mehr in Richtung OGF. BRONSON ist mehr die "Vorstufe" zu DRIVE finde ich.
Die PUSHER-Filme finde ich nicht ganz so toll. BLEEDER hingegen fand ich auch beeindruckend. FEAR X wäre mal noch interessant. Den kenne ich noch gar nicht.

Ich finde ja, Refn macht schon sehr unterschiedliche Filme... aber dennoch begeistern sie alle auf irgendeine Art und Weise.


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 Betreff des Beitrags: Re: ONLY GOD FORGIVES - Nicolas Winding Refn
BeitragVerfasst: 05.08.2013 21:47 
Ich schaue im Jahr unzählige Filme an, die mir auch oft gut gefallen aber von Zeit zu Zeit gibt es immer wieder besondere Filme, Filme die mich beschäftigen, Filme die einfach für mich großes Kino darstellen. Nicholas Winding Refn hat es bereits zweimal geschafft.


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 Betreff des Beitrags: Re: ONLY GOD FORGIVES - Nicolas Winding Refn
BeitragVerfasst: 06.08.2013 07:15 
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italo hat geschrieben:
Ich schaue im Jahr unzählige Filme an, die mir auch oft gut gefallen aber von Zeit zu Zeit gibt es immer wieder besondere Filme, Filme die mich beschäftigen, Filme die einfach für mich großes Kino darstellen. Nicholas Winding Refn hat es bereits zweimal geschafft.

Und so ging es mir nun bereits viermal, weil mich auch Valhalla sehr beschäftigt hat. Und gerade WEIL Bronson anders ist. Die Geschichte wird zwar chronologisch erzählt, aber wie sie präsentiert wird ...

Na, ich bin mal auf Italos Meinung gespannt ...

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 Betreff des Beitrags: Re: ONLY GOD FORGIVES - Nicolas Winding Refn
BeitragVerfasst: 06.08.2013 18:37 
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Schmutziger_Maulwurf hat geschrieben:
Italo-West-Fan hat geschrieben:
Letzendlich könnt ich jetzt nich mal sagen welchen ich lieber mag, Drive oder OGF... ?!

Dann empfehle ich Dir jetzt noch Bronson. Der ist nu wieder ganz anders, eine Achterbahnfahrt, mit einem gigantisch guten Tom Hardy. Danach hast Du entweder einen neuen Lieblings-Regisseur (so ist es mir gegangen) oder bist ernsthaft verwirrt. In ersterem Fall käme als nächstes Valhalla Rising, in zweitem Fall die Pusher-Trilogie. Diese steht auch noch vor Weihnachten auf meinem Wunschzettel.


Also Bronson und Valhalla Rising interessieren mich schon ! Die werd ich mir bei Gelegenheit sicher noch ansehen !
Irgendeinen Pusher Film hab ich letztens auf Tele 5 gesehen, fand ich aber nicht so gut... weiß aber nicht welcher Teil es war !
Refn wird wohl nie mein Lieblingsregiseur werden, dafür hat sich Tarantino mit seinen Filme zu sehr in mein Filmherz verpflanzt ! ;)

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 Betreff des Beitrags: Re: ONLY GOD FORGIVES - Nicolas Winding Refn
BeitragVerfasst: 06.08.2013 18:39 
Italo-West-Fan hat geschrieben:
Refn wird wohl nie mein Lieblingsregiseur werden, dafür hat sich Tarantino mit seinen Filme zu sehr in mein Filmherz verpflanzt ! ;)


Ich mag Tarantino aber ich muß ehrlich zugegeben, dass ich ihn nur für ein luxeriöses Kopiergerät halte und mir ein Refn Film cineastisch einfach mehr Freude bereitet.


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 Betreff des Beitrags: Re: ONLY GOD FORGIVES - Nicolas Winding Refn
BeitragVerfasst: 06.08.2013 18:45 
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Stimmt schon, ich hatte früher auch mal ein großes Problem damit, dass sich Tarantino immer aus anderen, älteren Filmen bedient ! Heute finde ich das aber mehr als geil, weil er es schafft seine grandiosen geschichten mit altem und neuen perfekt zu verbinden !
Tarantino ist für mich der beste (lebende) Regieseur !

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 Betreff des Beitrags: Re: ONLY GOD FORGIVES - Nicolas Winding Refn
BeitragVerfasst: 06.08.2013 18:54 
Italo-West-Fan hat geschrieben:
Stimmt schon, ich hatte früher auch mal ein großes Problem damit, dass sich Tarantino immer aus anderen, älteren Filmen bedient ! Heute finde ich das aber mehr als geil, weil er es schafft seine grandiosen geschichten mit altem und neuen perfekt zu verbinden !
Tarantino ist für mich der beste (lebende) Regieseur !



Ich sehe das ganz ähnlich aber Tarantinos Eigenständigkeit ergibt sich nur aus der ständigen Plünderung der alten Filme, die Zutaten wirft er in einem Topf zusammen und serviert es uns auf dem Silbertablett. Ich würde sehr gerne mal einen eigenständigen und ernsthaften Film von ihm sehen.
Klar freuen wir uns, wenn er unsere Lieblingsfilme feiert aber ob das auf die Dauer ausreicht ist fraglich?
Manchmal tun mir die alten Italo Regisseure fast leid, wenn sie sich so übermäßig freuen, nur weil er etwas von ihnen verwendet hat. Diese alten Regisseure hätten das eigentlich gar nicht nötig.
Nicolas Winding Refn schafft eigenständiges Kino, ist innovativ und auch nicht so zusammengewurstelt.
Trotzem mag ich Tarantino.


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 Betreff des Beitrags: Re: ONLY GOD FORGIVES - Nicolas Winding Refn
BeitragVerfasst: 06.08.2013 19:05 
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"Pulp Fiction würd ich schon als eigenständiges Meisterwerk von Tarantino bezeichnen ! Ich wüsste nicht, dass er da was "geklaut" hätte ! Das fängt erst dezent mit Jackie Brown an, und das hat sich dann einfach immer ein wenig gesteigert ! Stört mich aber inzwischen nicht mehr !
Da geb ich dir recht, das Refn grandiose, eigenständige Filme macht, aber 1 hat Tarantino Refn voraus, und gerade deswegen wird Refn ihn niemals vom Thron stoßen: Tarantinos Geschichten und seine Erzählweisen sind um Welten besser als die von Refn !
(aber ehrlich gesagt kann ich die letzte aussage noch nicht ganz sicher sagen, da ich ja nur OGF und Drive von Refn kenne)

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BeitragVerfasst: 06.08.2013 19:29 
Italo-West-Fan hat geschrieben:
"Pulp Fiction würd ich schon als eigenständiges Meisterwerk von Tarantino bezeichnen ! Ich wüsste nicht, dass er da was "geklaut" hätte ! Das fängt erst dezent mit Jackie Brown an, und das hat sich dann einfach immer ein wenig gesteigert ! Stört mich aber inzwischen nicht mehr !
Da geb ich dir recht, das Refn grandiose, eigenständige Filme macht, aber 1 hat Tarantino Refn voraus, und gerade deswegen wird Refn ihn niemals vom Thron stoßen: Tarantinos Geschichten und seine Erzählweisen sind um Welten besser als die von Refn !
(aber ehrlich gesagt kann ich die letzte aussage noch nicht ganz sicher sagen, da ich ja nur OGF und Drive von Refn kenne)



Ach, ich mag beide und fertig. ;)


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 Betreff des Beitrags: Re: ONLY GOD FORGIVES - Nicolas Winding Refn
BeitragVerfasst: 06.08.2013 19:35 
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BeitragVerfasst: 09.08.2013 12:27 
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So jetzt dürft ihr euch noch meine bescheidene Meinung zum Film antun.

Ach so richtig weiß ich nicht, was ich davon halten soll. Bildmächtig und -gewaltig ohne Frage. Ich komme auch sehr gut mit Filmen klar, die alleine visuell unterhalten wollen/können. Ich kann mich mit größtem Vergnügen drei Stunden in eine Mallicksche Bilderflut mit viel Geflüster setzen, während andere nach 45 Minuten schon zu viel haben. Auch wenn zB To the Wonder im Prinzip nichts anderes ist, als die Filme davor, war ich wieder mal entzückt. Aber bei Mallick kann ich mir immer irgendwas beim Film denken. Gestern, in OGF, fiel mir das schwer. Wahrscheinlich muss ich ihn nochmals sichten, das kann sein. Jedenfalls musste ich ständig an andere Regisseure denken. Mallick, wie gesagt, aber vor allem an David Lynch. Die Gänge, die Farbe Rot, das komplette Stillsitzen der Polizisten im Club, das was ähnlich surreales an sich hatte, wie man es vom guten David stellenweise kennt. Überhaupt auch dieses Singen im Club - also irgendwie kam mir das bekannt vor.
Jetzt habe ich von Gaspar Noe überhaupt keine Ahnung. Steinigt mich dafür. Vielleicht hätte sich mir dann einiges besser erschlossen. Wird aber nachgeholt. Dann kämen vielleicht Verweise zu den genannten Regisseuren nicht auf.

Stellenweise empfand ich ein kleines ›zu viel‹ an Stil. Was mir an einigen Stellen besonders gut gefiel, wurde an anderen Stellen einen Tick zu weit getrieben. JEDES Bild ist ein Gemälde (Zitat meiner Begleitung). Das scheint dann auch vor allem andern im Film zu stehen. Aber auch an dieser Stelle: vielleicht muss ich ihn noch mal sehen – um dann eventuell einiges zu revidieren.
Hier und da empfand ich die Dialoge ein wenig unpassend. Die kamen manchmal so unvorbereitet ›einfach‹ rüber. Ich weiß nicht, wie ich es anders beschreiben sollen. In einem solchen visuell überwältigenden Film solche Sätze ohne irgend einen Tiefgang. Wobei sie ja im Prinzip nur die banale Handlung widerspiegeln. So gesehen passt das dann wieder.
Ab und zu habe ich den Darstellern ihre Rolle nicht abgekauft. Ich hab eigentlich nie richtig erkennen können, aus welchem Grund Julian jetzt überhaupt irgendwas macht. Ich sah da oft keine Motivation. Ach ja und bitte, das Gekreische des Herrn im Club, der sich (ich will nichts verraten) ›nicht mehr bewegen kann‹ habe ich echt schon überzeugender gehört. Also das hat mich richtig gestört.

Summa summarum....weiß ich nicht, was ich geben soll. 7/10? 8/10? Einen Pluspunkt gibt's ja für den »David« an der Wand im Thai-Club :D Schöne Verbindung zwischen Ost und West, oder soll ich sagen: zwischen Eastern und Western? Ich ducke mich jetzt mal.

Ach ja, noch eins zum vorweggenommenen Ende (weiß jetzt nicht mehr, wer das hier geschrieben hat). Wer das bewusst wahrgenommen hat - Respekt. Bei mir war das eher unbewusst. Ich hätte zu keinen Zeitpunkt sagen können »Das wird am Ende passieren«, aber als es dann passiert ist, war es absolut keine Überraschung mehr. Das habe ich dann auch als konsequent empfunden.
Wenn ich schon mal bei Edit bin: ich könnte mir vorstellen, dass ein Schlüssel zu einem eventuell tieferen Verständnis die Farben Rot und Blau und ihr Zusammenspiel sind. Ist aber nur eine Idee von mir. Aufgefallen sind sie mir jedenfalls.


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 Betreff des Beitrags: Re: ONLY GOD FORGIVES - Nicolas Winding Refn
BeitragVerfasst: 11.08.2013 20:33 
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Nur selten werden ambitionierte Filme so einmütig verrissen. Und am Anfang, als ich mich schnell etwas langweilte, schien dieser in seine Bilder verliebte Kunst Trash auch eher Richtung prätentiöser Schrott zu laufen, aber dann begann die radikale Stilisierung der Szenen dieses Nichts an Handlung mich zunehmend in seinen Bann zu ziehen. Ein eigenwilliger, faszinierender und auch verstörender Film, der auch so ganz anders als Drive ist, und dessen plötzliches Ende ich nicht verstanden habe. Da der Film auch an andere Stelle Traumbilder oder Wunschvorstellungen inszeniert ohne diese als solche direkt kenntlich zu machen, kann man vielleicht ohnehin erst beim 2. Sehen entscheiden was was war. Und wie dann dieses Ende zu verstehen sein könnte.

Und dieser thailändische Polizist, dieser seltsame Todesengel, das war eine sensationelle Figur.

9/10

PS ich fand ihn besser als Drive ...


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 Betreff des Beitrags: Re: ONLY GOD FORGIVES - Nicolas Winding Refn
BeitragVerfasst: 11.08.2013 21:02 
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Zum ende, war das jetzt eigentlich im Film real oder war das ein Traum von Julian ?

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