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 Betreff des Beitrags: SOMMERNÄCHTE MIT MANINA - Willy Rozier
BeitragVerfasst: 25.12.2017 20:29 
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SOMMERNÄCHTE MIT MANINA (deutscher Kinoeinsatz: 1953)
Originaltitel: MANINA... LA FILLE SANS VOILE (engl. Titel: MANINA – THE LIGHTHOUSE KEEPER’S DAUGHTER)
Frankreich 1952
Regie: Willy Rozier
Hauptrollen:
Jean-Francois Calve,
Brigitte Bardot,
Howard Vernon

Vom Pariser Studentenleben gelangweilt, setzt Gerard Morere (Calve) alles in Bewegung, um auf einer exotischen Reise einen verloren geglaubten antiken Schatz heben zu können. Während seines Abenteuers in nordafrikanischen Ländern trifft er auf den Schmuggler Eric (Vernon), der sogleich an Moreres Plan Interesse zeigt. Gemeinsam reisen sie mit Erics Boot an einen Ort, den der Student von einem früheren Urlaub her kennt und wo er einst eine alte Keramik gefunden hatte, die er als Teil des versunkenen Schatzes ansieht. Auch hat er damals die junge Manina (Bardot), die kindliche Tochter des Leuchtturmwärters kennengelernt, die nun aber erwachsen geworden ist…

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Noch vor Roger Vadims ET DIEU CREA… LE FEMME (UND IMMER LOCKT DAS WEIB) – Bardots Durchbruchsfilm – ist Roziers MANINA entstanden, und es ist wohl hauptsächlich der Mitwirkung Bardots zu verdanken, dass der in schwarzweiß gedrehte Film heute nicht ganz vergessen ist – ja, dass er gerade in England eine wunderschöne Veröffentlichung auf Blu Ray erhalten durfte. Im Handlungszentrum von MANINA steht der Konflikt zwischen dem routinierten Alltag des Studenten (herrlich ist dabei die Anfangsszene im fast leeren Hörsaal, wo die anwesenden Studenten eine extrem langweilige Vorlesung durchstehen müssen) und dessen Sehnsucht, ferne Länder zu bereisen und Abenteuer zu erleben. Die Manina-Figur steht hier für das natürliche Element der Unschuld, das sich bei den eskapistischen Bemühungen des Studenten als einzig erreichbar zeigt: denn während er den Schatz verliert, gewinnt er Maninas Liebe.

Mit Vadims erotischer Extravaganz ET DIEU CREA…, oder aber mit Bardots späteren Beiträgen zu den Werken der Nouvelle Vague ist MANINA nur schwerlich zu vergleichen. Auf der einen Seite haben wir die naiv sentimentale Liebesgeschichte des abenteuerlichen Herzens, des Pariser Studenten, und auf der anderen Seite erweist sich die Inszenierung Roziers ausgesprochen bruchstückhaft. Der Großteil des Films ist nicht im Studio gedreht und mutet aufgrund seines distanzierten Wahrnehmens des Gezeigten recht dokumentarisch an; andere Einstellungen wiederum wirken kunstvoll poetisch (so zum Beispiel Maninas Erscheinen auf den Klippen im Abendlicht) und geben dem Film etwas Traumwandlerisches. Komische Einschübe gibt es außerdem (beispielsweise die Schlägerei im Nachtclub) – möglicherweise ein Zugeständnis Roziers an die Komödie, die vor allem seit der Nachkriegszeit zu einem wesentlichen Genre im französischen Kino werden sollte. Ein Publikumserfolg ist MANINA in Frankreich aber trotzdem geworden, was sicherlich nicht zuletzt mit Bardots Bekleidungsstil zutun hatte, wobei ihre knappe Badebekleidung in einer Szene dann auch noch (zufällig?) verrutscht. Inwieweit MANINA auch im Ausland erfolgreich gewesen ist, vermag ich nicht zu sagen, doch erinnert eine Szene, bei der der tauchende Gerard Manina beim Schwimmen zusieht, ungemein an die berühmte und ähnlich gelagerte Schwimm- und Beobachtungsszene in Jack Arnolds Monsterfilm THE CREATURE FROM THE BLACK LAGOON, der etwas später entstanden ist (allerdings wurde MANINA in den USA erst in den späten 1950-er Jahren in den Kinos gestartet). Willy Rozier jedenfalls hat sein Kino gegen jedwede Kritik verteidigt – und dies im wortwörtlichen Sinne. So hatte er einstmals sogar einen Kritiker, der eine schlechte Besprechung seiner Filme sich erdreistet hatte, zum Fechtkampf (1) herausgefordert und diesen sodann glorreich mit einem Stich in den Arm gewonnen…

(Bildquelle: imdb.com)

(1) Der Wochenschaubericht dazu findet sich auf der Blu Ray von EUREKA!


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