Dirty Pictures

Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
Aktuelle Zeit: 26.04.2018 13:44

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde [ Sommerzeit ]




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 1 Beitrag ] 
AutorNachricht
 Betreff des Beitrags: TAGEBUCH EINER KAMMERZOFE - Luis Buñuel
BeitragVerfasst: 02.01.2018 00:13 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 07.2013
Beiträge: 6120
Geschlecht: nicht angegeben
Bild

Produktionsland/Jahr: Frankreich, Italien 1964
Darsteller: Jeanne Moreau, Dominique Sauvage-Dandieux, Michel Piccoli, Daniel Ivernel, Françoise Lugagne, Jean Ozenne, Pierre Collet, Georges Géret, Jean-Claude Carrière
Drehbuch: Luis Buñuel & Jean-Claude Carrière
Produziert von: Serge Silberman & Michel Safra
Musik: Antoine Petitjean

Die junge, attraktive Céléstine (Jeanne Moreau) wird als Hausmädchen einer herrschaftlichen Familie auf dem Lande engagiert. Doch die aussichtsreiche Stelle entpuppt sich als Trugbild der Dekadenz: Die Hausherrin (Françoise Lugagne) ist kleinlich und intrigant, ihr Gatte (Michel Piccoli) steigt Céléstine permanent nach, der Schwiegervater (Jean Ozenne) lebt seinen Fetisch aus und der Gärtner (Pierre Collet) ist ein niederträchtiger Faschist. Schon bald entschließt sich Céléstine zu kündigen und nach Paris zurückzukehren, doch dann geschieht ein Unglück.
(Moviepilot)

TAGEBUCH EINER KAMMERZOFE ist erneut ein Film, der in Buñuels Filmografie eine Sonderstellung einnimmt.
Die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Octave Mirbeau, der von Jean Renoir bereits 18 Jahre zuvor schon einmal verfilmt worden war, markiert den Beginn der Zusammenarbeit von Buñuel mit Jean-Claude Carrière, mit dem er fortan bis ans Ende seiner Karriere zusammengearbeitet hat.
Aber auch stilistisch fällt der Film merklich aus dem Rahmen.
Nach dem WÜRGEENGEL, mit dem er seine Art des Surrealismus ja geradezu auf die Spitze getrieben hat, ist das Kammerzofen-Tagebuch wieder ganz anders.
Zwar thematisch recht ähnlich, weil es auch wieder eine Abrechnung mit der Oberschicht ist, aber diesmal geht es Buñuel ganz anders an.
Ich möchte fast sagen konventionell und das nicht nur im Vergleich zum Vorgängerfilm.
In völliger Abkehr vom Surrealismus präsentiert sich diese Demontage der Fassaden hinter denen sich die bessere Gesellschaft nur allzu gerne versteckt.
Vereinzelte Momente zeugen, wie in SUSANA, wieder davon, wie sehr es Buñuel genossen haben muss, die feine Gesellschaft sozusagen "auseinander zu nehmen".
Dies zeigt sich am deutlichsten, wenn der Hausherr Monsieur Monteil wieder einmal versucht, sich Céléstine anzunähern, die ihn aber kaltlächelnd abblitzen lässt.
Das ist aber leider auch schon so ziemlich das einzige, was ihn mit den meisten der früheren Filme verbindet.
Im Allgemeinen ist der Film von kühler Distanziertheit geprägt.
Emotionslos würde ich ihn wiederum nicht unbedingt nennen, aber wenn Emotionen ins Spiel kommen, so bleiben sie meist eher wirkungslos.
Das sehe ich aber diesmal gar nicht als so negativ an, denn irgendetwas sagt mir, Buñuel wollte es gar nicht anders.
Wie dem auch sei, es ist immer noch ein mehr als brauchbarer Film, wenn auch für mich persönlich ein kleiner Rückschritt gegenüber den beiden vorangegangenen Filmen.
7,5/10

Trailer:
www.youtube.com Video From : www.youtube.com


Nach oben
 Profil  
 
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 1 Beitrag ] 

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde [ Sommerzeit ]


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Suche nach:
© phpBB® Forum Software | phpBB3 Forum von phpBB8.de
» Kontakt & Rechtliches Support / Hilfe Forum Gooof Webdesign Kostenloses Forum Dein Forumo Forum web tracker