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 Betreff des Beitrags: Re: WERNER POCHATH - Ein kleines Starportrait
BeitragVerfasst: 06.04.2017 16:54 
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● WERNER POCHATH als HERBERT PRIEL in
DIE ENGEL VON ST. PAULI (D|1969)



Jürgen Rolands Kiez-Krimi "Die Engel von St. Pauli" lebt nicht nur von seinen charakteristischen Schauplätzen, sondern im höchsten Maße von seinen Charakterköpfen. Einen von ihnen mimt der für derartige Rollen wie geschaffen wirkende Werner Pochath, der das Szenario recht spät unsicher machen wird, aber die bislang laufende Haupthandlung in eine neue Richtung zwingt. Bei seinem Herbert Priel scheint es so zu sein, dass ihn die vielen bunten, wahlweise roten Lichter nicht nur anlocken, sondern gleichzeitig verwirren. Mit genauem Ziel vor Augen versucht er sich Drogen und Mädchen zu beschaffen, doch es ist nicht so, als habe jeder und jede auf ihn gewartet. Angekommen bei einem Triple Straßenmädchen, bildet er sich ein, dass er leichtes Spiel haben könnte, mit seinen abgedroschenen Sprüchen und dem nervösen, beinahe zwanghaft wirkenden Auftreten. Als er bei der ersten Dame in Windeseile abblitzt und seine Avancen von der zweiten nur mit »Du Wichser« quittiert bekommt, muss er mit der taubstummen Nutte Lisa vorlieb nehmen. Wie für Werner Pochath üblich, sieht man keine gefestigte Persönlichkeit und einen offenbar mit haufenweise Komplexen beladenen jungen Mann, der vor seiner eingekauften Partie erstarrt wie das Kaninchen vor der Schlange und schließlich versagt, was er kurzerhand auf die Vielzahl an konsumiertem Koks schiebt. Denkt man an die Begegnungen mit Lisas Kolleginnen zurück, ist zu erahnen, dass Herbert im Allgemeinen ohnehin einen schwierigen Stand bei Frauen hat, denn sie loten zielstrebig seine Schwächen aus und geben ihm außerdem zu verstehen, dass sie sich ungern einen Spinner ins Bett holen. Vermutlich hat er diese Arien schon dutzendweise zu hören bekommen, was die Angst vorm Elfmeter nur noch verschärft und sich das Lustobjekt Frau insgeheim zum Hassobjekt entwickeln kann, wodurch sich eine diffuse Angst einstellt.

Die Geschichte hält in diesem Zusammenhang einen Kniff bereit, den man genial und tragisch zugleich nennen darf. Einerseits scheint es das Glück gut mit ihm zu meinen, denn sein Freudenmädchen kann nicht sprechen, ihm folglich auch keine verbalen Erniedrigungen und Demütigungen um die Ohren hauen. Als Lisa nach dem zu erwartenden Sex-Flop jedoch eine gewisse Fingerbewegung macht, bei der sich Daumen und Zeigefinger verdächtig nahe kommen und die Eitelkeit des Mannes empfindlich verletzen, rastet der ohnehin impulsiv und latent aggressiv wirkende Mann aus. Praktisch ist es ausgeschlossen, dass die Frau etwas dazu sagen könnte, doch diese Geste ist für ihn schlimmer als Beschimpfungen. Beim Mord im Affekt wird es eine tragische Umkehrreaktion geben, da sich die stumme Frau in akuter Lebensgefahr nicht melden kann. Eine hervorragende dramaturgische Lösung, die von Werner Pochath beängstigend dicht gezeichnet wird. Der Startschuss für eine spektakuläre Hetzjagd und die gewöhnliche Erpressung des Mörders ist somit gefallen und Pochath ist in extremen Momenten der emotionalen Anspannung zu erleben, in denen sich die Zange unausweichlich immer fester zuzieht. Wie ein verzweifeltes Käfigtier versucht er sich aus der Situation zu befreien, doch die verschiedenen Fronten machen unmissverständlich klar, dass es keinen einfachen Ausweg mehr geben wird. Beim Showdown gibt der Darsteller wirklich alles, was das Repertoire herzugeben weiß, und seine Interpretation kann zu den stichhaltigsten des gesamten Films gezählt werden. Erneut bringt er das Abbild einer von der Gesellschaft gemiedenen Person sehr gut auf den Punkt, die sich ohne Selbstreflexion obendrein auch noch in der eigens konstruierten Opferrolle wohlfühlt. Stimmungslabil, sozial und emotional inkompatibel und auf den diffusen Angriff ausgerichtet - ein Werner Pochath der im Rahmen dieser denkwürdigen Leistung definitiv in Erinnerung bleiben wird.


➥ DIE ENGEL VON ST. PAULI


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 Betreff des Beitrags: Re: WERNER POCHATH - Ein kleines Starportrait
BeitragVerfasst: 06.04.2017 19:51 
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Prisma hat geschrieben:
Stimmungslabil, sozial und emotional inkompatibel und auf den diffusen Angriff ausgerichtet - ein Werner Pochath der im Rahmen dieser denkwürdigen Leistung definitiv in Erinnerung bleiben wird

Sehr schön auf den Punkt gebracht :dh:
Und ja, mit seiner denkwürdigen Darbietung bei den ENGELN VON ST. PAULI konnte er sich tatsächlich auf Anhieb in meinem Gedächtnis verewigen... :)


Habe mir gestern Abend auch übrigens nochmals seinen Auftritt als "Ramon" in Dschungel-Django zu Gemüte geführt, worin er dann im Auftrag Eduardo Fajardos den guten Franco Nero zur Weißglut treiben soll. Ein gefährliches Spiel also, welches ihm schlussendlich auch zum Verhängnis wird, denn mit einem bis aufs Messer gereizten Dschungel-Django legt man sich bekanntlich besser nicht an.....

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Anti-Hero hat geschrieben:
Canisius hat geschrieben:
Castellaris Dschungel-Django aka The Shark Hunter (1979), in dem es eine sehr coole Verfolgungsjagd, unterlegt mit geilem Synthiesoundtrack, zwischen Pochath (hier als Scherge von Eduardo Fajardo unterwegs) und Nero zu bestaunen gibt. Und im Anschluss wird Nero (mit geschmackvoller blonder Hippieperücke) von Enzo G. (nur echt in Unterhemd und mit "EC" Gürtelschnalle) persönlich vertrimmt.

Ist der Trimmer nicht sein Bruder Enio ?


Nein, der muskelbepackte Trimmbruder wird tatsächlich von Enzo Castellari verkörpert:

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;)


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 Betreff des Beitrags: Re: WERNER POCHATH - Ein kleines Starportrait
BeitragVerfasst: 09.04.2017 15:27 
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Schmutziger_Maulwurf hat geschrieben:
In Dallamanos VENUS IM PELZ darf er einen Angler spielen, der von Laura Antonelli bestiegen wird. Kein Augenrollen, kein Grimmassieren, dafür aber wunderbare Verrenkungen in der freien Natur. Ich hab sehr gestaunt über diese Szenen. Völlig Pochath-untypisch!


Von Laura Antonelli bestiegen zu werden, ist jetzt nicht unbedingt das schlimmste, was einem zustoßen kann. Aber da "good guys" selten besprungen werden, würde ich die Rolle (ohne die Szene gesehen zu haben) nicht als positiv bewerten.
Btw: den Film sollte ich mir mal anschauen! 8-)


Pistolero hat geschrieben:
In Rolf Thieles "Ohrfeigen" (1970) spielt er einen sympathischen Revoluzzer, Mitglied einer Kommune. Und in Dario Argentos "Die neunschwänzige Katze" ist er in einer kleinen Rolle als Lover von Horst Frank zu sehen.


Ohrfeigen kenne ich nicht. Klingt aber in der Tat nach einer positiven Rolle!
Eine positive Rolle hätten wir... :sign2_einergehtnoch:


Prisma hat geschrieben:
belanglose Rollen, die für die Geschichten weitgehend irrelevant sind.


So in der Richtung habe ich auch gedacht. Die explizit negativen Rollen prägt man sich einfach leichter ein.
Wenn ich z.B. an Pochaths Auftritt in "Horrorsex..." denke, dann kann ich nur den folgenden Smiley zücken: :a017_gif:
Unglaublich, wie intensiv (eine explosive Mischung aus Overacting und Weltklasseschauspielerei) er dort agiert. Sogar während einer Schießerei (!) kann er nicht davon ablassen, energisch an Silvia Dionisios Glocke zu läuten. Das ist eine Sternstunde des italienischen Exploitationkinos! Gäbe es ein Wörterbuch des Italokinos, dann sollte diese Szene dort exemplarisch unter "Sleaze" zu finden sein. :)

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 Betreff des Beitrags: Re: WERNER POCHATH - Ein kleines Starportrait
BeitragVerfasst: 09.04.2017 15:30 
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Richie Pistilli hat geschrieben:
Nein, der muskelbepackte Trimmbruder wird tatsächlich von Enzo Castellari verkörpert:

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;)


Hehe, Trimmbruder... :lol:

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 Betreff des Beitrags: Re: WERNER POCHATH - Ein kleines Starportrait
BeitragVerfasst: 09.04.2017 16:41 
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Canisius hat geschrieben:
Schmutziger_Maulwurf hat geschrieben:
In Dallamanos VENUS IM PELZ darf er einen Angler spielen, der von Laura Antonelli bestiegen wird. Kein Augenrollen, kein Grimmassieren, dafür aber wunderbare Verrenkungen in der freien Natur. Ich hab sehr gestaunt über diese Szenen. Völlig Pochath-untypisch!


Von Laura Antonelli bestiegen zu werden, ist jetzt nicht unbedingt das schlimmste, was einem zustoßen kann. Aber da "good guys" selten besprungen werden, würde ich die Rolle (ohne die Szene gesehen zu haben) nicht als positiv bewerten.
Btw: den Film sollte ich mir mal anschauen! 8-)

Unbedingt!
Bei Dallamano ist die Venus im Pelz neben der SM-Thematik und dem Beziehungsdrama in der Geschichte nämlich auch ein wunderbares Zeitdokument der 60er.
Die Kostüme, die Frisuren, die Sets, die Musik - ein Fest für einen 60s-Fan.


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 Betreff des Beitrags: Re: WERNER POCHATH - Ein kleines Starportrait
BeitragVerfasst: 10.04.2017 07:15 
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Und weiter geht es mit Die jungen Tiger von Hong Kong, worin er dann den dubiosen Clubbesitzer "Walter Hinrichs" verkörpert:

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 Betreff des Beitrags: Re: WERNER POCHATH - Ein kleines Starportrait
BeitragVerfasst: 10.04.2017 12:31 
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Canisius hat geschrieben:
Wenn ich z.B. an Pochaths Auftritt in "Horrorsex..." denke

Den "Horrorsex im Nachtexpress" hatte ich mir die Tage auch wieder vorgenommen und es ist einfach unglaublich, was man dort allgemein, aber insbesondere von Werner Pochath geboten bekommt. Impulsiv, aggressiv, primitiv und einfach nur unberechenbar: der Typ ist so was von außer Rand und Band der reinste Schleudersitz, beziehungsweise er bringt alle anderen Insassen des Gefängnisses Zug auf einen solchen. An die Szene mit der gepeinigten Dionisio musste ich auch gleich wieder denken. Selten derartig banales geniales gesehen! :mrgreen:



Richie Pistilli hat geschrieben:

Der ist mir komischerweise wie aus dem Gedächtnis gestrichen, denn ich kann mich an kaum mehr was erinnern.
Selbst an Pochats Rolle nur schemenhaft. Muss ja aber nicht viel über den Film aussagen. :lol:


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 Betreff des Beitrags: Re: WERNER POCHATH - Ein kleines Starportrait
BeitragVerfasst: 10.04.2017 16:25 
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● WERNER POCHATH als MANFRED in
VENUS IM PELZ (D|I|CH|1969)



»Die Kraft des Hengstes ist sehr kostbar! Um sie nicht zu vergeuden, überlässt man die Vorbereitung der Stute einem Fohlen.« Obwohl man nach dieser Erläuterung fast auf den Gedanken kommen könnte, es handle sich bei "Venus im Pelz" um eine veterinärmedizinischen Dokumentation, kommt es unter Massimo Dallamano zu ganz anderen Eindrücken, in denen Werner Pochath eine entscheidende Rolle spielen wird, wenngleich seine Rolle kaum länger als 4 Minuten dauert. Unschuldige Opfer wurden in der Filmwelt gerne in bestimmte Geschichten und durch die passenden Gesichter integriert, da sie naturgemäß Reaktionen beim Zuschauer hervorrufen können. Die Protagonisten Severin und Wanda schauen dabei zu, wie eine Stute für den Deckhengst vorbereitet wird, was den ideenreichen Severin auf den gleichen Gedanken bringt, seine Stute in genau der gleichen Art und Weise abzurichten. Zu diesem Zweck ist das passende Werkzeug in Form von Werner Pochath schnell gefunden, den man als Manfred an einem kleinen Bachlauf beim Fischen ausfindig macht. Der junge Mann wird daraufhin gleichzeitig Zeuge und Opfer eines doppelten Spiels, dessen Einsatz er selbst ist. Ein kleiner Smalltalk im Telegrammstil bringt die Erkenntnis, dass das Objekt der zu steigernden Begierde gefunden ist und die doppeldeutige Aussage, dass es sich um eine gute Stelle handle, an der die Fische fast immer anbeißen, gewinnt Gestalt, als schließlich die verführerische Wanda auftaucht. Eine kurze, aufreizende Positionierung und ein kurzer, intensiver Blick lassen den scheu wirkenden jungen Mann erstarren, sodass er sich sofort wieder abwendet und seiner Beschäftigung widmet. Aber nicht nur die Fische beißen an, sondern auch der Angler tut es, der überhaupt nicht weiß, wie ihm geschieht, als die wortlose Einladung zum Abenteuer auf ihn zukommt.

In einem abgeschiedenen Waldstück soll Manfred die Hemmungslosigkeit des Pärchens unterstützen und Wanda, die zuvor noch fragte, ob Severin dies wirklich von ihr verlange, verführt den jungen Mann, bei dem sich zuvor noch jugendliche Begeisterungsfähigkeit zeigte, als er einen Fisch gefangen hatte und nun plötzlich Mann spielen muss. Die aufreizende Frau befindet sich allerdings nur in horizontaler Lauerstellung und lässt die eigentliche Überforderung und Naivität ihres Spielzeugs über sich ergehen. Als der Initiator dieser unbarmherzigen Scharade auftaucht, ergreift Manfred die Flucht, sodass man innerhalb dieses kurzen Auftritts, mit alternativer Anlegung der Rolle, doch einen recht typischen Auftrag für Werner Pochath beobachten kann. Zwar bekommt man dieses Mal keinen negativen Charakter im üblichen Sinn präsentiert, jedoch zeigen sich angesichts des Verhältnisses zu Frauen im Allgemeinen genau die Facetten, die er nur allzu oft zu spielen hatte. In Werner Pochaths Repertoire waren Männer mit ungünstigen, krankhaften, gestörten, beziehungsweise gar keinen Verhältnissen zur Damenwelt keine unbekannte Komponente, die Komplexe oder Hemmungen nicht selten auf einem Silbertablett servierten. In "Venus im Pelz" fehlt es sicherlich an expliziten Veranschaulichungen, die schon alleine wegen der Kürze der Rolle nicht aufkommen möchten, aber aufgrund der Funktionalisierung auch nicht gefragt sind. Dennoch glaubt man Pochath ihm erneut ein deutliches Missverhältnis im Rahmen von Sexualität und Interaktion zu sehen, wenngleich er hier einfach nur die Unerfahrenheit und das Fohlen zum Anheizen darstellen soll. Insgesamt gesehen handelt es sich aber um ein sehr nettes Wiedersehen mit dem Schauspieler, der dem Duo Régis Valée und Laura Antonelli, wie alle anderen Darsteller innerhalb ihrer nur wenige Minuten umfassenden Auftritte übrigens auch, vollkommen untergeordnet wurde.


➥ VENUS IM PELZ


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 Betreff des Beitrags: Re: WERNER POCHATH - Ein kleines Starportrait
BeitragVerfasst: 10.04.2017 18:07 
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Prisma hat geschrieben:
Der ist mir komischerweise wie aus dem Gedächtnis gestrichen, denn ich kann mich an kaum mehr was erinnern.
Selbst an Pochats Rolle nur schemenhaft. Muss ja aber nicht viel über den Film aussagen. :lol:


Obwohl mich der Film ein jedes Mal wieder aufs Neue unterhalten konnte, erging es mir mit diesem bereits zweimal so ähnlich, aber nach der gerade erst stattgefundenen "dritten Runde" dürften sich nun auch (endlich) sowohl der Filmverlauf als auch die Darbietung von Herrn Pochath in meinem Gedächtnis verewigt haben.
Also, nur Mut zur zweiten Runde :)



Bis dahin gibt es aber zunächst noch ein paar visuelle Eindrücke seiner Rolle aus Rolf Thieles Ohrfeigen, in dem er den antikommunistischen Spät-Hippie Kommunarden "Jürgen" darstellt. Dabei "hört er dann mehr Nachtigallen trapsen, als je in Maos Gärten gesungen haben"....


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 Betreff des Beitrags: Re: WERNER POCHATH - Ein kleines Starportrait
BeitragVerfasst: 10.04.2017 21:34 
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Prisma hat geschrieben:
Den "Horrorsex im Nachtexpress" hatte ich mir die Tage auch wieder vorgenommen und es ist einfach unglaublich, was man dort allgemein, aber insbesondere von Werner Pochath geboten bekommt. Impulsiv, aggressiv, primitiv und einfach nur unberechenbar: der Typ ist so was von außer Rand und Band der reinste Schleudersitz, beziehungsweise er bringt alle anderen Insassen des Gefängnisses Zug auf einen solchen. An die Szene mit der gepeinigten Dionisio musste ich auch gleich wieder denken. Selten derartig banales geniales gesehen!


Banal genial ist treffend formuliert! :) Wie der Werner sich da durch Baldis Nachtexpress horrorsexenderweise hindurchpochath ist schon bemerkenswert. Für mich die perfekte aber hochgradig tollwütige Symbiose aus Dilettantismus und Formvollendung. :jc_doubleup:

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 Betreff des Beitrags: Re: WERNER POCHATH - Ein kleines Starportrait
BeitragVerfasst: 12.04.2017 22:27 
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In Marijan David Vajdas Mosquito - Der Schänder verkörpert Werner Pochath einen sowohl "namenlosen" als auch zugleich taubstummen Buchhalter mit Hang zur Leichenfledderei.

Die Gründe für seine doch recht sonderbaren Verhaltensauffälligkeiten sind dabei in einem schicksalhaften Kindheitstrauma zu suchen, welches letztendlich infolge der abscheulichen Erziehungsmethoden seines unmenschlichen Vaters zu Tage getreten war. Seitdem teilt er nicht nur sein beschauliches 1-Zimmer-Appartement mit unzähligen Puppen jeglicher Couleur, sondern dürstet auch noch ständig nach dem roten Lebenssaft frisch verblichener Damen, den er dann am liebsten im Rahmen eines ausgiebigen Leichenschmauses zu sich nimmt...

- Ein sehr beeindruckendes Psychodrama -


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 Betreff des Beitrags: Re: WERNER POCHATH - Ein kleines Starportrait
BeitragVerfasst: 15.04.2017 21:09 
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Werner Pochath war ein völlig unterschätzer Schauspieler. Schön, dass er hier gewürdigt wird.

Meine Lieblingsfilme von ihm sind Mosquito und Blutiger Lohn

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Eric Carr 1950 - 1991

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 Betreff des Beitrags: Re: WERNER POCHATH - Ein kleines Starportrait
BeitragVerfasst: 17.04.2017 20:01 
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Cromwell hat geschrieben:
Blutiger Lohn


Danke für das Erinnern! Den hatte ich mal als Fidjo von UW. Habe mir natürlich keine Sicherheitskopie gemacht... :dash1:
Würde ich gerne mal wieder sehen.

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BeitragVerfasst: 18.04.2017 19:56 
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In Fabrizio De Angelis Thunder III verkörpert Werner Pochath den militanten Drugstorebesitzer "Mr. Teller" (oder so ähnlich), der in seiner Freizeit dann auch gerne mal als schießwütiger Hobbysöldner verkleidet die Gegend um seinen Laden unsicher macht. Dabei eröffnet er dann nicht nur eine erbarmungslose Jagd auf kleine Kinder, sondern macht auch noch so ganz nebenbei ein indianisches Wagendorf dem Erdboden gleich. Kein Wunder also, wenn man sich aufgrund solch fehlgeleiteter Aktionen den donnernden Zorn des riffseligen Mark Gregorys auf sich zieht, der ihm dann wiederum für seine Schandtaten über den restlichen Filmverlauf entsprechend die Leviten liest.....



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Beim 2. Foto musste ich übrigens im ersten Moment unweigerlich an Herrn Eißfeldt denken.... :D


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 Betreff des Beitrags: Re: WERNER POCHATH - Ein kleines Starportrait
BeitragVerfasst: 21.04.2017 07:00 
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In Ferdinando Baldis Horrorsex im Nachtexpress spielt Herr Pochath den Terrorknaben "David", der dann gemeinsam mit seinen beiden italienischen Droogs an einer schmierseligen Kaffeefahrt mit dem Inter-City-Exzess 303 von Rom nach Venedig teilnimmt. Dabei hat sein Blick während der nächtlichen Bahnfahrt den Wahnsinn sprichwörtlich gepachtet. Und nachdem dann die ersten Bierchen ihren Weg durch die ausgetrockneten Kehlen der drei Querulanten fanden, läuft auch auf der restlichen Fahrtstrecke fast alles wie geschmiert....


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 Betreff des Beitrags: Re: WERNER POCHATH - Ein kleines Starportrait
BeitragVerfasst: 22.04.2017 15:57 
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Richie Pistilli hat geschrieben:
schmierseligen Kaffeefahrt


:lol:

Ich will auch mit! 8-)

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BeitragVerfasst: 22.04.2017 22:02 
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Canisius hat geschrieben:
Ich will auch mit! 8-)

Als Peiniger oder Gepeinigter? :P :lol:


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 Betreff des Beitrags: Re: WERNER POCHATH - Ein kleines Starportrait
BeitragVerfasst: 23.04.2017 19:44 
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Prisma hat geschrieben:
Canisius hat geschrieben:
Ich will auch mit! 8-)

Als Peiniger oder Gepeinigter? :P :lol:


Ach, ich würde das Treiben mit ner Tasse Kaffee in der Hand amüsiert beäugen! :l_coffee:

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 Betreff des Beitrags: Re: WERNER POCHATH - Ein kleines Starportrait
BeitragVerfasst: 25.04.2017 20:41 
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In Umberto Lenzis geschichtsunabhängigen Kriegsfilm Kommando Schwarzer Panther muss sich Werner Pochath in der Rolle des oberfiesen SS Kommandanten "Major Dietrich" im Kampf um den vermeintlichen Endsieg sowohl mit zwei lästigen Offizieren der Alliierten als auch mit einem ganzen Haufen Partisanen und deren Sympathisanten herumplagen, da diese ihm nicht nur kurz zuvor im tiefsten Jugoslawien seine schwedische Geheimwaffe abspenstig machten, sondern ihn auch noch in einem nazieigenen Freudenhaus vor versammelter Mannschaft in seine Schranken wiesen. Nebenbei knacken sie ihm dann auch noch seine deutschen Kruppstahlpanzer mithilfe simpler Handgranaten ("made in U.S.A.")...


Und wie sollte es auch anders sein, dreht Werner infolge der ihm zugefügten Schande dann erst so richtig auf und startet inmitten des aus mehreren jugoslawischen Kriegsfilmen zusammengebastelten Action-Epos unverhohlen den Großangriff gegen die widersässigen Antifaschisten....

...und dabei möchte er doch eigentlich nur ein bisschen "Anerkennung vom Reichsführer Himmler" (Zitat "SS Major Dietrich")

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Übrigens scheint Herr Pochath auch eine recht große Leidenschaft für ausschweifende Telefonate zu besitzen, da er nicht nur in den kriegstreiberischen Pausen ständig am Telefonhörer hängt....

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