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 Betreff des Beitrags: DIESES OBSKURE OBJEKT DER BEGIERDE - Luis Buñuel
BeitragVerfasst: 08.12.2014 18:10 
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Originaltitel: Cet obscur objet du désir
Produktionsland/Jahr: Frankreich, Spanien 1977
Darsteller: Fernando Rey, Carole Bouquet, Ángela Molina, Julien Bertheau, Piéral, André Weber, Milena Vukotic, Ellen Bahl, Jacques Debary
Drehbuch: Luis Buñuel & Jean-Claude Carriere
Produziert von: Serge Silberman
Musik: Richard Wagner

Mathieu (Fernando Rey) ist ein gut situierter Geschäftsmann. Als die 18-jährige Conchita (Ángela Molina/Carole Bouquet) bei dem Witwer eine Anstellung als Hausmädchen antritt, verfällt er der attraktiven Spanierin. Doch Conchita weist seine plumpen Annährungsversuche konsequent zurück. Immer wieder entzieht sie sich ihm, doch der liebestolle Mathieu ist Conchita längst verfallen. Als er versucht, sie zu küssen, wendet sie sich schließlich ab und kündigt die Stelle. Drei Monate später treffen sie sich wieder…
(Moviepilot)

Das ist der letzte Film des großen Surrealisten Luis Buñuel.
Obwohl dieser weniger surrealistisch erscheint, als man es von ihm gewohnt ist.
Der Film ist komplett in Rückblenden erzählt, in denen gezeigt wird, was Mathieu mit Conchita erlebt hat.
Dabei entwickelt sich der Film zu einer Art Psycho-Liebesdrama, denn man weiß nie so recht, was Conchita als nächstes erzählt.
Einmal sagt sie, dass sie ihn liebt und in der nächsten Sekunde, weist sie ihn zurück.
Das ergibt ein nettes Psychospielchen, bei dem man als Zuschauer auch dranbleibt.
Musik wird seltenst eingesetzt und wenn, dann bekommt man, wie oben ersichtlich, Klassik zu hören.
Wobei ich dazusagen muss, dass Musik hier, wie auch in den meisten anderen Filmen von Buñuel gar nicht notwendig gewesen wäre.
Da es ja der letzte Film von Buñuel ist und er einer der großen war, verabschiedet er sich, wie es sich gehört, nämlich mit einem Knall.
8,5/10

Trailer (Französisch mit englischen Untertiteln)
www.youtube.com Video From : www.youtube.com


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 Betreff des Beitrags: Re: DIESES OBSKURE OBJEKT DER BEGIERDE - Luis Buñuel
BeitragVerfasst: 10.03.2017 02:35 
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Ein in vielerlei Hinsicht wunderbarer und wirklich unterhaltsamer Film, der zum richtigen Erlebnis werden kann, wenngleich sicherlich gewisse Antennen vorhanden sein müssen. Luis Buñuels "Dieses obskure Objekt der Begierde" zeigt sich thematisch vielfältig, fantasievoll, angriffslustig, kritisch, geistreich und transportiert feine Ironie sowie einen Humor ohne jegliche Verjährungsfrist. Darstellerisch sticht vor allem Fernando Rey aus diesem grellen Gebilde hervor und prägt das Szenario nachhaltig und vor allem nach Plan. Auch Carole Bouquet und Ángela Molina sorgen für ein immer anhaltendes, sehr anregendes Tauziehen; es macht einfach Spaß jede neue Situation zu entdecken. Ja, Buñuels letzter Film ist absolut sehenswert!


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 Betreff des Beitrags: Re: DIESES OBSKURE OBJEKT DER BEGIERDE - Luis Buñuel
BeitragVerfasst: 05.01.2018 19:17 
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Eigentlich wollte Buñuel den Film ja gar nicht machen, obwohl er auf einem Roman eines seiner bevorzugten Schriftsteller (Pierre Louÿs) basiert.
Ich bin ihm aber sehr dankbar, dass er ihn doch noch realisiert hat.
Ein hervorragendes Werk in dem er ein letztes Mal all das vermischt, was einen Buñuel groß macht:
Politische Elemente, Geschlechterkampf, Kirchenkritik und vor allem wieder seine Missgunst gegenüber der Bourgeoisie deutlich zu machen.
Letzteres tut er abermals höchst genüsslich, zeigt den bourgeoisen Mathieu als Conchita gegenüber absolut hörigen Mann.
Damit geht er ganz nach einem Zitat seiner selbst (laut Franco Nero) vor: "Wenn ein Mann eine Vagina im Hirn hat, macht ihn das ganz verrückt".
Das demonstriert und dem folgt er mit größter Freude - Mathieu ist hilflos, hat nur noch Conchita im Kopf.
Grundsätzlich hätte man ein solches Thema natürlich auch rein dramatisch verfilmen können, aber nicht bei Buñuel.
Er macht es mit Humor, mit Ironie, mit einer diabolischen Freude daran, Mathieu zusehends verrückt werden zu lassen.
Dass er die Rolle der Conchita, der Femme Fatale, auch noch mit zwei Schauspielerinnen besetzt, macht das Ganze noch reizvoller.
Ein genialer Einfall, der die zwei Seiten von Conchita noch deutlicher werden lässt und damit den Film und das Erlebnis für den Zuschauer noch intensiviert.
Somit wird der letzte Buñuel zu einem mehr als würdigen Abschluss für seine 48-jährige Karriere.
Da erhöhe ich gerne auf 9/10.


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