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 Betreff des Beitrags: FAHRENHEIT 451 - Francois Truffaut
BeitragVerfasst: 05.01.2016 14:27 
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FAHRENHEIT 451
(Grossbritannien / Frankreich 1966)

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Oskar Werner - MONTAG
Julie Christie - CLARISSE/LINDA
Cyrill Cusack - FEUERWEHRHAUPTMANN
Anton Diffring - FABIAN

Regie: FRANCOIS TRUFFAUT

Laufzeit ca. 108 min


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Ein autoritär geführter Staat in einer nicht näher genannten Zukunft
Wer das Land regiert erfährt man nicht, aber deren Vollzugsbeamte sind ständig präsent. Montag ist ein Feuerwehrmann und tut seinen Dienst gern. Die Feuerwehr ist hier aber nicht zum löschen von Bränden da, sondern legt selber Feuer. Ihre Aufgabe ist es nämlich Bücher ausfindig zu machen und zu verbrennen, denn es ist verboten Bücher zu besitzen und zu lesen. Denunziantentum wird hier groß geschrieben, denn es gehen telefonisch immer wieder Anzeigen ein und die Feuerwehr wird tätig, um mit den Büchern kurzen Prozeß zu machen. Eines Tages lernt Montag auf dem Weg nach Hause Clarisse kennen. Sie unterhalten sich und dabei werden langsam Zweifel und Fragen in Montag geweckt. Er fragt sich, warum darf/soll man Bücher nicht lesen dürfen? Was steht denn da überhaupt drin? Ist es richtig Bücher zu verbrennen? Es gibt zwar "Lektüre", aber es handelt sich um Comics. Und selbst die müßen ohne Text auskommen. Es sind einfach nur Comiczeichnungen. Montag ist mit Linda verheiratet, aber mit ihr kann er über all das nicht sprechen. Sie interessiert sich eh nur für irgendwelche Frauensachen und das Konsum-Programm, was über dem breiten Bildschirm flimmert. Bei einer der nächsten Einsätze behält Montag heimlich ein Buch für sich und beginnt es zuhause heimlich zu lesen. Es ist das Buch DAVID COPPERFIELD von Charles Dickens.

Der Feuerwehrhauptmann und Montag, rechts
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Montag lernt Clarisse kennen

Für den französischen Regisseur Francois Truffaut war dies sein erster englischsprachiger Film, der aber auch gleichzeitig in französisch gedreht wurde. Ferner ist dies sein erster Farbfilm, den er inszenierte und zudem sein einziger Beitrag im phantastischen Genre, wenn man mal von seiner kleinen späteren Nebenrolle im Film -Unheimliche Begegnung der dritten Art- absieht. Fahrenheit 451 entstand nach einem Roman von RAY BRADBURY. F. Truffaut verarbeitete aber nur die Grundidee des Buches. Er übernimmt die Idee der bücherlosen Gesellschaft, die Figur des Feuerwehrmanns Montag und ein wenig die futuristische Technik. Auch bleibt Truffaut sehr konsequent. Da es verboten ist zu lesen, soll auch der Zuschauer nichts lesen dürfen. Es gibt hier nämlich keine Stabangaben in schriftlicher Form zulesen. Diese werden einem stattdessen gleich am Anfang durch eine Frauenstimme aus dem Off mitgeteilt, so als ob diese durch die Antennen gesendet werden, die man dazu mit verschiedenen Hintergrundfarben zusehen bekommt. Somit dürfte das wohl einer der einzigartigsten, ungewöhnlichsten, aber auch genialsten Filmvorspänne sein. Diesen Einfall finde ich sehr gut und unterstreicht nur Truffauts Anliegen, das man nichts lesen darf/soll. Damit bindet er den Zuschauer bei Beginn des Films sofort mit ein. Erst als Montag das David Copperfield-Buch aufschlägt und anfängt zu lesen, erst dann darf auch der Zuschauer lesen.

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So etliche Dialoge sind genial und je nach Zuschauer/Zuhörer mag man darüber verwundert sein oder den Kopf schütteln. Als Clarisse bei ihrer ersten Begegnung mit Montag ihn fragt, ob es stimmt das in früheren Zeiten die Feuerwehr Brände gelöscht hat, so verneint Montag dies. Für ihn ist es ein völlig absurder Gedanke, das die Feuerwehr mal zur Brandbekämpfung da war. Seine Ansicht wird dahingehend unterstützt, weil sämtliche Häuser in diesem Zukunftsstaat absolut feuerfest sind. Für Montag und die meisten anderen existiert somit nicht der geringste Grund zum feuerlöschen tätig zu sein. Im Gegenteil, denn Feuer ist gut für Bücher und somit für die Gesellschaft. Diesbezüglich gibt es eine sehr ausdrucksstarke Sequenz, die das u.a. mit genialen Dialogen deutlich macht. Der Feuerwehrhauptmann macht mit seinen Bediensteten eine Bibliothek ausfindig. Er ruft Montag zusich, damit auch er sich diese große Büchersammlung ansieht. Der Hauptmann nimmt so einige Bücher in die Hand und teilt Montag so seine Ansichten über das jeweilige Exemplar mit, wie z.B. beim Buch über Lungenkrebs, sinngemäßes Zitat:

"Das versetzte jeden Raucher in Panik. Und um ihres Seelenfriedens willen, verbrennen wir es!"

Kurz darauf hat er das Buch -Die Ethik des Aristoteles- in der Hand und meint, Zitat:

"Jeder der das gelesen hat muß sich für etwas besonderes halten, als die, die es nicht gelesen haben. Siehst Du,... und das ist schlecht, Montag,... Wir müßen alle gleich sein und deswegen müßen die Bücher brennen!"

Dann hält er ein weiteres Buch hoch, Titel: Adolf Hitlers MEIN KAMPF
und meint mit besonderer Betonung im Anschluß dazu: "Aaalle Bücher!"

Allein in dieser ganzen Szenerie (die man natürlich selbst sehen muß) steckt soviel drin. Von fast absurd, über genial und Ironie bis hin zur konsequenten Vernichtung. Und konsequent wird hier in diesem Zukunftsstaat tatsächlich versucht, alle Bücher ausfindig zu machen und zu verbrennen. Ja,...Truffaut macht diesbezüglich keine Gefangenen.

Die alte Dame verbrennt lieber zusammen mit ihren Büchern,
als ohne sie weiterleben zu müßen
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Dies ist auch einer der Schlüsselszenen des Films. Als Bücherfreund tut einem beim zusehen irgendwie das Herz weh. Der Filmtitel bezieht sich übrigens auf die Temperatur, bei der Papier zu brennen anfängt. Diesbezüglich ist auch die Feuerwehr mit Flammenwerfern ausgerüstet, die den Hitzegrad Fahrenheit 451 erzeugen. Es ist ein Staat in dem Persönlichkeit und Individualität dem Menschen völlig abhanden gekommen ist. Dieser Zukunftsstaat hat auf seine Weise die totale Entpersönlichung durchgesetzt. Auch von zwischenmenschlichen Beziehungen, wie Liebe kann keine Rede mehr sein, denn Gefühle sind in dieser Welt offenbar ausgestorben. So scheint auch die Ehe zwischen Montag und seiner Frau Linda nur auf der Basis des Trauscheins und einem eher monotonen Zusammenlebens zu bestehen. Überhaupt reagieren die Menschen hier fast mechanisch. Was zählt ist Technik und Konsum, der durch die Medien verbreitet wird. In Sachen Technik setzt Truffaut auf ein minimum. Ihm reichen breite große Bildschirme, die Schwebebahn und die ungewöhlich aussehenden Feuerwehrautos vollkommen aus. Mehr brauchte der geniale Regisseur nicht, um einen futuristischen Staat der Zukunft zu präsentieren. Interessant finde ich mal wieder die Technik des Fernsehens. Hier sieht man im Film große rechteckige Flachbildschirme, die an der Wand befestigt sind. Und was haben wir heutzutage?,... 16:9 Flachbildschirme. Was damals im Jahre 1966 noch futuristisch anmutete, ist heute im neuen Jahrtausend fast schon zum standart in vielen Haushalten geworden.

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Und futuristisch wirkt der Film auch heute noch. Das liegt zum einen daran, wie das ganze inszeniert ist und in der Art, wie alles gefilmt wurde. Kein geringerer als Nicholas Roeg zeichnete sich für die Kameraführung verantwortlich. Er sollte später selbst so einige Filme drehen. Der "Schwarze Romantiker" der Filmmusik, BERNARD HERRMANN schuf hier eine Musik, die die Bilder des Films sehr schön untermalen.

Montag und Linda streiten wegen der Bücher,
die Montag behalten und lesen will.
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Obwohl man, je nach dem als Zuschauer sich mit diversen Charakteren/Figuren innerhalb eines Films identifizieren möchte, so dürfte es so manchem hier besonders schwerfallen, wenn überhaupt. Das liegt daran, weil die Hauptfiguren hier viel zusehr mit sich selbst beschäftigt sind, als das sie gemeinsam etwas machen. So beschränkt sich die Kommunikation zwischen Montag und Linda nur auf das notwendigste. Linda ist eh nur damit beschäftigt, auf den Bildschirm zuschauen und scheint nur zuhause zu sein. Während Montag raus muß, seinen Dienst tut und sich auf die mögliche Beförderung freut. Zuneigungen, wie wir sie kennen, gibt es hier nicht. Und selbst später, als Montag anfängt Bücher zulesen, gilt seine Zuneigung nur noch ihnen. Auch bei Clarisse, die zwar da ganze Gegenteil von Linda ist, aber auch ihre Zuneigung gilt den Büchern. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der, das es hier im Grunde keine physische Gewalt von Seiten der Staatsorgane in dem Sinne gibt. Das gilt auch für die, die verbotenerweise Bücher besitzen. Eine Revolte/Revolution, wie manch einer sie sich vielleicht wünschen würde, existiert hier nicht. Truffaut verzichtete ganz bewußt darauf, weil er es anders machen wollte. Das hat er definitiv und wer den Film kennt, weiß was ich meine. Andere sollten sich einfach mal überraschen lassen, denn der Film dürfte auch einer der ungewöhnlichsten Enden der Filmgeschichte haben.

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"Unendlich traurig sind Filme ohne Frauen", schrieb Truffaut in sein Tagebuch, während der Dreharbeiten zu Fahrenheit 451. Frauen nahmen in seinen Filmen häufig Zentralrollen ein. So ist Julie Christie, die damals gerade durch den Film -Doktor Schiwago- weltbekannt wurde, hier in einer Doppelrolle zu sehen. Als Clarisse & Linda stellt sie zwei Frauen dar, wie sie nicht unterschiedlicher sein können. Oskar Werner, ist ebenfalls mal wieder vorzüglich und zum Glück ist es auch in der deutschen Synchro seine unverwechselbare Stimme. Es war auch nicht das erste mal, das Oskar Werner in einem Truffaut-Film mitwirkte. Im Film Jules und Jim hatte er ebenfalls eine der Hauptrollen. Genial ist auch Cyrill Cusack, als Feuerwehrhauptmann, der unerbittlich alle Bücher vernichten will. Anton Diffring ist in einer Nebenrolle als Feuerwehrmann Fabian zu sehen.

Montag im Gespräch mit dem Hauptmann
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Francois Truffaut ist und bleibt einer meiner französischen Lieblingsregisseure, auch wenn mir nun nicht alles zu 100% von ihm gefiel. Aber Truffaut war definitiv ein absoluter Filmfreund, der das Kino sehr liebte und er war ein sehr leidenschaftlicher Filmemacher. Und das merkt man im Grunde jedem seiner Filme an. Ich mag und liebe die meisten seiner Filme, so auch diesen hier. Auch wenn F. Truffaut nicht alles aus der literarischen Vorlage übernahm, so ist ihm dennoch ein pessimistischer, düsterer und erdrückender Zukunfts-Film gelungen, der innerhalb des Genres auch irgendwie ungewöhnlich und einzigartig bleibt. Für mich nach wievor ein Klasse-Film! Und wer ihn noch nie sah,...meine Empfehlung hat er zu 100% :)


10/10 Futuristischen Zukunftsstaaten :jc_doubleup:
Graf von Karnstein Bild

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 Betreff des Beitrags: Re: FAHRENHEIT 451 - Francois Truffaut
BeitragVerfasst: 05.01.2016 18:56 
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Graf von Karnstein hat geschrieben:

Interessant finde ich mal wieder die Technik des Fernsehens. Hier sieht man im Film große rechteckige Flachbildschirme, die an der Wand befestigt sind. Und was haben wir heutzutage?,... 16:9 Flachbildschirme. Was damals im Jahre 1966 noch futuristisch anmutete, ist heute im neuen Jahrtausend fast schon zum standart in vielen Haushalten geworden.





Tja, und wer weiß, wie sich die Gesellschaft sonst noch, äh, weiterentwickelt...


Ich hab den Film mal in der Schule gesehen, ist also schon seeehr lange her, und die Erinnerung nur noch partiell vorhanden.


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 Betreff des Beitrags: Re: FAHRENHEIT 451 - Francois Truffaut
BeitragVerfasst: 05.01.2016 19:20 
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Eine sehr schöne Vorstellung, Herr Graf :dh:


Da ich mir den Film -wie bereits an anderer Stelle erwähnt ;) - gerade erst wieder an Sylvester zu Gemüte geführt habe, ist der Eindruck des Gesehenen auch weiterhin noch völlig ungetrübt vorhanden und von daher kommt Deine Filmvorstellung gerade im richtigen Moment.

Truffauts meisterhafte Inszenierung werde ich mir bestimmt auch noch einige weitere Male anschauen, da meine Begeisterung bisher mit jeder Sichtung noch um ein Weiteres anstieg und es schließlich weiterhin auch noch sehr viel zu entdecken gibt.


Ein wahres Glanzstück!


Lieblingszitat:

"Schau mal Mammi, die Feuerwehr. Pass auf, jetzt wird es gleich irgendwo brennen"


Original Trailer




ugo-piazza hat geschrieben:

Tja, und wer weiß, wie sich die Gesellschaft sonst noch, äh, weiterentwickelt...

Ich hab den Film mal in der Schule gesehen, ist also schon seeehr lange her, und die Erinnerung nur noch partiell vorhanden.



Sogar die gezeigten Programminhalte entsprachen schon damals der heute tatsächlich vorherrschenden Unterirdischkeit in der allgemeinen TV-Landschaft :?

www.youtube.com Video From : www.youtube.com


... die Zuschauer übrigens auch 8-)


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 Betreff des Beitrags: Re: FAHRENHEIT 451 - Francois Truffaut
BeitragVerfasst: 05.01.2016 21:58 
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ugo-piazza hat geschrieben:
Graf von Karnstein hat geschrieben:

Interessant finde ich mal wieder die Technik des Fernsehens. Hier sieht man im Film große rechteckige Flachbildschirme, die an der Wand befestigt sind. Und was haben wir heutzutage?,... 16:9 Flachbildschirme. Was damals im Jahre 1966 noch futuristisch anmutete, ist heute im neuen Jahrtausend fast schon zum standart in vielen Haushalten geworden.


Tja, und wer weiß, wie sich die Gesellschaft sonst noch, äh, weiterentwickelt...

Ich hab den Film mal in der Schule gesehen, ist also schon seeehr lange her, und die Erinnerung nur noch partiell vorhanden.


Tja,...die Technik wird sich definitiv weiterentwickeln, aber die Menschen ansich...
Es ist schon erstaunlich, was für ein Film Francois Truffaut hier gemacht hat und das der sogar in diversen Schulen gezeigt worden ist, ist gar nicht verkehrt. Hatte ich auch damals das Vergnügen, weiß nur nicht mehr, ob ich den zuerst mal im TV sah oder in der Schule? Was ich noch weiß ist, das ich zuerst einen meiner anderen Lieblingsfilme, nämlich PLANET DER AFFEN (1967) in der Schule sah. Ja,...der wurde uns damals vorgeführt :)




Richie Pistilli hat geschrieben:
Eine sehr schöne Vorstellung, Herr Graf :dh:

Das freut mich und vielen Dank Richie :)

Richie Pistilli hat geschrieben:
Truffauts meisterhafte Inszenierung werde ich mir bestimmt auch noch einige weitere Male anschauen, da meine Begeisterung bisher mit jeder Sichtung noch um ein Weiteres anstieg und es schließlich weiterhin auch noch sehr viel zu entdecken gibt.

Ein wahres Glanzstück!


Lieblingszitat:

"Schau mal Mammi, die Feuerwehr. Pass auf, jetzt wird es gleich irgendwo brennen"

Der Film ist in der Tat ein wahres Juwel und ich will ihn auch nicht missen.
Eine meiner Lieblingszenen/Zitate hatte ich schon im Review genannt, weil ich es einfach ganz hervorragend finde. Aber auch Dein zitiertes Zitat hat es insich. Der Film ist hier und da eh mit so einigen brillanten Dialogen durchsetzt.

Richie Pistilli hat geschrieben:
ugo-piazza hat geschrieben:

Tja, und wer weiß, wie sich die Gesellschaft sonst noch, äh, weiterentwickelt...

Ich hab den Film mal in der Schule gesehen, ist also schon seeehr lange her, und die Erinnerung nur noch partiell vorhanden.


Sogar die gezeigten Programminhalte entsprachen schon damals der heute tatsächlich vorherrschenden Unterirdischkeit in der allgemeinen TV-Landschaft :?

... die Zuschauer übrigens auch 8-)

Ich finde sowas eh immer wieder hoch interessant, wenn man ältere Zukunfts- oder Science Fiction-Filme sieht, wo man diverse Techniken zu sehen bekommt, die schon real existieren. Beispielsweise,...wer hätte das damals gedacht, das es später bzw. heutzutage kleine Fernsprech-Kommunikationsgeräte gibt, die man damals in der Serie -Raumschiff Enterprise- sah. Heute nennt man diese kleinen Geräte Handys und später kamen dann diese I-Phones, I-Pods oder wie sich das alles sonst nennen mag. Kenne mich da nicht aus, weil ich sowas nicht habe. Aber viele andere können ja offenbar nicht mal ca. 10 min ohne so ein Ding auskommen und müßen anscheinend damit immer rumfummeln. Medien und Medienkonsum sind überall und ich denke, das Truffaut vorausschauend, dies damals als kleinen Kritikpunkt mit eingebaut hat. Ich weiß nicht ob er es tatsächlich beabsichtigte, aber Truffaut liebte auch Bücher. Zu seinen Lebzeiten besuchte er regelmäßig Antiquarische Bücherläden und konnte/wollte ohne Lesestoff nicht sein. Dadurch reizte es ihn sehr, Fahrenheit 451 von Ray Bradbury zu verfilmen, gerade weil es da um das Bücherverbot ging. Bücher werden im Zukunftsstaat durch den Medienkonsum abgelöst. Wenn man diese Entwicklung vom Film bis heute/jetzt verfolgt, so ist manches gar nicht mal so weit hergeholt. Wir haben zwar keine Bücherlose Gesellschaft und es erscheinen ja immer noch genug (auch Comics usw.), aber manche Bereiche werden in Buchform schon gar nicht mehr heraus gebracht. Dafür haben wir z.B. Internet und sonstiges, wo man eben dort nachlesen kann. Auch sogenannte -virtuelle Bücher- gibt es inzwischen.

Naja,... waren/sind ein paar Gedankliche Beispiele meinerseits.
Im nach hinein war Fahrenheit 451 seinerzeit voraus und die Entwicklung gibt Truffaut irgendwie recht.

Achja,...ich könnte mir vorstellen, das der Film bestimmt was für unseren -Schmutzigen Maulwurf- ist, sofern er ihn nicht kennt und er sich da liebend gern maulwurfmäßig zwecks Sichtung durch diesen Film wühlt :D

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 Betreff des Beitrags: Re: FAHRENHEIT 451 - Francois Truffaut
BeitragVerfasst: 06.01.2016 15:38 
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Graf von Karnstein hat geschrieben:
Achja,...ich könnte mir vorstellen, das der Film bestimmt was für unseren -Schmutzigen Maulwurf- ist, sofern er ihn nicht kennt und er sich da liebend gern maulwurfmäßig zwecks Sichtung durch diesen Film wühlt :D

Der Maulwurf hat sich vor 10 Jahren etwa durch diese Dystopie gewühlt und war schwer beeindruckt. Seitdem bin ich großer Oskar Werner-Fan, und habe auch so einiges von Truffaut ausprobiert (und für exzellent befunden). Vielen Dank dass Du an mich gedacht hast! Das erklärt den Schluckauf vor kurzem :D Eigentlich könnte ich den Film mal wieder sehen, an einiges aus Deiner hervorragenden Besprechung konnte ich mich gar nicht mehr erinnern.

Dass immer noch genügend Bücher erscheinen ist richtig, aber ich frage mich wie lange noch. Laut Frankfurter Büchermesse werden es zwar immer mehr, aber ein guter Teil sind Ratgeber à la "Geschenke richtig verpacken". Richtige Bücher? Wer von den unter 30-jährigen liest denn noch? Kollege Ultrastruktur gibt sich glaube ich alle Mühe, den Umsatz der mitteleuropäischen Verlage im Alleingang auf Spitzenniveau zu halten, aber sonst? Wenn ich mir bei uns in der Firma die jungen Leute anschaue, dann glaube ich da nicht mehr dran ...

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Die Umschreibung Neuentdeckung [...] ist natürlich nur eine äußerst persönliche Färbung, denn es handelt sich um ein Spektakel innerhalb der ganz eigenen Filmwelt. Die Suche nach Input, nach Neuem, und die Offenherzigkeit gegenüber Genres und Filmen jeder Art, führen mich immer wieder zu solchen Etappen, und auch wenn sich dieser Kreis niemals schließen wird, er erfährt mitunter durchaus erfreuliche Erweiterungen. (Prisma)


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 Betreff des Beitrags: Re: FAHRENHEIT 451 - Francois Truffaut
BeitragVerfasst: 06.01.2016 15:50 
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Oskar Werner ist schon ein ganz außergewöhnliche Schauspieler, der mir am allebsten in DER SPION DER AUS DER KÄLTE KAM gefällt. Die erhältliche DVD des Films hat übrigens eine tolle Bildqualität.


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 Betreff des Beitrags: Re: FAHRENHEIT 451 - Francois Truffaut
BeitragVerfasst: 06.01.2016 16:52 
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Schmutziger_Maulwurf hat geschrieben:
Wer von den unter 30-jährigen liest denn noch? Kollege Ultrastruktur gibt sich glaube ich alle Mühe, den Umsatz der mitteleuropäischen Verlage im Alleingang auf Spitzenniveau zu halten, aber sonst? Wenn ich mir bei uns in der Firma die jungen Leute anschaue, dann glaube ich da nicht mehr dran ...


Himmel, was ist denn das wieder für eine Pauschalisierung? Ich weiß zwar nicht, in was für ner Firma du arbeitest, aber was sagt dir, dass die jungen Mitarbeiter dort in ihrer Freizeit keine Bücher lesen? Dass die es während der Arbeitszeit nicht tun, dürfte klar sein.

Ich habe aufgrund meines späten Studiums viel mit jungen Menschen zu tun und siehe da: Die wissen sogar noch, was ein Buch ist und wie man es aufschlägt. Bitte nicht immer mit irgendwelchen haltlosen Behauptungen ums Eck kommen, vor allem nicht, wenn sie sich so leicht widerlegen lassen!

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 Betreff des Beitrags: Re: FAHRENHEIT 451 - Francois Truffaut
BeitragVerfasst: 06.01.2016 17:07 
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DJANGOdzilla hat geschrieben:
aber was sagt dir, dass die jungen Mitarbeiter dort in ihrer Freizeit keine Bücher lesen?
Ich habe aufgrund meines späten Studiums viel mit jungen Menschen zu tun und siehe da: Die wissen sogar noch, was ein Buch ist und wie man es aufschlägt.


Aber die wissen nicht mehr wie man ein Telefon mit einer Wählscheibe benutzt. :mrgreen:


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 Betreff des Beitrags: Re: FAHRENHEIT 451 - Francois Truffaut
BeitragVerfasst: 06.01.2016 17:30 
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DJANGOdzilla hat geschrieben:
Schmutziger_Maulwurf hat geschrieben:
Wer von den unter 30-jährigen liest denn noch? Kollege Ultrastruktur gibt sich glaube ich alle Mühe, den Umsatz der mitteleuropäischen Verlage im Alleingang auf Spitzenniveau zu halten, aber sonst? Wenn ich mir bei uns in der Firma die jungen Leute anschaue, dann glaube ich da nicht mehr dran ...


Himmel, was ist denn das wieder für eine Pauschalisierung? Ich weiß zwar nicht, in was für ner Firma du arbeitest, aber was sagt dir, dass die jungen Mitarbeiter dort in ihrer Freizeit keine Bücher lesen? Dass die es während der Arbeitszeit nicht tun, dürfte klar sein.

Ich habe aufgrund meines späten Studiums viel mit jungen Menschen zu tun und siehe da: Die wissen sogar noch, was ein Buch ist und wie man es aufschlägt. Bitte nicht immer mit irgendwelchen haltlosen Behauptungen ums Eck kommen, vor allem nicht, wenn sie sich so leicht widerlegen lassen!

Das Zauberwort hieß "ich glaube ...". Aber Du hast freilich recht dass dies eine Pauschalisierung ist. Ich stehe halt in unserer Kaffeeecke und unterhalte mich mit den Menschen, aus meiner Abteilung und aus anderen Abteilungen, und das Thema Bücher erzeugt das gleiche Unverständnis wie das Thema Filme. Die Sätze "Lesen ist mir zu anstrengend" oder "Bücher sind voll öde" kenne ich zur Genüge. Vielleicht hast Du einfach nur Glück und ich einfach nur Pech, aber auf solchem Boden wachsen dann halt Pauschalisierungen ;)

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 Betreff des Beitrags: Re: FAHRENHEIT 451 - Francois Truffaut
BeitragVerfasst: 06.01.2016 18:47 
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Graf von Karnstein hat geschrieben:
Was ich noch weiß ist, das ich zuerst einen meiner anderen Lieblingsfilme, nämlich PLANET DER AFFEN (1967) in der Schule sah. Ja,...der wurde uns damals vorgeführt :)


Coole Schule! :D

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Den "Fahrenheit" habe ich seit Jahren nicht gesehen, aber das Review hat mir wieder richtig 'Lust' darauf gemacht. ;)


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 Betreff des Beitrags: Re: FAHRENHEIT 451 - Francois Truffaut
BeitragVerfasst: 06.01.2016 19:01 
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DJANGOdzilla hat geschrieben:
Ich habe aufgrund meines späten Studiums viel mit jungen Menschen zu tun und siehe da: Die wissen sogar noch, was ein Buch ist und wie man es aufschlägt.

Wäre auch schier fatal, wenn Studenten sich des Lesens verweigern würden. ;)

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 Betreff des Beitrags: Re: FAHRENHEIT 451 - Francois Truffaut
BeitragVerfasst: 06.01.2016 19:44 
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TRAXX hat geschrieben:
DJANGOdzilla hat geschrieben:
Ich habe aufgrund meines späten Studiums viel mit jungen Menschen zu tun und siehe da: Die wissen sogar noch, was ein Buch ist und wie man es aufschlägt.

Wäre auch schier fatal, wenn Studenten sich des Lesens verweigern würden. ;)



Das habe ich auch gedacht. Ich kenne auch keinen unter 30 Jährigen der noch ein Buch liest.
Sicher gibt es Ausnahmen aber einen guten Überblick zeigen S-Bahnen und Straßenbahnen.
Früher sah man da unzählige Leute, die ein Buch in der Hand hatten und lasen. Bietet sich ja auch an, wenn man sowieso unterwegs ist und dabei seine spannende Lektüre weiterlesen kann. Das sieht man aber heute gar nicht mehr.
Die wischen heute alle wie blöde (inklusive mir) auf ihrem Handy Display rum.


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 Betreff des Beitrags: Re: FAHRENHEIT 451 - Francois Truffaut
BeitragVerfasst: 06.01.2016 22:44 
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italo hat geschrieben:
Das habe ich auch gedacht. Ich kenne auch keinen unter 30 Jährigen der noch ein Buch liest.

Nu, ist bei mir andersrum. Kenne kaum Leute U30 die nicht lesen. Hoffe doch sehr, da in keiner Blase zu leben. Arbeite zwar nicht in der Buchsparte, kann also fast nur von dem berichten, was veröffentlicht wird, finde den Buchmarkt aber noch recht vital. Zumindest die, die mir nahe gehen, der Deutschsprachige, der tschechische und der kroatische. Viele kleinere Verlage wie Wallenstein, Verbrecher, viele Nebenherverlage wie Hochroth, Blauwerke usw. veröffentlichen ganz phantastisches. Bin sehr froh, in einer so bibliophilen Zeit wie heute zu leben. Klar, mag das nicht an die 1920er ranreichen, an Kurt Wolff usw. aber scheiße ist das definitiv nicht. Und niemand würde es produzieren, wenn es nicht gelesen bzw. gekauft wird.

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 Betreff des Beitrags: Re: FAHRENHEIT 451 - Francois Truffaut
BeitragVerfasst: 07.01.2016 18:41 
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Schmutziger_Maulwurf hat geschrieben:
Graf von Karnstein hat geschrieben:
Achja,...ich könnte mir vorstellen, das der Film bestimmt was für unseren -Schmutzigen Maulwurf- ist, sofern er ihn nicht kennt und er sich da liebend gern maulwurfmäßig zwecks Sichtung durch diesen Film wühlt :D

Der Maulwurf hat sich vor 10 Jahren etwa durch diese Dystopie gewühlt und war schwer beeindruckt. Seitdem bin ich großer Oskar Werner-Fan, und habe auch so einiges von Truffaut ausprobiert (und für exzellent befunden). Vielen Dank dass Du an mich gedacht hast! Das erklärt den Schluckauf vor kurzem :D Eigentlich könnte ich den Film mal wieder sehen, an einiges aus Deiner hervorragenden Besprechung konnte ich mich gar nicht mehr erinnern.

Danke :)
Und vielleicht siehst Du ihn tatsächlich mal wieder. Ich schau ihn in Abständen immer wieder gerne!





Jimmy Stewart hat geschrieben:
Graf von Karnstein hat geschrieben:
Was ich noch weiß ist, das ich zuerst einen meiner anderen Lieblingsfilme, nämlich PLANET DER AFFEN (1967) in der Schule sah. Ja,...der wurde uns damals vorgeführt :)


Coole Schule! :D

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Den "Fahrenheit" habe ich seit Jahren nicht gesehen, aber das Review hat mir wieder richtig 'Lust' darauf gemacht. ;)

Danke,...und es freut mich, das man u.a. dazu beiträgt, das andere Filmfans (Du) Lust bekommen, sich das eine oder andere anzuschauen :)
Ps. Gutes Bild





italo hat geschrieben:
DJANGOdzilla hat geschrieben:
aber was sagt dir, dass die jungen Mitarbeiter dort in ihrer Freizeit keine Bücher lesen?
Ich habe aufgrund meines späten Studiums viel mit jungen Menschen zu tun und siehe da: Die wissen sogar noch, was ein Buch ist und wie man es aufschlägt.


Aber die wissen nicht mehr wie man ein Telefon mit einer Wählscheibe benutzt. :mrgreen:

Ha ha,....der Gedanke kam mir auch, nach dem ich erst heute hier wieder reinschaute/reinlas :mrgreen:





Was mir noch zum Film einfällt ist, das Francois Truffaut bei der Realisierung dieses Films 2 Jahre Geduld haben mußte, weil er in Frankreich kaum Geldgeber für sein Projekt fand, so das er später auf Großbritannien ausweichen mußte. Interessant ist, das während dieser zweijährigen Wartezeit Truffaut nicht untätig blieb. Er traf sich mit Alfred Hitchcock, um ihn zu befragen. Das ganze Interview wurde aufgezeichnet und erschien als Buch mit dem Titel: Mr. Hitchcock, wie haben Sie das gemacht. Das Buch erhielt weltweit sehr gute Kritiken und gilt bis heute, als eines der besten Filmbücher. Wenn Truffaut nicht 2 Jahre auf sein FAHRENHEIT 451 hätte warten müßen,.... wer weiß, ob es dies Filmbuch gegeben hätte oder möglicherweise später erschienen wäre. Ist eine kleine Spekulation meinerseits, aber der Gedanke kam mir schon früher, wenn ich an die Zeitverzögerung dieses Films denken muß.

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 Betreff des Beitrags: Re: FAHRENHEIT 451 - Francois Truffaut
BeitragVerfasst: 07.01.2016 18:48 
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TRAXX hat geschrieben:
DJANGOdzilla hat geschrieben:
Ich habe aufgrund meines späten Studiums viel mit jungen Menschen zu tun und siehe da: Die wissen sogar noch, was ein Buch ist und wie man es aufschlägt.

Wäre auch schier fatal, wenn Studenten sich des Lesens verweigern würden. ;)


Nun ja, aber darum ging es mir ja. Um diesen allgemeinen Rundumschlag der Sorte "Die jungen Menschen lesen nicht mehr". Allein die Anzahl der Studenten ist dermaßen hoch, dass diese Behauptung einfach nur Unsinn ist.

Um mal was zum Thema beizutragen: Den Film finde ich auch sehr gut. Besonders die angesprochene Szene mit der alten Frau, die lieber mit ihren Büchern verbrennt als ohne sie zu leben, hat mich sehr beeindruckt.

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 Betreff des Beitrags: Re: FAHRENHEIT 451 - Francois Truffaut
BeitragVerfasst: 07.01.2016 19:32 
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Graf von Karnstein hat geschrieben:
Was mir noch zum Film einfällt ist, das Francois Truffaut bei der Realisierung dieses Films 2 Jahre Geduld haben mußte, weil er in Frankreich kaum Geldgeber für sein Projekt fand, so das er später auf Großbritannien ausweichen mußte.....


Hierzu gibt es auf der BD von Koch Media auch ein recht ausführliches Interview mit Truffaut himself zu bestaunen, wobei das Bonus Material insgesamt höchst informativ ausgefallen ist. Eine tolle Veröffentlichung eines fantastischen Films :dh:


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 Betreff des Beitrags: Re: FAHRENHEIT 451 - Francois Truffaut
BeitragVerfasst: 07.01.2016 20:29 
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Richie Pistilli hat geschrieben:
Hierzu gibt es auf der BD von Koch Media auch ein recht ausführliches Interview mit Truffaut himself zu bestaunen, wobei das Bonus Material insgesamt höchst informativ ausgefallen ist. Eine tolle Veröffentlichung eines fantastischen Films :dh:


Ja,...danke für die Info. zum Bonusmaterial!
Nur habe ich die Bluray noch nicht, denn ich mußte sie letztens im Geschäft stehen lassen, weil ich kaum noch Bargeld dabei hatte und die Bluray hinterher weg war :( Wird aber definitiv nachgeholt :)

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 Betreff des Beitrags: Re: FAHRENHEIT 451 - Francois Truffaut
BeitragVerfasst: 08.01.2016 01:57 
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DJANGOdzilla hat geschrieben:

Nun ja, aber darum ging es mir ja. Um diesen allgemeinen Rundumschlag der Sorte "Die jungen Menschen lesen nicht mehr". Allein die Anzahl der Studenten ist dermaßen hoch, dass diese Behauptung einfach nur Unsinn ist.



Ich denke auch daß auf den Samrtphones nicht nur Bilder drauf sind ... ;)


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 Betreff des Beitrags: Re: FAHRENHEIT 451 - Francois Truffaut
BeitragVerfasst: 08.01.2016 18:33 
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Graf von Karnstein hat geschrieben:
Ja,...danke für die Info. zum Bonusmaterial!


Kurze Korrektur: Die Hintergründe der langwierigen Suche nach entsprechenden Geldgebern werden nicht im Truffaut Interview, sondern im "Making Of" vom damaligen Produzenten (kurz) erläutert :oops:

Truffaut wollte Fahrenheit 451 ursprünglich als Trilogie inszenieren, bei der dann ein Teil in englischer und zwei Teile in französischer Sprache produziert werden sollten :? Nachdem er sich für diesen ursprünglichen Projektentwurf ausschließlich Absagen einhandelte, änderte er irgendwann seine Planung und suchte von da an interessierte Geldgeber für nur noch einen ganz regulären Einteiler. Außerdem fand die Premiere des Bradbury Romans in den ersten Playboy Ausgaben statt und begleitete somit Hugh Hefner und sein ästhetisches Schmierblättchen von Beginn an auf dem recht kurzen Weg zum Erfolg.

Beim 15 minütigen Interview mit Truffaut dreht es sich vordergründig um die Intensionen des Filmemachers in Verbindung mit der dystopischen Romanvorlage Bradburys und natürlich über das ihn am meisten interessierende Thema: Die staatlich angeordnete Vernichtung von Literatur. Da er schon immer einen Film über "Bücher" drehen wollte, ihm aber bisher die richtige Idee dazu fehlte, war spätestens mit dem Entdecken der Romanvorlage der richtige Zeitpunkt gekommen und Truffaut begann daraufhin mit den Vorbereitungen für das zukünftige Projekt.


So, jetzt reicht es aber mit dem Spoilern der Extras, wobei die paar Info-Häppchen lediglich die Spitze vom Eisberg sind :D
Das einzige Extra das ich mir demnächst noch in Ruhe zu Gemüte führen muss, ist der Audiokommentar von Julie Christie.


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