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 Betreff des Beitrags: PROXY - Zack Parker
BeitragVerfasst: 02.07.2017 13:16 
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PROXY
USA 2013

Mit Alexia Rasmussen, Alexa Havins, Kristina Klebe, Joe Swanberg u.a.

Regie: ZACK PARKER

FSK ab 18 Jahren

Laufzeit der Bluray: 122 min


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Um es gleich mal vorweg zunehmen,... Obwohl das Plakat (auch die Amaray-Covers) beim betrachten bei mehr oder weniger Leuten möglicherweise etwas bestimmtes suggerieren mag,.... Proxy ist definitiv kein Schwanger-,Geburten-, oder Babyhorror!


Zum Inhalt:
Da ist eine junge Frau namens Esther, die im neunten Monat schwanger ist. Zur Kontroll-Untersuchung, befindet sie sich gerade in der Arztpraxis. Auf dem Weg nach Hause, wird sie plötzlich von einer unbekannten Person mit einem Stein niedergeschlagen. Bewußtlos liegt Esther nun am Boden und es kommt zu einer der verstörendsten Szenerien. Diese Person nimmt den Stein und mit diesem schlägt diese 13 mal wuchtig auf den schwangeren Bauch der Bewußtlosen ein, bis Blut zu sehen ist. Wer macht denn sowas? Dann nimmt die Person die Brieftasche mit Geld und verschwindet. Esther wird im Krankenhaus schnell notoperiert, indem ihr Bauch aufgeschnitten und das tote Baby heraus geholt wird.

Nach der Attacke liegt Esther bewußtlos da
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Esther mit sich allein zu Haus

Esther nimmt das Geschehene irgendwie gelassen hin und wirkt teils auch apathisch, als man mit ihr redet und Fragen stellt. Nach einiger Zeit hat sich Esther soweit erholt, das sie das Krankenhaus wieder verlassen kann. Zu Hause ist sie mit sich allein. Einem Rat der Ärztin folgend, begibt sie sich zu einer Therapiegruppe, wo Frauen sind, die durch irgendwelche Umstände ihre Kinder verloren haben. Dort lernt sie Melanie kennen, deren kleiner Sohn ebenfalls starb. Beide Frauen freunden sich an. Als Melanie später einer der Therapiesitzungen fernbleibt, versucht Esther sie telefonisch zu erreichen. Später entdeckt Esther Melanie in einem Kaufhaus und beobachtet sie heimlich. Überraschend sieht Esther nun, das Melanie ihren Sohn Peyton auf dem Arm hat. Melanie hat also allen was vorgemacht, aber warum? Die Geschichte nimmt ihren weiteren äußerst überraschenden aber auch extrem krassen Verlauf. Mehr kann und will ich auch nicht weiter vom Inhalt preisgeben!

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Melanie links und Esther, rechts

"Ich bin hier, um die Dinge zu regeln, weil Du es nicht kannst!"
(Esther zu Melanie)

Obwohl alles so eher harmlos normal beginnt und es sich von meiner notwendigen kurz beschränkten Inhaltsangabe (umfasst eh nur vage die ersten 30 min) nach einem üblichen Thriller anhören mag, so ist Proxy alles andere als das und schon gar keiner von diesen 08/15 Thrillern. Dabei ist Proxy nicht allein nur Thriller, sondern zu großen gleichen Teilen auch Drama und Horror. Zack Parker erzählt seine Geschichte so, so das diese niemals langweilig ist. Im Gegenteil, denn schon nach den ersten Minuten merkt man, das hier und bis zum Ende teils unterschwellige bedrückende bedrohliche Atmosphäre und Spannung vorherrschend sind, die der Film durchgehend bei behält. Auch irgendwelche Genre-Klischees finden sich hier nicht ein, denn die werden ebenso auf geniale Art und weise abgeblockt, wie auch die möglichen Erwartungen des Zuschauers. Hektische Szenerien gibt es hier auch nicht, was nur ein weiterer großer Pluspunkt des Films ist. Und trotz der ganzen ruhigen Erzählweise, die hier auch notwendig ist, tun sich hier nach und nach dermaßen Abgründe und verstörende Szenerien auf, die dann den Zuschauer umso mehr mit voller Wucht treffen. Verstörend ist übrigens der ganze Film und nicht nur die Gewaltszenerien, denn die können, je nach Zuschauer, zusätzlich noch verstörender wirken, als es Proxy ohnehin schon ist. Wer den Film zum allerersten mal sieht bzw. gerade dabei ist ihn zu sehen, weiß definitiv eh nicht, was ihn noch alles erwartet. Proxy ist total unberechenbar und konsequent. Auch die Darsteller müßen hier voll bei der Sache gewesen sein, denn diese sind wirklich exzellent und erfüllen ihre Charaktere mit Leben. Auch die teils dramatische, bedrohliche, aber ruhige Musik von den The Newton Brothers passt ganz hervorragend und trägt bedeutend zum Gesamteindruck dieses Films bei.

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Ein Film, der ein wenig auf den Spuren von A. Hitchcock, B. de Palma, R. Polanski und D. Lynch wandelt und es dabei versteht dennoch eigenständig zu bleiben. Funktioniert das?,....Aber ja, denn Zack Parker hat mit diesem Filmwerk seine Hausaufgaben richtig gut gemacht, denn sein Film mag ein wenig an diese Regisseur-Vorbilder erinnern und laut einem Interview verleugnet es der Regisseur auch gar nicht. Der Film ist eine Independent-Produktion und die dürfte eine der gelungensten und besten sein, die mir bisher unter gekommen ist. Zack Parker führte nicht nur Regie, sondern verfasste zusammen mit Kevin Donner das Drehbuch und produzierte seinen Film. Der Film hat meiner Ansicht nach bis heute immer noch keinen größeren Bekanntheitsgrad und führt zu unrecht ein Schattendasein und gilt somit als echter Geheimtip. Und wer bis jetzt von dem Film noch gar nichts vernommen hat oder irgendwie einen Bogen um dieses Werk gemacht haben sollte, denen rate ich dazu Proxy kennen zulernen. Dabei ist es echt ratsam, sich keine längeren Inhaltsangaben durch zulesen oder Trailer vorher anzusehen. Der Trailer mag zwar nicht soviel preisgeben, könnte aber dennoch zuviel verraten. Allerdings dürfte solch ein Film auch nur für eine bestimmte Art von Zuschauern sein, weil und ich zitiere:

"..... Dabei seien all jene gewarnt, die von sensibler Natur sind. Denn obwohl Proxy nur drei explizite Gewaltspitzen enthält, braucht es starke Nerven, sich diesem Monster von Film zu stellen. Zu keiner Sekunde möchte Proxy als leichte Kost verstanden werden, sondern als bleischwerer Brocken, der einem noch lange schwer im Magen liegt."
(Nando Rohner im Booklet-Text des Mediabooks)

Ich kann mich dem nur anschließen! Und wer es immer noch nicht verstanden hat, Proxy ist ein wahres kleines Filmod, eine Filmperle, dessen Entdeckung sich definitiv lohnt. Aber Proxy verlangt von einem die ganze Aufmerksamkeit, denn es ist wahrlich kein Film, den man sich einfach mal so nebenbei anschaut. Man muß/sollte hier aufpassen. Proxy fordert heraus, ist laut Werbung komplex und zutiefst beunruhigend,... und man staunt bestimmt nicht schlecht über das, was man in den 122 min gesehen hat. Und ohne die Filme direkt miteinander vergleichen zu wollen,... aber in Sachen -Verstörene Filme- kann sich Proxy sogar neben z.B. Martyrs oder Excision dazu gesellen.

Das auf 333 Exemplare limitierte MB Bild

Proxy erschien beim Label Ascot auf DVD und Bluray. Neben den Amaray-Ausgaben existieren noch eine Hartbox und ein schönes Mediabook von Birnenblatt. Das MB beinhaltet als Medium nur die Bluray, ein Booklet (nicht vor dem Film lesen) und eine Soundtrack CD. Feine Sache, da man hier auch gleich die Filmmusik dazu hat. Bild und Ton der Bluray sind sehr gut. Die Synchro ist gelungen, aber man kann sich den Film auch im OmDU anschauen. Bonusmaterial mit Interviews, Behind the Scenes, Clips usw. ist auch vorhanden, allerdings ohne deutsche Untertitel. Das Menü mit seiner Filmmusik und den schnell aufeinander folgenden Szenerien gefällt mir auch und stimmt einen richtig gut auf den Film ein. Proxy ist uncut! Der Film ist aber auch ein wenig Arthauskino, weshalb ich ihn lieber hier in diese Rubrik reingesetzt habe. Ich habe den Film bisher dreimal gesehen und es wird nicht das letzte mal gewesen sein.


10/10 kleinen stillen Filmperlen, die es verdammt insich haben :jc_doubleup:
Graf von Karnstein Bild

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 Betreff des Beitrags: Re: PROXY - Zack Parker
BeitragVerfasst: 03.07.2017 02:52 
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Kann mich dem nur anschließen: PROXY ist ein ordentliches Brett! Aber kein dummes, für die Gorebauer-Fraktion-only! Eine kleine feine fiese Indie-Horror-Perle, die nachwirkt! Geheimtip!

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"Ein Tittchen hier, ein Fötzchen da, und die Welt sähe wieder rosiger aus." anti
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 Betreff des Beitrags: Re: PROXY - Zack Parker
BeitragVerfasst: 03.07.2017 18:48 
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Ja,... stimmt.
Proxy dürfte für die übliche Gore-Splatter Fraktion nicht so das richtige sein, zumal der Film im grunde nix diesbezüglich bietet, da hier doch so einiges anders daher kommt, aber keineswegs minder harmlos. Ich denke es war die Zeitschrift Deadline, die den Film bei seinem Erscheinen auf BD/DVD im Jahre 2014 bescheinigte, das dies der cleverste Thriller des Jahres sei. Dem pflichte ich bei, denn Proxy ist alles andere als dumm, aufgrund seiner guten starken Geschichte, ihrer Entwicklung, der Inszenierung, den Charakteren und nicht zuletzt, je nach Zuschauer auch wegen seiner verstörenden Wirkung.

Wer Proxy sehen will und keine Scheu davor hat,... nur zu,...traut euch :)
Proxy beißt zwar, allerdings auf seine ganz eigene Art und weise! :good:
Ein Film, der noch lange nachwirkt und man auch darüber nachdenkt.

Könnte mir sogar vorstellen, das Proxy auch mal etwas für den Sender Arte sein könnte!

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