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 Betreff des Beitrags: RE-PENETRATOR - Doug Sakmann
BeitragVerfasst: 25.08.2018 11:20 
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Re-Penetrator
(Burning Angel's Re-Penetrator / Female Animated Corpse: Lethal Sex Object)
USA 2004 - Written, Directed, Edited & Produced by Doug Sakmann
Starring: Joanna Angel & Tommy Pistol


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Bereits Stuart Gordon ließ in Re-Animator (1985), seiner genialen Adaption von H. P. Lovecrafts klassischem Horror-Serial Herbert West - Reanimator (Herbert West - Der Wiedererwecker) aus dem Jahre 1922, den der Geschichte innewohnenden sexuellen Aspekt mehr als nur ein wenig anklingen, am augenscheinlichsten natürlich in der legendären Szene, in der sich Dr. Hills abgetrennter Kopf in eindeutiger Absicht an die nackte und gefesselte Megan Halsey heranmacht. Insofern sollte es keine große Überraschung sein, daß sich irgendwann - in diesem Falle 2004 - auch einmal ein wagemutiger Pornograph des Stoffes angenommen hat und den Sex in den Mittelpunkt der Geschichte stellte. Das Ergebnis wiederum überrascht dann doch. Denn mit so etwas konnte (oder wollte) man einfach nicht rechnen. Würde man Lovecraft diesen Film zeigen, er würde vermutlich bis in alle Ewigkeit in seinem Grab rotieren, heulend wie die Klageweiber.

Der geniale Wissenschaftler Dr. Hubert Breast (Tommy Pistol) hat es tatsächlich geschafft. Er hat ein (giftgrün schimmerndes) Serum entwickelt, mit dem er Tote ins Leben zurückholen kann. Und vor ihm auf dem Tisch liegt auch schon sein Versuchsobjekt, eine tote Frau (Joanna Angel), nackt von Kopf bis Fuß, sieht man mal von den schicken High Heels ab, in denen ihre zierlichen Füße stecken. Er injiziert eine großzügige Dosis des Wundermittels direkt in die blankrasierte Muschi und harrt der Dinge, die da kommen sollen. Lange muß er nicht warten. Erst beginnen die Augen der Toten zu leuchten, dann setzt sich die Frau auch schon auf. Und denkt nur an das eine, sehr zur Freude des Doktors, der keine Sekunde zögert und sein bestes Stück aus der Hose fischt. Nach der langen, abwechslungsreichen Nummer liegt Hubert neben der (die Zigarette danach rauchenden) Frau, erschöpft aber glücklich. Doch das untote Geschöpf ist mit ihm noch nicht fertig.

Etwa Mitte des Jahres 2004 fragte Joanna Angel (Neu Wave Hookers), Gründerin und Inhaberin der alt.porn-Website BurningAngel, den Low-Budget-Filmemacher Doug Sakmann (Punk Rock Holocaust), ob er Interesse hätte, ein kleines Halloween-Häppchen für die zahlende Kundschaft zu drehen. Also eine Hardcore-Szene, garniert mit Horrormotiven. Sakmann sagte zu und hatte sogleich die Idee, für dieses Projekt einen seiner Lieblingsfilme zu parodieren. Angel war sofort Feuer und Flamme und erklärte sich bereit, den weiblichen Part zu übernehmen, während man für die Jeffrey Combs-Rolle Tommy Pistol (The Gruesome Death of Tommy Pistol) engagierte. Alle drei waren relativ neu im Geschäft und weitgehend unbekannt. Sie hatten nichts zu verlieren. Also ließen sie, wie man so schön sagt, die Sau raus, hauten auf den Putz und kleckerten mit dem Kunstblut nicht verschämt herum, sondern klotzten damit auf Teufel komm raus.

Die Belohnung für das eher ungewöhnliche Treiben kam einige Zeit später, in Form eines AVN Awards. Re-Penetrator sackte bei den Adult Video News Awards 2006 die Trophäe für die "Most Outrageous Sex Scene" ein. Völlig zu Recht, wage ich zu behaupten. Denn "outrageous" im Sinne von "ungeheuerlich, abscheulich und skandalös" ist das Dargebotene allemal. Da sabbert und spuckt Miss Angel Blut, während sie den Doktor bläst. Als er sie leckt ("Eat my zombie pussy!"), spritzen ihm einige Blutschwalle (aus ihrer Möse) ins Gesicht. Blutverschmierte Körper geben sich in verschiedenen Stellungen der Wollust hin ("Fuck me, fucking zombie bitch!"). Und zu guter Letzt zerfetzt die Leichenbraut den Wissenschaftler, während sie ihn reitet, zerbeißt ihm den Hals, rupft ihm die Gedärme aus dem Leib, reißt ihm einen Arm ab. Diese Szene ist so unfaßbar daneben, daß ich nur ungläubig den Kopf schüttelte, während ich mir gleichzeitig ein Grinsen nicht verkneifen konnte.

Ja, das ist schon eine deftige Schweinerei, was Sakmann (der das Filmemachen übrigens bei Troma "erlernt" hat), Angel und Pistol da abziehen, wobei Letztere natürlich mit vollstem Körpereinsatz vor der Kamera abliefern mußten. Die beiden standen nach dem Dreh bestimmt stundenlang unter der Dusche, um all das klebrige Kunstblut von ihren Leibern bzw. aus ihren Körperöffnungen zu entfernen. Pistol praktiziert ausgelassenes Mad-Scientist-Overacting ("It's alive! It's alive!"), und Angel spielt gewohnt enthusiastisch, fällt aber das eine oder andere Mal etwas aus ihrer Rolle. Die quirlige, sympathische Performerin gibt jedenfalls alles, und dafür muß man sie einfach lieben. Die saftigen, ausnahmslos handgemachten Spezialeffekte sind recht durchschaubar und bewegen sich auf durchschnittlichem B-Movie-Niveau, wobei die artifizielle Szenenausleuchtung dem Geschehen einen unwirklichen Touch verleiht. Und nebenher dröhnt noch ein (nicht sonderlich guter) Rockscore.

In Bezug auf die tollkühne Verquickung von (hartem) Sex und (blutigem) Horror sind die drei übrigens keine Eintagsfliegen, sondern sowohl Überzeugungs- als auch Wiederholungstäter. Zwei Jahre nach Re-Penetrator folgte The XXXorcist (2006), und 2012 ließen sie in Evil Head schließlich auch noch die Teufel tanzen. Als Wichsvorlage ist das in zwölf Stunden heruntergekurbelte Zwei-Personen-Stück eine komplette Niete, daran kann auch Joanna Angel nichts ändern, die selbst als Tote eine verdammt leckere Figur abgibt. Aber es war auch nicht die Absicht der Macher, ihr Publikum anzutörnen, sondern ein grotesk-geschmackloses Nischenprodukt mit Camp-Flair zu produzieren, das bei der Fangemeinde für Vergnügen der abseitig-perversen Art sorgen sollte. Eine exzessivere und lustvollere Mischung aus Hardcore-Sex und Splatter ist jedenfalls schwer vorstellbar. Re-Penetrator besteht aus nur einer Szene und läuft im "Director's Cut" schlanke dreiundzwanzig Minuten. Dreiundzwanzig Minuten, die es in sich haben.

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