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 Betreff des Beitrags: VERFLUCHTE LIEBE DEUTSCHER FILM - Dominik Graf, Johannes Sievert
BeitragVerfasst: 03.12.2016 13:23 
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VERFLUCHTE LIEBE DEUTSCHER FILM (Dokumentation, Deutschland 2016)


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Regie: Dominik Graf und Johannes Sievert

Gesprächspartner: u. a. Mario Adorf, Roland Klick, Klaus Lemke, Artur Brauner, Roger Fritz, Rainer Knepperges, Christiane Krüger, Gisela Hahn uvm.

Arte hat geschrieben:
Mit Entdeckerfreude versuchen Dominik Graf und Johannes F. Sievert im Gespräch mit Historikern und Protagonisten unserer Geschichte den Zuschauern einen kenntnisreichen Blick in die unterdrückten Mahlströme des deutschen Films zu eröffnen. Es ist die Erzählung einer schwierigen Liebe zum deutschen Film und über einige der schönsten und unbekanntesten Filme unseres Landes.

Mit dem Dokumentarfilm „Verfluchte Liebe Deutscher Film“ begibt sich ARTE auf eine Reise zu den Nachtschattengewächsen des deutschen Films, in den Steinbruch der Filmgeschichte, zu den vergessenen Juwelen, die zeigen, was Kino beziehungsweise Fernsehkino sein kann: wie unberechenbar, wie labyrinthisch, wie gewagt, wie gefährlich gerade in den Genre-Konfektions-Formen das Kino war.

Viele der Filme sind wahre Schätze des Genrekinos. „Verfluchte Liebe Deutscher Film“ beleuchtet einen vergessenen Teil unserer Filmkultur – Filme, die neben dem offiziellen, seriösen, exportfähigen Output einen ungewohnten Ton anschlagen und einen seltsam anderen Blick auf unser Land, in unsere Seele und unser Unbewusstes werfen.

Wie konnte es dazu kommen, dass eine Seite der deutschen Filmtradition so schnell verloren gegeben wurde? Mit Entdeckerfreude versucht der Dokumentarfilm im Gespräch mit Historikern und mit Protagonisten unserer Geschichte den Zuschauern einen kenntnisreichen Blick in die unterdrückten Mahlströme des deutschen Films zu eröffnen. Es ist die Erzählung einer schwierigen Liebe, der Liebe zum deutschen Film und über einige der schönsten und gleichzeitig unbekanntesten Filme unseres Landes.

- IMDb
- OFDb
- Arte
___________

Die kürzere TV-Fassung auf Arte war schon richtig spannend. Besonders haben mir die Beiträge mit Roland Klick und Mick Jagger, äh, Klaus Lemke in ihrer Direktheit gefallen. Hoffentlich kommt die Deadlock-Veröffentlichung mit ganz viel Material von und mit Roland Klick raus.
Die Erinnerung von Mario Adorf an Nachts, wenn der Teufel kam war auch unterhaltsam :D


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 Betreff des Beitrags: Re: VERFLUCHTE LIEBE DEUTSCHER FILM - Dominik Graf, Johannes Sievert
BeitragVerfasst: 03.12.2016 13:42 
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Hab dazu gestern noch folgenden Artikel gelesen mit anschließender Diskussion zum Deutschen Genrefilm wo sich auch Regiseur Christoph Hochhäusler eingeklingt hat.

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Doku selber wollte ich mir gleich anschauen.


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 Betreff des Beitrags: Re: VERFLUCHTE LIEBE DEUTSCHER FILM - Dominik Graf, Johannes Sievert
BeitragVerfasst: 03.12.2016 14:12 
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Mac Gyver hat geschrieben:
Die Erinnerung von Mario Adorf an Nachts, wenn der Teufel kam war auch unterhaltsam :D


Absolut großartig, wie Adorf seinen Originaltext - mit dementsprechender Mimik - aus dem Stehgreif zum Besten gibt. Der 'alte Mann' ist noch wahnsinnig "gut beisammen"! Das anschließende Lachen wirkte hochsympathisch.

Ein wenig wehmütig wurde ich in Anbetracht der Vergänglichkeit des Lebens - die den abgemagerten, aber nichtdestotrotz hellen, Klick und Berling schon anzusehen war.

Was der Lemke, nach wie vor, für 'ne Große - nicht immer sympathische - Schnauze hat, ist schon phänomenal. :)


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 Betreff des Beitrags: Re: VERFLUCHTE LIEBE DEUTSCHER FILM - Dominik Graf, Johannes Sievert
BeitragVerfasst: 03.12.2016 14:39 
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Dank der detailgetreuen Erläuterung des Themas "textfreie Inszenierung" durch Christiane Krüger kann ich mir dieses albern wirkende Herumgezähle am Set nun auch bildlich besser vorstellen :D Den Herrn Lemke empfand ich übrigens auch als den Oberknaller :dh:

Da mir die Doku gestern Abend eine dermaßen gute Laune bereitet hat, wurde sogleich heute Morgen ein ganzer Stapel an Deutschfilmproduktionen zusammengesucht und zum Anschauen bereit gelegt. Und nach der Darbietung des Herrn Lemkes kann ich seinen immer wieder aufs Neue verwirrenden Negresco jetzt auch bestimmt viel besser nachvollziehen ;)

Und wie war das noch einmal mit Don Alfredo und Don Pipo? :lol:


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 Betreff des Beitrags: Re: VERFLUCHTE LIEBE DEUTSCHER FILM - Dominik Graf, Johannes Sievert
BeitragVerfasst: 03.12.2016 15:43 
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Geniale Doku, aber warum nur gekürzt? :o
Dachte während dem Schauen die müssen doch gleich mal Subkultur Entertainment erwähnen und was die mit der EDV für die Wiederentdeckung des deutschen Films tun seit einiger Zeit.
Auf jeden Fall hab ich jetzt Bock den noch ungesehenen Mädchen Mädchen endlich mal in den Player zu legen.


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 Betreff des Beitrags: Re: VERFLUCHTE LIEBE DEUTSCHER FILM - Dominik Graf, Johannes Sievert
BeitragVerfasst: 03.12.2016 16:17 
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Dr. Freudstein hat geschrieben:
Dachte während dem Schauen die müssen doch gleich mal Subkultur Entertainment erwähnen und was die mit der EDV für die Wiederentdeckung des deutschen Films tun seit einiger Zeit.


Naja, wirklich erwähnen müssen sie SK nicht, denn die gesamte Doku wirkt wie ein gigantisches Promovideo für die EDV. :mrgreen:
Da sind ja tonnenweise Filme dabei, die in der EDV kamen oder noch kommen.

Blutiger Freitag, Deadlock, Mädchen mit Gewalt, Mädchen Mädchen, Abwärts, Sukkubus, Jet Generation...

Mir kam dabei stattdessen der Gedanke, ob SK für die VÖ der Doku die vielen Szenenschnipsel gegen HD austauscht?
Immerhin sorgen sie in der EDV für die HD Premieren einiger der Streifen und das wäre ja der Doku ziemlich zuträglich bedenkt man die teilweise unterirdische Quali einiger Clips.


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 Betreff des Beitrags: Re: VERFLUCHTE LIEBE DEUTSCHER FILM - Dominik Graf, Johannes Sievert
BeitragVerfasst: 03.12.2016 16:26 
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Mich haben die Ausschnitte aus dem aktuellen (?) Lemke
neugierig gemacht (wobei ich jetzt nicht weiss, ob die auch in der TV Austrahlung drin waren, ich hab die Langfassung der Doku damals im Kino sehen dürfen)

Hier der Trailer:
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(der übrigens scheinbar nichts mit diesem "Unterwäschelügen" zu tun hat (?):
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 Betreff des Beitrags: Re: VERFLUCHTE LIEBE DEUTSCHER FILM - Dominik Graf, Johannes Sievert
BeitragVerfasst: 03.12.2016 19:58 
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ErnestoGastaldi hat geschrieben:
Mich haben die Ausschnitte aus dem aktuellen (?) Lemke
neugierig gemacht (wobei ich jetzt nicht weiss, ob die auch in der TV Austrahlung drin waren, ich hab die Langfassung der Doku damals im Kino sehen dürfen)

Hier der Trailer:
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(der übrigens scheinbar nichts mit diesem "Unterwäschelügen" zu tun hat (?):
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Lemke erzählte bei der Viennale, den Titel hätte er ursprünglich für einen anderen Film vorgehabt (ich glaube es war "Berlin für Helden"), deshalb gibts den Trailer immer noch unter diesem Titel auf youtube.

Unterwäschelügen macht extrem Spaß, ist einer seiner lustigsten Filme, wie ich finde. Aber Lemke hats sowieso drauf, ich freu mich immer, wenn ein neuer Film von ihm kommt (Gottseidank steht der Viennale-Direktor Hurch total auf Lemke, deshalb läuft hier fast jedes Jahr ein neuer Film von ihm).
Einer der letzten Guerrilla-Filmmaker! :schilder_hschild:

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 Betreff des Beitrags: Re: VERFLUCHTE LIEBE DEUTSCHER FILM - Dominik Graf, Johannes Sievert
BeitragVerfasst: 03.12.2016 20:02 
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Ah, super - vielen Dank für die Aufklärung, das hat mich wirklich verwirrt!


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 Betreff des Beitrags: Re: VERFLUCHTE LIEBE DEUTSCHER FILM - Dominik Graf, Johannes Sievert
BeitragVerfasst: 05.12.2016 22:55 
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Minos hat geschrieben:
Hab dazu gestern noch folgenden Artikel gelesen mit anschließender Diskussion zum Deutschen Genrefilm wo sich auch Regiseur Christoph Hochhäusler eingeklingt hat.

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Regisseur Hochhäusler ist mir bei solchen Diskussionen schon einmal wohltuend aufgefallen, weil er dieses (mich mittlerweile langweilende) Gejammer vom guten Genrefilm vs. bösem "Förderfilm" mit beachtenswerten Hinweisen unterläuft.

Um mal gleich mit der Tür ins Haus zu fallen: Auch das Genrefilmpublikum kann durchaus sehr anstrengend sein. Borniertheit, Sich-Einmauern wie in einer Schrebengartenkolonie, ja nichts von außen zulassen, sich immer schön vom Feind (Autorenfilm, "Mainstream" etc.) abgrenzen. Da kann oder darf dann kaum ein deutscher Film neueren Datums überhaupt halbwegs gut sein und wenn es sich sogar "nur" um ein Drama oder eine Komödie handelt, dann ist sowieso Feierabend.

Die Kurzfassung der Doku fand ich stellenweise interessant, aber insgesamt nicht überraschend, wenn man die Filmtexte von Dominik Graf kennt (gibt's in einem Sammelband zu kaufen). Relativ viele Abstecher nach Italien, wobei ich mich frage, was denn an DAS SYNDIKAT oder diversen Filmen von di Leo außer einer gewissen Produktionsbeteiligung denn besonders deutsch sein soll. Diese Geschichten sind überwiegend nicht-deutsch besetzt und wurden von Italienern gedreht. Ausgehend vom Titel der Doku war mir das teils etwas zu weit vom Thema entfernt. Klar, man hört die Anekdoten gern, aber andererseits kennt man sie ja meist auch schon.

Da Graf zum Beispiel über Fassbinder (beispielsweise LILI MARLEEN und DIE DRITTE GENERATION) sehr gute Texte verfasst hat, hätte mich schon interessiert, wie diese Zeit des NDF denn aus heutiger Sicht betrachtet wird. Es sind ja doch so manche (eben auch) Genrefilme darunter und Werke, die künstlerisch wie kommerziell beachtlich waren. Aber dazu kam dann irgendwie gar nichts. Ich bin mal gespannt, wie die längere Fassung der Doku aussieht, das bisher Gesehene war im Rahmen des zu Erwartenden. Was sicher auch daran liegt, dass ich Grafs Sichtweise durch eine aufmerksame Lektüre seiner Texte und Interviews halt schon recht gut kannte. Sprich: Man weiß dann eben, was auf einen zukommt - interessant ist der Film aber natürlich schon.


Jimmy Stewart hat geschrieben:
Was der Lemke, nach wie vor, für 'ne Große - nicht immer sympathische - Schnauze hat, ist schon phänomenal. :)
Ja, der Lemke: Was hat der eigentlich seit den Siebzigern Großes zustandegebracht? Wenn ich mir die diversen Filmdatenbanken und andere Quellen anschaue, ist von seinen Filmen ab 2000 so gut wie nichts im Kino gelaufen oder auf DVD erschienen. Sie liefen meist um Mitternacht etwa zwei Mal bei den Öffentlich-Rechtlichen, danach kam nix mehr.

www.youtube.com Video From : www.youtube.com


Die Klaus Lemke Filmproduktion ist ein Traditionsunternehmen wie Porsche ... nun, Humor und Selbstironie hat er ja. ;)

Die Filme sollen im Untergrund bleiben, habe ich mal als Zitat gelesen. Nun, man kann es auch anders sehen: Dem Autorenfilm wird gerne vorgeworfen, nur im "Elfenbeinturm" stattgefunden zu haben (was falsch ist). Aber wie sieht's denn bei Lemke aus? Er polemisiert gegen die Filmförderung aus Steuermitteln und nennt das Resultat pauschal ein "Massengrab allerbester Absichten". Wenn aber zum Beispiel das ZDF oder der WDR die Gebührengelder der ÖR (die genauso "zwangsweise" dafür verwendet werden) zum Ankauf von Lemkes Meisterwerken in die Hand nehmen, geht das Geld des Steuer- bzw. in diesem Fall eben Gebührenzahlers natürlich voll in Ordnung.

Beispiel DANCING WITH DEVILS: Darsteller kriegen 'nen Fuffi am Tag, den Film verkauft Lemke für 110.000 Euro ans ZDF (sagte er im Interview). Das ist vermutlich mehr Kohle aus Gebührengeldern als er im Vorfeld der Produktion aus Steuermitteln für Drehbuch- bzw. Filmförderung bekommen hätte. Aber echtes Publikumsinteresse steckt hinter beiden Geldformen eigentlich nicht, wenn man es mal genauer betrachtet, denn die Senderkohle wird ja ausgegeben, ohne dass der Film besonderen Erfolg haben muss.

Beim ZDF etwa sitzt halt einer, der Lemkes Filme mag und die genannte Summe ausgibt. Sicher ist das schön, wenn man auch solche Inseln im Programm finden kann, andererseits lief der Film geschätzt zwei Mal im Fernsehen und ist nicht auf DVD zu bekommen. Auf dem freien Markt (Kinoeinsätze abseits von Festivals und DVD-Verkäufe) findet diese Ware eigentlich nicht statt, muss sich also nicht bewähren. Es reicht offenbar, wenn die Filme mit Gebührenzahlerkohle angekauft und dann irgendwann "versendet" werden. Ein Lemke-Streifen hatte seine TV-Premiere einmal weit nach Mitternacht um 2 Uhr weißnichtwann.

Mal ehrlich: Und da wirft man zum Beispiel dem Autorenfilm gerne mal pauschal vor, er habe am Publikum vorbeiproduziert? Immerhin kennt man Namen wie Herzog, Wenders oder Schlöndorff auch heute noch international und sie drehen mit weitaus größerer Resonanz (wenn man sich die Auswertung ihrer Filme ansieht).

Der hier im Thread verlinkte neue Clip sieht ja handwerklich schon mal wieder ganz brauchbar aus, aber was ich von Lemke teilweise seit 2000 spätnachts im Fernsehen so mitbekommen habe, war wirklich nichts Besonderes. Würde da ein anderer Name im Vorspann stehen, irgendein No-Name-Regisseur, würden die Filme vielleicht auch bei Lemke-Fans gnadenlos durchfallen. Oder sind die folgenden Clips einfach nur schlecht ausgewählt und präsentieren Underground-Meisterwerke im falschen Licht?

www.youtube.com Video From : www.youtube.com


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www.youtube.com Video From : www.youtube.com


www.youtube.com Video From : www.youtube.com


Lemke hat als Person eine markante Präsenz, das kann man nicht abstreiten. Aber er kommt mir auch ein bisschen vor wie jemand, der in den Siebzigern in einer geilen Band war und ein paar richtig gute Platten rausgehauen hat, bevor er der Meinung war, alles besser zu wissen und solo weitermachen zu können. Und so wird halt heute in der eigenen Garage irgendwas zusammengeschrammelt und auf selbstgebrannten CDs bei Ebay verhökert. Natürlich mit permanentem Dissen an die Adresse des Mainstreams und der Musikindustrie, weil die ja sowieso nix kapieren. Dummerweise ist aber nichts alles, was im Underground entsteht, ein ungeschliffener Rohdiamant. So manches entpuppt sich einfach nur als amateurhafter Durchschnitt.

Warum der deutsche Film ganz allgemein überhaupt nichts taugt, liegt laut Lemke an den deutschen Regisseuren, die einfach "absolute Wichser" sind:

www.youtube.com Video From : www.youtube.com

Das sind dann die Momente, in denen er nur noch nervt. Alles ist scheiße, alle anderen können nix. *Schnarch*


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 Betreff des Beitrags: Re: VERFLUCHTE LIEBE DEUTSCHER FILM - Dominik Graf, Johannes Sievert
BeitragVerfasst: 05.12.2016 23:48 
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Bringe ich irgendwas durcheinander oder soll die Doku von Subkultur als Bonus auf irgendeiner kommenden Veröffentlichung sein?

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 Betreff des Beitrags: Re: VERFLUCHTE LIEBE DEUTSCHER FILM - Dominik Graf, Johannes Sievert
BeitragVerfasst: 06.12.2016 00:41 
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Hatte große Freunde mit die die Doku anzusehen. Mir hätten aber Film-Titel-Einblendungen bei den einzelnen Titeln gefallen. Mir war nicht immer kla von welchem Film gerade die rede ist. Auch wenn ich viele der da gezeigten Filme bereits gesehen hatte.

zu Klaus Lemke. Keine Ahnung...... irgenwie reizt mich an seine Filmographie gar nichts. Oder ist mir da gerade eine Meisterregisseur durch die Lappen gegangen? Habe aber von ihm auch noch nichts gesehen.

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 Betreff des Beitrags: Re: VERFLUCHTE LIEBE DEUTSCHER FILM - Dominik Graf, Johannes Sievert
BeitragVerfasst: 06.12.2016 01:04 
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tomasmilian hat geschrieben:
Jimmy Stewart hat geschrieben:
Was der Lemke, nach wie vor, für 'ne Große - nicht immer sympathische - Schnauze hat, ist schon phänomenal. :)
Ja, der Lemke: Was hat der eigentlich seit den Siebzigern Großes zustandegebracht? Wenn ich mir die diversen Filmdatenbanken und andere Quellen anschaue, ist von seinen Filmen ab 2000 so gut wie nichts im Kino gelaufen oder auf DVD erschienen. Sie liefen meist um Mitternacht etwa zwei Mal bei den Öffentlich-Rechtlichen, danach kam nix mehr.


Deiner, offensichtlich sehr bedachten, "Brandschrift" kann ich nur zustimmen! Lemke gefällt sich in seiner Anti-Establishment Art, und hat doch seit langem kaum was 'Vernünftiges' produziert. Anscheinend verweigert er sich allem, was s. E. nach "Kommerz" schnuppert - ohne anzuerkennen, dass die "Rock 'n Roll - Zeiten", als das als ultimativ cool galt, vorbei sind. Graf z. B. dreht seit ewigen Zeiten für TV-Reihen - und schafft Grossartiges für den 'Mainstreamer' als auch für den 'Cineasten'. Dazu ist Lemke m. E. nicht im Stande, lieber rotzt er 'von oben' herab.


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 Betreff des Beitrags: Re: VERFLUCHTE LIEBE DEUTSCHER FILM - Dominik Graf, Johannes Sievert
BeitragVerfasst: 06.12.2016 01:31 
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Lonestarr102 hat geschrieben:
zu Klaus Lemke. Keine Ahnung...... irgenwie reizt mich an seine Filmographie gar nichts. Oder ist mir da gerade eine Meisterregisseur durch die Lappen gegangen? Habe aber von ihm auch noch nichts gesehen.


ROCKER ist sein Opus magnum. Ansonsten muss man m. E. schon 'Willen' beibringen . . . :roll: :D


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 Betreff des Beitrags: Re: VERFLUCHTE LIEBE DEUTSCHER FILM - Dominik Graf, Johannes Sievert
BeitragVerfasst: 06.12.2016 03:05 
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Ich wollte Lemke sicher nicht in Grund und Boden verdammen, das wäre auch nicht fair (im Gegensatz dazu, wie er mit seinen flotten Sprüchen sehr gerne mal über andere herzieht). Er hat in den Sechzigern und Siebzigern schon eine ganze Reihe von wirklich bemerkenswerten Filmen gedreht. Das Flair dieser Zeit hilft dabei natürlich mit, aber man muss es ja auch einfangen können.

Filme wie 48 STUNDEN BIS ACAPULCO oder NEGRESCO bewegen sich zwischen "Papas Kino" und "Junger Deutscher Film" und versuchen sich an international anmutendem Flair mit starken Anleihen bei den Vorbildern, auch ein Film wie DETEKTIVE von Thome spielt in dieser Liga mit.

Es gibt Geschichten wie BRANDSTIFTER mit guter Besetzung und nah dran am bundesdeutschen Puls der Zeit (Frankfurter Kaufhausbrand, RAF). ROCKER sieht so authentisch aus, dass man in Kneipen und Wohnungen mit dem Fingernagel den Nikotinbelag von Wänden und Tapeten kratzen könnte. Man findet in dieser Zeit in Lemkes Filmographie Werke wie LIEBE, SO SCHÖN WIE DIE LIEBE, PAUL, SYLVIE oder den erst in diesem Jahr wieder gelaufenen AMORE, eine charmante und unaufgeregte Liebesgeschichte aus dem München der Siebziger mit viel bayerischem Flair.

Das sind alles Geschichten, die funktionieren und dabei auch noch wie Film aussehen. Dann gibt es kommerzielle Erfolge vor allem im süddeutschen Raum mit Wolfgang Fierek und Cleo Kretschmer wie EIN KOMISCHER HEILIGER oder ARABISCHE NÄCHTE. In den Achtzigern wurde es dann etwas schwieriger. BIBO'S MÄNNER zum Beispiel habe ich als ganz ordentliche, aber auch etwas konfuse Komödie in Erinnerung, allerdings habe ich den auch schon weit über 20 Jahre nicht mehr gesehen.


In sich widersprüchlich sind seine Interviews, in denen er natürlich für die Leser/Zuschauer immer wieder sehr dankbare Sprüche raushaut, aber auch Zeugs formuliert, das einfach gnadenlos unrealistisch ist.

"Ich glaube, meine Filme werden deshalb in Berlin nicht genommen, weil sie diesen ganzen 5-Millionen-Dollar-Blödsinn dort schrecklich alt aussehen lassen. Das kann ein Festival nicht machen." (In DEADLINE über die Berlinale)

"Ich verkaufe die Rechte meiner Filme zum Schleuderpreis. [...] 40.000 Euro kostet der Film. Und etwa 30.000 Euro die Postproduktion. Also in Summe etwa 110.000 – und ich krieg vom Fernsehen dafür und will auch nicht mehr – trotz der fabelhaften Einschaltquoten – 130.000 Euro." (Quelle: Deadline)

Ob die Einschaltquoten bei zwei nächtlichen Ausstrahlungen unter der Woche im WDR oder ZDF wirklich so "fabelhaft" sind, lassen wir mal dahingestellt. Ob man sehr viel mehr für die Filme beim Rechteverkauf bekommen würde, kann ich aus dem Stegreif nicht beurteilen. Aber so unglaublich gefragt scheinen die Sachen ab 2000 zum Beispiel nicht zu sein, es gibt gerade mal zwei davon auf DVD. Laufen diese Filme eigentlich im Ausland, also auf DVD oder im Fernsehen?

"Ich hab' 40 Jahre versucht, meine Filme im Underground zu halten. Ich verkauf' die Rechte nicht, pass auf, dass das ZDF die Filme nach Mitternacht sendet. Alle Filme von mir, die du kaufen kannst, sind illegal." (Interview in der WELT)

"Meine Filme polarisieren, man mag sie oder findet sie scheiße. Und weil zu viel Sex drin ist, werden sie erst nach Mitternacht im Fernsehen gezeigt." (ABENDZEITUNG)

Ich dachte, er selbst will, dass sie erst nach Mitternacht laufen?

"Ich bin als einziger nicht gekauft von der Filmförderung oder von Fernsehgeldern." (ABENDZEITUNG)

Das ZDF ist zum Beispiel bei DREI KREUZE FÜR EINEN BESTSELLER als Mitproduzent aufgeführt oder der WDR als Produktionsfirma bei LAST MINUTE JAMAIKA. Der Film DIE LEOPOLDSTRASSE KILLS ME ist eine Gemeinschaftsproduktion von BR, WDR und megaherz (der Produktionsfirma von Franz Xaver Gernstl). Ach ja, die reinen Eigenproduktionen muss auch das öffentlich-rechtliche Fernsehen kaufen, denn auf DVD gibt's die Dinger ja nicht zu sehen und vereinzelte Festival-Gastspiele würde ich nicht als größere öffentliche/kommerzielle Auswertung einstufen. Wofür sonst wären diese Filme denn noch verkaufbar, wenn nicht für das Nachtprogramm von ARD, ZDF, WDR und Konsorten?

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 Betreff des Beitrags: Re: VERFLUCHTE LIEBE DEUTSCHER FILM - Dominik Graf, Johannes Sievert
BeitragVerfasst: 06.12.2016 06:44 
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Lemke schwangt zwischen genial und dilettantismus wobei ich letzteres durchaus absichtlich inszeniert finde. Oder ist es der Budgetmangel -Drogenkonsum ... keiner weiss das so genau ausser den Beteiligten.
Ja Lemke ist selbstverliebt und kommt in Interviews manchmal mit seiner rotzigen Art wie ein Kinski daher. Trotzdem um ein Urteil über sein Werk zu schaffen muß man sich die Filme ansehen und verstehen. Gerade die in den 70er entstandenen Filme sind als genial zu bezeichnen. Werke wie Rocker, Paul, Brandstifter und Amore. Auch seine bayrischen Komödien haben Scharm und spiegeln sehr die bayrische liebenswürdige manchmal rauhe Art der Bayern wieder. Deswegen sind diese Filme nachwievor in Bayern sehr beliebt.

Spätere Werke wie Dancing with the Wolfes oder der sehr gute Finale spiegeln teils einiges dieser Qualität wieder. Trotzdem wen man sein Schaffen ab 1990 betrachtet ist ein Film wie der andere. Was vielleicht auch der Machart geschuldet ist. Wie in seiner bayrischen Phase nimmt er immer wieder die gleichen Darsteller nur das er zur bayrischen Zeit in der Lage war Geschichten zu erzählen und das Esemble der Darsteller war natürlich auch ein ganz anderes Kaliber.

Seine neuen Werke dagegen sind wie Episodenfilme im Drogenrausch. Nicht schlecht wen man Lemke mag aber teils unausgegoren und zu hastig. Da fehlt oft etwas.

Trotzdem ist Lemke einer der letzten seiner Zeit (vielleicht der Letzte) der noch aktiv als Regieseur auf seine Art Filme dreht. Vielleicht entsteht natürlich auch der Kult um sein Werk durch die nicht oder schwere Zugänglichkeit. Sehr wenige seiner Filme sind auf DVD erschienen. Aber wen man dann seine Werke sieht gerade die aus den 70er und einen Faible für die Zeit hat oder sie wie ich als Kind erlebt hat, liebt man diese Filme. Da sie dich die Straße schnuppern lassen.

Man muß mit Lemke nicht einer Meinung sein, aber sein Werk akzeptieren und anerkennen.

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und echte Filmfans brauchen sowas nicht !!!


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 Betreff des Beitrags: Re: VERFLUCHTE LIEBE DEUTSCHER FILM - Dominik Graf, Johannes Sievert
BeitragVerfasst: 06.12.2016 11:41 
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Ja, das seh ich genauso (wie im letzten Satz über mir).

Jedenfalls: Teil 2 der Doku "Offene Wunde deutscher Film" ist abgedreht, wird gerade geschnitten und voraussichtlich bei der Berlinale im Januar gezeigt werden. So hat es zumindest Johannes F. Sievert bei einem kürzlichen Screening verlauten lassen. Eigentlich sollte es nur ein Teil werden, aber die Fülle an Interviews und die immer länger werdende Spielzeit haben eben nun einen Zweiteiler daraus gemacht laut Sievert.

Ob der zweite Teil genauso kurzweilig und amüsant werden wird, darf angenommen werden: Robert Sigl, W. Büld, Akiz usw nehmen ja in der Regel auch kein Blatt vor den Mund. Ich könnte mir vorstellen, dass der Ausblick auf Teil 2 in der TV-Austrahlung gefehlt hat? Da durfte jeder der genannten noch ein oder zwei Sätze sagen.

Toll war übrigens auch die Filmmusik von Grafs Stammkomponisten van Volxem und Rossenbach, hat sich perfekt eungefügt. Diesen Song, der wärend der Filmmontage zu Beginn (Gänsehautmoment!) und in den Endcredits läuft ("Stand still, time stands still...")
bekam ich tagelang nicht mehr aus dem Ohr.

Hier noch ein Hinweis auf Teil 2:

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 Betreff des Beitrags: Re: VERFLUCHTE LIEBE DEUTSCHER FILM - Dominik Graf, Johannes Sievert
BeitragVerfasst: 06.12.2016 12:57 
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Ach Mensch... Ich bin fest davon ausgegangen, dass die Doku auch in der arte-Mediathek zu finden ist... leider wohl nicht.
War das eine einmalige Ausstrahlung? Online findet man auch keine Wiederholung-Termine.

Ärgerlich...


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 Betreff des Beitrags: Re: VERFLUCHTE LIEBE DEUTSCHER FILM - Dominik Graf, Johannes Sievert
BeitragVerfasst: 06.12.2016 14:06 
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Ja, ging mir genauso - auf die Mediathek hatte ich sozusagen blind vertraut, beim nächsten Mal bin ich schlauer.

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BeitragVerfasst: 06.12.2016 14:22 
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semi-off topic: Mir ist die nicht Verfügbarkeit erst wenige Minuten vor der Ausstrahlung aufgefallen, zu spät um den Stream noch mitzuscheiden. Hat jemand ein Programm an der Hand mit dem das recht einfach geht? Danke.


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 Betreff des Beitrags: Re: VERFLUCHTE LIEBE DEUTSCHER FILM - Dominik Graf, Johannes Sievert
BeitragVerfasst: 06.12.2016 15:35 
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Trash hat geschrieben:
Man muß mit Lemke nicht einer Meinung sein, aber sein Werk akzeptieren und anerkennen.
Müssen tut man erstmal nichts. ;) Außerdem würde ich diesen Satz gerne mal lesen, wenn's um die Herren RWF, Wenders oder (jetzt bitte stark sein) Kluge geht. Da wird doch auch gerne drübergebügelt, selbst wenn man vielleicht nur einen halben Film gesehen und dann abgebrochen hat.

Wobei ich Filme von Lemke ja mag, aber das reine Abfeiern seiner guten Sachen, die schon mindestens 40 Jahre alt sind, mit dem gleichzeitigen Dissen von neueren deutschen Filmen, die angeblich ja allesamt nichts taugen, genügt mir nicht. Ich finde viele Bereiche des deutschen Films weitaus besser als es ihrem Ruf nach aussieht, gerade in den "Filmkenner"-Kreisen wie auch hier im Forum. Da wird mir häufig zu vorschnell und mit zu wenig Sachkenntnis geurteilt.

Trash hat geschrieben:
Trotzdem um ein Urteil über sein Werk zu schaffen muß man sich die Filme ansehen und verstehen. Gerade die in den 70er entstandenen Filme sind als genial zu bezeichnen. Werke wie Rocker, Paul, Brandstifter und Amore. Auch seine bayrischen Komödien haben Scharm und spiegeln sehr die bayrische liebenswürdige manchmal rauhe Art der Bayern wieder. Deswegen sind diese Filme nachwievor in Bayern sehr beliebt.
Ich komme selbst aus Bayern, bin auch keine 25 mehr und kenne diverse Filme aus verschiedenen Schaffensperioden Lemkes - also mal keine Angst, dass ich hier über Unbekanntes aus der Ferne schreibe. Ja, ein Film wie AMORE (ganz unscheinbar und einfach) hat was, aber der sieht wenigstens noch wie ein Film aus. Ich bin in der jüngeren Vergangenheit (also ab 2000) nach Mitternacht zum Beispiel im ZDF aber auch über Lemke-Sachen gestolpert, die in ihrer "Unperfektheit" eher nicht charmant waren, sondern anstrengend.

Was mich halt wundert, ist dieses kritiklose Übernehmen seiner Polemiken gegen den deutschen Film, die man ja auch aus diversen Filmforen kennt. Dabei treffen so manche Dinge auf ihn selbst auch zu.

Nehmen wir mal einen sog. "Autorenfilm", wie er hier im Forum ausgesprochen unbeliebt ist: kein Kinoverleiher, nicht auf DVD erhältlich, die letzte der gerade mal zwei TV-Ausstrahlungen liegt schon etliche Jahre zurück. Dieser Film "XYZ" wurde durch Fernsehförderung mitfinanziert, eventuell sogar mit Senderbeteiligung produziert und mit Gebührengeldern fürs Nachtprogramm angekauft.

Wie schnell ist da das Urteil des Genrefilmfans gefällt: Das ist kein Publikumsfilm, sondern wird nur durch Steuermittel (Filmförderung) oder Gebührengelder des öffentlich-rechtlichen Fernsehens am Leben gehalten. Einem echten Wettbewerb an der Kinokasse oder auf dem DVD-Markt hat dieser Film sich nicht stellen müssen. Schnell wird der Daumen nach unten gesenkt.

Bei etlichen Lemkes in den letzten 15 Jahren ist es aber doch genauso. Damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich unterstütze das Schaffen kleiner Programminseln, die nicht auf die Quote achten müssen, und finde auch das gebührenfinanzierte Fernsehen besser als seinen Ruf. Aber hier fällt doch die Kritik auf Lemke selbst zurück: ein einziger Film seit 2000 hatte meines Wissens einen Kinoverleiher, gerade mal zwei existieren auf DVD. Der Rest? Lief im Schnitt wohl ca. zwei Mal im Fernsehen. Und sonst?

Bei einem anderen Filmemacher ohne Lemkes "Street Credibility" hieße es: am Publikum vorbeiproduziert, auf dem Markt (Film ist auch Ware!) nicht vorhanden, nur durch Gebührengelder kurz im Spätprogramm aufgetaucht, danach verschwunden. Ein "typisch deutscher Film" eben - wir kennen doch aus unseren Foren die Klischees, wie sie häufig kursieren.

Es mag sich jetzt aggressiver lesen, als ich es meine: Wenn's um Lemke geht, wird alles verziehen. Weil der ist ja ein Held. Lebt zwar auch von der gleichen Kohle wie andere Kollegen, die auf Fernsehgelder oder Ko-Produktion angewiesen sind, nennt diese aber "Wichser" und lässt sich als letzter großer Anarchist des deutschen Films feiern. Mit Filmen, die du nicht mal in Kleinauflage kaufen kannst.

Was die vorliegende Doku angeht, hätte ich mir eine mehrteilige TV-Reihe zu diesem Thema gewünscht, also zum Beispiel 4 x 1 Stunde oder so. Das höchst interessante Thema ist halt schon sehr umfangreich und in der gekürzten Fassung war manches doch nur am Rande präsent, während das Thema Italien mit DAS SYNDIKAT und di Leo, Mario Adorf, Peter Berling, Christiane Krüger und Gisela Hahn relativ ausführlich behandelt wurde.

Das Thema deutsche Identität, das Graf ja dankenswerterweise anschnitt, weil es viel mit dem Wesen und den Wandlungen des deutschen Nachkriegsfilms zu tun hat, ging dabei etwas unter, aber das mag auch den Kürzungen geschuldet sein. Auf den zweiten Teil bin ich auch schon sehr gespannt.


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 Betreff des Beitrags: Re: VERFLUCHTE LIEBE DEUTSCHER FILM - Dominik Graf, Johannes Sievert
BeitragVerfasst: 06.12.2016 19:27 
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ErnestoGastaldi hat geschrieben:
Ob der zweite Teil genauso kurzweilig und amüsant werden wird, darf angenommen werden: Robert Sigl, W. Büld, Akiz usw nehmen ja in der Regel auch kein Blatt vor den Mund. Ich könnte mir vorstellen, dass der Ausblick auf Teil 2 in der TV-Austrahlung gefehlt hat? Da durfte jeder der genannten noch ein oder zwei Sätze sagen.


Hatte mich auch schon etwas gewundert, dass bei Teil 1 (TV Fassung) weder auf Akiz, noch auf seinen faszinierenden Nachtmahr eingegangen wurde, obwohl eine kurze Szene des Films im Vorspann zu sehen war :unknown:

Ansonsten natürlich vielen Dank für die Infos über Teil 2 :dh: Man darf gespannt sein.... :)


Logan5514 hat geschrieben:
Ach Mensch... Ich bin fest davon ausgegangen, dass die Doku auch in der arte-Mediathek zu finden ist... leider wohl nicht.
War das eine einmalige Ausstrahlung? Online findet man auch keine Wiederholung-Termine.
Ärgerlich...

nyby hat geschrieben:
Ja, ging mir genauso - auf die Mediathek hatte ich sozusagen blind vertraut, beim nächsten Mal bin ich schlauer.


Ach Menno :| Genau aus diesem Grund wurde doch bereits im Vorfeld extra darauf hingewiesen: Klick!


tomasmilian hat geschrieben:
Was die vorliegende Doku angeht, hätte ich mir eine mehrteilige TV-Reihe zu diesem Thema gewünscht, also zum Beispiel 4 x 1 Stunde oder so. Das höchst interessante Thema ist halt schon sehr umfangreich und in der gekürzten Fassung war manches doch nur am Rande präsent, während das Thema Italien mit DAS SYNDIKAT und di Leo, Mario Adorf, Peter Berling, Christiane Krüger und Gisela Hahn relativ ausführlich behandelt wurde.


Diese Doku in Form einer TV-Reihe wäre auch meiner Auffassung nach das absolute Optimum gewesen, da doch letztendlich sehr vieles zu kurz kam. Zusätzlich hätte ich mir auch noch viel mehr Filmtitel gewünscht, welche dann von den Beteiligten (bzw. vom Sprecher) kommentiert worden wären. Ansonsten fand ich die TV Fassung äußerst gelungen.

Übrigens vielen Dank (auch an Trash) für die zahlreichen Infos zur Person Klaus Lemke, von dem ich bis dato nur Negresco, 48 Stunden bis Acapulco und Rocker gesehen habe. Über ihn selbst habe ich leider noch nicht viel gelesen und ihn somit in der Doku auch erstmals live erlebt. Darüberhinaus konnten die gezeigten Szenen aus "Brandstifter" ein enormes Interesse an diesem Film bei mir wecken. Mal gespannt, ob dieser irgendwann mal irgendwo zu sehen sein wird.....


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 Betreff des Beitrags: Re: VERFLUCHTE LIEBE DEUTSCHER FILM - Dominik Graf, Johannes Sievert
BeitragVerfasst: 07.12.2016 09:14 
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Richie Pistilli hat geschrieben:
Ach Menno :| Genau aus diesem Grund wurde doch bereits im Vorfeld extra darauf hingewiesen: Klick!


Nur leider nicht in DIESEM Thread... :cry:


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 Betreff des Beitrags: Re: VERFLUCHTE LIEBE DEUTSCHER FILM - Dominik Graf, Johannes Sievert
BeitragVerfasst: 07.12.2016 18:07 
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Den gab es zu dem Zeitpunkt leider noch nicht.... :|




Einen Tag vor der TV Ausstrahlung gab es übrigens bei Deutschlandradio Kultur einen knapp 8 minütigen Beitrag zur Doku, den man sich unter dem folgenden Link anhören kann: *** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***

Der dazugehörige Begleitartikel steht hier zur Verfügung (inkl. Hintergrundinfos zum Heimatkanal auf YT)


Die Festival-Langfassung wird übrigens auch noch einmal am 13.12. im Kieler HansaFilmpalast vorgeführt
Quelle ("Festival-Langverfassung" :? :) )


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 Betreff des Beitrags: Re: VERFLUCHTE LIEBE DEUTSCHER FILM - Dominik Graf, Johannes Sievert
BeitragVerfasst: 07.12.2016 20:47 
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Richie Pistilli hat geschrieben:
Die Festival-Langfassung wird übrigens auch noch einmal am 13.12. im Kieler HansaFilmpalast vorgeführt
Quelle ("Festival-Langverfassung" :? :) )


Fährste hin? :mrgreen:


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 Betreff des Beitrags: Re: VERFLUCHTE LIEBE DEUTSCHER FILM - Dominik Graf, Johannes Sievert
BeitragVerfasst: 07.12.2016 21:02 
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Würde ich eigentlich schon sehr gerne, haut aber aufgrund meiner freiwillig gewählten Abhängigkeit von der Lohnarbeit dann leider nicht hin :|


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 Betreff des Beitrags: Re: VERFLUCHTE LIEBE DEUTSCHER FILM - Dominik Graf, Johannes Sievert
BeitragVerfasst: 07.12.2016 22:55 
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Richie Pistilli hat geschrieben:
Der dazugehörige Begleitartikel steht hier zur Verfügung...

Nun ja, dann schauen wir uns den Artikel doch mal an:

"Graf übt auch Kritik am, für sein Empfinden, durch Fördergeld-Bürokratie jeder künstlerischen Inspiration beraubten aktuellen deutschen Film."

Mal abgesehen davon, dass seiner Doku als These diverse Klischees vorangestellt werden, geht Graf eigentlich gar nicht derart plakativ vor. Aber egal, man kann's ja trotzdem schreiben. Es gibt hierzulande zum Beispiel seit LOLA RENNT eine doch recht brauchbare Anzahl deutscher Filme, die man anschauen und vorzeigen kann. Die Behauptung, dies alles sei "jeder künstlerischen Inspiration beraubt", empfinde ich als enorme Frechheit. Aber in Genrefilm-Fankreisen wird man mit solchen Phrasen, diese Provokation sei mir gestattet, teilweise sogar auf Zustimmung stoßen. Dort gilt es bisweilen ja als chic, aktuellere deutsche Filme per se scheiße zu finden.

"Das alte BRD-Kino mit seinen Schwarzwaldmädeln, Peter-Alexander-Filmen und sonstigen Komödien sei zwar oft recht betulich, aber sinnlicher, abenteuerlustiger und wendiger gewesen als das, was heute produziert werde."

Hier herrscht dann schon reichlich Seegang, wenn man diesen Gedanken mal weiterspinnt. Braves Unterhaltungskino, das sich im Gegensatz zum italienischen Neoralismus oder der französischen Nouvelle Vague nach dem Massenmord des Zweiten Weltkrieges weltflüchtend in ländliche oder historische Idyllen zurückzog wie die IMMENHOF- oder SISSI-Filme, ist "abenteuerlustiger" und "wendiger" als der gesamte heutige deutsche Film? Bei allem Respekt: Ich habe mir zum Beispiel die IMMENHOF-Edition auf Blu-ray gekauft, weil ich als Kind mit deutschen Unterhaltungsfilmen aufgewachsen bin, aber auf eine solche steile These wie eben zitiert wäre ich nicht gekommen.

Demnächst werden uns wohl auch noch Peter Kraus und Gus Backus als knackig-robuste Rockmusik verkauft, in der so richtig Dampf steckte. Echter Nierentisch-Punk sozusagen.

Man fragt sich, ob in diesem Land wirklich mal so was wie die gesellschaftliche Aufbruchstimmung der Sechziger (SPIEGEL-Affäre, Studentenunruhen, Willy Brandts "Wir wollen mehr Demokratie wagen" etc.) stattgefunden hat oder warum werden einem plötzlich sogar die Heile-Welt-Filme der Fünfziger als Ideal empfohlen?

Ich bin ja selbst ein überzeugter Anhänger des deutschen Films - mit allem, was dazugehört: Peter Alexander, Theo Lingen, Edgar Wallace, Autorenfilm à la Fassbinder oder Herzog, Supernasen, TV-Kult wie DERRICK, DER KOMMISSAR oder DER ALTE (um mal ein paar ungeordnete Schlagworte in den Raum zu werfen). Aber irgendwie fühle ich mich etwas unwohl bei solchen Artikeln bzw. ihren Thesen, das ist mir mit Blick auf die bundesdeutsche Gesellschaft der Fünfziger einfach zu einseitig und zu verklärend.

Zum Abschluss noch eine kleine Spitze, so ganz nebenbei: Wenn der zum Säulenheiligen des "echten deutschen Films" gewordene Dominik Graf (den ich grundsätzlich schätze, vor allem als Autor zu Filmthemen) endlich mal wieder einen Kinofilm dreht, ist es ausgerechnet DIE GELIEBTEN SCHWESTERN, ein dreistündiges historisches Liebesdrama über Friedrich Schiller (das ich noch nicht gesehen habe, also keineswegs hier abwerten möchte!).

"Nichts wie weg mit dem deutschen Qualitätskino!" hatte er selbst in der ZEIT mal gefordert und dann kommt ein solcher Film mit einem Stoff aus dem bildungsbürgerlichen Kulturkanon. Das macht mir nichts aus, sonst hätte ich nicht selbst was Geisteswissenschaftliches studiert, aber diese Stoffwahl wundert schon, da Graf selbst sagte: " Wenn die Anarchie aus den Filmen quasi ‚rausgefördert‘ wird, so als würde man das langsam durchsieben, und am Ende ist gar nichts mehr an Unerwartetem drin, nicht einmal das Unerwartete, das nicht erwartet wird, dann ist auch eine unheimliche Verarmung in einer Filmkultur festzustellen." (Quelle: *** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***)

Andere Regisseure bekommen ja auch Genrefilme oder Artverwandtes finanziert wie WHO AM I oder DIE DUNKLE SEITE DES MONDES.

www.youtube.com Video From : www.youtube.com

*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***


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 Betreff des Beitrags: Re: VERFLUCHTE LIEBE DEUTSCHER FILM - Dominik Graf, Johannes Sievert
BeitragVerfasst: 08.12.2016 02:41 
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tomasmilian hat geschrieben:
"Das alte BRD-Kino mit seinen Schwarzwaldmädeln, Peter-Alexander-Filmen und sonstigen Komödien sei zwar oft recht betulich, aber sinnlicher, abenteuerlustiger und wendiger gewesen als das, was heute produziert werde."


Absolute Zustimmung!!!

Das Kino der BRD war, sagen wir mal zwischen 1949 und 1962 wesentlich abenteuerlicher, sinnlicher und abgefahrener als das Gegenwartskino beispielsweise zwischen 2000 und 2013.

Ansonsten gehe ich weitestgehend mit dir d'accord, wobei es im Grunde nur endlich einmal die Mär aus der Welt zu schaffen gilt, dass das deutsche Kino zu irgendeiner Zeit geschwächelt, bzw. nicht massenhaft exzellente Filme hervorbegracht hätte.
Fakt ist doch, dass das deutsche Kino über alle politischen und gesellschaftlichen Veränderungen hinweg und zu jeder Zeit massenhaft Herausragendes produziert hat.

Wer behauptet die 1910er, 20er, 30er, 40er, 50er, 60er, 70er, 80er, 90er sowie das neue Jahrtausend hätten nicht beinahe jährlich dutzendhaft sehenswerte Filme hervorgebracht, hat schlicht und einfach zu wenige gesehen.

Und ja, ein Fassbinder war genauso geil wie ein Olsen.

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 Betreff des Beitrags: Re: VERFLUCHTE LIEBE DEUTSCHER FILM - Dominik Graf, Johannes Sievert
BeitragVerfasst: 08.12.2016 02:51 
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PS: DIE DUNKLE SEITE DES MONDES mochte ich auch. ;-)

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 Betreff des Beitrags: Re: VERFLUCHTE LIEBE DEUTSCHER FILM - Dominik Graf, Johannes Sievert
BeitragVerfasst: 08.12.2016 07:51 
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Dr. Zombi hat geschrieben:
PS: DIE DUNKLE SEITE DES MONDES mochte ich auch. ;-)



Den fand ich ziemlich schlecht aber trotzdem hat das deutsche Kino in den letzten Jahren immer wieder hervorragende Genre Filme hervorgebracht.
Da gab es schon genügend Highlights aber leider wollten die nicht viele Leute sehen.
Favouriten der letzten Jahre waren für mich zum Beispiel "Wir sind die Nacht" oder "Das finstere Tal".
In den 80ern war es normal dass man deutsche Filme mied wie der Teufel das Weihwasser.
Keiner wollte damals in den 80ern deutsche Filme im Kino sehen. Das mußte alles aus Amerika kommen.
Da ich mit den Filmen der 60er als Kind im Fernsehen der 70er und 80er aufgewachsen bin, war das deutsche Kino ab etwa 1972 ein "No Go" für mich und die meisten anderen sahen das nicht anders. Mit dem "neuen deutschen Kino" konnte ich gar nichts anfangen. Da ging es nicht nur mir so. Die Ablehnung nahm man mit in die 80er mit und war fixiert auf amerikanische Produktionen. Von der Existenz eines "Blutiger Freitag" bekam man gar nicht erst etwas mit.
Erst in den letzten Jahren mit dem Siegeszug der DVD und dem Aufkommen der Blu-ray kann ich die Perlen dieser Zeit entdecken aber damals im Kino liefen die alle fast ohne Zuschauer.

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