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 Betreff des Beitrags: KOPFJAGD - PREIS DER ANGST - Yves Boisset
BeitragVerfasst: 13.07.2018 18:28 
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Kopfjagd - Preis der Angst (D)
Le prix du danger (F)
Il Prezzo Del Pericolo (IT)
El precio del peligro (ES)
The Prize of Peril


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IT / YUG 1983

R: Yves Boisset
D: Jean-Pierre Bagot, Michel Piccoli, Julien Bukowski, Jacques Chailleux, Bruno Cremer, Jean-Claude Dreyfus, Andréa Ferréol, Henri-Jacques Huet, Gérard Lanvin u.a.


Kinostart (D): 27.05.1983

dt. Synchronsprecher

Score: Vladimir Cosma

OFDb



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"Tja meine Freunde, sie haben ihn getötet. Trotz seines heldenhaften Mutes ist er gestoppt.
Roederer konnte den fünf unbarmherzigen Killern, die sich an seine Fersen geheftet hatten, nicht entkommen.
Und doch, meine lieben Zuschauer, wie sehr haben wir seinen Sieg herbeigesehnt. Aber leider, leider... die unerbittliche und grandiose Regel unserer Sendung erlaubt nur: Reichtum oder Tod!
"



In einer nahen Zukunft wird in unserem schönen Nachbarland Frankreich eine staatlich legitimierte TV-Spielshow ausgestrahlt, bei der die freiwilligen Teilnehmer von fünf unbarmherzigen Menschenjägern bis zum Tode gehetzt werden, Dabei winkt demjenigen, der die fünf stündige Hetzjagd auch wohlbehalten übersteht, ein Millionen Francs schweres Preisgeld. Die verbleibenden vier Kandidaten hatten dann leider weniger Glück, denn diese wurden folglich allesamt vor dem Erreichen der fünften Stunde von ihren unerbittlichen Jägern vorzeitig zu Tode gebracht.
Doch als der Kandidat der fünften Sendung während seines live ausgestrahlten Todesspiels plötzlich erkennt, dass es in dieser vom TV Sender CTV manipulierten Spielshow nur einen Gewinner gibt -nämlich die Produzenten der Spielshow selbst-, steht für den Todgeweihten unweigerlich der Entschluss fest, ab diesem Moment nach seinen eigenen Regeln zu spielen....



Im Vergleich ähnlich gelagerten massenmedialen Menschenjagden wie beispielsweise DAS MILLIONENSPIEL (1972) oder DAS 10. OPFER (1965) entpuppt sich die vorliegende Inszenierung noch um einiges zynischer und wartet zudem mit einem richtig bitter bösen Ende auf, welches den Zuschauer zwar mit einem großen Erstaunen, aber auch mit einem etwas unguten Gefühl in der Magengegend aus dem Film entlässt. Das menschenverachtende Treiben in den Massenmedien ist auch in diesem Fall einzig und alleine den gewinnträchtigen Einschaltquoten geschuldet, wobei aber zugleich das sehr fadenscheinige Argument angeführt wird, dass die todsichere Familienshow während ihrer Ausstrahlung die statistisch erfasste Kriminalität im eigenen Land senkt und somit dem Wohl der Allgemeinheit dient.

Die entsprechenden Kandidaten, sowohl für die Rolle der Jäger, als auch des im Mittelpunkt stehenden Opfers werden im Rahmen eines vorausgehenden Castings von den Produzenten der Sendung handverlesen, wobei sie sich aber bei der aktuellen Wahl des potenziellen Opfers etwas verkalkuliert haben, denn der Kandidat François Jacquemard (Gérard Lanvin) erkennt nicht nur rechtzeitig den todbringenden Blöff, sondern versucht daraufhin auch seinen Kopf mit allen Mitteln wieder aus der Schlinge zu ziehen, was wiederum zu einer Eskalation der laufenden Sendung führt.

Die fünf ernannten Jäger entpuppen sich schließlich allesamt als niederträchtige Unmenschen, die trotz ihrer verschiedenen Professionen (ein Bauarbeiter, ein Kunstlehrer, ein Vertreter für elektronische Haushaltsgeräte, ein Versicherungsvertreter und eine lediglich zur Aufrechterhaltung der eingeforderten Frauenquote eingesetzte Kontrolleurin) eine recht auffällige Gemeinsamkeit aufweisen: Der pathologische Drang zum Abschlachten von Menschen!

Außerdem gibt es eine Jagdszene in einem Mehrfamilienhaus zu bestaunen, die entweder schon direkt der zugrunde liegenden Kurzgeschichte Sheckleys entstammt oder schließlich ganz dreist vom "Millionenspiel" abgekupfert wurde, da die deutsche Todesspielshow eine fast identische Szene enthält. Abschließend sei noch auf die außerordentlich Darbietung von Michel Piccoli hingewiesen, der in der Rolle des sowohl schmierigen als auch zugleich breichreizauslösenden Talkmasters dem guten Dieter-Thomas mal so richtig das Fürchten lehrt... ;)


Fazit: "Wer gewinnen will, muss leiden!"


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Filmausschnitt:

www.youtube.com Video From : www.youtube.com


Zuletzt geändert von Richie Pistilli am 13.07.2018 20:00, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: KOPFJAGD - PREIS DER ANGST - Yves Boisset
BeitragVerfasst: 13.07.2018 18:38 
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Richie Pistilli hat geschrieben:

Im Vergleich ähnlich gelagerten massenmedialen Menschenjagden wie beispielsweise DAS MILLIONENSPIEL (1972) oder DAS 10. OPFER (1965) entpuppt sich die vorliegende Inszenierung noch um einiges zynischer und wartet zudem mit einem richtig bitter bösen Ende auf, welches den Zuschauer zwar mit einem großen Erstaunen, aber auch mit einem etwas unguten Gefühl in der Magengegend aus dem Film entlässt.


Die beiden Vergleiche kamen mir auch umgehend in den Sinn, nachdem ich die Handlung verinnerlicht habe. Zudem finde ich es äußerst prickelnd, dass der Film, wie du schreibst, mehr Zynismus als die beiden Filme zu bieten hat.

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 Betreff des Beitrags: Re: KOPFJAGD - PREIS DER ANGST - Yves Boisset
BeitragVerfasst: 14.07.2018 17:46 
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sid.vicious hat geschrieben:
Zudem finde ich es äußerst prickelnd, dass der Film, wie du schreibst, mehr Zynismus als die beiden Filme zu bieten hat.

Der größte Unterschied zu den beiden vorgenannten Filmen besteht übrigens darin, dass bei KOPFJAGD sowohl mit den Zuschauern als auch mit den protestierenden Aktivisten eine weitere Ebene hinzugefügt wurde, die der sowieso schon heiklen Thematik einen noch weiteren Tiefgang verleihen. Hinzu gesellen sich zahlreiche Kommentare, die angesichts des Gezeigten beachtlich boshaft ausfallen. Am abgründigsten gestaltet sich hierbei aber das unfassbare Finale, in dem dann nicht nur die letzten Masken fallen, sondern auch entsprechend die wahren Gesichter zu Tage treten - und zwar sowohl von den Machern, als auch von der quotenmächtigen Zuschauerschaft.

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 Betreff des Beitrags: Re: KOPFJAGD - PREIS DER ANGST - Yves Boisset
BeitragVerfasst: 14.07.2018 23:36 
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